Mädchenware - Norbert Horst - ebook

Mädchenware ebook

Norbert Horst

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Opis

Ein Bordell wird überfallen, eine Frau getötet, und alle Zeugen schweigen.

In einem Dortmunder Bordell feiern mehrere EU-Beamte ausgelassen. Plötzlich fallen Schüsse. Die russische Prostituierte Anastasija wird getötet, ihre Freundin Dajana verletzt. Noch bevor die Polizei eintrifft, verschwinden die Zuhälter mit der Verletzten. Auch die Freier, die Hals über Kopf geflüchtet sind, haben wenig Interesse, sich bei den Behörden zu melden. Die Ermittlungen geraten deshalb schnell ins Stocken. Doch Kommissar Steiger gibt nicht auf, zumal dieser Fall ihn persönlich mehr berührt als gewöhnlich: Seine langjährige Geliebte, die Prostituierte Eva, wurde bei dem Überfall ebenfalls schwer verletzt ...

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Liczba stron: 417




Buch

In einem Dortmunder Bordell fallen Schüsse: Ein Überfall, bei dem die russische Prostituierte Dajana getötet und ihre Kollegin Anastasia verletzt wird. Noch bevor die Polizei eintrifft, verschwinden die Zuhälter mit Anastasia. Kommissar Thomas Adam, genannt Steiger, wird in die zuständige Mordkommission berufen. Die Ermittlungen geraten allerdings schnell ins Stocken, was vor allem an der großen Verschwiegenheit im Rotlichtmilieu liegt. Steiger wird deshalb schon bald wieder von der Mordkommission abgezogen. Doch für ihn hat der Fall eine besondere Brisanz, weil er persönlich in ihn verwickelt ist. Deshalb fahndet er im Rahmen seiner Alltagsarbeit eigenmächtig weiter. Er ist nicht der Einzige, der auf eigene Faust ermittelt. Auch Anastasias Freundin Nadeschda macht sich auf die Suche nach der Verschleppten …

Informationen zu Norbert Horstund weiteren Titeln des Autorsfinden Sie am Ende des Buches.

Norbert Horst

Mädchenware

Kriminalroman

1. AuflageOriginalausgabe Februar 2015Copyright © 2015 by Wilhelm Goldmann Verlag,München, in der Verlagsgruppe Random House GmbHDieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.Gestaltung des Umschlags: UNO Werbeagentur, MünchenUmschlagfoto: FinePic®, MünchenRedaktion: Gerhard SeidlBH · Herstellung: Str.Satz: DTP Service Apel, HannoverISBN: 978-3-641-14909-3www.goldmann-verlag.deBesuchen Sie den Goldmann Verlag im Netz

Für Dr. Thomas F. Schneider,in Freundschaftund mit großem Dank

Erklärung

Die Schauplätze der Geschichte in diesem Buch sind zum großen Teil real, die handelnden Personen und die Handlung dagegen reine Fiktion. Dies gilt insbesondere für die im Buch genannten Angehörigen der verschiedenen Polizei- und Strafverfolgungsbehörden, die ausnahmslos erfunden und ausdrücklich niemandem nachempfunden sind.

Sollte es dennoch Parallelen oder Ähnlichkeiten geben, sind diese zufällig und nicht gewollt.

1

August 2001

Der Gestank war es nicht, auch nicht die Dunkelheit, denn in dem spärlichen Licht, das die kleine gekalkte Scheibe oben in der Wand durchließ, konnte sie kaum ihre Knie erkennen, auf die sie hin und wieder ihr Kinn legte. In einer Ecke war ein wenig von der weißen Schicht abgeblättert, und manchmal sah sie durch dieses Loch einen Stern. Aber weil sie ihren Platz nicht verließ und sich nicht bewegte, war der Stern bald wieder verschwunden. Wenn gegen Morgen mehr Helligkeit durch dieses Loch hereinsickerte und allem nach und nach blasse graue Konturen gab, wenn sie die Körper allmählich erkennen konnte, kam die Entspannung, die mit jedem Gegenstand wuchs, der aus dem Dunkel entstand. Denn irgendwann war es zu spät, und er konnte nicht mehr kommen, weil er zur Arbeit musste und ihm Pünktlichkeit auch dann wichtig war, wenn er getrunken hatte. Er trank immer, aber diese Abende, wenn er sie schlug und einsperrte und der Alkohol etwas in seiner Seele freilegte, was sonst einigermaßen versteckt war, brauchten einen bestimmten Pegel. Und wenn er dann weitertrank, kam er irgendwann auch an diesen Ort und schlug sie ein zweites Mal, was meistens noch heftiger war. Die Schmerzen waren furchtbar, denn manchmal schlug er sie mit einem dünnen Stock aus der Hecke, einem Flitzer, wie er ihn nannte, der blaurote Striemen an den Beinen machte. Dort, wo Kleidung die Schläge ein wenig milderte, waren die Striemen nur rot und nicht ganz so dick. Schlimmer war aber diese Besinnungslosigkeit in seinem Gesicht, denn sie hatte etwas Unberechenbares, etwas, das ihr noch mehr Angst machte als das pfeifende Geräusch, das entstand, wenn er sich den Flitzer frisch geschnitten hatte und vor der Tür zur Probe ein paar Schläge in die Luft machte.

Sie ahnte auch schon mit ihren zehn Jahren, dass er auf irgendetwas in sich selbst eindrosch, wenn er sie schlug, aber sie wusste nicht, was es war, und schon gar nicht, warum dieses Etwas ihr Gesicht haben musste.

Da, wieder ein Stern. Die Bewegung war nicht wahrzunehmen, trotzdem wurde der Abstand zum Kalkrand allmählich größer. Dieser funkelte manchmal blau, wenn man ganz lange hinsah, es könnte also die Venus sein. Das wusste sie von Onkel Serjoscha, der ihr mal Sternbilder gezeigt und etwas über Planeten erzählt hatte. Die Venus funkelte blau und der Mars rot. Onkel Serjoscha wohnte allein in einer Kate in der Nähe. Er trank auch, aber je mehr er trank, desto mehr lächelte und erzählte er, über Sterne, über die Steppe oder das Meer. Aber dass sein älterer Bruder seine Tochter schlug, konnte auch er nicht verhindern.

Sie sah noch einmal genauer hin, aber der kleine, schimmernde Punkt war fast schon wieder aus dem Loch verschwunden.

Das Geräusch des eisernen Riegels an der Tür jagte ihr einen solchen Schrecken ein, dass sie die Gänsehaut an ihren Waden fühlen konnte. Sie hatte nichts gehört, nicht das Öffnen der Tür vom Haus drüben, nicht seine Schritte, und auch das kurze, scharfe Pfeifen war ausgeblieben. Aber vielleicht hatte sie es nicht wahrgenommen, weil sie an Onkel Serjoscha und die Sterne gedacht hatte. Sie hörte, wie die Tür sich öffnete und das Stroh unter vorsichtigen Schritten knisterte. Ein paar der Hühner bewegten sich auf der Stange und machten seltsame, harte Geräusche. Es kam jemand auf sie zu, und sie konnte nicht mehr atmen. Die Schritte kamen immer näher, und sie glaubte, im Dunkeln eine Bewegung wahrzunehmen. Als sie hörte, wie ihr Name geflüstert wurde, schossen ihr Tränen in die Augen, denn sie war so erleichtert, dass sie im ersten Moment nichts sagen konnte. Die kleine schlanke Gestalt kam näher, und jetzt konnte sie auch in diesem Licht genug erkennen, um ganz sicher zu sein.

»Nadeschda.«

2

September 2013

Der Wilde Kaiser war bis zur Hälfte in den Wolken verschwunden, und Wolfgang Fahringer dachte an Forrest Gump. Die Scheibenwischer des Audi schafften es selbst auf höchster Stufe nicht, für klare Sicht zu sorgen, und im Film hatte der einfältige Lebenskünstler den Monsun in Vietnam so beschrieben, dass es dort von oben, von der Seite und sogar von unten regnen konnte. Fahringer hatte den Eindruck, das galt heute auch für Tirol. Die Hitze der letzten Tage war von einem so heftigen Gewitter abgelöst worden, wie es nur in den Bergen vorkommen konnte.

Der Kripomann der Polizei St. Johann fuhr langsam und hatte sich leicht nach vorn gebeugt, um besser sehen zu können und den Abzweig nicht zu verpassen. Der Ort lag in einem Waldstück hinter Kössen und hatte keine Adresse, weshalb das Navi nicht zu gebrauchen war.

An der Schreinerei vorbei, dann nach zweihundert Metern rechts ab in den Wald, so hatten die Kollegen es beschrieben. Er kannte die Schreinerei und fand auch den Weg.

Nach einer Kurve leuchtete ihm zuerst der reflektierende Schriftzug des Streifenwagens aus dem Grau entgegen, davor stand das Wohnmobil. Die Kollegen saßen im Auto, der Anrufer auf der Rückbank. Fahringer nahm seinen Schirm, stieg aus, lief zum Streifenwagen und setzte sich hinter den Fahrer.

»Servus.« Er kannte die Kollegen.

»Das ist der Herr Gruber, ihm gehört der Grund und Boden hier«, sagte der auf dem Beifahrersitz, »er hat angerufen.«

»Ja, das stimmt«, sagte Gruber, dem die wenigen verbliebenen Haare am Kopf klebten. »Ich hab den Wagen schon gestern gesehen und mir nichts dabei gedacht. Manchmal fahren die Leute ja irgendwohin, wenn sie müde werden und schlafen wollen, die mit den Wohnmobilen eh. Na, und ruhig ist es da ja. Gestern Abend stand er immer noch dort, und ich habe mal versucht zu öffnen, aber er war verschlossen. Wenn er morgen noch dort steht, hol ich die Polizei, hab ich mir gedacht. Ja, und da stand er heut noch. Ich hab noch bis zum Nachmittag gewartet, bin dann noch mal hin, aber jetzt stand die Tür offen. Da hab ich reingeschaut und hab’s gesehen.«

Fahringer zog sich Latexhandschuhe an, spannte den Schirm auf und ging zum Wohnmobil, das ein rumänisches Kennzeichen hatte. Die Tür war offensichtlich aufgehebelt worden und jetzt angelehnt. Er öffnete sie, und der Tote lag seitlich auf dem Boden. Der Regen hatte das Innere des Wagens noch nicht völlig abkühlen können, und der Fäulnisgeruch war so intensiv und schwer, dass man das Gefühl hatte, man könne ihn anfassen und nach draußen ziehen. Obwohl die Tür längere Zeit offen gestanden hatte, waren noch Fliegen im Inneren. Fahringer sah, dass schon Maden auf der Leiche existierten. Der Tote mochte fünfunddreißig, vielleicht vierzig Jahre alt sein und konnte auch vom Aussehen her ein Rumäne sein. Vor ihm lag ein geöffneter Verbandskasten und blutiges Verbandszeug, in der rechten Hand hatte er eine Kompresse, die ebenfalls blutig war. Fahringer versuchte, nichts mit seiner Kleidung zu berühren, machte einen Schritt vor, merkte sich die Stelle des Tritts und fasste mit Daumen und Zeigefinger den unteren Zipfel des blutigen Hemds. Vorsichtig zog er ihn nach oben und sah die Ursache für das Blut. Auch in zwanzig Jahren Kriminaldienst sah man hier nur selten eine Schusswunde, denn Tirol war nicht Kapstadt, aber dass dies eine war, erkannte Fahringer sofort. Er sah sich um, ob irgendwo eine Waffe zu sehen war. Das alles sah auf den ersten Blick zwar überhaupt nicht nach Selbstmord aus, aber auch dabei hatte er schon die verrücktesten Sachen erlebt, und manche Leute stellten Unmögliches an, um sich umzubringen. Aber er fand nichts.

Vorsichtig verließ er das Fahrzeug und verschloss die Tür.

Einer der Kollegen war ausgestiegen, an seinem Mützenschirm hingen ein paar Tropfen.

»Und?«

»Ihm hat jemand ein Loch in den Bauch gemacht, und ich glaube, wir sollten rausfinden, wer.«

Er nahm das Handy und wählte die Nummer der Mordbereitschaft.

Der Regen war schwächer geworden.

3

September 2013

Jana Goll fuhr den schwarzen Ford rechts ran und parkte am Straßenrand. Steiger beugte sich ein wenig vor und sah im Rückspiegel der Beifahrerseite, dass die beiden Streifenwagen hinter ihnen hielten. Alle stiegen aus und versammelten sich in kleiner Runde auf dem Bürgersteig. Von den Uniformierten kannte Steiger nur Krüger, einen alten Haudegen, dem sich fünfundzwanzig Jahre Nachtdienst im Dortmunder Norden so ins Gesicht geschrieben hatten, dass es selbst im Dämmerlicht eines Herbstmorgens zu sehen war. Die anderen drei waren junge Leute, die er mal im Vorbeigehen auf dem Hof des Präsidiums oder in der Wache gesehen hatte. Aufgefallen war ihm dabei nur die türkische Kollegin.

»Das ist das Objekt.« Jana zeigte auf ein Haus mit grauem Putz, der Zaun war schief, und es fehlten ein paar Elemente. Zwei abgemeldete Autos standen auf einer Grasfläche, die vielleicht mal Rasen gewesen war, und vor der Tür hatte jemand ein paar Schubkarren Bauschutt entsorgt, aus dem schon kleine Grasbüschel wuchsen. »Jochen Konrad soll sich hier seit einiger Zeit aufhalten und auch nachts schlafen, wir haben darauf ziemlich sichere Hinweise von einem Informanten.«

Jana nahm vier Kopien eines Fotos aus ihrer Klappmappe und gab jedem der anderen eine. Steiger lächelte still. Jeder andere hätte ein Foto dabeigehabt und es gezeigt. Sie war jetzt drei Jahre beim Einsatztrupp, fuhr meistens mit ihm, und ihre Sorgfalt war ihm von Anfang an aufgefallen. Die Besprechung und die Organisation solcher Aktionen überließ er seit längerer Zeit schon ihr, nicht nur weil er ihr vertraute, sondern weil sie noch alles vor sich hatte und weil er ihren Ehrgeiz akzeptieren konnte, denn sie lebte ihn mit Respekt und nicht gegen andere.

»Das Foto ist von einer ED-Behandlung vom April 2012, also etwa ein gutes Jahr alt, und unser Informant sagt, dass er noch so aussieht. Konrad hat drei Haftbefehle offen über insgesamt vier Jahre, unter anderem wegen Einbruch. Gewalttätig ist er nicht, davon steht jedenfalls nichts in der Akte, ist aber schon mal bei einer Vernehmung abgehauen und hat es bei einer anderen mit Sprung aus dem ersten Stock versucht. Hat also einen schnellen Schuh, der Junge, darum auch eure Unterstützung, für die ich mich schon mal bedanken möchte.«

Zwei der jungen Kollegen nickten.

»Ich hätte gern einen Hund dabeigehabt, war aber leider nicht möglich heute Morgen. Wenn wir ihn mit einer Frau antreffen, ist das eine Ina Meier, mit der ist er seit einiger Zeit zusammen, wie der Informant sagt.« Steiger sah, dass Krüger kurz die Augenbrauen zusammenzog. »Die ist einundvierzig, hat mal hier und mal dort gewohnt und hat keine Erkenntnisse bei uns. Sonst dürfte niemand im Haus sein.« Jana sah kurz auf die Uhr. »Zehn nach sechs, ich schlage vor, zwei von euch postieren sich jeweils hinten an den Hausecken, einer an der Eingangstür. Steiger und ich gehen von der Seite ins Haus, es soll nämlich einen Seiteneingang geben, der nicht verschlossen ist. Darum hätten wir dich, Sven …«, Sven nickte kurz, »… gern bei uns, falls er doch Ärger machen sollte, was nach Aktenlage eigentlich nicht zu erwarten ist, sagte ich schon. Noch Fragen.«

»Sind Tiere im Haus«, fragte Krüger mit einer Stimme, die noch nicht ganz wach klang.

»Ach, ja, danke.« Jana tippte sich mit dem Finger gegen die Stirn. »Soweit der Informant wusste, sind keine Tiere, also auch kein Hund, im Haus.«

Allgemeines Nicken, alle gingen los.

Als Steiger, Jana und der junge Kollege, den sie Sven genannt hatte, vor der Seitentür standen, wartete er noch einen Moment, damit alle ganz sicher an ihrem Platz waren, wechselte noch kurz einen Blick mit seiner jungen Kollegin und drückte dann sacht die Klinke nach unten.

Auch wenn er ihr sonst vieles überließ, in solchen Situationen ging er vor, was nicht nur an den vierundzwanzig Jahren lag, die sie trennten. Er hatte nie in seinem Leben ein Bedürfnis nach eigenen Kindern gehabt, auch in den wenigen Jahren seiner Ehe nicht. Bei Jana hatte er sich letztens bei der Vorstellung erwischt, wie es wäre, eine solche Tochter zu haben. Er fand das Gefühl nicht unangenehm, was ihn wunderte.

Er schaltete seine Taschenlampe an und öffnete die Tür. Den Lichtschalter fand er gleich rechts, und die Windungen einer Sparbirne in einer Plastikfassung warfen weißes Licht in einen schmalen Flur. Steiger sah, dass davon drei Türen abgingen.

»Hier ist die Polizei!« Sie hatten vorher nur geflüstert, deshalb wirkte Steigers Stimme nun wie ein Nebelhorn. »Jochen Konrad, hier ist die Polizei, wir kommen jetzt rein.«

Steiger ging langsam vor, die beiden anderen hatten ihre Waffe in der Hand. Irgendwo waren Geräusche zu hören. Die erste Tür links war angelehnt, Steiger drückte sie auf und blickte in eine verdreckte Küche. Die Geräusche wurden lauter, und sie hörten Stimmen, die flüsterten. Kurz bevor er die nächste Tür erreichte, wurde diese von innen einen Spalt geöffnet.

Steiger machte zwei schnelle Schritte und öffnete die Tür mit einem Ruck ganz. Jochen Konrad stolperte zurück ins Dunkel des Zimmers. Er trug Unterhose, ein BVB-T-Shirt und hatte ein verquollenes Gesicht.

»Guten Morgen, Herr Konrad, Adam, Kripo Dortmund.« Obwohl nur ein Streifen seines Gesichts zu sehen gewesen war, hatte Steiger den Mann vom Foto sofort erkannt. Die beiden anderen standen links und rechts von ihm und hielten die Waffe vor der Brust. Jana drückte ein paarmal den Lichtschalter, aber nichts tat sich.

»Was soll denn der Scheiß?« Konrad strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, die Frau im Bett setzte sich aufrecht hin, auch sie im BVB-T-Shirt. Trotz des Dämmerlichts fielen Steiger ihre unruhigen Augen auf. Sven ging an Konrad vorbei und knipste die Nachttischlampe an, die es nicht viel heller machte.

»Was der Scheiß soll? Sie sind festgenommen, weil Sie mehrere Haftbefehle offen haben.« Steiger sagte es ganz ruhig und behielt die Frau im Auge, aber Jana war schon bei ihr und zog die Bettdecke weg. »Ich denke, die ganz große Überraschung dürfte das aber für Sie jetzt nicht sein, Herr Konrad, oder?«

Steiger kannte diese Situation, es war, als vibriere etwas in der Luft, denn er wusste, dass sich in Konrads Kopf wahrscheinlich grad alles überschlug, um vielleicht doch noch eine Möglichkeit zu finden, die nur noch jetzt, in diesen nächsten Sekunden existierte, darum musste man aufpassen.

Die Frau verließ das Bett und wollte durch eine schmale Tür neben dem Schrank verschwinden.

»Halt!« Jana hielt sie zurück.

Die Frau blieb stumm, aber von ihr ging selbst dann eine Unruhe aus, wenn sie nur dastand, fand Steiger. Ihm fiel auf, dass sie nie jemanden ansah.

Im Nebenraum klappten Schranktüren, und Schubladen wurden auf- und zugeschoben.

»Bitte«, sagte Jana, als sie fertig war, und ließ Ina Meier an sich vorbei eintreten.

Sven gab den dreien draußen per Funk Bescheid, dass die Lage im Griff war.

»So, Herr Konrad, ich schlage vor, Sie packen ein paar Unterhosen und die Zahnbürste ein, damit das heute noch was wird«, sagte Steiger. »Die Haftbefehle zeigen wir Ihnen dann auf der Dienststelle.«

Die Kollegen von draußen waren hereingekommen, Krüger und der andere junge Mann unterhielten sich im Flur, die junge Türkin trat ins Zimmer und drückte auf den Lichtschalter.

»Kannst du vergessen, haben wir auch schon probiert«, sagte Sven und steckte seine Waffe ins Holster.

Etwas träge zog sich Konrad ein BVB-Sweatshirt über den Kopf, stieg in seine Jeans und ohne Strümpfe in ein Paar Puma-Turnschuhe. Er kramte unter dem Bett eine Tasche hervor und stopfte ein paar Klamotten aus dem Schrank hinein. Als er ins Bad wollte, kam die Frau ihm entgegen. Sie hatte sich angezogen und trug jetzt ein weites Hemd und eine Jeans.

Konrad machte eine schnelle Bewegung, zu schnell für Steiger, der grad noch verhindern konnte, dass die Badezimmertür geschlossen wurde.

»Keine Zicken, Meister, okay, aber wenn es nicht anders geht«, sagte er, hielt Konrad am Arm fest und drehte sich um. »Hast du mal ’ne Acht?«

Sven löste seine Handschellen vom Gürtel und kam auf Steiger zu. Die Frau hatte die ganze Zeit ihren Platz nicht verlassen und mit verschränkten Armen und gesenktem Blick dagestanden. Als Sven an ihr vorbeiging, löste sie ihre Arme, und Steiger sah das Messer sofort.

»Sie hat ein Messer, verdammt, pass auf, sie hat ein Messer!«, schrie er, aber es war zu spät. Mit einer schnellen Bewegung stach sie zu und erwischte den jungen Kollegen oberhalb der Gürtelschnalle. Sven schrie, schlug den Arm mit dem Messer weg, traf die Frau mit der anderen Faust am Kopf und fiel dann rückwärts aufs Bett. Die anderen stürzten sich auf die Messerstecherin, was Steiger kaum wahrnehmen konnte, weil Konrad versuchte, ihn wegzustoßen. Er trat und schlug sich frei und wollte das Badezimmerfenster öffnen. Steiger erwischte in mit zwei Geraden am Kopf, einem Haken auf den Körper und begrub ihn unter sich.

»’ne Acht, schnell, ’ne Acht!«, brüllte er und drückte Konrads Kopf nach unten.

Die junge Türkin kam, drehte Konrad den Arm nach hinten und schloss die Handschelle um sein Handgelenk.

Steiger sah sich um, zerrte kurz zur Prüfung mit aller Kraft an der Heizung und schloss dann den zweiten Bügel um das Rohr.

Sven lag auf dem Bett, Jana und Krüger hatten die Wunde freigelegt, es sickerte sacht Blut heraus.

»Verdammte Scheiße.« Sven versuchte, den Kopf zu heben und die Wunde anzusehen.

»Bleib unten«, sagte Krüger, und Steiger fiel die Ruhe auf, mit der er sprach. »Der Notarzt ist unterwegs, Svenni, versuch, ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen. Wir kriegen das hin.«

Die junge Türkin sprach am Handy mit der Leitstelle, der andere Kollege hatte die Frau gefesselt und kniete auf ihr.

Steiger sah sich die Wunde an. Sie hatte ihn unterhalb der Schutzweste erwischt, der Schnitt war vielleicht vier Zentimeter breit und blutete wenig. Aber Steiger wusste, dass bei Bauchstichen die inneren Blutungen das größere Problem waren.

Sven starrte zur Decke, versuchte, Krügers Rat zu befolgen, aber das Beben in seinem Atem war deutlich zu hören.

Erst ganz leise, dann immer deutlicher war ein Martinshorn zu vernehmen, und alle erkannten am Ton, dass es kein Streifenwagen war.

»Das ist der Arzt, Svenni, wir kriegen das hin«, sagte Krüger.

Steiger ging nach draußen, um sie durch den Seiteneingang zu lotsen.

4

Steiger fragte sich, ob es ihr Weinen war, weil er auch das nicht kannte. In den gut drei Jahren, die sie jetzt im Einsatztrupp war, hatte er Jana nie weinen sehen, auch nach den wirklich harten Einsätzen nicht. Es war etwas anderes in ihrem Gesicht, was ihn berührte, weil er es noch nie bei ihr wahrgenommen hatte. Er konnte es nicht genau benennen, aber es hatte etwas mit Verlust zu tun, sie schien bei der Aktion etwas verloren zu haben.

»Die irre Ina, ich hätte es wissen müssen!« Krüger hatte die Hände in den Taschen, sah aus dem Fenster und schüttelte den Kopf.

Die Türkin und der zweite junge Kollege saßen wortlos auf der Schreibtischkante.

»Und warum hast du dann nichts gesagt?« Es kam vorwurfsvoller heraus, als Steiger es wollte.

»Na, weil sie gesagt hat, die Frau hätte keine Erkenntnisse bei uns.« Krüger drehte sich um, zeigte mit dem ausgestreckten Arm auf Jana und sah Steiger an. »Okay, ist es jemand anderes, hab ich mir gedacht, kann ja bei dem Namen gut möglich sein. Weiß der Teufel, wie viele Ina Meiers es gibt.« Er steckte die Hand in die Tasche und ging wieder ans Fenster.

»Und wer ist die irre Ina?«, fragte Steiger.

»’ne völlig Verrückte.« Er drehte sich wieder um. »Du bist lange genug dabei, Steiger, du kennst doch diese Typen. Wir haben den ganzen Tag mit Durchgeknallten zu tun. Viele von denen sind harmlos, und Ina Meier ist auch keine große Kriminelle, die macht nur Kleinscheiß, Ladendiebstahl und so, aber bei der Polizei sieht die sofort rot. Die hat echt nicht alle Tassen im Schrank und die ist extrem link. Mir hat sie mal vor Jahren in den Streifenwagen gepisst, als wir sie festgenommen haben, nur aus Protest, und das geht sogar noch, die beißt nämlich auch, wenn nichts anderes mehr geht.« Erneut drehte er sich zum Fenster und wurde wieder ruhig. »Ich habe einfach gedacht, es wäre jemand anders, Mann. Aber schon richtig, als Jana den Namen sagte, hätte ich es wissen müssen, verdammt, und hätte auch was sagen müssen.«

»Nein, hört auf damit.« Es war das Erste, das Jana sagte, seit sie zusammensaßen. »Es ist meine Sache.« Sie sah erst Steiger an und dann Krüger, der sich wieder umgedreht hatte. »Ich habe es vorbereitet, ich habe die Personen abgefragt, also habe ich auch die Verantwortung, völlig egal, was genau schiefgelaufen ist. Ich allein habe einen Fehler gemacht und niemand anders.«

Steiger überlegte, ob er etwas dazu sagen sollte, dass es ja auch seine Sache gewesen sei und er vorher hätte nachfragen können, dass man doch ein Team sei und darum auch gemeinsam die Verantwortung trage, aber er hatte das Gefühl, dass es vielleicht das war, was Jana jetzt am wenigsten brauchte, und ließ es.

Die Tür ging auf, und Gisa Kracht kam herein. Die Chefin des Einsatztrupps hatte ein paar Blätter Papier in der Hand und setzte sich wortlos so neben Jana, dass sich ihre Beine berührten. Nach einer Weile wandte sie den Kopf.

»Es war ein Zahlendreher«, sagte sie und hob die Papiere ein wenig in die Höhe. »Das Computerprotokoll ist eindeutig. Du hast letzte Woche alle Personen abgefragt. Ina Meier ist am 03.04.1971 geboren. Du hast 04.03.1971 eingegeben.«

Jana nickte stumm, ohne ihre Chefin anzusehen, und für einen Moment war nur das Ticken der Dortmunder-Union-Uhr über der Tür zu hören.

Das Telefon klingelte, und Gisa Kracht nahm ab.

»Kracht.«

Sie nickte ein paarmal, räusperte sich bestätigend und blickte nach einer Zeit einmal in die Runde, weil mittlerweile jeder sie ansah. Sie bedankte sich und legte auf.

»Das war Czerwinski aus dem Krankenhaus.« Sie lächelte. »Der Kollege hat Glück gehabt, großes Glück, wie der Arzt sagte. Es besteht keine Lebensgefahr. Sie haben ihn operiert, und es ist alles gut gelaufen. In ein paar Wochen macht er wieder Dienst.«

Jana blickte ihre Chefin an und zitterte am ganzen Körper. Steiger sah, dass sie versuchte, die Tränen zu kontrollieren, aber es gelang ihr nicht.

Die Tür ging auf, und ein uniformierter Kollege von der Wache steckte seinen Kopf herein.

»Hier seid ihr. Wir haben vier Einsätze offen, Leute, einer davon ein Unfall mit Verletzten … Braucht ihr noch lange?«

»Nein, nein, wir kommen«, sagte Krüger.

Die drei Jungen erhoben sich sofort und folgten ihrem Wachhabenden zügig, Krüger nahm seine Jacke vom Stuhl und ging als Letzter. Neben Jana blieb er stehen und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

»Ich bin jetzt achtundzwanzig Jahre dabei, Jana, und in diesen Jahren ist mir so was zweimal genauso passiert. Aber ich hab dabei einfach Schwein gehabt.«

Jana sah ihn an und nickte wortlos.

Steiger sah, wie Krüger noch einmal ihre Schulter drückte und ein Lächeln versuchte. Dann folgte er den anderen.

5

Nachdem Helga die zwei Bier hingestellt hatte und gegangen war, wurde Steiger klar, dass er sich überschätzt hatte. Es entstand eine Pause, die mit Worten gefüllt werden wollte, aber er wusste nicht, mit welchen. Vorsichtig tippte er ihr Glas mit seinem an, und Jana nippte ein wenig am Schaum.

Aus den Boxen ertönte WDR 4, und Steiger war klar, dass das der Wunsch des Bootsmanns gewesen war, der neben dem Vorstopper und einem Mann, den Steiger hier noch nie gesehen hatte, der einzige Gast um diese Mittagsstunde war. Und so hörte er jetzt den Schlager einer Frau, die davon sang, mit ihrem Geliebten höher zu fliegen, aber auf einen besetzten Himmel zu treffen.

Jana starrte wieder in ihr Bier, schob das Glas ein wenig hin und her, und Steiger wusste nicht mehr, ob es eine gute Idee gewesen war, sie mit in den »Totenschädel« zu nehmen. Aber sie einfach allein nach Hause gehen zu lassen hatte er für die schlechtere Lösung gehalten. Er wünschte sich, Batto wäre jetzt da, nicht nur weil der mal für ein paar Jahre einen Job hatte, bei dem er Kollegen nach solchen Geschichten psychologisch betreute, er hatte auch sonst mehr Talent, den Menschen ein gutes Gefühl zu geben, gerade in solchen Situationen. Aber Battos Tour hatte Spätdienst, und so würde er ohne seinen Freund auskommen müssen.

»Er wird wieder gesund, das ist doch das Wichtigste«, sagte er endlich. »Und du hast doch gehört, was Krüger gesagt hat. Jedem passiert mal so was.«

Sie schnaufte ein wenig, ohne ihn anzusehen. »So was nicht. Ist dir das schon mal passiert?«

Einen Moment suchte er nach einer anderen Antwort, fand aber keine. »Nein, genau so jetzt nicht, aber viele andere Sachen.«

»So? Was denn für andere Sachen?«

»Ich hab einmal fast einen Kollegen erschossen, hab es erst im letzten Moment gesehen, da war ich nicht viel älter als du. Wir hatten Täter am Werk in einer Möbelfirma. Als wir kamen, bin ich durchs Einstiegsfenster rein und mit gezogener Waffe durch die Räume. In einem der Lagerräume ging das Licht nicht, es war ziemlich dunkel, und ich habe eine Gestalt auf mich zukommen sehen. Erst im letzten Moment habe ich gemerkt, dass es ein Kollege war, der auf der anderen Seite durch das Ausstiegsfenster rein war. Wir wussten nichts voneinander, weil der Zwei-Meter-Funk mal wieder nicht ging.«

Sie hatte ihn die ganze Zeit nicht angesehen, aber jetzt.

»Aber es ist nichts passiert. Siehst du, das meine ich. Sven liegt aber ganz real mit einem Loch im Bauch im Krankenhaus, das ist ein Unterschied, Steiger. Siehst du das nicht?«

Steiger hatte sein Bier ausgetrunken, und Helga stellte ihm ein neues hin.

»Und bei dir alles klar, Helga?«, fragte Steiger dankbar, als sie ihm den Strich auf den Deckel schrieb.

Sie blieb stehen und hielt einen Moment inne. »Wenn du mich schon so fragst: Ja, heute ist wieder alles klar.«

Steiger zog die Stirn in Falten.

»Ich habe einen Tumor im Darm, haben sie mir letzte Woche nach einer Untersuchung gesagt. Seit heute Morgen weiß ich, dass er gutartig ist. Nur raus muss das Ding irgendwann.«

»Noch mal Schwein gehabt, was?«

»Ja, noch mal Schwein gehabt, das kannst du laut sagen. Hab ’ne ziemliche Scheißwoche hinter mir. Gibt doch nichts Schlimmeres als die Ungewissheit.«

Sie ging wieder hinter die Theke und steckte sich eine Zigarette an.

Jana hatte Helga hinterhergeblickt, starrte jetzt aber ins Leere. Im Radio sang jemand vom blauen Meer.

»Und Sven wird eben auch wieder gesund, man kann es nicht oft genug sagen.«

»Ja, das Loch nähen sie ihm wieder zu, schon klar. Aber was ist mit seinem Kopf? Vielleicht kann er nie wieder Dienst machen, Steiger, weil er ab jetzt Angst hat in solchen Momenten, er wäre nicht der Erste.«

Steiger wusste, dass sie recht hatte.

»Ich kann dich doch verstehen, Jana, ich kann doch verdammt verstehen, wie es dir jetzt geht. Dauert vielleicht auch noch ’ne Weile, aber irgendwie kriegt man immer die Kurve. Vielleicht hilft es dir, wenn du ihn besuchst.«

Sie sah ihn ganz plötzlich an, als habe er etwas Verbotenes ausgesprochen.

»Und wenn er mir Vorwürfe macht?«, sagte sie nach einer Weile.

»Ja, vielleicht tut er das, aber dann weißt du es. Und schlimmer als deine eigenen sind die auch nicht, da sei man sicher.«

»Ich habe Angst«, sagte sie.

»Ja, klar, hätte ich auch. Aber manchmal sind es die Dinge, vor denen wir Angst haben, die uns helfen. Is’n bisschen wie beim Zahnarzt. Und es geht doch nicht nur um Sven, du musst doch auch deinen Kopf wieder in Ordnung kriegen, oder?«

Er stieß noch mal mit ihr an, und jetzt nahm sie einen kleinen Schluck.

6

Volker Schwarz hatte keine Ahnung, wo er war.

Obwohl sein Bein mittlerweile höllisch wehtat, war er gerannt, aber er hatte weder auf die Richtung geachtet, noch wusste er, wie lange. Jetzt humpelte er durch eine Straße, die aussah wie alle Straßen in allen Städten, in denen Menschen ihre Autos vor Häusern parkten, in denen sie lebten. Er versuchte, etwas wiederzuerkennen, denn er wusste auch nicht, wo sein Auto stand, was noch schlimmer war.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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