Neues Leben. Die Bibel – Neues Testament -  - ebook

Neues Leben. Die Bibel – Neues Testament ebook

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Opis

Neben der modernen und beliebten Neues-Leben-Übersetzung des Neues Testaments enthält diese günstige NT-Ausgabe mit einem frischen Luft- ballon-Motiv auch einen 16-seitigen Sonderteil, der zum Glauben inspirieren möchte.

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Neues LebenNeues Testament

 

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Bestell-Nr. 225.190

ISBN 978-3-417-22000-1 (E-Book)ISBN 978-3-417-25190-6 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book:Satz & Medien Wieser, Stolberg

© Copyright der amerikanischen Originalausgabe:Holy Bible, New Living Translation, copyright © 1996 by TyndaleHouse Foundation, Carol Stream, Illinois, USA. All rights reserved.

© Copyright der deutschen Ausgabe 2002, SCM-Verlag,WittenAusgaben 2002 bis 2008 bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KGAusgaben seit 2009 bei SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG

Website: www.scm-brockhaus.deE-Mail: [email protected]

1. Auflage 2011Umschlaggestaltung: Provinzglück GmbH | www.provinzglueck.comSatz: Satz & Medien Wieser, Stolberg

... da wird auch dein Herz sein.

»Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.«

Was dich am meisten fasziniert, was deine Augen leuchten lässt – davon wird auch dein Herz hingerissen sein. Und dafür wirst du alles geben.

Das ist fast ein Naturgesetz. Jeder wird es schon einmal erlebt haben: Wo man mit ganzem Herzen dabei ist, vergisst man Zeit und Stunde. Den einen passiert es beim Sport, mitten in einem heißen Match. Anderen, wenn sie kreativ werden können: ein Instrument spielen oder etwas malen. Wieder anderen, wenn sie etwas Technisches austüfteln. Mitgerissen, mit einer Herzenssache befasst: Da gibt man alles.

Für diese menschliche Art hat Jesus einmal zwei Beispielgeschichten erzählt:

»Das Himmelreich ist wie ein Schatz, den ein Mann in einem Feld verborgen fand. In seiner Aufregung versteckte er ihn wieder und verkaufte alles, was er besaß, um genug Geld zu beschaffen, damit er das Feld kaufen konnte - und mit ihm den Schatz zu erwerben!

Das Himmelreich ist auch vergleichbar mit einem Perlenhändler, der nach kostbaren Perlen Ausschau hielt. Als er eine Perle von großem Wert entdeckte, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte die Perle!«

(Die Bibel: Matthäus 13,44-46)

Ja, es stimmt: »Wo dein Reichtum ist, da ist auch dein Herz.« Auch das hat Jesus gesagt (Die Bibel: Matthäus 6,21).

Das Herz – was ist das?

Es ist klar: »Herz« ist mehr als dieser unermüdliche Muskel, der 70 Mal in der Minute arbeitet, hunderttausend Mal am Tag, fast 37 Millionen Mal im Jahr. Unsere Sprache verrät, dass wir mit »Herz« mehr meinen: nämlich den ganzen Menschen.

Kennen Sie jemanden, der etwas »beherzt« getan hat? Wahrscheinlich war das etwas Mutiges, womöglich ist er auch ein Risiko eingegangen. Er hat sich voll und ganz investiert.

Wenn ich meine Frau »herze«, dann ist das eine emotionale Sache, aber es ist weit mehr als eine Gefühlsangelegenheit. Es geht durch und durch. Wenn wir genug Zeit haben, durch jede Faser des Körpers ...

»Herzensangelegenheiten« sind also – so zeigt es schon unser Sprachgebrauch – weit mehr als sentimentale Dinge. In der Sprache und Denkwelt der Bibel ist das übrigens genauso. Im »Herzen« entsteht nach biblischem Denken die Willensbildung des Menschen. Die Lebensrichtung formt hier aus. Herz ist Sitz von Einsicht und Verständnis. Und auch der Ort, wo Beziehungen beginnen: Man kann sein Herz öffnen oder verschließen.

Mit ganzem Herzen

»Wo dein Reichtum ist, da ist auch dein Herz.« Schauen Sie sich einmal um. Wo würden Sie spontan Reichtum entdecken? Zunächst könnte man an die Luxusvilla denken oder an den roten Sportwagen ... aber ist woanders nicht noch größerer Reichtum zu finden? Wenn Sie nach Üppigkeit suchen, verschwenderischer Fülle – schauen Sie einmal in die Natur. In Gottes Schöpfung. Ist sie nicht ein Schatz des Schöpfers? Egal ob man der Urlaubs-Typ »Alpengipfel« oder »skandinavischer Fjord« oder »Karibikinsel« ist – viele sprechen von solchen Orten als einem »Urlaubsparadies«. Und zitieren damit, ob sie es wissen oder nicht, die biblische Schöpfungsgeschichte, aus der die Vorstellung vom »Paradies« ja kommt. Tatsächlich ist die Schöpfung eine Perle, ein Schatz des Schöpfers.

Die Schöpfung, ein Schatz – also ist da auch Gottes Herz. Als Gott den Kosmos schuf, war er mit ganzem Herzen dabei. Auch als er jeden einzelnen Menschen schuf, hat er jedes Mal sein ganzes Herz hineingelegt.

Was für eine Absicht er dabei gehabt hat? Dass die Geschöpfe – wir – es genießen!

»Immer gab es etwas, das an Gott erinnern sollte; so schenkte er euch Regen und gute Ernten, Nahrung und fröhliche Herzen.«

(Die Bibel: Apostelgeschichte 14,17)

Gott wollte Genießer! Der die Schöpfung so üppig ausgestattet hat, muss genussfähige Geschöpfe beabsichtigt haben. Was er mit ganzem Herzen schuf, sollte wiederum unsere Herzen berühren.

Klangraum für die Ewigkeit

Unser Auge soll ganz vordergründig auf den Reichtum der Schöpfung fallen und zu leuchten beginnen. Und gleichzeitig dahinter blicken. Den Schöpfer suchen.

Auch dafür ist unser Herz gemacht:

»Gott hat die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt«

(Die Bibel: Prediger Salomo 3,11).

Unsere Herzen sind Klangraum für die Ewigkeit.

Erinnern Sie sich noch einmal an Momente, wo Sie mit ganzem Herzen dabei sind ...

Sport, Kunst, etwas austüfteln ... zu allermeist sind das ja schöpferische Momente. Sie schaffen etwas und machen es – in kleinem Maßstab – so wie unser großer Schöpfer. Ziele, für die Sie sich begeistern ... wenn dafür Ihr Herz schlägt, ist das ein fernes Echo von Gottes Herzschlag! Ist das nicht eine großartige Auszeichnung? Gott würdigt uns, schöpferisch zu sein. Verantwortung zu tragen. Frei zu Entscheidungen zu sein.

Abgründe des Herzens

Die Welt wäre makellos wie am ersten Tag, wenn wir Menschen dieser Würde gewachsen wären. Aber wenn wir uns umschauen, sehen wir ja nicht nur überwältigende Natur. Sondern auch die Spuren der Zerstörung. Wir sind keine Menschen, die nur von Glück erfüllt sind. Sondern auch solche, die wütend werden und imstande sind zu hassen.

»Der Mensch ist ein Abgrund: Es schwindelt einen, wenn man hinab sieht.« So hat es der Dichter Georg Büchner in seinem Drama »Woyzeck« geschrieben. In dieses Drama spielen viele Figuren mit, Täter und Opfer – und die beiden Hauptpersonen sind beides zugleich. Abgründe hat jeder Menschen in sich: der, der Gewalt zufügt und auch der, der gedemütigt wird.

Der Schauspieler Tom Schilling hat in einem Film aus dem Jahr 2010 den jungen Adolf Hitler verkörpert – und sich selbst dabei auch mit dem »bösen Potential in uns allen« auseinandergesetzt. Ob er selbst in sich auch dieses böse Potential spüre? »Natürlich, klar. Wir alle sind missgünstig, neidisch, an machen Tagen auch versteckt böse. Aber das sind Charakterzüge, die man einzudämmen versucht und kontrollieren möchte, weil man halt Mensch ist und Mensch sein will.« (Tom Schilling)

Von solchen Abgründen des Herzen hat auch Jesus gesprochen, als er meinte: »Denn von innen, aus dem Herzen eines Menschen, kommen böse Gedanken wie Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier ...« (Die Bibel: Markus 7,21-23).

Wohl keiner kann sich davon freisprechen: Wir sind zerrissen. Unsere Herzen sind empfänglich für die Ewigkeit und doch setzt sich hier auch Gleichgültigkeit und Hass fest.

Was geht in Gottes Herzen vor?

Einen Gott, der seine Menschen mit Herzblut geschaffen hat, kann das nicht gleichgültig lassen. Wie sieht es da wohl in seinem Herzen aus?

Wenn menschliche Eltern mit ansehen, wie ihr Kind sich zerstört, zum Beispiel durch Drogen oder destruktive Beziehungen: das schmerzt tief. Trauer, aber auch Zorn sind da. Zorn vielleicht auf das Kind, das sein Lebensmöglichkeiten zu verspielen scheint. Zorn aber wohl noch mehr auf diese zerstörerischen Kräfte, die da gerade wirksam sind.

Wenn Gott zornig ist, dann ist das kein unkontrollierter Jähzorn. Sondern dahinter steckt der Schmerz, dass Menschen sich selbst oder sich gegenseitig kaputt machen. Sie hatten so viel Potenzial, es hätte so gut sein können ... wenn man stattdessen den Ist-Zustand sieht, dann weckt das Trauer und Zorn – auch in Gott.

Aber das Herzblut, mit dem er seine Geschöpfe schuf, hat er dabei nicht vergessen. Auch Gott muss zerrissen sein im Herzen: hin- und hergerissen zwischen Liebe, Trauer, Zorn und Hoffnung.

Kampf im eigenen Herzen

Die Bibel wagt an dieser Stelle eine ihrer kühnsten Aussagen: Gott trägt dem Kampf zwischen Zorn und Liebe in sich selbst aus; in seinem eigenen Herzen. Ein Prophet aus alter Zeit namens Hosea hat Gottes Gedanken so beschrieben:

»O, wie könnte ich dich aufgeben? Wie könnte ich dich im Stich lassen? Wie könnte ich dich preisgeben und zerstören? Schon bei dem Gedanken daran bricht mir das Herz, und ich empfinde tiefstes Mitleid für dich. Ich will meinem glühenden Zorn nicht nachgeben. Ich will nicht noch einmal vernichten, denn ich bin Gott und kein Mensch. Ich bin der Heilige, der mitten unter euch wohnt, und ich will nicht voller Zorn über euch herfallen.«

(Die Bibel: nach dem Propheten Hosea 11,8)

»Es bricht mir das Herz!« Was für ein Gott, der das von sich sagt! Im Kampf zwischen Liebe und Zorn wird der Zorn schließlich überwunden. Die Liebe siegt. Aber um welchen Preis? Den eines gebrochenen Herzens. Genau dies ist die Art Gottes, heilig zu sein: indem er den Kampf in sich austrägt und dem Zorn nicht das letzte Wort gibt. »Denn ich bin Gott und kein Mensch! Der Heilige!«

Menschlich wäre es, innere Kämpfe nach außen zu tragen. Eigene Konflikte anderen anzuhängen, eigene Unvollkommenheiten anderen aufzubürden. Vermutlich sind kennen Sie Streitigkeiten, in die Sie verwickelt wurden und genau spürten: Das hat mit Ihnen nichts zu tun. Da ist jemand anderes mit sich selbst nicht im Reinen.

Gott sei Dank, dass Gott es anders macht! Er hält den Kampf im eigenen Herzen aus.

Alles gegeben

Wenn man mit ganzem Herzen dabei ist, gibt man alles. Erinnern Sie sich noch an die Beispielgeschichte vor Jesus dafür?

»Das Himmelreich ist vergleichbar mit einem Perlenhändler, der nach kostbaren Perlen Ausschau hielt. Als er eine Perle von großem Wert entdeckte, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte die Perle!«

Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Das Herz dieses Händlers war restlos der Perle verfallen: Also gab er alles dafür.

Diese Beispielgeschichte passt ausgezeichnet auf Gott selbst! Um seine »Perlen« zurückzugewinnen – seine kostbaren Geschöpfe, für die sein Herz schlägt –, hat er alles gegeben. Von Jesus Christus glauben seine Nachfolger, dass er das Liebste war, das Gott hatte. Der Sohn seines Herzens. Der eine Mensch, der nicht von Gleichgültigkeit betäubt oder vom Hass zerfressen war.

Den gab Gott in diese Welt hinein. Den hat er sich vom Herzen gerissen. Mit vollem Risiko. Und das größte anzunehmende Unglück passierte dann auch: Man brachte ihn grausam um (Nachzulesen zum Beispiel in Matthäus 27,27).

Gott ging dieses Risiko sehenden Auges ein. Er gab alles – weil es ihm wie dem Kaufmann ging, der seine Perle unbedingt bekommen wollte.

Schlussfolgerung: Wer ist Gottes Perle?

Seine Geschöpfe! Seine Menschen! Jede und jeder von ihnen. Sie. Ich.

Herzverpflanzung

Schmerzen hinterlassen Spuren. Manchen Menschen sieht man es an ihren Gesichtszügen an, dass sie gezeichnet sind von irgendeinem Schmerz. Wenn Gott den Kampf zwischen Zorn und Liebe in sich selbst ausgetragen hat, dann muss sein Herz irgendwie Narben davongetragen haben.

Wenn wir Menschen zerrissen sind zwischen Ewigkeit und dunklen Abgründen – dann trägt auch unsere Seele Spuren. Kann da wieder etwas gesund werden?

Die Bibel enthält ein großartiges Versprechen von Gott:

»Ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.«

(Die Bibel: Der Prophet Hesekiel 36,26)

Dieses Versprechen reißt den Horizont auf zu einer neuen Möglichkeit: Unser Herz kann seine eigentliche Bestimmung wiedergewinnen, nämlich Anlegestelle für Gott zu sein. Wo durch lebendige Herzen wieder Gottes Geist pulsiert, da löst sich die Versteinerung und Hass taut weg.

Einzugstermin

Jesus Christus hat genau dies seine Lebensbestimmung genannt: Menschen zu heilen, deren Herz zerbrochen oder zerrissen ist. Nun heilt Jesus aber nicht so wie ein Arzt, der eine Behandlung ausführt oder eine Medizin verabreicht – und selbst doch auf Abstand bleibt. Bei Jesus ist es so, dass der Heiler selbst zur Heilung wird.

Einer der frühen Denker der Christenheit, Paulus, sprach davon, »dass Christus durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt« (Die Bibel: Epheserbrief 3,17). Mit anderen Worten: Der Moment, in dem ich mein ganzes Vertrauen auf Jesus Christus setze, der wird zum Einzugstermin: Sein Geist nimmt seinen Wohnsitz in mir.

Beherzt beten

Ein mutiges Gebet ist ein gut geeigneter Weg, um der Versteinerung des Herzens zu entkommen. Aus den vielen Gebeten der Bibel bietet sich zum Beispiel dieses an:

»Gib mir meine Freude zurück und lass mich wieder fröhlich werden, denn du hast mich zerbrochen.

Sieh meine Sünde nicht mehr an und vergib mir meine Schuld. Gott, erschaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist.

Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.«

(Die Bibel: Psalm 51,10-13)

Wie das so ist mit beherzten Taten: Sie erfassen einen ganz, sie berühren weit mehr als nur das Gefühl. Ein beherztes Gebet wie dieses ist genauso: Es wirkt sich auf das komplette Leben aus. Als ob man alles auf diese eine Karte gesetzt hätte.

Als ob man – wie ein Perlenhändler – alles gegeben hätte, um die eine Perle zu bekommen ...

Ulrich Wendel

Einführung

Die »Neues Leben«-Bibel

Die »Neues Leben«-Bibel ist ideal für Menschen auf der Suche nach einer Bibel, die in heutigem Deutsch geschrieben ist und sich gleichzeitig nah am Grundtext orientiert. Lebensnah, leicht verständlich und doch sachlich und inhaltlich zuverlässig – das sind die Haupteigenschaften dieser Bibelübersetzung.

Dem Neuen Testament liegt das »Novum Testamentum Graece« in der Bearbeitung von Nestle und Aland u. a. als Basistext zugrunde. Ein Expertenteam aus Theologen und Übersetzern/Lektoren hat in intensiver Zusammenarbeit den biblischen Grundtext so übersetzt, dass die Gedanken des Originaltextes möglichst genau wiedergegeben werden und dennoch dem heutigen Sprachgebrauch angepasst sind.

Die Bibel zum Vorlesen

Heute wie in vergangener Zeit werden biblische Texte häufig laut vorgelesen und sollen dabei gut verstanden werden. Die lebendige Sprache der »Neues Leben«-Bibel eignet sich hervorragend zum Vorlesen, aber auch als Grundlage für Predigten und für das persönliche Bibelstudium.

Sprachliche Besonderheiten

• Die Sprache ist dem jeweiligen biblischen Buch sowie der historischen Zeit angemessen. So wird z. B. statt des Begriffs »Gouverneur« bewusst der historisch richtige Ausdruck »Statthalter« oder statt des Begriffs »Armee« »Heer« verwendet.

• Zentrale theologische Begriffe wie Sünde, Schuld, Gnade u. a. m. bleiben erhalten und werden nicht durch modernere Formulierungen in ihrer Bedeutung aufgelöst.

• Viele Ausdrücke, die in der damaligen Zeit verständlich waren, bedeuten für Leser heute etwas anderes. In diesen Fällen gibt die Übersetzung die heutige Bedeutung wieder. Was z. B. damals als Stadt galt, ist nach modernem Verständnis häufig nur ein Dorf.

Namensschreibung

Die Schreibung der Personen- und Ortsnamen folgt weitgehend den »Loccumer Richtlinien zur einheitlichen Schreibung biblischer Eigennamen«.

Fußnoten zum Text

• In den Fußnoten finden sich ergänzende kulturelle und historische Informationen über Orte, Gegenstände und Personen der Bibel, die weitgehend unbekannt sind, um den Lesern die Botschaft der Abschnitte verständlicher zu machen. Dazu gehören auch Gewichte und Entfernungsangaben, die hier in gängige, für den heutigen Leser verständliche Einheiten umgewandelt werden.

• Sätze oder Begriffe, die zum besseren Verständnis freier vom Grundtext übersetzt wurden, werden in den Fußnoten aus dem Hebräischen bzw. Griechischen wörtlich wiedergegeben.

• Fußnoten, die mit einem Oder (O.) beginnen, zeigen unterschiedliche Übersetzungsmöglichkeiten der jeweiligen Textstellen.

So finden Sie sich in dieser eBibel zurecht:

Verzeichnis der Bücher desNeuen Testaments

In ( ) stehen die in dieser Bibel benutzten Abkürzungen

Das Evangelium von Matthäus (Mt)

Das Evangelium von Markus (Mk)

Das Evangelium von Lukas (Lk)

Das Evangelium von Johannes (Joh)

Apostelgeschichte (Apg)

Der Brief an die Römer (Röm)

Der erste Brief an die Korinther (1Kor)

Der zweite Brief an die Korinther (2Kor)

Der Brief an die Galater (Gal)

Der Brief an die Epheser (Eph)

Der Brief an die Philipper (Phil)

Der Brief an die Kolosser (Kol)

Der erste Brief an die Thessalonicher (1Thes)

Der zweite Brief an die Thessalonicher (2Thes)

Der erste Brief an Timotheus (1Tim)

Der zweite Brief an Timotheus (2Tim)

Der Brief an Titus (Tit)

Der Brief an Philemon (Phim)

Der erste Brief von Petrus (1Petr)

Der zweite Brief von Petrus (2Petr)

Der erste Brief von Johannes (1Jo)

Der zweite Brief von Johannes (2Jo)

Der dritte Brief von Johannes (3Jo)

Der Brief an die Hebräer (Hebr)

Der Brief von Jakobus (Jak)

Der Brief von Judas (Jud)

Die Offenbarung (Offb)

Das Neue Testament

Das Evangelium von Matthäus

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Inhaltsverzeichnis

Das Evangelium von Matthäus

Die Vorfahren von Jesus

1Mt Dies ist ein Verzeichnis der Vorfahren von Jesus Christus, einem Nachkommen des Königs David und Abrahams:

2Abraham war der Vater von Isaak. Isaak war der Vater von Jakob. Jakob war der Vater von Juda und seinen Brüdern.

3Juda war der Vater von Perez und Serach (ihre Mutter war Tamar). Perez war der Vater von Hezron. Hezron war der Vater von Ram1.

4Ram war der Vater von Amminadab. Amminadab war der Vater von Nachschon. Nachschon war der Vater von Salmon.

5Salmon war der Vater von Boas (seine Mutter war Rahab). Boas war der Vater von Obed (seine Mutter war Rut). Obed war der Vater von Isai.

6Isai war der Vater von König David. David war der Vater von König Salomo (seine Mutter war die Frau von Uria).

7Salomo war der Vater von Rehabeam. Rehabeam war der Vater von Abija. Abija war der Vater von Asa2.

8Asa war der Vater von Joschaphat. Joschaphat war der Vater von Joram3. Joram war der Vater4 von Usija.

9Usija war der Vater von Jotam. Jotam war der Vater von Ahas. Ahas war der Vater von Hiskia.

10Hiskia war der Vater von Manasse. Manasse war der Vater von Amon5. Amon war der Vater von Josia.

11Josia war der Vater von Jojachin6 und seinen Brüdern (die in der Zeit des Babylonischen Exils geboren wurden).

12Nach dem Babylonischen Exil: Jojachin war der Vater von Schealtiël. Schealtiël war der Vater von Serubbabel.

13Serubbabel war der Vater von Abihud. Abihud war der Vater von Eljakim. Eljakim war der Vater von Asor.

14Asor war der Vater von Zadok. Zadok war der Vater von Achim. Achim war der Vater von Eliud.

15Eliud war der Vater von Eleasar. Eleasar war der Vater von Mattan. Mattan war der Vater von Jakob.

16Jakob war der Vater von Josef, dem Ehemann Marias. Maria war die Mutter von Jesus, der Christus7 genannt wird.

17Von Abraham bis König David sind es insgesamt vierzehn Generationen, von David bis zum Babylonischen Exil wiederum vierzehn, und noch einmal vierzehn Generationen nach dem Babylonischen Exil bis zu Christus.

Die Geburt von Jesus

18Und so wurde Jesus Christus geboren. Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt. Aber noch vor ihrer Hochzeit wurde sie, die noch Jungfrau war, schwanger durch den Heiligen Geist. 19Josef, ihr Verlobter, war ein aufrechter Mann. Um sie nicht der öffentlichen Schande preiszugeben, beschloss er, die Verlobung in aller Stille zu lösen. 20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn. »Josef, Sohn Davids«, sagte der Engel, »zögere nicht, Maria zu heiraten. Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 21Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus8 geben, denn er wird sein Volk von allen Sünden befreien.« 22All das geschah, damit sich erfüllt, was Gott durch seinen Propheten angekündigt hat:

23»Seht! Die Jungfrau wird ein Kind erwarten! Sie wird einem Sohn das Leben schenken, und er wird Immanuel genannt werden. Das heißt, Gott ist mit uns.«9

24Als Josef aufwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm gesagt hatte. Er nahm Maria zur Frau. 25Josef aber rührte sie nicht an, bis ihr Sohn geboren war. Und Josef gab ihm den Namen Jesus.

Der Besuch der Sterndeuter

2Mt Jesus wurde in der Stadt Bethlehem in Judäa während der Herrschaft von König Herodes geboren. In dieser Zeit kamen einige Sterndeuter10 aus einem Land im Osten nach Jerusalem und fragten überall: 2»Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen11 und sind gekommen, um ihn anzubeten.«

3Ihre Frage versetzte Herodes in große Unruhe, und alle Einwohner Jerusalems mit ihm. 4Er berief eine Versammlung der obersten Priester und Schriftgelehrten ein. »Wo soll denn der Christus nach Aussage der Propheten zur Welt kommen?«, fragte er sie.

5»In Bethlehem«, sagten sie, »denn der Prophet hat geschrieben:

6›O Bethlehem in Judäa, du bist alles andere als ein unbedeutendes Dorf, denn ein Herrscher wird aus dir hervorgehen, der wie ein Hirte mein Volk Israel führen wird.‹12«

7Daraufhin sandte Herodes eine geheime Botschaft an die Sterndeuter und bat sie zu sich. Bei dieser Zusammenkunft erfuhr er den genauen Zeitpunkt, an dem sie den Stern zum ersten Mal gesehen hatten. 8Er sagte zu ihnen: »Geht nach Bethlehem und sucht das Kind. Wenn ihr es gefunden habt, kommt wieder her und erzählt es mir, damit ich auch hingehen kann, um es anzubeten!«

9Nach diesem Gespräch machten die Sterndeuter sich auf den Weg. Wieder erschien ihnen der Stern und führte sie nach Bethlehem. Er zog ihnen voran und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war. 10Als sie den Stern sahen, war ihre Freude groß. 11Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria, sanken vor ihm auf die Knie und beteten es an. Dann öffneten sie ihre Truhen mit Kostbarkeiten und beschenkten es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12Als es Zeit war, wieder aufzubrechen, zogen sie jedoch auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück, denn Gott hatte sie in einem Traum davor gewarnt, zu Herodes zurückzukehren.

Die Flucht nach Ägypten

13Nachdem die Sterndeuter gegangen waren, erschien Josef im Traum ein Engel des Herrn. »Steh auf und flieh mit dem Kind und seiner Mutter nach Ägypten«, sagte der Engel. »Bleib dort, bis ich dir sage, dass ihr zurückkehren könnt, denn Herodes will das Kind umbringen.« 14Noch in derselben Nacht machte sich Josef mit dem Kind und dessen Mutter Maria auf den Weg nach Ägypten. 15Dort blieben sie bis zum Tod des Herodes. Auf diese Weise erfüllte sich, was der Herr durch den Propheten gesagt hatte: »Ich habe meinen Sohn aus Ägypten gerufen.«13

16Herodes war außer sich vor Zorn, als er erfuhr, dass die Sterndeuter ihn hintergangen hatten. Er schickte Soldaten aus, die in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Jungen im Alter von zwei Jahren und jünger umbringen sollten. Denn die weisen Männer hatten ihm erzählt, dass sie den Stern vor etwa zwei Jahren zum ersten Mal gesehen hatten.1417Durch diese grausige Tat des Herodes erfüllte sich die Prophezeiung Jeremias:

18»Ein Schrei der Angst ertönt in der Stadt Rama – das Klagen und Trauern nimmt kein Ende. Rahel weint um ihre Kinder und lässt sich nicht trösten – denn sie sind tot.«15

Die Rückkehr nach Nazareth

19Als Herodes gestorben war, erschien Josef wieder ein Engel des Herrn im Traum. Er sagte zu ihm: 20»Steh auf und bring das Kind und seine Mutter zurück ins Land Israel, denn die, die das Kind umbringen wollten, sind tot.« 21Daraufhin kehrte Josef mit Jesus und Maria nach Israel zurück. 22Als er aber erfuhr, dass Archelaus, der Sohn des Herodes, der neue Herrscher war, bekam er Angst. Und wieder erhielt er im Traum Gottes Anweisung: Er sollte nach Galiläa gehen. 23Die Familie zog in die Stadt Nazareth, um sich dort niederzulassen. Damit erfüllte sich, was die Propheten vorausgesagt hatten: »Man wird ihn den Nazarener nennen.«

Johannes der Täufer – der Wegbereiter

3Mt Um diese Zeit fing Johannes der Täufer an, in der Wüste von Judäa zu predigen: 2»Kehrt um und wendet euch Gott zu, denn das Himmelreich ist nahe16.« 3Schon Jesaja hatte auf Johannes hingewiesen, als er verkündete: »Er ist eine Stimme, die in der Wüste ruft: ›Schafft Raum für das Kommen des Herrn! Ebnet ihm den Weg!‹17«

4Johannes trug Kleider aus gewebtem Kamelhaar und einen Lederriemen um die Hüften; er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 5Aus Jerusalem, aus allen Teilen Judäas und aus dem ganzen Jordanland strömten die Menschen hinaus in die Wüste, um ihn predigen zu hören. 6Und wenn sie ihre Sünden bekannt hatten, taufte er sie im Jordan.

7Als er aber sah, dass auch viele Pharisäer und Sadduzäer kamen, um sich von ihm taufen zu lassen, fuhr er sie an. »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entkommen? 8Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr eure Sünden hinter euch gelassen und euch Gott zugewandt habt. 9Es genügt nicht zu sagen: ›Wir sind die Nachkommen Abrahams. Uns kann nichts geschehen.‹ Das beweist gar nichts. Wenn Gott wollte, könnte er aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. 10Die Axt wird schon durch die Luft geschwungen, bereit, eure Wurzeln abzuhacken; denn jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.

11Ich taufe all diejenigen mit18 Wasser, die ihren Sünden den Rücken kehren und sich Gott zuwenden. Doch bald kommt einer, der ist viel stärker als ich – so viel gewaltiger, dass ich nicht einmal wert bin, sein Diener zu sein.19 Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer20 taufen.

12Er wird mit seiner Schaufel die Spreu vom Weizen trennen, den Dreschplatz aufräumen und den Weizen in die Scheune bringen; die Spreu aber wird er im ewigen Feuer verbrennen.«

Die Taufe von Jesus

13Um diese Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. 14Doch Johannes weigerte sich. »Eigentlich müsste ich mich von dir taufen lassen«, sagte er, »warum kommst du zu mir?«

15Jesus erwiderte: »Es muss sein. Wir müssen alles so halten, wie es von Gott aus sein soll.21« Da taufte ihn Johannes.

16Als Jesus gerade aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabschweben und sich auf ihm niederlassen. 17Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: »Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich große Freude.«

Die Versuchung

4Mt Danach führte der Heilige Geist Jesus in die Wüste, weil er dort vom Teufel auf die Probe gestellt werden sollte. 2Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte keine Nahrung zu sich genommen hatte, war er sehr hungrig. 3Da trat der Teufel22 zu ihm und sagte: »Wenn du der Sohn Gottes bist, dann verwandle diese Steine in Brot.«

4Doch Jesus erwiderte: »Nein! Die Schrift sagt: ›Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.‹23«

5Darauf nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem, auf den höchsten Punkt der Tempelmauer. 6Dort sagte er: »Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring hinunter! Denn die Schrift sagt: ›Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen. Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.‹24«

7Jesus antwortete: »Die Schrift sagt aber auch: ›Fordere den Herrn, deinen Gott, nicht heraus.‹25«

8Als Nächstes nahm ihn der Teufel mit auf den Gipfel eines hohen Berges und zeigte ihm alle Länder der Welt mit ihren Reichtümern. 9»Das alles schenke ich dir«, sagte er, »wenn du vor mir niederkniest und mich anbetest.«

10»Scher dich fort von hier, Satan«, sagte Jesus zu ihm. »Denn die Schrift sagt: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen.‹26«

11Da verließ ihn der Teufel, und Engel kamen und sorgten für Jesus.

Der Beginn des öffentlichen Wirkens

12Als Jesus hörte, dass Johannes verhaftet worden war, verließ er Judäa und kehrte nach Galiläa zurück. 13Doch er ging nicht nach Nazareth, sondern nach Kapernaum am See Genezareth, im Gebiet von Sebulon und Naftali. 14Auf diese Weise erfüllte sich die Prophezeiung Jesajas:

15»Im Lande Sebulon und Naftali, am See, jenseits des Jordan, in Galiläa, leben so viele Menschen, die Gott nicht kennen27. 16Dort hat das Volk, das im Dunkel lebt, ein helles Licht gesehen. Und über den Menschen in einem vom Tode überschatteten Land ist ein strahlendes Licht aufgegangen.«28

17Von da an begann Jesus zu predigen: »Hört auf zu sündigen und kehrt um zu Gott, denn das Himmelreich ist nahe29.«

Die ersten Jünger

18Eines Tages, als Jesus am Ufer des Sees Genezareth entlangging, sah er zwei Brüder, die ihre Netze auswarfen. Simon, der später Petrus genannt wurde, und Andreas waren von Beruf Fischer. 19Jesus rief ihnen zu: »Kommt mit und folgt mir nach. Ich will euch zeigen, wie man Menschen fischt!« 20Sofort ließen sie ihre Netze liegen und gingen mit ihm.

21Etwas weiter am Ufer entlang sah er zwei andere Brüder, Jakobus und Johannes, die mit ihrem Vater Zebedäus in einem Boot saßen und ihre Netze flickten. Auch sie rief er zu sich. 22Ohne Zögern folgten sie ihm und ließen das Boot und ihren Vater zurück.

Das Wirken von Jesus in Galiläa

23Jesus reiste durch ganz Galiläa und sprach in den Synagogen. Überall verkündigte er die Botschaft vom Reich Gottes und heilte die Menschen von ihren Krankheiten und Gebrechen. 24Die Neuigkeiten über ihn verbreiteten sich weit über die Grenzen Galiläas. Bald strömten die Kranken sogar aus Syrien herbei, um sich von ihm gesund machen zu lassen. Und ganz gleich, welche Krankheit und welche Beschwerden sie quälten, ob sie von Dämonen besessen, Epileptiker oder Gelähmte waren – er heilte sie. 25Große Menschenmassen umlagerten ihn, wohin er auch ging – es waren Leute aus Galiläa, aus den Zehn Städten30, aus Jerusalem, aus ganz Judäa, selbst aus den Gegenden östlich des Jordan.

Die Bergpredigt

5Mt Eines Tages, als sich immer mehr Menschen um Jesus sammelten, stieg er mit seinen Jüngern auf einen Berg und setzte sich dort hin, um sie zu unterrichten.

Die Seligpreisungen

2Und das lehrte er sie:

3»Gott segnet die, die erkennen, dass sie ihn brauchen31, denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt.

4Gott segnet die, die traurig sind, denn sie werden getröstet werden.

5Gott segnet die Freundlichen und Bescheidenen, denn ihnen wird die ganze Erde gehören.

6Gott segnet die, die nach Gerechtigkeit hungern, denn sie werden sie im Überfluss erhalten.

7Gott segnet die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.

8Gott segnet die, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.

9Gott segnet die, die sich um Frieden bemühen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

10Gott segnet die, die verfolgt werden, weil sie in Gottes Gerechtigkeit leben, denn das Himmelreich wird ihnen gehören.

11Gott segnet euch, wenn ihr verspottet und verfolgt werdet und wenn Lügen über euch verbreitet werden, weil ihr mir nachfolgt. 12Freut euch darüber! Jubelt! Denn im Himmel erwartet euch eine große Belohnung. Und denkt daran, auch die Propheten sind einst verfolgt worden.

Von Salz und Licht

13Ihr seid das Salz der Erde. Doch wozu ist Salz noch gut, wenn es seinen Geschmack verloren hat? Kann man es etwa wieder brauchbar machen? Es wird weggeworfen und zertreten, wie etwas, das nichts wert ist. 14Ihr seid das Licht der Welt – wie eine Stadt auf einem Berg, die in der Nacht hell erstrahlt, damit alle es sehen können. 15Versteckt euer Licht nicht unter einem umgestülpten Gefäß! Stellt es lieber auf einen Lampenständer und lasst es für alle leuchten. 16Und genauso lasst eure guten Taten leuchten vor den Menschen, damit alle sie sehen können und euren Vater im Himmel dafür rühmen.

Über das Gesetz

17Versteht nicht falsch, warum ich gekommen bin. Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz oder die Schriften der Propheten abzuschaffen. Im Gegenteil, ich bin gekommen, um sie zu erfüllen. 18Ich versichere euch: Solange der Himmel und die Erde bestehen, wird selbst die kleinste Einzelheit von Gottes Gesetz gültig bleiben, so lange, bis ihr Zweck erfüllt ist. 19Wenn ihr also das kleinste Gebot brecht und andere dazu ermuntert, dasselbe zu tun, werdet ihr auch die Geringsten im Himmelreich sein. Dagegen wird jeder, der die Gesetze Gottes befolgt und sie anderen erklärt, im Himmelreich groß sein.

20Aber ich warne euch – nur wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, dürft ihr ins Himmelreich hinein.

Vom Zorn

21Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Du sollst nicht töten. Wer einen Mord begeht, wird verurteilt.‹3222Ich aber sage: Schon der, der nur zornig auf jemanden33 ist34, wird verurteilt! Wer zu seinem Freund sagt: ›Du Dummkopf!‹35, den erwartet das Gericht. Und wer jemanden verflucht36, dem droht das Feuer der Hölle.

23Wenn ihr also vor dem Altar im Tempel steht, um zu opfern, und es fällt euch mit einem Mal ein, dass jemand etwas gegen euch hat, 24dann lasst euer Opfer vor dem Altar liegen, geht zu dem Betreffenden und versöhnt euch mit ihm. Erst dann kommt zurück und bringt Gott euer Opfer dar. 25Einigt euch rasch mit eurem Gegner, bevor es zu spät ist und ihr vor Gericht gestellt, einem Gerichtsdiener übergeben und ins Gefängnis geworfen werdet. 26Ich versichere euch: Ihr kommt erst wieder frei, wenn ihr eure Schuld bis auf den letzten Cent bezahlt habt.

Vom Ehebruch

27Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Du sollst nicht die Ehe brechen.‹3728Ich aber sage: Wer eine Frau auch nur mit einem Blick voller Begierde ansieht, hat im Herzen schon mit ihr die Ehe gebrochen. 29Wenn dich also dein Auge – auch wenn es dein gutes Auge38 ist – zur Begierde verführt, reiß es heraus und wirf es weg! Besser, du verlierst einen Körperteil, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird. 30Und wenn dich deine Hand – auch wenn es deine kräftigere Hand39 ist – zum Bösen verführt, hack sie ab und wirf sie weg! Besser, du verlierst einen Körperteil, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird.

Von der Ehescheidung

31Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Ein Mann darf sich von seiner Frau scheiden lassen, wenn er ihr einen Scheidungsbrief ausstellt.‹4032Ich aber sage: Wenn ein Mann sich von seiner Frau scheiden lässt – es sei denn, sie war untreu –, macht er sie zur Ehebrecherin. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, begeht ebenfalls Ehebruch.

Vom Schwören

33Ihr habt auch gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Du sollst einen Schwur nicht brechen; du sollst die Versprechen, die du vor dem Herrn abgelegt hast, halten.‹4134Ich aber sage: Schwört überhaupt nicht! Wenn ihr sagt: ›Beim Himmel!‹, dann ist das ein heiliger Schwur, denn der Himmel ist Gottes Thron.

35Und wenn ihr sagt: ›Bei der Erde!‹, dann ist auch das ein heiliger Schwur, denn die Erde ist seine Fußbank. Und schwört auch nicht: ›Bei Jerusalem!‹, denn Jerusalem ist die Stadt des großen Königs.

36Schwört nicht einmal: ›Bei meinem Kopf!‹, denn ihr könnt kein einziges Haar auf eurem Kopf weiß oder schwarz machen. 37Sagt einfach ›Ja‹ oder ›Nein‹. Jedes Wort darüber hinaus ist vom Bösen.42

Von der Rache

38Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Wer jemand am Auge verletzt, soll selbst am Auge verletzt werden. Und wer anderen einen Zahn ausschlägt, soll selbst einen Zahn dafür einbüßen.‹ 39Ich aber sage: Wehrt euch nicht, wenn euch jemand Böses tut! Wer euch auf die rechte Wange schlägt, dem haltet auch die andere hin. 40Wenn ihr vor Gericht erscheinen müsst und euer Hemd wird euch abgenommen, gebt euren Mantel noch dazu. 41Wenn jemand von euch verlangt, eine Meile43 weit mit ihm zu gehen, dann geht zwei Meilen mit ihm. 42Gebt denen, die euch bitten, und kehrt denen nicht den Rücken, die etwas von euch borgen wollen.

Von der Liebe zu den Feinden

43Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ›Liebe deinen Nächsten‹44 und hasse deinen Feind. 44Ich aber sage: Liebt eure Feinde!45 Betet für die, die euch verfolgen! 45So handelt ihr wie wahre Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt die Sonne für Böse und Gute aufgehen und sendet Regen für die Gerechten wie für die Ungerechten. 46Wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben, was ist daran Besonderes? Das tun sogar die bestechlichen Steuereintreiber. 47Wenn ihr nur zu euren Freunden freundlich seid, wodurch unterscheidet ihr euch dann von den anderen Menschen? Das tun sogar die, die Gott nicht kennen. 48Ihr sollt aber vollkommen sein, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Vom Geben an die Bedürftigen

6MtNehmt euch in Acht! Wenn ihr Gutes tut, dann tut es nicht öffentlich, nur damit ihr bewundert werdet. In diesem Fall dürft ihr nicht erwarten, von eurem Vater im Himmel belohnt zu werden. 2Wenn du einem Bedürftigen etwas gibst, posaune es nicht heraus, wie es die Heuchler tun, die in den Synagogen und auf den Straßen mit ihren Wohltaten angeben, nur um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen! Ich versichere euch: Das ist der einzige Lohn, den sie jemals dafür erhalten werden. 3Wenn du jemandem etwas gibst, dann sag deiner linken Hand nicht, was deine rechte tut.

4Gib in aller Stille, und dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, wird dich dafür belohnen.

Vom Beten und Fasten

5Und nun zum Beten. Wenn ihr betet, seid nicht wie die Heuchler, die mit Vorliebe in aller Öffentlichkeit an den Straßenecken und in den Synagogen beten, wo jeder sie sehen kann. Ich versichere euch: Das ist der einzige Lohn, den sie jemals erhalten werden. 6Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du allein bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, belohnen.

7Plappert nicht vor euch hin, wenn ihr betet, wie es die Menschen tun, die Gott nicht kennen. Sie glauben, dass ihre Gebete erhört werden, wenn sie die Worte nur oft genug wiederholen. 8Seid nicht wie sie, denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet!

9So sollt ihr beten: ›Unser Vater im Himmel, dein Name werde geehrt.

10Dein Reich komme bald. Dein Wille erfülle sich hier auf der Erde genauso wie im Himmel.

11Schenk uns heute46 unser tägliches Brot

12und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.

13Lass nicht zu, dass wir der Versuchung nachgeben, sondern erlöse uns von dem Bösen47.‹

14Wenn ihr denen vergebt, die euch Böses angetan haben, wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 15Wenn ihr euch aber weigert, anderen zu vergeben, wird euer Vater euch auch nicht vergeben.

16Wenn ihr fastet, so tut es nicht öffentlich wie die Heuchler, die blass und nachlässig gekleidet herumgehen, damit die Leute sie für ihr Fasten bewundern. Ich versichere euch: Das ist der einzige Lohn, den sie jemals dafür erhalten werden. 17Wenn du fastest, dann kämme deine Haare und wasche dir das Gesicht. 18Dann wird niemand auf den Gedanken kommen, dass du fastest, außer deinem Vater, der weiß, was du in aller Stille tust. Und dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, wird dich dafür belohnen.

Von Geld und Besitz

19Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde an, wo Motten oder Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und sie stehlen können. 20Sammelt eure Reichtümer im Himmel, wo sie weder von Motten noch von Rost zerfressen werden und vor Dieben sicher sind. 21Denn wo dein Reichtum ist, da ist auch dein Herz.

22Dein Auge ist das Fenster deines Körpers. Ein klares Auge lässt das Licht bis in deine Seele dringen. 23Ein schlechtes Auge dagegen sperrt das Licht aus und stürzt dich in Dunkelheit. Wenn schon das, was du für Licht hältst, in dir Dunkelheit ist, wie dunkel wird dann erst die Dunkelheit sein!

24Niemand kann zwei Herren dienen. Immer wird er den einen hassen und den anderen lieben oder dem einen treu ergeben sein und den anderen verabscheuen. Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen.

25Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben – darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung? 26Schaut die Vögel an. Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte ansammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie. 27Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Nein.

28Und warum sorgt ihr euch um eure Kleider? Schaut die Lilien an und wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und nähen sich keine Kleider. 29Trotzdem war selbst König Salomo in seiner ganzen Pracht nicht so herrlich gekleidet wie sie. 30Wenn sich Gott so wunderbar um die Blumen kümmert, die heute aufblühen und schon morgen wieder verwelkt sind, wie viel mehr kümmert er sich dann um euch? Euer Glaube ist so klein!

31Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung. 32Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. 33Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.

34Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.

Verurteilt niemanden

7MtHört auf, andere zu verurteilen, dann werdet auch ihr nicht verurteilt. 2Denn andere werden euch so behandeln, wie ihr sie behandelt. Der Maßstab, nach dem ihr andere beurteilt, wird auch an euch angelegt werden, wenn man euch beurteilt.483Warum regst du dich über einen Splitter im Auge deines Nächsten auf, wenn du selbst einen Balken im Auge hast? 4Mit welchem Recht sagst du: ›Mein Freund, komm, ich helfe dir, den Splitter aus deinem Auge zu ziehen‹, wenn du doch nicht über den Balken in deinem eigenen Auge hinaussehen kannst? 5Du Heuchler! Zieh erst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann siehst du vielleicht genug, um dich mit dem Splitter im Auge deines Freundes zu befassen.

6Gebt das, was heilig ist, nicht Menschen, denen nichts heilig ist.49 Werft keine Perlen vor die Säue! Sie zertrampeln die Perlen, drehen sich um und stürzen sich auf euch.

Wirksames Beten

7Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden. 8Denn wer bittet, wird erhalten. Wer sucht, wird finden. Und die Tür wird jedem geöffnet, der anklopft. 9Ihr Eltern – wenn euch eure Kinder um ein Stück Brot bitten, gebt ihr ihnen dann stattdessen einen Stein? 10Oder wenn sie euch um einen Fisch bitten, gebt ihr ihnen eine Schlange? Natürlich nicht! 11Wenn ihr, die ihr Sünder seid, wisst, wie man seinen Kindern Gutes tut, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn darum bitten, Gutes tun.

Die Goldene Regel

12Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen. In diesem Satz sind das Gesetz und die Propheten zusammengefasst.

Das enge Tor

13Ihr könnt das Reich Gottes nur durch das enge Tor betreten. Die Straße zur Hölle50 ist breit und ihre Tür steht für die vielen weit offen, die sich für den bequemen Weg entscheiden. 14Das Tor zum Leben dagegen ist eng und der Weg dorthin ist schmal, deshalb finden ihn nur wenige.

Der Baum und seine Früchte

15Nehmt euch vor falschen Propheten in Acht. Sie kommen daher wie harmlose Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie gefährliche Wölfe, die euch in Stücke reißen wollen. 16Ihr erkennt sie an ihrem Verhalten, so wie ihr einen Baum an seinen Früchten erkennt. An Dornbüschen wachsen keine Trauben und an Disteln keine Feigen. 17Ein gesunder Baum trägt gute Früchte, ein kranker Baum dagegen schlechte.

18An einem guten Baum wachsen keine schlechten Früchte, ebenso wenig wie ein kranker Baum gesunde Früchte hervorbringt. 19Deshalb wird jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, umgehauen und ins Feuer geworfen. 20Ihr seht, man erkennt sie an ihren Früchten.

Echte Jünger

21Nicht alle Menschen, die sich fromm gebärden, glauben an Gott. Auch wenn sie ›Herr‹ zu mir sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie ins Himmelreich kommen. Entscheidend ist, ob sie meinem Vater im Himmel gehorchen. 22Am Tag des Gerichts werden viele zu mir kommen und sagen: ›Herr, Herr, wir haben in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht.‹ 23Doch ich werde ihnen antworten: ›Ich habe euch nie gekannt. Fort mit euch. Was ihr getan habt, habt ihr gegen das Gesetz getan.‹

Ein festes Fundament

24Wer auf mich hört und danach handelt, ist klug und handelt wie ein Mann, der ein Haus auf massiven Fels baut. 25Auch wenn der Regen in Sturzbächen vom Himmel rauscht, das Wasser über die Ufer tritt und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es nicht einstürzen, weil es auf Fels gebaut ist. 26Doch wer auf mich hört und nicht danach handelt, ist ein Dummkopf; er ist wie ein Mann, der ein Haus auf Sand baut. 27Wenn der Regen und das Hochwasser kommen und die Stürme an diesem Haus rütteln, wird es mit Getöse einstürzen.«

28Als Jesus seine Rede beendet hatte, waren die Menschen überwältigt von seiner Lehre, 29denn er sprach mit Vollmacht – anders als die Schriftgelehrten.

Jesus heilt einen Leprakranken

8Mt Viele Menschen folgten Jesus, als er den Berg hinuntergestiegen war. 2Da trat ihm ein Aussätziger in den Weg. Er fiel vor ihm nieder und sagte: »Herr, wenn du willst, kannst du mich gesund machen.«

3Jesus berührte ihn. »Ich will es tun«, sagte er. »Sei gesund!« Und im selben Augenblick war der Mann von seiner Krankheit geheilt. 4Daraufhin sagte Jesus zu ihm: »Geh zum Priester und lass dich von ihm untersuchen. Sprich unterwegs mit niemandem darüber. Aber nimm das Opfer mit, das Mose für die Heilung von Aussatz vorgeschrieben hat. Das soll für alle ein Beweis deiner Heilung sein.«

Der Glaube des römischen Offiziers

5Als Jesus in Kapernaum eintraf, kam ein römischer Offizier zu ihm und bat ihn um Hilfe: 6Er sagte: »Herr, mein junger Diener liegt im Bett, er ist gelähmt und hat große Schmerzen.«

7Jesus antwortete: »Ich werde kommen und ihn heilen.«

8Da sagte der Offizier: »Ach Herr, ich bin es nicht wert, dass du in mein Haus kommst. Sprich nur einfach ein Wort, und mein Diener wird gesund! 9Ich weiß das, weil ich selbst vorgesetzte Offiziere habe und auch mir Soldaten unterstellt sind. Ich brauche nur zu sagen: ›Geht‹, und sie gehen, oder ›Kommt‹, und sie kommen. Und wenn ich zu meinem Sklaven sage: ›Tu dies oder tu das‹, dann tut er es.«

10Als Jesus das hörte, war er tief beeindruckt. Er wandte sich an die Menge und sagte: »Ich versichere euch: Einen solchen Glauben habe ich bisher in ganz Israel noch nicht erlebt! 11Und ich sage euch: Viele Menschen werden aus der ganzen Welt herbeiströmen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen. 12Viele Israeliten dagegen – für die das Reich Gottes eigentlich bestimmt war – werden in die tiefste Dunkelheit hinausgestoßen, wo sie weinen und mit den Zähnen knirschen werden.«

13Dann sagte Jesus zu dem römischen Offizier: »Geh wieder nach Hause. Was du geglaubt hast, ist eingetroffen.« Und der junge Diener wurde noch in derselben Stunde wieder gesund.

Jesus heilt viele Menschen

14Als Jesus in das Haus von Petrus kam, lag dessen Schwiegermutter mit hohem Fieber im Bett. 15Doch als Jesus ihre Hand nahm, verschwand das Fieber. Da stand sie auf und machte ihm etwas zu essen.

16An diesem Abend wurden viele Menschen zu Jesus gebracht, die von Dämonen besessen waren. Auf sein Wort hin verschwanden alle Geister, und er heilte auch alle Kranken. 17Damit erfüllte sich das Wort Gottes, das der Prophet Jesaja gesprochen hatte: »Er nahm unsere Leiden auf sich und trug unsere Krankheiten.«51

Der Preis für die Nachfolge

18Als Jesus sah, dass die Menschenmenge immer größer wurde, wies er seine Jünger an, ans andere Ufer des Sees hinüberzufahren.

19Da sagte einer der Schriftgelehrten zu ihm: »Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!«

20Doch Jesus entgegnete ihm: »Füchse haben ihren Bau, und Vögel haben ihre Nester, aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich hinlegen kann.«

21Ein anderer seiner Jünger sagte: »Herr, lass mich erst noch nach Hause gehen und meinen Vater begraben.«

22Doch Jesus sagte zu ihm: »Komm jetzt gleich mit mir! Die nicht nach Gott fragen, sollen selbst für ihre Toten sorgen.52«

Jesus stillt den Sturm

23Dann stieg Jesus ins Boot und fuhr mit seinen Jüngern über den See. 24Plötzlich kam ein schrecklicher Sturm auf und die gewaltigen Wellen schlugen ins Boot. Doch Jesus schlief. 25Schließlich weckten ihn die Jünger. »Herr, rette uns!«, riefen sie aufgeregt. »Wir sinken!«

26Doch Jesus antwortete: »Warum habt ihr Angst? Ist euer Glaube denn so klein?« Und er stand auf und drohte dem Wind und den Wellen, und augenblicklich war alles wieder ruhig. 27Die Jünger saßen voller Ehrfurcht und Bewunderung da und fragten sich: »Wer ist dieser Mann? Sogar Wind und Wellen gehorchen ihm!«

Jesus heilt zwei Besessene

28Als Jesus am anderen Ufer des Sees in dem Gebiet der Gadarener53 ankam, begegnete er zwei Männern, die von Dämonen besessen waren. Sie lebten in Grabhöhlen und waren so gefährlich, dass niemand es wagte, durch dieses Gebiet zu reisen. 29Als sie ihn sahen, fingen die beiden an zu schreien: »Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Du hast kein Recht, uns jetzt schon, vor dem von Gott festgesetzten Zeitpunkt, zu quälen!« 30In einiger Entfernung weidete eine große Schweineherde, 31und die Dämonen baten ihn: »Wenn du uns austreibst, dann schick uns in diese Schweineherde.«

32»So geht!«, befahl Jesus ihnen. Da fuhren die Dämonen aus den Männern in die Schweine, und die ganze riesige Herde stürzte die steile Böschung hinunter in den See, wo alle Tiere ertranken. 33Die Hirten aber flohen in die Stadt und erzählten allen, was mit den Besessenen geschehen war. 34Da kam die ganze Stadt zu Jesus hinaus. Und alle baten ihn, fortzugehen und sie unbehelligt zu lassen.

Jesus heilt einen Gelähmten

9Mt Jesus stieg in ein Boot und fuhr über den See zurück in die Stadt, in der er wohnte. 2Ein paar Leute brachten einen Gelähmten auf einer Trage zu ihm. Als er ihren Glauben sah, sagte Jesus zu dem Gelähmten: »Nur Mut, mein Sohn! Deine Sünden sind dir vergeben.«

3»Das ist Gotteslästerung!«, entrüsteten sich einige der Schriftgelehrten im Stillen.

4Jesus wusste, was sie dachten, und fragte sie: »Warum habt ihr so böse Gedanken? 5Ist es leichter zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder ›Steh auf und geh‹?6Ich werde euch beweisen, dass der Menschensohn hier auf der Erde die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Steh auf und nimm deine Trage und geh nach Hause, denn du bist geheilt!«

7Da sprang der Mann auf und ging nach Hause! 8In den Menschen, die Zeugen dieses Vorfalls geworden waren, stiegen Angst und Ehrfurcht auf. Sie rühmten Gott, dass er ihnen einen Mann mit so großer Vollmacht gesandt hatte.

Jesus beruft Matthäus

9Als Jesus die Straße entlangging, sah er Matthäus in seiner Zollstation sitzen. »Komm mit und folge mir nach«, sagte er zu ihm. Und Matthäus stand auf und folgte ihm nach.

10Am selben Abend lud Matthäus Jesus und seine Jünger zum Abendessen ein. Einige andere Steuereintreiber und viele stadtbekannte Sünder waren ebenfalls eingeladen. 11Die Pharisäer waren empört. »Wie kommt euer Meister dazu, mit solchem Abschaum54 zu essen?«, fragten sie seine Jünger.

12Als Jesus es hörte, antwortete er: »Die Gesunden brauchen keinen Arzt – wohl aber die Kranken.«13Und er fügte hinzu: »Nun geht und denkt einmal darüber nach, was mit dem Wort in der Schrift gemeint ist: ›Ich will, dass ihr barmherzig seid; eure Opfer will ich nicht.‹55 Denn ich bin für die Sünder gekommen und nicht für die, die meinen, sie seien schon gut genug.«

Gespräch über das Fasten

14Eines Tages kamen die Jünger von Johannes dem Täufer zu Jesus und fragten ihn: »Warum fasten wir und die Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht?«

15Jesus antwortete: »Sollen etwa die Hochzeitsgäste trauern, solange sie mit dem Bräutigam feiern? Eines Tages wird er ihnen weggenommen werden, und dann werden sie fasten. 16Wer würde ein altes Kleidungsstück mit neuem Stoff flicken? Der Flicken läuft ein und reißt ein noch größeres Loch in den alten Stoff.17Genauso wenig würde jemand neuen Wein in alte Schläuche füllen. Die alten Schläuche würden unter dem Druck platzen, der Wein würde auslaufen und die Schläuche wären nicht mehr zu gebrauchen. Neuer Wein gehört in neue Schläuche. Auf diese Weise bleibt der Wein erhalten und die Schläuche werden geschont.«

Jesus heilt durch Glauben

18Noch während Jesus sprach, trat der Vorsteher einer Synagoge zu ihm, kniete vor ihm nieder und sagte: »Meine Tochter ist gerade gestorben, aber du kannst sie wieder lebendig machen, wenn du nur kommst und ihr die Hände auflegst.«

19Auf dem Weg zum Haus des Vorstehers folgte Jesus und den Jüngern 20eine Frau, die schon seit zwölf Jahren starke Blutungen hatte. Sie berührte heimlich den Saum seines Mantels, 21denn sie dachte: »Wenn ich nur seinen Mantel berühre, werde ich wieder gesund.«

22Da drehte Jesus sich um und sagte zu ihr: »Meine Tochter, hab keine Angst! Dein Glaube hat dich geheilt.« Und im selben Augenblick war die Frau wieder gesund.

23Als Jesus ins Haus des Vorstehers kam, fand er laut weinende Menschen vor und hörte Trauermusik. 24Da sagte er: »Geht hinaus, das Mädchen ist nicht tot; es schläft nur.« Aber die Menge lachte ihn aus. 25Als die Leute endlich alle draußen waren, ging Jesus zum Mädchen hinein, nahm es bei der Hand, und es stand auf. 26Die Nachricht von diesem Wunder verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Gegend.

Jesus heilt Blinde und Stumme

27Nachdem Jesus das Haus des Mädchens verlassen hatte, liefen ihm zwei Blinde nach und riefen: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns!«

28Sie folgten ihm bis in das Haus, wo er wohnte, und Jesus fragte sie: »Glaubt ihr, dass ich euch das Augenlicht wiedergeben kann?« Sie antworteten: »Ja, Herr.«

29Da berührte er ihre Augen und sagte: »Weil ihr glaubt, wird es geschehen.«30Und auf einmal konnten sie sehen! Jesus ermahnte sie eindringlich: »Erzählt niemandem davon.«31Doch stattdessen erzählten sie in der ganzen Gegend von seinen wunderbaren Taten.

32Als sie fort waren, brachten einige Leute einen Mann zu ihm, der nicht sprechen konnte, weil er von einem bösen Geist besessen war. 33Jesus trieb den Dämon aus, und sofort konnte der Mann wieder sprechen. Die Menschen waren voller Bewunderung für Jesus. »So etwas ist in Israel noch niemals geschehen!«, riefen sie.

34Die Pharisäer aber meinten: »Er kann nur deshalb Dämonen austreiben, weil er seine Macht vom Obersten der Dämonen bekommen hat.«

Arbeiter werden gesucht

35Jesus zog durch die Städte und Dörfer der Umgebung. Er lehrte in den Synagogen und verkündete die Botschaft vom Reich Gottes. Und überall, wo er hinkam, heilte er Menschen von ihren Krankheiten und Leiden. 36Er hatte tiefes Mitleid mit den vielen Menschen, die zu ihm kamen, denn sie hatten große Sorgen und wussten nicht, wen sie um Hilfe bitten konnten. Sie waren wie Schafe ohne Hirten. 37Deshalb sagte er zu seinen Jüngern: »Die Ernte ist groß, aber es sind nicht genügend Arbeiter da.38Betet zum Herrn und bittet ihn, mehr Arbeiter zu schicken, um die Ernte einzubringen.«

Jesus sendet die zwölf Apostel aus

10Mt Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, böse Geister auszutreiben und alle Arten von Krankheiten und Leiden zu heilen. 2Dies sind die Namen der zwölf Apostel: der Erste war Simon (der auch Petrus genannt wurde), dann kamen Andreas (der Bruder von Petrus), Jakobus (der Sohn des Zebedäus), Johannes (der Bruder von Jakobus), 3Philippus, Bartholomäus, Thomas, Matthäus (der Steuereintreiber), Jakobus (der Sohn des Alphäus), Thaddäus, 4Simon (der Zelot56) und Judas Iskariot (der ihn später verriet).

5Jesus sandte die zwölf Jünger aus und gab ihnen folgenden Auftrag: »Geht nicht zu den Menschen, die Gott nicht kennen, oder zu den Samaritern. 6Geht nur zu den Menschen aus dem Volk Israel – sie sind Gottes verlorene Schafe. 7Geht und verkündet ihnen, dass das Himmelreich unmittelbar bevorsteht57. 8Macht die Kranken gesund, erweckt die Toten zum Leben, heilt die Aussätzigen und treibt böse Geister aus. Teilt eure Gaben genauso großzügig aus, wie ihr sie geschenkt bekommen habt!

9Tragt kein Geld bei euch. 10Und nehmt auch keine Tasche mit, keinen Ersatzmantel und Sandalen und auch keinen Wanderstab. Zögert nicht, Gastfreundschaft anzunehmen, denn wer arbeitet, verdient auch, dass man ihm zu essen gibt58. 11Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, sucht nach einem würdigen Mann und bleibt bei ihm, bis ihr wieder weiterzieht. 12Wenn ihr in ein Haus eingeladen werdet, dann segnet dieses Haus. 13Wenn sich das Haus als würdig erweist, dann ruht euer Segen weiterhin darauf; andernfalls kehrt der Segen wieder zu euch zurück. 14Wenn ihr in einem Dorf nicht willkommen seid und man euch nicht zuhören will, dann geht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen. 15Ich versichere euch: Die gottlosen Städte Sodom und Gomorra werden am Tag des Gerichts besser dastehen als ein solcher Ort.

16Seht, ich sende euch aus wie Schafe unter die Wölfe. Seid vorsichtig wie die Schlangen und sanft wie die Tauben. 17Aber hütet euch vor den Menschen! Denn ihr werdet vor die Richter gezerrt und in den Synagogen geschlagen werden. 18Um meinetwillen müsst ihr Statthaltern und Königen Rede und Antwort stehen. Das wird euch Gelegenheit geben, ihnen von mir zu erzählen und so vor der Welt als Zeugen für mich aufzutreten. 19Wenn ihr verhaftet werdet, macht euch keine Sorgen, was ihr zu eurer Verteidigung sagen sollt, denn Gott wird euch zur rechten Zeit die rechten Worte in den Mund legen. 20Nicht ihr seid es, die dann reden – nein, der Geist eures Vaters wird durch euch reden.

21Der Bruder wird seinen Bruder verraten, Väter werden ihre Kinder verraten, und Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie dem Tod ausliefern. 22Ja, alle werden euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt. Aber wer bis zum Ende durchhält, wird gerettet werden. 23Wenn ihr in einer Stadt verfolgt werdet, dann flieht in die nächste. Ich versichere euch: Der Menschensohn wird wiederkommen, noch bevor ihr in allen Städten Israels gewesen seid.

24Ein Schüler steht nicht über seinem Lehrer. Ein Diener steht nicht über seinem Herrn. 25Der Schüler teilt das Schicksal seines Lehrers und der Diener das seines Herrn. Und wenn schon der Hausherr als Herr der Dämonen59 bezeichnet wird, wie viel mehr wird das denen geschehen, die zu seinem Haushalt gehören! 26Doch fürchtet euch nicht vor denen, die euch bedrohen. Denn die Zeit kommt, in der die Wahrheit ans Licht kommt und alle Geheimnisse bekannt werden. 27Wenn der Tag anbricht, dann schreit hinaus, was ich euch heute in der Dunkelheit sage. Ruft von allen Dächern, was ich euch in die Ohren flüstere, damit jeder es hören kann!

28Habt keine Angst vor denen, die euch umbringen wollen. Sie können nur euren Körper töten; eure Seele ist für sie unerreichbar. Fürchtet allein Gott, der Leib und Seele in der Hölle vernichten kann. 29Nicht einmal ein Spatz, der doch kaum etwas wert ist, kann tot zu Boden fallen, ohne dass euer Vater es weiß. 30Selbst die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt. 31Deshalb habt keine Angst; ihr seid Gott kostbarer als ein ganzer Schwarm Spatzen.

32Wer sich hier auf der Erde öffentlich zu mir bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen. 33Aber wer mich hier auf der Erde verleugnet, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

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