Der Tod mordet nebenan - Theodor Horschelt - darmowy ebook

Der Tod mordet nebenan ebook

Theodor Horschelt

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Opis

Kriminalroman von Theodor Horschelt Der Umfang dieses Buchs entspricht 204 Taschenbuchseiten. Ein sonderbares Geschick führt den sympathischen jungen Anwalt Kenneth Ferran und die charmante Terry Lewis zusammen: Terry ist Zeugin eines Verbrechens geworden — aber die Polizei glaubt ihr nicht. Terry setzt ihren Dickkopf durch und beschließt, den Fall selbst zu übernehmen. Ein Glück, dass Ferran bereit ist, das an ihrer Stelle zu tun. Ohne seine Hilfe nämlich wäre sie sonst nicht mit einem blauen Auge davongekommen.

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Theodor Horschelt

Der Tod mordet nebenan

Cassiopeiapress Kriminalroman

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Der Tod mordet nebenan

Kriminalroman von Theodor Horschelt

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 204 Taschenbuchseiten.

 

Ein sonderbares Geschick führt den sympathischen jungen Anwalt Kenneth Ferran und die charmante Terry Lewis zusammen: Terry ist Zeugin eines Verbrechens geworden — aber die Polizei glaubt ihr nicht. Terry setzt ihren Dickkopf durch und beschließt, den Fall selbst zu übernehmen. Ein Glück, dass Ferran bereit ist, das an ihrer Stelle zu tun. Ohne seine Hilfe nämlich wäre sie sonst nicht mit einem blauen Auge davongekommen.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

I

Terry Lewis war etwa eins siebzig groß, schlank, hochbeinig und wunderbar gewachsen. Sie war erst vierundzwanzig Jahre alt, und sie war eine Dame. Ihre rotblonden Naturlocken reichten fast bis zu den Schultern, waren an der linken Seite gescheitelt und so gekämmt, dass die Stirn frei blieb. Ihr Gesicht war schmal, und der volle, spottlüsterne Mund dafür fast etwas zu groß. Vielleicht waren die großen, meergrünen Augen unter sanft gewölbten, kaum merklich nachgezogenen Brauen das Schönste an ihr. Sie konnte zwar nicht als Filmschönheit gelten, aber als hübsch, und ihr pikantes Gesicht mit dem energischen, Eigensinn verratenden Kinn wirkte zuverlässig, sympathisch und vertrauenerweckend. Vielleicht war sie nicht die Frau, die in Hollywood Verkehrsstockungen hervorgerufen hätte — aber mit Sicherheit war sie das weibliche Wesen, nach der sich jeder richtige Mann insgeheim sehnt. Sie trug einen grünen Homespun Rock und Schuhe und Handschuhe von gleicher Farbe. Die halblange Pelzjacke darüber war nicht teuer gewesen, verriet aber Schick und Geschmack. Das Haar hatte sie unbedeckt gelassen.

Terry wohnte erst seit wenigen Tagen in London. Sie hatte fürs Erste in einer Privatpension am St. John's Circus Unterschlupf gefunden, aber weder zur Wirtin noch zu den übrigen Mietern einen guten Konnex. Die etwas rauen Sitten der Damen und Herren — die, genau genommen, gar keine Damen und Herren waren — erschreckten Terry, stießen sie ab. Terry wiederum war ihren Hausgenossen ein Dorn im Auge. Terry mit ihrer gut sitzenden, geschmackvollen Garderobe. Terry, die weder Cockney-Dialekt sprach noch beim Sprechen die Hälfte ihres Wortschatzes verschluckte, sondern sich eines kultivierten, etwas stockend vorgebrachten Oxford-Englisch bediente. Terry, die Kraftausdrücke verabscheute, zweideutige Witze eisig überhörte, nicht im Traum daran dachte, sich handgreifliche oder sonstige Vertraulichkeiten der Herren der Schöpfung bieten zu lassen ...

Ein einziger Pensionsgast wäre — vielleicht — der richtige Umgang für sie gewesen: Kenneth Ferran, der das an das ihr anstoßende Zimmer bewohnte. Aber sie konnten nicht zusammenkommen. Ferran war für ihren Geschmack zu unbekümmert, zu arrogant, zu frech.

Kurzum, Terry Lewis fühlte sich in der Pension Lee etwa so wohl wie der Goldfisch, den ein roher Schlingel in den Vogelkäfig gesperrt hat. Bloß: Sie ging nicht daran zugrunde; sie hatte auch ganz und gar nicht die Absicht, zugrunde zu gehen.

Die bittere Erfahrung, dass grandseigneurales Benehmen ein Privileg unabhängiger Menschen ist, hatte sie noch nicht gemacht. Allerdings war Terry Lewis unabhängig — soweit eben die arme Kirchenmaus unabhängig ist. Sie hatte die Mutter früh verloren und hernach das Leben ihres gütigen, verständnisvollen, ein wenig versponnenen Vaters geteilt, der ihr mehr brüderlicher Führer als strenger Erzieher gewesen war. Reichtümer hatte Christopher Lewis bei Lebzeiten allerdings nicht gesammelt, aber er hatte sein Auskommen gehabt. Sein jäher Tod war für Terry die Katastrophe gewesen; in jeder Hinsicht.

Sie hatte eine ausgezeichnete Erziehung genossen, sie war belesen und gebildet, und hatte eigene Ansichten; außerdem war sie eine gute Sekretärin. Zeugnisse fehlten ihr allerdings vollkommen.

Sie war in der festen Absicht von Leeds nach London gekommen, die Weltstadt zu erobern. Jetzt, nach wenigen Tagen, sah es ganz so aus, als solle der umgekehrte Fall eintreten.

Als Terry Lewis in den St. John's Circus einbog, schlug eine weit entfernte Turmuhr gerade die fünfte Nachmittagsstunde, ah er es war schon fast dunkel. Vom Fluss her zog Nebel auf, nicht gerade der typische Londoner Mist, aber quälend und unangenehm genug, um sich wie eine übelriechende Paste auf die Lungen zu legen. St. John's Circus war ein scheußlicher kleiner Platz, zwischen den Bahnhöfen Euston und St. Pancras in dem Dreieck gelegen, das Eversholt Street, Euston Road und Pancras Road bilden. In der Mitte befand sich ein Rondell mit einer kitschigen Amorette, rundum schloss sich der Straßenzirkel an, der nur einen einzigen Ausgang, nach Westen, hatte, dann kam ein schmaler Bürgersteig mit fünf symmetrisch über den ganzen Platz verteilten, vorsintflutlichen Straßenlaternen, und dahinter befanden sich schmale, ungepflegte Vorgärten mit geschmiedeten Gittern auf Steinsockeln.

Zehn dem Auge völlig gleiche Häuser, erschreckend in ihrer Hässlichkeit, säumten den Platz. Sie glichen einander wie die Hühnereier in der Kiste. Sie waren aus Klinkern aufgeführt, hatten alle gebrochene Walmdächer, die von einer Menge Schornsteine überragt wurden, und ihre Fassaden besaßen mit dem Gesicht einer verhärmten Frau große Ähnlichkeit, dem nicht einmal ein künstlerisches Make-up hätte Charme verleihen können. Angesichts der allenglischen Vorliebe für Mansarden war es kein Zufall, dass Terry in der Pension ein Mansardenzimmer bewohnte. Sie hasste diese Räume mit den schrägen Wänden. Leeds, ihre Heimat, war zwar auch nicht gerade das Nonplusultra gewesen, aber sie hatte sich dort tausendmal wohler gefühlt, als hier in London am St. John's Circus.

*

Die Haustür quietschte leise. Als Terry den Riegel hinter sich ins Schloss fallen hörte, spürte sie es wieder: ein leises Schwindelgefühl. Sekundenlang lehnte sie sich mit geschlossenen Augen gegen die Wand.

„Oh — Miss Lewis“, hörte sie eine besorgte Männerstimme sagen, „ist Ihnen nicht wohl? Kann ich etwas für Sie tun?“

Terry biss die Zähne zusammen und öffnete die Augen. Vor ihr stand ein großer, breitschultriger Mann von etwa eins zweiundachtzig, etwas älter als sie, mit breiten Schultern, einem mächtigen Oberkörper und überraschend schmalen Hüften. Sein Gesicht war rund und fest, vielleicht sogar ein wenig grob, aber auf jeden Fall ehrlich, und strahlte Wärme und Zuverlässigkeit aus. Es war ein kluges Männergesicht, mit hellen Augen, die wie die eines Kapitäns auf großer Fahrt blickten, aber jetzt, während sie Terry betrachteten, einen besorgten Ausdruck angenommen hatten. Das flaumige, weizenblonde Haar des jungen Mannes thronte als kaum zu bändigende Tolle wie eine Flamme über dem Schädel.

„Danke, danke, es geht schon wieder!“, erwiderte Terry abweisend. „Ich muss mich eben erst am das Londoner Klima gewöhnen. Außerdem ist vermutlich bei mir eine gehörige Erkältung im Anzug.“

„Stimmt!“, erwiderte Ferran lakonisch. „Ihre Augen haben einen fiebrigen Glanz, und Ihre Wangen glühen. Sie sollten gleich zu Bett gehen, aber vorher einen steifen Punsch trinken.“

„Vielen Dank für Ihre freundliche Fürsorge, Mr. Ferran!“ Terry schluckte. „Würden Sie mir eine persönliche Frage beantworten?“

„Aber mit dem größten Vergnügen, Miss Lewis“, erwiderte Ferran strahlend.

„Sind Sie Arzt? Würden Sie mich auch dann in Ihre zarte Fürsorge einhüllen, wenn ich nicht vierundzwanzig, sondern zweiundvierzig wäre?“

Nach Terrys letzten Worten war Ferrans gute Laune wie weggeblasen. Er erwiderte kühl, mit gefurchter Stirn: „Das sind zwei Fragen, Miss Lewis; eine war nur ausgemacht. Ich ziehe es vor, die zweite zu beantworten. Jawohl, auch dann würde ich mich um Sie kümmern — sofern Sie in jenem hypothetischen Falle wenigstens annähernd die gleiche entzückende Figur hätten, die Sie ja haben! — Sind Sie jetzt zufrieden?“

„Durchaus, Mr. Ferran. Ich habe Sie übrigens gar nicht anders eingeschätzt!“

Mit diesen Worten ließ Terry Ferran einfach stehen und ging müde auf ihr Zimmer.

Die Bettstatt hätte auch für drei Personen ausgereicht. Der Teppich bestand nur aus abgetretenen Stellen und ließ seine frühere Farbe nicht einmal mehr ahnen. Die Kommode hatte Mary Lee sicher irgendwann am Trödelmarkt oder auf einer billigen Auktion erstanden. Ein Nachttisch, ein ovaler Tisch, zwei Stühle, ein Ledersessel und die Waschgarnitur passten etwa so gut zueinander wie die Faust aufs Auge. Die Tapete war bereits vor dem zweiten Weltkrieg antik gewesen, der gemauerte Kamin war in Wirklichkeit eine dekorative Attrappe. Darüber hing ein riesiger Farbdruck, einen Ackergaul darstellend, auf dem ein stämmiger Kavallerist hockte, der eben die Trompete an die Lippen setzte. Unterschrift: „Zum Sammeln geblasen!“

Terry entkleidete sich mit matten, lustlosen Bewegungen. Die weiten Entfernungen in der riesigen Stadt, das treppauf — treppab der Stellensuche, der ständige Wechsel uninteressanter, gleichgültiger Gesichter, das erschreckende, lähmende Gefühl, wieder nichts gefunden zu haben — das alles hatte Terry hart zugesetzt. Fieber begann in ihren Adern zu rumoren. Dummerweise musste sie dabei an Ferran denken. Sie ärgerte sich. Trotz ihrer völligen Erschöpfung nahm sie sich an die Kandare. Nachdem sie sich ausgezogen hatte, wusch sie sich am ganzen Körper. Nichts vermisste sie so sehr wie das gewohnte tägliche Bad. In der Pension Lee war nicht daran zu denken. Den Mut, die stämmige Mary Lee mit einem entsprechenden Ansinnen zu bedrängen, hätte nicht einmal ein hochdekorierter Kriegsheld aufgebracht.

Terrys Energie reichte gerade noch zum Zähneputzen aus. Das Haar blieb ungebürstet.

Nachdem sie noch eine Zigarette geraucht hatte — gewissermaßen als Abendessen — legte sie sich ins Bett. Es war viel zu weich und viel zu warm. Müdigkeit füllte wie Blei ihre Glieder; ihr fielen die Augen zu. Schon war sie eingeschlafen.

*

Terrys Schlaf war unruhig und von Angstträumen gefoltert, die mehr und mehr greifbare Gestalt annahmen, bis sie endlich mit einem leisen Schrei erwachte. Langsam richtete sie sich im Bett auf. Ihr Herz schlug bis zum Hals. Unbehagen und Unlust fluteten durch ihrer: Körper, Schwere und Benommensein lasteten auf ihrem schmerzenden Kopf. Sie fühlte sich schwach und hinfällig, und brennender Durst quälte sie.

Sie wollte aus dem Bett steigen, hatte aber in diesem Augenblick nicht einmal die Kraft, die Bettdecke zurückzustrampeln. Im nächsten Augenblick begann sie zu frieren. Sie gähnte unaufhörlich, ließ sich schlapp zurücksinken und schloss die Augen wieder. Ihr Magen wollte sich umstülpen; sie hatte das Gefühl, in einer Schiffschaukel zu sitzen. Die Wangenmuskeln wollten ihr nicht mehr gehorchen; unabhängig vom Willen begannen sie zu arbeiten; rhythmisch schlugen die Zähne aufeinander. Terry zitterte am ganzen Körper und glaubte gleichzeitig, in einem Kühlschrank zu sitzen. Sie hatte gerade noch so viel Kraft, um die Bettdecke bis zum Hals hochzuziehen, als der Schüttelfrost auch schon richtig einsetzte. Eine raue Gänsehaut überzog den ganzen Körper, ihr Atem ging oberflächlich und rasch — Terry fühlte sich auf einen morschen Kahn versetzt, der im Begriff stand, in einem Wasserwirbel unterzugehen. Alles begann sich um sie zu drehen. Sie selbst saß zitternd, zähneklappernd, unfähig eines klaren Gedankens, im Mittelpunkt.

Sie hätte später nicht mehr angeben können, wie lange sie so gelegen hatte, ein hilfloses, klägliches Bündel Mensch, aber es schien ihr eine kleine Ewigkeit zu sein.

Als der Anfall endlich vorüber war, und Terry wieder vernünftig denken konnte, musste sie darüber lächeln. Sie wusste genau, dass Fieberfröste nicht lange anzudauern pflegen.

Unvermittelt fiel sie der Durst wieder an. Hitze stieg in ihr auf, die sich schnell bis ins Unerträgliche steigerte. Ihre Haut brannte. Mit einem Schlage brach ihr am ganzen Körper Schweiß aus.

Wenn ich nicht irgendetwas unternehme, dachte sie verzweifelt, liege ich am Morgen krank im Bett und kann nicht auf Stellungssuche gehen. Dann muss ich meine Reserven angreifen. Nein! Das darf nicht sein.

Terry zermarterte ihr Hirn nach dem, was man sie vor Jahren im Erste-Hilfe-Kurs über Fieberbehandlung gelehrt hatte. Nach langem Nachdenken glaubte sie es wieder zu wissen. Allein das Wegstrampeln der Bettdecke schuf ihr einige Erleichterung. Sie blieb sekundenlang so liegen, ehe sie sich ermannte und aufstand. Etwas taumelnd stand sie auf ihren Beinen. Dann wagte sie den ersten Schritt; es ging besser als erwartet. Sie tastete sich vorsichtig zur Kommode, zog die mittlere Schublade auf und nahm ein frisches Nachthemd heraus. Gleich am ersten Tag hatte sie Wäsche, Kleider und all ihre sonstige Habe akkurat und ordentlich eingeräumt.

Sie legte das dünne Batisthemd aufs Bett, ging zum Waschgestell und streifte den Schlafanzug ab. Erschauernd spürte sie die kalte Nachtluft auf der bloßen Haut. Rasch nahm sie das Handtuch, um sich abzutrocknen — hernach wusch sie den Körper eiskalt ab. Sich eine kalte Packung zu machen und damit ins Bett zu gehen, wagte sie nicht. Aus Furcht, die Bettwäsche zu verderben und dadurch bei Mary Lee einen Vulkanausbruch hervorzurufen.

Jetzt erst nahm sie die Wasserkaraffe und trank sie in gierigen Zügen leer. Nie zuvor hatte ihr ein Getränk so gut geschmeckt wie das chlorhaltige Londoner Leitungswasser in dieser Nacht.

Als sie das frische Nachthemd übergezogen hatte, ging sie noch nicht zu Bett, sondern huschte zum offenen Fenster, um frische Luft zu schöpfen.

Inzwischen hatte sich der Nebel fast völlig verzogen. Van irgendwoher hörte sie drei helle Schläge: drei Viertel zwei Uhr morgens.

Der fast volle Mond stand hinter den Giebeln und tauchte das nächtliche Häusermeer der Weltstadt in kaltes, silbernes Licht. Terry sah auf die Hofseite des Grundstücks hinunter, das durch eine mannshohe Mauer von Nummer 16 St. John's Circus abgeteilt war. Dahinter erhob sich die Seitenfront des Hauses 16, das Haus Nummer 14 wie ein Ei dem anderen glich. Ein klagender Schrei ließ Terry zusammenfahren. Sie lachte leise auf, als dem Schrei ein fauchendes Schnurren antwortete, das sich zu einem Heulen wilder Raserei steigerte. Kater und Katze auf Brautschau ...

In der ersten Etage des Nebenhauses flammte Licht auf. Es war das dritte Zimmer von links. Terry konnte die Möbel des Zimmers in verschwommenen Konturen sehen, weil das Fenster nur durch einen dünnen Gaze-Vorhang abgeschirmt war.

Wieder brach ihr am ganzen Körper der Schweiß aus. Höchste Zeit, zu Bett zu gehen ...

Sie trat einen Schritt zurück und wollte sich abwenden, als noch einmal das erleuchtete Fenster ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Obwohl ihr im Allgemeinen Neugierde fremd war, zwang sie irgendein rätselhafter Impuls dazu, genauer hinzusehen. Sie sah deutlich, dass zwei Männer den Raum betreten hatten, sah ihre Bewegungen, ihre Schatten. Sie schienen sich miteinander zu unterhalten und ihr Gespräch durch heftige Bewegungen zu unterstreichen. Der eine Mann, der Kleinere, drehte sich um und wandte dem anderen den Rücken zu.

Dieser hob blitzschnell beide Hände, ließ sie mit einer seltsamen Bewegung vorschnellen, zog sie ruckartig wieder zurück, und es sah so aus, als drehe er etwas zusammen: einen Strick, einen Draht oder dergleichen ...

Der Kleinere fiel mit dem Rücken gegen den Hintermann, sackte zusammen — war plötzlich nicht mehr zu sehen.

Fast im gleichen Moment ging das Licht aus.

Mit vor Schreck geweiteten Augen starrte Terry die finstere Mauer an, von der sich eben noch deutlich ein leuchtendes Quadrat abgehoben hatte. Sie öffnete den Mund, um zu schreien, brachte aber keinen Ton heraus. Gerade noch hatte sie die Kraft, sich zum Bett zu schleppen, als sie schon würgende Übelkeit in sich aufsteigen fühlte, zusammenbrach und mit dem Oberkörper auf das Bett fiel, während ihre Knie haltlos auf dem Bettvorleger einknickten.

*

Um acht Uhr war Terry Lewis immer noch nicht zum Frühstück erschienen.

„Was sich die Gans bloß einbildet!“, sagte Mrs. Lee ärgerlich zu ihrem Dienstmädchen. „Ihretwegen werde ich Breakfasttime auf fünf Stunden ausdehnen! Und das bei den Preisen und der Personalknappheit!“

„Sehr richtig, Mrs. Lee“, pflichtete ihr Meg verdrossen bei, ein dürres, ältliches Mädchen. Sie lachte trocken auf, um ihrer besonderen Verachtung Ausdruck zu verleihen. „Was sich die Lewis bloß einbildet! Hat hinten und vorne nichts, spielt aber unsereinem gegenüber die große Dame!“

Meg hielt nicht viel von gebildeten, kultivierten Frauen, wenn sie dazu noch jung und hübsch waren — eine Auffassung, die sie mit vielen alternden Jungfern ihres Standes teilte.

„Dann wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als dass ich selbst gehe und das gnädige Fräulein wecke!“, sagte Mary Lee in unheilverkündendem Ton.

Sie war klein und stämmig und nicht mehr ganz jung. Sie hatte ordentlich gekämmte graue Haare. Ihre Stimme klang angriffslustig, die Augen blitzten misstrauisch und verächtlich in die Welt. Sie trug eine knallbunte Kleiderschürze, solide Strümpfe und Filzhausschuhe. An ihrer verarbeiteten, gut gepolsterten Hand traten die Adern als blaue Stränge hervor. Lee war mit einem Postbeamten verheiratet gewesen, den sie nach Strich und Faden beherrscht, ja tyrannisiert hatte. John war vor einem knappen Jahrzehnt gestorben, ohne seine Frau vorher um Erlaubnis zu fragen, was sie ihm übrigens immer noch nicht ganz vergeben hatte.

Sie besaß auch gute Seiten, aber diese kamen im Verkehr mit ihren Hausgästen höchst selten zum Durchbruch.

Als sie dreimal an die Tür von Zimmer vier anklopfte, aber keine Antwort erhalten hatte, trat sie entschlossen ein und blieb mit einem erschreckten Aufschrei auf der Schwelle stehen. Miss Lewis kniete in verkrümmter Haltung halb vor dem Bett, den Oberkörper unterhalb des Kopfkissens flach auf dem Laken, und hatte sich achtlos einen Teil der Bettdecke über die Schultern gezerrt.

Mary Lees Erstarrung hielt nicht lange an. Das Leben selbst hatte sie zupacken gelehrt. Sie trat rasch näher, bückte sich zu Terry nieder und schob achtlos die Bettdecke zur Seite. Dann legte sie der Regungslosen die Hand auf die Schulter. Gottlob — sie war warm ...

Terry begann sich plötzlich zu bewegen. Ihr Oberkörper begann zu zucken, sie stieß ein röchelndes Seufzen aus und versuchte, sich aufzurichten.

Mrs. Lee packte sie resolut unter den Achseln, hob sie hoch und legte sie mühelos wie ein Baby ins Bett.

„Um Himmels willen, Kind“, sagte sie, während sie Terry zudeckte, „haben Sie mir einen Schreck eingejagt! Sie erfrieren ja! Warten Sie, ich werde Ihnen rasch einen starken Tee kochen und einen gehörigen Schuss Rum hineinschütten, das stellt Sie wieder auf die Beine. Klar, Sie haben sich gestern erkältet. Ist schließlich kein Wunder bei der hauchdünnen Wäsche, die ihr jungen Dinger aus purer Eitelkeit auch im Winter tragt!“

Für Mary Lee lag die Wurzel aller kleinen und großen weiblichen Leiden ganz einfach darin, dass kaum jemand mehr die dicke, solide Wollwäsche trug, die sie selbstverständlich bevorzugte.

Sie ergriff Terrys Handgelenk, um den Puls zu fühlen, und legte die Rechte auf Terrys Stirn.

„Fieber!“, murmelte sie. „Sie bleiben heute im Bett!“, fügte sie energisch hinzu. „Ich werde Dr. Brown anrufen ...!“

„Ich wusste gar nicht, dass Sie so nett sein können, Mrs. Lee!“, hauchte Terry, die es, nicht immer zu ihrem Vorteil, fanatisch mit der Wahrheit hielt.

„Nun, nun, man ist schließlich kein Unmensch!“, meinte die Wirtin konsterniert. „Oder hatten Sie das etwa gedacht, he?“

Terry zauberte ein gequältes Lächeln auf ihr Gesicht. „Aber nein, Mrs. Lee, Sie sind schon richtig! Ich bin es nur seit dem Tod meines Vaters nicht mehr gewöhnt, dass sich jemand um mich kümmert. — Wer wohnt eigentlich im Nebenhaus?“

„Meinen Sie etwa Nummer 16?“

Terry nickte.

„Es steht seit Anfang Oktober leer“, murmelte die Wirtin misstrauisch. „He, sind Sie ganz sicher, dass Sie richtig bei sich sind, Miss Lewis?“

Terry lächelte. „Wir brauchen den Doktor wirklich nicht ...“

„Ruhig und keine Widerrede!“

In diesem Moment hatte Mary Lee große Ähnlichkeit mit einer zürnenden Mutter. „Sie bleiben hier liegen, rühren sich nicht aus dem Bett und warten hübsch brav, bis ich Ihren Tee bringe ...!“

*

Als Mrs. Lee die Tür hinter sich ins Schloss gezogen hatte, schlug Terry die Decke zurück und stieg aus dem Bett. Etwas taumelnd ging sie zum Waschgestell, goss die Schüssel in den Eimer aus, und frisches Wasser aus der Kanne nach. Dann begann sie sich zu waschen und mit unverhohlener Ungeduld Toilette zu machen. Sie fühlte sich immer noch matt und ganz zerschlagen, aber sie biss die Zähne zusammen und hielt sich gewaltsam aufrecht. In ihrem Kopf ging es wie in einem Bienenhaus zu. Allmählich kristallisierten sich aus der Fülle vager, nebulöser Gedanken die Ereignisse der vergangenen Nacht heraus. Wie war das doch gewesen? Sie, Terry, hatte kurz nach drei Viertel zwei das Nebenhaus beobachtet — plötzlich war in einem Zimmer in der ersten Etage Licht aufgeflammt, zwei Männer waren im Raum gewesen und hatten sich miteinander heftig gestikulierend unterhalten. Plötzlich hatte der größere dem anderen von hinten eine Schlinge um den Hals geworfen, und ...

Mrs. Lees Wiedererscheinen riss Terry aus ihren Gedanken.

„Nein, ich denke, mich laust der Affe!“, sagte die Wirtin entsetzt und stellte das Tablett auf den Nachttisch, auf dem eine dampfende Kanne, eine Tasse und eine Zuckerdose standen. Ein Körbchen mit heißem Toast, eine Schale Jam und ein Näpfchen mit sechs Tabletten vervollständigten das appetitliche Stillleben.

„Sie sind wirklich ein eigenartiges Mädchen!“, fuhr Mrs. Lee ärgerlich fort. „Wenn Sie meine Tochter wären, würde ich Sie übers Knie legen und gehörig versohlen! Was fällt Ihnen bloß ein?“

Nichtsdestoweniger begann sie den Toast mit Butter zu bestreichen, und danach goss sie Tee in die Tasse.

Sie befahl: „Herkommen, Miss Lewis! Nehmen Sie drei von den Tabletten und essen Sie Ihr Frühstück. Und dann marsch und ohne Widerrede ins Bett!“

Terry hatte ihre Toilette beendet. Sie kam mit matten Schritten näher und ließ sich schwer aufs Bett fallen.

„Sie sind wirklich sehr freundlich zu mir, Mrs. Lee“, murmelte sie niedergeschlagen. „Ich will nachher auch ganz bestimmt brav ins Bett gehen. Eine Frage: Wo liegt das zuständige Polizeirevier?“

„Mein Gott, jetzt fantasiert sie schon!“ Die Wirtin schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Für die Kürze eines Augenblickes spielte Terry mit dem Gedanken, sich der Älteren zu eröffnen, gab ihn aber gleich wieder auf. Bei der derben, nur dem Vordergründigen verhafteten Mary Lee hätte sie wohl kaum die richtige Resonanz gefunden. Deshalb beschränkte sie sich darauf, mit einem Unterton ihrer alten Energie zu sagen:

„Irrtum, Mrs. Lee, ich bin so gut bei Sinnen wie Sie! Also, die Adresse, bitte!“

„Zuständig ist das Euston Revier, Euston Lane; es sind nur einige Schritte bis dorthin. Hören Sie mal, Miss Lewis ...“ — ein jäher Verdacht blitzte in Marys misstrauischen Augen auf — „... stimmt vielleicht etwas nicht mit Ihnen?“ Terry fühlte sich von fragenden Blicken förmlich abgetastet. „Ärger mit der Polizei ist das Allerletzte, was eine Frau in meiner Situation brauchen kann ...“

„Aber nein, Mrs. Lee, davon kann nicht die Rede sein!“ Sekundenbruchteile lang spielte ein spöttisches Lächeln um Terrys Lippen. „Sie brauchen sich in dieser Richtung keine Sorgen zu machen und Ihre silbernen Löffel nicht ins Banksafe zu legen ...“

II

Euston Lane war eine hässliche Straße mit rußgeschwärzten Häusern, und in einem dieser Häuser war das Euston Revier untergebracht. Hier war vom brandenden Verkehr der Weltstadt nichts zu spüren, aber die Nähe der Bahnhöfe Euston und St. Pancras sorgte schon für die nötigen Geräusche. Wenn tatsächlich einmal das Fauchen und schrille Pfeifen der Lokomotiven, das Rattern von Eisenrädern über Schienenstöße, das Quietschen der Bremsen auf der einen Station verstummte, setzte es auf der anderen bestimmt mit verdoppelter Lautstärke neu ein.

Terry betrat gegen neun einen kurzen, dunklen Korridor, in dem es nach frischem Bohnerwachs und kaltem Tabak roch, und ging einem Richtungspfeil nach, der sie in den Hauptraum des Reviers führte, ein lang gestrecktes, in der Mitte durch eine Holzbarriere geteiltes Zimmer mit verfärbtem Linoleum auf dem Fußboden. An den Wänden standen Holzbänke, hinter der Barriere einige Stehpulte und zwei Schreibmaschinentische. An der Wand hing ein großer Stadtplan von London.

Eine ältere, einfach gekleidete Frau hockte auf der Bank und hielt einen kleinen Jungen auf den Knien, der seinen Kopf verschüchtert an ihrer Brust barg. Hinter einem der Schreibmaschinentische saß ein Polizist und stellte an ein schäbiges, unrasiertes Individuum halblaut Fragen, die er gleich darauf samt den Antworten auf die Tasten hämmerte.

Ein langer, dünner Sergeant — wohl kaum älter als Terry — bemerkte die deutlich zur Schau getragene Befangenheit der Besucherin und trat an die Barriere, um sie anzusprechen:

„Hallo, Miss, kommen Sie bitte hierher! Was kann ich für Sie tun?“

Terry trat rasch näher, in ihrem grauen Jersey-Kostüm eine elegante und erfreuliche Erscheinung.

„Guten Tag, Sir!“, sagte sie leise. „Ich heiße Terry Lewis und wohne in der Pension Lee, 14 St. John's Circus. Ich möchte den Revier-Inspector sprechen.“

„Ich bin Revier-Sergeant Stamming“, sagte der lange Dünne. „Worum handelt es sich, bitte?“

„Das möchte ich dem Inspector selbst sagen ...“

Stamming hielt den Kopf schief und lächelte belustigt. „So schlimm?“

Terry nickte. „Ich bin in der vergangenen Nacht wahrscheinlich Augenzeugin eines Mordes geworden ...“

Stamming fixierte sie verblüfft und unterbrach sie im Ton ungläubigen Erstaunens:

„Und da kommen Sie jetzt zur Polizei? Das ist aber schnell gegangen!“

„So lassen Sie mich doch erklären, Sir!“, bat Terry hilflos.

Inzwischen hatte der Sergeant die Klapptür der Barriere geöffnet und machte eine einladende Handbewegung. „Kommen Sie, Miss Lewis, Sie können den Fall gleich Inspector Thompson vortragen ...“

Stamming führte Terry durch die Hintertür auf einen langen Gang und blieb schon nach wenigen Schritten vor einer Tür stehen, auf der ein Emailleschild: „Percival Thompson — Revier-Inspector“ angebracht war.

Nach kurzem Anklopfen öffnete er die Tür und zog Terry in ein kleines, etwas besser eingerichtetes Büro. Dort saß ein kahlköpfiger, dicklicher Zivilist in dunklem Anzug, weißem Hemd und diskret gestreiftem hellen Binder hinter dem Schreibtisch. Er hatte ein rundliches, etwas gerötetes Gesicht mit einem kantigen Kinn, wulstigen Lippen und einer fleischigen Nase. Buschige schwarze Augenbrauen gaben den überraschend kleinen Augen darunter etwas Drohendes.

„Inspector Thompson — Miss Terry Lewis“, stellte der Sergeant vor und fuhr, an seinen Vorgesetzten gewandt, unbewegten Tones fort:

„Miss Lewis hat ausdrücklich Sie zu sprechen verlangt, Sir! Sie behauptet, in der vergangenen Nacht Augenzeugin eines Mordes geworden zu sein!“

„Ich behaupte das nicht, es ist so gewesen!“, unterbrach ihn Terry bestimmt. „Ich bin schließlich keine hysterische Gans!“

„Nein, natürlich sind Sie das nicht!“, sagte der Inspector beschwichtigend und deutete höflich auf einen vor dem Schreibtisch stehenden Sessel. „Nehmen Sie bitte Platz und sprechen Sie sich die Sache vom Herzen.“

Er sah ihre Hände zittern und beeilte sich, ihr einladend sein geöffnetes Zigarettenetui zu präsentieren. Nachdem sie sich eine Oxford genommen, und er sich selbst bedient hatte, gab er zunächst Terry und dann sich selbst Feuer.

Sergeant Stamming blieb, den Rücken gegen die Wand gelehnt, in abwartender Haltung stehen.

„Wie soll ich bloß beginnen ...?“, fragte Terry nervös mehr sich selbst. „Ich bin erst sehr kurze Zeit in London, seit 24. Februar, und wohne seitdem in der Pension Lee. Als ich in der vergangenen Nacht aufwachte, trat ich zum Fenster ...

Klar und prägnant, unter Betonung der wesentlichen Akzente, berichtete sie ihr unheimliches Abenteuer.

„Moment, Miss Lewis!“ Thompson hob die Hand und blickte Terry streng an, die Stirn in finstere Falten gelegt. Jetzt erst sah sie, dass er ein graues und ein blaues Auge hatte.

„Warum haben Sie uns denn nicht sofort verständigt?“, fragte er grollend. „In der Pension Lee wird es doch einen Telefonanschluss geben?“

Terry antwortete leise: „Ich hatte einen Schüttelfrost gehabt; deshalb auch war ich aufgestanden, und fühlte mich hernach gleich wieder vom Fieber überflutet. Das Grässliche ...“, sie erschütterte in jäher Rückerinnerung, „... das ich optisch miterlebte, ohne irgendwie eingreifen, ohne den armen Teufel retten zu können — das gab mir den Rest. Ich konnte mich gerade noch zu meinem Bett schleppen und bin dort zusammengebrochen. Ich erwachte erst, als mich Mrs. Lee heute Morgen weckte. Danach habe ich sofort flüchtig Toilette gemacht und bin zu Ihnen gekommen.“

Der sprechende Blick, den Thompson Sergeant Stamming zuwarf, entging Terry nicht. Stamming grinste sekundenlang ironisch, und Thompson ließ auf Terry ein Trommelfeuer weiterer Fragen los.

Danach erst wandte er sich wieder an den Revier-Sergeanten.

„Stamming, schicken Sie Marron und Largenth los.“

„Verzeihung, Sir“, warf Terry ein, „das Haus 16 St. John's Circus soll seit Anfang Oktober leer stehen, hat meine Wirtin gesagt ...“

Der Inspector schlug mit der Faust auf den Tisch. Er erhob sich. Er war viel kleiner, als Terry ursprünglich angenommen hatte, etwa eins fünfundsechzig.

Thompson wollte etwas zu Terry sagen, gab den Gedanken aber sofort wieder auf und herrschte Stamming an:

„Die beiden sollen sich auf jeden Fall irgendwie Zutritt verschaffen, auch wenn die Haustüren versperrt sind — das ist ein Befehl. Er ist durch die besondere Situation gerechtfertigt.“

„Gewiss, Sir!“, erwiderte der Sergeant und verließ eilig den Raum.

„Da sich der Aktenkram leider nicht vermeiden lässt“, begann der Inspector von Neuem, „wollen wir gleich das Protokoll vorbereiten. Darf ich um Ihre Personalien bitten?“

Terry antwortete gehorsam:

„Terry Lewis, englische Staatsangehörigkeit, ledig, am 21. März 1936 in Leeds geboren ...“

Thompson machte sich einige Notizen und fragte dann lächelnd:

„Haben Sie schon einmal mit der Polizei zu tun gehabt, Miss Lewis?“

„Nein!“, murmelte Terry erstaunt.

„Und woher kennen Sie die üblichen Floskeln?“

„Von der Arbeit meines Vaters, Sir. Pa war Schriftsteller, und ich arbeitete als seine Sekretärin.“

„Das erklärt immerhin einiges. Well, wollen Sergeant Stamming gleich das Protokoll diktieren, damit er es fertig machen und von Ihnen unterschreiben lassen kann.“

Thompson klingelte nach seinem Revier-Sergeanten.

Er formulierte nach Terrys Angaben das Vernehmungs-Protokoll, und Stamming stenografierte alles mit.

Als das Diktat beendet war, verschwand er im Hauptraum, um sofort die Reinschrift anfertigen zu lassen.