Ernährung: Was essen wir morgen? (GEO eBook Single) -  - ebook

Ernährung: Was essen wir morgen? (GEO eBook Single) ebook

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Fleisch, Fisch, Obst in Hülle und Fülle. Schön, aber so ist der Tisch nur für eine Minderheit der Weltbevölkerung gedeckt. Soll die Menschheit auch morgen noch satt werden, muss sich rasant ändern, was und wie wir essen - und wie wir Nahrungsmittel produzieren. In den Versuchsküchen für die Zukunft brodeln schon die Ideen dafür: Wurst aus dem Bioreaktor, Insekten auf dem Teller, Fisch aus der Farm, Salat aus dem Wolkenkratzer, Reis aus dem Genbaukasten. Die großen Themen der Zeit sind manchmal kompliziert. Aber oft genügt schon eine ausführliche und gut recherchierte GEO-Reportage, um sich wieder auf die Höhe der Diskussion zu bringen. Für die Reihe der GEO eBook-Singles hat die Redaktion solche Einzeltexte als pure Lesestücke ausgewählt. Sie waren vormals Titelgeschichten oder große Reportagen in GEO.

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Herausgeber:

GEODie Welt mit anderen Augen sehenGruner + Jahr AG & Co KG, Druck- und Verlagshaus,Am Baumwall 11, 20459 Hamburgwww.geo.de/ebooks

Ernährung

…und was essen wir morgen?

Revolutionäre Konzepte für die Welternährung der Zukunft

Fleisch, Fisch, Obst in Hülle und Fülle. Schön, aber so ist der Tisch nur für eine Minderheit der Weltbevölkerung gedeckt. Soll die Menschheit auch morgen noch satt werden, muss sich rasant ändern, was und wie wir essen – und wie wir Nahrungsmittel produzieren. In den Versuchsküchen für die Zukunft brodeln schon die Ideen dafür: Wurst aus dem Bioreaktor, Insekten auf dem Teller, Fisch aus der Farm, Salat aus dem Wolkenkratzer, Reis aus dem Genbaukasten

von Fred Langer und Susanne Krieg

Maastricht, Niederlande. Mark Post steht neben verpackten Mikroskopen, Abzugshauben, Brutschränken und verspricht, die drängendsten Probleme der Menschheit zu lösen. Mit einem Hamburger. Hunger, Seuchen, globale Erwärmung: mit seinem „Viertelpfünder“ alles kein Thema mehr.

Der Gefäßmediziner baut an der Universität Maastricht ein Labor auf, in dem seine Doktoranden Muskelfasern aus der Petrischale züchten werden. Rund 3000 kleine Streifen, die sie anschließend zu Hackfleisch zerschnetzeln und brutzeln wollen – vor „den Kameras der Welt“, wie Post hofft.

Der öffentliche Grillabend soll den Beginn einer neuen Ära markieren. Denn Post will die traditionelle Fleischproduktion abschaffen. Das Fleisch der Zukunft, glaubt er, werde aus Stammzellen gezüchtet und in Bioreaktoren heranwachsen. Zweifel? „Es gibt doch gar keine Alternativen!“

Warum sich die Welt ihre Fleischeslust eines Tages nicht mehr wird leisten können – die Fakten liegen auf dem Tisch: Fleischerzeugung verursacht fast 20 Prozent der Treibhausgase; mehr als alle Autos, Flugzeuge, Züge und Schiffe zusammen. Viehmast beansprucht rund 80 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen und fast ein Zehntel des Süßwassers.

Und die Welternährungsbehörde FAO geht davon aus, dass sich der Fleischkonsum bis 2050 verdoppeln wird. Was keineswegs nur daran liegt, dass sich immer mehr Menschen an der globalen Tafel niederlassen. Der wachsende Wohlstand ist das Problem. In China, Indien und anderen Schwellenländern steigen mehr und mehr Familien in die Mittelschicht auf – und wollen sich Fleisch leisten, nicht nur als Festtagsbraten.

Oder feines Seafood. Was dazu beiträgt, dass sich die Meere leeren. Weltweit landen die Fangschiffe derzeit 80 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr an. Der nahende Tod für etliche Arten.

Immer dringlicher gesucht sind deshalb revolutionäre Konzepte für den Speiseplan der Menschheit.

Gibt es sie schon? Was wird aufgetischt in den Versuchsküchen der Wissenschaft, welches sind die vielversprechendsten Ideen für morgen? Wir haben Visionäre und Praktiker besucht, Forscher, die in ihren Labors an den Zukunftsrezepten arbeiten. Manches, was da köchelt, sieht noch arg nach Science-Fiction aus. Anderes ist bereits im Alltag angelangt – auch wenn wir es manchmal gar nicht merken.

Die Fleisch-Laboranten

Der Tisch ist reich gedeckt, eigentlich. Mehr als zehn Milliarden Menschen könnte die Welt mit Lebensmitteln versorgen, wenn sie alle Vegetarier wären, rechnet Mark Post in seinem Labor in Maastricht vor. Doch die Fleischverächter sind nun einmal eine Minderheit, auch Post gehört nicht zu ihnen. Und deshalb hat er sich vorgenommen, das Fleisch neu zu erfinden.