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Was bedeutet es, wenn die Erde selbst zu einem Datenspeicher wird? Wenn Bäume Erinnerungen tragen, die nicht ihre eigenen sind? In sieben eindringlichen Erzählungen entwirft Zuzanna Pietrzak eine nahe Zukunft, die erschreckend nah an der Gegenwart liegt – angesiedelt in der Vojvodina, jener flachen, vielvölkischen Landschaft im Norden Serbiens, wo Vergangenheit und Moderne seit jeher in merkwürdiger Spannung stehen. Das Buch versammelt Geschichten über Menschen, die an den Rändern technologischer Systeme leben: eine Archäologin, die im Boden etwas findet, das dort nicht sein sollte; Bewohner einer Region, deren Alltagswelt sich unmerklich aber unwiderruflich verändert. Pietrzak erzählt nicht von spektakulären Umbrüchen, sondern von den leisen, fast beiläufigen Momenten, in denen das Vertraute kippt. Ihre Prosa ist präzise und atmosphärisch dicht, durchwirkt von der Landschaft der Vojvodina – Eichenhaine, Schotterstraßen, der Geruch von Erde und Holzrauch – und gerade dadurch umso beunruhigender. Im Zentrum steht die Frage, die dem Band vorangestellt ist: Wenn Systeme erinnern, bewerten und verwerten – wer bleibt dann Herr über das Eigene? Pietrzak kreist um Autonomie, Überwachung und das Verschwinden von Grenzen zwischen Natur und Technologie, zwischen Körper und Datenspeicher, zwischen dem, was man besitzt, und dem, was einen besitzt. Ein ungewöhnlicher, literarisch ambitionierter Erzählband, der Science-Fiction als Reflexionsraum versteht und dabei nie den Menschen aus dem Blick verliert.
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Liczba stron: 131
Rok wydania: 2026
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