Pädagogik bei geistigen Behinderungen -  - ebook

Pädagogik bei geistigen Behinderungen ebook

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Opis

Das Buch bietet eine grundlegende Einführung in die pädagogischen Konzepte und Hilfen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung. Einleitend werden die Geschichte und das System der Geistigbehindertenhilfe in Deutschland behandelt. Dann werden der Begriff und das Phänomen geistige Behinderung aus pädagogischer, psychologischer, soziologischer und medizinischer Perspektive beleuchtet. Neben der Frühförderung und Diagnostik finden die Leitkonzepte der Pädagogik bei geistiger Behinderung sowie die schulische und außerschulische Förderung eine eingehende Darstellung. Weitere Kapitel widmen sich Methoden und Konzepten der Intervention, Förderung und Therapie. Ein Ausblick auf internationale Entwicklungen, auf interdisziplinäre Ansätze und auf ethische Perspektiven des Fachs rundet den Band ab.

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Das Buch bietet eine grundlegende Einführung in die pädagogischen Konzepte und Hilfen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung. Einleitend werden die Geschichte und das System der Geistigbehindertenhilfe in Deutschland behandelt. Dann werden der Begriff und das Phänomen geistige Behinderung aus pädagogischer, psychologischer, soziologischer und medizinischer Perspektive beleuchtet. Neben der Frühförderung und Diagnostik finden die Leitkonzepte der Pädagogik bei geistiger Behinderung sowie die schulische und außerschulische Förderung eine eingehende Darstellung. Weitere Kapitel widmen sich Methoden und Konzepten der Intervention, Förderung und Therapie. Ein Ausblick auf internationale Entwicklungen, auf interdisziplinäre Ansätze und auf ethische Perspektiven des Fachs rundet den Band ab.

Prof. em. Dr. Heinz Mühl: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Prof. Dr. Georg Theunissen: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dr. Ernst Wuellenweber: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Ernst Wüllenweber Georg Theunissen Heinz Mühl (Hrsg.)

Pädagogik bei geistigen Behinderungen

Ein Lehrbuch für Studium und Praxis

Verlag W. Kohlhammer

Alle Rechte vorbehalten © 2006 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart

Print: 978-3-17-018437-4

E-Book-Formate

pdf:

978-3-17-022906-8

epub:

978-3-17-027668-0

mobi:

978-3-17-027669-7

Inhaltsverzeichnis

VorwortErnst Wüllenweber, Georg Theunissen & Heinz Mühl

Teil I Geschichte der Pädagogik bei geistiger Behinderung

Die Entwicklung der Erziehung, Bildung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung von den Anfängen bis zur Zeit des NationalsozialismusNorbert Störmer

Der NationalsozialismusKlaus Dörner

Geistigbehindertenpädagogik in der DDRGeorg Theunissen

Aufbau und Entwicklung der Pädagogik bei geistiger Behinderung von 1950 – 1989 in der BRDBettina Lindmeier & Christian Lindmeier

Teil II Strukturen, Verbände und finanzielle Transferleistungen im System der Behindertenhilfe in Deutschland

Strukturen, Zuständigkeiten und Finanzierung der GeistigbehindertenhilfePeter Trenk-Hinterberger

Organisationen und Verbände – Die Hauptlinien der bisherigen EntwicklungKarl-Heinz Boeßenecker

Materielle Transferleistungen für Menschen mit geistiger BehinderungKurt Wörrle

Teil III Internationale Konzepte in Europa und den USA

Unterstützungsmöglichkeiten für geistig behinderte Menschen in EuropaBettina Lindmeier & Christian Lindmeier

Aktuelle Trends in der Pädagogik für Menschen mit geistiger Behinderung in den USADavid Westling, Wolfgang Plaute & Georg Theunissen

Teil IV Begriff und Phänomen der geistigen Behinderung

Geistige BehinderungWolfram Kulig, Georg Theunissen & Ernst Wüllenweber

Merkmale und Schweregrade geistiger BehinderungHeinz Mühl

Menschen mit geistiger Behinderung zwischen Stigmatisierung und Integration – Behindertensoziologische Aspekte der These , Entstigmatisierung durch Integration!‘Reinhard Markowetz

Geistige Behinderung – medizinische GrundlagenMichael Seidel

Menschen mit geistiger Behinderung aus psychologischer Sicht: Konzepte und TätigkeitsfelderWolfgang Hesse

Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen bei Menschen mit geistiger BehinderungGeorg Theunissen

Krisen und soziale Probleme von Menschen mit geistiger Behinderung – programmatische Ansätze zum Verständnis kritischer LebenslagenErnst Wüllenweber

Geistige Behinderung und AutismusMelitta Stichling, Manuela Paul & Georg Theunissen

Teil V Leitkonzepte der Pädagogik bei geistiger Behinderung

NormalisierungHans-Jürgen Pitsch

Selbstbestimmung und EmpowermentWolfram Kulig & Georg Theunissen

Integration und InklusionAndreas Hinz

Teil VI Frühe Förderung und Diagnostik

Frühförderung – erste Hilfen für Kind und ElternSabine van Nek

Pädagogische Angebote im VorschulalterHeinz Mühl

Förderdiagnostik, Fähigkeits- und EntwicklungsdiagnostikSusanne Nußbeck

Verstehende DiagnostikGeorg Theunissen

RehistorisierungWolfgang Jantzen

Teil VII Schulische Förderung

Konzeption der Förder-/Sonderschule für geistig BehinderteHeinz Mühl

Integrativer Unterricht bei geistiger Behinderung? Integrativer Unterricht ohne geistige Behinderung!Andreas Hinz

Gemeinsames Lernen in KooperationsklassenHeinz Mühl

Schulische Didaktik und MethodikHeinz Mühl

Teil VIII Außerschulische Angebote und Bildung

Pädagogik im Bereich des WohnensMonika Seifert

Berufliche Bildung und Teilhabe geistig behinderter Menschen am ArbeitslebenChristian Lindmeier

Menschen mit geistiger Behinderung in der Freizeit – Versuch einer StandortbestimmungUlrich Niehoff

Bildung im Erwachsenenalter und AlterClaudia Hoffmann & Georg Theunissen

Teil IX Methoden, Therapie, Intervention

Pädagogische Beratung – ein beutender Ansatz für die heilpädagogische Arbeit mit Menschen mit geistiger BehinderungErnst Wüllenweber & Marion Ruhnau-Wüllenweber

Case Management – Konzept, Implementierung, ChancenErnst Wüllenweber

Psychotherapie bei Menschen mit geistiger BehinderungUlrike Luxen

Behindertenpädagogische Krisenintervention – ein pragmatischer Ansatz zum pädagogischen Handeln in kritischen LebenslagenErnst Wüllenweber

Alternative Kommunikation (AK)Adrienne Biermann

Verfahren, Konzepte, Methoden – Hilfen für die Förderung geistig BehinderterHans-Jürgen Pitsch

Sexualität von und Sexualpädagogik für Menschen mit geistiger BehinderungWolfgang Plaute

Teil X Herausforderungen Perspektiven Forschung

Die Geschlechterperspektive in der GeistigbehindertenpädagogikUlrike Schildmann

Skizzen zu Fragen der ProfessionalisierungErnst Wüllenweber

Interdisziplinarität – Auftrag, Chance, HerausforderungErnst Wüllenweber

Geistige Behinderung – Menschenbild, Anthropologie und EthikMarkus Dederich

Netzwerk People First Deutschland – Zur Selbstvertretung von Menschen mit LernschwierigkeitenStephan Göthling, Kerstin Schirbort & Georg Theunissen

Skizzen zur Forschung in Bezug auf Menschen mit geistiger BehinderungErnst Wüllenweber

AutorInnenverzeichnis

Vorwort

Die Pädagogik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt und befindet sich bis heute in einer ständigen Weiterentwicklung. Das betrifft zum Beispiel den Behinderungsbegriff im Allgemeinen und das Verständnis von geistiger Behinderung im Besonderen. Ferner vollzieht sich derzeit im internationalen Bereich ein Wandel von der Integration zur gesellschaftlichen Partizipation und Inklusion, der auch die hiesigen Konzepte der Geistigbehindertenpädagogik erreicht hat; und mit dem Empowerment-Konzept und dem Leitgedanken der Selbstbestimmung gibt es weitere Wegweiser einer zeitgemäßen Behindertenarbeit. Darüber hinaus begegnen wir selbstverständlich auch einer Fülle neuer Methoden und Handlungskonzepte im Bereich der Geistigbehindertenpädagogik, die sich nicht selten der Förderung von Selbstbestimmung und Unterstützung eines physisch-psychischen Wohlbefindens verschrieben haben.

Das vorliegende Handbuch trägt diesen Entwicklungen und Veränderungen Rechnung und versucht, den aktuellen Stand der Fachdiskussion aufzuzeigen. Hierzu ist das Themenspektrum sehr breit angelegt, um einen umfassenden Theorie und Praxis bezogenen Überblick zu bieten. Damit hat das Buch zugleich den Charakter eines Nachschlagewerkes, indem sich Leserinnen und Leser über die wichtigsten Gebiete, Themen, Diskussionen und Ansätze, welche die Geistigbehindertenpädagogik betreffen, informieren können. Gerade dadurch unterscheidet sich das vorliegende Buch von anderen Sammelbänden, die einen enger gefassten Themenbereich behandeln.

Das Buch ist systematisch aufgebaut: In zehn Hauptteilen werden fast fünfzig verschiedene Themenbereiche durch mehr als dreißig namhafte Autorinnen und Autoren bearbeitet. Dabei werden sowohl theoretische als auch methodische Ansätze der Geistigbehindertenpädagogik aufgegriffen. Ein weiterer Schwerpunkt wurde – wie es sich für ein Pädagogik-Buch gehört – auf die Einbeziehung von Konzepten für die Praxis gelegt.

Darüber hinaus stellen benachbarte Fachdisziplinen, wie die Soziologie, die Medizin, die Psychotherapie und die Psychologie, ihren jeweiligen Diskussionsstand zum Thema geistige Behinderung vor.

Zum Aufbau des Buches:

In Teil I wird die Geschichte der (heilpädagogischen) Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung beleuchtet.

Teil II befasst sich mit dem System der Geistigbehindertenhilfe.

In Teil III werden europäische und US-amerikanische Konzepte aufgegriffen.

Teil IV trägt den Titel Begriff und Phänomen geistige Behinderung.

In Teil V werden die Leitkonzepte vorgestellt.

In Teil VI wird die frühe Förderung und die Diagnostik behandelt.

Teil VII zielt auf die schulische Förderung.

In Teil VIII wird die außerschulische Begleitung differenziert.

In Teil IX werden verschiedene Methoden und Interventionen vorgestellt.

Teil X ist den Herausforderungen und Perspektiven gewidmet.

Damit richtet sich das Buch zugleich an Wissenschaftler, Lehrende, Studierende, Auszubildende und praktisch Tätige.

Unser Dank gilt alle Autorinnen und Autoren für ihre engagierte Bereitschaft zur Mitarbeit.

Ernst Wüllenweber, Georg Theunissen und Heinz Mühl

Berlin, Halle, Oldenburg – im Dezember 2005

Teil I Geschichte der Pädagogik bei geistiger Behinderung

Norbert Störmer

Die Entwicklung der Erziehung, Bildung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung von den Anfängen bis zur Zeit des Nationalsozialismus

Erste Anknüpfungspunkte für eine Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten in einen systematisierten und institutionell abgesicherten Erziehungs- und Bildungsprozess1 lassen sich in der Pädagogik der Aufklärung mit ihren Vorstellungen der Prinzipien der allgemeinen Menschenbildung und der Erziehung zur Brauchbarkeit im gesellschaftlichen Leben finden. Erste Schritte zur praktischen Realisierung derartiger Vorstellungen, auch unter Einbezug einer Vielzahl weiterer pädagogischer Vorstellungen, ließen jedoch noch lange auf sich warten. Diese Probleme existierten parallel zur Schaffung von Strukturen einer Elementarbildung überhaupt. Zwar bestand zu dieser Zeit in allen deutschen Staaten eine gesetzlich verankerte Schulpflicht, eine flächendeckende Struktur von Bildungseinrichtungen im Elementarbereich gab es jedoch nicht.

Die hiermit einhergehenden Probleme strahlten in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit auch auf die Realisierung einer schulischen Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten aus. Dennoch entwickelten sich erste Versuche einer derartigen Erziehung und Bildung bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine systematische institutionelle Betreuung erwachsener Menschen finden wir jedoch erst in der zweiten Hälfte.

ErsteSchritte zur Konkretisierung der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten und die Ausbildung entsprechender Strukturen

Erste Schritte zur praktischen Verwirklichung der Ideen einer Erziehung und Bildung für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten lassen unterschiedliche Ausgangslagen erkennen.

Im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert wird in den pädagogischen Fachdiskussionen bereits über eine Aufgliederung des Volksschulwesens im Sinne „besonderer Schularten“ nachgedacht. Als Kriterien für diese Aufgliederung wurden die unterschiedlichen Fähigkeiten bzw. Unfähigkeiten der Kinder angesehen. Aufgrund der „besonderen Lagen“ der Kinder sollten folgende besondere Schularten entstehen: Taubstummenschulen, Blindenschulen, Schulen für Verwahrloste und Verbrecher sowie Schulen für Blödsinnige und Schwache. Aufgrund der desolaten Lage im Elementarbereich des Bildungswesens kam es jedoch nicht zur Schaffung entsprechender Strukturen. Erste Versuche, Kinder mit Lernschwierigkeiten zu erziehen und zu unterrichten, resultierten zunächst einmal aus dem Engagement einzelner Pädagogen, die sich aus eigenem Antrieb dieser Aufgabe zuwandten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es hauptsächlich zur Gründung von sechs Erziehungs- und Bildungseinrichtungen – und zwar in Hallstein (Guggenmoos), Delmenhorst (Katenkamp), Berlin (Sägert), Hubertusburg, Eisenach (Kern), Fellgersburg-Stuttgart (Helferich) (siehe insgesamt Störmer 1991, 106 ff.).

Eine andere Entwicklungslinie basiert auf den karitativen Bestrebungen des Protestantismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der Sorge um die Seele und das Wohl des Nächsten entwickeln sich Bestrebungen zur „Rettung“ der Menschen im Allgemeinen. Diese Grundorientierung prägte sich in der Vorstellung aus, „dass auch diesen Schwachsinnigen das Wort Gottes verkündet wird, da sie ja getauft und darum zum Reich Gottes berufen sind, und dass sie, wenn irgend möglich dazu erzogen werden, diese Verkündigung zu verstehen“ (Schlaich 1936, 427). Um dies jedoch erreichen zu können, erschien es notwendig, die intellektuellen Fähigkeiten dieser Kinder und Jugendlichen über Erziehung und Unterrichtung zu entwickeln. Auf dieser Grundlage entstehen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vier Erziehungs- und Bildungseinrichtungen – in Wildberg, Schreiberhau, Rieth-Winterberg-Stetten, Neuendettelsau/Polsingen (siehe Störmer 1991, 159 ff.).

Auch der Katholizismus befindet sich am Anfang des 19. Jahrhunderts in einer Phase des Umbruchs und der Neuorientierung. Eingebunden in diese Neuorientierung sollten die Anstalten ein „beschützender Lebensraum“ sein, der sich durch eine mystische, romantische „Spiritualität“ auszeichnet und im Wesentlichen geprägt wurde „von einer Frömmigkeit und Religiosität, die als weltabgewandt, als verinnerlicht selbstlos und sittlich streng im Sinne einer mystischen Nachfolge Christi zu verstehen war“ (Stockhausen 1975, 40). Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es auf der Grundlage dieser Orientierungen zur Gründung einer Erziehungs- und Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten – Ecksberg (siehe Störmer 1991, 177 ff.).

Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass sich auch die Medizin mit Fragen der Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten auseinandersetzte. Dies geschah eingebettet in die Auseinandersetzung um den „endemischen Kretinismus“. In den zu der damaligen Zeit diskutierten Maßnahmepaketen zur Eindämmung wurde immer auch auf die Notwendigkeit der Kindererziehung in zu gründenden „Kleinkinderbewahranstalten“ verwiesen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden dann ausgehend von diesen Vorstellungen vier Einrichtungen gegründet – Abendberg/Interlaken, Mariaberg, Bensdorf, Eckernförde (siehe Störmer 1991, 197 ff.).

Prägend für die Einrichtung von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten muss auch der in Frankreich durch Séguin entwickelte Ansatz gelten. Séguin ging von der prinzipiellen Erzieh- und Sozialisierbarkeit dieser Kinder und Jugendlichen aus. Deren Probleme sah er darin, dass sie sich nicht selbst in Beziehung zur Umwelt setzen können. Um diesen „Zustand der Isolation“ aufzuheben, sieht er eine systematische Erziehung und Bildung dieser Kinder und Jugendlichen im Sinne einer „Gesellschaftlichmachung“ als notwendig an, über die eine Aufhebung des „pathologischen Zustandes“ erfolgen würde.

Diese an der Schwelle erster Überlegungen einer Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten aufweisbaren Motivkomplexe relativierten sich jedoch in der praktischen Arbeit recht schnell. Denn das damalige Unterrichtsgeschehen in den Einrichtungen richtete sich überwiegend an den Konzepten des Elementarunterrichts der Volksschule aus, modifizierte diese geringfügig oder gewichtete einzelne Unterrichtselemente anders. Dabei wurde dem auf Pestalozzi zurückgehenden „Anschauungsunterricht“ eine große Beachtung geschenkt. All diese Erziehungs- und Bildungseinrichtungen waren durchgängig sehr klein und standen vor dem Problem ihrer Finanzierung als Privateinrichtung. Nur eine dieser ersten Einrichtungen – die Anstalt Hubertusburg in Sachsen – wurde als Staatsanstalt gegründet und war deshalb finanziell relativ gesichert.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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