Garten und Demenz -  - ebook

Garten und Demenz ebook

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Opis

Gärten gestalten, nutzen und unterhalten für und mit Menschen mit Demenz Wie müssen Gärten gestaltet, genutzt und unterhalten werden, damit Menschen mit einer Demenz daraus den grössten Nutzen ziehen können? Das kompetente Autorinnenteam des Departementes Life Sciences und Facility Management und des Departements Soziale Arbeit an der ZHAW sowie der Hochschule für Technik Rapperswil beschreibt, wie sich ein Garten auf das Wohlbefinden von Menschen mit einer Demenz auswirken kann zeigt, wie man die Nutzungsmöglichkeiten eines Gartens analysiert und in einem Nutzungskonzept weiterentwickelt beschreibt an Beispielen, welche Ansprüche aus Sicht der Nutzerinnen an einen Garten bestehen und welche Probleme und Wünsche formuliert werden zeigt, wie Gärten genutzt werden können, um Orientierung zu erleichtern, Erinnerung mit kulturellen und biografischen Bezügen zu wecken und Sinne zu stimulieren gibt Empfehlungen zur Gestaltung von Gärten für Menschen mit Demenz bzgl. Aussichten, Ausstattung, Grenzen und Ränder, Haltung von Tieren, Sicherheit, Wege und Plätze, Zugänge nennt und zeigt Pflanzen, die in Gärten für Menschen mit Demenz angepflanzt werden können zur sensorischen Stimulation, zur Orientierung und zur Nutzung als Nahrungs-, Heil- und Nutzpflanzen für die Gartentherapie weist auf Risiken und Sicherheitsgefahren durch Giftpflanzen, phototoxische und hautreizende Pflanzen hin nennt Kriterien zur Pflanzenauswahl aus gärtnerischer, ökonomischer und ökologischer Sicht beschreibt Grundlagen der Gartentherapie, des Gartenunterhalts sowie personelle Aspekte in der Betreuung eines Gartens und der Menschen mit Demenz veranschaulicht die Inhalte durch farbige Fotos, Pflanzenportraits sowie Pflanz- und Gestaltungspläne. Aus dem Inhalt: Einleitung Von der Philosophie der Institution zum Nutzungskonzept für den garten Anspräche an einen Garten aus Sicht der Nutzerinnen Gartenkonzepte und ihr Nutzen für Demenzenrichtungen Empfehlungen zur Gestaltung demenzorientierter Gärten Pflanzenauswahl Gartentherapie Gartenunterhalt Personelle Aspekte in der Betreuung Checkliste zur Nutzung und Gestaltung

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Liczba stron: 202




Martina Föhn / Christina Dietrich (Herausgeberinnen)

Garten und Demenz

Martina Föhn / Christina Dietrich (Hrsg.)

Garten und Demenz

Gestaltung und Nutzung von Außenanlagen für Menschen mit Demenz

Unter Mitarbeit von

Trudi Beck

Christina Dietrich

Sabrina Eberhart

Martina Föhn

Susanne Karn

Claudia Leu

Renata Schneiter-Ulmann

Mit Geleitworten von

Dr. Garuth Chalfont und Prof. Renata Schneiter-Ulmann

Verlag Hans Huber

Martina Föhn (Hrsg.). Martina Föhn ist Hortikulturingenieurin (Dipl. Ing. FH). Sie arbeitet seit 2000 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Ihre Forschungsbereiche sind die «Pflanzenverwendung» und «Grün und Gesundheit».

Christina Dietrich (Hrsg.). Christina Dietrich ist Soziologin und arbeitet seit 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Forschung und Entwicklung im Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zürich.

Lektorat: Jürgen Georg, Anita Steininger, Dr. Susanne Lauri

Herstellung: Daniel Berger

Umschlaggestaltung: Claude Borer, Basel

Satz: punktgenau gmbh, Bühl

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Kopien und Vervielfältigungen zu Lehr- und Unterrichtszwecken, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Verfasser haben größte Mühe darauf verwandt, dass die therapeutischen Angaben insbesondere von Medikamenten, ihre Dosierungen und Applikationen dem jeweiligen Wissensstand bei der Fertigstellung des Werkes entsprechen. Da jedoch die Pflege und die Medizin als Wissenschaften ständig im Fluss sind, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, übernimmt der Verlag für derartige Angaben keine Gewähr. Jeder Anwender ist daher dringend aufgefordert, alle Angaben in eigener Verantwortung auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen oder Warenbezeichnungen in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen-Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Anregungen und Zuschriften bitte an:

Verlag Hans Huber

Lektorat: Pflege

z.Hd.: Jürgen Georg

Länggass-Strasse 76

CH-3000 Bern 9

Tel: 0041 (0)31 300 4500

Fax: 0041 (0)31 300 4593

E-Mail: [email protected]

Internet: http://verlag-hanshuber.com

1. Auflage 2013

© 2013 by Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-456-95168-3)

(E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-456-75168-9)

ISBN 978-3-456-85168-6

eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

Inhaltsverzeichnis

GeleitwortGaruth Chalfont

GeleitwortRenata Schneiter-Ulmann

Danksagung

1. Einleitung

Trudi Beck, Susanne Karn

1.1 Ziel und Inhalt des Leitfadens

1.2 Potenziale eines Gartens für Menschen mit Demenz – Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zur Auswirkung auf das Wohlbefinden

2. Von der Philosophie der Institution zum Nutzungskonzept für den Garten

Trudi Beck, Susanne Karn

2.1 Ziele für die Nutzungs- und Gestaltungsqualität des Gartens

2.2 Mögliche Inhalte eines Nutzungskonzeptes

3. Ansprüche an einen Garten aus Sicht der Nutzerinnen

Christina Dietrich, Sabrina Eberhart, Susanne Karn

3.1 Bestand und Beurteilung der untersuchten Gärten

3.1.1 Evangelische Alterssiedlung Masans, Chur

3.1.2 Krankenheim Sonnweid, Wetzikon

3.1.3 Pflegeresidenz Bethesda, Küsnacht

3.1.4 Reußpark – Zentrum für Pflege und Betreuung, Niederwil

3.1.5 Tertianum Neutal, Berlingen

3.2 Thematische Analyse der Gärten

3.2.1 Was wird als gelungen angesehen?

3.2.2 Wünsche für Veränderungen

3.2.3 Problematische Faktoren für die Gartennutzung

3.2.4 Die Atmosphäre im Garten

3.2.5 Wichtige Elemente im Garten

3.2.6 Funktionalität

3.3 Zusammenfassung

4. Gartenkonzepte und ihr Nutzen für demenzorientierte Einrichtungen

Susanne Karn, Christina Dietrich

4.1 Orientierung erleichtern

4.2 Erinnerung im Garten – kulturelle und biografische Bezüge herstellen

4.3 Sinnesgärten

4.4 Fazit Gartenkonzepte

5. Empfehlungen zur Gestaltung von demenzorientierten Gärten

Sabrina Eberhart, Claudia Leu

5.1 Gestalterisches Gesamtkonzept

5.1.1 Grundsätzliches

5.1.2 Lage des Gartens

5.1.3 Teilräume

5.1.4 Barrierefreiheit

5.1.5 Dimensionierung

5.1.6 Topografie

5.2 Wege und Plätze

5.2.1 Wegführung

5.2.2 Materialisierung

5.2.3 Dimensionierung/Neigung

5.2.4 Randabschluss

5.2.5 Treppen und Rampen

5.2.6 Plätze

5.3 Ausstattung

5.3.1 Grundsätzliches

5.3.2 Möblierung

5.3.3 Beleuchtung

5.3.4 Handläufe

5.3.5 Gestaltungselemente

5.3.6 Wasser

5.3.7 Hochbeete

5.3.8 Lärm-, Wind- und Sonnenschutz

5.3.9 Gartentoilette

5.4 Grenzen und Ränder

5.4.1 Grundsätzliches

5.4.2 Einfriedung

5.4.3 Gebäude als Grenze

5.4.4 Grenzen innerhalb des Gartens

5.5 Zugänge

5.5.1 Zugänge Gebäude – Außenraum

5.5.2 Türen und Tore

5.6 Aussichten

5.6.1 Aussicht Garten – Umgebung

5.6.2 Aussichten innerhalb des Gartens

5.6.3 Aussicht Gebäude – Garten

5.7 Sicherheit

5.7.1 Grundsätzliches

5.7.2 Elemente mit Verletzungsgefahr

5.7.3 Pflanzen mit Gefahrenpotenzial

5.7.4 Wasserflächen

5.7.5 Natürliche Gefahren

5.7.6 Öffnungszeiten

5.8 Tiere

5.8.1 Wildtiere

5.8.2 Nutz- und Haustiere

6. Pflanzenauswahl

Martina Föhn, Renata Schneiter-Ulmann

6.1 Sinnespflanzen

6.1.1 Wahrnehmung im Alter

6.1.2 Pflanzen für die visuelle Wahrnehmung

6.1.3 Pflanzen für die olfaktorische Wahrnehmung

6.1.4 Pflanzen für die gustatorische Wahrnehmung

6.1.5 Pflanzen für die taktil-haptische Wahrnehmung

6.1.6 Pflanzen für die auditive Wahrnehmung

6.2 Biografie-Pflanzen oder Reminiszenz-Pflanzen

6.3 Pflanzen für die räumliche Orientierung

6.4 Pflanzen für die zeitliche Orientierung

6.5 Nahrungs-, Heil- und andere Nutzpflanzen für die Gartentherapie

6.6 Risiko-Pflanzen

6.6.1 Giftpflanzen

6.6.2 Phototoxische und hautreizende Pflanzen

6.6.3 Weitere sicherheitsgefährdende Pflanzen

6.7 Pflanzenauswahl nach gärtnerischen Kriterien

6.8 Pflanzenauswahl nach ökonomischen Kriterien

6.9 Pflanzenauswahl nach ökologischen Kriterien

6.10 Zusammenfassung

7. Gartentherapie

Martina Föhn

7.1 Begriff Gartentherapie

7.2 Standardisierte Therapieprogramme

7.3 Zielformulierungen

7.4 Planen eines Gartentherapieprogramms

7.4.1 Anzahl, Dauer und Elemente der Therapieeinheiten

7.4.2 Infrastruktur und Materialien

7.5 Dokumentation und Evaluation

7.6 Zusammenfassung

8. Gartenunterhalt

Martina Föhn

9. Personelle Aspekte in der Betreuung

Trudi Beck

10. Checkliste Nutzung und Gestaltung

Sabrina Eberhart, Claudia Leu

Anhang

Glossar

Informationen zur ZHAW

Autorinnenverzeichnis

Verzeichnis deutscher Pflanzennamen

Verzeichnis botanischer Pflanzennamen

Sachwortverzeichnis

Geleitwort

Der Demenzgarten: Ganz nett oder ganz wichtig?

Das Interesse am Thema Natur und Menschen mit Demenz ist in letzter Zeit sprunghaft gestiegen, weil neue Forschungsergebnisse sowohl über die positiven Auswirkungen von Naturerlebnissen als auch über Interventionen, die diese ermöglichen, vorliegen. Als ich im Jahr 2008 das Buch Design for Nature in Dementia Care (deutsch 2010) veröffentlichte, betrat ich Neuland. Heute, sechs Jahre danach, muss es überarbeitet werden – wir haben so viel dazugelernt! Doch wie gelingt es uns, die Natur Menschen mit Demenz so nahe zu bringen, dass sie regelmäßig Natur erleben und tatsächlich Gewinn daraus ziehen?

Das vorliegende Buch ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Es fördert unser Bewusstsein für den therapeutischen Wert von Gartenanlagen und Aktivitäten im Freien für Menschen mit Demenz, bündelt die Forschungsergebnisse und das Wissen aus den verschiedenen Disziplinen und zeigt auf, inwiefern Gärten gewinnbringend sind. Anhand typischer Beispiele wird erklärt, wie Gärten in stationären Pflegesettings angelegt und therapeutisch nutzbar gemacht werden können. Die Autorinnen tauchen tief in die Pflanzenkunde ein, befassen sich mit der Frage, wie wir Pflanzen wahrnehmen und nutzen, weisen auf die Vorzüge und Gefahren bestimmter Gewächse hin und beleuchten die Auswahlkriterien aus verschiedenen Blickwinkeln. Dass ein Garten generell therapeutisch wirkt, ist schwer nachzuweisen; man kann aber einen Garten ganz bewusst therapeutisch gestalten. Dieses Buch zeigt, wie es geht. Es widmet sich eingehend der Nutzung des Raums und will Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin, vor Augen führen, was Menschen mit Demenz glücklich macht. Deshalb müssen wir auch überlegen, was den Raum zum Genuss macht.

Erstens: Damit ein Garten therapeutische Wirkung erzielt, muss er ein angenehmer und befriedigender Ort sein. Wenn Patientinnen und Patienten, die Bewohnerschaft und alle, die den Garten nutzen, gerne dort verweilen, wird sich dies auf ihr psychisches Wohlbefinden positiv auswirken, wird der Aufenthalt das Herz erquicken und den Geist beflügeln. Schöne Erlebnisse bedingen und erhalten das Wohlbefinden. Ein therapeutischer Garten muss also auch anregen, unterhalten und erfreuen.

Zweitens: Der Garten muss einen Bezug zur Person haben und ihrer Wirklichkeit angepasst sein. Welche sinnvolle Rolle wird der Garten in der Welt dieses Menschen spielen? Wer den Sinn des Ganzen nicht begreift, hat nichts vom Garten, wird ihn nicht nutzen und sich lieber mit anderen, wichtigeren Dingen beschäftigen. Deshalb die Bitte: Berücksichtigen Sie die Wahrnehmung des Menschen mit Demenz. Anders als bei einem körperbehinderten Menschen müssen wir uns in die Welt des Menschen mit einer geistigen Behinderung hineinversetzen und fragen, wie er seine Umgebung wahrnimmt. Hat dieser Ort irgendeinen Aspekt, der Ablehnung erzeugen könnte? Ihr Gartendesign muss stimmig sein und als sinnvoll wahrgenommen werden können, sonst bringt er den Nutzerinnen und Nutzern keinen Gewinn.

Drittens: Das Design der gebauten Umgebung ist nur ein Aspekt der Milieutherapie. Der Begriff Design bezieht sich auch auf Menschen, die uns die Nutzung der Umgebung ermöglichen. Dieses Thema wird in Kapitel 9 behandelt. Bitte denken Sie daran, dass man Pflegetechniken unterrichten und trainieren kann, es aber ungleich schwieriger ist, Mitgefühl, Kreativität und Einsatzfreude zu lehren. Diese Eigenschaften müssen bei Leuten, die beruflich in der Altenpflege tätig sind, unbedingt nachgefragt, gefördert und gewürdigt werden.

Das Modell schlägt vor, NATUR als INTERAKTIONSINSTRUMENT zu betrachten, das die soziale Umgebung zur Verfügung stellt, um das Wohlbefinden der Person mit Demenz zu fördern. Die Prosenz-Hypothese (Chalfont, 2010)

Doch was hat all das mit Naturtherapie und ihren Ergebnissen zu tun? Wenn eine Person die natürliche Welt empfindet und wahrnimmt, zugleich aber auch mit einem anderen Menschen interagiert, entsteht ein viel eindrucksvolleres Erlebnis, als wenn nur ein Teil dieses dynamischen Prozesses stattfindet. Zur Erklärung dieses Zusammenhangs habe ich die Prosenz-Hypothese entwickelt. Einfach mit einem anderen Menschen reden ist eine gute Sache. Einfach die Natur spüren ist eine gute Sache. Aber beides zusammen und gleichzeitig erleben, das ist es … «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, eins und eins ist drei.»

Aus eigenen Forschungen weiß ich, dass Erinnerungen im Körper tiefere Spuren hinterlassen als im Geist. Gefühle, Emotionen sind es, die uns Erinnerungen einprägen, sie sind ihr Konservierungsstoff; positive Erlebnisse sind besonders einprägsam. Wenn Sie eine Behandlung anstreben, die das Gedächtnis stützt, verschaffen Sie der Person Gelegenheit, sich zusammen mit anderen Menschen körperlich in der Natur zu betätigen und dort etwas Erfreuliches zu tun – das ist das Allerwichtigste.

Demenz ist, so haben wir es gelernt, eine Erkrankung des Gehirns, an der viele verschiedene Faktoren ursächlich beteiligt sind, etwa ein Trauma oder eine Depression, sowie fehlende körperliche Aktivität und unzureichende kognitive Stimulierung. Demenz ist derzeit nicht heilbar. Was wir aber sicher wissen, ist, dass das Zusammenspiel von physischer und sozialer Umgebung das Herz berührt und den Geist beflügelt, was wiederum der Betreuung und Behandlung zugute kommt.

Emotionales und spirituelles Wohlbefinden tragen uns Menschen auf bislang unerklärte Weise durch körperliche Widrigkeiten. Wenn wir uns die natürliche Energie lebender Pflanzen zunutze machen (sei es, indem wir selbst angebaute Erdbeeren pflücken und verspeisen, die Wiese mähen, auf der wir Ball spielen, oder einen Strauß Blumen pflücken, um ihn ins Zimmer zu stellen), werden wir an unseren Platz in der Natur erinnert, sind wir mit dem Leben verbunden und empfangen Seelennahrung. Wenn wir von einer natürlichen, aus Mitmenschen und Orten bestehenden Umgebung unterstützt werden, wird Heilung möglich, und spirituelles Wohlbefinden folgt nach.

Es liegen zunehmend mehr Beweise vor für die Kraft der Natur und die positiven physiologischen Auswirkungen gärtnerischen Tuns. Dass sich die Gehirnfunktionen und die Gehirndurchblutung älterer Menschen im Zuge gartentherapeutischer Aktivitäten verbessern, ist bereits belegt (Nishino, 2010). Die Heilwirkung von Gefühlen und Emotionen tatsächlich zu messen mag schwierig sein, trotzdem ist sie die entscheidende Komponente eines jeden naturgestützten Therapieangebots. Wir brauchen noch viel mehr einschlägige Forschungsprojekte, um zu beweisen, dass Gärtnern, Naturtherapie und Pflanzenpflege ernstzunehmende, nicht allzu aufwändige Therapien sind, die offizielle Akzeptanz und Finanzierung verdienen. Gärten spielen bei all diesen Bemühungen die entscheidende Rolle, sie sind es, die für Erfolg bürgen. Ich beglückwünsche die Autoren dieses wertvollen Buchs und wünsche den Leserinnen und Lesern, die sich der Lebensqualität von Menschen mit Demenz verpflichtet fühlen, von Herzen viel Erfolg.

Garuth Chalfont

(Übersetzt von Elisabeth Brock, Juni 2012)

Literatur

Chalfont, G. (2011). Connection to Nature at the Building Edge: Towards a Therapeutic Architecture for Dementia Care Environments. Saarbrucken: LAP Lambert Academic Publishing.

Chalfont, G. E. (2008). Design for Nature in Dementia Care. Bradford Dementia Group Good Practice Guide. London: Jessica Kingsley Publishers.

Chalfont, G. E. (2010). Naturgestützte Therapie. Bern: Verlag Hans Huber.

Nishino, Kenshi (2010). «Recovery from Cognitive Disturbance by Horticulture Activity in Two Years». Presentation at ‘In Our Nature’, a collaboration between the American Horticultural Therapy Association and the Chicago Botanic Garden, October 14– 16, 2010.

Geleitwort

Es gibt immer mehr ältere Menschen und damit auch mehr Menschen mit einer Demenz. Diese Tatsache hat zur Folge, dass der Bedarf an demenzgerechten Außenräumen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten markant ansteigen wird. Bis anhin fehlten wissenschaftlich fundierte, literaturgestützte Empfehlungen für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz im Freiraum. Ein erster Schritt zum Schließen dieser Lücke wurde mit dem Forschungsprojekt «Außenraumgestaltung und Gartentherapie für Demenzerkrankte im institutionellen Kontext» gemacht, das zwischen 2008 und 2010 von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Departement Life Sciences und Facility Management sowie Departement Soziale Arbeit) und der Hochschule für Technik Rapperswil, zusammen mit fünf Altersheimen der Deutschschweiz, realisiert worden ist. Ein Ergebnis dieses Projekts ist der vorliegende Leitfaden für die «Gestaltung und Nutzung von Außenanlagen für Menschen mit Demenz», der in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von Forschenden der Bereiche Sozialwissenschaften, Landschaftsarchitektur, Gartentherapie und Botanik entstanden ist. Mit der Veröffentlichung in Buchform kann er breit interessierten Kreisen, wie Fachpersonen der Landschaftsarchitektur, des Gartenbaus, der Ergo-, Aktivierungstherapie und Pflege sowie Heimleiterinnen und -leitern zugänglich gemacht werden. Der Leitfaden stellt eine wichtige, verlässliche und ideale Unterstützung für die Planung, bauliche Umsetzung und nachhaltige Nutzung von Außenräumen für Menschen mit Demenz dar. Leserinnen und Leser haben Gelegenheit, sich über entsprechende wichtige theoretische und praktische Aspekte zu informieren. Der Bogen der Themen spannt sich von Nutzungs- und Gartenkonzepten über die Ansprüche an solche Anlagen aus Sicht der Nutzerinnen bis hin zu konkreten Empfehlungen zur Gestaltung und Bepflanzung sowie gartentherapeutischen Aktivitäten mit den Bewohnern und Bewohnerinnen.

Das engagierte interdisziplinäre Autorinnenteam, insbesondere die beiden Herausgeberinnen Frau Martina Föhn und Frau Christina Dietrich, haben mit diesem Werk in einem wachsenden, sich in der Entwicklung befindenden Fachgebiet hervorragende Pionierarbeit geleistet. Mögen dereinst möglichst viele Menschen mit Demenz von den in diesem Buch enthaltenen Erkenntnissen profitieren, indem sie einen ihren Bedürfnissen entsprechenden, optimal gestalteten Garten nutzen können – einerseits als Raum für Aktivitäten, v. a. im Rahmen von Interaktionen mit Pflanzen, andererseits als Ort der Ruhe und Entspannung sowie des geselligen Beisammenseins. Damit wird ihre Lebensqualität im Alltag gesteigert und bleibt möglichst lange erhalten.

Wädenswil, im Januar 2012

Prof. Dipl. phil. II Renata Schneiter-Ulmann

Danksagung

Am Anfang dieses Buchprojektes steht das interdisziplinäre Forschungsprojekt mit dem Titel «Außenraumgestaltung und Gartentherapie für Demenzerkrankte im institutionellen Kontext», das Renata Schneiter-Ulmann leitete (vgl. auch Einleitung). Ihr gebührt ein ganz spezieller Dank für die Initiative, die Forschungsergebnisse in einem Buch zu veröffentlichen, ihre Unterstützung und Beratung sowie die Herstellung des Kontaktes zum Lektor des Huber-Verlages Jürgen Georg, der bereits ihr «Lehrbuch Gartentherapie» (Schneiter-Ulmann, 2010) betreute. Auch Herrn Georg vielen Dank für die Aufnahme der Idee und Unterstützung bei der Publikation.

Ebenfalls ganz herzlich danken möchten wir unseren Projektkolleginnen und Mitautorinnen. Ohne sie wäre dieses Buchprojekt nicht möglich gewesen. Dank ihres Engagements und ihrer konstruktiven, professionellen Arbeit konnten wir das Buch realisieren. Danke!

Einen großen Beitrag haben auch die beiden Departemente Life Sciences und Facility Management und Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften geleistet. Dank den Ressourcen, die sie uns zur Verfügung gestellt haben, konnte das Buch zur Druckreife gebracht werden. Dafür möchten wir Prof. Dr. Urs Hilber, Prof. Jean-Bernard Bächtiger, Prof. Dr. Ursula Blosser und Prof. Dr. Thomas Gabriel sowie den Mitgliedern der AG Publikationen am Departement S unseren Dank aussprechen. Informationen zu den beiden Departementen sind im Anhang unter «Informationen zur ZHAW» zu finden. Vielen Dank den beiden Marketingabteilungen für ihre Beiträge.

Die finanzielle Unterstützung der Heinrich & Erna Walder-Stiftung hat es ermöglicht, dass ein Buch in hoher Qualität entstehen konnte. Beim Stiftungsrat möchten wir uns dafür herzlich bedanken.

Bei den Verantwortlichen folgender Institutionen bedanken wir uns ganz herzlich für ihre Bereitschaft, uns kompetente Interviewpartner/innen zur Verfügung gestellt zu haben, sowie für die Zusage, ihre Außenanlagen einer landschaftsarchitektonischen Analyse zu unterziehen: Evangelische Alterssiedlung Masans Chur, Krankenheim Sonnweid Wetzikon, Pflegeresidenz Bethesda Küsnacht, Reußpark – Zentrum für Pflege und Betreuung Niederwil, Tertianum Neutal Berlingen.

Besten Dank auch den Mitarbeitenden dieser Institutionen für die Bereitschaft, umfassend Auskunft zu geben. Im Zusammenhang mit der Entwicklung und Implementierung der Gartentherapie möchten wir speziell Frau Stefanie Wendler, Frau Lisbeth Hofer, Frau Julia Büsser und Frau Susanne Kennel unseren Dank aussprechen. Zudem möchten wir uns für die zur Verfügung gestellten Plangrundlagen bei Naef & Partner Landschaftsplanung Gartenarchitektur sowie bei Frau Sabine Stauffer-Stiebellehner bedanken.

Sehr gefreut haben wir uns über die einleitenden Worte von Dr. Garuth Chalfont und Renata Schneiter-Ulmann. Vielen Dank dafür!

Ein Dank gebührt schließlich auch unseren Familien, die uns geduldig und verständnisvoll durch das Buchprojekt begleitet haben.

Die Herausgeberinnen

Martina Föhn und Christina Dietrich

Wädenswil und Dübendorf, im März 2012

1. Einleitung

Trudi Beck, Susanne Karn

Ein Hinweis zur Schreibweise der Geschlechter: Um umständliche Formulierungen zu vermeiden, wird vorwiegend die weibliche Form verwendet, denn ca. 80 % der Bewohner und Bewohnerinnen von Pflegeeinrichtungen sind Frauen, und auch im Pflegebereich sind mehrheitlich weibliche Mitarbeiterinnen anzutreffen. Männliche Bewohner und Pfleger bzw. Betreuer sind selbstverständlich immer mit gemeint.

Das vorliegende Buch ist als Leitfaden für die Gestaltung und Nutzung von Gärten für Menschen mit Demenz konzipiert. Das Zielpublikum sind Landschaftsarchitektinnen, Gartenbauingenieurinnen, Umweltwissenschaftlerinnen, weitere am Thema interessierte Kreise der grünen Branche, Heimleiterinnen, Aktivierungstherapeutinnen, Pflegefachpersonen und Gärtnerinnen von Alters- und Pflegeeinrichtungen sowie Entscheidungsträgerinnen der öffentlichen Hand und Aufsichtsgremien von privaten Heimen, die sich mit Neu- und Umbauten von Altersinstitutionen für an Demenz erkrankte Bewohnerinnen befassen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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