Afrikanische Märchen -  - ebook

Afrikanische Märchen ebook

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Opis

Erleben Sie die Märchen und Sagen aus aller Welt in dieser Serie "Märchen der Welt". Von den Ländern Europas über die Kontinente bis zu vergangenen Kulturen und noch heute existierenden Völkern: "Märchen der Welt" bietet Ihnen stundenlange Abwechslung. Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis dieses Buches: Sikulume. Wie der Tod in die Welt kam. Die Braut des Häuptlings. Die Sage von den wunderbaren Hörnern. Der Häuptling der Tiere. Die Löwin und die Antilope. Goso1 Der Hase, die Hyäne und der Löwe. Tiere und Menschen. Der träge Mahomed. Drei Worte. Der Wind. Die verlorenen Kinder Gottes. Viel Suchen wirbelt Staub auf. Die fliehenden Kinder. Der kluge Schakal. Treue Liebe. Das Kind und der Regen. Der Löwe und der Schakal. Die Löwin und der Strauß. Eine Zulukindergeschichte. Der kleine Rotbauch. Der verwandelte Kürbis. Eine Tierfabel der Somalineger. Ein Zulumärchen von der Hyäne. Wie es kommt, daß die Nase des Hasen gespalten ist. Warum es gut ist, daß die Menschen sterben. Die Sage vom Chamäleon. Warum der Mensch stirbt. Der Hase und die Schildkröte. Die Ziege, der Löwe und die Schlange. Kimyera. Der Gesang des Kindes. Der Häuptling und der Vogel. Der Löwe und die Schildkröte. Klugheit des Hasen. Warum der Löwe und der Leopard vor dem Hyänenhunde fliehen. Ein kluger Richter. Der Löwe und der Schakal. ...und viele mehr

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Afrikanische Märchen

Inhalt:

Geschichte des Märchens

Afrikanische Märchen

Sikulume.

Wie der Tod in die Welt kam.

Die Braut des Häuptlings.

Die Sage von den wunderbaren Hörnern.

Der Häuptling der Tiere.

Die Löwin und die Antilope.

Goso

Der Hase, die Hyäne und der Löwe.

Tiere und Menschen.

Der träge Mahomed.

Drei Worte.

Der Wind.

Die verlorenen Kinder Gottes.

Viel Suchen wirbelt Staub auf.

Die fliehenden Kinder.

Der kluge Schakal.

Treue Liebe.

Das Kind und der Regen.

Der Löwe und der Schakal.

Die Löwin und der Strauß.

Eine Zulukindergeschichte.

Der kleine Rotbauch.

Der verwandelte Kürbis.

Eine Tierfabel der Somalineger.

Ein Zulumärchen von der Hyäne.

Wie es kommt, daß die Nase des Hasen gespalten ist.

Warum es gut ist, daß die Menschen sterben.

Die Sage vom Chamäleon.

Warum der Mensch stirbt.

Der Hase und die Schildkröte.

Die Ziege, der Löwe und die Schlange.

Kimyera.

Der Gesang des Kindes.

Der Häuptling und der Vogel.

Der Löwe und die Schildkröte.

Klugheit des Hasen.

Warum der Löwe und der Leopard vor dem Hyänenhunde fliehen.

Ein kluger Richter.

Der Löwe und der Schakal.

Die Niederlage des Löwen.

Vom Cakyane-bo Cololo.

Der Wolkenschmaus.

Warum der Schakal einen langen, schwarzen Streifen auf dem Rücken hat.

Warum der Hase flieht.

Warum der Feldhase keinen Schwanz hat.

Bestrafter Undank.

Wie du mir, so ich dir.

Hase und Affe.

Vom Vogel, der Milch gab.

Die Geschichte von den zwei Frauen.

Der stolze Schmetterling.

Der Storch und die Kröten.

Eine Geschichte der Neger von Damaraland.

Eine Erzählung aus Madagaskar.

Eine Geschichte von der Sierra Leonaküste.

Eine Geschichte der Zulus.

Masewe.

Der Greif.

Eine Kaffernkindergeschichte.

Warum die Hyäne ein buntes Fell hat.

Sprichwörter der Suaheli.

Sprichwörter der Damara (Ovaherero).

Sprichwörter der Herero.

Sprichwörter der Betschuana.

Sprichwörter der Kaffern.

Sprichwörter der Zulu.

Zuluschlummerlied.

Die Geschichte von der singenden Nachtigall

Die drei Muhammed

Die schlechte Frau und die gute Frau

Der Wurstregen

Die Herde in der Höhle.

Der Schatz des Rampsinit

Der Schakal und der Igel

Der Mensch, die Schlange und der Igel

Das Geschenk der Fee

Die Schilcha-Berbern

Die Geschichte von einem Könige und seinen drei Töchtern

Die Geschichte vom Wolf, dem Igel und dem Herrn des Gartens

Die Geschichte von der Eule

Eine Lügengeschichte

Die Geschichte von Sidi Belabbas und Sidi Massud

Der Löwe, die Hyäne und der Fuchs

Der Rabe und der Geier

Der Elefant und der Springhase

Die Kuh, der Elefant und der Mann

Der Hornrabe, der Fuchs und der Rabe

Der Elefant, der Fuchs und die Butterhändler

Ist nicht der Fuchs unter allen Tieren das schlaueste?

Des Schakals Rat

Der Schakal auf dem Diebespfad

Der Schakal entrinnt

Liebe bis zum Salz

Des Königs Sturz

Der unverbesserliche Hirtenjunge

Des Löwen Krankheit

Der Ursprung des Todes

Heitsi Eibip

Die alte Frau, welche die Kinder in den Sack steckt

Kaare

Die Turteltaube

Der Weiße und der Neger

Der Frosch und seine beiden Frauen

Mutelembe und Ngunga

Die Wette

Von dem Topf, der auf dem Kopfe sitzt

Der sprechende Flaschenkürbis

Das Schwein rettet ein verlorenes Kind

Warum die Hyäne nicht zu den anständigen Leuten gehört

Kintu

Der Fuchs und der Elefant

Ndyakubi und Ndalakuba

Die Geschichte von Alibeg Kaschkaschi

Verkaufe teuer! Verkaufe nicht billig!

Der Betrüger

Der Fuchs und der Löwe

Der Elefant und der Hase

Die Sage von Usikulumi

Die Hyäne und der Mond

Ein Rätsel

Hubeane

Die Geschichte vom Großadler und seinem Neffen Kleinadler

O Mensch, ist das dein Dank?

Bleib in der Grube, bleib eben in der Grube!

Sage von der Schöpfung der Welt und den ersten Menschen

Geschichte von einem alten Mann, der sechs Söhne hatte

Der Löwe und der wilde Hund

Das listige Mädchen

Die Geschichte von dem Chamäleon

Die Hyäne und der Fuchs

Die beiden Schwestern

Ein Tiermärchen

Märchen aus Afrika

Jazzybee Verlag Jürgen Beck

Loschberg 9

86450 Altenmünster

www.jazzybee-verlag.de

[email protected]

Frontcover: © Sweet Angel - Fotolia.com

Geschichte des Märchens

Ein Märchenist diejenige Art der erzählenden Dichtung, in der sich die Überlebnisse des mythologischen Denkens in einer der Bewußtseinsstufe des Kindes angepaßten Form erhalten haben. Wenn die primitiven Vorstellungen des Dämonenglaubens und des Naturmythus einer gereiftern Anschauung haben weichen müssen, kann sich doch das menschliche Gemüt noch nicht ganz von ihnen trennen; der alte Glaube ist erloschen, aber er übt doch noch eine starke ästhetische Gefühlswirkung aus. Sie wird ausgekostet von dem erwachsenen Erzähler, der sich mit Bewußtsein in das Dunkel phantastischer Vorstellungen zurückversetzt und sich, vielfach anknüpfend an altüberlieferte Mythen, an launenhafter Übertreibung des Wunderbaren ergötzt. So ist das Volksmärchen (und dieses ist das echte und eigentliche M.) das Produkt einer bestimmten Bewußtseinsstufe, das sich anlehnt an den Mythus und von Erwachsenen für das Kindergemüt mit übertreibender Betonung des Wunderbaren gepflegt und fortgebildet wird. Es ist dabei, wie in seinem Ursprung, so in seiner Weiterbildung durchaus ein Erzeugnis des Gesamtbewußtseins und ist nicht auf einzelne Schöpfer zurückzuführen: das M. gehört dem großen Kreis einer Volksgemeinschaft an, pflanzt sich von Mund zu Munde fort, wandert auch von Volk zu Volk und erfährt dabei mannigfache Veränderungen; aber es entspringt niemals der individuellen Erfindungskraft eines Einzelnen. Dies ist dagegen der Fall bei dem Kunstmärchen, das sich aber auch zumeist eben wegen dieses Ursprungs sowohl in den konkreten Zügen der Darstellung als auch durch allerlei abstrakte Nebengedanken nicht vorteilhaft von dem Volksmärchen unterscheidet. Das Wort M. stammt von dem altdeutschen maere, das zuerst die gewöhnlichste Benennung für erzählende Poesien überhaupt war, während der Begriff unsers Märchens im Mittelalter gewöhnlich mit dem Ausdruck spel bezeichnet wurde. Als die Heimat der M. kann man den Orient ansehen; Volkscharakter und Lebensweise der Völker im Osten bringen es mit sich, daß das M. bei ihnen noch heute besonders gepflegt wird. Irrtümlich hat man lange gemeint, ins Abendland sei das M. erst durch die Kreuzzüge gelangt; vielmehr treffen wir Spuren von ihm im Okzident in weit früherer Zeit. Das klassische Altertum besaß, was sich bei dem mythologischen Ursprung des Märchens von selbst versteht, Anklänge an das M. in Hülle und Fülle, aber noch nicht das M. selbst als Kunstgattung. Dagegen taucht in der Zeit des Neuplatonismus, der als ein Übergang des antiken Bewußtseins zur Romantik bezeichnet werden kann, eine Dichtung des Altertums auf, die technisch ein M. genannt werden kann, die reizvolle Episode von »Amor und Psyche« in Apulejus' »Goldenem Esel«. Gleicherweise hat sich auch an die deutsche Heldensage frühzeitig das M. angeschlossen. Gesammelt begegnen uns M. am frühesten in den »Tredeci piacevoli notti« des Straparola (Vened. 1550), im »Pentamerone« des Giambattista Basile (gest. um 1637 in Neapel), in den »Gesta Romanorum« (Mitte des 14. Jahrh.) etc. In Frankreich beginnen die eigentlichen Märchensammlungen erst zu Ende des 17. Jahrh.; Perrault eröffnete sie mit den als echte Volksmärchen zu betrachtenden »Contes de ma mère l'Oye«; 1704 folgte Gallands gute Übersetzung von »Tausendundeiner Nacht« (s. d.), jener berühmten, in der Mitte des 16. Jahrh. im Orient zusammengestellten Sammlung arabischer M. Besondern Märchenreichtum haben England, Schottland und Irland aufzuweisen, vorzüglich die dortigen Nachkommen der keltischen Urbewohner. Die M. der skandinavischen Reiche zeigen nahe Verwandtschaft mit den deutschen. Reiche Fülle von M. findet sich bei den Slawen. In Deutschland treten Sammlungen von M. seit der Mitte des 18. Jahrh. auf. Die »Volksmärchen« von Musäus (1782) und Benedikte Naubert sind allerdings nur novellistisch und romantisch verarbeitete Volkssagen. Die erste wahrhaft bedeutende, in Darstellung und Fassung vollkommen echte Sammlung deutscher M. sind die »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Grimm (zuerst 1812–13, 2 Bde.; ein 3. Band, 1822, enthält literarische Nachweise bezüglich der M.). Unter den sonstigen deutschen Sammlungen steht der Grimmschen am nächsten die von L. Bechstein (zuerst 1845); außerdem sind als die bessern zu nennen: die von E. M. Arndt (1818), Löhr (1818), J. W. Wolf (1845 u. 1851), Zingerle (1852–54), E. Meier (1852), H. Pröhle (1853) u. a. Mit M. des Auslandes machten uns durch Übertragungen bekannt: die Brüder Grimm (Irland, 1826), Graf Mailath (Ungarn, 1825), Vogl (Slawonien, 1837), Schott (Walachei, 1845), Asbjörnson (Norwegen), Bade (Bretagne, 1847), Iken (Persien, 1847), Gaal (Ungarn, 1858), Schleicher (Litauen, 1857), Waldau (Böhmen, 1860), Hahn (Griechenland u. Albanien, 1863), Schneller (Welschtirol, 1867), Kreutzwald (Esthland, 1869), Wenzig (Westslawen, 1869), Knortz (Indianermärchen, 1870, 1879, 1887), Gonzenbach (Sizilien, 1870), Österley (Orient, 1873), Carmen Sylva (Rumänien, 1882), Leskien und Brugman (Litauen, 1882), Goldschmidt (Rußland, 1882), Veckenstedt (Litauen, 1883), Krauß (Südslawen, 1883–84), Brauns (Japan, 1884), Poestion (Island, 1884; Lappland, 1885), Schreck (Finnland, 1887), Chalatanz (Armenien, 1887), Jannsen (Esthen, 1888), Mitsotakis (Griechenland, 1889), Kallas (Esthen, 1900) u. a. Unter den Kunstpoeten haben sich im M. mit dem meisten Glück versucht: Goethe, L. Tieck, Chamisso, E. T. A. Hoffmann, Fouqué, Kl. Brentano, der Däne Andersen, R. Leander (Volkmann) u. a. Vgl. Maaß, Das deutsche M. (Hamb. 1887); Pauls »Grundriß der germanischen Philologie«, 2. Bd., 1. Abt. (2. Aufl., Straßb. 1901); Benfey, Kleinere Schriften zu Märchen-forschung (Berl. 1890); Reinh. Köhler, Aufsätze über M. und Volkslieder (das. 1894) und Kleine Schriften, Bd. 1: Zur Märchenforschung (hrsg. von Bolte, das. 1898); R. Petsch, Formelhafte Schlüsse im Volksmärchen (das. 1900).

Afrikanische Märchen

Sikulume.

Ein Negermärchen der Kaffern in der Kapkolonie.1

In einem Kaffernkraal2 lebte vor Zeiten ein alter Mann, der war sehr arm. Wenige Stück Vieh nur nannte er sein eigen, und Töchter, deren Heirat ihm Besitz zuführen konnte, hatte er nicht. Eines Tages saß er im hellen, klaren Sonnenschein vor seiner Hütte, rauchte Tabak und starrte ins Freie. Plötzlich erregte das Gezwitscher einiger Vögel in einem nahen Dornbusch seine Aufmerksamkeit. Er blickte auf und sah sieben Vögel von ungewöhnlicher Schönheit vor sich; auch ihr Gesang unterschied sich von allem, was er Ähnliches bisher gehört hatte.

Da ging der alte Mann zu dem Häuptling seines Stammes und sagte ihm, was er gesehen hatte.

Dieser hörte schweigend zu; dann sprach er: "Wieviele Vögel, sagtest du, waren es?"

Der alte Kaffer antwortete: "Sieben".

"Du hast recht getan, mir davon zu sagen", fuhr der Häuptling fort. "Zum Lohne dafür sollst du meine sieben fettesten Kühe haben. Ich habe sieben Söhne im Kriege verloren. Die sieben Vögel sollen sie mir ersetzen; denn wer sagt mir, daß sie nicht meine getöteten Söhne sind? Die kommende Nacht darfst du nicht schlafen, sondern mußt wachen und Sorge tragen, daß die Vögel nicht fortfliegen. Morgen früh werde ich sieben Knaben erwählen, die sollen die Vögel fangen."

Der alte Mann tat, wie sein Häuptling ihm geboten hatte.

Am folgenden Morgen sammelte dieser seinen Stamm um sich und erzählte von den Vögeln. Hierauf wählte er sechs der mutigsten Knaben, gesellte ihnen seinen Sohn bei, der stumm war, und hieß sie gehen, um die Tiere zu fangen. Bei seinem Zorn verbot er ihnen, ohne dieselben vor seine Augen zu treten. Dann gab er ihnen Waffen und befahl ihnen, jedermann zu töten, der sich ihnen etwa wiedersetzen wollte. Mehrere Tage hintereinander verfolgten die Knaben nun die Vögel, ohne sie fangen zu können. Endlich aber fielen sie erschöpft zur Erde und ließen sich willig aufheben. An der Stelle, wo die Knaben ihre Aufgabe gelöst hatten, blieben sie über Nacht.

Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Heimweg. Sie kamen zu einer Hütte, in der ein lustiges Feuer brannte; aber es war niemand darin. Da gingen sie hinein und legten sich schlafen.

In der Nacht aber wachte der eine der Knaben auf und hörte eine Stimme sagen:

"Hier ist ja schönes Fleisch! Zuerst werde ich diesen, dann jenen, dann den dort nehmen; zu allerletzt soll der mit den kleinen Füßen dran kommen."

Der "mit den kleinen Füßen" aber war der Sohn des Häuptlings. Sein Name war Sikulume. Bis zu dem Tage, an dem er den Vogel gefangen hatte, war er stumm gewesen, nun war seine Zunge durch ein Wunder gelöst.

Der Knabe, welcher die unheimliche Stimme gehört hatte, lag mehrere Minuten ganz still. Dann sah er beim schwachen Strahl des Mondes, daß der Sprecher, ein breitschultriger, großer Mann, zur Hütte hinausging, wahrscheinlich, um seine Freunde zum Mahle zu laden. Sofort weckte der Knabe seine Kameraden und teilte ihnen mit, was er gehört hatte. Sie verlachten ihn aber und meinten:

"Du hast geträumt. Es ist niemand in der Hütte gewesen."

Er antwortete: "Geträumt habe ich nicht; ich rede die Wahrheit."

Sie verabredeten nun, daß einer von ihnen wachen solle, und sobald dieser ein verdächtiges Geräusch höre, die anderen wecken müsse.

Nach einer kleinen Weile waren sie bis auf einen wieder in festen Schlaf gefallen. Es währte gar nicht lange, so ließen sich Schritte vernehmen und gleich darauf dieselben Worte wie vorhin.

"Sie werden alle gleich hier sein," schloß der Kannibale seine Rede und rieb sich vergnügt die Hände, indem er wieder zur Tür der Hütte hinaustrat.

Der zum Tode erschrockene Knabe rief seine Gefährten, und in wenigen Sekunden befanden sie alle sich auf der Flucht.

Als der Kannibale aber mit seinen Freunden die Hütte betrat, die jetzt leer war, fielen die Betrogenen über den Betrüger her – denn sie glaubten seinen Beteuerungen nicht – und verspeisten ihn.

Sikulume war geflohen, ohne in der Hast an seinen Vogel zu denken. Als er dies bemerkte, beschloß er sofort umzukehren; denn er fürchtete den Zorn seines Vaters mehr als die Blutgier der Kannibalen.

Seine Gefährten suchten umsonst, ihn von seinem Vorhaben zurückzuhalten.

"Seht her," rief Sikulume und bohrte seinen Assegai3 in die Erde, "wenn dieser fest und still steht, dann sollt ihr wissen, daß ich in Sicherheit bin; bewegt er sich hin und her, so wißt, daß ich fliehe, fällt er aber hin, so sei es euch das sichere Zeichen meines Todes."

Damit ging er von ihnen und wandte sich der Hütte der Menschenfresser zu.

Auf dem Wege dorthin traf er ein altes Weib; das saß auf einem großen Steine und rief ihm zu:

"Wohin gehst du?"

Er sagte es ihr.

Da nahm die Frau aus einem Korbe etwas Fett und gab es dem Sohne des Häuptlings.

"Nimm dies," sprach sie. "Wollen die Kannibalen dir etwas anhaben, so wirf ein wenig davon auf einen Stein."

Dann war die Alte verschwunden, Sikulume ging weiter. Als er zu der Hütte kam, fand er sie leer; nur sein Vogel saß mit hängenden Flügeln am Eingange. Schnell nahm er ihn auf. In demselben Augenblick aber hatten die Kannibalen von weitem den Knaben bemerkt und kamen mit lautem Geschrei auf ihn zugerannt. Sikulume floh, so schnell seine Füße ihn tragen wollten; aber seine Verfolger verstanden das Laufen gut, und in wenigen Minuten hatten sie ihn fast eingeholt.

Da warf Sikulume etwas von dem Fett, welches die Alte ihm gegeben hatte, auf einen Stein. Kaum sahen dies die anderen, als sie sich in wilder Gier auf den Stein warfen. Es entstand ein Handgemenge unter ihnen, bis einer den Stein verschluckt hatte. Dann erst setzten sie ihre Verfolgung fort. Wieder waren sie nahe an Sikulume herangekommen, als dieser abermals von dem Fett, was er noch hatte, auf einen Stein warf. Dasselbe Schauspiel wie vorhin wiederholte sich. Schließlich stürzten die Kannibalen über den, welcher den Stein verschlungen hatte, her und töteten ihn. Sikulume hatte inzwischen einen guten Vorsprung bekommen; dennoch sah er mit Schrecken, daß seine Feinde sich ihm immer mehr näherten.

Um besser rennen zu können, warf er das Tuch, welches er um seine Hüften geschlagen hatte, von sich. Dasselbe fing an zu laufen und schlug eine andere Richtung ein. Sofort ließen die Kannibalen von der Verfolgung Sikulumes ab und wandten sich dem Tuche zu. Ehe sie dasselbe erreicht hatten, war der Knabe bei seinen Gefährten. Mit ihnen zusammen eilte er nun dem Kraal seines Vaters zu. Bald gewahrten sie ihre Verfolger wieder hinter sich und sahen zu gleicher Zeit einen kleinen Mann neben einem großen Steine sitzen.

Der Kleine rief ihnen, als sie an ihm vorübereilen wollten, zu:

"Ich kann diesen Stein in eine Hütte verwandeln."

"So tue es!" erwiderten die Knaben.

Er tat es, und die Knaben gingen alle in die Hütte; der kleine Mann ebenfalls.

In der Hütte spielten sie allerlei Spiele.4

Als die Kannibalen nahe herzugekommen waren, witterten sie Menschenfleisch; aber sie sahen nichts als einen großen Stein; denn von der Verwandlung desselben in eine Hütte konnten sie nichts bemerken.

Da wurden sie sehr zornig und fingen an, den Stein zu beißen, bis ihre Zähne zerbrochen waren. Laut heulend traten sie dann den Heimweg an.

Als sie weit fort waren, kamen die sieben Knaben und der kleine Mann aus der Hütte, die eigentlich ein Stein war.

Die Knaben setzten nun ihren Weg fort.

Endlich erreichten sie ihre Heimat; aber sie sahen niemanden, außer einem alten Weibe; dasselbe kam scheu und angstvoll um sich spähend unter einem Aschenhaufen hervorgekrochen. Es zitterte am ganzen Leibe und sprach:

"Ich meinte, es wäre niemand übrig geblieben."

Sikulume sprach: "Wo ist mein Vater?"

Die Alte antwortete: "Alle Leute sind von dem Inabulele5 verschlungen worden."

Er fragte: "Wohin ist das Ungeheuer gegangen?"

"Zum Flusse," war die Antwort.

Da gingen die Knaben an das Wasser.

Sikulume sprach: "Ich werde in das Flußbett steigen und diesen Assegai hier mit mir nehmen. Seht ihr das Wasser stark bewegt, so wißt, daß ich im Magen des Ungeheuers bin; ist es rot, so habe ich es getötet."

Nach diesen Worten sprang Sikulume in das Wasser und verschwand. Kaum war er in der Tiefe, so verschlang ihn das Ungeheuer, ohne ihm jedoch dabei ein Leid zu tun. Sikulume sah in dem Magen des Tieres seinen Vater, seine Mutter, alle Leute seines Stammes und ihr Vieh.

Da nahm er seinen Assegai und durchstach von innen nach außen das Ungetüm. Das Wasser bewegte sich und schlug in hohen, lauten Wellen an das Land, bis der Inabulele tot war; dann wurde es blutrot und still.

Als die sechs Knaben das sahen, schafften sie den Leichnam an das Ufer, schnitten ein tiefes, breites Loch hinein und befreiten so, was gefangen gewesen war.

Eines Tages sprach Sikulume zu einem anderen Knaben:

"Es ist Zeit, daß ich von meinem Stamme, den ich beherrschen werde, zum Manne erklärt werde. Dazu muß ein großes Fest gefeiert werden. Sage meiner Schwester, daß sie gute Speise für mich bereiten soll."

Die Schwester tat es.

Darauf sprach Sikulume zu ihr: "Bringe mir ein Stück von der Haut des Inabulele, welches ich getötet habe; ich will mir einen Mantel davon machen."

Darauf rief das Mädchen seine Freundinnen und ging mit ihnen an den Fluß.

Dort sang sie:

"Inabulele. Dich rufe ich!

Inabulele! Sikulume, der sendet mich."

Da kam der tote Körper des Ungetüms aus dem Wasser.

Das Mädchen schnitt zwei kleine Stücke der Haut ab, groß genug, um Sandalen daraus zu machen, und ein großes für einen Mantel.

Nun Sikulume von seinem Stamme zum Manne erklärt worden war, sprach er zu seinen Freunden:

"Ich werde die Tochter von Mangangezulu heiraten."

Sie erwiderten:

"Zu dem mußt du nicht gehen; Mangangezulu wird dich töten."

Er aber sprach:

"Ich werde dennoch gehen."

Und er versammelte um sich seine Altersgenossen und befahl ihnen, ihn zu begleiten.

Der Weg zu Mangangezulu führte durch hohes Gras. Eine Maus kam daraus hervor und fragte Sikulume:

"Wohin des Weges?"

"In den Kraal Mangangezulus," war die Antwort.

Da sang die Maus:

"Häuptling Sikulume, kehr heim, kehr heim;

Bei Mangangezulu darf niemand sein."

Sikulume aber sprach: "Ich werde dennoch hingehen."

"Wie du willst," sagte die Maus; "ehe du aber weiter gehst, töte mich, ziehe mir das Fell ab und wirf es hoch in die Luft."

Er tat, wie die Maus ihm geboten hatte.

Das Fell sprach:

"Gehe nicht in das Dorf Mangangezulus durch den großen Eingang; setze dich auf keine neue Matte6, wenn man dir zu essen anbieten wird, und schlafe in keiner Hütte, die leer ist."

Die Knaben schritten weiter und kamen zum Dorfe Mangangezulus.

Sie betraten es von der Seite, welche die Maus ihnen gewiesen hatte. Die Leute, die nicht gewöhnt waren, Fremde anders als durch den großen Eingang zum Kraal kommen zu sehen, fragten verwundert:

"Warum tun sie dieses?"

Sie entgegneten:

"Es ist unsere Sitte."

Man brachte ihnen Speise und gab ihnen eine neue Matte zum Niedersitzen.

Sie aber sprachen:

"Unsere Sitte ist, beim Essen auf einer alten Matte zu sitzen."

Man gab ihnen eine leere Hütte zum Schlafen; sie aber sagten: "Unserer Sitte gemäß schlafen wir nur in einer Hütte, in der Geräte sind."

Am folgenden Tage sprach der Häuptling Mangangezulu zu seinen Gästen:

"Geht und seht euch mein Vieh an und hütet es."

Sie gingen. Ein heftiger Gewitterregen überraschte sie, und Sikulume breitete seinen Mantel aus auf die Erde, da wurde er zu einer Hütte, die hart war wie Stein; in diese traten sie alle hinein und waren geschützt vor dem Regen.

Als sie des Abends mit dem Vieh heimkehrten, kam die Tochter Mangangezulus ihnen entgegen und blieb an Sikulumes Seite. Da die Mutter des Mädchens dies sah, stellte sie ihren Fuß in die Fußtapfen Sikulumes, und er verwandelte sich sofort in ein Elentier.

Das Mädchen aber liebte den jungen Häuptling sehr, und da sie sah, was ihre Mutter getan hatte, machte sie ein großes Feuer und trieb ihn hinein. Da verbrannte er und wurde zu einer ganz kleinen Kohle. Das Mädchen nahm die heiße Kohle, legte sie in einen Topf mit kaltem Wasser, und in wenigen Minuten stand Sikulume wieder vor ihr.

Sikulume und Mangangezulus Tochter verließen den Platz; denn der Häuptling trachtete beiden nach dem Leben. Das Mädchen hatte ein Ei, eine Kalabasse 7, einen Topf und einen glatten Stein mit sich genommen.

Als sie nun sahen, daß Mangangezulu ihnen folgte, warf das Mädchen das Ei zur Erde. Aus ihm wurde ein dichter Nebel.

Mangangezulu irrte in dem Nebel umher, bis er sich endlich zerteilte, dann verfolgte er Sikulume und seine Tochter weiter.

Da warf sie die Kalabasse zur Erde, und sie verwandelte sich in eine breite, tiefe Wasserfläche. Mangangezulu mußte warten, bis die Erde das Wasser verschlungen hatte, dann setzte er seinen Weg fort.

Das Mädchen warf nun den Topf zur Erde. Er zerbrach und verbreitete tiefe Dunkelheit. Wieder mußte der Vater eine lange Zeit warten, bis es Licht wurde; dann eilte er weiter und kam nahe an die Fliehenden heran.

Da warf seine Tochter den glatten Stein auf die Erde. Er wuchs und wurde zu einem riesigen Gebirge, dessen eine Seite eine steile Mauer war. Mangangezulu konnte die Felsen nicht erklettern und mußte umkehren und in seinen Kraal gehen.

Sikulume aber zog mit seinem jungen Weibe weiter, und als er heimkam, sagte er zu den Leuten seines Stammes:

"Dies ist Mangangezulus Tochter. Ihr rietet mir, nicht in ihres Vaters Kraal zu gehen, weil Ihr glaubtet, ich würde getötet werden. Ich habe Eure Warnung verachtet, und nun bringe ich mein Weib heim."

Sikulume wurde nun zu einem großen und mächtigen Häuptling, und alle Leute bewunderten ihn und sagten:

"Niemand kann tun, was Sikulume getan hat."

Fußnoten

1 Die Kapkaffern sowohl wie die Zulus schätzen ihren Reichtum nach der Anzahl ihrer aufwachsenden Töchter. Die Geburt einer Tochter bedeutet für die Eltern eine Besserung ihres Wohlstandes; denn das Liebeswerben jedes Kaffernfreiers muß durch ein Angebot von Ochsen, die er dem erwünschten Schwiegervater als Entgelt für die Dame seiner Wahl bietet, unterstützt werden. Da nun bei den südafrikanischen Völkern der Reichtum nicht in klingender Münze, sondern in blökendem Vieh besteht, so hat der Meistbietende die besten Aussichten auf Verwirklichung seiner Wünsche.

2 Ein Kraal ist ein Negerdorf. Kaffern leben in Hütten, welche in Gestalt von Halbkugeln, aus starkem Geäst geflochten und mit Pfählen in den Boden befestigt sind. Sie sind vollkommen vor den Unbilden des Wetters geschützt. Die größten dieser Hütten haben einen Durchmesser von 25 Fuß und eine Höhe von 8 Fuß. Der einzige Zugang ist eine schmale, niedrige Öffnung, welche Tür, Fenster und Rauchfang zugleich ist. Das Innere ist immer rauchig und meist schmutzig. Gewöhnlich bauen die Kaffern ihre Kraale oder Dörfer auf einer Anhöhe, die eine weite Aussicht bietet.

3 Ein Assegai ist die gewöhnliche Wurf- und Stoßwaffe der südafrikanischen Eingeborenen. Es ist dies ein lanzettenförmiger, lanzenartiger Speer, den die Schwarzen mit großer Geschicklichkeit zu handhaben wissen und bei schier unglaublichen Entfernungen todbringend werfen können. Das Benutzen, ja selbst der Besitz dieser Waffen ist dem Eingeborenen jetzt strengstens untersagt; dennoch haben sie meist Verstecke, wo sie diese Schätze aufheben.

4 Die Kaffern besitzen einen großen Reichtum althergebrachter Spiele, bei denen es zumeist auf eine große Beweglichkeit und Geschicklichkeit ihres Körpers ankommt. Daher kommt es auch, daß, wenn sie in Berührung mit europäischen Einrichtungen kommen, sie sich meist vorteilhaft mit sportlichen Spielen, wie tennis, Fußball und cricket befassen.

5 Inabulele ist ein sagenhaftes Ungeheuer.

6 Matten sind bei allen afrikanischen Negern vielfach im Gebrauch zu den verschiedensten Zwecken; sie rauchen, sitzen, schlafen auf ihnen. Wohl am meisten ausgebildet ist der Gebrauch und die Anfertigung der Matten im deutschen Ostafrika, wo die Mattenflechterei zu einer wahren Kunstfertigkeit gediehen ist. Sie hat die südafrikanische Fertigkeit im Mattenflechten bei weitem überholt. Die Ostafrikaneger haben daher auch eine große Mannigfaltigkeit in ihren Matten, denen vielfach sehr komplizierte Muster zugrunde liegen. Gemusterte Mattenstreifen flechten zu können, gilt bei den Suahelis für ein Zeichen hoher Bildung. Von den verschiedenen Matten der Neger Ostafrikas seien hier genannt: Ritanga, Plur. vitanga, runde Matten zum Ausbreiten der Nahrungsmittel, die zum Verkauf kommen, Jamoi, Plur. majamvi eine Matte für den Fußboden, länglich oder quadratisch, je nach Bedarf. Mkeka, Plur. mikeka, Schlafmatte; doch gibt es noch eine ganze Anzahl anderer Gebrauchs- und Ziermatten.

7 Kalabasse ist gebraucht zum Aufbewahren und Fermentierenlassen der Milch, die amassi genannt wird und ein beliebtes Getränk der Kapkaffern ist. Eine Kalabasse ist nichts anderes als ein großer ausgehöhlter Flaschenkürbis.

Wie der Tod in die Welt kam.

Zulusage.

Die Erde, der Mond, die Sterne und die Sonne sind immer gewesen; aber der Tod war nicht immer in der Welt.

Vor langen, langen Jahren kamen zu den Menschen zwei Boten, die ihnen der große Geist1 geschickt hatte, dem Himmel und Erde gehören.

Es waren das Chamäleon und der Salamander.

Der große Geist hatte zu dem Chamäleon gesagt:

"Gehe hin und sage den Bewohnern der Erde, sie sollen glücklich sein und ewig leben."

Dem Salamander aber hatte er befohlen: "Eile zu den Menschen und sage ihnen, daß sie sterben müssen."

Da machten sich diese Boten des Glückes und des Unglückes auf den Weg, um dem Befehle des großen Geistes zu gehorchen.

Ohne nach rechts oder links zu blicken, eilte der Salamander dahin, und als er zu den Menschen kam, sprach er:

"Was seid Ihr so sorglos? Wißt Ihr nicht, daß Ihr sterben müßt?"

Da erschraken die Menschen sehr; denn nun lernten sie die Sorge und den Tod kennen.

Das Chamäleon aber war von seinem Wege abgekommen, hatte hier eine Fliege und dort ein Insekt gefangen, und als es sich seines Auftrages erinnerte, war es spät geworden. Als es zu den Hütten der Menschen kam, fand es dort schon den Salamander vor und mit ihm die Sorge und den Tod.

Fußnoten

1 "Der große Geist", Qamata genannt, ist den Kaffern der Ausdruck für die unbestimmte Vorstellung eines höheren Wesens, welches die Welt regiert. Dennoch haben diese Neger keinerlei Glauben an ein Leben, welches nicht von dieser Welt ist; sie glauben nicht an eine Unsterblichkeit ihrer Seele. Eine vage Idee haben sie, daß ihre Großen, ihre Häuptlinge, ein Leben haben, welches über dieses hinausreicht. Daher ihr Glauben an Geister und ihre Furcht vor ihnen, da diese sämtlich der Welt und ihren Bewohnern abhold sind. Ihren Glauben an Qamata können die Kaffern in keiner Weise definieren. Er entspringt wohl lediglich aus dem dunklen Gefühle, daß die Weltordnung eines Ordners bedarf.

Die Braut des Häuptlings.

Eine Kafferngeschichte.1

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Töchter, die alt genug waren, um sich zu verheiraten.

Eines Tages ging der Mann in ein anderes Dorf, in welchem ein mächtiger Häuptling lebte.

Als er dort bei seinen Freunden war, fragten diese ihn nach den Neuigkeiten von seinem Kraal. Doch er wußte ihnen nichts zu erzählen, sondern wollte von ihnen wissen, was es in ihrem Stamme Neues gäbe.

Da erzählte man ihm, daß der Häuptling ein Weib suche.

Der Mann ging heim und sprach zu seinen Töchtern:

"Welche von euch möchte einen Häuptling heiraten?"

Da sagte die Älteste:

"Ich, mein Vater!"

Ihr Name war Mpunzikazi.

Der Mann sprach:

"Ich komme aus einem Dorfs, in welchem der Häuptling ein Weib sucht; du, meine Tochter, sollst zu ihm gehen."

Darauf berief er eine Anzahl von Leuten, die mit seiner Tochter ziehen sollten; sie aber sagte:

"Ich will allein gehen."

Da sprach ihr Vater:

"Wie kannst du, meine Tochter, solch unverständige Worte sagen? Ist es denn nicht unsere Sitte, daß ein Mädchen, wenn es zum Manne kommt, von Freunden dorthin begleitet werde? Sei nicht töricht, mein Kind!"

Das Mädchen aber sprach:

"Ich will allein gehen."

Da ließ ihr Vater sie gewähren.

Auf dem Wege zu dem Kraal des Häuptlings traf sie eine Maus. Diese sprach:

"Soll ich dir den Weg weisen?"

Mpunzikazi entgegnete:

"Gehe mir aus den Augen."

Da sagte die Maus:

"Wenn du so unfreundlich bist, wirst du deine Wünsche nicht erfüllt sehen."

Als Mpunzikazi etwas weiter geschritten war, kam ihr ein Frosch entgegengehüpft.

"Soll ich dir den Weg zeigen?" fragte der.

Sie aber wandte sich unwillig ab, indem sie sagte:

"Du? Du bist nicht wert, mit mir zu reden. Weißt du nicht, daß ich das Weib eines Häuptlings sein werde?"

"Gut denn!" höhnte der Frosch. "Du wirst ja sehen, was noch alles geschehen wird."

Als das Mädchen müde geworden war, setzte es sich unter einen Baum, um auszuruhen. Nahebei war ein Knabe, der Vieh hütete. Er kam zu Mpunzikazi und sagte:

"Wohin gehst du, meine Schwester?"

Sie aber ward zornig.

"Wer bist du," rief sie, "daß du so zu mir sprichst? Gehe fort von mir!"

"Ich bin hungrig," sagte der Knabe, "willst du mir nicht etwas zu essen geben?"

"Mach', daß du fort kommst!" rief sie noch einmal.

Darauf setzte sie ihren Weg fort, und traf ein altes Weib, welches neben einem großen Steine saß.

"Ich will dir einen guten Rat geben," rief die Alte dem Mädchen zu.

"Du wirst an Bäumen vorbeikommen, die werden dir ins Gesicht lachen; du aber bleibe ernst! Du wirst einen Sack mit dicker Milch sehen; iß nicht davon! Du wirst einem Manne begegnen, der wird seinen Kopf unter seinem Arme tragen; nimm von ihm kein Wasser an!"

Das Mädchen indes verlachte die Alte:

"Du häßliches Weib, wer bist du, daß du es wagst, mir einen Rat zu geben?"

Die Frau aber wiederholte ihre Worte.

Kurze Zeit darauf kam das Mädchen an einen Platz, auf dem Bäume standen. Diese lachten laut, und Mpunzikazi lachte auch. Am Wege lag ein Sack mit dicker Milch; sie aß davon. Darauf begegnete ihr ein Mann, der trug seinen Kopf unter seinem Arme und bot ihr Wasser an, und sie nahm es.

Als sie an den Fluß kam, der an dem Dorfe des Häuptlings vorbeifloß, sah sie ein junges Mädchen Wasser schöpfen.

"Wohin gehst du?" fragte dieses.

"Rede nicht mit mir," entgegnete Mpunzikazi, "denn ich werde das Weib eines Häuptlings sein."

Das Mädchen aber, welches Wasser schöpfte, war des Häuptlings Schwester.

Sie sagte:

"Warte; denn ich will dir einen Rat geben. Betritt das Dorf nicht von dieser Seite!"

Mpunzikazi aber eilte weiter, ohne auf die Worte zu achten.

Sie kam zum Dorf, und die Leute dort fragten sie, woher sie käme, und was sie wolle.

Sie erwiderte:

"Ich bin gekommen, um das Weib eures Häuptlings zu werden."

Die Leute blickten sie verwundert an und riefen:

"Wie kann ein Mädchen ohne seine Freunde zur Hochzeit kommen!"

Dann fuhren sie fort:

"Der Häuptling ist nicht zu Hause. Gehe aber in seine Hütte und bereite ihm ein Mahl, damit er seinen Hunger stillen kann, wenn er heimkommt."

Man gab ihr Kafferkorn und Mais. Sie bereitete Mehl daraus; aber es war so grob, daß das Brot, welches sie buk, nicht zu genießen war.

Am Abende hörte sie das Sausen eines mächtigen Windes. Dies zeigte ihr die Heimkehr des Häuptlings an. Er war aber eine große Schlange2 mit fünf Köpfen und blitzenden Augen. Mpunzikazi erschrak sehr, als sie ihn sah. Die Schlange ringelte sich vor die Tür der Hütte, und befahl dem Mädchen, Essen zu bringen. Der Name des Häuptlings war Makanda Mahlanu, d.i. Fünfköpfiger.

Als das Mädchen die Speise brachte, die es bereitet hatte, wurde Makanda Mahlanu sehr böse und sprach:

"Du sollst nicht mein Weib sein!" Dann schlug er sie mit dem Schwanz, und sie starb.

Späterhin sagte die Schwester Mpunzikazis zu ihrem Vater:

"Ich will auch das Weib eines Häuptlings werden."

Der Vater entgegnete:

"Es ist billig, meine Tochter, daß du es wünschest."

Er berief seine Freunde, und sie alle begleiteten das Mädchen auf dem Wege zu Makanda Mahlanu. Ihr Name war Mpunzanyana.

Auf dem Wege trafen sie eine Maus.

Diese sprach: "Soll ich euch den Weg weisen?"

Mpunzanyana erwiderte:

"Bitte, tue es."

Und die Maus tat es.

Der Weg führte durch ein Tal. Dort sah Mpunzanyana ein altes Weib bei einem Baume stehen.

Dieses sprach:

"Du wirst zu einem Pfade kommen, der sich in zwei Wege teilen wird. Wähle den kleineren; denn der größere würde dir kein Glück bringen."

Das Mädchen dankte und schritt weiter.

Da kam ein Kaninchen des Weges gelaufen. Das sprach:

"Ihr seid nahe dem Dorfe des Häuptlings."

Dann wandte es sich zu Mpunzanyana und sprach:

"Du wirst ein Mädchen sehen, das schöpft Wasser aus dem Flusse. Sprich freundlich mit ihr. Man wird dir Kafferkorn und Mais zum Mahlen geben; mache deine Arbeit gut. Wenn dein Gatte zu dir kommt, fürchte dich nicht."

"Danke dir, Kaninchen," sagte Mpunzanyana, "ich werde deinem Rate folgen."

Am Flusse traf sie des Häuptlings Schwester; diese fragte: "Wohin wanderst du?"

Mpunzanyana sprach:

"Ich bin am Ziele meiner Reise."

"Warum kommst du hierher?" fragte das Mädchen weiter.

"Ich komme mit meinem Hochzeitsgeleite."

Da sagte die Schwester des Häuptlings:

"Das ist recht! Aber wirst du dich nicht erschrecken, wenn du deinen Gatten siehst."

"O nein!" sagte Mpunzanyana fröhlich.

Darauf wies ihr das Mädchen die Hütte, in der sie wohnen sollte. Man gab Speise und Trank an die, welche mitgekommen waren.

Die Mutter des Häuptlings trat zu Mpunzanyana und sprach:

"Bereite ein Mahl für deinen Gatten. Er wird bald hier sein."

Sie tat, wie ihr geheißen war. Am Abend erhob sich ein starker Wind, welcher die Hütte erzittern machte, so daß einige Pfähle, welche sie stützten, niederfielen. Aber Mpunzanyana fürchtete sich nicht. Darauf kam Makanda Mahlanu herein und forderte Speise. Mpunzanyana nahm das Brot, welches sie gebacken hatte, und gab es ihm. Er aß, und da es ihm mundete, sprach er:

"Du sollst mein Weib sein."

Dann gab er ihr vielen Perlenschmuck, und sie freute sich darüber.

Späterhin glitt Makanda Mahlanu aus der Schlangenhaut heraus und wurde ein großer, stattlicher Mann. Mpunzanyana blieb von seinen Frauen diejenige, welche er stets am meisten liebte.

Fußnoten

1 Bei den Festlichkeiten einer Kaffernhochzeit herrscht viel Zeremoniell, welches strengstens innegehalten wird. So wird die Braut von ihrer jungen Verwandten und Freundin zum Kraal ihres zukünftigen Gatten gebracht. Dabei muß darauf geachtet werden, daß die Ankunft der Gesellschaft nicht vor Sonnenuntergang stattfindet. Am nächsten Tage ist die Hochzeit, welche in Essen, Trinken, Hochzeitstänzen und der Übergabe der vereinbarten Anzahl von Ochsen an den Vater der Braut seitens des Bräutigams besteht. In letzterem Akte besteht das Bindende der Ehe.

2 Schlangen genießen bei den Kaffern hohes Ansehen. Sie glauben, daß ihre Verstorbenen oftmals als Schlangen wieder auf Erden erscheinen; bei ihrem Glauben und Aberglauben an Geister wagen sie es nicht, einer Schlange ein Leid zu tun. Findet ein Kaffer in seiner Hütte eine Schlange, so verläßt er dieselbe und wartet ehrerbietig, bis das Tier sich entfernt hat, ehe er sie wieder betritt.

Die Sage von den wunderbaren Hörnern.1

Ein Hottentottenmärchen.

Es war einmal ein kleiner Knabe, dessen rechte Mutter war gestorben, und die anderen Weiber seines Vaters mißhandelten ihn. Deshalb entschloß er sich, seines Vaters Kraal zu verlassen. Eines Morgens setzte er sich auf den Ochsen, den sein Vater ihm geschenkt hatte, und ließ sich von ihm weiter landeinwärts tragen, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Als er mehrere Tagereisen von seinem väterlichen Dorfe entfernt war, traf er eine Vieherde, bei der war ein Bulle.

Der Ochse sprach: "Ich werde mit dem Bullen kämpfen und ihn toten."

Da stieg der Knabe ab. Der Ochse und der Bulle kämpften miteinander, und es geschah, wie der Ochse gesagt hatte. Der Knabe ritt nun weiter, und als er hungrig war, schlug er mit der flachen Hand an das rechte Horn seines Ochsen; dasselbe öffnete sich und gab dem Knaben Speise. Nachdem er genug gegessen hatte und satt war, schlug er an das linke Horn. Es öffnete sich und verschlang den Rest der Speise. Bald darauf sah der Knabe eine dunkelfarbige Viehherde in der Entfernung.

"Steige hier ab von meinem Rücken," sprach der Ochse, "ich werde zu der Herde laufen; dort muß ich kämpfen und werde sterben. Brich mir meine beiden Hörner ab und nimm sie mit dir. Wenn du hungrig bist, so sprich zu ihnen; sie werden dich mit Nahrung versorgen."

Wie der Ochse gesagt hatte, so geschah es. Er kämpfte und wurde getötet. Der Knabe nahm die Hörner und wanderte weiter.

Bald kam er in ein Dorf, in dem hatten die Leute nur wenig zu essen; denn es war eine Zeit großer Trockenheit.

Er ging in eine der Hütten des Dorfes, und mit Hilfe der Hörner hatte er genug Speise für den Besitzer dieser Hütte und sich selber.

Als er nun in der Nacht fest schlief, nahm ihm der, mit dem er sein Mahl geteilt hatte, die Hörner fort und legte statt ihrer andere auf den Platz, an dem sie gelegen hatten.

Der Knabe, der von dem Betruge nichts ahnte, stand am nächsten Morgen zeitig auf und zog weiter seines Weges.

Als er aber hungrig wurde und vergeblich zu den Hörnern sprach, merkte er, was geschehen war, und ging zurück zu dem Ort, an dem er geschlafen hatte. Ehe er noch die Hütte betrat, hörte er den Dieb seiner Hörner mit diesen reden; aber vergeblich.

Der Knabe nahm seine Hörner und schritt weiter. Am Abend kam er an eine Hütte. Er klopfte an und bat, die Nacht über dort bleiben zu dürfen. Aber man gewährte ihm seine Bitte nicht; denn sein Lenden-und Schultertuch war zerfetzt und sein Körper bestaubt und schmutzig.

So zog er denn weiter und kam zu einem Fluß, in welchem er badete. Dann sprach er zu seinen Hörnern. Diese versorgten ihn mit neuen Tüchern und reichem Perlenschmuck und Halsketten aus den Zähnen wilder Tiere.

Nachdem er sich geschmückt hatte, ging er weiter und kam zu einer Hütte, in welcher ein sehr schönes Mädchen mit ihrem Vater und ihrer Mutter lebte. Man empfing ihn mit großer Freude, und er blieb dort. Seine Hörner gaben reichlich Speise, Trank und Kleidung für alle.

Kurze Zeit darauf heiratete er das schöne Mädchen und zog mit seinem jungen Weibe heim zu seinem Vater.

Wiederum sprach er zu den Hörnern, und sie beschenkten ihn mit einem schönen, großen Hause; in das zog er mit seiner Frau und war glücklich mit ihr.

Fußnoten

1 In der Sage von den "wunderbaren Hörnern" finden wir seltsame Anklänge an unser deutsches Märchen vom "Tischlein deck' dich", wie überhaupt die Sagen aller Völker ganz seltsam gleichartige Grundideen haben. Überall finden wir sprechende Tiere, überall die Vorliebe für Rang, Stand und Reichtum.

Der Häuptling der Tiere.

Eine Kaffernsage.

Eine Frau ging einstmals fort von ihrem Hause und ihren Kindern, um Holz zu sammeln. Sie beauftragte den Hasen in ihrer Abwesenheit nach dem Rechten zu sehen, und er versprach, es zu tun. Kaum aber war die Frau fort, als wilde Tiere an ihre Wohnung herankamen und den Hasen, der sehr erschrocken war, nach den Namen der Kinder fragten, die er bewachen sollte.

Der Hase gab Bescheid und bat unter Tränen, daß die Tiere fortgehen sollten, ohne ihm oder den Kindern ein Leid zu tun. Da gingen sie denn auch fort. Aber nach wenigen Minuten kehrte zu des Hasen nicht geringem Schrecken das größte und fürchterlichste der Tiere zurück, nannte sich einen Häuptling und fraß die Kinder alle auf, weil es fürchtete, man würde seine Würde nicht anerkennen, wenn er dem Flehen eines Hasen Gehör schenkte.

Als die Frau nach Hause kam und der Hase ihr erzählte, was vorgefallen war, wurde sie erst sehr traurig, dann aber über alle Maßen zornig. Sie nahm zwei Eisenstücke, wetzte sie, bis sie ganz scharf und spitz wurden, und ging in den Wald, um Holz zu schneiden und ein großes Feuer zu machen; das sollte die Tiere des Waldes vertilgen.

Es begegnete ihr aber der Häuptling der Tiere, der verschluckte sie. Da sie nun im Inneren des Ungeheuers war, fand sie dort alle ihre Kinder unversehrt vor. Sie waren sehr hungrig und baten ihre Mutter, ihnen etwas zu essen zu geben. Die Frau nahm die spitzen Eisenstücke und schnitt von den Eingeweiden des Tieres, in dem sie mit ihren Kindern steckte, Stücken ab. Dann rieb sie Holz gegeneinander; denn auch dies hatte das Ungeheuer mit verschluckt. Es gab Funken, und schließlich war ein großes Feuer entstanden, auf dem röstete sie das Fleisch. Der Häuptling der Tiere aber hatte große Schmerzen, brüllte laut und warf sich im Sande hin und her. Er befragte alle Tiere, was er zur Linderung seiner Pein tun könne, aber keines konnte ihm einen guten Rat geben. Endlich starb er unter großen Qualen. Die Mutter aber mit ihren Kindern arbeitete im Innern des toten Körpers immer weiter, bis sie ein großes Loch geschnitten hatten, aus dem kamen sie alle nacheinander hinaus. Es waren aber in dem Leibe des Ungeheuers auch Tiere gewesen, die verschluckt worden waren. Sie alle wurden nun befreit.

Ein Ochse kam heraus und rief:

"Muh, muh! wer hat mir geholfen?"

Darauf ein Hund, der bellte:

"Wau, wau, wer hat mich errettet?"

Dann ein Affe:

"Hi, hi", lachte er, "wer half mir?"

Darauf kamen Menschen und Vieh überein, daß die Frau, die sie so wunderbar errettet hatte, ihr Häuptling sein sollte.

Die Löwin und die Antilope.

(Suahelisage.)

Eine Löwin hatte ein Junges. Da sie es eben zur Welt gebracht hatte, verspürte sie großen Hunger und konnte ihn gar nicht stillen. Am siebenten Tage beschloß sie, auf Raub auszugehen und zu töten, was ihr in den Weg käme. Auf ihrem Wege traf sie eine Antilope, die graste friedlich nahe dem Walde. Die Löwin schlich sich leise und vorsichtig dicht an das Tier heran. Gerade wollte sie losspringen, als die Antilope sich umsah und, die Löwin freundlich anblickend, rief: "Willkommen, Gevatter!" Da schämte sich die Löwin ihres bösen Vorhabens und verschonte die Antilope, die sie so freundlich begrüßt hatte.

Goso1

Ein Märchen aus Mombassa.

Es war einmal ein Mann, der hieß Goso. Goso liebte die Kinder sehr und wurde von ihnen wieder geliebt. Er versammelte täglich eine Schar von Kindern um sich unter einem Affenbrotbaum und erzählte ihnen viele schöne Geschichten. Als er eines Tages wieder so mit ihnen die Zeit verschwatzte, kam eine Gazelle; die kletterte auf den Baum, brach eine Frucht ab und warf sie hinunter. Die Frucht traf Goso an den Kopf und schlug ihm eine tiefe Wunde, an der er verblutete. Als er tot war, begruben ihn die Kinder und weinten bitterlich. Als sie nun so allein unter dem Affenbrotbaume saßen, sprachen sie zueinander: "Wir müssen Rache nehmen an dem, der unseren Freund getötet hat. Laßt uns ausfindig machen, wer die Frucht brach und warf."

Als sie darüber nachdachten, wer wohl der Täter gewesen sei, kamen sie überein, daß kein anderer als der Südwind zu jener Zeit in den Zweigen des Affenbrotbaumes gewesen sein könne, und sie beschlossen, ihn zu schlagen. Deshalb fingen sie ihn und wollten eben mit der Züchtigung beginnen, als er zu ihnen sprach: "Ich bin der Südwind! Was tat ich euch, daß ihr mich fangt und schlagen wollt?" Sie antworteten: "Wir wissen sehr wohl, wer du bist! Du hast unseren Freund Goso getötet. Denn du hast von dem Baume die Frucht gebrochen und mit ihr den tödlichen Wurf ausgeführt! Wie konntest du!" Da sprach der Wind: "Wäre ich ein Häuptling, glaubt ihr, daß eine Steinmauer mir ein Hindernis in meinem Wege sein könnte?" Da gingen die Kinder zur Steinmauer und schlugen die. Diese aber sprach: "Was schlagt ihr mich? Was tat ich euch." Sie antworteten: "Steinmauer, du Feindin des Südwindes! Du warst ihm ein Hindernis; deshalb floh er in den Affenbrotbaum, brach eine Frucht und tötete mit ihr unseren Freund Goso. Du solltest dich schämen!" Die Mauer entgegnete: "Wenn ich ein Häuptling wäre, dürfte keine Ratte ein Loch in mich bohren." Da gingen die Kinder hin und schlugen die Ratte. Sie rief: "Mich schlagt ihr? Warum? Was habe ich getan?" Man antwortete ihr: "Du Ratte, hast ein Loch durch die Mauer gebohrt mit deinen scharfen Zähnen; da hielt die Mauer den Südwind auf in seinem Lauf, und er stieg auf den Baum, brach eine Frucht und tötete unseren Freund Goso. Wie konntest du!" Da rief die Ratte: "Ach, wäre ich ein Häuptling! Keine Katze dürfte mich fressen!" Nun war es an der Katze, geschlagen zu werden. Auch sie fragte: "Was schlagt ihr mich? Was tat ich euch?" Die Kinder antworteten: "Katzen fressen Ratten; Ratten bohren Löcher in Mauern; Mauern hemmen Winde, und ein Wind war's, der unseren Freund Goso tötete." Die Katze jammerte: "Kein Strick dürfte mich binden, wäre ich ein Häuptling!" Sofort gingen die Kinder zum Strick und schlugen ihn. "Was tut ihr?" rief der. "Wer bin ich, daß ihr mich schlagt? Ich tat euch nichts!" Die Kinder aber antworteten: "Du bist der Strick, der die Katze bindet; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt Löcher in Mauern; Mauern hemmen Winde, und der Südwind war's, der unseren Freund Goso tötete. Schäme dich!" Der Strick sprach: "Nur weil ich kein Häuptling bin, darf mich das Messer schneiden." Da wurde das Messer geschlagen. Das rief: "Wißt ihr denn, wer ich bin, und tat ich euch etwas?" "Wir wissen, wer du bist," antworteten die Kinder; "du bist das Messer, welches den Strick durchschneidet; der Strick bindet die Katze; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt ein Loch in die Mauer; die Mauer hemmt den Wind; der Wind warf die Frucht vom Affenbrotbaum auf unseren Freund Goso, und Goso starb! Schäme dich!" Das Messer sprach: "O, wäre ich ein Häuptling! Kein Feuer dürfte mir etwas anhaben!" Da gingen die Kinder zum Feuer und schlugen es. "Was schlagt ihr mich?" rief dieses. "Ich habe euch nichts getan." Sie antworteten: "Du bist das Feuer, der Zerstörer des Messers; das Messer schneidet den Strick; der Strick bindet die Katze; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt ein Loch in die Mauer; die Mauer hemmt den Wind; der Wind warf die Frucht vom Affenbrotbaum auf unseren Freund Goso, daß er starb. Schäme dich!" Das Feuer sprach: "Wäre ich ein Häuptling, Wasser könnte mir nichts anhaben." Da schlugen sie das Wasser. Das sagte: "Was tat ich, daß ihr mich schlagt? Wißt ihr, wer ich bin?" Sie antworteten dem Wasser: "Du bist das Wasser; Wasser löscht Feuer, Feuer zerstört das Messer; das Messer zerschneidet Stricke; Stricke binden Katzen; Katzen fressen Ratten; Ratten bohren Löcher in Mauern; Mauern hemmen Winde, und der Südwind war's, der mit der Frucht des Affenbrotbaumes unseren Freund Goso tötete. Schäme dich!" Da murmelte das Wasser: "Kein Ochse dürfte aus mir trinken, wenn ich ein Häuptling wäre." Auch den Ochsen schlugen die Kinder: "Was schlagt ihr mich?" fragte er. "Tat ich euch etwas?" Sie antworteten: "Du bist der Ochse, der Trinker des Wassers; das Wasser ist der Zerstörer des Feuers, das Feuer der Verderber des Messers; das Messer schneidet den Strick; der Strick bindet die Katze; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt ein Loch in die Mauer; die Mauer hemmt den Wind; der Wind aber hat unseren Freund Goso getötet; denn er warf die Frucht des Affenbrotbaumes auf ihn." "Kein Holzbock würde mich stechen, wäre ich ein Häuptling," sagte der Ochse. Da gingen die Kinder zum Holzbock und schlugen ihn. "Ihr schlagt mich?" rief der. "Warum? Was tat ich euch?" Sie sprachen: "Du stichst den Ochsen; der Ochse säuft das Wasser; das Wasser löscht das Feuer; das Feuer verdirbt das Messer; das Messer zerschneidet den Strick; der Strick bindet die Katze; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt ein Loch in die Mauer; die Mauer hemmt den Wind, und er war's, der mit der Frucht des Affenbrotbaumes unseren Freund Goso tötete." Da jammerte der Holzbock: "Keine Gazelle würde mich fressen, wenn ich Häuptling wäre!" Da gingen die Kinder und suchten, bis sie die Gazelle fanden. Sie schlugen sie, und sie rief: "Was tat ich euch, daß ihr mich schlagt?" Sie sagten: "Du bist die Gazelle, die den Holzbock frißt; der Holzbock sticht den Ochsen; der Ochse säuft das Wasser; das Wasser löscht das Feuer; das Feuer verdirbt das Messer; das Messer schneidet den Strick; der Strick bindet die Katze; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt ein Loch in die Mauer; die Mauer hemmt den Wind; der Wind war es, der mit der Frucht des Affenbrotbaumes unseren Freund Goso tötete. Schäme dich, Gazelle!" Die Gazelle schwieg. Die Kinder aber riefen: "Sie war es, die ihn getötet hat! An ihr wollen wir Rache nehmen!"

Und sie töteten die Gazelle.

Fußnoten

1 In dem Märchen von "Goso", dessen Moral leicht ersichtlich ist, was durchaus nicht bei vielen Negermärchen der Fall ist, wird für alle diejenigen, welche englische Sagen kennen, eine große Ähnlichkeit mit "The House that Jack built" an den Tag treten.

Der Hase, die Hyäne und der Löwe.

Märchen aus Mombassa.

Ein Hase1, ein Löwe und eine Hyäne hatten sich einen Garten angelegt. Eines Tages berieten sie miteinander, daß sie hingehen wollten, um zu sehen, wie alles in dem Garten gediehen wäre; denn es war die Jahreszeit, von der sie reiche Ernte erhofften. Da der Weg, den sie zurückzulegen hatten, weit war, so schlug der Hase vor, man solle unterwegs nicht stehen bleiben, sondern rüstig vorwärts wandern.

"Wer stehen bleibt," fügte er hinzu, "den sollen die anderen auffressen."

"Gut," sagte der Löwe und die Hyäne, "wir stimmen dir bei."

So schritten sie voran und hatten bereits eine gute Strecke hinter sich, als der Hase plötzlich stehen blieb.

Da rief die Hyäne:

"Seht, seht! Der Hase bleibt stehen! Er hat sein Leben verwirkt."

"Ich denke nach!" sagte der Hase.

"Worüber?" fragten seine Kameraden.

"Ich denke nach über jene beiden Steine. Der eine ist groß, der andere klein; warum wächst der kleine nicht, daß er ebenso groß wird, wie sein Nachbar?"

"Er tut gut daran, darüber nachzudenken," sagte der Löwe, und die Hyäne stimmte bei.

Dann schritten sie weiter.

Wieder blieb der Hase stehen.

"Seht, seht," sagte der Löwe, "der Hase ist stehen geblieben! Er hat sein Leben verwirkt!"

"Ich denke nach," sagte der Hase.

"Worüber?" fragten seine Kameraden.

"Wenn die Menschen sich neue Kleider antun, was wird aus den alten?" sagte der Hase.

"Er tut gut daran, darüber nachzudenken," sagte die Hyäne, und der Löwe gab ihr recht.

Wieder gingen sie weiter.

Da blieb die Hyäne stehen.

"Sie ist stehen geblieben! Sie darf nicht weiterleben!" rief der Hase.

"Ich denke nach!" sagte die Hyäne.

"Worüber?" fragten ihre Genossen.

"Über nichts!" antwortete sie.

Da fraßen der Löwe und der Hase die Hyäne auf. Der Löwe und der Hase wanderten weiter. Da blieb abermals der Hase stehen.

"Du mußt sterben!" sagte der Löwe.

"Ich denke nach!" entgegnete der Hase.

"Worüber?" fragte der Löwe.

Der Hase wies auf eine Felsenspalte und sagte: "Siehst du jene Spalte? Unsere Vorfahren pflegten dort ein- und auszugehen; denn das Innere des Felsens ist eine geräumige Halle. Ich werde hineingehen, und wenn ich wiederkomme, sage ich dir, ob es ratsam ist für dich, und ob die Halle groß genug ist, daß du auch hineingehen kannst."

Der Hase ging hinein, und als er wiederkam, sprach er zum Löwen: "Gehe du auch hinein."

Da ging der Löwe; aber die Spalte war so eng, daß er stecken blieb und weder vor- noch rückwärts gehen konnte.

"Du bist stehen geblieben, Löwe!" rief der Hase. "Du hast dein Leben verwirkt; aber ich schenke es dir!"

Damit verließ er den Löwen und ging weiter bis zu dem Garten, der ihm nun allein gehörte.

Fußnoten

1 Die Persönlichkeit des Fuchses ist in den Suahelimärchen durch den Hasen vertreten, dem von den ostafrikanischen Negern dieselben Attribute beigelegt werden, wie im deutschen Märchen dem Fuchs. Der Grund hierfür liegt in der Gewohnheit des Hasen, wie seines Vetters, des Kaninchens, fortwährend die Lippen zu bewegen. "Er weiß überall Bescheid und möchte gern sprechen," sagen die Eingeborenen. So wie im Deutschen die Redensart "du Fuchs du" ihre besondere Meinung hat, so braucht der Suahele die Worte: "Ee Sungura wee, du Hase oder Kaninchen du". So erzählt eine Suaheligeschichte, deren Inhalt mir teilweise entfallen ist, von der Schlauheit des Kaninchens bei dem Bau eines tiefen Brunnens. Alle Tiere beteiligten sich an der Arbeit, nur das Kaninchen nicht. Als der Brunnen fertig war, paßten die Tiere genau auf, daß das träge Kaninchen nun auch kein Wasser daraus bekommen sollte. Das Kaninchen aber wußte alle, außer der Spinne, zu hintergehen.

Tiere und Menschen.

Eine Suahelisage.

Es war einmal ein Mann, der für sich und die Seinen die Tiere des Waldes und Feldes fing in Fallen, damit sie Fleisch zu essen hatten. Er war sehr geschickt im Erfinden neuer Fallen; daher konnte er täglich Fleisch essen; denn sobald er eine Falle gestellt hatte, fing sich ein Tier darin.

Eines Tages, als er wieder hinging, um zu sehen, was sich in seiner Falle gefangen hatte, fand er einen Affen darin. Er wollte ihn töten; aber der Affe sprach: "Schone meiner, du Kind des Menschen; laß mir das Leben. Rette du mich vor dem Regen, so kann ich dich vielleicht vor der Sonne erretten."

Da nahm der Mann ihn aus der Falle und ließ ihn laufen. Ehe er aber in dem Dickicht der Bäume verschwand, sprach der Affe zu dem, der ihm das Leben geschenkt hatte:

"Höre meinen Rat! Tue keinem Menschen Gutes; denn unter den Menschen gibt es keine Dankbarkeit. Tust du einem heute Gutes, so erweist er dir morgen Böses."

Am folgenden Tage saß eine Schlange in der Falle. Da wollte der Mann hinlaufen und seine Freunde rufen, daß sie ihm helfen sollten, die Schlange zu töten.

Sie rief ihn aber zurück und sprach:

"Komm zurück, du Kind der Menschen, rufe sie nicht, die mich töten würden. Schenke mir heute das Leben; du weißt nicht, welchen Dienst ich dir vielleicht schon morgen erweisen kann. Nur Menschen vergelten Gutes mit Bösem."

Da ließ er ihr die Freiheit und das Leben.

Als der Mann am folgenden Tage zu seiner Falle kam, war ein alter Löwe darin. Den wollte er töten.

Da sagte der Löwe:

"Errette mich vor der Sonne, so will ich dich vor dem Regen schützen." Der Mann gab ihm die Freiheit. Ehe der Löwe fortlief, sagte er:

"Du hast mir Gutes erwiesen und sollst es nicht bereuen; denn ich bin kein Mensch. Menschen sind nie dankbar."

Am anderen Tage war ein Mensch in die Falle geraten, den befreite der Mann.

Kurze Zeit darauf brach im Lande eine Hungersnot aus. Als der Mann, welcher so gut verstand, Fallen zu stellen, sah, daß er und die Seinen bald arg würden hungern müssen, sprach er zu seiner Mutter:

"Backe mir sieben Kuchen. Dann will ich fortgehen und sehen, wo ich etwas Speise finden kann. Vielleicht kann ich etwas Wild erlegen oder in der Falle fangen; vielleicht finde ich Früchte."

Sie tat, wie er gebeten hatte, und er ging fort. Im Walde aber verirrte er sich, und es verging Tag um Tag und Nacht um Nacht, ohne daß er seinen Weg wiederfand. Von seinem Vorrat hatte der Mann schon sechs Kuchen verzehrt, und nur einer war ihm noch geblieben. Um ihn herum wurde der Wald immer dicker, die Wildnis immer undurchdringlicher. Was sollte daraus werden? Da begegnete ihm ein Affe.

"Wo gehst du hin, du Sohn der Menschen?" redete der den Verirrten an.

"Ich kann meinen Weg nicht finden; ich weiß nicht ein, noch aus!" antwortete der Mann.

"Ruhe dich hier aus," sagte der Affe. "Jetzt will ich dir das Gute lohnen, was du mir tatest; denn ich bin es, den du aus der Falle ließest."

Da ging der Affe in die Gärten und Plantagen der Menschen und stahl reife Bananen und brachte sie dem Manne.

"Nimm und iß," sagte er zu ihm; "ich werde dir auch noch Wasser bringen."

Als nun der Mann sich geruht hatte und sein Durst und Hunger gestillt war, nahm er Abschied von dem Affen.

Einige Stunden später traf er einen Löwen. Sein Schreck war anfänglich groß, doch er konnte bald sagen, daß der Löwe ihm kein Leid tun wollte; denn er redete den Mann an und sprach:

"Woher kommst du, Sohn eines Menschen, und wohin willst du?"

Er antwortete:

"Ich habe mich im Walde verirrt und kann meinen Weg nicht finden."

"Setze dich nieder," sagte der Löwe, "und ruhe dich aus, daß ich dir vergelten kann, was du an mir getan hast; denn ich bin es, den du aus der Falle befreit hast. Jetzt will ich dir helfen."

Da ruhte der Mann sich aus, indessen der Löwe fortging und Wild zur Speise seines Schützlings fing.

"Iß dies," sagte er, als er zurückkam und zeigte dem Mann eine Stelle im Walde, wo er Feuer machen und das Fleisch rösten konnte. "Ich bin kein Mensch, deshalb bin ich dankbar für empfangene Guttaten."

Der Mann aß, und dann nahm er Abschied von dem Löwen.

Wieder war er eine weite Strecke Weges gewandert, da kam er auf eine große Plantage. Dort traf er ein altes Weib, die sprach ihn an:

"Wir haben bei uns einen Mann, der krank ist und den Tod fürchtet. Kannst du Medizin bereiten, so komm mit zu ihm."

Er antwortete:

"Ich kann es nicht!"

Auf der Plantage fand er einen tiefen Brunnen, und da er sah, daß Wasser darin war, wollte er trinken, in dem Augenblick aber, als er sich niederbückte, sah er eine große Schlange in dem Brunnen, die rief:

"Du Sohn eines Menschen, warte auf mich."

Die Schlange kam aus der Tiefe heraufgekrochen und sagte zu dem Manne:

"Entsinnst du dich meiner? Ich bin es, die du aus der Falle errettet hast. Damals sagte ich zu dir: Schütze mich vor dem Regen, so will ich dich vor der Sonne schützen! Meine Zeit ist gekommen; denn ich kann dir meine Dankbarkeit beweisen. Du sollst einsehen, daß du deine Wohltat nicht an einen Menschen verschwendet hast. Bringe mir deine Tasche, daß ich sie dir fülle mit Dingen, die dir von Nutzen sein werden."

Da gab der Mann ihr seine Tasche, und sie füllte sie mit goldenen und silbernen Ketten. Als sie gefüllt war, sprach die Schlange: "Nimm dies und sei freigiebig damit."

Dann wies sie ihm den Weg, den er einzuschlagen hatte, um nach seinem Hause zu kommen. Als er nahe dabei war, traf er den Mann, den er aus der Falle befreit hatte. Der nahm ihm die Tasche ab und lud ihn zu sich in sein Haus, und seine Frau bereitete Speise für ihn. Während er davon aß, ging der Mann, dem er das Leben gerettet hatte, zum Sultan und sprach:

"Ein Fremder ist bei mir eingekehrt, aber er ist keines Menschen Sohn, sondern eine Schlange, und lebt in einem Brunnen. Er hat Macht, sich Gestalt zu geben, welche er will. Laß ihn festnehmen und nimm seine Tasche von ihm; die ist gefüllt mit Ketten aus Gold und aus Silber."

Der Sultan tat, wie ihm geraten war. Er ließ den Mann, der sich gegen Menschen und Tiere so freundlich gezeigt hatte, festnehmen und seine Hände binden; dann ließ er ihn in das Gefängnis werfen. Als er so gebunden und seiner Freiheit beraubt in dem Kerker saß, kam die große Schlange aus dem Brunnen und bedrohte die Stadt. Da fürchteten sich die Menschen und sagten zu dem Gefangenen:

"Sage der Schlange, sie soll uns verlassen!" Und sie ließen ihn frei und nahmen die Fesseln von ihm. Er ging zur Schlange und befahl ihr, fortzugehen. Die sprach: