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Was treibt einen Menschen dazu, denjenigen zu verraten, dem er am nächsten steht? Was, wenn hinter dem größten Verrat der Geschichte keine Gier steckt, sondern eine verzweifelte Überzeugung? Fernanda Quirós nimmt sich in ihrem eindringlichen Erzählband sieben der berühmtesten Verräter der Geschichte vor — und gibt ihnen etwas zurück, das ihnen die Nachwelt stets verweigert hat: ihre eigene Stimme. In sieben kunstvoll konstruierten Geschichten verlässt die Autorin die sichere Distanz des Historikers und steigt tief in das Innenleben jener Menschen hinab, die als Täter in die Annalen eingingen. Das Ergebnis ist verstörend, faszinierend und von unerbittlicher psychologischer Präzision. Den Auftakt macht Judas aus Kariot — nicht der feige Geldgierige der Überlieferung, sondern ein Mann mit einem Plan, der ihn selbst noch nicht vollständig durchschaut. Quirós entwirft einen Judas, der an Jesus glaubt: leidenschaftlich, strategisch, verhängnisvoll. Es folgen sechs weitere Porträts, jedes in einem anderen Zeitalter, jedes mit einer anderen Logik des Verrats — von politischem Kalkül über Loyalitätskonflikte bis hin zu jenem leisen, kaum merklichen Moment, in dem eine Überzeugung kippt. Was diese Sammlung von bloßer historischer Fiktion unterscheidet, ist Quirós' ungewöhnliche Erzählhaltung: Sie urteilt nicht. Sie erklärt nicht weg. Sie lässt ihre Figuren sprechen, denken, zweifeln — in einer Prosa, die zugleich dicht und atmend ist, voller sinnlicher Details und philosophischer Schärfe. Wer diese Seiten liest, wird unweigerlich mit der unbequemen Frage konfrontiert, wo die Grenze zwischen Verrat und Überzeugung verläuft. Ein Buch für alle, die Literatur als Denkraum verstehen — und keine einfachen Antworten fürchten.
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Liczba stron: 143
Rok wydania: 2026
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