Totgehoppelt - Mauritz von Neuhaus - ebook

Totgehoppelt ebook

Mauritz von Neuhaus

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Opis

Während der Jubiläumsfeier des örtlichen Kaninchenkastenumstellvereins verschwindet der Bürgermeister Bürens spurlos. Kurze Zeit später taucht er wieder auf. Tot. Als dann auch noch seine Sekretärin erschossen aufgefunden wird, macht sich das ungleiche Ermittlerteam Theresia Rose und Alexander Kantstein auf die Suche nach dem Täter. Doch durch Theresias digitale Inkompetenz und Casanova Alexanders Tändeleien gestalten sich die Ermittlungen schwieriger als gedacht.

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Mauritz von Neuhaus

Totgehoppelt

Kriminalroman

Impressum

Personen und Handlung sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen

sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

© 2016 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 0 75 75 / 20 95 - 0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2016

Lektorat: Claudia Senghaas, Kirchardt

Herstellung/E-Book: Mirjam Hecht

Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart

unter Verwendung eines Fotos von: © man_kukuku – Fotolia.com

ISBN 978-3-8392-4954-3

Prolog

Ich sehe mich als Baby, als Neugeborenes in deinen Armen. Vertrauensvoll schaue ich zu dir auf. Du siehst mich an, liebevoll, mit Tränen in den Augen. Du streichelst mir über den Kopf, hältst mir deinen Zeigefinger hin, den ich instinktiv mit meinen kleinen Händen umfasse. Es ist, als könnte ich deine Gedanken lesen in diesem intimen Moment zwischen dir und mir.

Du erzählst mir deine Geschichte, die Geschichte eines 17-jährigen Mädchens, das schwanger wird und davon erst im fünften Monat erfährt. Zu spät für eine Abtreibung. Was nun? Verzweiflung, Panik! Dein Freund, mein Vater, will nichts mehr mit dir zu tun haben, serviert dich eiskalt ab mit dem Hinweis, dass doch alle wissen, dass du es mit jedem treibst. Dein Vater, der mal wieder betrunken von der Arbeit nach Hause gekommen ist, rastet vollkommen aus, schlägt dir so fest mit der Hand ins Gesicht, dass du am nächsten Tag in der Schule eine dunkle Sonnenbrille tragen musst, um das Veilchen dahinter zu verstecken. Er brüllt dich an. Beschimpft dich wüst als Schlampe und dämliche Nutte. Eine Nutte, die offensichtlich für jeden die Beine breitmache. Die dabei noch zu blöde sei, gescheite Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Und deine Mutter, die hysterisch heulend daneben steht, die Hände verzweifelt knetend in der Hoffnung, dass der Zorn des Vaters nicht auf sie fallen wird. Eine Hoffnung, die sich Minuten später zerschlägt. Der Vater beginnt, wie so oft, seine Wut und Aggression auf seine Frau zu richten, die in seinen Augen vollkommen in der Erziehung der Kinder versagt und totale Nichtsnutze herangezogen habe. Schon prasseln Schläge auf sie ein. Wimmernd versucht sie, sie abzuwehren. Und du, die du solche Szenen hundertfach erlebt hast, verziehst dich schluchzend ins Treppenhaus. Hältst dir die Ohren zu, um nicht die Schreie der Mutter zu hören, und hoffst, dass es diesmal schnell vorübergehen und deine Mutter mit ein paar blauen Flecken davon kommen wird.

Das alles fließt in den Minuten unseres Zusammenseins an Gedanken zwischen dir und mir hin und her. Ich sehe deine Verzweiflung, die Ausweglosigkeit in deinem abgestumpften Blick. Du drückst mich an dich. Du flüsterst mir ins Ohr, dass du nur das Beste für mich willst, dass es mir einmal besser gehen soll als dir, und dass du mir keine Zukunft geben kannst. Ich höre dich, spüre deine Liebe und vertraue dir, dass alles gut wird.

Da kommt die Krankenschwester, nimmt mich vorsichtig aus deinen Armen. Ich höre dich aufschluchzen. »Bitte Schwester, nur noch eine Minute.« Du streckst die Arme nach mir aus.

Die Schwester sieht dich an. »Sei doch vernünftig, Barbara«, sagt sie beschwichtigend. »Es wird dir nicht leichter fallen, wenn du noch mehr Zeit mit ihr verbringst, im Gegenteil. Ich weiß, dass es schwer ist. Aber glaub mir, die Kleine wird es gut haben bei ihren neuen Eltern.« Sie geht resolut mit mir in Richtung Tür. Ich höre dich aufschreien, verzweifelt weinen. Mama, weine doch nicht, du hast doch gesagt, dass alles gut wird. Ich vertraue dir, du liebst mich und willst nur mein Bestes. Die Schwester öffnet die Tür.

Wir gehen durch die Tür, überschreiten die Schwelle in ein neues Leben, mein neues Leben … in die Hölle.

Kapitel 1

Sein Telefon klingelte. Kurz sah er von seiner Arbeit hoch, auf die er sich gerade noch konzentriert hatte, und stellte fest, dass es seine Sekretärin war. »Ja, Doris?«, fragte er knapp.

»Bürgermeister … ich weiß, Sie möchten nicht gestört werden, aber ich muss Sie an Ihren 18-Uhr-Termin erinnern.«

»18-Uhr-Termin?«, fragte er zerstreut. In Gedanken war er noch bei den prognostizierten Steuereinnahmen seiner Kommune für das nächste Jahr.

»Der …«, seine Sekretärin stockte kurz, »… der Kaninchenkastenumstellverein in Weine erwartet Sie.«

»Doris, ich weiß. 18 Uhr, Jubiläumsfeier des Vereins mit feierlicher Rede des Bürgermeisters. Wir haben heute Morgen darüber gesprochen. Aber es ist noch nicht einmal fünf. Oder trauen Sie mir nicht zu, den Weg nach Weine binnen einer Stunde zu finden?«, fragte er leicht amüsiert.

»Herr Bürgermeister, natürlich!«, versicherte Doris schnell, die sich noch immer nicht so ganz an den Humor ihres neuen Chefs, der sich so sehr von dem Alten unterschied, gewöhnt hatte. Eigentlich machte diese Eigenschaft Maximilian Krämer jedoch nur mehr als sympathisch für Doris. »Aber Sie hatten mich gebeten, heute noch so viel wie möglich über den Verein in Erfahrung zu bringen, damit Sie sich auf Ihre Rede vorbereiten können.« Sie zögerte kurz. »Viel Zeit bleibt dafür jetzt nicht mehr.«

»Sie haben natürlich recht, Doris. Ich sollte mich allmählich auf dieses Ereignis vorbereiten. Kommen Sie in mein Büro. Natürlich mit Ihrem umfangreichen Recherchematerial«, fügte er grinsend hinzu.

Er legte den Hörer auf und lehnte sich seufzend in seinem Schreibtischstuhl, über den er seine Lieblingsstrickjacke gehängt hatte, zurück. Seit fast drei Jahren war er nun Bürgermeister von Büren, einer idyllisch gelegenen Kleinstadt im Paderborner Land, nahe dem Sauerland. Und trotz dieser Zeit fiel es ihm immer noch schwer, sich an die umfangreichen und vielfältigen Aufgaben, die sein Amt mit sich brachte, zu gewöhnen.

Neben den zahlreichen politischen Problemen, die es tagtäglich zu bewältigen galt, kam gerade hier in dieser ländlichen, tief westfälisch geprägten Gegend die spezielle Mentalität der Menschen hinzu, offen und freundlich auf der einen, aber auch sehr traditionsgebunden und zurückhaltend auf der anderen Seite. Diese Gratwanderung machte es ihm, dem Rheinländer, oft schwer, mit seinen Bürgern warm zu werden. Umso mehr legte er Wert auf die Pflege und Unterstützung des Vereinswesens und Brauchtums in seiner Stadt, nebst zugehörigen Dörfern und Gemeinden.

30-jähriges Jubiläum des Kaninchenkastenumstellvereins in Weine, Bürgermeister Krämer musste innerlich schmunzeln. Unglaublich, welche Interessensgemeinschaften es in seinem Stadtgebiet gab. Im Normalfall hätte er diese Einladung wohl wegen anderer zwingender politischer Termine abgesagt, aber sein guter Ratskollege Karl Petersmann aus Weine hatte ihn persönlich eingeladen, und so hatte er kaum ablehnen können.

Solche Veranstaltungen gehörten einfach zu seinem Job, wobei er sogar zugeben musste, dass er Events dieser Art durchaus genoss, weil sie für ihn eine willkommene Ablenkung von seinem sonst eher schwierigen politischen Alltag darstellten. Und, auch das musste er zugeben, er hatte gerade auf Veranstaltungen wie Schützenfesten, Sportfesten, Musiker- und Tanzveranstaltungen wie auch Dorftheaterpremieren die ostwestfälischen Menschen in ihrer liebenswerten Eigenart besser kennengelernt, als es ihm bei den zahlreichen, aber eher trockenen Ratssitzungen und in der Verwaltung jemals möglich gewesen wäre.

Es klopfte an der Tür, und Doris trat nach einem knappen »Herein« seinerseits in sein Büro. Doris, wie immer adrett gekleidet mit knielangem dunkelgrauem Rock und tadellos gebügelter weißer Bluse, setzte sich ihm gegenüber an den Schreibtisch und öffnete ihren Unterlagenordner.

Er hatte Doris vor drei Jahren bei seinem Dienstantritt von seinem Vorgänger übernommen. Sie hatte fast 20 Jahre für den alten Bürgermeister gearbeitet, der sie damals als junge attraktive Frau eingestellt hatte. Zunächst war es beiden schwergefallen, sich aneinander zu gewöhnen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der einen eher autoritären Führungsstil gepflegt hatte, erwartete Bürgermeister Krämer, mit Anfang 40 noch recht jung für dieses verantwortungsvolle Amt, Mitdenken und Eigeninitiative von seinen Mitarbeitern. Am Anfang hatte Doris sichtlich Schwierigkeiten, sich darauf einzulassen, aber nun hatte er den Eindruck, dass sie es zunehmend genoss, in Entscheidungen mit einbezogen, um Rat gefragt zu werden und auch eigene Ideen ins Verwaltungsleben mit einbringen zu können.

»Was haben Sie über den Verein herausgefunden?«, wandte er sich an seine Sekretärin, die sich ihre Lesebrille zurechtrückte und den Unterlagenordner öffnete. »Nun, Herr Bürgermeister«, begann sie. Auch das »Herr Bürgermeister« hatte er ihr noch nicht abgewöhnen können und er bezweifelte, ob er es im Laufe seiner Dienstzeit noch schaffte, dass sie ihn lediglich mit seinem Nachnamen ansprach. »Das war ein etwas schwieriges Unterfangen, denn im Internet gab es keine Informationen zum Kaninchenkastenumstellverein in Weine.« Eine Tatsache, die ihn wiederum nicht sehr wunderte. »Ich habe darum den Vorsitzenden des Vereins, Alfons Hönkes, angerufen und der konnte mir einige Dinge über seinen Verein erzählen. Glauben Sie mir, ihm zufolge ist der Kaninchenkastenumstellverein der weltwichtigste Verein überhaupt. Wenn ich ihn nicht gebremst hätte in seinem Redefluss, säße ich wahrscheinlich jetzt noch am Telefon und hörte mir seine Lobeshymnen an.«

Bürgermeister Krämer musste lachen.

»Der Verein wurde vor 30 Jahren gegründet«, fuhr Doris fort, »Und zwar scheint er aus einer Art Nachbarschaftshilfe entsprungen zu sein. Ein gewisser Anton Müller aus der Dorfstraße, wenn man so will, Gründer des Vereins und leidenschaftlicher Kaninchenzüchter, bat zweimal im Jahr einige Nachbarn um Hilfe beim Umstellen seiner Kaninchenställe, von draußen in einen Schuppen zum Überwintern und im Frühjahr wieder zurück auf die Wiese. In den meisten Fällen blieb es natürlich nicht beim Kaninchenkästenumstellen, sondern die Veranstaltung endete in einem feuchtfröhlichen Gelage.«

Wie Krämer die trinkfesten Dörfler kennengelernt hatte, konnte er sich gut vorstellen, dass dabei manch durchzechte Nacht herausgekommen war.

»Im Laufe der Jahre sind offensichtlich immer mehr Leute aus dem Dorf in dieses zweimal jährlich stattfindende Ereignis einbezogen worden, sodass das Kaninchenkastenumstellen zunehmend zu einem Dorfereignis wurde. Müller hat es offensichtlich geschafft, einige neue Kaninchenzüchter im Dorf zu gewinnen. Und so wurden irgendwann nicht mehr nur seine Kästen umgestellt, sondern auch noch die von fünf oder sechs weiteren Züchterfreunden. Und im Anschluss daran gab es immer eine große Party in Müllers Garten oder bei ›Pinns‹, der Dorfkneipe, mit Essen, Trinken, Blasmusik und viel Tamtam.

Offiziell wurde der Verein 1981 gegründet unter dem Namen ›Kaninchenkastenumstellverein‹. Er hatte zeitweilig fast 100 Mitglieder, heute sind es allerdings nur noch 30, was der Vorsitzende sehr bedauert. Laut Herrn Hönkes gibt es heute auch leider keinen Kaninchenzüchter mehr unter ihnen, und Kaninchenkästen umstellen muss man daher auch nicht mehr.«

»Ja, aber was feiert dieser Verein, der eigentlich ein Auslaufmodell ist, heute? Warum dieser Aufwand zum Jubiläum, und welche weisen Ratschläge soll ich als Redner geben?«, warf der Bürgermeister ein und kratzte sich ratlos am Kopf.

»Nun ja, Herr Bürgermeister, zunächst einmal besteht der Verein ja noch«, antwortete Doris unbeeindruckt, »wenn auch nur aus den 30 verbliebenen Mitgliedern, wohl eher älteren Semesters. Immerhin halten diese pflichtbewusst einmal jährlich ihre Hauptversammlung ab, wählen den neuen Vorsitzenden und machen jährlich eine Vereinsfahrt, auf der offensichtlich sehr viel ›Mümmelmann‹ konsumiert wird.«

»Mümmelmann?«, fragte der Bürgermeister leicht irritiert.

»Ein Kräuterlikör, den der Verein sich offensichtlich als Vereinsgetränk gewählt hat«, klärte Doris ihn auf. »In diesem Jahr war der Verein sogar eine Woche auf Mallorca, in Anbetracht des Jubiläumsjahres, hat mir der Vorsitzende erzählt. Wenn Sie mich fragen, Herr Bürgermeister«, Doris beugte sich etwas nach vorne und schaute ihn über die Ränder ihrer Lesebrille an, »hat bei dieser groß aufgezogenen Jubiläumsfeier eindeutig der Alfons Hönkes seine Finger im Spiel. Der ist erst im letzten Jahr zum Vorsitzenden gewählt worden und will dem Verein offensichtlich wieder neues Leben einhauchen. Er hat mir lang und breit erzählt, wie er neue Mitglieder gewinnen und das Vereinsleben und damit auch die Dorfgemeinschaft wieder beleben will. Heute sind jedenfalls das ganze Dorf und diverse Kaninchenzüchtervereine aus der Umgebung eingeladen. Und, Hönkes hat das mindestens dreimal hervorgehoben, es hat zudem für heute auch der Gewinner der diesjährigen Bundes-Rammlerschau zugesagt.«

»Wie bitte?«, der Bürgermeister war nun mehr als irritiert.

»Nun ja, ich bin ja nun auch keine Kaninchenexpertin«, gab Doris zu, »aber das scheint wohl eine Art Kaninchenwettbewerb zu sein, der jährlich stattfindet und bei dem in ganz Deutschland die schönsten Rassekaninchen gekürt werden. Eine riesige Veranstaltung. So habe ich zumindest den Vorsitzenden Hönkes verstanden.«

»Na, das kann ja ein interessanter Abend werden«, resümierte Krämer, erhob sich von seinem Schreibtischstuhl und zog sein Jackett an. »Ich denke, es wird Zeit. Vielen Dank für die Informationen, Doris. Morgen werde ich Ihnen dann erzählen, wie mein Abend im Kreise mümmelnder Kaninchen und ›Mümmelmann‹ trinkender Kaninchenzüchter und ehemaliger Kaninchenkastenumsteller verlaufen ist.«

»Denken Sie an Ihre Rede morgen früh, Herr Bürgermeister«, erinnerte ihn Doris pflichtbewusst, bevor er eiligen Schrittes das Büro verließ.

»Danke, Doris, was würde ich nur ohne Sie machen?« Er zwinkerte ihr zu und verschwand durch die Tür.

»Ach, Doris«, Bürgermeister Krämer wandte sich nochmals kurz um, »rufen Sie schnell meine Frau an und sagen ihr, dass ich so gegen 21 Uhr zu Hause sein werde? Wir wollen heute noch unseren Kennenlerntag nachfeiern!«

»Aber natürlich, Herr Bürgermeister, viel Spaß heute Abend.«

Er grinste nur kurz und winkte ihr zum Abschied noch einmal zu. Kennenlerntag. Doris nickte resignierend, was Maximilian Krämer jedoch nicht mehr wahrnahm.

Kapitel 2 

Kurz vor sechs durchfuhr Bürgermeister Krämer den Ortseingang von Weine, einem 500-Seelendorf nur einige Kilometer von Büren entfernt. Das »Pinns«, eine der beiden Kneipen des Dorfes, lag mitten im Ortskern gleich gegenüber der kleinen Dorfbäckerei. Krämer parkte seinen Wagen, schaute in den Rückspiegel und richtete nochmals seine Krawatte.

Er stieg aus dem Wagen, sah sich kurz um und schnupperte. Gute, aromareiche Landluft stieg ihm in die Nase, denn hier gab es auch im Ort selbst noch einige Bauern, die Viehzucht betrieben. Ein gepflegter Ort, stellte er fest. Und das »Pinns« erst, ein Juwel erster Güte. Er schaute an dem Gebäude hoch. Ein alter Fachwerkbau aus dem Jahr 1856, wie er an der Balkeninschrift über der ehemaligen Hoftür lesen konnte. Und nun hatten es die Hausbesitzer liebevoll und mit viel Geschmack renoviert. Das alte Haus und das Scheunengelände waren an sich schon eine Augenweide. Die aufwendig gestaltete Gartenanlage direkt neben dem Haupthaus, von einer alten Bruchsteinmauer eingegrenzt, in der nun die üppigsten Grün- und Zierpflanzen wuchsen und ein kleiner Brunnen plätscherte, gaben dieser idyllischen Anlage einen eigenen Charme. Passend zum guten Wetter und dem feierlichen Anlass waren im Biergarten heute einige Sonnenschirme und grün-weiß dekorierte Stehtische aufgestellt, an denen sich schon einige Kaninchenfreunde und sonstige, dem Weiner Kaninchenkastenumstellverein wohlgesonnene Menschen versammelt hatten und lautstark miteinander diskutierten und lachten. Einige Kinder rannten kreischend mit Luftballons zwischen Kneipe und Biergarten hin und her, auf denen man das Emblem des Kaninchenkastenumstellvereins, einen angedeuteten Kaninchenstall mit einem fröhlich an Gräsern mümmelnden Kaninchen, erkennen konnte. Aus dem Haus erklang Blasmusik, die gerade ein Lied spielte, das Bürgermeister Krämer zwar kannte, dessen Titel ihm aber partout nicht einfallen wollte.

Krämer schlug die Tür seines Wagens zu, und noch bevor er sich umgedreht hatte, hörte er die Stimme seines Weiner Ratskollegen Karl Petersmann, der ihm auf die Schulter klopfte. »Mensch, Max, toll, dass du es einrichten konntest.«

Krämer drehte sich um und schaute in das gutmütige Bärengesicht seines Ratskollegen. »Ist doch klar, Karl.« Krämer schüttelte ihm voller Sympathie die Hand. »Für das Vereinsleben unserer Kommune bin ich immer zu begeistern – sei es mir persönlich auch noch so fremd«, grinste er augenzwinkernd.

»Na, dann woll’n wir mal«, gab Karl lachend zurück und legte ihm einen Arm um die Schulter, während sie die Straße in Richtung »Pinns« überquerten. »Ich mache dich mal mit einigen unserer Kaninchenzüchter bekannt.«

Sie betraten die Kneipe durch den Haupteingang, durchquerten ein schmales Treppenhaus mit einem Treppenaufgang, der nach oben in die Privaträume des Besitzers führte. Am Ende des Flurs öffnete Petersmann eine schwere Eichentür, und sie betraten den Schankraum, in dem sich eine Traube älterer Männer Zigarre rauchend und Bier trinkend um die Theke scharte. »Dort hinten steht Hönkes Alfons.« Petersmann deutete auf einen großen bärtigen Mann mit einem gewaltigen Kugelbauch, der am Ende der Theke mit einigen Kaninchenzüchterkollegen im Kreis stand und gerade in lautes Gelächter ausbrach. Auch die dörfliche Gewohnheit, den Nachnamen vor dem Vornamen zu nennen, war dem Bürgermeister noch immer fremd und klang schief in seinen Ohren. Petersmann zog ihn durch die Kneipe in Richtung des Vorsitzenden Hönkes, während Krämer allerhand Hände schüttelte und freundlich nach allen Seiten grüßte. Von Weitem erblickte er Gesine von Hohenleben, seine Stellvertreterin, in einer kleinen Runde stehend, wild gestikulierend, wobei ihr hochtoupiertes Haar bei jeder Bewegung ihres Kopfes nach rechts und links wippte. Er seufzte. Die hatte ihm noch gefehlt, eine nervtötendere Frau hatte er selten kennengelernt. In jeder Ratssitzung versuchte sie, die Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen, indem sie seine Vorschläge ständig torpedierte, was die anderen Ratsmitglieder allerdings zumeist nur mit einem entnervten Augenrollen kommentierten. Konnte man dieser Frau denn gar nicht entkommen?

Vorsitzender Hönkes hatte Krämer und Petersmann schon entdeckt und kam ihnen freudestrahlend entgegen. »Bürgermeister Krämer!«, dröhnte er mit lauter Bassstimme, ergriff seine Hand und schüttelte sie kräftig. »Wie schön, dass Sie sich Zeit genommen haben. Sie sind der Höhepunkt unserer Veranstaltung heute.«

»Keine Ursache, Herr Hönkes. Ich freue mich, dass ich hier sein kann. Das Vereinsleben unserer Stadt ist mir ein echtes Anliegen, und zudem kann ich heute wohl noch einiges über Kaninchenzucht lernen, ein Gebiet, auf dem ich mich nicht allzu gut auskenne, befürchte ich«, musste Krämer lächelnd zugeben.

»Das macht doch gar nichts, Bürgermeister. Wir freuen uns, dass sie hier sind! Dann führe ich Sie mal ein bisschen herum und weihe Sie in die Geheimnisse der Kaninchenzucht ein.« Wieder ließ er sein fröhlich dröhnendes Lachen hören.

Er zog den Bürgermeister mit sich in einen großen Saal, in dem einige lange Tische und Holzbänke standen. Die Tische waren geschmückt mit Feldblumen in großen Tonvasen und Wimpeln, die unterschiedliche Wappen und Inschriften zierten. Als hätte der Vorsitzende seine fragenden Gedanken erraten, erklärte er nun: »Wir konnten für dieses Ereignis einige Züchterkollegen aus den Nachbarorten begeistern. Die unterschiedlichen Vereinswimpel gehören zu ihnen.«

Am Ende des Saales auf einer höher gelegenen Bühne, auf der zu Weihnachten oder zur Karnevalszeit bestimmt Aufführungen stattfanden, war ein Rednerpult aufgebaut. Im Hintergrund konnte Krämer einige Kaninchenställe ausmachen, die teilweise von Kindern umringt waren, die versuchten, Löwenzahn, Möhren und anderes gesundes Gemüse durch den engen Maschendraht der Käfige zu stecken.

»Sagen Sie«, begann Bürgermeister Krämer erstaunt, »das sind doch echte Kaninchen in den Käfigen, oder?«

»Was denken Sie, Bürgermeister?«, dröhnte Alfons Hönkes laut, wobei sein gewaltiger Bauch vor Lachen bebte. Er schlug ihm kameradschaftlich auf die Schulter. »Klar sind die echt. Jeder Kaninchenzüchter, der etwas auf sich hält, hat heute natürlich sein Prachtstück mitgebracht. Besonders stolz bin ich allerdings, dass ich den diesjährigen Gewinner der Bundes-Rammlerschau überzeugen konnte, hierherzukommen. Das ist fast so wie ein Sechser im Lotto. Sehen Sie den Stall in der Mitte, der mit dem Lorbeerkranz geschmückt ist?« Der Bürgermeister nickte und ließ sich von der fröhlichen Begeisterung des Vorsitzenden anstecken. »Das ist der Käfig des Gewinnerkaninchens. Ein echtes Prachtexemplar.«

Bürgermeister Krämer, neugierig geworden, wollte schon auf den Hauptattraktionspunkt zusteuern, als der Vorsitzende Hönkes ihn am Jackett zurückhielt. »Ich weiß Ihren Eifer und Ihr Interesse zu schätzen, Bürgermeister, aber als guter Gastgeber sollte ich Ihnen doch zunächst einmal etwas zu trinken anbieten.« Er winkte einer Kellnerin zu, die in ihrer Nähe stand und sie schon seit einer Weile beobachtet hatte.

»Was soll es sein, Vorsitzender?«, fragte sie dienstbeflissen.

»Das Übliche für mich, Anna. Bürgermeister und für Sie?« Er schaute Krämer fragend an.

»Eine Cola«, orderte Krämer.

»Nun seien Sie mal nicht so bescheiden, Bürgermeister, Sie müssen zumindest einen ›Mümmelmann‹ probieren, unser Vereinsgetränk, das uns in den letzten Jahren so manche Kaninchenkastenumstellaktion erleichtert hat«, lachte Hönkes laut und haute Krämer erneut auf die Schulter. »Also eine große Cola und einen ›Mümmelmann‹ für den Bürgermeister, Anna.«

»Wird gemacht!«, lächelte sie charmant und drehte sich mit Schwung zur Tür, sodass alle ihre langen schlanken Beine unter dem kurzen Rock bewundern konnten.

»Momentchen, Anna, bring die Getränke bitte nach draußen zur Würstchenbude. Bevor der offizielle Teil beginnt, wollen wir uns doch noch stärken«, sagte er dem Bürgermeister zugewandt, während er mit beiden Händen auf seinen mächtigen Bauch klopfte.

»Wie Sie wünschen«, lächelte die Bedienung und verschwand im Schankraum.

Ohne eine Antwort abzuwarten, bahnte Hönkes sich und seinem Begleiter den Weg durch den Saal hinaus in einen wunderschönen üppig begrünten Hinterhof, der voll stand mit Leuten, die Würstchen aßen, Kaltgetränke genossen, sich unterhielten oder einfach nur der Blasmusik lauschten, die im Hintergrund volkstümliche Lieder zum Besten gab.

»Sie haben es ja richtig schön hier!«, stellte Krämer anerkennend fest.

»Ja, nicht wahr?«, stimmte der Vorsitzende zu. »Das ›Pinns‹ ist ein echtes Juwel, bekannt weit über die Grenzen Bürens hinaus. Hier kann man auf Rad- oder Wandertouren durch das Almetal wunderbar haltmachen und sich erfrischen. Und was glauben Sie, wie viele tolle Familienfeiern, angefangen von Hochzeiten bis hin zu 90. Geburtstagen, ich hier schon gefeiert habe?«, schwärmte Vorsitzender Hönkes.

Bürgermeister Krämer glaubte ihm unbenommen. Dieser Idylle konnte man sich nur schwer entziehen. Er blinzelte in die Sonne und war froh, dass er heute Abend gekommen war, und wenn auch nur, um erneut festzustellen, mit welch wunderbaren Schätzen seine Kommune gesegnet war.

»So, Bürgermeister, Bratwurst oder Currywurst?«, wandte sich der Vorsitzende an ihn, als sie bei der Würstchenbude angekommen waren, hinter der zwei weißbekittelte junge Männer und eine etwa 40-jährige Frau allerhand zu tun hatten, um die hungrige Meute satt zu bekommen.

»Currywurst, bitte. Ich gehe heute Abend noch mit meiner Frau essen«, entgegnete Krämer, etwas abgelenkt durch zwei Hunde, die sich gerade lautstark um einen Knochen stritten, der irgendwie wie der Oberschenkelknochen eines Kaninchens aussah. Kopfschüttelnd wandte Krämer sich ab. Seine von mümmelnden Kaninchen durchtränkte Fantasie schien allmählich mit ihm durchzugehen.

Von hinten tippte ihm jemand auf die Schulter. »Bürgermeister, darf ich?« Die Stimme der Kellnerin riss ihn vollends aus seiner Kaninchenfantasie. Sie trug ein Tablett voller Getränke und drängelte sich zu ihnen durch. »So, eine große Cola und einen ›Mümmelmann‹ für den Bürgermeister.« Lächelnd drückte sie ihm seine Getränke in die Hand. »Und ein Bier und einen doppelten ›Mümmelmann‹ für den Vorsitzenden.«

»Danke Anna, du bist ein Schatz. Lassen Sie es sich schmecken, Herr Krämer. Wenn Sie mich brauchen, ich bin im Saal.« Anna winkte ihnen nochmal kurz zu und verschwand mit ihrem Tablett voller Gläser Richtung Haus.

Der Vorsitzende nahm seinen Likör und hielt ihn in die Höhe. »Prost, Bürgermeister, und danke noch mal, dass Sie gekommen sind. Ich weiß das zu schätzen, glauben Sie mir.« Sie prosteten sich zu, die Gläser klirrten, und mit einem Zug trank Vorsitzender Hönkes sein Glas leer. »Hmmmm, lecker, es geht doch nichts über einen ordentlichen Schluck ›Mümmelmann‹«, kommentierte er. Mit einem lauten Knall stellte er das Schnapsglas auf die Theke.

Bürgermeister Krämer blieb nicht viel anderes übrig, als es ihm nachzutun, leerte sein Glas in einem Zug, verzog sein Gesicht nur kurz wegen der für ihn ungewohnten Schärfe des Alkohols und knallte das Glas ebenso auf den Tisch. Danach nahm er sein Glas Cola und trank es mit großen Schlucken halb leer. Das tat gut nach dem Schnaps, der nun wirklich nicht sein Fall gewesen war.

»So, und hier ist auch Ihre Currywurst, Bürgermeister.« Die Wurstverkäuferin reichte ihm lächelnd eine Schale mit köstlich duftender Currywurst und einer Scheibe Brot. Für sich selbst, so schloss der Bürgermeister bei der Begutachtung seiner Schale, hatte der Vorsitzende offensichtlich eine doppelte Portion bestellt.

Hönkes schien seine Blicke zu spüren und rieb sich mit kreisrunden Bewegungen seinen gewaltigen Bauch. »Nun ja, hier muss ordentlich was rein, und ein kleines Würstchen fühlte sich in meinem Bauch ganz bestimmt einsam.« Er lachte über seinen eigenen Scherz.

»Ein tolles Fest, Herr Hönkes«, begann der Bürgermeister ein Gespräch, während er seine Currywurst aß, die tatsächlich genauso gut schmeckte, wie sie aussah.

»Ja, nicht wahr? Unser Verein hat anlässlich des Jubiläums einiges auf die Beine gestellt. Wir sind wirklich froh, dass so viele Gäste gekommen sind. Wissen Sie, unser Verein ist etwas in die Jahre gekommen, und es wäre wirklich gut, wenn wir ein paar neue, jüngere Mitglieder gewinnen könnten. Die Hasenzucht kann ein ganz interessantes Hobby sein, auch für Jugendliche und Kinder. Man lernt viel über den Umgang mit Tieren und zudem, Verantwortung für Natur und Umwelt zu tragen. Und wer weiß, vielleicht können wir mit steigender Mitgliederzahl auch irgendwann wieder unsere legendären Kaninchenkastenumstellaktion zum Leben erwecken? Das waren noch Zeiten, damals als Müllers Anton noch lebte und wir zweimal im Jahr gemeinschaftlich die Kaninchenkästen umgestellt haben«, sinnierte der Vorsitzende und schaute, tief in die Vergangenheit versunken, in die Ferne. »Na ja, vorbei ist vorbei. Was hilft es? Jetzt heißt es, nach vorne schauen, und ich sage unserem Verein eine große Zukunft voraus. Wenn Sie, lieber Bürgermeister, in Ihrer Rede gleich noch etwas Werbung für uns machen könnten, wäre das die Krönung des heutigen Tages. Bürgermeister Krämer?«

Alfons Hönkes schaute Krämer prüfend ins Gesicht. »Geht es Ihnen nicht gut? Sie sehen ja ganz blass aus.«

In der Tat fühlte Krämer sich auf einmal ganz und gar nicht mehr wohl. Ihn schwindelte, und kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn. »Ich weiß auch nicht, was los ist. Ich fühle mich etwas seltsam. Vielleicht habe ich die Currywurst nicht vertragen oder ihren ›Mümmelmann‹, an der Cola wird es ja wohl kaum liegen.« Mit zitternden Händen lockerte er den Knoten seiner Krawatte und holte tief Luft.

»Wollen Sie sich setzen?«, fragte der Vorsitzende besorgt.

»Nein, nein, es geht schon. Ich möchte mir nur mal eben meine Hände waschen. Wo ist denn die Toilette?« Krämer riss sich zusammen. Er wollte doch hier nicht vor versammelter Mannschaft zusammenklappen. Das hätte ihm noch gefehlt.

»Martin!«, rief der Vorsitzende und winkte einen jungen Kellner herbei, der gerade mit einem Tablett voller Getränke in den Biergarten kam. Der junge Mann bahnte sich den Weg durch die Menge auf ihren Tisch zu.

»Was kann ich für Sie tun?« »Zeigst du bitte dem Bürgermeister den Weg zur Toilette?«

»Aber natürlich.« Er stellte das Tablett auf dem Tisch ab und bedeutete dem Bürgermeister, ihm zu folgen. »Hier entlang, Bürgermeister, immer mir nach.« Er drehte sich um und schlug den Weg zurück Richtung Kneipe ein.

Krämer folgte ihm mit unsicheren Schritten. »Sie wissen, wo Sie mich finden, Bürgermeister«, rief Hönkes ihm nach.

Krämer hörte ihn nur noch aus weiter Ferne. Es rauschte in seinen Ohren, und der Schwindel schien sich noch verstärkt zu haben. Leicht schwankend versuchte er, die Bedienung nicht aus den Augen zu verlieren. Konnte es sein, dass er den Jungen doppelt sah? Mein Gott, er hatte doch nur einen ›Mümmelmann‹ getrunken. Davon war man doch nicht beschwipst, auch wenn er sich gerade genauso fühlte. Oder vertrug er etwa keinen Curry mehr? Er spürte, wie er einige Leute anstieß und er seine Schritte kaum noch kontrollieren konnte. Endlich hatten sie den Saal erreicht, der zum Glück recht leer war.

»So, Bürgermeister, da vorne links ist die Herrentoilette.« Martin deutete auf eine Tür am Eingang des Saales und drehte sich zu ihm um. »Kommen Sie klar?« Er musterte ihn besorgt.

»Alles in Ordnung«, murmelte Krämer undeutlich, »von hier werde ich den Weg wohl allein finden«, setzte er hinzu. »Danke für Ihre Hilfe.«

»Kein Problem«, antwortete Martin, »wenn Sie mich noch mal brauchen, rufen Sie mich einfach.« Er drehte sich um und verschwand in Richtung Biergarten.

Krämer atmete tief durch, fixierte angestrengt die Tür, auf die die Bedienung gedeutet hatte, und ging schwankenden Schrittes weiter. Noch nie war ihm eine kurze Strecke so lang vorgekommen, und als er die Toilettentür erreichte, atmete er erleichtert auf. Mit zitternden Händen drückte er die Klinke herunter, öffnete die Tür und betrat die Toilette. Er stellte sich vor das Waschbecken, öffnete den Wasserhahn und ließ kaltes Wasser über seine Hände laufen. Sein Bild im Spiegel verzerrte sich mehr und mehr. Er zwinkerte angestrengt, dann wurde ihm schwarz vor Augen. Den harten Aufprall auf den kalten Steinboden spürte er schon nicht mehr.

Kapitel 3

Vorsitzender Hönkes schaute auf seine Uhr und stellte fest, dass es schon auf 19 Uhr zuging. Allmählich wurde es Zeit, den offiziellen Teil zu beginnen. Er konnte spüren, dass die Leute ungeduldig wurden und auf die feierliche Eröffnung des Jubiläums mit wohlmeinenden Reden, Glückwünschen und das gemeinsame Anstoßen auf die Zukunft des Vereins warteten. Und auch er selbst war gewissermaßen unruhig und angespannt, oblag es doch ihm, die feierliche Eröffnungsrede mit zukunftsweisenden Visionen für seinen Verein zu halten.

Umso glücklicher schätzte er sich, dass der Bürgermeister von Büren sich tatsächlich die Zeit genommen hatte, hier heute Abend zu erscheinen. Ein guter Mann, der Bürgermeister, so ging es dem Vorsitzenden durch den Kopf, so bodenständig, ehrlich und nah am Volk. Fand man selten in der Politik, wie er mal wieder feststellen musste, als er ganz im Allgemeinen über »die Politiker« an sich nachdachte, eine Spezies Mensch, der er im Grunde seines Herzens tief misstraute.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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