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In einer Zeit, die uns täglich mit Gleichgültigkeit und moralischen Grauzonen konfrontiert, wagt Mia Kronfeld ein literarisches Experiment von beeindruckender Aktualität. "Gleichnisse des Betons" überträgt die uralte Form der Parabel in die Gegenwart und verwandelt Bahnhofshallen, Bürotürme und Stadtstraßen in Schauplätze existenzieller Entscheidungen. Kronfeld erzählt von Menschen in Grenzsituationen: Ein erschöpfter Flüchtling bricht auf einem Bahnsteig zusammen, während Dutzende an ihm vorübergehen. Jeder Passant trägt seine eigene Geschichte, seine Rechtfertigungen, seine Ängste. Die Autorin seziert mit chirurgischer Präzision die Mechanismen, mit denen wir Verantwortung von uns weisen, ohne dabei zu moralisieren oder zu vereinfachen. Ihre Figuren sind keine Karikaturen – sie sind erschreckend nachvollziehbar in ihrer Menschlichkeit. Was dieses Buch besonders macht, ist seine formale Radikalität: Kronfeld schreibt in einer klaren, fast nüchternen Sprache, die gerade durch ihren Verzicht auf Pathos umso eindringlicher wirkt. Ihre modernen Gleichnisse funktionieren wie Spiegel, die uns zwingen, unbequeme Fragen zu stellen: Wer ist mein Nächster? Wo beginnt Mitgefühl, wo endet Zuständigkeit? Wie viel Ausweichen erträgt eine Gesellschaft? "Gleichnisse des Betons" ist kein Buch, das Antworten liefert – es ist eines, das die richtigen Fragen stellt. Literatur für Leser, die sich herausfordern lassen wollen und bereit sind, die Komfortzone zu verlassen. Ein Debüt, das lange nachhallt.
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Liczba stron: 143
Rok wydania: 2026
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