Turrinis Jagd - Franz Friedrich Altmann - ebook

Turrinis Jagd ebook

Franz Friedrich Altmann

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Opis

DER NEUE FALL VON PROVINZJOURNALISTIN GUCKI WURM UND IHREM TRINKFESTEN HUND TURRINI Die ganze Welt redet von der Bankenkrise. Sogar im tiefsten Mühlviertel geht es damit los: Zuerst fährt einer mit dem Bagger mitten in eine Bank hinein, dann wird ein Filialleiter gelyncht, ein anderer angeschossen, und schließlich verbreiten "Die Wilderer", eine geheimnisvolle Untergrundbewegung, Angst und Schrecken. Und das alles, während man sich auf das Erntedankfest, den Leonhardiritt und den Weltspartag freut. Kein Wunder, die Polizei ist überfordert. Aber da gibt es ja noch die resche Lokaljournalistin Gucki Wurm und ihren unerschrockenen Hund Turrini, die zur Jagd auf den Mörder blasen. Und am Ende fast noch Mann und Herrli finden ... AUTHENTISCH, SKURRIL UND HUMORVOLL Franz Friedrich Altmann zeichnet auch in seinem neuen Turrini-Krimi wieder ein liebevoll-komisches Bild des "Landes ob der Donau" und seiner Menschen. Obendrein gibt's Nachhilfe in Sachen Mühlviertler Dialekt, eine Schulung in den Feinheiten des Tarockspiels und Unmengen zu trinken. - der vierte Turrini-Krimi - Schauplatz Mühlviertel WEITERE KRIMIS MIT DEM BELIEBTEN ERMITTLERDUO GUCKI WURM UND TURRINI: * Turrinis Leber * Turrinis Bauch

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Titel

Franz Friedrich Altmann

Turrinis Jagd

Kriminalroman

Widmung

Für den kleinen Emilian,

der noch gar nicht lesen kann

I „Schwanz ist nicht Schwanz!“

Braucht jetzt aber wirklich keiner glauben, dass es mir da ums ordinär Daherreden geht! Umgekehrt: Ein jeder, der bei so einem harmlosen Satz gleich ordinär daherdenkt, ist selber ein bisserl eine Drecksau. Weil er nur an das eine denkt. Ich mein ja nicht, dass es längere und kürzere oder dünnere und dickere Schwänze gibt – ich mein ja nur, dass das Wort Schwanz verschiedene Bedeutungen haben kann.

Erstens: der Schwanz bei einem Tier. Ist gleich: hinten. Verlängerung der Wirbelsäule. Auf den ersten Blick nicht unbedingt notwendig. Praktisch Verzierung.

Zweitens: der Schwanz bei einem Mann. Ist gleich: vorne. Auch nicht gar so notwendig. Ob man aber in dem Fall auch von Verzierung sprechen kann – da bin ich mir nicht so sicher.

Jetzt kommt es aber: Ein Schwanz ist nur auf den ersten Blick was Unnötiges. Wenn du nur ein bisserl genauer hinschaust, kommst du drauf, dass die Viecher ihren Schwanz unbedingt brauchen. Und die Männer erst recht. Weil sich die Natur bei der Erfindung der Schwänze schon was gedacht hat. Nicht wie die Menschheit, die ein Trumm nach dem anderen erfindet, das so notwendig ist wie ein Kropf. Ich sag da nur: Nordic-Walking-Stecken oder Red Bull!

Aber von dem red ich ja gar nicht, ich red jetzt nur vom Schwanz! Ist ja allein schon ein Thema, das einen stundenlang beschäftigen könnt. Weil Schwänze so vielseitig verwendbar sind. Und damit mein ich jetzt wirklich nicht: von vorne und von hinten! Wie der eine oder der andere Schweinigl vielleicht glaubt. Damit mein ich überhaupt nicht die Männer-Schwänze. Wo soll denn da eine Vielseitigkeit sein? Kann ja eh nur zwei Sachen, so ein Schwanz bei einem Mann. Was, das brauch ich vermutlich nicht dazusagen. Wobei das eine, nämlich das Brunzen, mehr als 99,9 Prozent ausmacht.

Was mich wirklich fasziniert, das sind die Schwänze bei den Tieren. Für was die alles gut sind! Für die verschiedensten Sachen! Was so ein Viech halt grad braucht: bei einem jeden wieder was ganz was anderes.

Nehmen wir nur einmal die Kuh her. Wie soll sie denn die lästigen Fliegen vertreiben, wenn sie keine Hand hat, die einen Insektenspray derhalten kann? Mit dem Schwanz natürlich!

Oder ein anderes Beispiel. Das Eichkatzerl ist halt nun einmal kein Flugzeug und hat daher auch kein Steuerruder. Macht aber trotzdem große Sprünge und steuert einfach mit seinem buschigen Schwanz. Im Flug!

Am meisten beeindruckt mich aber das Eidaxl. Das wirft in Lebensgefahr seinen Schwanz einfach ab. Der Feind stürzt sich drauf – und das Eidaxl ist auf und davon. Und lacht sich krumm und schief. Weil ja sein Schwanz eh wieder nachwachst.

Können die Männer mit ihren Schwänzen alle miteinander nicht: Fliegen vertreiben oder die Flugrichtung korrigieren. Und den Mann, der bei Gefahr einer ungewollten Vaterschaft einfach seinen Schwanz abwirft, den musst du mir erst einmal zeigen!

Bevor ich mich jetzt aber komplett in die fabelhafte Wunderwelt der Tiere verlier, komm ich zum Ausgangspunkt zurück: Schwanz ist nicht Schwanz! Es gibt ja noch eine dritte Bedeutung, nur deswegen hab ich das Ganze ja erzählt. Schwanz ist nämlich auch ein Schimpfwort. Für einen Mann.

Ist aber gar nicht so leicht zu erklären, wie das gemeint ist, das Schwanz. Heißt nämlich nicht einfach, dass dieser Mann nur mit seinem Schwanz denkt. Praktisch nur an Sex. Heißt vielmehr, dass dieser Mann genauso lästig ist wie einer, der nur Sex im Schädel hat. Penetrant nennt man das. Ein Fremdwort, das von Penis kommt.

Ist mir natürlich eh zu blöd, dass ich da mit einem Fremdwort hausieren geh. Weil ich ja normal schon gegen das Hochdeutsch eine Abneigung hab. Weil ich den Dialekt für die gescheitere Sprache halt. Was heißt da gescheit?! Für die einzig wahre Sprache!

In dem Fall muss ich aber leider eine Ausnahme machen. Da passt penetrant wirklich am besten. Außer man sagt Schwanz. Und genau das macht sie jetzt, die Gucki. Sagt zum Herrn Landtagsabgeordneten: „Du bist aber wirklich ein echter Schwanz, Bertl!“ Und legt auf. Praktisch: „Ich habe gesprochen, hugh!“

Eine, die Gucki heißt, kann natürlich keine Indianerin sein. Da müsste sie Wilde Feder oder sowas in der Art heißen. Obwohl das Mühlviertel schon was von einem Indianerreservat hat. Weil man da wie dort fernab vom tosenden Wirbelsturm des Zeitgeistes ein beschauliches Leben führt.

Die Gucki ist aber trotzdem keine Indianerin. Nur Journalistin. Genauer gesagt Lokaljournalistin. Weil die Mühlviertler Nachrichten halt einmal das sind, was man ein Provinzblatt nennt. Sprich: Statt über Politik, Wirtschaft und Kultur kannst du über Ortsumfahrungen, Firmenjubiläen und Blasmusik schreiben.

Und für das hat die Gucki Publizistik studiert? Heißt ja in Wirklichkeit nicht Gucki, sondern Frau Magister Gudrun Wurm. Sagt aber keiner, sagt jeder nur Gucki. Das muss ihr neugieriger Blick sein, dass Gucki allen sofort einleuchtet. Die Augen so ein un­ergründliches Bernsteinbraun wie das eisenhältige Wasser der Aist.

Auch der Herr Landtagsabgeordnete Adalbert Holzinger sagt Gucki. „Servus, Gucki!“, hat er gesagt, am Telefon.

„Ui je, schon wieder der Bertl!“, hat die Gucki geantwortet.

Aber der Herr Landtagsabgeordnete hat das einfach überhört. „Du, ich hab eine Super-Story für dich!“, hat er weitergeredet. Wie wenn nix gewesen wär.

„Was für ein Schmarrn ist es denn diesmal?“

Wieder keine Reaktion vom Herrn Landtagsabgeordneten. Praktisch schon eine ziemlich eine dicke Haut. Redet einfach weiter: „Erntedankfest! Großer Umzug in Kaltenberg! 17 Erntedank-Kronen! Aus allen Gemeinden der Mühlviertler Alm! Die ganze Buntheit des Mühlviertels! Und alles in Tracht!“

„Hast du leicht gar einen neuen Trachtenanzug, Bertl?“

„Woher weißt du denn das?“

„Und jetzt soll ich dich im neuen Anzug vor so einer Erntedank-Krone fürs Titelbild fotografieren?“

„Muss ja nicht unbedingt ich allein sein! Ich hab mir gedacht: so ein kleines Mäderl im Dirndlkleid, wie ich es grad im Arm halt, und dahinter die Erntedank-Krone von Blumenthal!“

„Wirklich herzig! Und was brennst du dafür?“

„Vier Seiten Inserate von der Mühlviertler Alm, ist doch ein Angebot.“

„Überredet. Du bist aber wirklich ein echter Schwanz, Bertl!“

So, jetzt wissen wir, wie die Gucki auf den Schwanz gekommen ist. Weil der Bertl sowas von penetrant ist, und weil die Gucki da auch noch mitspielen muss. Weil sie nur auf dem Papier eine unabhängige Journalistin ist. Weil sie bei einer Gratiszeitung arbeitet, die ausschließlich von den Inseraten lebt. Weil sie jeden Schas schreiben muss, den ihr die Kundschaft anschafft.

Kein Wunder, dass sich die Gucki jetzt ein Bier holt. Aber nicht irgendein Bier, sondern einen Freistädter Ratsherrentrunk. Eh erst der fünfte an diesem Vormittag. Und außerdem sieht sie keiner. Weil sie ganz allein in der Redaktion der Mühlviertler Nachrichten sitzt. Weil die Renate Heiligenbrunner auf Urlaub ist. Auf den Spuren der Lady Di. So heißt die 14-tägige Busreise durch England, die die Frau Redaktionssekretärin grad macht. Das kommt davon, wenn man nur Frauenzeitschriften liest!

Kann die Renate wenigstens nicht schimpfen mit der Gucki. So von wegen vormittäglicher Alkoholmissbrauch ist schlecht für die collagenen Schichten der Haut und führt unweigerlich zu Cellulite. Steht in den Frauenzeitschriften. Kann die Gucki also ganz ungeniert das Bierflaschl mit ihrem Zippo aufmachen. Dass die Bierkapsel mit einem gewaltigen Schnalzer bis zur Decke fliegt und dann in dem Sauhaufen verschwindet, der auf der Gucki ihrem Schreibtisch herrscht. Weil sie halt ohne ihre Sekretärin ziemlich aufgeschmissen ist.

Kaum hat sie aber das Flaschl an ihre Lippen gesetzt – die Gucki trinkt grundsätzlich aus dem Flaschl –, hat sie es auch schon mit dem nächsten Schwanz zu tun. Nur dass es dieses Mal ein lieber Schwanz ist, praktisch ein Schwanzi: Ist doch der Turrini akkurat aufgewacht und will natürlich auch ein Bier.

Aber Obacht: Turrini ist nicht Turrini! Mit Turrini mein ich jetzt nämlich nicht den Turrini, der so ein Theaterdichter ist. Über den die Gucki ihre Diplomarbeit geschrieben hat. Sentimentale Motive im dramatischen Werk von Peter Turrini hat die geheißen. Ob dieser Turrini Bier überhaupt mag, weiß ich nicht. Den kenn ich ja gar nicht. Wer aber sicher ein Bier mag, ist der Turrini, der der Gucki ihr Hund ist. Den kenn ich gut. Über den könnt ich zwar keine Diplomarbeit für die Theaterwissenschaft schreiben, dafür aber ganze Romane. Weil er schon ein ganz ein besonderer Hund ist.

Jetzt zum Beispiel. Da hat er grad noch tief und fest geschlafen und dabei sogar ein bisserl geschnarcht – und jetzt steht er auf einmal vor der Gucki, wedelt eifrig mit dem Schwanz und winselt leise. Heißt übersetzt aus der Hundesprache nichts anderes als: „Ein Schalerl Bier, bitte!“

Dabei ist der Turrini schon ein älterer Hund und eigentlich stocktaub. Kann also das Schnalzen von der Bierkapsel gar nicht gehört haben. Hat er jetzt so eine feine Nase, dass er das Bier riecht, oder ist das bei ihm reine Intuition? Keine Ahnung! Kann sich ja nicht einmal die Gucki selber erklären. Sein Bier kriegt der Turrini aber trotzdem. Dann stoßt die Gucki auch schon mit ihm an: „Prost, Burli!“

Obwohl die Gucki, wie gesagt, eine eingefleischte Aus-dem-Flaschl-Trinkerin ist, ihr Hund aber ein über­­zeugter Aus-dem-Emailschüsserl-Schlumperer, sind die beiden ein Herz und eine Seele.

„Die werden sich im Alter wirklich immer ähnlicher, die zwei Turrinis!“, geht es der Gucki jetzt durch den Kopf. Und meint damit nicht nur das Äußere. Weil sich ja der Hund und der Theaterdichter wirklich ähnlich schauen. Alle zwei eher kleiner, eher ein bisserl fester, eher schon ziemlich grau. Aber auch charakterlich: früher alle zwei sprühend vor Leidenschaft, heute ruhig, gelassen – ja, fast schon weise.

„Und wann werd ich endlich einmal gescheiter?“, muss sich die Gucki fragen. Weil sie mit ihren 39 Jahren noch immer kein bisserl weise ist. Und überall aneckt. Dass die Funken nur so sprühen! So kannst du eine Karriere natürlich vergessen. Und jeden Gedanken an einen Mann kannst du auch gleich begraben. Weil eine so eine wilde Henn keiner aushält.

Dabei ist die Gucki eigentlich eine Traumfrau. Atemberaubende Figur! Weil sie seit einem Jahr jeden Tag mit dem Turrini zwei geschlagene Stunden lang wie wild durch die Gegend rennt. Über Stock und Stein! Sommer und Winter! Bei jedem Wetter! Seit ihr der Dr. Enzenhofer ordentlich ins Gewissen geredet hat. Von wegen den Folgeerkrankungen, die so ein Übergewicht mit sich bringt. Da hat er sie schön zusammengestaucht, der Herr Tierarzt, wie die Gucki mit dem Turrini impfen war. Hat ja wirklich Recht gehabt, der Dr. Enzenhofer. Weil vor einem Jahr ist beim Turrini das Baucherl hin- und hergewackelt, wenn er gelaufen ist. Heute hat er wieder eine Figur wie ein junger Hund. Und rennen tut er wie ein Wilder.

Eh klar, dass sie auch ihre Ernährung umstellen haben müssen, die zwei. Der Turrini kriegt am Tag nur mehr eine Dose Hundefutter statt drei – und sonst gar nix. Und die Gucki traut sich auch keine Sachen mehr essen, bei denen sich der Hund leidsehen könnte. Isst also statt Stelzen, Ripperl und Kardinalschnitten nur mehr Obst, Gemüse und Erdäpfel. Aber dass der Hund kein Bier trinken darf, von dem hat der Dr. Enzenhofer nichts gesagt. Weil mit dem Trinken aufhören, das wär den beiden dann doch nicht so leicht gefallen.

Kurzum: Die Gucki hat es nur ihrem kleinen Turrini zu verdanken, dass ihr das ganze alte Gwand, das ihr schon viel zu eng war, wieder passt. Obwohl sie mir vorher fast besser gefallen hat. So ein bisserl das Üppige. Weil mir ja auch ein fetter Speck lieber ist als wie ein ganz ein magerer.

Aber zaundürr ist sie nicht, die Gucki. Eh was dran: Busen und Arsch tipptopp! Nur sonst halt eine Figur wie eine Siebzehnjährige. War in dem Alter übrigens schon genauso angezogen wie heute: schwarze Jeans oder schwarze Lederhose, schwarzes Leiberl oder schwarzer Rollkragenpullover, schwarze Sandalen oder schwarze Stiefel. Und die schwarze Lederjacke lässt sie sowieso nur im Hochsommer daheim.

Braucht sich die Gucki also nicht wundern, dass sie noch immer keinen Mann gefunden hat. Wenn du Jahr und Tag so daherkommst und dann auch noch rauchst und saufst und fluchst und kartenspielst wie ein Mann, dann nutzt dir auch die beste Figur und der fescheste blonde Bürstenhaarschnitt nix. Da beißt dann trotzdem keiner an. Traut sich ja niemand!

Ist der Gucki aber auch nur recht. Ein Mann geht ihr sowieso nicht ab. Was sie gern hätt, genauer gesagt: was sie sehnlich vermisst, ist ein Kind. Passt ja öfter auf ein ganz ein liebes Kind auf, die Gucki, gemeinsam mit dem Turrini. „Turri-Wauwau!“, heißt er bei der kleinen Gucki, die zweijährige Tochter von der Sybille, der Gucki ihrer besten Freundin. Drum hat sie ihr Mäderl Gudrun getauft, drum ist die Gucki ja auch die Taufgodn. Und öfter auch Babysitterin.

Darf die Gucki gar nicht dran denken, wie herzig die ist, die kleine Gucki. Zum Abbusseln! Wenn sie sagt: „Kimm, tamma spülen, Gucki-Goli!“ Sonst schmeißt sie sich womöglich noch in ihren kürzesten Minirock und dann dem nächstbesten Mann an den Hals. Praktisch nur zum Schwängern.

Kommt die Gucki direkt ins Sinnieren und schaut ein bisserl ins Narrenkastl. Statt dass sie was arbeiten tät. Obwohl heute Dienstag ist, sprich: Redaktionsschluss bei den Mühlviertler Nachrichten! Und auf einmal ist es auch schon finster, und die Gucki hat noch immer kein Titelblatt und keinen Leitartikel. Ja, eigentlich hat sie noch überhaupt keine Zeitung, rein gar nix! Gleich wird die Druckerei anrufen – und was soll die Gucki dann sagen?

Aber grad wie die Gucki in Panik geraten will, hört sie auf einmal ein zartes Klingeln, das sich rasch zu einem Höllenlärm auswächst. Kuhglocken-Geschepper! Drehen die jetzt ganz durch, die Marketing-Manager von der Mühlviertler Alm? Und machen mitten in Freistadt einen Almabtrieb? Obwohl es im Mühlviertel kein bisserl eine Almwirtschaft gibt. Zutrauen tät sie ihnen das, die Gucki.

Reißt also das Fenster auf, der Parkplatz vor der Redaktion der Mühlviertler Nachrichten taghell erleuchtet. Aber keine blumengeschmückte Kuhherde ist da zu sehen, sondern – ja, da kann man nicht anders dazu sagen als: ein Raumschiff!

Auch wenn es nicht die fliegende Untertasse in Silbermetallic ist, die die Gucki eigentlich erwartet hätte. Ein mülltonnenähnlicher Zylinder mit einem zwiebelturmartigen Aufsatz. In einem schmutzigen Kupferrot. Schaut ein bisserl so aus wie ein Brennkessel beim Schnapsbrennen. Nur halt so groß wie ein dreistöckiges Haus.

Und dann geht auch schon ein Türl auf, eine Stiege wird ausgeklappt, und der – wie sagt man da? – der Außerirdische erscheint. Schaut eigentlich aus wie ein ganz ein normaler Astronaut. Nur dass der Raumanzug nicht weiß ist. Dasselbe schmutzige Rot wie das Raumschiff.

Jetzt hat die Gucki ihre Titelseite in der Taschen! Mit so einer Geschichte kann sie sogar die Druckerei ein bisserl warten lassen. Also geht sie dem Außerirdischen auch schon entgegen, in der linken Hand den Fotoapparat, in der rechten das Taschenmesser vom Opa. Bei Außerirdischen weiß man ja nie! Der ist zwar um einen Kopf kleiner als wie die Gucki, schaut aber ziemlich kräftig aus. Gedrungen heißt das auf Hochdeutsch. Bei uns tät man sagen gestaucht. Nimmt auch schon seinen verspiegelten Plexiglashelm ab und sagt mit kehliger Stimme: „Ich komme in friedlicher Absicht!“ Und legt den Kopf schief. Praktisch treuherziges Gschau.

Trotzdem glaubt ihm die Gucki kein Wort. Weil sein Schwanz steil in den Himmel ragt. Ein Mordstrumm Schwanz! Jetzt kennt sich die Gucki mit Außerirdischen natürlich nicht aus, dafür mit Hunden umso besser, und ein steil aufragender Schwanz heißt halt einmal nix Gutes!

Von welchem Teil des Universums diese Kreatur auch immer kommen mag – es ist und bleibt ein Hund! Auch wenn er einen Meter sechzig groß ist, auf zwei Beinen geht und reden kann! Genauer gesagt ein Husky. Mit einem braunen und einem blauen Aug. Und einem furchtbaren Gebiss.

Macht die Gucki halt gute Miene zum bösen Spiel: „Mit was kann ich dem Hundi eine Freude machen?“

„Mit Welpen!“, knurrt der Husky. Und macht auch schon sein Raumanzug-Hosentürl auf. Zur großen Überraschung von der Gucki aber keine hypermoderne Schwanz-Schleuse, sondern ein ganz ein normaler Reißverschluss. „Hosen runter und auf die Knie!“, bellt der Außerirdische.

„Jetzt pass einmal auf, du blöder Hund, du!“, entgegnet die Gucki und klappt auch schon ihr Taschenmesser mit dem Hirschhorngriff auf. „Wenn du lang deppert wirst, dann bist du in null Komma nix kastriert!“

Da hat die Gucki ihren Satz noch gar nicht fertiggesagt, hat ihr der Husky auch schon das Messer aus der Hand gebissen, ihr mit den Zähnen die Hose und die Unterhose vom Leib gefetzt und sie bäuchlings auf die Motorhaube von ihrem Auto geschmissen: die Gucki der Bestie wehrlos ausgeliefert. Und im nächsten Moment wird er –

Gar nix wird er! Weil nämlich die Gucki im nächsten Moment das Telefon in der Hand hat, das schon die längste Zeit kreischt wie nicht gescheit. Weil die Gucki auf ihrem Handy ein Stromgitarren-Solo von einem gewissen Alvin Lee als Klingelton eingespeichert hat. Bei dem kannst du beim besten Willen nicht schlafen. Und nach dem Telefongespräch ist es mit dem Schlafen sowieso vorbei. Ist die Gucki mit einem Schlag putzmunter. Endlich einmal eine Story, die nicht provinziell und mittelmäßig und überhaupt zum Einschlafen ist: endlich einmal eine heiße Story!

II „Geil ist nicht geil!“

Das hat jetzt aber eh schon ein jeder überrissen, dass es mir da nicht ums Schweinigln geht, oder? Sondern um die verschiedenen Bedeutungen, die ein Wort haben kann. Praktisch um Wörter, die mehr können als wie nur eine Sache. Und geil gehört da auf jeden Fall dazu. Praktisch ein Musterbeispiel für Vielseitigkeit!

Die ursprüngliche Bedeutung von geil ist üppig. Beim Essen. Wenn was so nahrhaft, sprich: so fett ist, dass du keine größeren Mengen essen kannst, ohne dass du dich anspeibst. Wobei da die Grenze individuell verschieden ist. Mir wird schon nach einem Stück Kardinalschnitte schlecht die Gucki dagegen verputzt locker drei Stückerl und im Notfall auch noch ein viertes. Aber eh nur, wenn der Turrini nicht zuschaut. Damit er sich nicht leidsieht. Weil die Kardinalschnitte halt einmal seine Lieblingstorte ist. Kriegt er aber nur mehr ein einziges Mal im Jahr, seit er auf Diät ist. An seinem Geburtstag. Mit dem anderen ist es aber genauso, ist auch individuell höchst verschieden: in der Bedeutung von . Weil ein jeder wieder was anderes geil findet.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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