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Es gibt Risse in der Welt. Stellen, an denen das Alltägliche brüchig wird, an denen Dinge geschehen, die sich nicht erklären lassen — und an denen Menschen dennoch weiterexistieren müssen, mit dem Unerklärten in der Tasche, neben der Busfahrkarte und dem Schlüsselbund. Dagny Solvangs Debütband versammelt acht Erzählungen, die genau in diese Ritzen hineinleuchten. Ihre Figuren sind keine Helden, keine Auserwählten. Es sind Übersetzerinnen, Hausmeister, Scheidungskinder, Schreibtischmenschen — Menschen, die versuchen, ihren Alltag zusammenzuhalten, und dabei auf etwas stoßen, das sich der gewohnten Ordnung entzieht. Die Titelgeschichte verfolgt Nora, eine Technische Übersetzerin in Berlin-Mitte, die seit drei Jahren jeden Mittag auf dem Dach ihres Bürogebäudes ein okkultes Ritual vollzieht — präzise, unspektakulär, zwischen Thermosflasche und Schreibtisch. Bis ein Schatten in die falsche Richtung fällt. Solvang erzählt das ohne Schauer und ohne Aufschrei: Die eigentliche Spannung liegt im Schweigen danach, im Alltag, der trotzdem weiterläuft, in den neun übersetzten Seiten über Druckregler. Das ist das Besondere dieses Bandes: das Übernatürliche ist nicht Kulisse, sondern Resonanzboden. Es vergrößert, was ohnehin schon da ist — Verlust, Erschöpfung, die stillen Verwerfungen nach dem Ende einer Ehe, das leise Weitermachen trotz allem. Solvangs Sprache ist knapp und präzise, ohne kalt zu sein. Sie lässt ihren Figuren ihre Würde, auch im Moment des Fremdwerdens der Welt. Für Leserinnen und Leser, die literarische Phantastik mögen, die sich nicht mit dem Genre begnügt, sondern es als Werkzeug benutzt — für Geschichten über das wirkliche Leben.
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Liczba stron: 147
Rok wydania: 2026
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