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Mizuki Arakawas Erzählband entführt in eine der dunkelsten Epochen des 20. Jahrhunderts: den Großen Terror unter Stalin, jene Jahre zwischen 1936 und 1938, in denen Denunziation und Verhaftung zum Alltag gehörten und Kunst zur Gefahr werden konnte. Im Zentrum dieser acht Geschichten steht die Frage, was Musik und Schöpfung bedeuten, wenn sie unter dem Blick einer misstrauischen Staatsmacht stehen. Arakawa wählt dabei einen ungewöhnlichen Blickwinkel: Ihre Figuren sind keine Heroen des Widerstands, sondern Menschen im Zwischenraum – ein Geheimdienstleutnant, der Schostakowitschs Fünfte Symphonie auf staatsfeindliche Inhalte prüfen soll, ohne Noten lesen zu können; ein entlassener Musikwissenschaftler, der sein Wissen mit äußerster Vorsicht dosiert; Künstler, die schweigen, weil Sprechen gefährlicher ist als Verstummen. Es sind Porträts von Menschen, die lernen mussten, wenig Platz einzunehmen. Besonders eindrucksvoll ist Arakawas nüchterne, präzise Prosa. Sie arbeitet mit Auslassungen und Pausen, mit dem, was ungeschrieben bleibt – ganz wie die Stille zwischen den Noten selbst. Die Atmosphäre von Bedrohung und innerer Zerrissenheit entsteht nicht durch dramatische Zuspitzung, sondern durch beiläufige Details: einen parallel gelegten Bleistift, eine zögernde Hand, ein durchgestrichener Satz im Protokoll. Dieser Band ist eine außergewöhnliche literarische Erkundung von Angst, Gewissen und der Kraft der Kunst – und ein eindringliches Porträt einer Epoche, deren Schatten bis heute reicht.
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Liczba stron: 164
Rok wydania: 2026
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