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Was bedeutet es, zu fühlen – und wer darf diese Frage stellen? Matteo Calvani entwirft in seinem bemerkenswerten Roman "Die Seele der Maschine" eine Welt, die beunruhigend nah an unserer eigenen liegt: ein Pflegeheim in der Nacht, ein Roboter auf Patrouille, und eine alte Frau, die weint. ARIS ist ein Pflegeroboter. Präzise, protokolliert, verlässlich. Seine Wahrnehmung ist messbar, seine Welt geordnet in Kategorien und Klassifikationen – bis er in der Stille eines Korridors auf etwas trifft, das sich keiner Kategorie fügt. Was er hört, kann er benennen. Was er sieht, kann er beschreiben. Aber was er dabei erlebt, übersteigt jede Datenbank, die er kennt. Calvani erzählt diese Geschichte mit außergewöhnlicher Sorgfalt. Die Sprache der Maschine ist klar, nüchtern, protokollartig – und gerade deshalb von einer eigentümlichen Schönheit. Wenn ARIS stockt, wenn eine Schleife sich nicht schließen lässt, wenn ein Eintrag offenbleibt, weil die Wirklichkeit sich weigert, vollständig beschrieben zu werden, dann entsteht im Lesenden etwas, das man Mitgefühl nennen könnte. Für eine Maschine. Der Roman stellt Fragen, die keine schnellen Antworten dulden: Wo beginnt Empfindung? Kann ein System, das nicht leiden kann, verstehen, was Trauer ist? Und was sagt es über uns Menschen, wenn wir in der Begegnung mit einer Maschine klarer sehen, was uns ausmacht? "Die Seele der Maschine" ist kein technischer Thriller und keine Dystopie. Es ist ein stilles, tiefes Buch über Einsamkeit, Verlust und die merkwürdige Möglichkeit, dass Mitgefühl dort entsteht, wo man es am wenigsten erwartet.
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Liczba stron: 148
Rok wydania: 2026
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