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Was bedeutet es, an einem grauen Morgen Kohlen zu entzünden, während die Welt um einen herum aus Misstrauen und Schweigen besteht? Pablo Cifuentes erzählt in seinem Erzählband neun außergewöhnliche Geschichten, die das scheinbar Alltägliche – den Bratwurststand, den Rauch, den Senf, das rituelle Wenden der Würste – in ein Prisma verwandeln, durch das das Leben in der DDR, die Last der Erinnerung und die stille Würde des Einzelnen sichtbar werden. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die nicht in Geschichtsbüchern auftauchen: ein Grillmann in Magdeburg, der mit Rauchzeichen ein Widerstandsnetz am Leben hält; eine Ladenbesitzerin, die Signale liest, die kein Unbeteiligter versteht; ein junger Mann in falschen Schuhen, der noch nicht weiß, was er ist. Cifuentes erzählt von ihnen mit einer Sprache, die gleichzeitig präzise und poetisch ist – jedes Detail sitzt, jede Geste trägt Gewicht. Die besondere Stärke dieser Geschichten liegt in ihrer Lakonie. Es wird wenig erklärt, noch weniger bewertet. Stattdessen öffnet der Autor Räume zwischen den Zeilen, in denen der Leser selbst denken, fühlen und urteilen darf. Rauch, der nach links oder rechts zieht. Eine Wurst, siebenmal gewendet. Dinge, die keine Metaphern sind – und deshalb umso mächtiger wirken. Dieser Band ist nicht nur Literatur über eine vergangene Zeit, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen: auf die kleinen Handlungen, in denen Haltung steckt, auf die Stille zwischen zwei Menschen, die mehr sagen kann als jedes Geständnis.
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Liczba stron: 168
Rok wydania: 2026
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