Wer war's? - Kai Althoetmar - ebook

Wer war's? ebook

Kai Althoetmar

0,0

Opis

Wer war der Mann mit dem Hundeblick, der den Krieg in Worte bannte und doch ständig angefeindet wurde? Warum ging die "Kölner Geisha" pleite, obwohl ihr die Massen die Bude stürmten? Und wer war der Kölner Lehrer, der im 17. Jahrhundert den Hexenverbrennungen in Deutschland ein Ende bereiten half? Kaum eine deutsche Stadt hat eine so bewegte und lange Geschichte wie das zweitausend Jahre alte Köln. In fünfzig Rätselgeschichten erinnert Kai Althoetmar an bekannte Persönlichkeiten und denkwürdige Ereignisse aus der Kölner Stadtgeschichte: aus Politik, Kirche und Staat, Kultur, Kunst und Wirtschaft, Sport und Alltag. Am Ende steht immer die Frage: Wer war's?? Die Zeitreise zum Mitraten beginnt in der römischen Epoche, führt durch Mittelalter und Neuzeit, durch das napoleonische und das preußische Köln, die Jahre der Industrialisierung, des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und der NS-Zeit, die Nachkriegsjahrzehnte und endet in den 1990er Jahren. Die unterhaltsame Rätselserie lief zehn Jahre lang als beliebtes Wochenrätsel auf der Welle von Radio Köln. Für die Buchversion wurden die Geschichten überarbeitet und aktualisiert und ein Register mit den Auflösungen erstellt. Weitere Köln-Rätsel finden Sie in diesen Bänden: "Es geschah in Köln. 55 Personenrätsel aus der Kölner Stadtgeschichte" und "Es war einmal in Köln. 33 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte". Alle Titel sind auch als illustrierte Taschenbuchausgaben erhältlich.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 83

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS



Kai Althoetmar

Wer war's?

50 Rätsel-Stories aus der Kölner Stadtgeschichte

Edition Zeitpunkte

Vorbemerkung:

Diese und viele weitere Rätsel rund um Personen aus der Kölner Stadtgeschichte wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren auf der Welle von Radio Köln als „Wochenrätsel“ gesendet. Für die hier vorliegende Buchfassung wurden sie überarbeitet und aktualisiert.

Am Ende eines jeden Personenrätsel steht die Frage: Wer war's? Die Auflösungen finden sich ganz am Ende des Buches aufgelistet sowie (verschlüsselt) jeweils am Ende des Textes eines jeden Rätsels. Damit Leser bei der Lektüre nicht ungewollt den Namen des Gesuchten lesen, bevor sie selbst gegrübelt haben, wird die Lösung am Ende des Rätsel-Textes verschlüsselt angegeben, und zwar wird der Name „umgekehrt“ geschrieben. Außerdem sind jeweils die drei Buchstaben ABC als Blindbuchstaben an den Anfang und das Ende des Namens (Vor- und Nachname) gesetzt.

Beispiel: Toni Schumacher

Lösung dargestellt als:

ABCINOTABC ABCREHCAMUHCSABC.

Und nun viel Spaß beim Rätseln und Grübeln!

1. Der mit dem Teufel wettete

Übrig blieben nur die Grundmauern, Teile des geborstenen Dachs, verkohlte Balken, Schutt und heiße Asche. Es war das Jahr 1248, als der Dom durch ein Feuer fast völlig zerstört wurde - der Dom, den Erzbischof Hildebold hatte errichten lassen, der den Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige beheimatete.

Schon tags darauf begannen die Kölner, allen Schutt zur Seite zu schaffen. Die Nachricht vom Brand des Domes lief durch ganz Europa. Einfache Gläubige, Kaufleute und Könige waren sich einig: Köln brauchte für die Schreinreliquie einen neuen Dom. Das Geld floß reichlich. Erzbischof Konrad heuerte einen der besten Dombaumeister Europas an. Schon vier Monate nach dem Brand segnete Konrad den Grundstein des neuen Domes.

Der Dombaumeister arbeitete Tag und Nacht an seinem Lebenswerk. Immer wieder schritt er die Mauern ab, zog Richtschnüre und schimpfte mit den Steinmetzen, wenn sie ungenau arbeiteten. Morgens war er der Erste auf dem Gerüst, und abends stieg er als Letzter nochmals die langen Leitern hinauf, um das Tagwerk zu begutachten.

So ging es Jahr um Jahr. Doch der Bau der Kathedrale ging nur sehr langsam voran. Der Dombaumeister wurde immer älter. Noch glaubte er, das Werk zu Lebzeiten vollenden zu können. Der Legende nach ging er sogar auf eine Wette des Teufels ein. Der Teufel behauptete, er könne eine Wasserleitung aus der Eifel nach Köln legen, ehe der Dom vollendet sei. Der Dombaumeister arbeitete fieberhaft weiter, unermüdlich trieb er seine Arbeiter an. Doch er verlor die Wette und brachte sein Lebenswerk nicht zu Ende. Erst rund 630 Jahre später konnte der Kölner Dom endgültig fertiggestellt werden.

Wie hieß der Dombaumeister?

Lösung: ABCRETSIEMUABMODABC ABCDRAHREGABC

2. Die List des alten Fuchses

Köln am 22. August 1944. Die Niederlage des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg ist längst absehbar, aber im Inneren halten die Nationalsozialisten die Macht noch fest in Händen. Das Attentat auf Hitler einen Monat und zwei Tage zuvor ist gescheitert. Unter dem Decknamen „Aktion Gewitter“ läßt das Regime im ganzen Reich etwa 5.000 Politiker jener Parteien verhaften, die 1933 von Hitler verboten worden waren, unter anderem Politiker von SPD, KPD und Zentrumspartei.

In Rhöndorf bei Bonn wird der Mann verhaftet, der vor der NS-Zeit in Köln Oberbürgermeister war. Als der Verhaftete durch einen Mithäftling erfährt, daß er in das KZ Buchenwald deportiert werden soll, täuscht er eine lebensgefährliche Krankheit vor. Er wird deshalb ins Krankenhaus Hohenlind verlegt. Ein Freund verschafft ihm falsche Papiere, mit denen er zu einem angeblichen Verhör nach Berlin reisen soll. So gelingt ihm die Flucht. Er versteckt sich im Westerwald, wird dort aber von der Polizei aufgespürt und in das Gestapo-Gefängnis nach Brauweiler gebracht.

Dort bleibt er zwei Monate, wird ständig verhört. Viele seiner Mithäftlinge werden hingerichtet. Am 22. November 1944 kommt der ehemalige Kölner Oberbürgermeister und Zentrumspolitiker frei. Sein Sohn Max, damals Leutnant in der Wehrmacht, hatte sich für ihn bei der Gestapo eingesetzt. Die große politische Karriere steht dem Freigelassenen noch bevor - nicht im NS-Regime, sondern in der späteren Bundesrepublik.

Wer war's?

Lösung: ABCDARNOKABC ABCREUANEDAABC

3. Der Vater der Gesellen

Als er 1813 geboren wurde, stand Deutschland die industrielle Revolution noch bevor. Als er Schuhmachergeselle und später Priester wurde, war dann auch an Rhein und Ruhr das Industriezeitalter angebrochen. Es war das Jahr 1846, als er in Wuppertal-Elberfeld einen Verein gründete, der die Not ausgebeuteter Arbeiter lindern sollte. Der Frühkapitalismus trieb die Menschen massenweise ins Elend.

Deutschland im Vormärz: König Friedrich Wilhelm IV. regiert in Preußen mit eiserner Hand. 1844 schießen in Schlesien preußische Soldaten den Weber-Aufstand blutig nieder. Karl Marx ruft im Kommunistischen Manifest auf: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“ Der Arbeitstag dauert meist fünfzehn Stunden und länger. Auch Kinder schuften in Bergwerken, Spinnereien und Fabriken. Die Wohnverhältnisse der Industriearbeiter sind miserabel: In Mietskasernen leben durchschnittlich sechs bis acht Menschen auf einem Zimmer. Doch viele junge Arbeiter haben nicht einmal dafür Geld.

Viele Arbeiter wußten, daß ihre Lage nur verbessert werden konnte, wenn sie sich zusammenschlossen. Der Katholische Gesellenverein sollte vor allem junge Handwerker vor der Verwahrlosung schützen. Nahrung, Kleidung und Wohnung wollte er ihnen geben. Politische Forderungen waren für den Gesellenvater und späteren Domvikar zweitrangig. In vielen Städten ließ er Häuser bauen und gab Arbeitern die Chance, sich weiterzubilden und ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen.

Sein Bildungs- und Aktionswerk hat heute weltweit rund 450.000 Mitglieder. Mittlerweile ist das Werk für alle Lehrberufe und auch für Frauen offen. Am 4. Dezember 1865 starb der Gesellenvater in Köln. In der Minoritenkirche ist er begraben. Inzwischen hat ihn der Vatikan seliggesprochen.

Wer war's?

Lösung: ABCHPLODAABC ABCGNIPLOKABC

4. Nichts als Mord und Intrigen

Als sie am 6. November im Jahr 15 nach Christus geboren wurde, war Köln noch ein unbedeutender Flecken auf der römischen Landkarte. Genauer gesagt: Die Stadt Köln gab es damals noch gar nicht, sondern lediglich eine Siedlung namens „Oppidum Ubiorum“, was soviel heißt wie „Stadt der Ubier“. Man schrieb das Jahr 15, und die Römer regierten die halbe Welt.

Ihr Vater hieß Germanicus und war Oberbefehlshaber der Rheinarmee. Ihre Mutter - die den gleichen Namen trug, der aber heute mit dem Zusatz „die Ältere“ versehen wird - stammte in direkter Linie von Kaiser Augustus ab. Als Angehörige der kaiserlichen Familie wurde die Tochter - „die Jüngere“ - von ihren Eltern schon früh verheiratet, nämlich mit dreizehn Jahren. Aus ihrer Ehe mit Domitius stammte Nero, ihr einziger Sohn, der spätere blutrünstige römische Kaiser.

Als sie 25 Jahre alt war, wurde sie auf eine Insel im Tyrrhenischen Meer verbannt. Der Grund: Sie hatte sich an einer Verschwörung gegen ihren Bruder beteiligt, gegen Caligula, der damals Kaiser war. Ein Jahr später fiel Caligula einem Mord zum Opfer. Der neue Kaiser Claudius holte sie aus der Verbannung von der Insel in die Ubierstadt zurück. Nachdem ihr Mann gestorben war, heiratete sie Claudius, der übrigens ihr Onkel war. Auf ihren Mann übte sie viel Einfluß aus. Im Jahr 50 konnte sie es durchsetzen, daß ihre Geburtsstadt Köln zur römischen Kolonie erhoben wurde. Deshalb ging sie in die Geschichte als Gründerin Kölns ein.

Ihr nächstes Ziel war, ihren Sohn Nero auf den Kaiserthron zu hieven. Dazu war ihr jedes Mittel recht: Im Jahr 54 ließ sie - so berichtet es der Geschichtsschreiber Tacitus - ihren Mann Claudius vergiften und ihren Sohn Nero zum Kaiser ausrufen. Doch schon wenig später kam es zum Zerwürfnis zwischen der herrschsüchtigen und skrupellosen Frau und ihrem Sohn: Um sie aus dem Weg zu bekommen, ließ Nero sie im Jahr 59 in Kampanien kurzerhand umbringen. 44 Jahre alt war die Stadtpatronin Kölns da.

Wer war diese Frau?

Lösung: ABCANIPPIRGAABC

5. Der Joker, der gleich mehrmals stach

In den 1970er und 1980er Jahren hatte der 1. FC Köln noch eine ganze Reihe Fußballnationalspieler mehr als heute - nicht solche aus Osteuropa oder Afrika, sondern solche der DFB-Elf wie zum Beispiel Toni Schumacher, Wolfgang Overath oder Heinz Flohe. Nicht zu vergessen jener Spieler, dessen Komet in der Nationalelf in einer lauen Sommernacht 1976 aufging. Mit drei Treffern schoß der Kölner an jenem 17. Juni 1976 die bundesdeutsche Auswahl in das Finale der Fußballeuropameisterschaft in Jugoslawien.

Dabei war der neue „Bomber der Nation“ eher zufällig in das EM-Aufgebot gerutscht. Er war für den Kaiserslauterer Klaus Toppmöller nachgerückt, der sich bei einem Autounfall verletzt hatte. Bundestrainer Helmut Schön setzte den Kölner aber zunächst nicht ein. Im Halbfinale gegen Jugoslawien lag die deutsche Elf dann zur Halbzeit 0:2 zurück. Assistenztrainer Jupp Derwall überredete Schön, den Kölner Stürmer in der 80. Minute einzuwechseln. 1:2 stand es da. Der Joker bedankte sich mit dem Ausgleichstor - und das mit der ersten Ballberührung. In der Verlängerung erzielte er sogar noch zwei weitere Treffer, und die bundesdeutsche Elf zog ins Finale ein. Dort traf die DFB-Elf auf die Tschechoslowakei und verlor im Elfmeterschießen. Den entscheidenden Strafstoß setzte damals Uli Hoeneß über das Tor.

Wie hieß der FC-Stürmer, der die Bundesrepublik 1976 ins EM-Finale schoß?

Lösung: ABCRETEIDABC ABCRELLÜMABC

6. Gehängt mit sechzehn

Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938: In vielen Städten brennen Synagogen, ein judenfeindlicher Mob plündert 7.000 jüdische Geschäfte. Die von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, NS-Gauleitern und SA-Führern angezettelte Reichspogromnacht kostet fast hundert Juden das Leben. In Köln-Ehrenfeld muß ein zehnjähriger Junge ansehen, wie sein Freund, ein jüdischer Friseur, ermordet wird.

Genau sechs Jahre später stirbt er selber durch die Hände der Nazis. Der 16jährige Dachdeckerlehrling wird am 10. November 1944 gehängt - wegen Sabotage gegen Kriegsmaterial und Verteilung antifaschistischer Flugblätter.

Im Oktober 1944 war er mit zwölf Freunden bei einer Ringfahndung der Geheimen Staatspolizei ins Netz gegangen. Gesucht hatte die Gestapo eigentlich einen Deserteur, der einen NSDAP-Ortsgruppenleiter umgebracht hatte. Aufgespürt hatte die Gestapo ein Häuflein Jugendlicher, die wegen ihres Äußeren dem Regime schon lange ein Dorn im Auge waren: die Edelweißpiraten.

Nicht nur durch ihre bunte Wanderkluft und ihre langen Haare unterschieden sie sich von der Hitlerjugend. Sie dichteten NS-Lieder um und haßten den Drill der HJ. Viel lieber zogen sie durch die freie Natur. Als Symbol trugen sie das Edelweiß am Revers. Die meisten der 130 Ehrenfelder Edelweißpiraten stammten aus Arbeiterfamilien. Ihre Abneigung gegen Führerkult und HJ steigerte sich im Krieg zum offenen Widerstand.