Todeseis - Bernward Schneider - ebook

Todeseis ebook

Bernward Schneider

0,0

Opis

Die Flucht vor dem Mörder ihres Geliebten führt die schöne Gladys auf die Titanic, als diese am 10. April 1912 von Southampton aus zu ihrer Jungfernreise nach New York in See sticht. An Bord des mondänen Schiffes begegnet Gladys einer illustren Reisegesellschaft aus Bankiers und Millionären, Aristokraten und Prominenten, für die die Jungfernfahrt des Meeresgiganten einen der gesellschaftlichen Höhepunkte des Jahres darstellt. Doch für ihre Feinde ist Gladys eine gefährliche Zeugin und selbst auf dem Schiff nicht sicher …

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Liczba stron: 310

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Bernward Schneider

Todeseis

Kriminalroman

Personen und Handlung sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen

sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Dieses Buch wurde vermittelt durch

die Literaturagentur erzähl:perspektive, München

(www.erzaehlperspektive.de).

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

© 2012 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 07575/2095-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2012

Lektorat: Claudia Senghaas, Kirchardt

Herstellung: Christoph Neubert

Vorwort

Der Kriminalroman entstand nach historischem Tatsachenmaterial. Ich habe mich bemüht, meine fiktive Kriminalerzählung so vollständig in den historischen Kontext einzupassen, dass keine Unstimmigkeiten im Vergleich zu den tatsächlichen Geschehnissen auftreten. Die Schilderung der Ereignisse in der Unglücksnacht beruht in erster Linie auf den Berichten von Überlebenden, nämlich Lawrence Beesley Wie ich den Untergang überlebte und Archibald Gracie und John B. Thayer Titanic Zwei Überlebende berichten. Eine große Hilfe waren mir auch die Tatsachen- und Hintergrundschilderungen anderer Autoren, die Augenzeugenberichte von Passagieren und historische Details zusammengetragen und sich in vielfältiger Weise mit den Hintergründen der Katastrophe auseinandergesetzt haben, insbesondere Walter Lord Die letzte Nacht der Titanic, John P. Eaton Titanic Legende und Wahrheit, Wolf Schneider Mythos Titanic, Robin Gardiner & Dan van der Vet Die Titanic-Verschwörung sowie Susanne Störmer Titanic Mythos und Wirklichkeit. Weitere Hinweise und Anregungen verdanke ich den Romanen von Robert Prechtl Der Untergang der Titanic, Pelz von Felinau Titanic, France Huser, Bernard Genies Die Nacht des Eisbergs, und nicht zuletzt dem Roman Titan von Morgan Robertson, der in meiner Kriminalerzählung erwähnt werden konnte, weil er schon 14 Jahre vor der Katastrophe von einem Autor geschrieben wurde, der den Untergang der Titanic in verblüffender Weise vorausgeahnt hat.

»Ich sah einen hoch aufgeschossenen Engländer von bestem Schlag – und eine junge Frau, die ich mehrfach mit einer Art stiller Einladung anblickte, doch ins Boot zu kommen –

– vergebens.«

Charles M. Lightoller, Zweiter Offizier der Titanic

1. Kapitel Dienstag, 9. April 1912

Gladys erkannte sofort, dass Phil und sie in eine Falle gelockt worden waren. Bereits beim Abendessen hatte sie das Gefühl gehabt, dass irgendetwas nicht stimmte. Doch Phil, der sich in seinen Gedanken wohl schon auf der Reise nach Amerika befand, hatte es nicht bemerkt.

Es passierte, als sie das Lokal verließen, dass plötzlich mehrere Männer sie umringten; zwei oder drei kamen von der Straße, doch die anderen waren Phils Freunde, mit denen sie eben noch zusammengesessen hatten.

»Finger weg!«, zischte Phil, als der Erste der Männer Hand an ihn legte, aber gegen die Übermacht seiner Feinde, die eben noch Vertraute gewesen waren, kam er nicht an. Schon hatten die Männer sie an den Bordsteinrand gedrängt, wo zwei Silver Ghost mit der Spirit of Ecstasy als Kühlerfigur mit laufenden Motoren warteten, und durch die geöffnete Tür des vorderen Wagens stießen sie Phil in den Fond.

Gladys erging es nicht anders. Fast gleichzeitig griffen Männerhände nach ihren Armen, und einige Augenblicke später fand sie sich auf der Rückbank des zweiten Wagens wieder, der sich unverzüglich hinter dem ersten Automobil in den Straßenverkehr schob.

»Warum tut ihr das?«, rief Gladys erzürnt. »Haltet an und lasst mich raus!«

Sie saß eingekeilt zwischen zwei grobschlächtigen Kerlen, die ihr unbekannt waren und auf ihren Protest nicht reagierten. Von diesen Männern erhoffte sie sich keine Hilfe, wohl aber von dem Dritten im Wagen, von Jeffrey, dem Fahrer, der ihr als einer von Phils besten Freunden bekannt war, aber auch dieser blieb still.

»Jeffrey! Hast du nicht gehört?«

»Tut mir leid, Gladys«, gab Jeffrey zurück und warf ihr einen Blick durch den Rückspiegel zu. »Ich habe meine Befehle.«

»Befehle? Was für Befehle?«

Jeffrey antwortete nicht.

»He, ich habe dich was gefragt? Es hat dir niemand etwas zu befehlen, außer Phil, aber der ist gerade nicht hier!«

»Du weißt, was mir blüht, wenn ich mich nicht an die Anweisungen halte, Gladys«, sagte Jeffrey. »Also lass mich in Ruhe!«

Gladys sah, dass sie in die Tower Bridge Road eingebogen waren, wo sie hinter einem der neuen Autobusse herfuhren. Die nächtliche Straße war belebt; Straßenbahnen, Omnibusse und Mietdroschken waren unterwegs, und auf den Bürgersteigen sah man zahllose Passanten.

»Wer hat dir Anweisungen gegeben?«

Jeffrey reagierte nicht; unverwandt sah er durch die Windschutzscheibe nach vorn.

»Das Ganze ist ein böser Scherz, nicht wahr, Jeffrey?«

»Es geht nicht gegen dich, Gladys, also sei vernünftig und bleib ruhig«, sagte er. »Es ist das Beste, was du für dich tun kannst. Sei tapfer, es geht vorbei.«

Mit einem Gefühl von Bestürzung und Panik registrierte Gladys ihre Machtlosigkeit. Sie empfand ihre Hilflosigkeit umso eindringlicher, weil sie sich inmitten dieser Stadt der glitzernden Lichter ereignete, einer Stadt, von der sie gedacht hatte, dass sie sie beschützen würde; aber nun erinnerte sie sich daran, dass London in Wahrheit ein Ort voller Schrecken und Rätsel war, aller Glanz nur ein Trugbild über einem Abgrund, der diejenigen, die sorglos über seine rissige Oberfläche wandelten, täuschte. Wie hatte sie nur die bedrohliche, monströse Unmenschlichkeit dieser Stadt aus den Augen verlieren können? London war blind für menschliche Not.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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