Mörderische Gedanken - Stefanie Lischke - ebook

Mörderische Gedanken ebook

Stefanie Lischke

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Opis

Dieses Buch enthält eine Sammlung von vier Kurzgeschichten in den Genres Fantasy, Krimi, Humor und Horror. Dämonenreiten In einer kleinen Stadt steht auf einer Kirmes eine besondere Attraktion. Es geht per Fahrkorb in die Abgründe der Seelen ihrer Besucher. Mörderische Gedanken Sarah ist unglücklich und seit einiger Zeit gehen ihr Gedanken durch den Kopf, wie sie am besten ihren Ehemann beseitigen könnte. Gefangen Paul ist verschwunden - Die Polizei hat auch keine Spur von ihm. Liegt eventuell auf der ganzen Familie ein Fluch? Auf der Suche nach dem Vermissten kommt ein fürchterlicher Verdacht auf. Überleben Es ist heiß draußen. Die Sonne brennt zu dieser Jahreszeit erbarmungslos auf den Planeten herunter. Ich will nur überleben. Meine Kräfte lassen aber stetig nach undich finde keinen Ausweg. Zusätzlich ist auch meine Mitbewohnerin verschwunden. Ob sie wieder zurück kommt?

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EPUB
MOBI

Liczba stron: 80




Stefanie Lischke

Mörderische Gedanken

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Inhalt

 

Cover

Über dieses Buch

Zur Entstehung

Dämonenreiten

Mörderische Gedanken

Gefangen

Überleben

Danksagung

Anmerkung

Leseprobe

 

Über dieses Buch

 

Es gibt Menschen, die können ganz einfach tolle Bücher schreiben. Sie sind sehr bekannte Autoren oder Autorinnen. Ich nenne sie gerne aus vollster Hochachtung „Schreiberlinge“. Sie verfassen Bestseller innerhalb von kurzer Zeit und können von ihren erschaffenen Romanhelden ihr eigenes Leben ganz gut finanzieren, ihr Häuschen abbezahlen und mit jedem Buch schaffen sie immer wieder eine besondere Welt, füllen diese mit Handlung und lassen ihre Figuren ein besonderes Leben leben…

 

Aaaah!, was für ein Quatsch, das ist ja Unsinn. So ist der Anfang völliger Mist, das gefällt mir gar nicht. Also noch einmal alles zurück und ein neuer Ansatz:

 

 

„Ein Buch, meine Geschichten und Ich“

Das ist ja genauso Käse!

 

 

3. Versuch

Vielleicht sollte ich einfach und ohne Geschnörkel drauf los schreiben, wieso es nun dieses Buch gibt.

 

 

Zur Entstehung

 

Seit meiner Jugend schreibe ich in etwas unregelmäßigen Abständen Kurzgeschichten. Manchmal über lustige Begebenheiten, manchmal sind es Kriminalgeschichten oder auch Geister- und Gespenstergeschichten. Sie entstehen spontan in meinem Kopf oder sie sind das Resultat von Träumen. Sie verfolgen mich dann solange, bis ich mir einen Stift schnappe und den ganzen Kram aufs Papier bringe. Wie das aber mit dem Kopf und den Träumen so ist, beginnen meine erdachten Figuren zwar ein ganz eigenständiges Leben, doch die gesamte Handlung hält einer tiefgründigen Betrachtung von Außen kaum Stand und meine Helden verzetteln sich innerhalb der Fülle der Aufgaben und Aufträge, die sie erledigen sollen.

 

Irgendwann verschwanden dann auch immer wieder Personen, was ich natürlich durchaus verstehen konnte. Bei dem teilweise wüsten Durcheinander in meiner Kopffabrik, war es mehr als nachvollziehbar, dass sich der Romanheld kurzerhand absetzt und abwartet, bis sich das Chaos wieder etwas gelichtet hatte, um dann an einer völlig anderer Stelle plötzlich und unerwartet wieder hervorzutreten und sich ungeschickt und mit viel Tamtam zurück in die Geschichte zu mogeln. Manchmal tauchten sie auch in einer völlig anderen Story auf und schauten sich etwas erschrocken und ziemlich schockiert um, da sie mit einer ganz fremden Umgebung und einer neuen Situation klarkommen mussten.

 

Das ging mir übrigens auch so! Ich musste ja wieder alles "neu erdenken".

 

Mein größtes Problem war aber, dass meine Helden irgendwie in der Mitte ihrer Geschichten einfach nicht mehr weiter wussten. Sie blieben dann einfach stehen oder hängen oder legten sich schlafen und wachten nicht wieder auf. Ich schaffte es nie, für meine Figuren ein passables Ende zu finden und damit wurden sie alle ungewollt zu Gefangenen meiner Geschichten. Darüber waren sie wenig begeistert und sie schauten mich oft mit einer bitterbösen Miene an, zuckten aber meist mit den Schultern oder sie tippten sich ein wenig entnervt an die Stirn. Glücklich schienen sie jedenfalls nicht. Aber was sollte ich machen? Es tat mir ja selbst auch leid.

 

Sie wurden von mir einfach im endlosen und schwarzen Morast der Geschichten zurück gelassen. Es blieb ihnen keine andere Möglichkeit, als im Niemandsland der leeren Seiten umherzuirren oder sich einfach ihrem Schicksal zu fügen und in den Tiefen meines Papierkorbes für immer und ewig begraben zu werden.

 

Deshalb habe ich irgendwann die ganzen beschriebenen und bekritzelten Zettel zerrissen, verbrannt, geschreddert oder anderweitig dem biologischen Recycling zugeführt.

Lange Zeit konnte und wollte ich keine Geschichten mehr schreiben, denn die kleinen erfundenen Seelen, die bisher meine Storys immer so lebendig machten und denen ich durch mein Schreiben seitenweise schöne, schaurige, komische, erschreckende oder herausragende Erlebnisse eingehaucht hatte – Ich wollte sie nicht mehr quälen und nach der Hälfte der Geschichte in ihren vorherbestimmten und sicheren Tod ohne Ende schicken.

 

Ich fing an viele Bücher zu lesen, vor allem aber las ich hauptsächlich die letzten Seiten, um mich um die Buch-Abschlüsse zu kümmern und zu erleben, wie andere Schreiberlinge ihre Helden durch die Story navigieren, um ihnen dann zum Ende hin einen würdigen Abschluss zu geben. Ich hatte ganz fantastische letzte Kapitel gelesen. Manche waren aber auch nur dahingewischt, denn es hatte den Anschein, dass der bzw. die Autor/in einfach nur fertig werden wollte. Es gab aber auch Kapitel, die waren so grottenschlecht zu Ende geschrieben, dass der Leser mit einem riesigen roten Fragezeichen über dem Kopf wieder zurück in die reale Welt geschickt wurde, nachdem er das Buch zuklappte. Ich hatte ganz unerwartete oder überraschende Abschlüsse gelesen, es war einfach von Allem etwas dabei. Ich beschloss, meinen Geschichten ein doch recht angenehmes Ende zu bescheren. Doch scheinbar wollte mein Kopf an die alten Storys nicht mehr ran. Auch intensivstes Nachdenken und Schubladen in den hintersten Gedankenzellen durchsuchen, brachte nichts. Ich musste also auf neue Geschichten warten...

 

 

… und sie kamen, ließen allerdings lange auf sich warten. Mittlerweile war ich knapp vierzig Jahre alt geworden, hatte ganz viele Bücher komplett und natürlich auch das Ende gelesen und war in die Welt der Computer und des Internets vorgedrungen. Das machte das Aufschreiben natürlich ein bisschen komfortabler. Meine Gedanken kamen, meine Geschichten füllten sich und meine Helden lebten ihre Leben in meinen neuen Geschichten. Trotzdem war es für mich schwierig, ihnen den roten Teppich auszurollen, auf dem sie dann zu einem angenehmen Ende marschieren konnten.

 

Etliche Male war ich kurz davor, nach den ersten paar geschriebenen Kapiteln einfach den ganzen Text wieder zu löschen und nichts stehen zu lassen. Nochmal alles Neu? Das brachte ich einfach nicht übers Herz, denn meine Figuren hatten ja bis zu diesem Moment schon ihr Leben in meiner Story gelebt und erlebt! Ich sah schon die bösen Blicke meiner kleinen Helden, wenn ich wieder aufgeben würde.

 

Irgendwann beschloss ich, jeder meiner Geschichten seinen mehr oder weniger guten Abschluss zu schreiben, sie zusammen in ein Buch zu stecken und als eBook freizugeben.

 

Nachdem ich dieses Vorhaben mit all meinen Buch-Helden abgesprochen hatte und ich von ihnen allen nicht nur ein einheitliches und überschwängliches Jubeln zurück erhielt, sondern sie mir auch die „Daumen-nach-oben“-Geste zeigten, machte ich mich bestärkt von so viel Rückendeckung ans Werk.

 

Ich hatte sogar irgendwie das Gefühl, dass nach meiner ersten tatsächlich bis zu Ende geschriebenen Geschichte sich nicht nur meine aktuellen Romanhelden befreiend und glücklich in den Armen lagen, sondern auch die vor vielen Jahren in dem Morast der alten Gedanken zurück gelassenen Menschen, Tiere, Geister und Gespenster mir ebenfalls ein kleines anerkennendes Nicken zuwarfen. Ein schönes Gefühl.

 

 

Nun also ist es vollbracht. Das erste Buch mit ein paar meiner Geschichten ist fertig geschrieben und ich wünsche eine schöne Zeit beim Lesen.

 

Stefanie Lischke

 

 

Dämonenreiten

 Zum Inhalt

 

In einer kleinen Stadt - auf einer kleinen Kirmes steht die neue Attraktion ein Fahrbetrieb, das Dämonenreiten heißt. Anna und Alex haben Eintrittskarten und wollen sich diesem Abenteuer stellen. Eine übliche Geisterbahn kennt ja jeder, aber diese Erlebnisse werden sie sicher nicht vergessen...

Es geht per Fahrkorb in die Abgründe ihrer eigenen Seelen.

 

 

 

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein Schatz“, erklang eine männliche Stimme durch das Schlafzimmer und diese bahnte sich nur schwer einen Weg zu den Ohren von Anna. Anna lag noch halb schlafend im Bett und zog sich rasch die Bettdecke wieder über den Kopf, denn ihre Geburtstagsparty vom Vorabend ging bis in die Morgenstunden hinein und sie war noch nicht fähig, um 8:30 Uhr in der Früh schon fit für den neuen Tag zu sein. Sie hatte wie jedes Jahr wieder hineingefeiert.

 

Alex lächelte, als er sie so halb unter der heraufgezogenen Bettdecke liegen sah und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. „Guten Morgen, Liebes. Ich habe uns Kaffee gemacht. Du musst jetzt nur noch deine Augen aufmachen und alles ist perfekt.“ Alex stellte die beiden mitgebrachten Tassen auf das kleine Nachtschränkchen neben ihrem Bett, dann griff er auf das Tablett zurück und hielt einen kleinen Umschlag in der Hand. Damit wedelte er direkt vor Annas Nase herum, so dass sie nun auch endlich ihre Augen aufschlug, die Bettdecke beiseite schob und ihn erwartungsfroh anschaute.

 

„Hast du Lust auf einen schönen Tag?“ Alex legte ihr den Umschlag auf die Bettdecke und Anna griff beherzt danach.

„Auf der Kirmes gibt es dieses Jahr eine neue Attraktion. Ich war gestern schon kurz dort und habe uns die Eintrittskarten gekauft.“

Etwas überfordert mit der Überrumplungstaktik Ihres Lebensgefährten blickte sie ihn mit einem unverständlichen Blick an.

„Wie, Was, Du hast Karten gekauft, kommst heute Morgen erst nach Hause und ich soll jetzt sofort aufspringen?“ Anna war ein wenig erbost, freute sich aber im Inneren auf einen schönen gemeinsamen Tag mit ihrem Alex. Doch das wollte die 21jährige ihm gegenüber auf keinem Fall zugeben. Jedenfalls jetzt noch nicht.

Sie nahm die Karten, setzte sich im Bett aufrecht und schnappte sich mit der anderen Hand eine der Tassen mit dem frisch aufgebrühten Kaffee. Sie trank einen kleinen Schluck und dann blickte sie Alex an.

„OK.“, sagte sie. „So machen wir das. Wir fahren hin und haben einen wunderschönen Samstag.“

Dann las sie den Text auf einer der Karten.

 

EINTRITTSKARTE

DÄMONENREITEN , SAMSTAG 13:00 UHR

MINDESTALTER: 18 JAHRE

KEINE MITNAHME VON TIEREN

 

Sie drehte die Karte und las die Rückseite

 

DÄMONENREITEN – DIE GRÖßTE SENSATION AUF ERDEN – GANZ NEU

 

Darunter ein ziemlich kleines Bild von einer heruntergekommenen Bretterbude. Sollte das das Fahrgeschäft sein? Annas Interesse war jedenfalls geweckt und sie sprang aus dem Bett in Richtung Badezimmer. Dabei rief sie zu Alex: „Mal etwas anderes als Geisterbahnen, Schießbuden und was es sonst so gibt.“

Anna huschte ins Bad und machte sich für einen schönen Ausflug mit ihrem Freund zurecht.