Körpersprache - Tiziana Bruno - ebook

Körpersprache ebook

Tiziana Bruno

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Opis

Mit dem Körper sprechen wir viel deutlicher als mit Worten. Überzeugende Kommunikation gelingt, wenn die verbalen Aussagen mit einer stimmigen Körpersprache verstärkt werden. In Gesprächen hilft es, die körpersprachlichen Signale anderer verstehen zu können. Dieser TaschenGuide zeigt, wie es geht. Die Augmented-Reality-App bietet zudem ein ganz neues Leseerlebnis. Inhalte: - Wie spricht der Körper: Was Haltung, Mimik und Gestik verraten - Körpersprache lernen: Wie Sie im beruflichen Alltag eine gute Figur machen - Mit großem Trainingsteil: Körpersignale verstehen und in der Praxis gezielt einsetzenMit der kostenlosen App "smARt Haufe" wird Ihr Buch interaktiv: - Augmented-Reality-App für Smartphones und Tablets (iOS und Android) - App "smARt Haufe" kostenlos downloaden, Buchseiten mit dem Smartphone scannen und Zusatzfunktionen nutzen - Zahlreiche Zusatzinhalte, z.B. Videos, Hörbeispiele, Bildergalerien oder Wissenstest 

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Liczba stron: 190




Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwortTeil 1: Praxiswissen KörperspracheWas ist Körpersprache?Die unverfälschte SpracheDer Einfluss der KörperspracheDie Macht des ersten EindrucksWas heißt, Körpersprache verstehen?Den ganzen Menschen sehenDie individuelle Situation einbeziehenDie Perspektive ändernDer Kreislauf der KörperspracheDie häufigsten Fragen zur KörperspracheKörpersprachliche Signale verstehenKörperhaltung und GangartenDie KörperhaltungGangartenMimikDer Mund und die LippenDie AugenGestikWie wir Gesten wahrnehmenBegrüßung – die Dominanz der HandDie Bedeutung der GestenStimme und TonfallStimme und StimmungStatusHoher Status und tiefer StatusDen richtigen Status einnehmenDen Status erkennenDer angemessene StatusWarum Kundenorientierung so schwierig istFrauen und MännerTerritorienDistanz und NäheKörpertypenDer DominanteDer GenaueDer MacherDer ZwischenmenschlicheDer SchüchterneIhr authentischer Auftritt – von erfolgreichen ­Schauspielern lernenRaum einnehmen und präsent seinSo machen es die SchauspielerSo gewinnen Sie PräsenzDie Rollen wechselnMotiv und innere Haltung klärenDas Spiel zwischen innen und außenKeine Angst vor EmotionenWie Sie Körpersprache ­gezielt einsetzenIm VorstellungsgesprächWas Sie als Bewerber tun könnenAus der Sicht der FührungskraftZwischen Vorgesetzten und MitarbeiternWas können Sie als Vorgesetzter tun?Als Mitarbeiter einen guten Stand habenUnter KollegenKörpersprache als OrientierungGruppenKonflikte im Team wahrnehmenWie Sie sich Kollegen vom Leib haltenBei BesprechungenDie Wahrnehmung unsichtbarer NetzeWährend der BesprechungWenn Sie präsentierenWas tun gegen Lampenfieber?Auf der BühneAm Ende des VortragsBeim Verkaufen und VerhandelnAuf den Gesprächspartner eingehenDie Kunst, zu verkaufen ohne zu verkaufenBerücksichtigen Sie die unterschiedlichen KörpertypenTeil 2: Training KörperspracheDas ist Ihr NutzenTest: Schätzen Sie sich selbst einAuswertungPraxistippsWie Sie Ihre Wahr­nehmung entwickelnDarum geht es in der PraxisDie Sinne aktivierenLösungPraxistippsLösungPraxistippLösungstippLösungPraxistipps: Der eigene RhythmusLösungPraxistippsLösungstippsPraxistippsMit Vorstellungskraft überzeugenLösungPraxistippsPraxistippsWie Ihre innere Haltung Ihre Körpersprache beeinflusstLösungPraxistippsLösungLösungEmotionen bewusst ausdrückenLösungPraxistippsKörpersprache verstehen und einsetzenDarum geht es in der PraxisEine aufrechte und offene Körperhaltung einnehmenLösungLösungPraxistippsLösungPraxistippsStehen und gehenPraxistippLösungMimik und GestikLösungPraxistippsLösungPraxistippsStimme und TonfallLösungPraxistippsLösungPraxistippDen Status kennen und wechselnLösungPraxistippWie Sie Territorien beachtenLösungPraxistippsMit den verschiedenen Körpertypen umgehenLösungstippLösungDie wichtigsten SituationenDarum geht es in der PraxisSo gestalten Sie ein VorstellungsgesprächLösungPraxistippFühren und motivierenLösungLösungPraxistippMit Kollegen zusammenarbeitenLösungLösungPraxistippsLösungPraxistippsIm Verkaufsgespräch überzeugenLösungPraxistippsLösungErfolgreich präsentierenLösungLösungPraxistippLösungPraxistippsLösungstippLösungPraxistippsLösungPraxistippGroßer WissenstestLösungenDie AutorenTiziana BrunoGregor AdamczykStichwortverzeichnisArbeitshilfen Online
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Hinweis zum Urheberrecht

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:ISBN: 978-3-648-12130-6Bestell-Nr.: 01305-0004ePUB:ISBN: 978-3-648-12132-0Bestell-Nr.: 01305-0101ePDF:ISBN: 978-3-648-12131-3Bestell-Nr.: 01305-0153

Tiziana Bruno, Gregor AdamczykKörpersprache4. Auflage 2018

© 2018, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Munzinger Straße 9, 79111 FreiburgRedaktionsanschrift: Fraunhoferstraße 5, 82152 Planegg/MünchenInternet: www.haufe.deE-Mail: [email protected]: Jürgen Fischer

Umschlagentwurf: RED GmbH, KraillingUmschlaggestaltung: Kienle gestaltet, StuttgartSatz: Reemers Publishing Services GmbH, KrefeldSatzvorstufe: Agentur: Satz & Zeichen, Karin Lochmann, BuckenhofFotos: Manuel Ringlstetter, München

Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe (einschließlich Mikrokopie) sowie der Auswertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen, vorbehalten.

Vorwort

Körpersprache, ach ja, lächeln und darauf achten, wie man dasteht und solche Dinge – das ist ein gängiges Vorurteil. Doch dann kriegt man den Job nicht, obwohl man die besten Qualifikationen hat, der neue Chef ist einem einfach unsympathisch und man weiß nicht, wieso, und beim Mitarbeitergespräch hat man das Gefühl, gegen eine Wand zu reden ...[2]

Körpersprache ist eines der letzten Geheimnisse unserer sachorientierten Berufswelt. Denn kein Mensch kann losgelöst von seinem Körper agieren. Der Körper drückt aus, was wir sind und bildet unser Verhältnis zur Welt ab. Deshalb benutzen wir Körpersprache Tag für Tag ganz selbstverständlich und unterschätzen oft ihre Wirkung. Die Körpersprache eines Menschen verrät uns mehr über seine innere Haltung als die gesprochene Sprache. Wenn Sie die Körpersignale des Gegenübers wahrnehmen und deuten, können Sie sich selbst und die anderen besser verstehen, entsprechend reagieren und Begegnungen positiv gestalten.

In diesem TaschenGuide lernen Sie die körpersprachlichen Signale wahrzunehmen, zu deuten und sie gezielt in beruflichen Situationen einzusetzen. Im ersten Teil erfahren Sie, was Körpersprache ausmacht und was Sie für Ihren Auftritt im Berufsleben wissen sollten, damit Sie authentisch und überzeugend wirken. Im zweiten Teil haben wir Übungen für Sie zusammengestellt, mit denen Sie Ihre Körpersprache trainieren können.

Tiziana Bruno und Gregor Adamczyk

Teil 1: Praxiswissen Körpersprache

Was ist Körpersprache?

Körpersprache hat mehr Macht über uns als wir glauben, meistens unterschätzen wir ihre Wirkung. Warum? Weil wir sie unbewusst wahrnehmen und einsetzen. Ähnlich wie unsere gesprochene Sprache kann man Körpersprache aber lernen, sie bewusst wahrnehmen und verstehen.

In diesem Kapitel lesen Sie,

warum Körpersprache so stark auf uns alle wirkt,[3]

was Sie beachten sollten, wenn Sie Körpersprache deuten wollen, und

was Körpersprache mit Manipulation zu tun hat.

Die unverfälschte Sprache

Beispiel: Wenn die Botschaft nicht ankommt

Herr Kern, seit vielen Jahren Führungskraft auf der obersten Ebene, hält eine Rede vor seinen Mitarbeitern. Es geht um ein äußerst wichtiges Projekt: neue Organisationsstrukturen sollen eingeführt und Hierarchieebenen zusammengelegt werden. Der Inhalt seiner Rede klingt logisch und seine Folienpräsentation ist nach allen Regeln der Kunst aufgebaut.

Während der Rede verschränkt er die Arme, zieht immer wieder seine Schultern hoch und rührt sich nicht vom Fleck. Seine Stimme klingt monoton und sein Blick ist starr. Die Mitarbeiter folgen seinen Ausführungen, doch sie fühlen sich nicht angesprochen. Sie lehnen sich mit verschränkten Armen zurück, senken kritisch den Kopf und runzeln die Stirn.

Während der Präsentation und noch einige Tage später beschleicht Herrn Kern das Gefühl, dass die Botschaft seine Mitarbeiter nicht erreicht hat. Als die Implementierung der neuen Strukturen dann nur sehr schleppend vorangeht, ist Herr Kern besorgt um den Erfolg des Projekts und fragt sich: „Was habe ich falsch gemacht? Habe ich etwas übersehen?“

Der Einfluss der Körpersprache

Herr Kern hat die Macht der Körpersprache unterschätzt: Obwohl ihm der Inhalt seiner Rede sehr wichtig war und er die Rede inhaltlich gut vorbereitet hatte, sendete sein Körper völlig andere Signale. Seine Körperhaltung drückte Verschlossenheit aus, seine Gesten waren sparsam und sie stimmten nicht mit der Idee der Veränderung überein – sie strahlten weder Risikobereitschaft noch Begeisterung aus. Herr Kern wirkte steif und ohne Energie. Die Mitarbeiter begannen sich unwohl zu fühlen. Sie bekamen den Eindruck, Herr Kern würde selbst nicht hinter den Veränderungen stehen. Hätte Herr Kern die Körpersprache seiner Mitarbeiter zu deuten gewusst, hätte er darauf reagieren können.[4]

Wichtig

Körpersprache erzählt uns oft mehr über Emotionen und die innere Haltung eines Menschen als die gesprochene Sprache.

Körpersprache ist unsere erste und unverfälschte Sprache. Sobald wir gelernt haben mit Worten umzugehen, messen wir der Körpersprache bewusst keine große Bedeutung mehr bei. Doch unsere erste Sprache ist viel mächtiger als wir es annehmen. Sie lässt sich nicht verdrängen und wirkt auf den ungeübten Beobachter stärker als Worte. Dem geübten Beobachter kann sie viel über uns verraten.

Der Psychologe Albert Mehrabian fand in einer wissenschaftlichen Untersuchung heraus, von welchen Faktoren die Wirkung einer gesprochenen Botschaft abhängt. Es sind drei: der Inhalt des Gesagten mit 7 %, Körpersprache mit 55 %, Stimme und Sprechtechnik mit 38 %. Dieses erstaunliche Ergebnis zeigt, wie einflussreich körpersprachliche Äußerungen sind, wenn sich Menschen begegnen.

Die Macht des ersten Eindrucks

Körpersprachliche Signale verstehen

Jeder von uns hat seine ihm eigene Art zu stehen und zu gehen, zu blicken und zu gestikulieren. Trotzdem lassen sich Gemeinsamkeiten feststellen. Bestimmte körpersprachliche Signale lassen auf bestimmte innere Haltungen, Gedanken und Gefühle schließen. Unser Körper verrät uns!

In diesem Kapitel lesen Sie alles über

Körperhaltung und Gangarten,

Mimik und Gestik,

Stimme und Tonfall,

Status und Territorien,

die verschiedenen Körpertypen.

Körperhaltung und Gangarten

Stellen Sie sich vor, dass ein eingeschüchterter oder lustloser Mensch vor Ihnen steht. Was sehen Sie? Vermutlich einen leicht gebeugten Oberkörper, hängende Schultern, einen schleppenden Gang. Sie wissen nämlich intuitiv, wie Körperhaltung und Gangart mit unserer inneren Verfassung zusammenhängen.[13]

Die Körperhaltung

Die Körperhaltung eines Menschen drückt seine innere Haltung aus. Aus der Körperhaltung kann man erkennen, in welcher emotionalen Verfassung sich das Gegenüber befindet. Natürlich nehmen wir nicht nur die Körperhaltung wahr, sondern auch das Zusammenspiel von Mimik, Gestik und Stimme.

In der Körpersprache sprechen wir statt von „richtig“ oder „falsch“ lieber von einer überspannten oder einer unterspannten Körperhaltung und von einer offenen oder geschlossenen Körperhaltung. Sehen Sie sich dazu auch die Bildergalerie "Körperhaltung 1" bei den Arbeitshilfen online an.

Überspannte Haltung

Wer einmal die angespannte Haltung eines Bogenschützen beobachtet hat, weiß, dass sein ganzer Körper sich auf eine einzige Aufgabe konzentrieren muss: Alle Muskeln des Sportlers sind bis zum Äußersten angespannt und sollte er den Pfeil nicht im richtigen Moment loslassen, würden seine Muskeln anfangen, sich zu verkrampfen. Er würde den richtigen Augenblick verpassen und von neuem anfangen müssen, den Bogen zu spannen.

Oft, wenn wir unter starkem Druck stehen, und vielleicht noch nach außen signalisieren wollen, dass wir jede von uns erwartete Leistung erbringen können, spannt sich unser Körper wie der eines Bogenschützen an. Was für den Augenblick einer Anstrengung gut ist, wird auf die Dauer ein Krampf:

Die Muskeln sind immer angespannt, die Mimik unbeweglich und der Blick starr.[14]

Kopf und Oberkörper sind nach hinten gedrückt, dadurch werden die Halsmuskeln angespannt.

Das Becken wird nach vorne geschoben. Die Knie sind durchgestreckt und die Füße fest verschlossen.

Unsere Wahrnehmungsfähigkeit verringert sich. Unsere Sinne können auf die Außenwelt kaum reagieren.

Wir wirken angespannt und angestrengt. Wir erzeugen oft den Eindruck, als hätten wir Angst vor Kontakt oder vor dem Verlust der Kontrolle.

Wir wollen alles richtig machen, aber schon ein kleiner Windstoß kann uns zu Fall bringen.

In einem Kundengespräch sendet eine überspannte Körperhaltung negative Signale, der Kunde könnte sich zurückziehen. Ein Vorgesetzter, der angespannt wirkt, vermittelt seinen Mitarbeitern den Eindruck, er wäre überfordert.

Unterspannte Haltung

Unterspannte Körperhaltung äußert sich durch eine in sich ruhende Bequemlichkeit, die Gleichgültigkeit oder Antriebslosigkeit signalisiert:

Unsere Muskeln sind schlaff.

Die Schultern hängen, der Blick schweift durch die Gegend oder flüchtet nach innen.

Unsere Bewegungsabläufe und Reaktionen scheinen ohne Initiative zu sein.

Wir wirken müde und antriebslos.

Die unterspannte Haltung signalisiert oft, dass wir entweder kein Interesse an unserer Umwelt haben oder dass wir uns einer Auseinandersetzung verweigern – wir besitzen eigentlich keine eigene Meinung und versuchen, dies mit Gleichgültigkeit zu kaschieren.

Je nach Situation kann die Haltung aber auch Gelassenheit oder sogar Souveränität vermitteln. Doch damit ist die Gefahr verbunden, dass man zu locker oder überheblich wirkt. Den Arbeitskollegen, die sich nach einem anstrengenden Meeting in ihre Stühle fläzen, die Hände hinter dem Kopf verschränken und ein paar Witze austauschen, wird niemand diese Haltung übel nehmen. Doch wenn Sie sich zu gelassen gegenüber Ihren Kunden geben oder als Vorgesetzter etwa in einem Mitarbeitergespräch zu locker auftreten, kann es passieren, dass Ihr Verhalten missverstanden wird und Sie Ihr Gegenüber verstimmen oder verunsichern.[15]

Entspannte und aufmerksame Haltung

Wenn Sie in einer entspannten, aber aufmerksamen Körperhaltung agieren, können Sie Informationen gut aufnehmen; z. B. während eines Gespräches oder eines Vortrages. In dieser Körperhaltung hat der Körper viel mehr Ausdauer und ist leistungsfähiger. Sie behalten den Gesamtüberblick und können in jeder Situation überlegen, was im Moment das Richtige für Sie ist.

Wichtig

Flexibel reagieren: Die eigentliche Kunst den richtigen Körperausdruck zu finden, besteht nicht nur darin, ein Gleichgewicht zwischen Überspannung und Unterspannung herzustellen, sondern auch darin, den Körperausdruck der Situation anzupassen. Entscheiden Sie, welche Körperspannung im Moment gut ist und lassen Sie sich nicht von Ihren Körperhaltungen bestimmen!

Geschlossene Haltung

Geschlossene Körperhaltungen oder Gesten nennen wir alle Haltungen, die den Körper schützen. Ein gesenkter Kopf, ein gebeugter Oberkörper, ein von unten nach oben gerichteter, prüfender Blick signalisieren der Außenwelt, dass man den anderen entweder kritisch und misstrauisch begegnet oder erst gar nicht an der Begegnung interessiert ist.[16]

Zu diesem körperlichen Ausdruck gesellen sich oft Gegenstände, die als Rettungsanker oder Schutzmauer fungieren: eine Akte oder Handtasche, die man an sich drückt oder ein Manuskript, an dem sich der Redner festkrallt.

Offene Haltung

Die offene Körperhaltung ist eine aufrechte und entspannte Haltung, die mit einem direkten und aufmerksamen Blick einhergeht. Die Gesten stimmen mit der gesprochenen Sprache überein, wirken lebhaft und einladend.

Wir sehen jemandem, der eine solche Haltung einnimmt, sofort an, dass er sich wohl in seinem Körper fühlt, ohne dass er auf uns überheblich oder selbstverliebt wirkt. Die offene Haltung vermittelt Aufgeschlossenheit und Souveränität und schnell stellt sich der Eindruck ein, die Person vertritt eine eigene Meinung, ist aber gleichzeitig genug neugierig und offen, um sich die Meinung der anderen anzuhören.

Wenn Sie sich gut und stark fühlen, stehen Sie klar, aufrecht und offen da. Mit diesem guten Stand könnten Sie Bäume ausreißen.

Standbein und Spielbein

Ihr Körper wandert hin und her. Sie wirken gelangweilt oder unruhig, wenn Sie das Standbein schnell wechseln. Sie haben keinen richtigen Standpunkt. Körperhaltungen, die den Schwerpunkt nach vorne, hinten oder zur Seite verlagern, werden leicht als Unsicherheit wahrgenommen. Wenn sich der Körper stark zur Seite neigt, können Sie anlehnungsbedürftig oder lustlos wirken. Wandert der Körper in dieser Position nach hinten, kann die Haltung von kritischen Gedanken zeugen. Lehnt sich Ihr Körper leicht zurück, wirkt es abwartend und misstrauisch. Wenn Sie dazu Ihren Kopf in den Nacken legen und schräg von der Seite schauen, ist der Ausdruck eindeutig: Sie wollen sich Überblick verschaffen und wissen noch nicht, ob Sie der Sache trauen können.[17]

Wenn Sie den Oberkörper nach vorne frontal zu Ihrem Gesprächspartner hin richten, das Becken und die Beine aber wie zum Gehen weggedreht sind, signalisiert dies, dass Sie mit Ihren Gedanken schon woanders sind. Sie können in der verdrehten Haltung unkoordiniert wirken. Nimmt z. B. ein Kunde, Ihr Vorgesetzter oder ein Mitarbeiter diese Haltung ein, stellen Sie sich ihm „in den Weg“, um ihm von vorne zu begegnen, oder lassen Sie ihn einfach gehen, denn seine Körperhaltung deutet an: Eigentlich ist er nicht mehr da.

Unterwürfige Haltung

Der Körper ist gebeugt, die Schultern sind hochgedrückt, der Kopf ist eingezogen. Die Füße sind leicht nach innen gedreht, dadurch haben Sie keinen guten Stand. Sie wirken demütig und schutzbedürftig.

Überhebliche Haltung

Der Körper ist ausgestreckt und zurückgelehnt. Sie blicken von oben herab und die Arme sind verschränkt. Die Beine haben einen breiten Stand, sie lassen sich nicht bewegen. Sie fühlen sich überlegen und wirken arrogant.

Haltungen beim Sitzen

Übereinandergeschlagene Beine mit gekreuzten Armen und ein zur Seite geneigter Kopf weisen darauf hin, dass Sie sich die Sache kritisch anhören oder sich schon aus dem Gespräch zurückgezogen haben. Sie wirken versperrt und abwartend.[18]

Den Körper ausgestreckt, die Arme genüsslich hinter dem Kopf verschränkt: das kann von einer entspannten Haltung zeugen. Da Sie mit dieser Haltung viel Raum einnehmen und sehr dominant wirken, wäre sie z. B. in einem Mitarbeitergespräch unangebracht.

Gekreuzte Knöchel deuten auf eine defensive, kritische Haltung hin. Wenn jemand sich im Oberkörperbereich locker gibt, jedoch unter dem Stuhl die Fußknöchel gekreuzt hält, kann dies unterschwelliges Misstrauen signalisieren.

Wenn Sie aufrecht und entspannt sitzen, wirken Sie offen und wach, selbst wenn Sie Ihre Beine übereinanderschlagen. Ihr Blick ist aufgeschlossen. Die Hände ruhen auf den Oberschenkeln. Sie können gut zuhören und sind jederzeit bereit, ins Gespräch einzusteigen.

Die verschiedenen Sitzpositionen finden Sie bei den Arbeitshilfen online in der Bildergalerie "Körperhaltung 2" zusammengestellt.

Wie Sie auf eine geschlossene Haltung reagieren

Wenn Ihr Gegenüber eine geschlossene Körperhaltung einnimmt, Sie aber Kontakt herstellen und Vertrauen aufbauen wollen, können Sie Folgendes tun:

Drücken Sie mit Ihrer Körperhaltung Aufgeschlossenheit und Ruhe aus und spiegeln Sie in dieser Situation auf keinen Fall die Körperhaltung Ihres Gegenübers.

Versuchen Sie Ihr Gegenüber in eine andere Position zu bringen, indem Sie den Ort wechseln oder die Sitzordnung ändern.

Animieren Sie Ihren Gesprächspartner dazu, seine Haltung aufzulösen. Reichen Sie ihm z. B. etwas zu trinken.[19]

Wichtig

Eine aufrechte und entspannte Körperhaltung strahlt Selbstbewusstsein und Kompetenz aus.

Gangarten

Wie die Körperhaltung deuten auch die Länge und die Dynamik der Schritte auf die innere Verfassung eines Menschen hin. Mit großen Schritten und energischem Schritttempo nimmt man den Raum ein, dieser Gang zeugt von Entschlossenheit und Vitalität: Die Person auf dem folgenden Bild weiß genau, wohin sie gehen will. Ein Macher und Visionär macht eher große Schritte und betritt den Raum mit viel Elan. Langsame und kleinere Schritte wirken dagegen zögerlich und unsicher. Ein introvertierter Mensch macht kleinere Schritte; er mag sich auf Details konzentrieren und genau dies spiegelt sich in den Schritten wider: „Eins nach dem anderen und nicht zu schnell.“

Sehen Sie sich die Gangarten und ihre Wirkung auf unserem Video bei den Arbeitshilfen online an.

Aus Tempo und Länge der Schritte lässt sich noch viel mehr herauslesen:

Ein wippender Gang wirkt leicht und energisch, kann aber genauso gut auf wenig „Bodenhaftung“ hinweisen.

Kurze und schnelle Schritte wirken hektisch.

Ein trippelnder, schneller Gang kann anbiedernd und übereifrig wirken.

Ein schleppender, leicht zur Seite geneigter Gang zeugt oft von Bedenken und wenig Kraft.

Mimik

Bei jeder Begegnung nehmen wir mehr oder weniger bewusst wahr, was sich im Gesicht des Gegenübers abspielt. Die Durchlässigkeit unseres Mienenspiels sollte uns deshalb immer bewusst sein. Es ist nämlich schwierig, etwas zu behaupten, wenn unser Gesicht das Gegenteil ausdrückt.[20]

Folgendes nehmen wir an unserem Gesprächspartner wahr: Den Ausdruck der Augen – leuchten sie oder sind sie matt? Wohin geht sein Blick? Runzelt er die Stirn? Lächelt er oder versucht er zu lächeln? Sind die Lippen zusammengekniffen oder entspannt? Ist die Gesichtsfarbe gerötet oder blass? Es gibt eine ausdrucksvolle und eine sparsame Mimik. Im Volksmund nennen wir Letztere „Pokerface“, d. h., wir können keine Informationen daran ablesen und uns nicht daran orientieren. Wenn Sie Vertrauen schaffen wollen, würden Sie mit einem solchen „Pokerface“ das Gegenteil bewirken.

Der Mund und die Lippen

Noch bevor wir sprechen lernen, nehmen wir Nahrung auf und schmecken mit dem Mund. In unserer Kindheit gehören Mund und Lippen zu den wichtigsten Organen, mit denen wir die Welt erkunden. Mit Küssen drücken wir unsere Zuneigung aus, mit Bissen unsere Abneigung. Diese Bedeutung für unsere Entwicklung und der enge Zusammenhang mit unseren Emotionen spiegelt sich in unserer Körpersprache wider. Die innere Anspannung oder Entspannung eines Menschen zeigt sich direkt in Mund und Lippen. Sind die Lippen zusammengekniffen oder ein wenig geöffnet? Wird das Gesagte von einem aufrichtigen Lächeln begleitet oder mit heruntergezogenen Mundwinkeln? Gerade das Lächeln ist ein wichtiges Zeichen dafür, wie wir in Beziehung zu unseren Gesprächspartnern und zu unserer Umwelt treten. Sehen Sie sich dazu die Bildergalerie "Mimik 1" bei den Arbeitshilfen online[21] an.

Ein staunender Blick mit hochgezogenen Augenbrauen signalisiert Interesse

Das echte Lächeln ist herzlich und warm, die Augen lachen mit. Dagegen erkennen Sie das künstliche Lächeln daran, dass die Augen nicht mitlachen. Meistens bleibt auch der gesamte Körper unbeweglich.

Ein offener Mund drückt Staunen aus, er kann natürlich auch Sprachlosigkeit bedeuten. Beim staunenden Gesichtsausdruck sind die Augenbrauen hochgezogen und signalisieren Interesse (siehe Bild). Zusammengekniffene Lippen wirken skeptisch oder kritisch: „Ich traue der Sache nicht ganz“. Zusammengepresste Lippen weisen auf innere Angespanntheit hin. Wer sich auf die Unterlippe beißt, verkneift sich vielleicht etwas, möchte etwas nicht sagen. Beim Gesprächspartner kann das als nervöse Geste ankommen.

Die Augen

Wir glauben, dass die Augen der Spiegel der Seele sind, und versuchen, jemandem in die Augen zu schauen, wenn wir eine Lüge befürchten. Große Augen hatten schon immer eine klare Anziehungskraft. Daher schminken sich die Frauen ihre Augen und lassen sich die Augenbrauen zupfen, um sie größer erscheinen zu lassen. Die Bösewichte im Film tragen Sonnenbrillen, auch deshalb, weil sie befürchten, dass man ihre Absichten errät, wenn man ihre Augen sieht.

Der Blick von unten wirkt unsicher

Der Blick ist wie andere Signale der Körpersprache kulturell bedingt. In westlichen Kulturen ist direkter und häufiger Blickkontakt üblich, in asiatischen Ländern zeugt er von mangelndem Respekt und kann Aggressionen auslösen. Bei uns bedeutet guter Augenkontakt, dass wir den Gesprächspartner, ohne ihn anzustarren, immer wieder mit dem Blick unser Interesse signalisieren. Personen mit einem fliehenden oder nach innen gerichteten Blick, der auf Zurückhaltung, Angst oder Desinteresse schließen lässt, wirken irritierend auf uns. Sie möchten nicht angesehen werden, sich „unsichtbar“ machen. Sehen Sie sich die verschiedenen Blickarten in der Bildergalerie "Mimik 2" bei den Arbeitshilfen online[22] an.

Der Blick von unten wirkt ängstlich und verunsichert. Der Kopf ist leicht nach vorne gebeugt, die Schultern sind schützend hochgezogen (siehe Bild).

Dagegen strahlt ein Blick von oben Arroganz und Dominanz aus: Sie schauen auf Ihr Gegenüber herunter.

Der Blick von der Seite wirkt kritisch und prüfend. Vertikale Stirnrunzeln deuten auf eine kritische Haltung hin, während horizontale Stirnrunzeln, die bei hochgezogenen Augenbrauen entstehen, eher Interesse signalisieren.