Das Autoimmun-Kochbuch - Angie Alt - ebook

Das Autoimmun-Kochbuch ebook

Angie Alt

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Opis

Für viele Menschen mit Autoimmun-Erkrankungen ist "Paleo" nicht ausreichend, um ihre Beschwerden zu lindern. Hier kommt das Autoimmun-Protokoll (AIP) ins Spiel – eine Variante von Paleo, bei der zusätzlich für einige Zeit zum Beispiel auf Eier, Nüsse und Samen sowie Nachtschatten­gewächse verzichtet wird. Darauf folgt eine individuell anpassbare Wiedereinführung verschiedenster Lebensmittel, an deren Ende ein Ernährungsplan ganz nach den eigenen Bedürfnissen steht. Für alle Betroffenen, die auf der Suche nach AIP-Rezeptideen sind, präsentiert Angie Alt über 50 leckere Rezepte, die den Speiseplan bereichern und zu mehr Wohlbefinden führen.

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WIDMUNG

Ich möchte dieses Buch meinen beiden GroßmütternMarcella Clark und Katie Alt widmen.Eure Intelligenz, euer Scharfsinn und euer Anmut sind mir ein Vorbild,aber am erstrebenswertesten ist für mich eure persönliche Stärke.Die Anwesenheit meiner starken Großmütter aus Montana hat mir geholfen,die Zähne zusammenzubeißen und angesichts immer neuer,kaum vorstellbarer Herausforderungen stark zu bleiben.

Oma Katie

Oma Marcella

Die Originalausgabe erschien unter dem TitelThe Alternative Autoimmune Cookbook:Eating for All Phases of the Paleo Autoimmune ProtocolISBN 978-0692342909

Copyright der Originalausgabe 2014:Copyright 2014, Angie Alt,http://www.alt-ternativeautoimmune.com

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Buches soll ausschließlich der Inspiration und Information dienen. Ich bin keine Ärztin und die in diesem Buch enthaltenen Informationen sind nicht dafür gedacht, Krankheiten oder Leiden zu behandeln, zu kurieren oder zu verhindern. Bitte holen Sie den Rat eines qualifizierten Arztes ein, bevor Sie Änderungen an Ihrer Ernährungsweise vornehmen.

Copyright der deutschen Ausgabe 2017:© Börsenmedien AG, Kulmbach

Übersetzung: Birgit IrgangGestaltung, Satz und Herstellung: Martina KöhlerLektorat: Elke SabatDruck: Firmengruppe Appl – Aprinta Druck GmbH, WemdingISBN 978-3-86470-428-4

Alle Rechte der Verbreitung, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe und der Verwertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen vorbehalten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.

Postfach 1449 • 95305 KulmbachTel: +49 9221 9051-0 • Fax: +49 9221 9051-4444E-Mail: [email protected]/books4success

INHALT

Vorwort

Einleitung

Was ist eine Autoimmunkrankheit?

Was ist das AIP eigentlich?

Übersicht: Ausschlussphase

Wiedereinführungen

Übersicht: Wiedereinführungsphase

Prüfliste der Reaktionen auf Nahrung und Ernährungstagebuch

MEINE GESCHICHTE

Verweigerung

Wut

Angst

Leid

Akzeptanz

REZEPTE

Gerichte mit Fleisch

Suppen und Beilagen

Getränke und Desserts

Ein paar Worte über die Ausgewogenheit

Mein Po-Manifest

Mogeln

Was ich nicht wusste

Bei welchem Bauern kaufen Sie?

Quellennachweis

Danksagung

Kurz vorgestellt: die Autorinnen und die Fotografin

Index

VORWORT

VON MICKEY TRESCOTT

Da Sie dieses Buch lesen, könnten Sie einer von 55 Millionen Amerikanern sein, die eine Autoimmunkrankheit haben. Oder Sie leiden unter unerklärlichen Symptomen und einer sich verschlechternden Gesundheit, die von der Schulmedizin nicht behandelt werden konnten. Möglicherweise haben Sie schon vom Autoimmunprotokoll gehört, einer Ausschlussdiät, mit deren Hilfe bei chronischen Krankheiten Nahrungsunverträglichkeiten und Allergien genau ermittelt werden können. Doch wenn man sich damit eingehender beschäftigt, kann man sich eingeschüchtert fühlen oder Angst bekommen. Wie kann ich diese Veränderungen in meinem Leben umsetzen? Wird es wirklich funktionieren?

Als ich Mitte zwanzig war, erhielt ich die Diagnose zweier Autoimmunkrankheiten – da brach die Welt, wie ich sie kannte, für mich zusammen. Es dauerte nicht lange, bis ich herausfand, wie ich mit diesem Chaos umgehen und meinen Körper durch die Nahrung und Umstellungen des Lebensstils heilen konnte. Ich lernte Angie Alt in der Blogger-gemeinde kennen, als das Autoimmunprotokoll noch eine recht unbedeutende Initiative war. Wir stürzten uns Hals über Kopf hinein, bevor es Berichte von Personen gab, die es geschafft hatten. Angie bezeichnet sich gern als Autoimmun-Kriegerin, doch ich halte uns eher für Autoimmun-Pioniere.

Damals gab es für diesen Lebensstil noch keine Unterstützung. Man konnte keine Freunde anrufen, bei denen ich mich darüber hätte beklagen können, dass eine Cousine, die zu Besuch kam und in meiner Küche Brot backte, meine Heilungsfortschritte um einen Monat zurückwarf. Niemand war in der Lage, zu verstehen, wie es sich anfühlte, wenn man sich mit seinem Mann stritt und nach drei Wochen Ausschlussdiät über eine Tafel Schokolade herfiel. Nein, ich musste da allein durch, während fast jeder in meinem Umfeld mich für vollkommen verrückt hielt.

Als ich zum ersten Mal etwas las, das Angie geschrieben hatte, war ich von ihrer Fähigkeit überrascht, ehrlich und persönlich über schwierige Themen zu sprechen. Aufgrund meiner Vergangenheit als Köchin hatte ich nie Probleme damit gehabt, Essen auf den Tisch zu bringen. Um ehrlich zu sein: Nahrung ist das kleinste Problem – wie wir über Nahrung, unseren Körper und unsere Beziehungen zu anderen denken, ist deutlich komplexer und schwieriger zu lösen. Durch das, was Angie schrieb, und durch unsere Freundschaft lernte ich, wie man solche Situationen mit großer Leichtigkeit bewältigt.

In diesem Buch geht es nicht lediglich darum, wie man allergenfreie Mahlzeiten zubereitet. Neben einer Sammlung von Rezepten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, finden Sie hier Themen, die nur in wenigen Kochbüchern angesprochen werden, wie zum Beispiel Angies aufrichtige Erzählung über ihre Autoimmunreise. Außerdem werden Sie einiges über die mentalen und emotionalen Aspekte des Heilens erfahren und darüber, wie man mit Wut, Ablehnung, Angst, Leid und Akzeptanz im Laufe des Heilungsprozesses umgeht. Darüber hinaus liefert sie Erklärungen zu Ausgewogenheit, Schummeln und dem Umgang mit der eigenen Körperwahrnehmung.

Man könnte leicht annehmen, dass es bei einer Diät ausschließlich um Nahrung geht, doch wenn Sie sich den Einzelheiten widmen, werden Sie feststellen, dass die Lebensmittel der einfachste Aspekt sind – insbesondere wenn Ihnen ein Fundus von inspirierenden Rezepten zur Verfügung steht wie hier. Mit diesem Buch als Grundlage werden Sie nicht nur in der Lage sein, die Frage „Was soll ich kochen?“ zu beantworten, sondern sind auch auf die anschließende emotionale Reise vorbereitet, können Ihre Genesung aus allen Blickwinkeln unterstützen und bereiten sich selbst auf den Erfolg vor.

Ich wünsche Ihnen Mut und Ruhe für Ihren Start in dieses neue Abenteuer!

Mickey Trescott, Ernährungstherapeutin

Autorin von „Das Autoimmun Paleo-Kochbuch“

http://autoimmune-paleo.com

EINLEITUNG

Ein Großteil der Informationen, die ich mit Ihnen teilen möchte, basiert hauptsächlich auf der Arbeit von Dr. Sarah Ballantyne und ihrem Blog „The Paleo Mom“. Ihre ausführliche Recherche hat mein Leben bereichert, meine Heilung unterstützt und dieses Buch inspiriert. Ihr außergewöhnliches Buch „Die Paläo-Therapie: Stoppen Sie Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung und werden Sie wieder gesund“ ist im Handel erhältlich. Sie werden merken, dass die Informationen in einigen Kapiteln dieses Buches – insbesondere in „Was ist das AIP eigentlich?“ und „Wiedereinführungen“ – sowie die detaillierten Tabellen eindeutig auf Sarah Ballantynes lebensveränderndem Heilungsansatz basieren. Mehr Informationen über sie finden Sie im Internet unter ThePaleoMom.com.

Ich blogge seit 2009, bin aber keine Food-Bloggerin. Weder habe ich Jahre damit verbracht, eine erfahrene Rezeptentwicklerin zu werden, noch bin ich eine ausgebildete Köchin. Ich bin eine Geschichtenerzählerin. Ich bin eine solide, erfahrene Hobbyköchin, doch ich hätte nie gedacht, dass ich einmal ein Kochbuch schreiben würde. Ich konzentriere mich darauf, nützliche und persönliche Informationen weiterzugeben – Dinge, die andere Menschen nachempfinden können, weil echte Lebenserfahrung dahintersteckt. Brene Brown bezeichnet das einmal als „Fakten mit Seele“.

Ende 2013 stellte ich fest, dass ein großer Teil der Geschichte, die ich erzählte, bewusst oder unbewusst von Nahrung handelte. Was ich im Rahmen des Autoimmunprotokolls aß – einer Ausschluss- und Wiedereinführungsdiät zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten –, hatte mein Leben tiefgreifend verändert. Ich war zum zer-tifizierten Gesundheitscoach geworden und zeigte anderen Menschen, wie sie ihr Leben mithilfe der Nahrung ändern konnten. Ich teilte mehrmals pro Woche Fotos meiner Mahlzeiten mit einer wachsenden Leserschar und die Kommentare von nervösen, aber willigen Leuten lauteten immer wieder: „Deine Speisen sehen so echt aus, dass ich glaube, ich könnte das auch schaffen.“ Die Verletzbarkeit, die hinter solchen Aussagen steckte, inspirierte mich, die Arbeit an diesem Kochbuchprojekt in Angriff zu nehmen.

Die Leute waren bereit, ihre Gesundheit zurückzuerobern – sie wollten nur wissen, dass jemand wie sie, ein normaler Mensch mit einer normalen Küche, normale Gerichte zubereitet und es tatsächlich geschafft hatte.

Doch ich wollte mehr, als nur Rezepte zu schreiben. Für die Heilung meine Ernährungsweise umzustellen, lieferte überraschende Ergebnisse in meinem Leben, und diese Geschichte wollte ich erzählen. Als ich das Autoimmunprotokoll in Angriff nahm, erschien es mir unerträglich einschränkend, und ich zweifelte an meiner Fähigkeit, mit einer solch restriktiven Diät ein erfülltes Leben führen zu können. Doch ich erkannte bald, dass das Leben viel mehr ist als Nahrung und dass meine Heilung mir tatsächlich keine Türen verschloss, sondern Hunderte von Möglichkeiten für Kreativität, Erfüllung und Glück eröffnete. Ich wollte über all die anderen Dinge schreiben, die geschehen können, wenn man seine Ernährungsweise ändert. Und ich wollte all meine „Fakten mit Seele“ mit anderen teilen.

Ich begann, einen Plan zu machen und mich mit meiner Freundin Mickey Trescott, Autorin von „Das Autoimmun Paleo-Koch-buch“, auszutauschen. Sie gehört zu den Menschen, die einen immer wieder auffordern, seine Komfortzone zu verlassen. Uns beiden geht es um die Heilung durch Nahrung, doch wir haben jeweils ganz eigene Ansätze, sodass ich wusste, dass ihre Gedanken wertvoll wären. Sie drängte mich, meine Ideen weiterzuführen. Der Funken war durch die Verletzbarkeit meiner Leser entfacht worden, entwickelte sich dank der Unterstützung durch eine Freundin zur Flamme und wurde innerhalb weniger Monate zu einem Feuer, das meine Komfortzone in Brand steckte.

Ich wandte mich an meine jüngere Schwester, Jenifer Beehler, und fragte sie, ob sie Lust hätte, bei diesem Projekt mit mir zusammenzuarbeiten. Ich wollte sehen, ob wir ein Kochbuch für Menschen mit Autoimmunerkrankungen entwickeln könnten, das trotzdem auch Menschen ansprach, die ihre Ernährung nicht umstellen mussten. Meine Schwester folgt keiner besonderen Diät und ihr Beitrag verhinderte bei diesem Projekt den „Tunnelblick“. Eine Verbindung zu meinen Lesern stellten auch die Speisen dar, die „so aussahen, als könnten sie diese auch selbst herstellen“. Ich koche in einer kleinen Küche in einem durchschnittlichen Vorstadt-Zuhause. Meine Küchengeräte sind nicht ausgefallen, sondern altmodisch. Und obwohl ich so oft wie möglich versuche, Lebensmittel der bestmöglichen Qualität zu finden, muss ich aufs Geld achten wie jeder andere auch.

Die Endfassung dieses Buches enthält 58 köstliche, einfallsreiche Rezepte für alle Phasen des Autoimmunprotokolls – von Gerichten für die strenge Ausschlussphase bis hin zu Rezepten mit Zutaten aus jeder der vier Wiedereinführungsphasen (gemäß Sarah Ballantynes „Die Paläo-Therapie“). Sie finden hier Speisen, die Ihnen (und Ihren zweifelnden Schwiegereltern) bei der nächsten Familienmahlzeit schmecken werden. Während Ihrer Heilung gibt es Spielraum für Entwicklungen und die Erweiterung Ihrer Lebensmittelauswahl. Außerdem enthält das Buch die Grundlagen des Protokolls einschließlich hilfreicher Übersichten und Checklisten, Gedanken über viele der unterschiedlichen Facetten dieser Reise und einige sehr offene Berichte über meine eigene Geschichte.

Ich hoffe, dieses Kochbuch kann für Sie ein wertvolles Hilfsmittel in der Küche und für Ihr Herz werden. Ich wünsche mir, dass es nützlich und inspirierend ist und hoffentlich auch Ihre Einstellung im Hinblick auf die Frage, ob das Leben mit einer heilsamen Diät noch etwas Leckeres bereithalten kann, zum Positiven verändert. Danke, dass Sie mich diese Geschichten erzählen lassen. Ich habe eine Menge Herzblut investiert, damit dies die köstlichste Geschichte wird, die ich jemals erzählt habe.

WAS IST EINE AUTOIMMUNKRANKHEIT?

Unser Immunsystem ist ein Wunder der Natur. Es ist wie ein Superheld zur Stelle und vollbringt wahre Meisterleistungen, um hilflose Zaungäste zu retten (wie zum Beispiel verschiedene Zellen). Manchmal – und in der Regel aus unbekannten Gründen – führt das Immunsystem einen solch erbitterten Kampf, dass Kollateralschäden auftreten, und dann geht alles drunter und drüber. Das Gewebe und die Zellen, die es zuvor verteidigt hat, sehen nun aus wie ein Feind, sodass das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, den Unterschied zwischen Gut und Böse zu erkennen. Das heißt, eine Autoimmunkrankheit ist ein Versagen des Immunsystems, das den Körper nicht mehr erkennt und sich gegen ihn richtet. Wenn Sie eine Autoimmunkrankheit haben, ist Ihr Immunsystem ständig in höchster Alarmbereitschaft und verwechselt Sie häufig mit dem Feind.

Alle Krankheiten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: organspezifisch und nicht-organspezifisch. Der Bereich, den das Immunsystem zuvor geschützt hat und nun angreift, definiert die Autoimmunkrankheit. Falls Ihr Immunsystem beispielsweise plötzlich Ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr als zu Ihnen gehörig erkennt und beginnt, sie zu attackieren, werden Sie einen Typ-1-Diabetes entwickeln, eine organspezifische Autoimmunkrankheit. Wenn die unangemessene Immunreaktion ein größeres Ausmaß hat, entsteht möglicherweise eine nicht-organspezifische Autoimmunerkrankung wie Gelenkrheumatismus. Es gibt 80 bis 100 bekannte Autoimmunkrankheiten und bei 40 weiteren Leiden vermutet man ebenfalls das Immunsystem als Auslöser.

IHR IMMUNSYSTEM … HÄLT SIE FÜR DEN FEIND!

Die Vorstellung, dass der Angriff aus einem „unbekannten Grund“ stattfindet, sollte ersetzt werden durch die Vorstellung, dass es eine „Art bekannter Grund“ ist. In der Regel gibt es eine genetisch bedingte Empfindlichkeit und dann einen Auslöser. (Es ist auch entscheidend, ob Sie männlich oder weiblich sind. 75 Prozent aller Menschen, die unter einer Autoimmunstörung leiden, sind Frauen.) Die Auslöser sind nicht immer leicht zu verstehen oder zu ergründen. Der „American Autoimmune Related Diseases Association“ (US-amerikanischer Verband für Autoimmunerkrankungen) zufolge können ein chronisch hohes Stressniveau, akute Stressereignisse, Hormone, bestimmte Medikamente, Viren, Bakterien und sogar Schwangerschaften zum Auslöser werden. In anderen Fällen ist der Auslöser bekannt – bei Zöliakie ist es zum Beispiel das Gluten, ein Eiweiß, das in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt.

Autoimmunerkrankungen nehmen zu, so-dass das Bewusstsein dafür wichtiger ist denn je. Sobald sich eine Autoimmunkrankheit entwickelt hat, können andere folgen. Bei fast 25 Prozent aller Menschen mit einer Autoimmunerkrankung kommt es zum multiplen Autoimmunsyndrom: Es liegen drei oder mehr Autoimmunerkrankungen vor, zu denen normalerweise eine Hautkrankheit zählt. Bestimmte Autoimmunkrankheiten treten häufig gemeinsam auf – beispielsweise Hashimoto und Zöliakie. Die Symptome einer Autoimmunerkrankung können unklar sein und werden oft jahrelang übersehen, so-dass die Krankheit sich etablieren kann. Aus diesem Grund ist Wachsamkeit umso entscheidender.

Der „American Autoimmune Related Diseases Association“ zufolge haben ungefähr 55 Millionen US-Amerikaner eine Autoimmunstörung, also eine von fünf Personen. Das sind wirklich viele Menschen! Wenn Sie dazugehören, ist es für Ihre Gesundheit unglaublich wichtig, dass Sie Ihre Krankheit verstehen – dann kann Ihnen dieses Buch auch am meisten Nutzen bringen. Seien Sie froh, falls Sie keine Autoimmunkrankheit haben, doch bitte bilden Sie sich weiter. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass jemand, den Sie kennen und der Ihnen am Herzen liegt, an einer Autoimmunkrankheit leidet. Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis sind wichtig.

WAS IST DAS AIP EIGENTLICH?

VERRÜCKTE PLÄNE

Akronyme sind hilfreich, haben aber den negativen Effekt, dass man sich wie ein Außenseiter fühlt, wenn außer einem selbst jeder weiß, was gemeint ist. Und was noch schlimmer ist: Im Falle von AIP, was für Autoimmunprotokoll steht, vermittelt das Akronym nicht im Entferntesten die wahre Bedeutung dieser Heilmethode. Ein besseres Akronym wäre wohl HMBTCPW – und das ist natürlich die Abkürzung für „Holy Moly, Batman, This Crazy Plan Works!“ (Heiliger Strohsack, Batman, dieser verrückte Plan funktioniert!). Lassen Sie mich das erklären …

Ich bin keine Diäthalterin. Bevor ich krank wurde, habe ich nie eine Diät gemacht. Nie. Ich habe niemals Kalorien oder Punkte gezählt oder eine 30-tägige Ernährungsumstellung irgendeiner Art vorgenommen. In den letzten paar Monaten vor der Diagnose Zöliakie hatte ich versucht, pro Tag 3000 Kalorien zu mir zu nehmen, um dem raschen Gewichtsverlust entgegenzuwirken – doch das war bis zu diesem Zeitpunkt das Einzige, was ich jemals getan hatte, um meine Nahrungsaufnahme in irgendeiner Weise zu verändern. Die Entscheidung, etwas wie das AIP in Angriff zu nehmen, war für mich ein sehr großer Schritt. Doch was hat mich davon überzeugt, etwas aus persönlicher und gesellschaftlicher Sicht so Unkonventionelles auszuprobieren?

„HEILIGER STROHSACK, BATMAN, DIESER VERRÜCKTE PLAN FUNKTIONIERT!“

Um ehrlich zu sein … es war die Verzweiflung. Wie bei vielen von Ihnen begannen meine ersten Experimente mit der Paleo-Ernährung aus Verzweiflung. Es schien verrückt zu sein, sämtliche Getreidesorten, alle Milchprodukte und Hülsenfrüchte von meinem Speiseplan zu streichen, doch vor dem Hintergrund, dass ich dachte, ich müsse sterben, wirkte es vernünftig. Dabei dramatisiere ich nicht um der Geschichte willen. Ich war mental und emotional am Tiefpunkt meines Lebens angekommen. Körperlich war ich geschwächt und die Ansätze der Schulmedizin funktionierten nicht. Fast wöchentlich fand ich mich mit beängstigenden und unerklärlichen Symptomen in der Notaufnahme wieder – von einem Taubheitsgefühl im Gesicht bis zu einem zuschwellenden Hals und Atemnot. Von den zahlreichen Fahrten in die Notaufnahme und den ratlosen Ärzten war ich bald so verschreckt, dass ich den Alltag kaum mehr bewältigen konnte. Als ich auf die Paleo-Ernährung aufmerksam wurde, dachte ich also: „Es kann nicht schlimmer sein als jetzt.“