Westfälische Sagen und Märchen - Adalbert Kuhn - ebook

Westfälische Sagen und Märchen ebook

Adalbert Kuhn

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Erleben Sie die Märchen und Sagen aus aller Welt in dieser Serie "Märchen der Welt". Von den Ländern Europas über die Kontinente bis zu vergangenen Kulturen und noch heute existierenden Völkern: "Märchen der Welt" bietet Ihnen stundenlange Abwechslung. Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis dieses Buches: Herodes jagt mit seinen Hunden. Herodîna's Tochter. Hackelberg's Hund. Alkhûs. Der Schatz auf dem Amt zu Uchte. Die Unterirdischen zu Uchte. Die weißen Frauen in Steierberg. Schiff mit einem Schatz in der Aue. Die Hofgarbe und der Hotteschimmel. Witte Juffers. Hünen. Die Glocken zu Kirchdorf. Zwerge auf der Hochzeit. Weiße Frau verschwindet beim Fluchen. Hexen fahren auf einem Sieb. Tilly geht durchs Moor. Sprengepyl in Vechta. Der Name von Diepholz. St.-Hülpe bei Diepholz. Das Mädchen in der Mordkuhle. De deipen pöhle. Das Kieltröbchen oder Kielkröbchen. Die wilden Jäger. Hünen fangen den Ball. Dat klauster to Börstel. Die erste Kirche. Untergegangenes Kloster im Heiligen Meer. Alfhausen. Der Bau der Kirche zu Neuenkirchen bei Vörden. Die Vißbecker Braut. De Alkenkraug. Heidenkirchen. Der Strêtmann. Sagen vom Darmssen. Dat märwiif to Icker. Die Herren von Sutthausen und Honeburg. De drak. De Bastor to Achelriën. De kolk to Icker. Der Eichbaum zu Strohen. Der Eichbaum bei Lienen. Sonnabends spinnen. ... und viele Hundert mehr.

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23b. Sprengepyl in Vechta.

Mittheilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück, 1853, S. 39. Vom Landesökonomierath Nieberding.

Im dreißigjährigen Kriege hauste der kaiserliche Oberst Sprengepyl in Vechta und der Umgegend mit seinen Reisigen. Mit dem Teufel im Bunde führte er manches Wagestück aus, und waren ihm die Schweden auf dem Halse, so verwandelte der Teufel ihn und seine Leute in Gebüsche, an welchen die Schweden vorüberzogen, ohne Arges zu ahnen. Einstens sogar verrichteten die Schweden ein Bedürfniß an den Büschen, und als sie sich entfernt hatten und die Metamorphose aufhörte, hatten die Sprengepyler den Urin in den Stiefeln.

Nach geschloßenem Frieden lebte Sprengepyl in Saus und Braus von den eroberten Schätzen auf seinem Gute Falkenrott bei Vechta, als der Teufel nach abgelaufener Frist seinen Lohn verlangte und ihn aus einer zahlreichen Gesellschaft entführte.

Sein Geist geht seitdem in der von den Höllengeistern geliebten Gestalt eines großen schwarzen Kettenhundes mit glühenden Augen, wie Kohlschüsseln, eine rasselnde Kette um den Hals, des Nachts in Vechta auf der Straße spuken. Als Vechta noch münsterische Besatzung hatte, machte sich der Geist, seines frühern Standes eingedenk, ein Vergnügen daraus, die in ihren Schilderhäusern eingeschlafenen Wachen zu wecken, indem er ihnen die Vorderfüße auf die Brust setzte, oder mit Möhren die offen gelaßenen Thore zu verriegeln, welche dann des Morgens nach der Geisterstunde die Schweine wieder öffneten.

24. Der Name von Diepholz.

Mündlich.

Die Grafen von Diepholz haben früher auf dem Schloße zu Cornau gewohnt, sind aber dort von den Bremern, mit denen sie stets in Streit gelegen, vielfach beunruhigt worden, deshalb hat einer derselben beschloßen, seinen Sitz zu verlegen und hat gesagt: »Wi mütten deiper int holt gån.« Hat darauf im Moor und Holz ein Schloß gebaut, welches davon den Namen Diepholz bekommen hat.

25. St.-Hülpe bei Diepholz.

Mündlich.

Ein Graf von Diepholz hat einmal eine Fehde mit den Bremern gehabt und unweit der Stadt ist es zu einer heißen und blutigen Schlacht gekommen, in der er fast unterlegen. Da hat er gelobt, eine Stiftung zu machen, wenn ihm der Himmel Hülfe sende, und kaum hat er dies Gelübde gethan, so ist der Graf von Dinklage mit seinen Reisigen erschienen und beide haben die Bremer glücklich aus dem Felde geschlagen. Darauf hat er sein Gelübde gelöst und den Ort davon Sanct-Hülfe genannt.

Vgl. die ähnliche Sage von Karl dem Großen bei Enslin, Frankfurter Sagen, S. 4. Vor mehreren Jahren theilte auch (wenn ich nicht irre) die Zeitschrift des Vereins für Geschichte des Herzogthums Nassau folgende Sage mit: In uralter Zeit hatten die Deutschen mit den Römern Krieg, die Römer standen auf dem Dünsberge, die Deutschen am Helfholze. Auf dem Todtmahl kam es zur Schlacht, die Deutschen unterlagen und wußten sich nicht zu retten. In dieser Bedrängniß warfen sie sich auf die Knie und beteten zu ihrem obersten Gott um Beistand, und alsobald kam über das Helfholz her die erflehte Hülfe; die Deutschen siegten nun und von diesem Ereigniß haben das Helfholz und das Todtmahl ihre Namen. – Gleicherweise berichtet die Sage, daß Karl der Große, als seine Schlachtordnung in der Schlacht bei Thietmelli sich neigte, auf dem Osning eine Kirche zu bauen gelobt habe. Darauf wandte sich der Sieg und Karl habe darauf eine Kirche gebaut, die nachher lange Jahre Sunte Hulpe hieß, in unserer Zeit aber schon lange zerstört ist. Klopp, Geschichten und Sagen, II, 166. – Aeltere Nachrichten beziehen den Namen des Dorfes und der Kirche ebenfalls auf Karl den Großen; man findet die Sage auch an vielen andern Orten, wie Waldmann über den thüringischen Gott Stuffo, S. 57 fg., gründlich nachgewiesen hat; der Name »St.-Hülfe« ist aus der Uebersetzung St.-Gehelfe für St.-Salvator entstanden, wie Waldmann überzeugend darthut.

26a. Das Mädchen in der Mordkuhle.

Mündlich.

Bei Damme liegt am Mordkuhlenberg die Mordkuhle, da haben einmal vor langen Jahren blutige Räuber gehaust; die hatten auch einmal ein Mädchen gefangen und hatten es mit sich in ihre Höhle geschleppt, wo es ihnen die Wirthschaft führen mußte. Lange Zeit war sie so schon darin gewesen, da hat sie die Räuber einmal gebeten, ihr doch nur ein einziges mal zu erlauben, daß sie nach Damme zur Kirche gehen könne, und da es gerade um die Ostern gewesen ist, haben sie's ihr erlaubt, haben sie jedoch vorher schwören laßen, daß sie zurückkehren und keinem Menschen verrathen wolle, wo sie sei. Als sie nun wieder aus der Kirche gekommen ist, hat sie sich Erbsen gekauft, hat sich vor den Kirchthurm hingestellt und dem ihr ganzes Leid erzählt, hat ihm auch gesagt, daß sie nun wieder zur Höhle gehen und Erbsen hinter sich streuen wolle. Das haben von ungefähr auch einige Leute gehört, die in der Nähe waren, die sind ihr gefolgt und so sind die Räuber endlich gefangen und das Mädchen befreit worden.

Vgl. Norddeutsche Sagen, Nr. 186, mit der Anm., 279 und unten Nr. 391, 417; Schambach u. Müller, Niedersächsische