John Sinclair Sonder-Edition 121 - Horror-Serie - Jason Dark - ebook

John Sinclair Sonder-Edition 121 - Horror-Serie ebook

Jason Dark

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Opis

Der Dämon Shimada hatte Yakup Yalcinkaya alles genommen, das Kloster, in dem der Ninja gelebt hatte, zerstört, alle Mönche und Yakups Freunde dort grausam umgebracht. Jetzt schlug Shimada erneut zu, gemeinsam mit seinen Verbündeten, dem "Klub der weißen Tauben" und den Tengus, japanischen Dämonen, die jede Gestalt annehmen konnten! Doch Yakup, der Ninja, war entschlossen, Shimada aufzuhalten und Rache zu üben. Darum brach er auf nach San Francisco, wo er den Dämon stellen wollte! Er ahnte nicht, dass auch Suko, Shao und ich uns dort befanden, um einen Terroranschlag des Klubs der weißen Tauben auf die USA zu verhindern ...

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EPUB
MOBI

Liczba stron: 172




Inhalt

Cover

Impressum

Ninja-Rache

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Ballestar/Norma

Datenkonvertierung eBook: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-9277-7

„Geisterjäger“, „John Sinclair“ und „Geisterjäger John Sinclair“ sind eingetragene Marken der Bastei Lübbe AG. Die dazugehörigen Logos unterliegen urheberrechtlichem Schutz. Die Figur John Sinclair ist eine Schöpfung von Jason Dark.

www.john-sinclair.de

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

John Sinclair ist der Sohn des Lichts.

Der Kampf gegen die Mächte der Finsternis ist seine Bestimmung.

Ninja-Rache

von Jason Dark

Der Dämon Shimada hatte Yakup Yalcinkaya alles genommen, das Kloster, in dem der Ninja gelebt hatte, zerstört, alle Mönche und Yakups Freunde dort grausam umgebracht. Jetzt schlug Shimada erneut zu, gemeinsam mit seinen Verbündeten, dem »Klub der weißen Tauben« und den Tengus, japanischen Dämonen, die jede Gestalt annehmen konnten!

Doch Yakup, der Ninja, war entschlossen, Shimada aufzuhalten und Rache zu üben. Darum brach er auf nach San Francisco, wo er den Dämon stellen wollte!

Er ahnte nicht, dass auch Suko, Shao und ich uns dort befanden, um einen Terroranschlag des Klubs der weißen Tauben auf die USA zu verhindern …

Er sah sich selbst, wie er die Flucht ergriffen hatte, und dieses Bild wollte einfach nicht aus seinem Kopf, denn was damals geschehen war, war bestimmend für sein weiteres Schicksal gewesen. Er hatte versucht, es zu verdrängen und sich dabei der fernöstlichen Praktiken bedient, aber das hatte nichts gebracht.

Das Bild blieb.

Immer wieder kehrte es zurück, mal schwächer, mal stärker, wie aus einer gewaltigen Nebelwelt hervorsteigend, als wollte ihn dieses Bild an die Dinge erinnern, die einmal so lebenswert für ihn gewesen waren.

Wenn es dann scharf in seiner Erinnerung stand, ließ es sich so leicht nicht mehr vertreiben, und es lief immer nach demselben Schema ab.

Zumeist drang es nachts in die Träume des Mannes. Dann riss es ihn selbst auf tiefem Schlaf, um ihn in einen Albtraum zu verwandeln.

Yakup Yalcinkaya sah stets denselben schrecklichen Ablauf, in dessen Mittelpunkt er selbst stand.

Er lief weg von dem, was ihm einmal lieb und teuer gewesen war. Aber er war nicht allein, auf seinen Armen trug er den steifen Körper eines Toten.

Ein Halbwüchsiger noch. Ali, gerade sechzehn Jahre alt. Grausam ermordet durch den Stich eines Samurai-Schwertes.

Das Blut aus Alis tiefer Brustwunde floss nicht mehr, doch darauf hatte der einsame Mann nicht geachtet. Er hatte alles zurückgelassen, das Kloster, seine Freunde und seine Zukunft.

Er hatte gehen müssen, denn in diesen furchtbaren Stunden konnte ihm niemand helfen. Da musste er mit seinem Problem allein fertig werden.

Er und Ali, das war einmal …

Der Junge war ihm zum Schutz und zur Ausbildung anvertraut worden. Er hatte im Kloster eine perfekte Erziehung genossen und die asiatischen Kampfsportarten erlernt. Yakup hatte auch versucht, ihm die entsprechende Geisteshaltung zu vermitteln. Dass man Bedürftigen helfen sollte und der Griff zur Waffe nur im äußersten Notfall gestattet war.

Ali war ein sehr gelehriger Schüler gewesen. Er hatte Yakup und seinen Freunden das volle Vertrauen geschenkt. Und er war auch bereit gewesen, sich gegen die Mächte der Finsternis zu stellen, denn er selbst hatte erleben müssen, wie damals in seiner Heimat Marokko dämonische Kräfte seine Eltern getötet hatten.

Der Kampf gegen das Böse, gegen Dämonen, Monstren und gefährliche Geschöpfe hatte Vorrang. Da ging es vor allen Dingen um einen Gegner: Shimada, einen untoten Ninja und Samurai. Eine Ausgeburt der Hölle, die in der Blauen Festung saß und nicht zu fassen war. Shimada war es, der Ali durch den Schwertstich getötet hatte, und Shimada sollte dafür büßen.

Es war Yakup nach einem harten Kampf gelungen, an das Schwert der Sonnengöttin heranzukommen. Er trug es bei sich und wollte mit dieser Klinge Shimada töten. Bisher ohne Erfolg. Der Dämon mit den grausamen Augen hielt sich zumeist zurück und schlug nur dann zu, wenn niemand damit rechnete. So hatte er das Kloster zerstört und die Getreuen, die noch geblieben waren, zu lebenden Leichen gemacht, um sie in seine Dienste zu stellen. Er herrschte jetzt dort, und Yakup befand sich auf der Flucht. Doch er war zwar geschlagen, aber nicht außer Gefecht, das sollte Shimada irgendwann zu spüren bekommen.

Yakup lag auf seiner Matte. Keine Nebelschwaden nahmen ihm mehr die Sicht, er stöhnte. Dieser Traum wühlte ihn auf. Die Hände des Mannes zuckten einige Male, bevor sie sich zu Fäusten ballten.

Der Traum ging weiter, entführte ihn in die Welt der karstigen Berge, in die einsamen Täler, manche fruchtbar, andere stauberfüllt.

Er lief wie eine Maschine, und der tote Ali lag auf seinen Armen. Yakup lief hinein in den Sonnenaufgang. Die Kühle der Nacht verschwand. Irgendwann erreichte er einen Wald und tauchte ein in den Schatten der Bäume. Er hörte das Plätschern eines Bachs und dachte daran, wie friedlich die Welt sein konnte.

Hier wollte er Ali begraben!

Er hatte kein Werkzeug und war deshalb gezwungen, seine Hände zu benutzen. So schaufelte er Ali mit bloßen Händen das Grab.

In seinem Gesicht regte sich nichts. Es war zur Maske erstarrt, doch in seinem Innern wütete eine Hölle.

Irgendwann war die Grube tief genug, um Ali hineinlegen zu können. Behutsam hob er den toten Körper des Jungen an und legte ihn in die Erde.

Die starren Augen erzählten Yakup in ihrer stummen Sprache noch immer von den unbegreiflichen Dingen, die Ali in den letzten Sekunden seines Lebens widerfahren waren. Er hatte einfach nicht glauben können, dass Shimada gekommen war, um ihn zu töten.

Doch genau das war geschehen.

Ali fand in der Grube Platz, und Yakup schaufelte das Grab wieder zu. Erst als er zum Abschluss einen schweren Stein auf die letzte Ruhestätte legte, rann eine einsame Träne aus seinem linken Auge an der Wange entlang.

Sein Abschied …

Der Traum endete hier. Yakup träumte nicht mehr von den Dingen, die anschließend passiert waren. Dass er die Strecke noch einmal zurück zu seinem Kloster gelaufen war, dass er im Keller Abschied von dem Leichenbaum genommen hatte und sich bei Nacht und Nebel so heimlich davongestohlen hatte, wie er gekommen war. Das war zwar normalerweise nicht seine Art, in diesem Fall aber blieb ihm nichts anderes übrig.

Yakup hatte nur das Nötigste aus dem Kloster geholt, wozu natürlich auch seine Waffen zählten. Der Kampf war mit Alis Tod nicht beendet, es hatte nur eine andere, noch härtere Phase begonnen.

Das lag lange zurück. Fast zwei Jahre war es her. Shimada und seine Vasallen existierten noch immer. Einmal hatte er versucht, die ehemaligen Insassen des Klosters gegen Yakups Feinde zu schicken, was ihm nicht gelungen war, denn Amaterasu/Shao – Sonnengöttin und Mensch zugleich – hatte seinen Aktivitäten einen Riegel vorgeschoben.

Yakup war nun allein. Das Kloster war nur noch eine Erinnerung. Er hatte mit dem Gedanken gespielt, nach Asien zu gehen, sich im Hochland von Tibet in einem der Klöster zu verbergen, doch die Idee wollte ihm nicht so recht gefallen. Es wäre seiner Ansicht nach eine weitere Flucht gewesen, und vor seinen Feinden wollte er nicht mehr fliehen.

So entschloss er sich zu bleiben und sich dort ein Haus zu bauen, wo auch Alis Grab lag.

Yakup lebte in der Einsamkeit des kalifornischen Hochlandes. Weitab von den Farmen, Plantagen, den Touristenrouten und den Wochenendhäusern der Städter.

Es hatte ihn keiner besucht, es war nie ein Mensch vorbeigekommen. Seine Hütte duckte sich gegen den Hang, die hohen Tannen und Fichten boten Sichtschutz, und frisches Wasser hatte er durch den nahen Bach. Yakup gehörte zu den Menschen, die sich autark ernähren konnten. Was er zum Leben benötigte, das baute er selbst an. Da er Geld besaß, konnte er sich den Rest kaufen.

Da wanderte er dann tagelang zu Fuß in den nächsten Ort, erreichte ihn in der Mittagszeit, wenn kaum jemand auf den Straßen war, kaufte das Nötigste ein und verschwand ebenso lautlos, wie er gekommen war. Man erinnerte sich kaum an ihn, obwohl er eigentlich hätte auffallen müssen. Hochgewachsen, sehr muskulös und durchtrainiert.

Yakup war kein Ostasiate, sondern Türke und einer der wenigen Menschen außerhalb des Reiches der aufgehenden Sonne, die sich hervorragend mit den Ritualen und Gebräuchen dieses Landes auskannten.

Er wusste natürlich, dass er nicht immer an diesem Platz wohnen bleiben konnte.

Er hatte den Platz auch schon einmal verlassen, um seinen Freund John Sinclair in London anzurufen und ihn vor Shimada und seinen Schergen zu warnen, die einen Angriff versucht hatten. Doch er hatte John nicht verraten, wo er zu finden war.

Wichtig waren auch die Waffen, die sich in seinem Besitz befanden. Nicht nur das Schwert der Sonnengöttin, das einen bestimmten Namen trug: Kusanagi-no-tsuguri – das Schwert, welches Gras bezähmt. Er hatte auch noch die Krone der Ninja und die heilenden Handschuhe, die ihm ein alter Mönch überlassen hatte und derentwegen es zwischen ihm und Shimada zu einem mörderischen Kampf gekommen war.

Es waren mächtige Waffen, doch es hatten sich bisher keine Gegner blicken lassen, gegen die Yakup sie hätte einsetzen müssen.

Dass ihn seine Feinde aber in Ruhe lassen würden, daran glaubte er nicht. Irgendetwas würde geschehen, und Yakup war stets wachsam. Wenn die Feinde erschienen, wollte er ihnen entgegentreten und sie so empfangen, wie sie es verdienten. Mit dem Schwert der Sonnengöttin Amaterasu in der Hand. Wann es aber soweit sein würde, das wusste er nicht.

Es war wie immer nach dem schlimmen Traum, Yakup erwachte schweißgebadet. Er stand jedoch nicht auf, sondern blieb auf der Matte liegen und schaute gegen die Decke, die ebenfalls aus rohen Holzbalken bestand. Er hatte die Stellen zwischen ihnen nicht richtig abgedichtet, manchmal blies noch der Wind hindurch.

Der Traum war wieder einmal sehr intensiv gewesen und ließ ihn nicht los. Yakup lag auf dem Rücken, hörte sein eigenes Herz schlagen und dachte darüber nach.

Shimada …

Yakup wusste genau, ohne selbst in die Zukunft sehen zu können, dass der Kampf zwischen ihm und diesem verfluchten Dämon aus der Blauen Festung unvermeidbar war. Sie würden aufeinandertreffen, das stand fest, das Schicksal hatte längst seine Karten gemischt.

Sie hatten Respekt voreinander. Auch Shimada wusste um die Stärke des Yakup Yalcinkaya und war auch über dessen Waffen genau informiert. Sehr gern hätte er die Krone der Ninja besessen, die Handschuhe ebenfalls, doch sie befanden sich in Yakups Besitz, und er hatte beide Dinge sehr gut versteckt.

Auch wenn ihm Shimada die Haut in Streifen vom Körper schneiden würde, das Versteck würde er nie verraten.

Wie immer nach diesem Traum kehrten seine Gedanken in die Vergangenheit zurück. Er dachte erneut an sein Kloster, an die Freunde, an ihr Leben, an die Feinde. Viele Stürme und Angriffe hatte dieses Kloster überstanden, und dennoch war die andere Seite schließlich stärker gewesen.

Auch Schuldgefühle plagten Yakup. Er hatte Ali damals allein gelassen und war in die Eiswüste des nördlichen Kanada gefahren, um sich auf die Suche nach dem Schwert zu machen.

Er hatte es gefunden, war zurückgekehrt und hatte einen toten Ali wegtragen müssen.

Ich bin schuld! Ich trage die Verantwortung!

Solange er lebte, würde er nie darüber hinwegkommen.

Er wusste, dass die Nacht noch nicht zu Ende war, auch ohne dass er auf eine Uhr hätte schauen müssen. Es musste ungefähr die vierte Morgenstunde sein, die Natur schlief noch, es war Winter geworden, und eine gewisse Kälte hatte auch in Kalifornien Einzug gehalten. Zwar war in seiner Region kein Schnee gefallen, weiter östlich jedoch, in den richtigen Rockies, hatte sich die weiße Pracht längst ausgebreitet.

Er stand auf.

Nicht müde oder langsam, mit einer ruckartigen Bewegung schnellte er hoch.

Neben seiner Liegematte blieb er stehen, drehte den Kopf und schaute zum schmalen Fenster.

Yakup konnte sich eines nicht erklären. Es war das Gefühl der Gefahr, das plötzlich in ihm war. Einen Grund hätte er nicht nennen können, er hatte nichts gesehen, es war einfach nur das Gefühl, von einer Gefahr umgeben zu sein.

Yakup rührte sich nicht. Er atmete kaum, seine Sinne waren gespannt, auch dann noch, als er sich bückte und das schlichte, aber so mächtige Schwert der Sonnengöttin Amaterasu anhob. Die einzige Waffe, die Shimada Paroli bieten konnte.