DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Algarve - Eva Missler - ebook
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DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Algarve ebook

Eva Missler

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Mit den DuMont Reisetaschenbuch E-Books Gewicht im Reisegepäck sparen und viele praktische Zusatzfunktionen nutzen!

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- Karten und Grafiken mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern
- Weblinks zu den Websites der wertvollen Tipps

Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!

Das E-Book basiert auf: 7. Auflage 2019, Dumont Reiseverlag

Die Algarve ist durch ihre schönen Strandbuchten berühmt geworden. Dass es hier im äußersten Südwesten Europas aber nicht nur malerische Felsküsten gibt, sondern auch weite Sandstrände und stille Laguneninseln, hübsche Badeorte und ein liebliches Hinterland mit kleinen Landstädten, zeigt die Autorin Eva Missler im DuMont Reise- Taschenbuch Algarve

Die wichtigsten Fragen zur Reiseplanung beantwortet sie gleich auf den ersten Seiten: Was gilt es z. B. bei der Standortwahl zu berücksichtigen? Und die Autorin verrät auch einige ihrer Lieblingsorte, wie z.B. das ganz besonders schön gelegene Strandrestaurant Evaristo oder den besten Punkt für Sonnenuntergänge, die Praia de Odeceixe. Zehn Entdeckungstouren ermöglichen einen ganz speziellen Einblick, beispielsweise in die ganz und gar mit Fliesengemälden verkleidete Kirche São Lourenço. Und wer weiß schon, wie die Arbeit eines Salzbauern aussieht oder die einer Algarve-Winzerin? Auf Wanderungen an der Küste und im sanfthügeligen Hinterland oder auf einer Kanutour durch die Lagune bei Tavira lernt man die Region im Schritt- bzw. Paddeltempo kennen. Auch für die aktuelle Auflage hat die Autorin neue Tipps recherchiert, so etwa das Mar d‘Estórias in Lagos. Bei der Orientierung helfen eine Übersichtskarte mit den Highlights der Algarve, Citypläne, auf denen Restaurants, Übernachtungs- und Ausgehadressen eingezeichnet sind, kleine Tourenkarten sowie die Reisekarte.

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Inhalt

Senkrechtstarter

Überflieger

Querfeldein

Vor Ort

Die Westküste

Odeceixe und Praia de Odeceixe

Lieblingsort Praia de Odeceixe

Aljezur

Tour Ausblicke bis zum Abwinken

Carrapateira

Pedralva

Vila do Bispo

Lieblingsort Praia do Castelejo

Tour Wild und wunderschön

Sagres

Tour Unterwegs mit Heinrich dem Seefahrer

Cabo de São Vicente

Zugabe Von der Klippe gekippt?

Die Felsalgarve im Südwesten

Salema

Burgau und Luz

Lagos

Tour Eine Zugfahrt, die ist lustig …

Nekropole von Alcalar

Alvor

Tour Auf schmalem Streifen – zwischen Lagune und Meer

Portimão

Tour Traumfelswelten

Praia da Rocha

Ferragudo

Lagoa

Lieblingsort LiR – Galeria de Arte in Lagoa

Carvoeiro

Tour Porös wie ein Schweizer Käse

Armação de Pêra

Albufeira

Lieblingsort Restaurant an der Praia do Evaristo

Paderne

Olhos de Água und Praia da Falésia

Lieblingsort Strandcafé Quebra-Côco

Vilamoura

Quarteira

Zugabe »Deshalb sind wir ja hier!«

Die Berge im Nordwesten

Serra de Monchique

Monchique

Fóia

Tour Das ist der Gipfel!

Caldas de Monchique

Zugabe Für und gegen alles

© Thomas Rötting, Leipzig

Sagenhaft schön und sehr brutal: die Bildergeschichte in São Lourenço in Almancil, s. >>>>.

Faro und Umgebung

Faro

Estói und Milreu

Loulé

Lieblingsort Café Calcinha

Almancil

Vale do Lobo und Quinta do Lago

Tour Joggen oder spazieren gehen an der Lagune

Zugabe Kommt ein Berliner an den Strand …

© Mauritius Images, Mittenwald: John Warburton-Lee/Sabine Lubenow

Touristische Einrichtungen kommen der Ria Formosa gefährlich nah, s. >>>>.

Im Barrocal

Silves

Tour Vom Vergnügen, von Weingut zu Weingut zu touren

São Bartolomeu de Messines

Alte

Tour Ganz schön platt am Tafelberg

Salir

Querença

Tour Es gurgelt, gluckst und gluckert

Barranco do Velho

São Brás de Alportel

Zugabe Ein Automat …

Die Sandalgarve im Osten

Olhão

Ria Formosa

Tour Such das Purpurhuhn!

Im Hinterland von Olhão

Tavira

Tour Losgepaddelt

Ilha de Tavira

Die Lagunendörfer

Zugabe Häusermeer

Grenzfluss Guadiana

Vila Real de Santo António

Monte Gordo

Castro Marim

Tour Ganz schön salzig

Den Guadiana entlang

Tour Gartenglück am Guadiana

Alcoutim

Lieblingsort Jardim do Quiosque in Alcoutim

Tour Gottverlassene Gegend

Mértola

Zugabe Über die Grenze gezippt

Das Kleingedruckte

Reiseinfos von A bis Z

Sprachführer

Kulinarisches Lexikon

Das Magazin

An jedem Tag im Jahr

Das große Schrumpfen

Ferngläser raus!

Die Natur bewahren

Die Entdecker aus der Algarve

Gemeinsam isst es sich besser

Out of Vilamaninhos

»Isto é triste, isto é fado«

Reise durch Zeit & Raum

Romeo und Julia in der Algarve

Wir können auch anders

Wo Europa ins Wasser fällt

Tourismus versus Naturschutz

Das zählt

TASA – Design und Kunsthandwerk

Helfen Fangverbote?

Freunde für immer

Auf der Suche nach Öl

Blau-weiße Geschichten

Autorin & Impressum

Offene Fragen

Karte

Senkrechtstarter

Ein schäumendes Zusammentreffen von Meer und Land. Der Atlantik brandet an die Küste, Wasser schlägt an Felsen – steter Tropfen höhlt den Stein. Die Natur erschafft bizarre Gebilde: Felstürme, Steinbögen, tiefe Grotten. Zwischen Meer und Land sammeln sich Irrsinnsmengen von Sandkörnern, im Lauf von Jahrmillionen zerriebene Felsen und Muscheln, in Massen angeflutet, in Buchten getrieben, getrocknet und von der Sonne beschienen. Uralte Sande, die seit ein paar Jahrzehnten Urlauber anziehen und viel Geld in die Algarve-Kassen spülen.

© Dronestagram, Lyon (FR): Emersom Miranda

Überflieger

Die Algarve — vom Atlantik umbrandet! Mal eben drüberfliegen, von Ost nach West und von Nord nach Süd. Viel Meer, viel Küste, viel Urlaub!

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Querfeldein

Fundstücke — zwischen Küste und bergigem Hinterland, Trubel und Einsamkeit. In der Algarve gibt es Sonne, Strand und Meer und viel frischen Wind für neue Erfahrungen.

Neben all den großen und kleinen Sehenswürdigkeiten, den Städtchen mit Ferientrubel und Nachtleben, den fantastischen Stränden, an denen man baden, surfen und faulenzen oder im Strandlokal frischen Fisch genießen kann, gibt es noch eine andere Algarve, eine stille, authentische Algarve. Sie finden sie auf Wanderungen in der Serra und an den Küsten, bei Touren durch die Lagunengewässer und in kleinen Hotels oder einfachen Restaurants am Meer. Sie finden sie auf den Kirchplätzen und in den Markthallen der Dörfer, aber auch in manchen versteckten Gassen in den größeren Orten. Wenn man weiß, wo sich diese echte Algarve verbirgt, wird sie zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Viel wilde Felsküste

Ganz große Natur im Westen der Algarve! Es ist windig, die Brandung schäumt, die Surfer sind im Flow, die Strandurlauber im Glück. Oben auf der Felsküste stromern ein paar Wanderer durch die menschenleere Landschaft und genießen sensationelle Blicke und die Freiheit der Weite. Jeder Tag an der Westküste hat das Zeug zum schönsten Urlaubstag.

© Mauritius Images, Mittenwald: Westend61/Michael Reusse

Einmal ans Ende der Welt

Endzeit-Stimmung? Geht’s hinterm Horizont überhaupt weiter? Sehnsucht nach Amerika? Es ist schon ein seltsames Gefühl, ganz unten im Südwesten zu stehen – bei Sagres auf den hohen Felsen über dem wogenden Meer – und sich vorzustellen, dass die alten portugiesischen Seefahrer nicht wirklich wussten, wohin die Reisen jenseits des Sichtbaren gingen. Warteten etwa Ungeheuer oder ein brodelnd kochendes Meer auf sie?

Ab in die Berge

Keine 1000 m sind sie hoch, die Monchique-Berge. Aber sie sind nah an der Küste und überall hat man spektakuläre Fernsichten aufs Meer. Wandern ist Pflicht. Oder Radfahren.

Zeit für die Sandalgarve

Die Ria Formosa braucht Zeit. Zeit für die entspannten Lagunenstädte Tavira und Olhão, für Faro, die Algarve-Hauptstadt, für Boots- oder Kajakausflüge auf den Wasserarmen des Wattenmeeres. Und Zeit für die kilometerlangen Düneninseln, zu denen man überhaupt erst mal mit dem Schiff fahren muss. Sie wird Ihnen nicht lang werden, die Zeit, im Gegenteil: Minute um Minute, Stunde um Stunde können Sie zusehen, wie diese Landschaft lebt und sich verändert – mit der Zeit, der Tide, mit Ebbe und Flut. Mal ist das Watt zwischen Festland und Inseln überflutet, mal liegen weite Schlickflächen frei. Und mit dem Wechsel leben hier Pflanzen und Tiere – kleine Weltmeister im Anpassen an die Unterschiede, die die Gezeiten mit sich bringen.

© DuMont Bildarchiv, Ostfildern: Sabine Lubenow

Fado schnuppern

Er hat mit der Algarve nichts zu tun und doch gibt’s ihn hier: zumindest kleine Kostproben der städtischen Musik, die inzwischen weltweit in die Konzerthallen gebracht wird und UNESCO-Kulturerbe ist.

© Shutterstock.com, Amsterdam (NL): Archiwiz

»Wo das Land endet und das Meer beginnt« – der Nationaldichter Luís de Camões über Portugals Südwesten.

Landmarkt

Laute Rufe, viel Geschrei, der Geruch von Fisch, Obst, Gemüse – Markttag in Loulé. Ein Bild von einer Markthalle ist das. Jeden Vormittag öffnet sie ihre hohen Tore. Samstags werden auch noch Verkaufsstände in den Gassen nebenan aufgebaut.

© Thomas Rötting, Leipzig

Alles am Fluss

Vollkommen runterkommen. Am Ufer des Guadiana sitzen und den Fluss vorbeiziehen lassen und mit ihm noch die letzten Alltagsgedanken. Ein Fisch springt aus dem Wasser. Ein Boot tuckert vorbei. Die Uhren in den Dörfern am Fluss gehen anders, gehen sie überhaupt? Oder steht die Zeit still?

© AWL-Images, Whitchurch (GB): Sabine Lubenow

Azulejos gibt’s auch als Ganzkörperverkleidung in Modern, hier in Tavira. Mehr zur Geschichte der blau-weißen Alleskönner lesen Sie auf s. >>>>.

Geruhsam frühstücken und dann an den Strand – baden, lesen, schnorcheln. Einen Mittagssnack in der Strandbar. Nachmittags einen Galão mit Blick aufs Meer. Später Happy Hour und dann Fertigmachen für den Sonnenuntergangsspaziergang am Strand. Vorher zum Abendessen oder lieber danach? Egal, irgendwann jedenfalls noch einen Absacker. Oder zwei …

Vor Ort

© laif, Köln: Günter Standl

Oberhalb der muschelförmig ansteigenden Praia do Monte Clérigo schmiegen sich weiße Ferienhäuser in die Dünen – und die rauen Westküstenwellen geben Sound und Rhythmus dazu.

Eintauchen & erleben

Im Glück der Wellen vergeht die Zeit wie im Flug.

Die Westküste

Die Westküste ist superentspannt — wer nicht auf der Rota Vicentina wandert, surft durch die Weltklassewellen. Aktiv ist aber kein Muss. Die allermeisten gehen einfach nur an die Strände und genießen die wilde Westküstennatur.

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Praia de Odeceixe

Warten, bis die Sonne untergeht: Die Strandtage in Odeceixe gipfeln jeden Abend im Sonnenuntergang an der Praia.

© Thomas Rötting, Leipzig

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Aljezur

Ein Dorf erfindet sich neu. In den hübschen Altstadtgassen gibt’s Power-Yoga und Psycho-Massage – und sogar ein gutes Theater!

© Shutterstock.com, Amsterdam (NL): D. Ribeiro

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Carrapateira

Ganz große Natur! Die Sandstrände bei Carrapateira gehören zu den faszinierendsten an der Costa Vicentina – umwerfende Felskulisse inklusive! An der Praia do Amado gibt’s auch noch erstklassige Wellen für Surfer.

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Pedralva

Aus einem (fast)verlassenen Dorf ist ein echtes Schmuckstück geworden – strahlend weiß mit dezenten Farbtupfern. Die Urlauber und Dorfbewohner freut’s. Und die Küste ist auch nur 5 km entfernt.

© Mauritius Images, Mittenwald: magebroker/J.W. Alker

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Praia do Castelejo

Hier im Strandlokal einen Galão trinken mit Blick auf das Meer und die stets und ständig anrollenden Atlantikwellen.

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Sagres

Bis zum frühen Morgen: Wer Westküsten-Nightlife sucht, findet in Sagres eine klitzekleine Partymeile. Für gute Stimmung sorgt sie allemal!

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Cabo de São Vicente

Das war’s. Hier endet Europa und das Meer beginnt. Der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes ist legendenumwoben und – wen wundert’s? – von einem Leuchtturm markiert.

© Look, München: robertharding

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Letzte Bratwurst vor Amerika

Diese Thüringer Bratwurst ist geografisch so bedeutend, dass sie selbst eingefleischten Veggies schmecken müsste.

© Mauritius Images, Mittenwald: imagebroker/Günter Fischer

Sich langsam nach Südwesten vorarbeiten – und dann endlich am letzten Punkt Europas stehen, aber: »Hinter dem Horizont geht’s weiter«.

© Shutterstock.com, Amsterdam (NL): Gelpi

Zwischen Horror und Hochgenuss: Percebes (Entenmuschel).

Der Westen von Al-Gharb

D

Diese Küste raubt einem den Atem. Europas südwestlichster Winkel ist windumtost, mythenumwittert, ein episches Ereignis. Hier ist die Algarve spröde und herb – selbst an warmen Sommertagen. Nichts Liebliches. Karge flache Vegetation zieht sich über das hohe Felsplateau, das abrupt und steil ins Meer abfällt. Nur an wenigen Stellen haben sich Strände gebildet – Strände, die grandioser nicht sein könnten. Die Natur an der Costa Vicentina ist ursprünglicher als an jedem anderen Küstenfleck im Süden Portugals und glücklicherweise in weiten Abschnitten unter Schutz gestellt. Es gibt auch einen natürlichen Schutz, einen Naturschutz ganz eigener Art: das Klima. Weil diese südwestliche Ecke Portugals rau ist, im Winter oft unwirtlich, hat der Tourismus bisher keinen Fuß auf den Boden bekommen, ein paar Zehen nur. Kein Vergleich mit den Algarve-Regionen weiter östlich, in denen es um einiges milder und wärmer ist und sich auch die Meeresbrandung etwas zurückhält.

Die Westalgarve ist etwas für Naturliebhaber, für Individualisten, für diejenigen, die von gekünsteltem Gehabe und lauter Geselligkeit, von Massentourismus, Shopping, Events und stylishem Nightlife nichts wissen wollen, die sich lieber den Wind um die Nase wehen und das Haar zerzausen lassen und den Duft der Macchia lieben. Die sich nach einem langen Strandtag abends im Strandlokal das Badelaken um die Schultern schlingen und das Ausgehkleid daheim gelassen haben.

Orientierung

Infos: Es gibt zwei Postos de Turismo an der Westküste – in Sagres und in Aljezur.

www.letztebratwurst.eu: Informationen zum südwestlichsten Kap, zum Wetter und zur letzten Bratwurst vor Amerika.

www.westalgarve.de: Auflistung von Ferienhäusern und -wohnungen, außerdem ein paar Infos zu Odeceixe.

Verkehr: Von Norden kommt man auf der N 120 und der N  268 in die Westalgarve. Ab Vila do Bispo führt die N 125 in Richtung Osten parallel zur Küste. Ab Lagos fahren mehrmals täglich Busse der EVA-Transportes nach Sagres; nach Aljezur und Odeceixe fahren sie werktags ebenfalls mehrmals tgl., Sa sehr eingeschränkt, So gar nicht. Es gibt keine Zugverbindungen.

Odeceixe und Praia de Odeceixe>>>B 2

Tempo raus

Odeceixe heißt: ein paar Gänge zurückschalten, ausatmen, runterkommen. Odeceixe ist Winterstille und entspanntes Sommerleben. In den paar Pastelarias und Lokalen treffen sich die Einheimischen, im Sommer kommen Touristen dazu, braungebrannt, bunt gekleidet. Manche Leute aus Odeceixe sprechen ein paar Brocken Deutsch, denn der kleine Ort ist Lieblingsziel vieler junger Deutscher.

Die eigentliche Attraktion von Odeceixe liegt 3,5 km weiter westlich: die Praia de Odeceixe (s. auch Lieblingsort s. >>>>). Der unvergleichliche Strand erstreckt sich – umrahmt von höheren Felsen – direkt an der Mündung der Ribeira de Seixe. Umständlich windet sich der kleine Fluss erst einmal um die riesige Sandfläche, bevor er ins Meer verschwindet. Vor allem in der Nebensaison hat man diese Naturschönheit aus Sandstrand, Felsen und Fluss vollkommen für sich, in der Hochsaison muss man sie mit ein paar Urlaubern teilen – Surfern, Kleinfamilien, Westalgarvefans. In bester Lage oberhalb der Praia stehen Sommerhäuschen an schmalen Gassen. Die Lokale und Café-Bars haben tollen Blick aufs Meer, auf die Praia, auf die Flussmündung – im Sommer. Im Winter tut sich hier nichts.

Die Stunden vor und nach einem langen Sommerstrandtag gehören dem Dorf Odeceixe, die meisten Urlauber wohnen hier, weil es in der Strandsiedlung direkt am Meer nicht viele Zimmer gibt. In den frühen Abendstunden herrscht After-Beach-Stimmung, alles zieht in die Lokale, die am Strand verbrauchten Kalorien werden aufgefüllt, die Sonnenbrände mit Sagres und Superbock begossen. Da Odeceixe sonst nichts Sensationelles bietet, landet fast jeder irgendwann oben bei der Windmühle. Es geht steil rauf und entsprechend toll ist der Blick vom Platz neben der Mühle – über das Dorf und einmal das Flusstal entlang bis zum Atlantik.

© Thomas Rötting, Leipzig

Immer ein paar Grad kälter als in Albufeira oder Lagos sind die Temperaturen an der wildesten Atlantikküste Europas. Da tut am Strand schon ein bisschen Bewegung not.

Lieblingsort

© Thomas Rötting, Leipzig

Sonnenuntergang am Strand

Die Schatten werden schon länger, aber es dauert noch ein bisschen, bis die Sonne zur himbeerroten Scheibe wird, sich langsam, aber stetig der Horizontlinie nähert und sie schließlich berührt. Dann kann man zusehen, wie sie nach und nach im Wasser verschwindet. Wenn die Sonne rot untergeht, bleibt das Wetter schön, so heißt es ja. Wo genau an der Praia de Odeceixe ( >>> B 2) die beste Stelle für den Sonnenuntergang ist, lässt sich schwer sagen, ob unten am Strand oder oben an der Küstenstraße oder am Parkplatz über dem Meer – überwältigend ist dieses Naturschauspiel überall.

Schlafen

Wie im Dorf

Casas do Moinho: Oben im Dorf in der Nähe der Mühle wurden mehrere typische Häuschen restauriert und in unterschiedlich große geschmackvoll eingerichtete B & B-Unterkünfte umgewandelt. Am Haus mit der Rezeption gibt es für alle einen Swimmingpool zum Relaxen.

Rua 25 de Abril 113–115, T 282 94 92 66, www.casasdomoinho.com, DZ 100–130 €

Vollkommene Ruhe

Casa Vicentina: Mitten in der Landschaft südwestlich von Odeceixe ist dieses gepflegte, leicht buddhistisch inspirierte Haus zu finden. Man mietet sich in Zimmern oder Apartments ein und hat seine Ruhe.

Monte Novo, T 282 94 74 47, www.casavicentina.pt, DZ 80–125 €

Ungekünstelt

Pensão Luar: Die kleine, freundliche Pension im unteren Ortsteil ist einfach und hat gute Zimmer. Sie liegt ganz in der Nähe der Straße zur Praia de Odeceixe.

Rua da Váreza 28, T 282 94 71 94, DZ 35–80 €

Sympathisch

Casa Celeste: Die Besitzerin Celeste ist unglaublich herzlich und gibt dem Haus eine wohltuende Seele. Die Zimmer sind klein, einfach und schön. Zentral im Ort gelegen.

Rua Nova 9, T 282 94 71 50, www.casahospedesceleste.com, DZ 35–60 €

Strandnah

In Praia de Odeceixe werden in dem Restaurant an der Straße oberhalb des Strandes ein paar einfache Zimmer vermietet.

4-Sterne-Campen

Parque de Campismo de São Miguel: Auf diesem Campingplatz unter hohen Pinien kann man nicht nur zelten, sondern sich auch in Wohnmobilen und Bungalows einmieten.

2 km außerhalb von Odeceixe an der Straße nach Lissabon, www.campingsaomiguel.com

Fließende Grenze

Die Ribeira de Seixe, die so unaufgeregt durch das breite, grüne Tal zwischen Odeceixe und dem Strandort fließt, hat mehr Bedeutung, als man ihr ansieht: Sie ist der Grenzfluss zur nördlichen Nachbarprovinz, ist die geografische – und mittlerweile auch verwaltungstechnische – Grenze zwischen der Algarve und dem Alentejo.

Essen

Gepflegt

Restaurante Taberna do Gabão: Das sympathische Restaurant gibt es schon ewig, ein rustikaler Raum mit toller alter Holzdecke. Zu essen gibt’s gute portugiesische Küche, sehr leckeren Fisch. Unter den Fleischgerichten empfehlen sich die Steaks.

Rua do Gabão 9, www.facebook.com/tabernagabao, 12–14.30 Uhr, 18–22, ab 8 €

Fisch vom Grill

Chaparro: Nettes Lokal unten im Dorf in der Nähe der Post. Lecker ist vor allem der gegrillte Fisch. Drinnen sitzen Sie sehr schön, draußen gibt es ein Plätzchen unter einem Ziegeldach.

Rua do Correio, 10–15.30, 18–23.45 Uhr, 7–16 €, auch Kleinigkeiten und Salate um 4 €

Schlicht und lauschig

Retiro do Adelino: Lauschig sitzt man in dem kleinen Pátio, ansonsten ist es einfach und gut. Genauso sind auch die Gerichte.

Rua Nova 20, T 924 09 96 89, 7–10 €

Sudoeste-Festival

August im Alentejo: Bei dem Musikfestival im alentejanischen Zambujeira do Mar nördlich von Odeceixe treten jedes Jahr viele portugiesische Musiker auf. Auch internationale Größen wie Gilberto Gil gaben hier schon ein Gastspiel. Die Festivalbesucher kommen von überall angereist. Aktuelle Daten und das Programm gibt’s hier: www.meosudoeste.ptwww.musicanocoracao.pt

Infos

• Touristeninformation: In der Saison gibt es eine kleine Informationsstelle in Praia de Odeceixe ( [email protected], Juli–Sept. tgl. 10–18 Uhr).

• Bus: Odeceixe liegt an der Strecke Lagos–Aljezur–Alentejo, Mo–Fr 5 x, Sa 1 x tgl.

• Zug: In der Saison geht es mit einem kleinen Zug von Odeceixe und Malhadas zur Praia de Odeceixe.

• Taxi: Taxistand gegenüber der Markthalle.

Aljezur >>>B 3

Ein Dorf, zwei Seiten

Die Altstadt von Aljezur punktet schon mal mit ihrer Lage. Wer aus Richtung Odeceixe, also aus dem Norden kommt, fährt direkt drauf zu: Die kleinen alten Häuser ziehen sich am Hügel hoch und obendrauf sitzt auch noch eine Burg. Aljezur besteht aus einem alten und einem neuen Ortsteil, die durch einen schmalen Fluss, die Ribeira de Aljezur, getrennt sind. Unten am Fluss, an der Brücke, findet man so etwas wie ein Zentrum: eine Markthalle, einen Parkplatz, ein paar Lokale und Cafés. Der Fluss selbst ist ein kleines Idyll unter alten Pappeln, in dem hin und wieder Wildgänse aufgeregt schreiend ein Bad nehmen.

Hier geht was!

Das Büro der kommunistischen PCP, zwei Friseure, ein paar Schritte weiter das Kulturzentrum Moagem für Konzerte, Yin Yoga, Power Yoga und Psycho Massage mit Bistro-Café und vegetarischem Angebot – das ist der erstaunliche Start in die winzigen Altstadtgassen von Aljezur. Dann folgt auch noch das Teatro Aquático – mit so viel Urbanem hätte man in einem 2000-Einwohner-Kaff kurz vor Europas Südwestende nicht gerechnet! Die Leute hier geben alles: Leute aus Aljezur und aus der Ländlichkeit drumrum – Portugiesen, Aussteiger und Freaks aus anderen Gefilden Europas.

Weiter die holprigen Gassen hinauf warten dann auch noch überraschend viele Minimuseen auf Interessierte: das Museu Municipal mit einer kleinen archäologischen Sammlung und einer landwirtschaftlichen Ausstellung, das Museu Antoniano, dem Leben des hl. Antonius gewidmet, und die Casa Museu José Cercas mit Gemälden des aus Aljezur stammenden Malers José Cercas, der 1992 starb und sein Werk seinem Heimatstädtchen vermachte (Museu Municipal, Di–Sa 9–13, 14–18, im Winter Di–Sa 9–13, 14–17 Uhr, dort gibt’s den Schlüssel für die anderen Museen). Nicht zu vergessen das Museu de Arte Sacra, das zur Igreja da Misericórdia gehört und eine Sammlung mit sakraler Kunst zeigt.

Castelo on top

Eukalyptusduft und das Bimmeln von Ziegen- und Kuhglocken aus dem Tal herauf begleiten den Besuch der Burg, die heute eine Ruine ist. Archäologen stießen hier oben auf Spuren aus der Eisenzeit, wiewohl man meint, dass hier schon wesentlich früher Menschen gesiedelt haben müssen: Die Lage war einfach zu günstig und bot die Möglichkeit, den Fluss zu beobachten, der wenige Kilometer westlich in den Atlantik mündet.

Das Castelo geht auf eine Gründung der Mauren zurück und an deren einstige Präsenz erinnert auch der Ortsname selbst: Er leitet sich höchstwahrscheinlich vom arabischen al-juzur (Inseln) ab.

Neustadt – 250 Jahre alt

Der neue Teil von Aljezur, Igreja Nova (Neue Kirche) genannt, entstand um die Pfarrkirche – daher also der Name –, die nach dem alles vernichtenden Erdbeben 1755 außerhalb der Altstadt gebaut wurde. Am Largo 1° de Maio neben der Kirche kann man auf eine Galão-Länge den mehr oder weniger spannenden Alltag in ›Neu-Aljezur‹ auf sich wirken lassen.

Vale da Telha>>>B3

Melancholie

Westlich von Aljezur zieht sich ein Hochplateau bis zum Atlantik, das man vor Jahren im großen Stil touristisch erschließen wollte. Rund um Vale da Telha zeugt eine merkwürdig zersiedelte Landschaft mit vielen kleinen Straßen und verstreuten Häuserkomplexen von den Vorhaben, die auf Eis gelegt wurden, da die erwarteten Gäste von Anfang an ausblieben.

Wo wild wirklich wild ist

Gleißendes Licht, glitzernder Sand – Arrifana, Amoreira, Monte Clérigo. Das sind die verheißungsvollen Namen der traumhaften Strände bei Aljezur, an denen es immer ein paar Grad kühler ist als an denen bei Lagos oder Albufeira. Monte Clérigos muschelförmig ansteigende Strandbucht ist wie geschaffen für Sommerhäuser – und da stehen sie in den Dünen und warten auf die Städter und die Ferien. Die Praia da Amoreira liegt ziemlich ab vom Schuss, ein weiter Weg zum leeren Strand und der kleinen Lagune. Weiter südlich die Praia da Arrifana – landschaftlich gewaltig, hohe Felsen ziehen sich um die Bucht. Oben auf der Höhe steht eine lockere Häuseransammlung, unten gibt es einen kleinen Fischerhafen, von dem der Fang vor Jahrzehnten mit einem scheppernden Lastenaufzug die steile Felswand hinaufgehievt wurde. Am Strand und oben im Ort finden Hungrige mehrere Lokale, manche vermieten auch Privatzimmer.

Fernsehen am Meer

Von dem hohen Felsenkap Pedra da Carraça mit einer alten Burgruine (Fortaleza da Arrifana) bietet sich ein grandioser Blick auf den Atlantik, auf den Ort und den Strand von Arrifana und die lange, respekteinflößende Steilküste. Recht gut erkennt man südlich in der Ferne die Praia da Bordeira vor dem kleinen Landvorsprung, jenseits davon blickt man weiter in Richtung Cabo de São Vicente.

Schlafen

Ruhe garantiert

Muxima: Sehr einsam in der Landschaft stehendes Haus, dessen Zimmer liebevoll mit einem Hauch Afrika eingerichtet sind.

Montes Ferreiros, Aljezur, T 916 01 28 30, www.wonderful.land/muxima, DZ 85–140 €

Hoch über dem Meer

Casas do Mar: Ein paar wenige Apartments für 2–4 Personen und ein Zimmer werden vermietet. Wer Glück hat, erwischt ein Apartment mit sagenhaftem Blick hinunter auf die Küste und aufs Meer.

Praia da Arrifana, 8670-111 Aljezur, T 282 76 76 45, www.casasdomar.com, Apartment ca. 80 €

Natur und weiter Blick

Alto da Lua: Das Hotel mit 11 Zimmern – ein gelungener Mix aus Alt und Modern – steht südlich von Aljezur in den Westausläufern der Serra de Espinhaço de Cão. Von hier ist man schnell in Aljezur, an den Stränden oder auch in Lagos.

Sítio Corte Pero Jaques – Espinhaço de Cão, T 282 35 60 47, www.altodalua-algarve.com, DZ 68–96 €

Ein Haus im Dorf

Carpe Vita: Eine ganz besondere Unterkunft: Sechs traditionelle Häuschen im alten Zentrum von Aljezur wurden für Feriengäste (2–4 Pers. pro Haus) eingerichtet.

Rua Serro do Mosqueiro 36, Aljezur, T 963 25 65 81, www.carpe-vita.com, www.casasbrancas.pt, DZ 70–95 €

Für Algarve-Traveller

Amazigh Hostel: Modernes, gepflegtes Hostel im alten Dorfkern mit Doppel-, Familien- und Mehrbettzimmern. Ansprechend und funktional eingerichtet. Surfer treffen Surfer.

Rua da Ladeira 5, Aljezur, T 282 99 75 02, www.amazighostel.com, Bett ab 12 €

Modern

Jugendherberge: Die Jugendherberge liegt toll auf dem Felsplateau oberhalb der Praia do Arrifana. Brett unter den Arm geklemmt, den Hang runter und schon sind Surfer in den Wellen.

Urbanização Arrifamar, Praia da Arrifana, T 282 99 74 55, [email protected]

Campingplatz

Parque de Campismo de Serrão***: Wer ein festes Dach über dem Kopf haben möchte, kann auch in einem der gut ausgestatteten Bungalows wohnen. Auf dem Campingplatz gibt es Swimmingpools und Tennisplätze.

Nördlich von Aljezur an der Straße zur Praia de Amoreira, T 282 99 02 20, 1600 Plätze

Essen

Verführerisch

III Geração: Das Touristenmenü ist die Wahl, wenn einem nicht nach Filet Mignon mit Riesengarnelen oder Surf ’n’ Turf ist. Vielleicht reichen aber auch die Tapas und Petiscos.

Rua 25 de Abril 14, T 282 99 85 34, 9,50–22 €

Gute Stimmung

Pont’a Pé: Ein vegetarisches Omelett, wenig Fisch, mehr Fleisch und viele Salate gibt’s im Pont’a Pé. Dazu eine gute Auswahl an kleinen Kuchen und eine lange Liste mit Nachtischen. Das Lokal unten am Fuß der Altstadt hat eine Terrasse, im Frühjahr gibt’s draußen ein Froschkonzert, drinnen oft Livemusik bis in die Nacht.

Largo da Liberdade 16, Mo–Sa 10–23 Uhr, 11–17,50 €

Nomen est omen

Paraíso do Mar: Im sehr beliebten Restaurant direkt am Strand werden beste Fischgerichte, aber auch Einfaches serviert. Die Auswahl an Weinen ist groß und die Lage für Sonnenuntergänge geradezu ideal!

Praia da Amoreira, tgl. 10–18 Uhr, ab 10 €

Sensationeller Blick

O Paulo: Hoch über dem Arrifana-Strand erwartet O Paulo seine Gäste, direkt neben der alten Burgruine. Frischer Fisch und Meeresfrüchte stehen auf der Karte und man sollte die köstlichen percebes (Entenmuscheln) probieren.

Ponte de Arrifana, tgl. 9.30–24 Uhr, ab 12 €

Weitere Strandlokale

O Sargo an der Praia Monte Clérigo ist ein genialer Platz, Bar und Restaurant in einem mit lässiger Atmosphäre, viel Licht, schönem Blick und richtig gutem Essen! Im A Rede am selben Strand gibt’s gute Snacks für den kleinen Hunger.

Infos

• Posto de Turismo: Rua 25 de Abril 62, T 282 99 82 29, www.visitalgarve.pt, www.cm-aljezur.pt (auch deutsch und engl.).

•www.aljezur-info.de: Viele Infos zum Naturschutzgebiet, zu Stränden, Sport, Zimmern, Apartments – nicht 100 % aktuell, trotzdem ganz informativ.

• Bus: Mo–Sa bis zu 6 x tgl. von Lagos nach Aljezur. Busverbindungen auch zu den Stränden (Information im Touristenbüro).

© DuMont Bildarchiv, Ostfildern: Sabine Lubenow

Ungewöhnlich lang erstreckt sich die Praia do Amado bei Carrapateira. Verlässliche Wellen und eine gute Infrastruktur ziehen Surfer in Scharen an, und trotzdem ist es hier nie zu voll.

Tour

Ausblicke bis zum Abwinken

Rundtour ab Carrapateira zu Fuß oder mit dem Rad

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Es ist wirklich so: Wer um die hohe Landspitze bei Carrapateira wandert oder radelt, fällt von einer Begeisterung in die nächste – sensationelle Ausblicke! Los geht’s in Carrapateira: die Hauptstraße N 268 ein Stück nach Norden aus dem Ort hinaus und dann links in die Estrada da Praia. Ist man an den letzten Häusern und am Restaurant O Sítio do Rio vorbei, ahnt man schon den ersten Strand in der Ferne. Hinter dem Parkplatz steigt die Straße in einer Kurve bis auf die Steilküstenhöhe an – jetzt ist die Praia da Bordeira schön zu sehen. Und dann der Blick oben von der Höhe! Plötzlich liegt der Atlantik vor einem – und rechts der Strand in seiner ganzen Weite und Schönheit!

Die Straße geht in eine Schotterpiste über und zieht sich im Bogen in Richtung Westen. Das Meer breitet sich vor einem, unter einem aus, immer wieder führen schmale Holzstege durch die karge Vegetation bis zur Felskante. Am Kap biegt die Piste nach Südosten ab und folgt der Küstenlinie oben auf der Hochebene.

Es geht vorbei am (oder hinein ins) Restaurant O Sítio do Forno und schließlich direkt auf die grandiose Praia do Amado zu. Wuchtige Wellen branden an den Strand. Im simplen Strandimbiss kann man einen Snack genießen und die Surfer unten im Wasser um ihren Flow beneiden. Dann geht’s durch eine sanft gewellte Dünenlandschaft zurück nach Carrapateira, das plötzlich zwischen zwei Hügeln in der Ferne auftaucht.

Infos

>>> A 4

Start: Carrapateira

Strecke: 8 km.

Schatten ist rar. Daher einen bewölkten Tag, den frühen Vormittag oder späteren Nachmittag zum Wandern wählen.

Carrapateira >>>A 4

Perfekter Surfspot

Überall an der Westalgarve wird gesurft, aber bei Carrapateira liegt der ultimative Strand für Surf-Einsteiger. Fast kommt es einem so vor, als sei das die eigentliche Bestimmung des Dorfes: ein Ort, an dem Surfer abends nach Stunden in den Wellen wieder auf dem Boden der Tatsachen landen und ihre Dreadlocks in die letzten Sonnenstrahlen halten. Carrapateira bietet außer ein paar Unterkünften und Ruhe nicht viel, hat eine Dorfkirche mit manuelinischem Portal in schönster, etwas erhöhter Lage, Überreste einer Burg aus dem 17. Jh. und ein Museum: das Museu do Mar e da Terra da Carrapateira – Pflicht für alle, die die Gegend bei Carrapateira, die Küste und das Meer lieben und ein bisschen mehr von alldem wissen und verstehen wollen (Rua do Pescador, Di–Sa 10–13, 13.30–17 Uhr).

Aber es bleibt dabei: Die eigentlichen Schätze von Carrapateira sind die beiden fantastischen Strände, die in den Sommermonaten beliebt, aber niemals wirklich voll sind. Die Praia do Amado ist einer dieser Strände, an die man sich später am liebsten immer wieder zurückbeamen würde. Die Surfbedingungen sind ideal und es gibt mehrere Schulen. An der Praia da Bordeira nordwestlich des Ortes bildet die Ribeira da Carrapateira, die am Strand in den Atlantik mündet, einen kleinen Lagunensee, der den Kids Sicherheit beim Herumplanschen bietet.

Schlafen

Sehr beliebt

Pensão das Dunas: Wunderschöne einfache Pension mit einem kleinen Garten, leider gibt es nach hinten raus ein paar Bauruinen. Im Sommer sollten Sie so früh wie möglich reservieren, da es insgesamt nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten in der Gegend gibt und die Pension sehr beliebt ist. Außer Zimmern werden auch kleine Ferienwohnungen vermietet.

Rua da Padaria 9, Carrapateira, T 282 97 31 18, www.pensao-das-dunas.pt, DZ 30–75 €, Frühstück 7,50 € pro Person, Kinder unter zehn Jahren 5 €

Essen

Lebhaft

O Sítio do Rio: Das Sítio do Rio steht nicht direkt am Strand, sondern an der Straße zur Praia da Bordeira. In dem Restaurant kommen leckere portugiesische Gerichte auf den Tisch, vor allem der frische Fisch ist vorzüglich, und es gibt auch etwas für Vegetarier. Alles ist einfach und rustikal, die Gäste sitzen nett und im Sommer ist es immer bestens besucht (reservieren!).

Estrada da Praia, nördlich des Dorfes an der Straße Richtung Praia da Bordeira, T 282 97 31 19, Tagesgericht und Dessert, Wein, Kaffee 12,50–15 €

Mit Meerblick

O Sítio do Forno: Der unschlagbare Blick von oben aufs Meer ist der Hauptgrund, hier einzukehren. Dazu werden gute und günstige Fisch- und Fleischgerichte, verschiedene Fischsalate und Muscheln serviert.

An der Piste zwischen der Praia da Bordeira und Praia do Amado, T 282 97 39 14, ca. 9 €

Bewegen

Surfen

Surfcamp-Algarve: Surfurlaube mit Unterricht.

www.surfcamp-algarve.de

Pedralva >>>A 5

Die Renaissance eines Dorfes

Das Minidorf südöstlich von Carrapateira und ca. 5 km von der Küste entfernt wäre nicht weiter der Erwähnung wert, gäbe es hier nicht ein kleines interessantes Tourismusprojekt – eine Mischung aus Hotel, Feriendorf und Apartmentanlage. Pedralva zählte zu den fast völlig verlassenen Dörfern, auf die man im Hinterland der Algarve öfters trifft. Die jungen Leute zogen mangels Arbeit weg und selbst ein paar Deutsche, die sich in den 1970er-Jahren angesiedelt hatten, um im Südwesten Europas einen alternativen Lebensstil auszuprobieren, kehrten zurück in die Heimat. Dann kam António Ferreira auf der Suche nach einem eigenen Ferienhaus aus Lissabon hierher und wurde fündig. Es entging ihm nicht, dass es neben seinem noch weitere Häuser in der Nachbarschaft gab, die zu verfallen drohten. So kam ihm die Idee, nach und nach die Dorfhäuser zu kaufen, instandzusetzen und Feriengästen anzubieten. Gesagt, getan.

Innerhalb weniger Jahre hat er das Dorf auf diese Weise wiederbelebt und verschönert. Die Hauswände sind geweißelt, Türen und Fenster dezent bunt gestrichen, die Gassen gepflegt. Ein paar Dorfbewohner, die geblieben sind, freuen sich über so viel Ansehnlichkeit. In den renovierten Häusern werden Zimmer oder kleine Apartments vermietet. Alles ist so eingerichtet, dass Ruhesuchende ihr Glück finden.

In den Zimmern gibt es keine Fernsehgeräte und kein WLAN. Aber wer gar nicht ohne kann, findet im Rezeptionsgebäude alles, was der Mensch heutzutage zu brauchen meint. Es gibt einen Swimmingpool mit Blick in die ruhige Landschaft und ein Restaurant. Für Abwechslung sorgt ein vielseitiges Angebot an Aktivitäten. Von Surfen über Biken bis hin zu Reiten auf Pferden oder Eseln kann hier alles organisiert werden.

Schlafen, Bewegen

Aldeia da Pedralva: Rua de Baixo, Carrapateira, 8650-401 Vila do Bispo, T 282 63 93 42, www.aldeiadapedralva.com, DZ ab 64 €

Vila do Bispo >>>A 5

Outdoor und aktiv

Der Bischof ist schon lange nicht mehr hier. Vila do Bispo, das ›Städtchen des Bischofs‹, ist ein schlichter Ort, in dem bzw. in dessen Umgebung die Surfer im Sommer ihre Bleibe haben – B & B-Unterkünfte, Hostels, private Quartos.

Der Bischof von Faro wurde in den Glanzzeiten der portugiesischen Entdeckungen, also zu Beginn des 16. Jh., vom damaligen König Manuel mit dem Dorf beschenkt. Damals hieß es noch Santa Maria do Cabo und hatte eine nicht zu geringe Bedeutung durch das nahe Kap (Cabo) und Sagres mit seinem Seefahrerzentrum ( s. >>>>). Das große Plus von Vila do Bispo ist seine Umgebung. Die meerumschwappte Steilküste und die vielen Strände, die man nur als großartig bezeichnen kann, machen das Dorf zum passenden Ort für diverse Outdoor-Aktivitäten: Diese Ecke am Ende Europas bietet ein Riesenspektrum für Wassersportler, Wanderer und Birdwatcher.

Traumstrände

Die Schönen von Vila do Bispo liegen westlich und südlich vom Ort. Die Praia do Castelejo (s. Lieblingsort s. >>>>), die Praia da Cordoama und die Praia da Barriga sind wellengepeitscht und direkt der Wucht des Atlantiks ausgesetzt. Sie alle liegen am Fuß der hohen Steilküste und sind landschaftlich einmalig. Zur Praia do Castelejo führt ein Wanderweg von der Straße hinunter. Nur in der Hochsaison ist es an diesen Stränden manchmal etwas voller, aber nie auch nur ansatzweise überfüllt. Weil sie wenig Schutz gegen Westwinde bieten, können sie nicht gerade als lieblich bezeichnet werden – vielleicht ist das ihr Glück und das von Ruhe suchenden Strandliebhabern. Die kleineren Strände und Strandbuchten südlich von Vila do Bispo sind harmloser. Sie liegen im Schutz der Südwestspitze von Portugal in einer langen Bucht, Wellen und Winde sind zahmer und geeignet für Kinder und weniger erfahrene Wasserratten.

Lieblingsort

© Mauritius Images, Mittenwald: Alamy/eye35

Schönster Strand im Westen

Es gibt viele unglaublich schöne Strände an der Costa Vicentina, aber die Praia do Castelejo ( >>> A 5) gehört wirklich zu den allerschönsten! Sie ist gut zu erreichen und doch weit genug weg von allem, um niemals voll oder überfüllt zu sein. Sie können einen ordentlichen Strandspaziergang machen, immer an der tosenden Brandung entlang. Ansonsten einfach aufs Strandlaken und zwischendurch in die Wellen – aber Vorsicht, die haben es in sich! Und ein Galão auf der Holzterrasse des Strandlokals gehört unbedingt auch dazu.

Stierkopf im Stein

Ein unerwarteter Kulturschatz mitten in der Pampa! 4 km östlich von Vila do Bispo steht die Kapelle Nossa Senhora da Guadalupe auf einer weiten Wiese zwischen den Dörfern Raposeira und Figueira (Raposeira, nördlich der N 125, braunes Hinweisschild, im Sommer Di–So 9.30–12.30, 14–18, im Winter bis 17 Uhr, s. auch Tour s. >>>>). 1942 wurde die kleine weiße Kirche, eher eine Kapelle, zum Nationalmonument erklärt. Sie hat romanische und frühgotische Stilmerkmale, muss also aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. stammen und wurde demnach direkt nach der Vertreibung der Mauren aus der Region gebaut. Die Kapitelle am Portal sind mit Tauen und Figuren geschmückt. Sehen Sie sich in Ruhe im schlichten Innenraum um: Besonders hübsch sind die einfache kleine Rosette über dem Eingang, die Schlusssteine im Chor und die Kapitelle, die Florales und einfache Menschen- und Tierköpfe zeigen. Rechts vorne am Altarbogen ist ein Stierkopf zu sehen. Dieser steinerne Stierkopf als Symbol für Macht und Stärke ist einzigartig in einer portugiesischen Kirche. Neben dem Bau stießen Archäologen auf römische Spuren, Becken und Rinnen, die in den Fels geschlagen wurden. In einem Informationszentrum neben der Kirche wird eine Ausstellung zu Heinrich dem Seefahrer gezeigt. Die Kirche ist ausgeschildert, man fährt von der Hauptstraße ab auf die alte schmale N 125, über die – heute unvorstellbar – einst der gesamte Verkehr, auch der Busverkehr, zwischen Sagres und Lagos verlief.

Erhebend

Die Torre de Aspa ist mit 156 m die höchste Erhebung in diesem Küstenabschnitt; sie ist mit einem kleinen weiß-grauen Steinturm markiert.

Essen

Slow Food

A Eira do Mel: Schönes Restaurant nur zum Drinnensitzen: Das Eira do Mel hat sich der Slow-Food-Bewegung angeschlossen und bietet mehrere vegetarische Gerichte an. Das Gemüse stammt aus regionalem biologischem Anbau. Ruhiger Jazz sorgt für wohlige Atmosphäre. Das Lokal liegt am Rand von Vila do Bispo an der Straße Richtung Castelejo-Strand.

Estrada do Castelejo, T 282 63 90 16, ab 14,40  €

Beliebt

Ribeira do Poço: Das Ribeira do Poço ist eines dieser eher unspektakulären Lokale – einfach und beliebt, weil man sehr gut essen kann: Vor allem die Meeresfrüchte sind lecker.

Rua Ribeira do Poço 11, www.ribeiradopoco.com, Di–So, 8–14 €

Tour

Wild und wunderschön

Der Trilho Ambiental do Castelejo

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Würzige Luft, herrliche Einsamkeit. Auf dem kargen Hochplateau über dem Meer bei Vila do Bispo lassen sich stille Wanderungen durch aromatische Düfte unternehmen. Die Wege sind manchmal nicht exakt ausgeschildert, aber die Orientierung ist einfach. Dabei gilt allerdings: niemals zu nahe an die Felskante hoch über dem Atlantik, weil sie wegbrechen kann!

Dieser Rundwanderweg oberhalb des Castelejo-Strandes, der als Naturpfad (trilho ambiental) angelegt ist, führt gleich zu Beginn durch ein duftendes Kiefernwäldchen. Nach dem Start am Picknickplatz geht es an der Casa do Guarda Florestal vorbei, Macchiasträucher breiten sich am Wegesrand aus: Von April bis Ende Juni blühen die Zistrosen, deren Blätter klebrig wie Uhu sind und deren weiß-gelbe Blüten zerknittert aussehen wie gebrauchte Papiertaschentücher. Der Weg führt abwärts zu einem schmalen Fluss, Pinien und Eukalyptusbäume stehen am Hang.

Dann geht es wieder hinauf, oben auf der Höhe ist es oft windig. An einigen Stellen bieten sich schöne Blicke, manchmal schon bis zum Strand in der Ferne. Wenn Sie im Wäldchen empörtes Geschrei hören, warnt ein Eichelhäher seine gefiederten Freunde – Spechte, Meisen – vor menschlichen Eindringlingen, also vor Ihnen. Machen Sie sich nichts draus, der Aufruhr in der Vogelwelt legt sich bald wieder. Und wenn Sie Lust auf das wilde Meer haben, können Sie vom nördlichen Zipfel des Naturpfades die Piste hinuntergehen zur überwältigend schönen, gut 1 km entfernten Praia do Castelejo.

Infos

>>> A 5

Start: am Picknickplatz an der M1265

Strecke/Dauer: leichter Wanderweg, 3,5 km/1,5 Std.

Anfahrt: auf der M 1265 von Vila do Bispo Richtung Praia do Castelejo und Praia da Cordoama

Sagres >>>A 6

Urlaub am Limit

Sagres war früher das Ende der Welt. Heute liegt es immer noch extrem: die letzte Stadt im Südwesten der Algarve, die letzte Stadt im Südwesten Portugals, Iberiens, Europas. Der Name hat etwas Legendäres, viele kennen ihn schon vor der Reise. Der erste Eindruck ist enttäuschend, denn bei aller Bekanntheit macht der Ort nicht gerade viel her. Genauer gesagt, gibt es keinen wirklichen Ort mit gewachsenem Kern. Häuser und Straßen liegen ziemlich verloren auf der baumlosen Hochebene, dörfliches Leben mit Cafés, Bars und Restaurants findet man allenfalls an der Praça da República und in ein, zwei Straßen in der Nähe. Ansonsten scheint man hier tatsächlich am Ende der Welt angekommen zu sein.

Im Hafen von Sagres, dem Porto da Baleeira, gibt es lebhaften Fischereibetrieb, Fisch und Meeresfrüchte werden per Auktion an Ladenbesitzer und Gastronomen verkauft. Die eigentliche Bedeutung von Sagres und dieser Südwestecke ist aber historischer und geografischer Natur. Organisierte Bustouren lassen den Ort selbst meist links liegen und fahren direkt zu den beiden Attraktionen in der kargen Umgebung: zur geschichtsträchtigen Fortaleza und zum mythischen Cabo de São Vicente.

Stolze Geschichte

Die Fortaleza de Sagres lockt in den Sommermonaten die Massen an (Ponta de Sagres, Mai–Sept. tgl. 9.30–20, Okt.–April bis 17.30 Uhr, s. auch s. >>>>), für die vielen Besucher wurde ein beachtlicher Parkplatz gebaut. Unter den Ausflüglern sind immer zahlreiche Portugiesen, die der wichtigen Geschichtsstätte ihres Landes einen Besuch abstatten. Stolz und Historie vereinen sich hier an der Ponta de Sagres, denn die Fortaleza hat für die großen Entdeckungs- und Eroberungsreisen der Portugiesen im 14./15. Jh. wohl eine entscheidende Rolle gespielt. Für die Zeitreise zurück brauchen Sie eine Menge Fantasie, denn die Forschungsstätte Heinrichs des Seefahrers wurde 1587 bei einem Angriff des englischen Admirals Sir Francis Drake teilweise zerstört, weitere Schäden richtete das Erdbeben von 1755 an. Viel zu sehen ist also nicht, aber die extreme Lage beflügelt das Vorstellungsvermögen und lässt die verwegenen Seefahrer vergangener Zeiten wieder auferstehen. Erst in den 1950er-Jahren kümmerte sich die Salazar-Regierung um die Anlage, da sich im Jahr 1960 der Todestag des Infanten zum 500. Mal jährte.

Perfekte Welle

Wer nicht auf der Suche nach portugiesischer Historie zur Fortaleza de Sagres fährt, rollt mit mindestens einem Surfbrett auf dem Dach Richtung Sagres. Der Ort ist voll von Surfern, vielen Deutschen und Holländern, die mit umgebauten Unimogs oder ältlichen VW-Bussen anreisen. Die Lage ist superentspannt, Strände und Wellen sind ideal. Für erfahrene Surfer ist die Praia do Tonel im Westen mit guter Brandung geeignet. Schöne Strände sind auch die Praia da Baleeira und die Praia da Mareta direkt am Ort. Landschaftlich brillant und guter Surfspot ist die Praia do Beliche unmittelbar östlich des Cabo de São Vicente. Und dann auf der anderen Seite, etwas nordöstlich von Sagres, die Praia do Martinhal mit weniger Wellen und Blick auf die kleinen Vogelinseln.

Im, auf und unter dem Wasser

Tauchen, Hochseeangeln, Surfen, Seekajak fahren, Stand-up-Paddeln und das Leben im Meer beobachten – alles geht! Von Ortskundigen, die sich mit den Tücken der Kapgewässer auskennen, werden diverse organisierte Touren angeboten. Surfbretter können Sie an der Praia de Tonel mieten. Gute Bedingungen für Windsurfing herrschen normalerweise an der Praia do Martinhal, dort gibt es auch eine Windsurfschule.

© Look, München: robertharding

Die dramatische Aus- und Ansicht teilt man sich am sogenannten Ende der Welt meist mit vielen anderen. Darauf eine gute Thüringer Bratwurst, siehe s. >>>>!

Schlafen

Sagres hat Unterkünfte, die mit Lage auf der Steilküste und grandiosem Blick punkten. Wer eine solche Bleibe mit Meerblick findet, für den lohnt der Besuch von Sagres allemal.

Für Genießer

Pousada de Sagres: Moderne Pousada in schöner Lage über dem Meer, man bekommt allen für eine Pousada üblichen Komfort. Mit Tennisplatz und Swimmingpool.

Ponta da Atalaia, T 282 62 02 40, DZ 81–295 € (je nach Saison)

Hier ist gut sein!

Memmo Baleeira Hotel: Das komfortable Hotel liegt oberhalb des Hafens von Sagres. Der Blick auf die Bucht und den kleinen Hafen ist einmalig.

T 282 62 42 12, www.memmobaleeira.com, DZ 84–164 €, Sonderangebote z. B. für Wochenenden außerhalb der Hauptsaison

Angenehm und günstig

Mareta View Boutique Bed and Breakfast: Schöne Lage in unmittelbarer Nähe zum Dorfplatz. Die Zimmer mit Meerblick kosten etwas mehr, lohnen unbedingt und sind rasch ausgebucht. Zur Meerseite gibt es einen hübsch angelegten kleinen Garten.

Praça da República, T 282 62 00 00, www.maretaview.com, DZ je nach Saison 42–100 €

Mittelklasse

Parque Orbitur Sagres**: Campen am und im Pinienwald mit viel Platz.

1130 Plätze an der Straße nach Vila do Bispo, T 282 62 43 71

Essen

Das (!) Fischlokal von Sagres

A Tasca: Traditionelles Touristenlokal im Hafen von Sagres, in dem man hervorragend Fisch und Schalentiere essen kann.

Porto da Baleeira, Do–Di 12.30–15, 18.30–22 Uhr, Gerichte ca. 15 €

Gepflegt

Vila Velha: Ein behaglich eingerichtetes Restaurant, das nur eine kleine Karte hat, auf der immer auch ein vegetarisches Gericht steht. Ansonsten: gute Fisch- und Fleischgerichte.

Estrada da Pousada, T 282 62 47 88, 13,50–15 €

Sehr entspannt

Nortada: In dem Strandlokal an der flachen Praia do Martinhal mit ihrem schönen weißen Sandstrand bekommt man gute Fleischgerichte oder auch nur Salate um 5 €. Besonders lecker ist der fangfrische Tagesfisch; auch die Cataplana mit Fisch ist sehr zu empfehlen.

Praia do Martinhal, tgl. 10–22 Uhr, Hauptgerichte ab 10 €

Italienisch in Portugal

Terra: Wenn es mal nichts Portugiesisches sein soll: Zu diesem Italiener kann man ruhig ein Stückchen fahren, es lohnt sich! Es gibt guten Fisch und die Gnocchi sind frisch und hausgemacht. Das Tiramisu zum Nachtisch ist ein köstlicher Abschluss.

An der Straße oberhalb der Praia do Beliche, tgl. 9.30–23 Uhr, um 9 €

Bewegen

Surfen und Bodyboarden

Sagres Natura: Surf- und Bodyboardunterricht. Im Shop ist alles mögliche Zubehör zu kaufen und zu mieten.

Rua de São Vicente, T 282 62 41 34, www.sagres-surfcamp.com

Tauchen

Divers Cape: Kurse und professionelle Begleitung, auch Flaschenbefüllung.

Porto da Baleeira (beim Restaurant Tasca), T 965 55 90 73, www.facebook.com/diverscapesagres/

Wildlife Watching

Ein engagiertes Team von Meeresbiologen bietet Marine Wildlife Watching an: Fische, Wale, Delfine, Schildkröten und Seevögel werden vom Boot aus beobachtet (Marilimitado, Porto da Baleeira, T 916 83 26 25, www.marilimitado.com). Delfinwatching, Ausflugsfahrten zum Cabo de São Vicente und Angeltouren hat Cape Cruiser im Programm (T 919 75 11 75, https://capecruiser.org). Startpunkt jeweils am Porto Baleeira, in der Saison tgl.

Ausgehen

Angesagt

Die Rua Comandante Matoso im Zentrum von Sagres ist nachts eine Mini-Partymeile mit mehreren Bars: Nachtschwärmer ziehen vom Dromedário ins Pau de Pita und weiter ins Água Salgada.

Infos

• Posto de Turismo: Rua Comandante Matoso, T 282 62 48 73.

• Bus: tgl. mehrere Busse von Lagos nach Sagres. Haltestelle in der Nähe des Posto de Turismo.

Tour

Unterwegs mit Heinrich dem Seefahrer

Die vier W-Fragen

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Heinrich der Seefahrer war gar kein Seefahrer. Die einzige Seereise, die er unternahm, führte ihn ins nahe Marokko.

Der berühmte Infante, der seinem Namen zum Trotz nur einmal wirklich in See stach, hat im abgelegensten Winkel Europas die großen nautischen Abenteuer der Portugiesen in die Wege geleitet. ›O Navegador‹ wird er deshalb genannt und allerorten in Portugal verehrt. Überall, wo man auf Dom Henrique, auf O Infante oder O Navegador stößt – ein Restaurant, ein Hotel, die Autobahn –, ist er gemeint.

Wer war der Mann?

1394 wurde er im nordportugiesischen Porto geboren. O Infante war ein Sohn von João I., unter dessen Herrschaft das kleine Land zur führenden Welt- und Handelsmacht aufstieg. Dreierlei war für seine Erfolge entscheidend. Er wurde, nachdem er 1415 bei einem Kreuzzug nach Nordafrika an der Eroberung von Ceutá beteiligt gewesen war, zum Gouverneur der Algarve mit ihren zahlreichen Häfen ernannt. Außerdem war Heinrich Großmeister des mächtigen Christusritterordens, der die portugiesischen Weltmeerbesegelungen initiierte und finanzierte. Und schließlich kam Heinrich mit den Kenntnissen der Araber in Berührung – wie, ist nicht bekannt, denn als er die politische Bühne betrat, waren die Mauren bereits seit mehr als 150 Jahren aus der Algarve vertrieben.

Wo wirkte er?

Seinen Sitz hatte Heinrich in der Fortaleza de Sagres auf der windumwehten Höhe über dem Atlantik. Hier muss er Zusammenkünfte bedeutender Kosmologen, Astronomen und Nautiker aus verschiedenen Ländern initiiert haben, hier wurde das Wissen der damaligen Zeit zusammengetragen, das der portugiesischen Seefahrt wesentliche Impulse gegeben hat. Was dort oben auf den Felsen besprochen, diskutiert und geforscht wurde, wurde nicht öffentlich. Keinesfalls sollten die neuen Erkenntnisse an andere Herrscher gelangen, die sie für sich hätten nutzen können. Außerdem durfte nicht bekannt werden, dass man sich auf arabische Kenntnisse stützte, denn die wurden seitens der römischen Kirche äußerst kritisch beäugt.

Allzu viel gibt es an diesem für Portugals Geschichte so wichtigen Ort nicht zu sehen, aber erst hier erhält man eine Vorstellung davon, was für eine Leistung es war, am Ende der damals bekannten Welt derart bahnbrechende Ideen zu entwickeln. Hat man die wuchtigen Festungsmauern passiert, steht man vor einem großen kreisrunden Steingebilde auf dem Boden, das unter dem Namen Rosa dos Ventos bekannt ist. Ob der Kreis wirklich als Windrose gedient hat, ist nicht geklärt; er ist in 42 Kreissegmente statt der für Windrosen üblichen 32 Segmente unterteilt. Auch ein padrão steht hier. Er ist eine Nachbildung: Solche Steinsäulen hinterließen die Portugiesen überall, wo sie neu entdecktes Land betraten oder zu ihrem Eigentum erklärten. Auf einem Spaziergang kann man die Ponta de Sagres umrunden. Vom Weg, der an mehreren Aussichtspunkten und Kanonen vorbeiführt, bieten sich atemberaubende Blicke auf die Südküste und zum Cabo de São Vicente.

Was zog den Seefahrer in die Kirche?

Im 15. Jh. gehörten die Gebiete um Sagres und Vila do Bispo zu Heinrichs Besitz und man vermutet, dass er die Kapelle Nossa Senhora da Guadalupe regelmäßig aufsuchte, die Sie nördlich der N 125 erreichen. Vor den großen Entdeckungsfahrten sollen Heinrich und die Christusritter in der kleinen Kirche für gutes Gelingen der abenteuerlichen Unternehmungen gebetet haben.

Wie sah Heinrich aus?

Wer das wissen möchte, fährt nach Lagos und dort die Avenida dos Descobrimentos entlang bis zur Praça da República. Hier erinnert ein Denkmal an Heinrich den Seefahrer, das an seinem 500. Todestag aufgestellt wurde: Gelassen, doch in stolzer Haltung sitzt er da, den Blick ruhig und erfolgsgewiss aufs Wasser gerichtet.

Infos

>>> A 6

Planung: Auto erforderlich, Zeitbedarf ein guter halber Tag

Routenverlauf: von der Fortaleza de Sagres die N 268 und N 125 entlang in östlicher Richtung nach Lagos

Öffnungszeiten: Fortaleza de Sagres, s. >>>>; Nossa Senhora da Guadalupe, s. >>>>

Der Seefahrer für die Autofahrer: »Via do Infante de Sagres« ist der offizielle Name für die Algarve-Autobahn A 22.

Cabo de São Vicente >>>A 6

Vom Glück, am Rand zu stehen

37° 01' 42'' nördlicher Breite, 8° 59' 67'' westlicher Länge: Das 60 m hohe Kap 6 km nordwestlich von Sagres hat als südwestlichster Punkt Europas seit jeher die Menschen magisch angezogen. Einst wurde hier eine Gottheit verehrt. Von einer kultischen Bedeutung weiß man durch den griechischen Geografen und Historiker Strabo, der das Kap als heiligen Gebirgszug erwähnte, und Plinius der Ältere schrieb über das ›heilige Vorgebirge‹ (promontorium sacrum).

Auch der Name Sagres leitet sich von sacrum oder sagris (geheiligt) ab. Den Römern galt das Kap als Sitz der Götter, und auch den Mauren war der Ort heilig, wenngleich sich während ihrer Herrschaftszeit eine christliche Kapelle am Kap befand (zu den Legenden und zur Geschichte des Cabo s. auch s. >>>>).

Absturzgefährdet

Die Hochebene ist karg, nur Macchiagewächse trotzen den stetigen Westwinden. In leichtem Bogen zieht sich die Straße zum Cabo de São Vicente um die Bucht von Beliche. Etwa 3 km hinter Sagres harrt die Fortaleza de Beliche der Dinge, die da kommen, steht schwindelerregend über dem Abgrund – eine kleine Befestigungsanlage, deren Ursprünge im Dunkeln liegen. Ihre Zukunft dagegen lässt sich erahnen.

Die jetzige Anlage, über die der Santo António als Schutzpatron wacht, stammt aus dem 17. Jh., ihr Vorgängerbau wurde wie die Fortaleza de Sagres von Sir Francis Drake zerstört. In der Festung wurde bis vor einiger Zeit eine Dependance der Pousada in Sagres betrieben – zweifellos ein außergewöhnliches Schlafplätzchen. In den Mauern steht außerdem eine der hl. Catarina geweihte Kapelle.

Die Festungsanlage ist heute massiv vom Absturz bedroht, Erosion hat der Steilküste zugesetzt. Anfangs hatte man noch gehofft, das Gemäuer abstützen zu können, dann aber erkennen müssen, dass der Kampf gegen die Naturkräfte aussichtslos ist. Die Festung wurde für die Öffentlichkeit gesperrt, nur kleine Sonderevents finden in den Mauern noch statt. Ein Blick auf die Steilküste unterhalb der Kapelle verdeutlicht die hoffnungslose Situation (s. auch s. >>>>).

© laif, Köln: Frank Heuer

Der vier Tonnen schwere Glaskörper im Leuchtturm des Kaps bündelt das Halogenlicht.

Leuchtturm extrem

Die Stromleitung ist der letzte Begleiter auf dem Weg zum Ende der Welt, neben der Straße schwanken ihre Kabel Richtung Kap. Und dann ist man da! Was für ein Ort! Alles strömt zum Kap, jeder will zum Extrempunkt. Wolfgang und Petra aus Nürnberg verkaufen die Letzte Bratwurst vor Amerika (April–Okt. tgl. 10.30–17.30 Uhr, www.letztebratwurst.eu). Schon seit 1999 stehen sie mit ihrem Imbisswagen am Kap und brutzeln die gute Thüringer – echte deutsche Spezialität zum endlosen Blick über den Atlantik. Im Sommer verkaufen Buden dicke Wollpullover gegen den heftigen Wind und Honig und Trockenfrüchte aus den Algarve-Bergen.

Heute überfluten Tagesgäste Europas südwestlichsten Punkt, früher kamen Pilger. Bis ins 16. Jh. hinein stand hier ein Kloster, das lange vom Hieronymusorden geführt wurde. Später gehörte es dem Orden Santa Maria da Piedade und fiel der Attacke von Sir Francis Drake zum Opfer. Die Klosterräume dienten den Pilgern als Unterkünfte.

Am Ende der Straße steht der Leuchtturm – tagsüber umschwärmt und bewundert, nachts ein einsamer Wolf auf dem letzten Kap vor dem dunklen Nichts. 22 m ist er hoch, 1846 ließ Königin Maria II. ihn bauen. Manchmal ist er zur Besichtigung offen (Mi 14–17 Uhr). In einem Turm des alten Klosters hatte es schon ein mit Öl betriebenes Leuchtsignal mit einer Reichweite von etwa 20 Seemeilen gegeben. Die heutige Lichtanlage, die mit 2,66 m Durchmesser die größte Europas sein soll, hat eine Reichweite von bis zu 33 Seemeilen (etwa 60 km).

Ein kleines Museum ist der Geschichte des Leuchtturms, des Kaps, der Seefahrt und Fischerei gewidmet.

Di–So April–Sept. 10–18, Okt.–März 10–17 Uhr

© Mauritius Images, Mittenwald: imagebroker/Günter Fischer

Wo steile Felsklippen ins Meer fallen und die Gischt brandet, riecht es plötzlich nach … Bratwurst! Dank guter Vermarktung haben sich die aus Deutschland importierten Thüringer weithin rumgesprochen.

Zugabe

Von der Klippe gekippt?

Rätselhafter Tod an der Praia do Beliche

10. Februar 2014, an der