Die Zeit ist reif! - Josephine Colclough - ebook

Die Zeit ist reif! ebook

Josephine Colclough

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  • Wydawca: mvg
  • Kategoria: Poradniki
  • Język: niemiecki
  • Rok wydania: 2013
Opis

Manchmal stecken wir in Lebenssituationen fest, aus denen wir keinen Ausweg mehr sehen. Dann geraten wir leicht in einen Teufelskreis aus Depression und Lethargie, den zu durchbrechen uns schwer fällt. Veränderung ist angesagt - bloß wie? Aus seiner jahrelangen Praxis heraus entwickelte das Psychologenpaar Beechy und Josephine Colclough äußerst erfolgreiche Strategien, die einen Weg aus der Sackgasse weisen. Sie stellten verschiedene Fragenkataloge und Selbsttests zusammen, um die persönliche Situation genau zu analysieren. Daraus lassen sich individuelle Lösungsansätze entwickeln, die helfen, Veränderungen endlich anzupacken und ein besseres Leben zu beginnen.

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Beechy und Josephine Colclough

Die Zeit ist reif

Beechy und Josephine Colclough

Die Zeit ist reif

Mut zur Veränderung – machen Sie mehr aus Ihrem Leben!

Aus dem Englischen übersetzt von Christiana Haack

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

Nachdruck 2013

© 2001 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

© Beechy and Josephine Colclough 1999

© 2001 bei mvg-verlag im verlag moderne industrie AG & Co. KG, Landsberg am Lech

Titel der englischen Originalausgabe: „A Challenge to Change“

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Aus dem Englischen: Christiana Haack

Umschlaggestaltung: Atelier Seidel, Altötting

Satz: J. Echter, mi

Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN Print 978-3-86882-319-6

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86415-370-9

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86415-835-3

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter

www.muenchner-verlagsgruppe.de

eBook by ePubMATIC.com

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Bereiten Sie sich auf Veränderungen vor!

Helfen Sie sich selbst!

Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg

Hohe Erwartungen

Wie Ihnen dieses Buch helfen kann

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch!

Teil I: Was möchten Sie verändern?

Kapitel 1: Es ist schwierig, etwas loszulassen, wenn Sie noch immer daran festhalten

Anker-Typen

Furcht

Die Sicherheitsfalle

Abblocken von Veränderungen

Wie Sie lernen, loszulassen

Zusammenfassung

Kapitel 2: Fundsachen

Stellen Sie sich Ihrer Vergangenheit!

Wege, mit der Vergangenheit umzugehen

Fürchten Sie sich nicht vor der Selbsterkundung!

Was gehört wirklich zu Ihnen?

Ihre Träume oder die eines anderen?

Wessen Verantwortung?

Die Regel, nicht darüber zu reden

Machen Sie eine Bestandsaufnahme!

Die negative Stimme

Warum schleppen Sie Fundsachen mit sich herum?

Zusammenfassung

Kapitel 3: Wer gibt demjenigen, der gibt?

Die Ablenker

Setzen Sie sich durch!

Familiäre Verpflichtungen

Soziale und helfende Berufe

Menschen, die im privaten Bereich für andere sorgen

Nehmen Sie Veränderungen vor!

Zusammenfassung

Kapitel 4: Zu viele Passagiere

Beliebte Spielchen

Ihre Eltern

Ihr Partner und Ihre Familie

Ihre Kinder

Ihre Geschwister und andere Verwandte

Stiefkinder

Beziehungserwartungen

Zusammenfassung

Kapitel 5: Der Klub der Eckensteher

Die sechs Gebote der Veränderung

Ehe beziehungsweise langfristige Beziehung

Beruf

Gesundheit

Freizeit und Hobbys

Ihr spirituelles Leben

Zusammenfassung

Kapitel 6: Die Meute: Wer jagt hier wen?

Wut

Scham und Schuld

Zusammenfassung

Teil II: Wie man Veränderungen vornimmt

Kapitel 7: Nichts als die Wahrheit

Machen Sie eine Bestandsaufnahme!

Körperliche Gesundheit

Seelische Gesundheit

Ihr spirituelles Leben

Fertigkeiten

Andere Bereiche

Zusammenfassung

Kapitel 8: Entdecken Sie Ihre Antriebskraft!

Getarnte Antriebskräfte

Nutzen Sie Ihre Antriebskräfte!

Setzen Sie sich mit Ihren negativen Antriebskräften auseinander!

Leben Sie für den Augenblick!

Kämpfen Sie gegen geringes Selbstwertgefühl an!

Bewegen Sie sich vom Negativen zum Positiven!

Zusammenfassung

Kapitel 9: Die Veränderungslandkarte

Ein Rahmen für Ihre Landkarte

Ihre bisherige Geschichte

Verschiedene Strategien

Sich wandelnde Ziele und Bedürfnisse

Weitere Tipps zum Erstellen der Landkarte

Zusammenfassung

Kapitel 10: Es kommt auf das Innenleben an

Was ist das Richtige für Sie?

Führen Sie über Ihre Bedürfnisse Tagebuch!

Zusammenfassung

Teil III: Die Veränderung konsolidieren

Kapitel 11: Tauge ich genug, „dass es mir so gut gehen darf?“

Die Schuldzuweisungsfalle

Wie man schrittweise machtvoller wird

Entdecken Sie Ihr Selbstwertgefühl!

Zusammenfassung

Kapitel 12: Die alten Muster durchbrechen

Entdecken Sie Ihre Verhaltenmuster!

Positive Verhaltensmuster nutzen

Zusammenfassung

Kapitel 13: Ihr Seelenüberlebender

Was ist Spiritualität?

Schlüssel zur Spiritualität

Zusammenfassung

Kapitel 14: Sofortiger Zugang zu innerem Frieden und Leichtigkeit

Wie Sie sofort zu innerem Frieden gelangen können

Quellen des inneren Friedens und der Selbstsicherheit

Anhang

Anlaufstellen

Einleitung

Die Zeit ist reif soll Sie zu Veränderungen in Ihrem Leben anregen. Dieses Buch richtet sich an Personen, die an einem Scheideweg in ihrem Leben angelangt sind und die Hilfsmittel, die Motivation und insbesondere die entsprechende Überzeugung brauchen, um sich vorwärts zu bewegen und Veränderungen vorzunehmen. Mit-hilfe dieses Buches und der darin enthaltenen Übungen werden Sie die Bereiche Ihres Lebens, mit denen Sie unglücklich und unzufrieden sind, klarer erkennen und sich ihnen stellen. Veränderung erfordert sowohl Mut als auch Einsicht. Träumen allein bringt nichts, sofern Sie diese Träume nicht tatsächlich Wirklichkeit werden lassen möchten. Gehen Sie also nicht geradewegs von der Phase des Träumens dazu über, sich vorzusagen, was sich Ihnen in den Weg stellen könnte. Die möglichen Hindernisse dürfen nicht länger automatisch als Antwort kommen. Von jetzt an sollten Sie jedes Mal, wenn Sie „ach, wenn doch nur“ denken, innehalten und dies durch „dann, wenn“ ersetzen. Jedes Mal, wenn Sie sich selbst bemitleiden oder in eine negative Sichtweise verfallen, sollten Sie innehalten und sich sagen, dass Sie nie vom Fleck kommen, wenn Sie weiter so negativ eingestellt sind und nicht endlich anfangen zu glauben, dass alles auch anders sein kann. Dies ist äußerst wichtig – um etwas zu verändern, müssen Sie davon überzeugt sein, dass es möglich ist (selbst wenn Sie Ihres Erachtens nicht wissen, wie Sie das bewerkstelligen sollen).

Wir versuchen nicht, Ihre Gefühle infrage zu stellen. Wir möchten vielmehr betonen, dass Ihre Denkweise und Ihre Einstellung sich selbst gegenüber ganz entscheidend dazu beiträgt, ob Sie dem Altgewohnten verhaftet bleiben oder vorangetrieben werden. Von jetzt an haben Sie die Wahl, und es ist eine sehr positive, wenn Sie es nur zulassen. Vergessen Sie dies nie. Veränderung beginnt mit einer Entscheidung und Sie müssen diese Entscheidung auf Dauer treffen, indem Sie positiv denken, an sich glauben und so handeln, „als ob“ …

Von jetzt an brauchen Sie sich nicht mehr vor dem Eingeständnis zu fürchten, dass sich etwas verändern muss. Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Zeichen dafür, dass Sie den für Veränderungen nötigen Mut aufbringen und die Einsicht haben, die Bereiche, die der Veränderung bedürfen, zu erkennen. Sowie Sie dies tun, werden Sie entdecken, dass Akzeptanz die Energiequelle wird, mit deren Hilfe Sie sich vorwärts bewegen und die nächste Phase beim Vollbringen Ihrer selbst gesteckten Ziele erreichen. Dieses Buch hilft Ihnen bei der Identifizierung dessen, was Sie wollen und brauchen, und zeigt Ihnen, wie Sie es vermeiden, in dem alten Gleis stecken zu bleiben, um endlich Ihre Ziele verwirklichen zu können. Übrigens akzeptieren wir nicht, dass Sie nicht wissen, was Sie tun müssen. Was Sie blockiert, ist die Angst vor dem Eingeständnis, dass sich etwas verändern muss, weil Sie vielleicht die Lösung noch nicht genau wissen. Auch hierbei wird Ihnen dieses Buch eine Hilfe sein, weil es Ihnen die Zuversicht zu der Erkenntnis verleiht, dass Sie nicht unbedingt eine Lösung parat haben müssen, um sich einzugestehen, dass sich etwas ändern muss. Sie müssen nicht von vornherein alle Lösungen wissen. Befreien Sie sich aus dieser Falle.

Bereiten Sie sich auf Veränderungen vor!

Wir möchten, dass Sie als Vorbereitung eingehend darüber nachdenken, wie zufrieden Sie mit Ihrem Leben sind. Scheuen Sie sich nicht, sich dieser Frage zu stellen. Es ist überhaupt nichts falsch daran, etwas zum Besseren verändern zu wollen. Veränderungen müssen nicht bedeuten, alles infrage zu stellen und bei null anzufangen. Stellen Sie erst einmal folgende vier Schlüsselfragen:

1. Entspricht das Ergebnis wirklich Ihren Erwartungen? Unumwunden gesagt, ist es das, was Sie wollen?

2. Was kostet Sie Ihre Lebensweise? Dies bemisst sich sehr generell in Begriffen wie Zeitdruck, Auswirkungen auf Ihre seelische und körperliche Gesundheit (wie Angst, Depression, Stress), Beziehungen, spirituelles Leben und natürlich Finanzielles. Seien Sie schonungslos ehrlich – bezahlen Sie einen zu hohen Preis? Wenn ja, müssen Sie etwas verändern. Opfern Sie nicht Ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden. Das ist es einfach nicht wert.

3. Was sind Ihre Prioritäten im Leben (Ihre wahren Prioritäten, nicht die, von denen Sie glauben, Sie müssten sie haben)? Sind Sie derzeit nahe daran, sie zu erreichen, oder haben Sie sie aufs Spiel gesetzt? Fällt es Ihnen schwer, Arbeit und Zeit für sich und andere ins Gleichgewicht zu bringen (wobei unter Arbeit sowohl Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen als auch bezahlte Berufstätigkeit gemeint ist)? Bedenken Sie auch, dass sich Prioritäten verändern und Sie sich selbst gestatten müssen, diese Möglichkeit zu erforschen.

4. Gibt es schwer wiegende Problembereiche in Ihrem Leben wie Gesundheitsprobleme, psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Beziehungsprobleme (mit Ihrem Ehepartner, Lebensgefährten, Ihren Kindern, Verwandten), Krisen am Arbeitsplatz?

Halten Sie einen Augenblick lang inne. Legen Sie das Buch beiseite. Wenn Sie eine Sekunde lang schonungslos ehrlich wären, was müsste sich Ihrem Gefühl nach verändern? Sie müssen wiederum keine Lösung parat haben – beantworten Sie lediglich die Frage und behalten Sie die Antwort beim Durcharbeiten des Buches im Hinterkopf. Simon, ein 29-jähriger Broker, antwortete darauf:

„Mir kam sofort der Gedanke, dass ich meine Frau und mein Baby kaum sehe. Das möchte ich ändern. Mir geht es ziemlich oft mies, aber ich weiß nicht, was ich da machen kann.“

Auf einer ganz anderen Ebene müssen Sie sich auch fragen, woher Ihr Selbstwertgefühl rührt. Fragen Sie sich, wodurch Sie sich buchstäblich „voll Wert“ fühlen. Was brauchen Sie, damit Sie sich wertvoll und würdig fühlen? Viele Leute zwingen sich aufgrund von Macht, Status und finanziellem Lohn zur Karriere. Daran ist überhaupt nichts falsch, wenn das für Sie der richtige Weg ist. Sie müssen zudem darüber nachdenken, aus welchen Quellen Sie Ihre positiven Gefühle schöpfen. Hängen Sie zu sehr von einem einzigen Bereich wie Geld oder Arbeit ab? Neigen Sie aus diesem Grund dazu, auf äußere Quellen zu achten, und vergessen Sie dabei die inneren? Lassen Sie deshalb Ihr Privatleben schleifen? Überlegen Sie sich doch, ob Sie Ihre Ressourcen nicht ein wenig erweitern wollen. Wenn Sie von Ihrer Karriere oder von Geld getrieben werden, mag das eine Zeit lang funktionieren, aber wohin führt Sie das letztlich?

Helfen Sie sich selbst!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb Selbsthilfebücher derzeit so beliebt sind? Sie befriedigen ein Bedürfnis – herauszufinden, welchen Sinn das Leben für einen hat. Einige von Ihnen haben zu diesem Buch gegriffen, weil sie eine Richtung suchen – etwa in persönlicher, beruflicher, spiritueller, gesellschaftlicher, körperlicher Hinsicht oder auf Bildung bezogen. Mithilfe dieses Buches können Sie sich leichter darüber klar werden, wohin Sie wollen.

In den letzten Jahrzehnten wird zunehmend über Stress geklagt. Man kann viel und angestrengt arbeiten, wenn man einen Sinn dahinter spürt – Stress entsteht dann, wenn man sich wie in einer Tretmühle vorkommt, und das Leben wird so zu einem endlosen Prozess des verzweifelten Versuchs, die Zielgerade zu erreichen. Sie müssen unbedingt das Gefühl haben, dass Ihrem Tun im Leben ein Sinn zugrunde liegt – der immer wieder neu zu beurteilen ist. Schließlich verändern sich Ihre Prioritäten, und viele ehrgeizige Menschen merken im Alter von 35 bis 40 Jahren, dass sie nicht mehr von denselben Dingen angetrieben werden wie als 20-Jährige. Das kann sich als schlimmer Schock erweisen. Manchmal müssen Menschen fähig sein, die Richtung, in die sie gehen, neu zu bestimmen. Der Ausdruck „aussteigen“ bezieht sich auf Menschen, die aufhören, konform zu sein – was für ein emotionaler Begriff, um Personen zu beschreiben, die sich mutig der Tatsache stellen, dass es ihnen Sorgen bereitet, was sie aus ihrem Leben machen. Wenn Sie eine Führungsposition aufgeben, weil Sie zutiefst unglücklich sind, und etwas völlig anderes machen, wie etwa eine kleine Landwirtschaft anfangen, „steigen Sie dann aus“ oder leben Sie schlicht und einfach in Verbindung mit dem, was Sie antreibt? Hat sich etwas verändert? Ist es einfach an der Zeit, etwas anderes zu tun, nicht länger in der Tretmühle gefangen zu bleiben, die Sie mit großer Wahrscheinlichkeit körperlich und seelisch krank macht?

In verschiedenen Lebensabschnitten liebäugeln Sie ganz natürlich mit dem Gedanken an Veränderung. Oft bleibt es lediglich beim Liebäugeln, beim Nachdenken, Ausmalen und Nachsinnen. Ihr Wunsch nach Veränderung kann etwas Ernsthaftes betreffen oder etwas weniger Wichtiges. Vielleicht möchten Sie körperlich fit werden oder mit einer negativen Gewohnheit brechen, wie etwa einer Drogen–, Alkohol–, Ess–, Spiel- oder Kaufsucht; oder Sie möchten sich beruflich verändern, eine Beziehung in neuem Licht sehen, fragen sich, ob Sie Kinder haben wollen oder nicht, ob Sie bei einem psychischen oder medizinischen Problem Hilfe suchen sollten. Die Liste ließe sich unendlich erweitern …

Die Schlüsselfrage lautet: Warum stellen Sie sich diese Frage, unternehmen aber diesbezüglich nichts weiter? Was müssen Sie anders machen, um sich voranzutreiben, damit Sie aus der Phase des Nachdenkens zum Handeln gelangen? Welche Hindernisse legen Sie sich gern in den Weg? Auf all dies werden wir näher eingehen, damit Sie sich der Fallen bewusst werden, die Sie sich selbst stellen, und erkennen, was getan werden muss, damit Sie ein anderes Ergebnis erreichen. Wäre es nicht toll, davon überzeugt zu sein, dass vieles nicht nur ein Traum bleiben muss? Wie enttäuscht sind Sie denn von sich, wenn Sie sich eingestehen müssen, dass eine Veränderung Sie reizt, Sie aber diesbezüglich nichts unternehmen? Welche Energien könnten Sie für die Realisierung dieser Veränderungen wirklich freisetzen, wenn Sie wüssten, dass Sie es wirklich könnten und die Veränderungen dauerhaft wären?

Beim Nachdenken darüber sollten Sie unbedingt realistisch bleiben, aber peilen Sie auch nicht zu niedrige Ziele an. Sie müssen das Gleichgewicht zwischen Realitätssinn und allzu negativer Sichtweise finden. Wir hören schon Ihren Einwand: „Wie weiß ich denn, was was ist?“ Darauf gibt es kein Patentrezept, aber indem Sie mit anderen sprechen und den Dingen auf den Grund gehen, können Sie sich allmählich auf eine Antwort zubewegen. Wir schlagen auch vor, dass Sie nicht gleich versuchen sollten, Berge zu versetzen. Unserer Überzeugung nach haben kleine Veränderungen einen Dominoeffekt. Also beginnen Sie mit geringfügigen Veränderungen und warten Sie die Wirkung ab. Mit dieser Strategie werden Sie auch Veränderungen beibehalten können, weil Sie nur das umsetzen, was Sie auch handhaben können.

Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg

Furcht und Angst

Inwieweit sind Sie sich Ihrer eigenen Hürden bewusst, Ihrer Furcht, Ihres Mangels an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen? Sind Sie in die Falle gegangen und zu dem Schluss gelangt, dass dies Eigenschaften sind, die zu Ihnen gehören und deshalb nicht zu ändern sind? Die Zeit ist reif hilft Ihnen dabei, diese Einstellung zu hinterfragen, und lehrt Sie, sich Ihrer vielen Optionen bewusst zu werden. Sie werden lernen, dass Hürden zwei Seiten haben. Offensichtlich sind sie begründet, aber manchmal übertreiben Sie es damit ein wenig, und dann geraten sie Ihnen in die Quere. Nehmen wir beispielsweise Furcht. Es ist überaus vernünftig und hilfreich, sich zu fürchten, wenn man in einem Raum gefangen ist, in dem ein Feuer ausgebrochen ist. Im Alltagsleben allerdings kann Furcht Sie davon abhalten, die Dinge zu tun, die Sie wirklich gern tun würden. Dasselbe gilt für Angst. Sie kennen wahrscheinlich alle das Gefühl, als drehe sich einem der Magen um, das begleitet wird von schweißnassen Händen und einem Gefühl von Enge in der Brust. Auch die Angst hat zwei Seiten. Etwas, das gewöhnlich völlig außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass es bei der Angst darum geht, wirklich etwas zu wollen. Denken Sie mal darüber nach – warum haben Sie Angst, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch haben oder in einer Prüfung sitzen? Erzählen Sie uns nicht, Sie hätten Angst zu versagen – nein, die Angst liegt in dem Wunsch nach Erfolg begründet, aber sie kann sich äußerst negativ auswirken. Wenn Sie also das nächste Mal Angst spüren, konzentrieren Sie sich nicht auf die unangenehmen Symptome. Spornen Sie sich lieber an, indem Sie sich fragen: „Was will ich eigentlich?“ Darauf kommen wir später noch zu sprechen.

Die Vergangenheit

Eine andere, sehr häufige Hürde ist „die Vergangenheit“. Zweifellos werden Sie durch Ihre Lebenserfahrungen geprägt, aber Sie müssen sich nicht völlig von ihnen beherrschen lassen. Ist es nicht ein aufregender Gedanke, dass Sie sich entschließen können, kein machtloses Opfer zu sein, sondern ein Mensch, der sich auf vernünftige und zuträgliche Weise seine Macht nehmen kann – Sie können der Bildhauer Ihres Lebens werden, statt von etwas gefangen zu sein, das Ihnen weitergereicht wurde. Natürlich lassen sich Probleme in der Kindheit nie mehr ungeschehen machen, aber es kommt darauf an, nicht mehr dafür bezahlen zu müssen. Einmal reicht – lassen Sie sich Ihr Leben nicht auf immer und ewig ruinieren. Haben Sie den Mut, sich vorwärts zu bewegen. Das heißt nicht, dass vergangene Geschehnisse unbedeutend sind. Es ist vielmehr an der Zeit, dass Sie mit Ihrem Leben vorankommen, und Sie verdienen Gutes im Leben. Sie können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen oder ändern, aber Sie können das Heute mit Positivem füllen.

Negative Selbstgespräche

Die Art, wie Sie mit sich selbst sprechen, kann ein Hindernis darstellen. Bedenken Sie: Ihr Kopf gibt nie Ruhe; Sie denken unablässig, und oft reden Sie sich selbst etwas ein. Sie müssen sich der Botschaften, die Sie selbst sich geben, besser bewusst werden. Sie sind sich vielleicht nicht immer im Klaren darüber, woher all diese Botschaften kommen. Manchmal werden sie durch das beeinflusst, was Ihnen wichtige Leute gesagt haben, etwa Ihre Eltern, Lehrer, Gleichaltrige – diese Menschen formen uns auf so offensichtliche Weise, dass Sie womöglich manchmal zu sehr auf sie hören und sich selbst immer Dinge vorsagen, die nicht zutreffen. Manchmal rühren Botschaften von Erfahrungen her; einzelne Erfahrungen werden oft verallgemeinert, sodass ähnliche Situationen in der gleichen Ursache-Wirkung-Weise gesehen werden. Manche Leute schrecken davor zurück, um eine Beförderung zu bitten, weil sie einmal abschlägig beschieden wurden. Sie reden sich von da an ein: „Es hat keinen Sinn; das klappt bei mir doch nicht.“ Was für eine vernichtende Feststellung! Wir sind überzeugt, dass Ihnen viele solcher Botschaften an sich selbst einfallen. Etwa:

• Ich bin nun mal ein Pechvogel.

• Ich brauche es gar nicht zu versuchen, weil ich doch nichts erreiche.

• Leute wie ich werden nun mal nicht auf so eine Stelle befördert.

• Bei Vorstellungsgesprächen bin ich eine Katastrophe.

• Ich wollte immer … aber ich weiß, dass ich es nicht könnte.

• Ich würde ja gern Sport treiben, aber ich sollte es lieber bleiben lassen, weil ich es ja doch nicht kann.

• Ich würde gern … ausprobieren, aber ich würde dabei mit Sicherheit total blöd aussehen.

• Ich kann nie wirklich glücklich sein.

Später kommen wir eingehender auf diese Botschaften zu sprechen. Wenn Ihnen jetzt einige Ihrer Botschaften einfallen, schreiben Sie sie auf und heben Sie sie für später auf.

Hohe Erwartungen

Denken Sie auch über Erwartungen nach. Meinen Sie nicht, wir erwarten zu viel von uns und anderen? Wir leben in einer Welt der Möglichkeiten, aber nicht allen werden sie sich eröffnen. Wie wirkt sich das aus? Wir leben oft mit einem Hunger, der nie befriedigt werden kann – mit Ausnahme einiger „Auserwählter“. Aber was wollen Sie wirklich? Wollen Sie eher ein Opfer zu vieler Wahlmöglichkeiten sein, als der Urheber dessen, was Sie wirklich anstreben und tatsächlich erreichen können? Darüber sollten Sie unbedingt nachdenken.

Zufriedenheit

Wie geht es Ihnen, wenn Sie einem wahrhaft zufriedenen Menschen begegnen? Zufriedenheit ist ein Gemütszustand, den manche erreichen, und er ist unschätzbar wertvoll. Glück können Sie schließlich nur erlangen, wenn Ihre Erwartungen der Realität entsprechen. Wenn unsere Erwartungen nur selten der Wirklichkeit entsprechen, ist es sinnvoller, sie neu zu überprüfen, anstatt uns lediglich über die Wirklichkeit zu ärgern und mit ihr zu hadern. Zufriedenheit kommt von innen. Wir können unsere Perspektiven und Erwartungen neu ordnen, um zu ihr zu gelangen.

Akzeptanz und Seelenfrieden

Sie sollten darüber nachdenken, was Sie ändern wollen, und es genau bestimmen, aber verschwenden Sie keine Energie darauf, Unmögliches anzustreben. Hier sollte erwähnt werden, dass Akzeptanz ein wichtiges Ziel darstellt, eines, das in der heutigen Welt wenig gepflegt wird. Dieses Buch handelt nicht davon, das Ziel der Perfektion zu erreichen, sondern davon, auf alle möglichen Arten – im Großen wie im Kleinen – mehr aus Ihrem Leben zu machen.

Wie Ihnen dieses Buch helfen kann

Mithilfe dieses Buches können Sie sich sowohl das Wissen darüber als auch die Fähigkeiten aneignen, besser mit Ihren Gefühlen, Empfindungen und Beziehungen umzugehen.

Ausgerechnet auf einige der wichtigsten Erfahrungen in Ihrem Leben sind Sie in der Regel nur unzureichend vorbereitet. Was hat man Ihnen denn über Beziehungen beigebracht? Wahrscheinlich so gut wie nichts. Wer sagte Ihnen denn, dass es in Ordnung ist, Gefühle zu haben? Und wie vielen von Ihnen wurde denn gezeigt, dass Sie ruhig um Hilfe bitten oder Gefühle von Depression oder Negativität ausdrücken dürfen? Dieses Buch erlaubt Ihnen, einiges anders zu machen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass andere Leute oft Ähnliches fühlen – aber wenn Sie mit niemandem darüber sprechen, werden Sie es auch nie erfahren. Mithilfe einiger der Übungen in diesem Buch werden Sie allmählich empfindsamer dafür, wie andere in Ihrem Leben Sie und ihre Welt wahrscheinlich wahrnehmen, und die Übungen können Ihnen helfen, mit der Zeit auf andere, bedeutungsvollere Weise zu kommunizieren. Bei der Lösung von Beziehungsproblemen geht es nie darum, wer im Recht oder Unrecht ist. Es geht vielmehr darum, einen Ausweg zu finden. Das geschieht, wenn man sich Zeit nimmt, einander zu verstehen.

Denken Sie nur darüber nach, wie isoliert Sie in emotionaler Hinsicht sind. Ja, Sie sind von Menschen umgeben, aber auf welcher Ebene kommunizieren Sie? Das gilt ganz besonders für Männer. Man hat ihnen oft beigebracht, dass Männer nicht über ,Schwächen‘ reden, und so leiden sie oft unnötigerweise. Dieses Buch wird Ihnen hoffentlich die eindringliche Botschaft vermitteln, dass Gefühle nichts mit Schwäche zu tun haben und dass nur starke Menschen offen über Probleme sprechen können.

Oft denken Menschen insbesondere nach einer Krise über Veränderungen nach. Was passiert denn beispielsweise nach Trauerfällen, wie wirken sie sich auf die Betroffenen aus? Wir nehmen nicht mehr wirklich die Unausweichlichkeit oder die Normalität des Todes hin – wir erwarten so viel von der modernen Medizin, sogar Wunder. Wir erfahren den Tod nicht mehr aus der Nähe. Er wird steril gemacht und auf Abstand gehalten. Wut spielt im Trauerprozess eine Schlüsselrolle, und ein großer Teil der Wut hat damit zu tun, dass man mit der Tatsache fertig werden muss, dass der Verstorbene einen zurückgelassen hat. Wir fragen oft, ob nicht mehr hätte getan werden können. Das kann sich auf das medizinische Personal oder auf uns selbst beziehen, hätten wir also mehr tun sollen? Unsere ersten Erfahrungen mit Trauer bringen uns auch zwangsläufig dazu, unsere Perspektiven und Ziele infrage zu stellen.

Beziehungsprobleme können Krisenzeiten in unserem Leben sein. Heute heiratet man vielleicht später, aber es gibt noch immer viele 30- und 40-Jährige, die mühsam über Scheidung und Trennung hinwegzukommen versuchen. Weil Trennungen so häufig vorkommen, wird heute anscheinend erwartet, dass die Betroffenen „das schon verkraften“. Als Folge gescheiterter Beziehungen leben viele Väter gezwungenermaßen von ihren Kindern getrennt. Väter, die versuchen, regelmäßigen Kontakt zu halten, merken oft, dass sie ihr Leben nicht leicht aufteilen können, und leiden darunter. Gleichermaßen erziehen viele Frauen die Kinder allein, und weil es fast als selbstverständlich hingenommen wird, dass Frauen damit zurechtkommen, bekommen sie oft sehr wenig emotionale und tatkräftige Unterstützung.

Ein anderer potenzieller Krisenbereich ist die berufliche Laufbahn. Leute in den Spätdreißigern sind sich bewusst, dass die Vierziger eine Zeit sind, die als der Anfang vom Ende gilt! Das ist ein ziemlich neues Phänomen. Wie ist es, als Mittdreißiger damit konfrontiert zu sein? Wie ist es, so klassifiziert zu werden, wenn Sie wahrscheinlich in eine Lebensphase größeren Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls eintreten, nur damit Ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Wie wirkt sich das aus?

Die Zeit ist reif hilft Ihnen dabei, über viele Facetten des Themas Veränderung nachzudenken, weil es sich aus einer gefühlsmäßigen Perspektive damit befasst. Das Buch gliedert sich in drei Teile:

1. Der erste Teil besteht aus den ersten sechs Kapiteln. Während ihrer Lektüre sollen Sie allmählich Ihre Persönlichkeit und Veranlagung und das, was in Ihrem Leben vorgeht, erkunden und verstehen. Verschiedene Übungen werden Ihnen helfen, bestimmte Kernpunkte besser zu verstehen und so größere Einsicht zu gewinnen.

2. Der mittlere Teil, die folgenden vier Kapitel, handelt davon, wie man Veränderungen anpackt.

3. Der Schlussteil zeigt, wie Sie sich Kraft und Fähigkeiten aneignen und die Veränderungen, die Sie eingeleitet haben, konsolidieren.

Jedes Kapitel enthält nützliche Übungen, in die Sie Zeit und Nachdenken investieren sollten, um möglichst viel davon zu profitieren. Sie sollten auch eine Art Tagebuch führen, in das Sie beispielsweise Ihre Ziele schreiben und vermerken, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Diese Übungen sollten Sie ab und zu wiederholen. Wir empfehlen Ihnen, das gesamte Buch zu lesen, aber Sie können gegebenenfalls bestimmte Teile auch nur überfliegen.

Die Übungen sollten Sie möglichst immer an einem bestimmten Platz machen. Das wird Ihnen in mehrfacher Hinsicht nützen – Sie werden sich hoffentlich einen bequemen, störungsfreien Platz aussuchen und diesen werden Sie mit dem verbinden, was Sie dort tun. Wenn Sie nur an den Platz denken oder dorthin gehen, wird Ihnen das helfen, sich wieder dazu zu stimulieren, das voranzutreiben, was Sie zu erreichen versuchen. Das kann wie ein Auslöser wirken, der Sie in die „richtige Stimmung“ für die nächste vor Ihnen liegende Aufgabe versetzt. Sie sollten Ihrem Gehirn auch gestatten, einige der Dinge, die Sie erwägen, in Ruhe auszubrüten. Wenn Ihnen nicht sofort hilfreiche Gedanken einfallen, ist das kein Grund zur Sorge – sie kommen schon mit der Zeit, wenn Sie Ihren Geist von jetzt an in Betriebsbereitschaft versetzen. Es gibt unzählige Möglichkeiten.

Eines der wichtigsten Hilfsmittel und Themen dieses Buches lautet „Entdecken Sie Ihre Antriebskräfte“. Fangen Sie damit an, indem Sie sich die Frage „Was treibt mich an?“ stellen. Bei der Beantwortung dieser Frage gilt es, viele Schichten zu erkunden und zu enthüllen, und Sie brauchen Geduld beim Durchwandern der verschiedenen Schichten auf der Suche nach der richtigen Antwort. Was Sie antreibt kann positiv oder negativ sein. Es kann Sie vorantreiben oder aber zurückwerfen. Mit der Zeit werden Sie den Schlüssel zu den produktiveren Antriebskräften finden, aber am Anfang müssen Sie erst einmal Ihr Bewusstsein schärfen. Ihre Antriebskräfte entstehen durch Ihre Wünsche und Bestrebungen, und auf einer tieferen Ebene werden sie durch Ihre Gefühle, Erfahrungen und Gedankenmuster erzeugt. Auf der Gefühlsebene wird ein großer Teil von Ihnen sich hingezogen fühlen, auf Ihre negativen Antriebskräfte wie Furcht, Angst oder geringes Selbstwertgefühl zu hören und sich von ihnen leiten zu lassen, aber dieses Buch wird Sie in Kontakt mit den vielen unterschiedlichen Antriebskräften in Ihnen bringen. Vielleicht können sogar einige Antriebskräfte, die Sie als negativ wahrgenommen haben, ganz produktiv eingesetzt werden, nur wussten Sie bisher nicht, wie das geht. Angst ist hierfür ein gutes Beispiel, weil ihre positive Seite zeigt, dass Sie etwas wirklich wollen. Dadurch eröffnen Sie sich neue Bereiche, die Ihnen größere und weiter reichende Möglichkeiten aufzeigen – auf persönlicher, beruflicher, emotionaler und spiritueller Ebene. Beim positiven Gebrauch der Antriebskräfte werden diese zu einer unglaublichen Quelle der Energie und des Aufschwungs. Bekanntlich braucht man viel mehr Energie, wenn man etwas tun will, dessen Ziel man aus den Augen verloren hat, als wenn man ein gewünschtes Ziel anstrebt.

Dieses Buch wird Sie herausfordern, Ihr Leben zum Besseren zu verändern. Es ist ein Buch, mit dem man arbeitet und über das man nachdenkt. Wenn Sie die Übungen in diesem Buch ehrlich und wahrheitsgemäß machen, werden Sie größere Erfüllung finden. Sie verfügen über unerschlossene Kraftquellen, Ihre positiven Antriebskräfte. Wenn Sie wirklich in die richtige Richtung steuern, wird die vor Ihnen liegende Aufgabe mühelos erscheinen. Stress kommt nur dann auf, wenn wir uns ständig in eine Richtung zwingen, die einfach nicht uns entspricht oder keinen Sinn ergibt. Freuen Sie sich darauf, diese überreiche Fülle an Energie und Begeisterung wieder zu entdecken, die in jedem Menschen ist.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch!

Wir möchten, dass Sie sich selbst versprechen, weitere Hilfe und Unterstützung zu suchen, wenn Sie das Bedürfnis danach spüren. Dieses Buch ist kein Ersatz für eine Einzelberatung, die bei bestimmten Themen vielleicht angebracht ist. Sie müssen dies aufgrund Ihres Urteilsvermögens entscheiden.

Wenn Sie Veränderungen in Erwägung ziehen, die Ihre seelische oder körperliche Gesundheit betreffen, sollten Sie Ihren Hausarzt zurate ziehen.

Die Adressen und Buchtipps im Anhang können Ihnen vielleicht von Nutzen sein, wenn Sie bei speziellen Problemen weitere Hilfe suchen.

Teil I

Was möchten Sie verändern?

Kapitel

1

Es ist schwierig, etwas loszulassen, wenn Sie noch immer daran festhalten

Ehe Sie sich wirklich der Herausforderung der Veränderung stellen können, müssen Sie sich dessen bewusst sein, was Sie möglicherweise zurückhält, und sich zuerst einmal darauf konzentrieren. Veränderungen werden sich als viel weniger strapaziös erweisen, wenn Sie nicht gegen sich selbst ankämpfen oder sich sabotieren, sei es nun bewusst oder unbewusst. Fragen Sie sich also, welche Anker Sie vielleicht zurückhalten und Sie daran hindern, sich vorwärts zu bewegen. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Anker durchaus ein Gefühl von Sicherheit hervorrufen können, weil sie einem vertraut sind, aber bei genauerer Betrachtung entpuppen sie sich schlicht und einfach als Hindernis auf dem Weg zur Veränderung. Indem Sie sich von den Hindernissen befreien, die Sie zurückhalten, können Sie anfangen, sich in eine präzisere und positivere Richtung zu bewegen, ohne dabei unterwegs Energie zu verlieren. Wenn Sie nicht genau wissen, welche Anker Ihnen den Weg versperren, schauen Sie sich die unten stehende Liste an und bedenken Sie dabei, dass Anker vielerlei Tarnungen annehmen können.

Anker-Typen

1. Innere Abläufe – Ihre inneren Dialoge und Entscheidungsfindungsstrategien

2. Verhaltensmuster und Gewohnheiten, die Sie geschaffen haben – „So habe ich das schon immer gemacht.“

3. Perfektionismus – „Ich kann nur etwas ändern, wenn ich es hundertprozentig mache.“

4. Nicht ohne Garantie – „Ich ändere etwas nur, wenn die Ergebnisse auch garantiert sind.“

5. Tatsächliche Gegebenheiten wie Ihre Verantwortlichkeiten, Pflichten, Zeitzwänge, Ihr gegenwärtiger Lebensstil

6. Gefühlszustände wie Furcht und Angst

7. Der Kein-Glück-Anker – fast wie ein Aberglaube

8. Der körperlich greifbare Anker, wie Unordnung und mangelnde Organisation

9. Der Keine-Lösung-Anker – „Also bleib beim Altgewohnten.“

10. Der Berge-Anker – aber Veränderungen sind auch etappenweise möglich machen Sie sich also nicht auf, einen Berg in einer Gewalttour zu bezwingen – setzen Sie sich erreichbare Ziele.

11. „Ich kann die Zukunft nicht sehen.“

12. Sicherheit um jeden Preis

13. Veränderung bringt Stress mit sich und wird deshalb fälschlich als Warnsignal gesehen, nicht weiterzumachen.

Auf diese Anker werden wir im Verlauf des Kapitels noch eingehender zu sprechen kommen.

Mit dem Loslassen der Anker meinen wir nicht, dass Sie leichtsinnig werden oder Ihre Verantwortlichkeiten außer Acht lassen sollten. Dies ist nur ein weiterer und sehr negativer Weg, sich keine Veränderung zuzugestehen. Sie sabotieren sich, indem Sie die Erfahrung der Veränderung so negativ und qualvoll wie möglich gestalten, oder Sie jagen sich Angst ein, indem Sie sich die grässlichsten Bilder ausmalen, was denn passieren „wird“, oder Sie reden sich ein, es müsse sich derart viel ändern, dass Sie sich unmöglich vorwärts bewegen können.

Fangen Sie jetzt damit an, sich Ihrer persönlichen Anker bewusst zu werden!

Folgende Übung hilft Ihnen dabei, kontinuierlich ein besseres Bewusstsein dafür zu entwickeln, was genau passiert, wenn Sie über Veränderung in welcher Form auch immer nachdenken.

Legen Sie das Buch weg und denken Sie daran, wie Sie das letzte Mal eine Veränderung in Erwägung zogen, und machen Sie sich mit dem vertraut, was geschah. Versuchen Sie, wirklich die letzte Begebenheit auszuwählen, damit Sie sich das Geschehene möglichst präzise vor Augen führen.

Nehmen wir zum Beispiel Nicky. Sie erwog eine Veränderung ihres Arbeitspensums. Sie ist selbstständig, merkt aber, dass sie immer mehr arbeitet.

„Wenn ich mir vornehme, abends nicht mehr so lange zu arbeiten, fühle ich mich ungeheuer erleichtert und freudig aufgeregt. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, wie ich zu Hause ,normale‘ Dinge mache, die mir abgehen – wie ich im Sommer abends im Garten sitze oder fernsehe – und ich werde ganz aufgeregt.

Dann schalte ich wieder zurück in mein ,unsicheres Ich‘ – ,wenn ich nun Kunden verliere?‘, ,Was ist mit dem Geld?‘, ,Sollte ich nicht arbeiten, solange ich Aufträge bekomme, für den Fall, dass die Arbeit weniger wird?‘ In dieser Phase mache ich mir Sorgen, werde ängstlich, und die ,Leinwand‘ ist leer. Ich höre lediglich diese Gedanken in meinem Kopf so deutlich wie eine Radiosendung.“

An Nicky fällt Folgendes deutlich auf: Als sie positiv dachte, stellte sie sich ein Bild vor. Und dies erwies sich als ein mächtiges Hilfsmittel, um ihre Begeisterung und ihre positiven Gefühle zu befeuern. Als sie anfing, negativ zu denken, war sie sich mehr einer inneren Stimme bewusst (ein ziemlich großer Anker für sie), wodurch sie in der gegenwärtigen Situation gefangen bleibt, obwohl sie unglücklich ist. An diesem Punkt – dem der Veränderungslosigkeit – ist die Leinwand für Nicky leer. Sie denkt nicht länger über Veränderung nach, sodass nichts da ist, auf das sie sich zubewegen kann.

Kehren wir zu Ihnen zurück. Wenn Sie über Ihre Erfahrungen nachgedacht haben, stellen Sie sich folgende Frage: Haben Sie zuerst über das Positive oder über das Negative nachgedacht, oder sind Sie von einem zum anderen gesprungen? Teil dieses Prozesses spiegelt Ihren persönlichen Entscheidungsfindungsstil wider. Wenn Sie allerdings eine Entscheidung getroffen haben, müssen Sie sich weiterhin auf die positiven Dinge konzentrieren, auf die Gründe, weshalb Sie das tun, was Sie tun, und auf die Vorteile der Veränderung. Die negativen Dinge müssen nicht ignoriert werden (das wäre lächerlich – aber lassen Sie sie bequem am Spielfeldrand sitzen, statt ihnen zu viel Macht einzuräumen – darauf kommen wir später noch).

Um Ihre Strategie zu verstehen, sollten Sie folgende Fragen beantworten:

• Haben Sie in Bildern gedacht wie Nicky – haben Sie das, an das Sie dachten, wie ein Video oder ein Fotoalbum vor Ihrem geistigen Auge gesehen? Wie beeinflusste das Ihre Gefühle? Stärkte es zum Beispiel Ihre positiven Gefühle? Wuchs der Grad Ihrer freudigen Anspannung?

• Haben Sie sich die Situation geistig durchgespielt, indem Sie die Worte hörten, die gesprochen wurden (fast als liefe ein Radio)?

• Besteht diese „Radiosendung“ aus Ihrem inneren Dialog?

• Denken Sie an ein bestimmtes Szenario und fangen Sie dann an, die damit einhergehenden Gefühle zu spüren?

• Oder erleben Sie eine Kombination dieser Elemente?

Was immer Sie auch tun, fangen Sie an, sich dessen noch stärker bewusst zu werden, weil dies ein erster wichtiger Schritt auf Ihrem Weg vorwärts und beim Fortführen der Veränderung ist. Das Abspielen des „Videos“ oder der „Radiosendung“, sei es in Worten, Bildern oder Gefühlen, stellt den ersten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Motivation dar. Wenn Sie zu zögern beginnen, ist es an der Zeit, „es noch einmal abzuspielen“ und sich zu erlauben, die positiven Gefühle, Gedanken, Botschaften und Bilder ein weiteres Mal zu erleben und motiviert zu bleiben.

Wenn Leute Veränderungen in Betracht ziehen – ob nun im Beruf, Lebensstil, in der Beziehung oder was auch immer –, erleben sie meistens irgendwann Gefühle freudiger Erregung und Heiterkeit. Diese schlagen allerdings oft sehr schnell in Gefühle der Furcht, Angst und Negativität um. Wie bereits dargelegt, verstärken viele Leute oft die Intensität dieser Gefühle, ob nun positiv oder negativ, indem sie sich vorstellen, ausmalen, anhören oder nachempfinden, wie es wäre, wenn … All dies ist der Beginn eines wichtigen Prozesses, der in neun von zehn Fällen allerdings abbricht. Warum? Dafür kann es viele Gründe geben. Gehen wir näher auf einige der zu Beginn dieses Kapitels erwähnten Hinweise ein.

Furcht

Furcht ist eine der am häufigsten eingesetzten Barrieren gegen das Vorankommen. Um die Barriere zu verstehen, muss man genau wissen, was Furcht überhaupt ist. Sie ist ein falscher Augenschein, der als real erscheint. Wenn wir uns vor etwas Zukünftigem fürchten, erschaffen wir oft das Szenario, stellen es uns bildhaft vor oder spüren es, als sei es real oder als würde es sich tatsächlich ereignen. Nehmen wir beispielsweise an, Sie hatten am Arbeitsplatz mit einem sehr wichtigen, Ihnen übergeordneten Menschen eine Auseinandersetzung. Am Abend kommen Sie nach Hause und fangen an, sich vor dem, was passieren wird, zu fürchten. Sie spielen bestimmte Szenarien durch. „Nehmen wir an, ich gehe morgen zur Arbeit und erhalte meine Kündigung? Nehmen wir an, XY macht mich von jetzt an vor den anderen herunter?“ Die Liste der Projektionen ist ebenso endlos wie negativ. All dies ist ein falscher Augenschein, der nur real erscheint, er ist aber so mächtig, dass er von nun an beeinflusst, wie Sie sich fühlen, und sich als Folge dessen auch auf Ihre Handlungen auswirkt.

Bedenken Sie, dass Ihre Gedanken Ihre Gefühle beeinflussen. Wenn Sie sich über etwas Sorgen machen, das noch nicht eingetreten ist und vielleicht nie passiert, nutzen Sie den „falschen Augenschein“ auf eine sehr destruktive Art. Wie Sie wissen, wird Ihre Furcht oft nicht Wirklichkeit, aber Sie können von dieser Furcht beherrscht werden. Entwickeln Sie also ein Gespür für den „falschen Augenschein“, der Ihnen nur Steine in den Weg legt. Lassen Sie sich also nicht länger von etwas beeinflussen, was gar nicht geschehen ist. Hören Sie auf, in der Furcht zu leben, was vielleicht alles passieren könnte, und konzentrieren Sie sich stärker auf das Heute – auf den einzigen Tag, auf den Sie wirklich Einfluss haben.

Die Sicherheitsfalle