Klaus im Glück - Hans Dominik - ebook

Klaus im Glück ebook

Hans Dominik

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Opis

Klaus im Glück ist ein 1928 veröffentlichter Roman des Autors Hans Dominik. Hans Dominik (1872-1945) war ein deutscher Science-Fiction- und Sachbuchautor, Wissenschaftsjournalist und Ingenieur. Diesmal wurde das Schicksal eines armen Bauernjungen dem Leben nacherzählt, dem eine schneidige Lebensrettung Gelegenheit bietet, Techniker zu werden. Man steigt mit dem munteren Jungen auf den Führerstand der Lokomotive, lernt Eisenbahnen und Brücken bauen, begleitet ihn nach Südwest, wo er als Ingenieur, dann als Großfarmer und Großunternehmer in arbeits- und erfolgreichem Leben eine zweite Heimat findet.

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Hans Dominik

Klaus im Glück

Warschau 2018

Inhalt

1. EIN STIERGEFECHT MIT GUTEM ENDE.

2. DAS NEUE LEBEN BEGINNT.

3. EIN ABENTEUER IM SUMPF UND SEINE FOLGEN.

4. DER BRÜCKENBAU BEI BODENBERG.

5. DIE SCHULE DES LOKOMOTIVFÜHRERS.

6. KLAUS WIRD SOLDAT.

7. KLAUS FÄHRT NACH AFRIKA.

8. DER ÜBERFALL AUF KUPRIEDFARM.

9. DER KAMPF MIT DEN WANDERDÜNEN.

10. DIAMANTEN IM WÜSTENSAND.

11. FARMER IN SÜDWEST.

12. DIE SCHWARZEN STEINE IM RIVIERE.

13. DER WELTKRIEG BRICHT AUS.

14. EIN PALAVER.

15. ZUKUNFTSPLÄNE.

16. IN DEN ZINNBERGEN.

17. DIAMANTEN IN DER RETORTE.

18. AUSKLANG.

1. EIN STIERGEFECHT MIT GUTEM ENDE.

»Halt! Nicht doch! Bande, verfluchte! Laßt nach!«

Eine helle Knabenstimme schrie die Worte und übertönte damit zeitweise den Lärm, der um diese Juli-Mittagsstunde in dem alten, dumpfen Klassenzimmer herrschte.

»Niederträchtige Bande, ihr sollt nachlassen!« schrie Klaus Kröning noch einmal aus der Mitte der Schulbank her. Aber Karl Kundtke und Fritz Lautensach, die beiden Jungen, die die Eckplätze der langen Bank innehatten, dachten gar nicht daran, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Fest stemmten sie sich mit den Füßen gegen die Wände des Klassenzimmers und preßten alles, was zwischen ihnen auf der langen Bank saß, immer dichter und enger zusammen.

»Saft machen« nannte man diese schöne Übung seit alters her in der Dorfschule von Seehausen, und Karl Kundtke und Fritz Lautensach, erprobte Meister in dieser Kunst, zeigten durchaus keine Neigung, sich bei ihrem Vergnügen durch irgendwelche Hilferufe der in der Bankmitte Zusammengepreßten stören zu lassen. Unentwegt drückten sie weiter. Irgendwie mußte die in der Bank eingepreßte lebendige Masse sich Luft machen, und jetzt entlud sie sich nach oben. Mit Gewalt war es Klaus Kröning gelungen, sich über die Schultern seiner Nebenmänner in die Höhe zu arbeiten. Mit einem letzten gewaltigen Ruck riß er sich ganz empor und sprang auf den Banktisch, während der so schön begonnene »Saft« unter ihm zusammenbrach.

»Ihr Schwefelbande!« Er betrachtete sich von allen Seiten, ob seine Kleidung bei der Gewalttour nicht zu Schaden gekommen sei. »Ihr kauft mir keinen neuen Rock, wenn mein alter dabei zerrissen wird. Ich will euch schon...«

Heinz Hennicke schoß vom Flur her in die Klasse. »Pst! Der Alte kommt.« Im Augenblick ließen Kundtke und Lautensach von weiteren Unternehmungen ab. Klaus Kröning konnte gerade noch auf seinen Platz zurückschlüpfen, als der alte Kantor Justus Wendelmut in die Klasse trat.

Die letzte Schulstunde brach an, die letzte Stunde vor dem Beginn der großen Ferien. Rechnen stand auf dem Stundenplan.

Rechnen in der letzten Stunde vor den Ferien! Einfach ausgeschlossen. Kaum hatte der Kantor sich auf dem Katheder niedergelassen, als es ihm von vierzig Jungenstimmen entgegenbrummte und – summte.

»Vorlesen, Herr Kantor!... Geschichten vorlesen!... Letzte Stunde!...«

Eine kleine kleine Weile ließ Kantor Wendelmut den Sturm über sich ergehen. Dann begann er mit seiner Kohorte zu verhandeln.

»Habt ihr was zum Lesen mitgebracht?«

Die Frage war das Signal zu einem neuen Sturm.

»Jawohl, Herr Kantor! Hier, Herr Kantor! Nein meins, Herr Kantor!« klang es von allen Bänken her. Fritz Lautensach schwenkte einen alten Lederstrumpf, Karl Kundtke hielt einen Band von Karl May in die Höhe, Heinrich Hennicke zeigte Schweinfurths Fahrt durch Afrika, und noch ein Dutzend anderer Bücher kamen zum Vorschein.

»Wer die Wahl hat, hat die Qual«, lachte Wendelmut. »Da hilft das nichts, Jungens, da müssen wir losen. Jeder von euch schreibt den Titel seines Buches auf einen Papierstreifen. Alle Streifen kommen hier in meinen Hut, und dann wird einer von euch mit geschlossenen Augen einen Streifen herausgreifen. Was er zieht, das lesen wir.«

Die Lose waren schnell fertiggemacht, und von Rechts wegen hätte die Ziehung jetzt vonstatten gehen können. Aber dem alten Kantor kamen, während er die Streifen einsammelte und die Buchtitel las, allerhand Gedanken. Prägten sich nicht in den verschiedenen Büchern, die seine Schüler da mitgebracht hatten, ganz bestimmte Interessen und Neigungen aus? Konnte man aus der Wahl dieser Lektüre nicht schon mancherlei Schlüsse auf den künftigen Werdegang des einzelnen ziehen? Unwillkürlich begann er beim weiteren Einsammeln zu fragen.

»Was willst du denn später mal werden?«

Das hätte Justus Wendelmut aber lieber unterlassen sollen, denn dabei wurde er das Opfer eines Komplottes.

»Schauspieler, Herr Kantor.« Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort Lautensachs.

»So, so, du willst Schauspieler werden? Na und du, Kundtke?«

»Seeräuber, Her Kantor.«

»Was, Kundtke, du bist wohl ganz und gar verrückt. Und du, Hennicke?«

»Schauspieler, Herr Kantor.«

In schöner Einträchtigkeit kamen die Antworten der nächsten. Immer abwechselnd Schauspieler oder Seeräuber. Wendelmut warf einen vielsagenden Blick in die Ecke, in der ein schlankes, spanisches Rohr stand.

»Und du, Kröning?« fragte er weiter.

»Briefträger, Herr Kantor.«

»Endlich mal ein vernünftiger Beruf«, brummte Wendelmut vor sich hin. »Na, dann komm mal her, Kröning, mach die Augen zu und ziehe einen Streifen. So, also ›Im Herzen von Afrika‹ von Schweinfurth. Gut, das werden wir lesen.«

Und dann zogen die vierzig Jungen in Gedanken mit dem kühnen deutschen Forschungsreisenden durch den schwarzen Erdteil. Sie wanderten durch die Länder der Kopfjäger und Menschenfresser. Sie kamen bis zu den unbekannten Quellen des Nilstromes und in die Gebiete geheimnisvoller Zwergvölker. Wie im Fluge verging der Rest der Stunde.

Jetzt noch eine kurze Schlußandacht, und dann stürmte die Klasse hinaus in den hellen Julitag... in die großen Ferien.

Zusammen mit Fritz Lautensach und Karl Kundtke ging Klaus Kröning die Dorfstraße entlang. Die dichten Kronen mächtiger alter Linden boten hier Schutz gegen die glühende Sommersonne. Der Bach, der die Dorfaue entlang floß, um sich wenige Kilometer weiter in die Hörsel zu ergießen, gab ihnen eine willkommene Gelegenheit, in dem klaren Wasser langzutapsen. Das ging ohne weitere Umstände, denn Schuhe und Strümpfe trugen die drei im Sommer nur an Sonntagen. Jetzt blieb Fritz Lautensach stehen und stieß Klaus Kröning in die Seite.

»Sag mal, Klaus, das von dem Briefträgerwerden, das hast du doch nur gesagt, weil der Alte plötzlich so nach dem gelben Onkel schielte.«

Klaus Kröning blieb stehen und bohrte den rechten Fuß bis an den Knöchel in den weißen Bachsand.

»Da bist du aber mächtig im Irrtum, Fritz. Das war mein voller Ernst. Ich denke mir das prachtvoll. Eine schöne Uniform haben, zu allen Leuten in die Häuser kommen, ihnen Briefe bringen, das ist doch was Besseres, als hier bei den Bauern als Knecht arbeiten.

Karl Kundtke sprang auf, daß das Bachwasser in hellem Bogen spritzte.

»Hört doch, was der Klaus für ein feiner Mann ist. Briefträger will er werden. Kaiserlicher Reichspostbriefträger will der Älteste von unserem Gemeindehirten werden.«

Klaus Kröning runzelte die Stirn.

»Denkst du, ich werde dich erst um Erlaubnis fragen, wenn ich's werden will?«

»Brauchst du ja nicht«, antwortete Karl Kundtke wegwerfend.

»Kinder, vertragt euch«, suchte Fritz Lautensach zu beschwichtigen. »Die Sache hat ja noch ein paar Jahre Zeit. Du bist gerade vor vier Wochen 14 Jahre alt geworden. Also sei mal erst 20, dann kommst du zu den Soldaten, und wenn du 22 bist und den Kommiß hinter dir hast, dann kannst du ja Briefträger werden.« Er lachte laut auf. »Menschenskind! Das sind ja noch acht Jahre. Wer wird denn so weit vorausdenken.«

»Denkt ihr, was ihr wollt«, knurrte Klaus Kröning. »Und ich sage euch, ich werde doch Briefträger.«

Sie waren inzwischen bis zu den letzten Häusern des Dorfes gekommen, wo Kundtke und Lautensach wohnten. Klaus Kröning zog allein weiter. Das bescheidene Häuschen seiner Eltern—man hätte es eher Hütte als Haus nennen müssen—lag noch ein gutes Stück weiter, nur noch wenige hundert Meter von der Hörsel entfernt. Während er so fürbaß schritt, begannen seine Gedanken in die Runde zu gehen.

14 Jahre war er jetzt schon. Noch ein Vierteljahr bis Michaelis, dann hatte er die Schule hinter sich—was dann? Dann hieß es, sich bei einem Bauern des Dorfes eine Stelle suchen. Die ersten beiden Jahre als Hofjunge. Später als Jungknecht—und dann—ja, da hatte Fritz Lautensach vollkommen recht, dann kam man zu den Soldaten. Manchen gefiel es da. Die blieben dabei, wurden befördert. Andere gingen vom Militär ab, sobald ihre Zeit rum war, und blieben dann in der Stadt. Im Dorfe hörte man selten mehr von denen, und was man hörte, war nicht immer erfreulich. Und die wieder zurückkamen, die wurden dann wieder Knechte auf den Domänen oder bei den reichen Bauern—scharwerkten ihr Leben lang als Tagelöhner—nein! Klaus Kröning riß sich zusammen. Der Gedanke, Briefträger zu werden, war entschieden weit besser.

Er hatte erzählen hören, daß die Post schon damit anfing, den Landbriefträgern Fahrräder zu geben. Schöne goldgelbe Fahrräder, mit denen man schnell wie der Wind von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus flitzen konnte. Wie schön mußte das sein, wenn man den Leuten die Post zu Rade ins Haus brachte. Wie oft hatte er sehnsüchtig, fast neidisch den Radlern nachgeschaut, die auf den jetzt eben erfundenen Niederrädern durch Seehausen kamen.

Es war kein Zweifel. Der Gedanke war gut. Klaus mußte nur erst den Weg ausfindig machen, auf dem sich das bewerkstelligen ließ. Gewiß mußte man dazu irgendwie Bekanntschaften bei der Post haben. Mächtige Fürsprecher, die einem behilflich waren—Aber wie die bekommen?

Bisher kannte er von der ganzen großen Reichspost nur den einen alten Landbriefträger, der jeden Mittag von Waltershof her nach Seehausen kam, den Knotenstock in der Rechten, die große schwarze Brieftasche an der linken Seite. Und selbst den kannte er nur vom Ansehen, denn in das Haus der Eltern war der kaum jemals gekommen.

Ernst Kröning, der Gemeindehirt von Seehausen, bekam keine Briefe. Es hätte auch wenig Zweck gehabt, ihm welche zu schicken, denn der biedere Gemeindehirt konnte weder lesen noch schreiben. Daß er trotzdem seine Herde gut zusammenhielt und jeden Abend vollzählig nach Seehausen zurückbrachte, hatte mit der Schriftgelehrsamkeit nichts zu tun.

Jetzt hatte Klaus sein Ziel erreicht. Durch einen kleinen Vorgarten, in dem Phlox und Rittersporn in voller Blüte dufteten, schritt er in das Häuschen. Zwei Räume nur. Ein größerer, in dem der Herd stand und die Lagerstätten für die sechs Kinder des Hirten aufgeschlagen waren. Ein kleinerer Nebenraum, in dem die Eltern schliefen.

Die Mutter erwartete ihren Ältesten bereits.

»Bist du da, Klaus. Kannst gleich zum Vater gehen, ihm das Essen bringen, kannst draußen mit ihm essen.«

»Ja, Mutter.«

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