Kautschuk - Hans Dominik - ebook

Kautschuk ebook

Hans Dominik

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Opis

Kautschuk ist ein Science-Fiction-Thriller von Hans Dominik aus dem Jahre 1930. Die Butadien-Kohlenwasserstoffe haben sich doch als glänzende Ausgangsbasen für synthetischen Kautschuk erwiesen. Synthetisch hergestellter Kautschuk würde den Weltrohstoffmarkt revolutionieren und dazu noch ein unglaubliches Geschäft für die Großkonzerne werden. Der skrupellosen Amerikaner James Headstone setzt ein Heer von Spionen und deren Helfershelfern ein, um in den Besitz einer deutschen Erfindung zu gelangen, die die Weltwirtschaft auf den Kopf stellen kann. Er will die Patentrechte an dieses Produktes zu kommen.

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Hans Dominik

Kautschuk

Warschau 2018

Inhalt

1. Kapitel.

2. Kapitel.

3. Kapitel.

4. Kapitel.

5. Kapitel.

6. Kapitel.

7. Kapitel.

8. Kapitel.

9. Kapitel.

10. Kapitel.

11. Kapitel.

1. Kapitel.

UNITED CHEMICAL

In Riesenlettern leuchtete von allen Etagen des Wolkenkratzers das Wort. Und tatsächlich waren sämtliche Räume des gigantischen Baues nur von Büros des großen amerikanischen Chemiekonzerns besetzt. Die Buchstaben glänzten noch in frischen Farben. Der Zusammenschluß der beiden größten Gesellschaften, der Western Chemical und der Central Chemical, war erst vor einem knappen halben Jahr erfolgt. Der Mann, der das Unmögliche möglich gemacht hatte, die beiden Konzerne, die sich jahrelang bis aufs Blut bekämpft hatten, zu einer Gesellschaft zusammenzuzwingen, war James Headstone.

In einem kleinen Raum im elften Stock saßen Headstone und sein Mitarbeiter Brooker mit einem Dritten zusammen. Schweigen herrschte in dem Zimmer. Headstone blickte beharrlich auf die gegenüberliegende Wand, als ob die bizarren Linien der Seidentapete sein ganzes Interesse gefangennähmen; nur daß die schmalen Lippen über dem massigen Kinn sich immer schärfer zusammenpreßten, verriet, daß er angestrengt nachdachte.

Elias Brooker, sein Partner—sein Gegenpart ungefähr in allen anderen Dingen bis auf einen gleich gut entwickelten Geschäftssinn—, überflog mit nervösem Bleistift eine Zahlenaufstellung. Wie an einem Magneten hingen die Blicke des Dritten an dem Stift. Je mehr dieser sich der Schlußsumme näherte, desto unruhiger wurden seine Augen; immer tiefer sank er in sich zusammen, duckte sich, wie vor einem Schlag.

»Unmöglich, Herr Boffin, daß das so weitergeht!« brach Brooker jetzt los. Er sprang auf, maß sein Gegenüber mit zornigem Blick. »Ihr Konto wird immer größer. Unsummen, die wir verschwenden. Ihre Erfolge sind kümmerlich. Ich wiederhole Ihnen: Ihre Kollegen in Paris und London arbeiten besser und billiger als Sie. Was haben Sie uns denn jetzt Großes mitgebracht?« Brooker hob ein paar Schriftstücke hoch, warf sie verächtlich zur Seite. »Ein verbessertes Fabrikationsverfahren der Sächsischen Werke für Triphenolblau, ein neues Migränemittel derselben Werke. Das letzte Beryllschmelzverfahren der Weser-Werke und...«

»Verzeihen Sie gütigst, Herr Brooker!« warf Boffin schüchtern ein. »Bei unserem Zusammentreffen in Paris vor einem Jahr sagten Sie mir, daß gerade diese Sachen Sie besonders interessierten.«

Brooker wandte sich mit einer ärgerlichen Bewegung zur Seite. »Vor einem Jahr?—Ja, vor einem Jahr, da mag ich das gesagt haben. Sie wissen aber doch ganz genau, daß es Ihre Hauptaufgabe ist, uns über die Arbeiten der Rieba-Werke an dem neuen Fortuynschen Kautschukverfahren beste Informationen zu bringen, und daß alles andere dagegen vorläufig Nebensache ist.«

Als Brooker geendet, drehte sich Headstone langsam zu Boffin um. Und als der die gefürchteten kalten grauen Augen auf sich gerichtet sah, kroch er noch mehr in sich zusammen, verschwand beinah in dem weiten Klubsessel.

»Ich würde Zweifel an Ihren Fähigkeiten bekommen, Herr Boffin, wenn ich mich genötigt sehen müßte, Ihnen nochmals die Bedeutung des Fortuyn-Verfahrens klarzumachen. Sie wissen, daß diese Elektrosynthese des Kautschuks alle anderen bisher bekannten Verfahren schlagen wird. Die Zweifel, die von mancher Seite ausgesprochen wurden, halte ich für törichtes Konkurrenzgewäsch. Ich habe mich über den Mann eingehend erkundigt. Meine Meinung über ihn steht fest. Früher oder später wird er siegen, und die Unterlegenen—dazu würden auch wir gehören, Herr Boffin—werden die Zeche bezahlen müssen. Was, nebenbei gesagt, für uns ungefähr—ich denke da an notwendige Lizenzen—mit fünf bis zehn Millionen Dollar in Rechnung zu stellen wäre; von den Prestigegründen ganz zu schweigen, deren Wert eventuell noch höher anzuschlagen wäre.—Bisher hatte ich bezüglich Ihrer Geschäftstüchtigkeit keine Bedenken. Sie waren stets großzügig, sogar großzügiger als... nun, lassen wir die alten Geschichten! Mir kommt es so vor, als ob Sie in dieser Angelegenheit Ihre Großzügigkeit vermissen lassen.«

Bei Headstones letzten Worten hatte sich der eingezogene schwarze Schopf Boffins wie der Kopf einer Schildkröte vorsichtig ein Stück vorgeschoben. Er wollte sprechen, da fiel ihm Headstone wieder ins Wort: »Ich weiß schon, was Sie sagen wollen! Verdoppelte Sicherungsmaßnahmen in Rieba... Unbestechlichkeit der Assistenten... verschärfte Überwachung des Personals und so weiter...«

Hier schoß der Schildkrötenhals mit einer verzweifelten Kraftanstrengung weit vor. »Noch nicht das Schlimmste, Herr Headstone! Es gibt ja keinen außer Fortuyn selbst, der über das Verfahren vollkommen Bescheid weiß. Seine Assistenten machen nur Einzeluntersuchungen, ohne das Gesamtproblem zu beherrschen. Die Ergebnisse werden von Fortuyn allein ausgewertet. Es ist unmöglich...«

»Unmöglich ist nichts auf dieser Welt, mein lieber Boffin! Das Wort kenne ich nicht. Tausend Wege führen nach Rom. Nicht immer auf den alten, ausgetretenen Pfaden gehen! Neue Gedanken, neue Ideen müssen Sie haben! —Ah, zum Beispiel: Was ist es mit diesem einen Direktor der Rieba-Werke? Wie hieß er doch gleich?«

»Meinen Sie Direktor Düsterloh? Unmö...« Boffin verschluckte erschrocken den Rest des verpönten Wortes.

»Ja, richtig! Den meine ich. Es ist mir bekannt, daß er ein Gegner Fortuyns ist. Schon das allein läßt gewisse Schlüsse auf seine Intelligenz zu. Was wissen Sie weiter über ihn?«

»Seine Verhältnisse sind glänzend. Er ist Junggeselle, ein hoher Vierziger, hat außer der Jagd keine besonderen Passionen, liebt Wein und Weib...«

»Wein und Weib«, murmelte Headstone vor sich hin. »Sogar zwei Schwächen... Angriffspunkte, Herr Boffin—sollt' ich denken.«

Boffin nickte bestätigend. »Gewiß. Die eine Schwäche habe ich auch schon benutzt. Manches, was er in der Weinlaune gesprochen, war zweifellos von Interesse. Auf diese Weise erfuhr ich ja auch, daß er in einer gewissen Gegnerschaft zu Fortuyn steht.«

»So versuchen Sie es doch mal an der anderen schwachen Position ›Weib‹!« warf Brooker ein. »Ich erinnere mich, daß Sie damit während Ihrer Tätigkeit als Leiter unseres deutschen Nachrichtenbüros schon ganz gut operiert haben.«

Boffin kniff die Augen zusammen, als käme ihm plötzlich eine Idee. »Ich glaube, meine Herren... vielleicht... es wäre durchaus möglich, wenn mir ein geeignetes Objekt zur Verfügung stünde... worüber ich mir im Augenblick nicht klar bin...«

»Nun gut! Überlegen Sie sich die Sache gründlich!« fuhr Brooker fort. »Haben Sie sich übrigens unsern Chemiker Smith unten im Büro angesehen, auf den ich Sie aufmerksam machte?«

»Ja, Herr Brooker. Es ist ausgeschlossen, den Mann nach Rieba zu bringen. Er spricht zwar korrektes Deutsch, aber sein Akzent würde ihn sofort verraten. Das ist, wie schon früher gesagt, die größte Schwierigkeit: ausgebildete Chemiker zu bekommen, die geeignet sind, für uns in Rieba zu arbeiten. Es ist nicht nur die Angst vor dem Zuchthaus. Sie scheuen auch das entbehrungsreiche Leben dort. Nur als gewöhnliche Arbeiter kann man sie 'reinbringen—und wie solche müssen sie auch leben, um sich nicht zu verraten. Das paßt nicht jedem.«

»Hm!« Headstone stieß es durch die Zähne. »Da hätte ich...«

»Wie meinen Sie?« fragte Boffin.

»Schon gut! Ich dachte eben an etwas. Später davon!«

»Noch eine Frage«, wandte sich Brooker an Boffin. »Wissen Sie Näheres über die Gegnerschaft dieses Direktors Düsterloh gegen Fortuyn?«

Boffin machte eine zweifelnde Handbewegung. »Darüber kann ich nicht mal Vermutungen aussprechen.«

»Es wäre wichtig, Herr Boffin, ob außer Düsterloh etwa noch andere Mitglieder des Direktoriums persönliche Gegner Fortuyns sind. Bitte, merken Sie sich diesen Punkt genau und geben Sie uns darüber so bald wie möglich Bericht!«

Headstone stand auf. »Ich muß jetzt fort. Kommen Sie morgen um diese Zeit noch einmal hierher, Herr Boffin! Vielleicht, daß ich Ihnen noch etwas zu sagen hätte.«

Er verließ mit kühlem Gruß den Raum. Ein kurzes Telephongespräch noch, bei dem eine weibliche Stimme ihm antwortete; dann stand er auf der Straße. Blieb plötzlich stehen, sah auf die Uhr. »Ah, Teufel! Hätte ja bald mein ›Paket‹ vergessen!« Er ging in das Gebäude zurück und trat nochmals in die Telephonzelle. Wieder war's eine Frauenstimme, die ihm antwortete; doch eine andere als vorher.

»Unmöglich, teuerste Dolly!« sagte Headstone. »Ich habe noch eine wichtige Konferenz. In zwei Stunden spätestens sehen Sie mich zu Ihren Füßen... Werden wir allein sein? Wie? Nein? Maud Rüssel wird da sein? Oh—schade... Wie meinen Sie, Dolly? Aber gewiß doch! Warum soll ich lügen? Ich kann ihr langweiliges Milchgesicht nicht ausstehn. Nun, vielleicht geht sie bald... Auf Wiedersehn in zwei Stunden!«

Er eilte zu seinem Wagen. »Erst mal zu Juliette!« Er nannte dem Chauffeur eine Adresse, sprang in den Wagen. »Damned—wenn ich Dolly vergessen hätte!«

Dolly, Dolly Farley—Schwergewicht an Körper und Aktien—war die nächste Position, die Headstone auf seinem Eroberungsplan vorgemerkt hatte. An dem Tag, an dem sie die Seine würde, konnte er in der Generalversammlung ihre vereinigten Aktienpakete in die Waagschale werfen. Wer Dollys Bild sah, hätte allerdings an Headstones gutem Geschmack zweifeln können. Aber dem war nicht so: Headstone war sogar ein Mann von feinstem Geschmack. Doch er konnte den auch verleugnen—wie er es eben getan, als er Maud Rüssel, deren Schönheit er bewunderte, ein langweiliges Milchgesicht nannte... »Zu Juliette!« sagte er nochmals vor sich hin. »Möglich, daß ich's mit ihrer Hilfe schaffe. Wird ja nicht ganz einfach sein, aber es muß versucht werden!«——

Juliette Hartlaub lag noch zu Bett, als der Telephonanruf Headstones sie weckte. Sie überlegte kurz: Sollte sie ihn im Bett empfangen oder sollte sie sich schnell ankleiden? Ehe sein Auto durch das Gewühl des Straßenverkehrs hierherkäme, mochte eine gute Viertelstunde verstreichen.

Da fiel ihr das neue Negligé ein, in dem Headstone sie noch nicht gesehen hatte. Sie eilte zu einem Schrank und warf es über. Trat vor den Toilettenspiegel, drehte sich, beschaute sich von allen Seiten. Je länger sie stand, um so heiterer ward ihre Stirn. Ja—sie konnte zufrieden sein mit dem Bild, das der Spiegel ihr zuwarf!

Nun noch ein paar kleine Änderungen an dem lockeren Gewand, um seine verführerischen Wirkungen zu erhöhen. Sie knöpfte es zu—: bald halb, bald ganz; ließ bald den, bald jenen Knopf offen, bis sie zufrieden war. Nur der unterste Knopf blieb auf, der schönen Schenkel wegen. Der weite Ausschnitt oben erlaubte es ihr, mit dem zarten Ansatz ihrer Büste nach Gefallen zu kokettieren. Headstones Augen stärker zu reizen, gab es später noch Gelegenheit genug.

Sie klingelte. Die Zofe kam herein. »Schnell, Bessie! Meine Frisur! Herr Headstone kommt!«

Während die Zofe mit dem Haar beschäftigt war, griff Juliette mechanisch nach dem Lippenstift—hielt zögernd inne. Headstone liebte geschminkte Lippen nicht. Würde er sie heute auf den Mund küssen, wie früher? Oder wieder nur auf die Stirn? Wie so manchmal in der letzten Zeit, wo er kam, sich nach ihrem Befinden erkundigte, ein paar gleichgültige Worte sprach und wieder von ihr ging, ohne ihre Reize zu beachten, zu genießen.

Sie war viel zu klug, um nicht zu merken, wie er ihr allmählich entglitt. Vergeblich hatte sie sich, als sie die ersten Anzeichen merkte, dagegen gewehrt; hatte vergeblich versucht, ihn in immer neuer Weise wieder stärker an sich zu fesseln.

Ihr bangte um die Zukunft. Wohl würde Headstone für sie sorgen, wenn er sie verließ. Aber ein Leben in kleineren Verhältnissen erschien ihr unerträglich. Eine Zeit in Glanz und Luxus, wie sie sie an Headstones Seite verlebt hatte, war ihr Traum von Jugend an gewesen. Diesen Traum zu erfüllen, hatte sie ihren Mann verlassen, an dem sie auf ihre Art doch gehangen hatte. Zu teuer wäre dies Glück erkauft, wenn es jetzt schon zu Ende ging.

Headstones Besuch heute... Was wollte er von ihr? Trieb Liebe ihn her —oder...? Noch einmal betrachtete sie sich im Spiegel. Die Zweifel schwanden von ihrem Gesicht. Befriedigt schaute sie auf ihr Bild. Kein Mann mit Blut in den Adern dürfte widerstehen...

Ein paar Minuten, dann trat er ins Zimmer. Juliette hatte sich so gestellt, daß das Tageslicht der hohen Fenster auf sie fiel. Headstone begriff sofort ihre Absicht. Gewohnt, jeden Vorteil wahrzunehmen, ging er darauf ein, um sie leichter seinen Plänen gefügig zu machen. Und er brauchte nicht zu heucheln, als er auf sie zueilte und sie in seine Arme nahm.

Er küßte sie auf den Mund—auf den Ausschnitt ihres Halses. Sie klammerte sich fest an ihn. Die Wärme ihres Körpers brachte je länger, desto stärker sein Blut in Wallung... Voll stürmischer Freude empfand Juliette den Sieg ihrer Reize.

Als er sich aus ihrer Umarmung löste, kehrten seine Gedanken zu seinem Plan zurück. Ohne Umschweife begann er zu sprechen.

Schon bei seinen ersten Worten ging ein jähes Erschrecken über Juliettes Züge. Je weiter er sprach, desto größer ihr Entsetzen. »Unmöglich!« rief sie, als er geendet, und brach in lautes Weinen aus. »Zu Wilhelm Hartlaub soll ich? Zu dem Mann, dem ich die Treue gebrochen, den ich deinetwegen verlassen habe?«

»Warum nicht, Juliette? Du bringst ihm doch Hilfe. Er kommt nach Deutschland zurück—in eine gutbezahlte Stellung. Unter falschem Namen natürlich; aber das tut ja nichts zur Sache.«

»Nein, James! Ich kann das nicht. Ich ertrage es nicht, mit ihm zusammenzukommen. Du sagst, er sei in Not und Elend? Wie würde ich mir vorkommen? Zu Tode müßte ich mich schämen, käme ich aus diesem Wohlleben zu ihm, der vielleicht darbt und hungert... Nimm irgendeinen andern für deinen Auftrag!« Sie warf sich schluchzend auf eine Ottomane.

Headstone setzte sich neben sie, legte die Hand auf ihre Schulter. »Juliette! Ich vergaß, zu sagen, daß du mir einen großen Dienst leistest, wenn du es tust. Sieh mich, bitte, an!«

Der Ton seiner Stimme, die Berührung seiner Hand ließ sie gehorsam den Kopf zu ihm wenden.

»Juliette!« Er küßte ihr tränenüberströmtes Gesicht. »Gewiß—es mag dir schwerfallen, deinen früheren Gatten wiederzusehen. Aber würdest du es nicht über dich gewinnen—mir zu Gefallen? Aus Liebe zu mir?«

Er legte die Arme um ihre Schultern, hob sie leicht an seine Brust, küßte sie wieder und wieder. »Du mußt es tun, Juliette! Mir zuliebe wirst du deine Furcht überwinden. Wenn es dir gelänge—niemals würde ich dir diesen Dienst vergessen!«

Immer stärker wurde der Druck, mit dem er sie an sich preßte. Eine Flut zärtlicher Liebesworte drang in ihr Ohr. Schwächer und schwächer wurde ihr Widerstand. Ein paarmal noch zuckte ihr Körper in verhaltenem Schluchzen; dann wurde sie ruhiger—ergab sich der Macht seines Willens...

Langsam entwand sie sich seinen Armen. »Geh jetzt, James! Laß mir Zeit bis morgen! Meine Nerven möchten versagen, wenn ich jetzt zu Hartlaub ginge.«

»Gewiß, Liebste. Aber den heutigen Abend verbringen wir zusammen. Du ziehst das rote Abendkleid an, das dir so gut steht. Ich werde wieder dein Kammerdiener sein. Du weißt doch, wie oft...«

*     *

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