Falidal und die verlorenen Farben - Rainer M. Osinger - ebook

Falidal und die verlorenen Farben ebook

Rainer M. Osinger

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Opis

Falidal, ein kleines Mädchen im Lande Farlo, begibt sich mit ihren beiden Freunden Animus und Pius auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise, um die Farben und das Leben wiederzufinden und die betrogenen Bürger von Farlo zu retten. - Falidal ist ein kleines, zartes Mädchen, das anders als ihre Mitmenschen ist - sie ist als Einzige bunt und farbig. Sie wird für ihr Anderssein jedoch oft verachtet und ist viel allein. Ihr einziger Freund ist der sprechende Kater Animus. Eines Tages trifft das Kind aber den alten Farbenfreund Lefa, was so viel bedeutet wie »Lebendige Farben«. Lefa erklärt der kleinen Falidal viel über die Zusammenhänge des Lebens und warum im Lande Farlo alles so farblos geworden ist. Schließlich gibt Lefa dem Mädchen einen ganz besonderen Auftrag ... Eine Geschichte voller Hoffnung und über den Glauben an die Liebe.

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Liczba stron: 84

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Bibliografische Information durch

die Deutsche Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet

diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

http://dnb.dnb.de abrufbar.

Impressum

Verlag: ENGELSDORFER

Titel: Falidal und die verlorenen Farben

Erste Auflage

ISBN 978-3-96008-606-2

Hergestellt in Leipzig, Germany EU

© 2016 Engelsdorfer Verlag Leipzig

www.engelsdorfer-verlag.de

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2016

Autor: Rainer M. Osinger

Illustrationen: Rainer M. Osinger

Coverillustration und Gestaltung: Rainer M. Osinger

Alle Rechte © by Rainer M. Osinger - 2016

www.osinger-grafik.at

Allen Kindern, Jugendlichen

und erwachsenen

Mitmenschen gewidmet,

die glücklich und in Frieden

miteinander leben wollen.

Für den Verstand sind

überall nur Grenzen

und Unmöglichkeiten,

dem Herzen aber

ist alles offen

und alles möglich.

Vorwort

Lieber Freund, lieber kleiner und lieber großer Leser. Die Geschichte und die Abenteuer von Falidal und den verlorenen Farben, ihren Freunden, ihrem Einsatz für die Nächstenliebe und Barmherzigkeit möchten dir Anstoß und Gelegenheit geben, über so manche Dinge und Zusammenhänge des Lebens immer wieder nachzudenken und ferner Geschehnisse in der Gesellschaft, in Politik und Religion sorgfältig zu betrachten und stets auch kritisch zu hinterfragen.

Solltest du den einen oder anderen Begriff oder Namen in diesem Buch nicht kennen oder verstehen, findest du auf Seite 156 eine kleine Begriffserläuterung.

Der Soziologe, Politiker, Romanist und Schriftsteller Jean Ziegler hat einmal gesagt: »Entweder wir verändern diese Welt oder sonst tut es niemand.«

Viel Freude beim Lesen wünscht dir

Rainer M. Osinger

INHALT

Cover

Titel

Impressum

Widmung

Vom Autor

Vorwort

Prolog

1 - Der Farbendieb

2 - Falidal

3 - Der alte Farbenfreund

4 - Der Auftrag

5 - In der Schule

6 - Die Volksversammlung

7 - Der Weg

8 - Begegnung am Lagerfeuer

9 - Die Flüchtlinge

10 - Die große Rodung

11 - Die weiße Taube

11 - Rancors Heer

12 - Die Hängebrücke

13 - Animus’ kühner Einsatz

14 - Das Leben mit den Farben

Epilog

Begriffserklärung

Der Autor

Ebenso von Rainer M. Osinger bei Engelsdorfer-Verlag erschienen

Prolog

Ein kleines Zimmer in einem kleinen, am Waldrand gelegenen Häuschen. Gleich hinter dem Häuschen stehen zwei wunderschöne, große alte Bäume.

Sanft hört man den frischen spätherbstlichen Wind durch die Bäume und über das hügelige Land wehen. Der Winter ist schon regelrecht zu riechen und seine Vorboten sind nicht mehr zu übersehen. In dem Zimmer ist ein einfaches Bett und darinnen liegt ein zufriedener, sehr alter Mann, der krank ist und nicht mehr lange hier auf dieser Erde zu leben hat. Durch die halb geschlossenen Fensterläden sucht unbeirrt ein Lichtstrahl seinen Weg ins Innere und fällt auf die faltigen Hände des alten Mannes. Er hebt langsam eine der beiden Hände und ruft seine kleine Enkeltochter zu sich ans Bett.

»Leg doch bitte nochmals Holz in den Ofen und dann setz dich zu mir, Amelie, und hör gut zu, ich will dir eine Geschichte erzählen.«

Der Farbendieb

Vor langer Zeit einmal, da gab es ein riesiges und sehr weites Land namens Farlo. Und in demselben wohnten die Lelos. Die Lelos waren zwar ein überaus beschäftigtes, jedoch auch ein ganz und gar freudloses, ja sogar unglückliches und bedrücktes Volk, das in einem farblosen Reich lebte, in dem alles ziemlich gleich und grau in grau aussah.

Nein, leben kann man eigentlich gar nicht wirklich sagen – sie existierten gewissermaßen nur, sie lebten gar nicht richtig. Am meisten fürchtete und mied man in Farlo aber die Vielfalt und die Ruhe und Stille.

Also war man ständig betriebsam, um auch stets möglichst viele materielle Gewinne wie Gold und Silber erzielen zu können. Denn dies war das höchste Ziel in dem Land. Es wurde auch nur eine Meinung erlaubt und es war dort nur eine einzige Denkweise erwünscht. Nämlich die von Idolos, dem obersten und alleinigen Herrscher von Farlo.

Er war ein auffallend kleiner, untersetzter und ziemlich dicker Herr mit Doppelkinn, der immer nervös umherlief. Und er hatte seinen mächtigen Palast, um den stets eine Schar schwarzer Raben kreiste, am großen Platz mitten in der Hauptstadt Impera errichtet. Unglaublich hoch stach das Schloss über allen anderen Gebäuden heraus.

Jeden Tag ging Idolos hinaus auf den großen Balkon seines Palastes, um dort vom Volk gesehen und bewundert zu werden.

Es schien, als würde der triebhafte Idolos von Tag zu Tag selbstsüchtiger und gieriger werden. Und so gierig, wie Idolos war, vermehrte er zwar sein Gold, aber er merkte dabei nicht, dass er immer farbloser und damit lebloser und schließlich Gefangener seiner eigenen Gier wurde!

Und den meisten Bewohnern war es auch ganz recht so, keine eigenen Gedanken zu haben und keine eigene Meinung. Sich der Ansicht der Masse anzupassen, um keine Probleme zu bekommen. So war es am einfachsten. Sie wussten auch gar nicht, wieso sie so gierig, geizig und misstrauisch dahinlebten. Man tat einfach das, was jeder tat. Und das, was man schon immer tat.

Ihre Gleichgültigkeit führte aber dazu, dass sich beinahe jeder sagte: Wozu sich großartig irgendwelche Gedanken machen zum Leben und dessen tieferem Sinn? Wozu hinterfragen, was die großen Herren des Landes entscheiden? Hauptsache ich habe meine Ruhe und bin gesund und werde reich und es geht mir gut. Was interessiert mich alles andere, ich könnte ja sowieso nichts ändern auf dieser Welt.

So wurden die Lelos mehr und mehr zu fürchterlich ichbezogenen und kalten, farblosen Lebewesen. Und sie taten den ganzen Tag das Gleiche, sie sammelten Geld und noch mehr Geld, und das nur für sich selbst.

So wie es auch Orcus tat. Er war ein Musterbeispiel für einen untertänigen und gehorsamen Bürger aus Farlo.

Entseelt stand er Tag für Tag noch vor Sonnenaufgang bei hellem Mondschein auf und eilte schnell und zielstrebig an seinen Arbeitsplatz. Dort blieb er dann möglichst lange, um auch möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Zeit für seine Familie hatte er kaum und er interessierte sich auch nicht wirklich für seine Mitmenschen. In jedem sah er eine mögliche Gefahr, eine Bedrohung und auch einen Konkurrenten.

Er hatte nur eines in seinem Kopf und seinem Herzen, er arbeitete verbissen und hart und war andauernd von dem Zwang getrieben, mehr und mehr zu haben und zu besitzen. Freude und Ruhe kannte er nicht, denn er fürchtete ständig, jemand anders könnte besser sein und mehr verdienen als er und dann würde er irgendwann ersetzt werden. Und er würde schließlich zu den Schwachen gehören.

Nun war es aber so, dass die Schwachen und Armen sehr verachtet waren in Farlo, genauso wie die Alten und die Ausländer und Fremden, denn sie waren laut Idolos kaum zu etwas zu gebrauchen und nur unnützer Ballast zum Mitschleppen. Und solche Bürger wollte Idolos möglichst wenige haben im Lande. Schließlich sollte Farlo ja das reichste und mächtigste Land der ganzen Welt werden.

»Fünf und zwei macht sieben und zwei macht neun.«

Ganz beschäftigt zählte Orcus seine hart und sauer verdienten Münzen.

»Schon bald besitze ich einhunderttausend Taler«, dachte das rastlose und getriebene Männlein zufrieden und ging hastig weiter.