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Am 31. Dezember 1799, kurz vor Mitternacht, wartete ein Notar in Amsterdam auf das Ende eines Jahrhunderts und das Ende der Vereenigden Oostindischen Compagnie. Hinter ihm türmten sich fünfundzwanzig Millionen Seiten: zwei Jahrhunderte Welthandel, perfekt geordnet und akkurat erfasst. Und vollkommen nutzlos. Das mächtigste Unternehmen der Menschheitsgeschichte, inflationsbereinigt mehr wert als Apple, Microsoft und Saudi Aramco zusammen, ging unter, weil am Ende eine einzige Unterschrift ausblieb. Die VOC starb nicht an leeren Kassen. Sie starb an vollen Archiven. Sie wusste, was zu tun war. Sie tat es nur nicht. Mehr als zwei Jahrhunderte später, Berlin im Januar 2027: Die Fabriken stehen noch, die Behörden arbeiten noch, das Papier weist Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt aus. Aber das Papier lügt, genau wie 1795 in Amsterdam. Zino Vitens erzählt die beiden Geschichten ineinander, faktendicht und ohne Trost, und legt einen Befund frei, der über zwei Jahrhunderte und zwei Länder hinweg derselbe bleibt: Große Gebilde sterben nicht an mangelnden Mitteln, sondern an mangelndem Willen. Deutschland kennt die Diagnose. Sie steht in hundert Studien. Bleibt die eine Frage, an der schon die Compagnie zerbrach: Wird das Wissen rechtzeitig zur Handlung? Anders als Amsterdam hat Deutschland noch die Instrumente der Umkehr. Und, nicht mehr lange, die Zeit. Das Buch verarbeitet die Ereignisse bis Ende September 2026: das Reformpaket der Bundesregierung, den PISA-Tiefstand, den Volkswagen-Zukunftsplan und die drei Landtagswahlen des Herbstes 2026.
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Liczba stron: 433
Rok wydania: 2026
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