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Dass Dichter zwar nicht die Welt, aber durchaus das Leben eines einzelnen Menschen verändern können, führt Gottfried Böhme in seinem Essay ohne Eigenschaften vor. Der Roman, der für ihn diese Rolle spielte, ist Robert Musils Mann ohne Eigenschaften. Er half ihm, sich gegen einen Vater zu behaupten, der zeitlebens die Mitgliedschaft in der NSDAP sowie der SA verschwiegen hat – nach dem Krieg jedoch trotz fehlender theologischer Abschlüsse Pfarrer wurde und Karriere machte. Er half ihm aber auch, aus seinen eigenen jugendlichen Verwirrungen herauszufi nden, denn er selber war in seiner Studentenzeit in maoistische Kreise abgedriftet. Welche Gedanken Musils ihm aus dieser verfahrenen Situation heraushalfen und schließlich sogar zu einem pädagogischen Konzept führten, in dem Genauigkeit und Seele, Mathematik und Mystik im Sinne Musils beide zu ihrem Recht kommen sollten, das entfaltet Böhme in seinem abwechslungsreichen Essay. Überraschend ist, wie aktuell viele der Fragen wirken, die Musil vor knapp einhundert Jahren aufwarf.
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Liczba stron: 379
Rok wydania: 2026
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