Taschenbuch Kaninchen - Prof. Dr. Steffen Hoy - ebook

Taschenbuch Kaninchen ebook

Prof. Dr. Steffen Hoy

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Opis

Alles über die Kaninchenhaltung und -zucht - Über 1000 Fachbegriffe rund um das Kaninchen - Erläutert alle Begriffe rund um die Themen Genetik, Zucht und Fortpflanzung, Haltung, Fütterung und Gesunderhaltung - Unverzichtbar für Kaninchenhalter, Züchter und Veterinärmediziner Dieses Taschenbuch ist eine Zusammenstellung aller wichtigen Begriffe rund um das Kaninchen, die in der täglichen Arbeit von Kaninchenhaltern, Züchtern und Veterinärmedizinern gebraucht werden, egal ob Fleischkaninchenzucht oder Hobbykaninchenhaltung.

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Steffen Hoy

Kaninchen

Zucht und Haltung von A–Z

Ulmer E-Books

Inhaltsverzeichnis

Über den AutorVorwortKaninchenzucht und -haltung von A–ZABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZServiceLiteraturInternetBildquellen

Prof. Dr. Steffen Hoy ist Professor am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ein Forschungsschwerpunkt beinhaltet das Verhalten und die Haltung von Wirtschafts- und Rassekaninchen – von der Freilandhaltung bis zur Intensivhaltung. Er ist gegenwärtig Vorsitzender der Deutschen Gruppe der World Rabbit Science Association e. V. und des Ausschusses für Kaninchenzucht und -haltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V.

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Vorwort

Kaninchenzucht und -haltung sind eine sinnvolle Freizeitgestaltung für viele Menschen. Im Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) e. V. sind in 20 Landesverbänden mit nahezu 5000 Vereinen und über 400 Klubs mehr als 160 000 Züchter organisiert. In immer größerem Umfang werden darüber hinaus Kaninchen als Heimtiere in der Wohnung gehalten. Etwa eine Million Kaninchen leben mittlerweile nach Schätzungen des Bundesverbandes für Tierschutz in den deutschen Haushalten. Mit der Sportart Kaninhop werden Kaninchen in ganz neuen Zusammenhängen und mit erstaunlichen Leistungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Kaninchenfleisch dient aber auch weltweit und insbesondere in Entwicklungsländern der Ernährung der Menschen. Das Fleisch von Kaninchen besitzt einen hohen Protein- und einen niedrigen Fettgehalt. Ernährungsphysiologisch günstig sind die geringen Cholesterin- und hohen Aminosäurengehalte. Die Weltkaninchenfleischerzeugung wird durch die Welternährungsorganisation FAO mit über 1,1 Millionen Tonnen Schlachtmasse bzw. etwa 850 Millionen Kaninchen jährlich angegeben.

Angorakaninchen produzieren eine Wolle mit hervorragenden schweißabsorbierenden und wärmedämmenden Eigenschaften. Allerdings ist die Erzeugung in Europa in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Aus Kaninchenfellen werden mit großem Geschick verschiedene Handarbeiten gestaltet.

Schließlich dienen Kaninchen auch als Labortiere, um z. B. die Auswirkungen neu entwickelter Substanzen während der Schwangerschaft zu testen oder Antikörper für die medizinische Forschung herzustellen oder die Unbedenklichkeit von Blutkonserven nachzuweisen.

Damit ist mit den Kaninchen eine überaus breite Spanne der Nutzungsmöglichkeiten verbunden – vom Heimtier und Freizeittier über das landwirtschaftliche Nutztier bis hin zum Versuchstier. In den letzten Jahren wurde bereits viel erreicht, um die Haltungsbedingungen zu verbessern. Dennoch bleibt noch einiges zu tun, um verbindliche tierschutzrelevante Standards für die Umweltgestaltung in der Kaninchenhaltung zu definieren. Die Vorstellungen hinsichtlich Platzbedarf, Ausgestaltung der Haltungsumgebung, Gruppengröße, Fütterung und vielen anderen Faktoren klaffen z. T. zwischen den Ländern, aber auch zwischen den Nutzungsrichtungen der Kaninchen, weit auseinander.

Unter diesem Aspekt sollte mit der „Kaninchenzucht und -haltung von A bis Z“ eine Zusammenstellung der wichtigsten Begriffe „rund um das Kaninchen“ vorgenommen werden – auch um die „gemeinsame Sprache“ der Heimtier-, Rassekaninchen-, Wirtschaftskaninchen- und Labortierhalter zu festigen. Die Sammlung der Begriffe reicht dabei von den Grundlagen der Genetik und Zucht über die Haltung und Fütterung bis hin zu den von Kaninchen stammenden Erzeugnissen. Es werden die wichtigsten Erkrankungen ebenso kurz beschrieben wie die Prinzipien der Exterieurbeurteilung. Trotz aller Bemühungen kann das Buch nicht den Anspruch erheben, allumfassend sämtliche Begriffe zu definieren. Dazu ist die weiterführende Literatur zu den speziellen Themen (z. B. Genetik – Farbvererbung – Krankheiten – Prophylaxe) im Anhang des Buches genannt. Es war auch nicht die Aufgabe des Buches, eine umfangreiche Beschreibung sämtlicher anerkannter Rassen vorzunehmen oder Bilder zu den Rassen oder Farbschlägen zu liefern. Das ist im Standard für die Beurteilung der Rassekaninchen und Erzeugnisse des ZDRK ausführlich erfolgt. Dort sind auch die verschiedenen Fehler beschrieben, die die Tiere bei der Bewertung aufweisen können.

Autor und Verlag hoffen, dass das Buch zu einem hilfreichen Nachschlagewerk für alle Personen wird, die sich als Züchter, Halter, Berater oder Tierarzt mit Kaninchen befassen und die sich schnell einen Überblick über die verschiedensten Begriffe, Verfahren usw. verschaffen wollen.

Dem Präsidenten des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e. V. Peter Mickmann danke ich für die Ermutigung bei der Vorbereitung des Manuskriptes. Bei Frau Dr. Caroline Lang und Ronald Krieg möchte ich mich für die Hinweise bedanken. Mein besonderer Dank gilt Carmen Weirich für ihre unermüdliche und umsichtige Arbeit (Korrekturen, Anfertigung von Grafiken, technische Fertigstellung) beim Zustandekommen des Buches. Schließlich möchte ich dem Eugen Ulmer Verlag und insbesonders Werner Baumeister ein herzliches Dankeschön dafür sagen, dass das Projekt „Kaninchen A – Z“ realisiert werden konnte.

 

Gießen, im Juli 2011

Steffen Hoy

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Kaninchenzucht und -haltung von A–Z

A

A

Bezeichnung für das Allel zur Pigmentbildung. Das kleingeschriebene a bedeutet pigmentlos. Bei einem homozygoten (reinerbigen) Kaninchen werden die Wirkungen anderer Farballele unterdrückt – es entsteht phänotypisch ein Albino.

Aalstrich

Lange, schmale und gegenüber der anderen Farbe dunklere Färbung des Fells in der Mitte des Rückens (→Deutsche Riesenschecken).

AB

Abkürzung für Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika).

AB-, ABC-, ABCD-Bewertung

Bewertungsform auf einer →Ausstellung, bei der der Preisrichter nicht fortlaufend die ihm zugewiesenen Kaninchen bewertet, sondern jedes zweite (AB-), jedes dritte (ABC-) oder jedes vierte Kaninchen (ABCD) bewertet.

Abbalgen

Abziehen des Fells, wobei zunächst entlang der Hinterläufe (vom Geschlechtsteil bis zum Sprunggelenk) ein Schnitt gesetzt und das Fell vom Schenkel gelöst wird. Das Fell wird anschließend bis zum Hals und den Vorderläufen abgezogen. Zuletzt erfolgt das Enthäuten des Kopfes.

Abflammen

Wirksamste Desinfektionsmethode, wenn bei offener Flamme und ausreichender Einwirkzeit Haltungseinrichtungen hitzebehandelt werden. Bei Metallteilen ist A. bedenkenlos möglich, bei Kunststoffrosten darf die Hitzeeinwirkung nicht das Material beschädigen. Aus verständlichen Gründen kann das A. nicht bei Materialien aus Holz o. Ä. angewendet werden.

Abgang

Leber, Lunge, Herz (verwertbarer A.), Magen- und Darminhalt, Augen, Geschlechtsteile. →Schlachtabfall. Gelegentlich wird der Begriff auch für verendete Tiere verwendet.

Abhaarung

Haar- bzw. Fellwechsel, der jahreszeitabhängig stattfinden kann, bei jungen Kaninchen auch am Ende der →Nestlingszeit, wenn die Färbung bzw. Zeichnung nach Standard sich zu entwickeln beginnt.

Abhängen. Fleischreifung

Lagerung der geschlachteten Kaninchen, wobei die Schlachtkörper in einem kühlen Raum (am besten bei 0 bis 4 °C) mit guter Lüftung zur Kühlung und Reifung des Fleisches sowie zum Erhalt des Geschmackes abgehangen werden. Das Fleisch wird dadurch mürber, aromatischer und bekömmlicher, gart schnell und bleibt saftig. Unmittelbar nach dem Tod des Tieres sinkt der pH-Wert (das Fleisch ist zäh). Vor allem Milchsäurebakterien unterstützen die Fleischreifung, der pH-Wert steigt wieder an. Kaninchenfleisch kann für die Frischvermarktung bis zu 7 Tage bei 0 °C gereift werden. Eine zu schnelle Kühlung wirkt sich allerdings negativ auf die →Zartheit aus. Bei der serienmäßigen Schlachtung mit anschließender Tiefgefrierung des Schlachtkörpers erfolgt kein A.

Abmagerung. Gewichtsverlust

Klinische Erscheinung, bei der die Kaninchen stark an Lebendmasse verlieren und die viele Ursachen haben kann, z. B. Tumore, chronische Darmentzündungen, verminderte Futteraufnahme, Stress, Zahnerkrankungen, Herzerkrankungen. In jedem Fall sind die Ursachen zu klären, bevor Maßnahmen ergriffen werden.

Abort. Verwerfen

Abbruch einer Trächtigkeit vor Ablauf der physiologisch normalen Trächtigkeitsdauer. Der A. kann verschiedene Ursachen haben, wie genetische Defekte, Infektionen, hormonelle Störungen oder mechanische Belastungen (z. B. starke Stöße in die Bauchregion), tritt bei Kaninchen jedoch nur selten auf.

Abrieb

Im Futterautomat verbleibender mehliger Rest von Pellets, der regelmäßig aus dem Trog entfernt werden muss, da er andernfalls die Schimmelbildung fördert.

Absamen

→Spermagewinnung.

Abschüssiger Rücken

Fehler im Körperbau eines Kaninchens, der bei der Bewertung berücksichtigt wird. Wenn die Rückenlinie in der Hinterpartie leicht abfällt, handelt es sich um einen →leichten Fehler, der zum Punktabzug führt. Fällt die Rückenlinie stark (nahezu rechtwinklig) ab, ist dies ein →schwerer Fehler (Ausschluss von der Bewertung).

Absetzen

Trennung der Jungtiere von der Mutter. Bei Wildkaninchen erfolgt das Absetzen kurz vor der Geburt des nächsten Wurfes (bei Konzeption unmittelbar nach dem Werfen also mit etwa 28 Lebenstagen). Bei Wirtschaftskaninchen findet das Absetzen zumeist mit 5 Wochen statt. In der Rassekaninchenzucht werden die Jungtiere zwischen der 6. und 8. Lebenswoche abgesetzt.

Absetzfutter

Speziell für den absetznahen Zeitraum industriell gefertigtes Alleinfutter, das einen hohen Rohfaser- (> 14 %) und einen niedrigen Stärkegehalt (< 10 %) aufweist und durch die Zugabe von →Probiotika, →Präbiotika, →Kokzidiostatika und Kräutern eine gesundheitsstabilisierende und -fördernde Funktion besitzen soll. Das A. wird zumeist →ad libitum (zur freien Aufnahme) gefüttert. Bei wirtschaftseigenem Futter besteht das A. zumeist aus Heu, wenig Kraftfutter, ggf. kombiniert mit Rüben oder Grünfutter.

Abszess

Eiteransammlung nach Entzündung z. B. von Gesäuge, Kiefer, Ohr der Kaninchen – zumeist als Folge einer bakteriellen Infektion. Kleine A. können ggf. ausgedrückt werden („Entleeren“ des Eiters), größere werden chirurgisch entfernt, danach erfolgt eine antibiotische Behandlung.

Abtrennen der Jungtiere

Zur Nestkontrolle können die Jungtiere zumeist problemlos von der Mutter getrennt werden. Allerdings reagieren Häsinnen bei geschlossener Nestbox häufig unruhig und kratzen an dem verschlossenen Eingang (Abb. 1). Zumindest in den ersten Lebenstagen sollte kein A. erfolgen. Andererseits gibt es Berichte über eine geringere Sterblichkeit der Nestjungen beim A., da Verletzungen durch die Mutter seltener sind.

Abb. 1 Abtrennen der Jungtiere.

Achondroplasie. Chondrodystrophie. Chondrodysplasie

Disproportionierter Zwergwuchs. Mutation (zu etwa 20 % autosomal-dominant, d. h., das defekte Allel ist bereits auf einem Chromosom vorhanden, zu etwa 80 % durch Neumutation verursacht), die zu einer Störung der Knorpelbildung führt, die das Längenwachstum des Skeletts beeinflusst.

Ackerbohne

Eiweißreiche Pflanze, die in der Kaninchenfütterung in einem Anteil bis 10 % eingesetzt werden kann. Der Rohproteingehalt mit hoher Verdaulichkeit (etwa 80 %) beträgt etwa 26 %, der Stärkegehalt etwa 38 %. Der Anteil an schwefelhaltigen Aminosäuren (vor allem Methionin) ist gering, sodass ggf. die Ration mit anderen Rohproteinträgern (z. B. →Sojabohne) ergänzt werden kann.

Ad libitum-Fütterung

Sattfütterung. Fütterung zur freien Aufnahme. Die Kaninchen können nach Belieben (ad libitum) fressen. In Entwicklungsabschnitten, in denen das genetisch bedingt maximale Zuwachspotenzial ausgeschöpft werden soll (Mastkaninchen), ist die A. eine vorzügliche Strategie. Futterverluste müssen unbedingt verhindert werden. Die A. kann mit einfachen Futterautomaten realisiert werden. Bei Absetzkaninchen kann die Fütterung von Pellets ad libitum die Entstehung der →Enteropathie begünstigen.

Additive Genwirkung

Geneffekt, bei dem der Beitrag jedes Allels zur Ausprägung eines (quantitativen) Merkmals summiert wird. Wenn die Wirkung des Einzelgens in jeder Kombination mit anderen Genen gleich bleibt, handelt es sich um einen intermediären Erbgang (Beispiel für tägliche Zunahmen von Mastkaninchen: A1 A1 = 30, A1 A2 = 35, A2 A2 = 40) (Abb. 2).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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