Star Trek - Vanguard 7: Das jüngste Gericht - Dayton Ward - ebook

Star Trek - Vanguard 7: Das jüngste Gericht ebook

Dayton Ward

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Opis

Das Ende der epischen Saga beginnt. Operation Vanguard hat zahllose Leben riskiert und ganze Welten geopfert, um die Geheimnisse der Shedai zu entschlüsseln, einer verschwundenen fremdartigen Zivilisation, deren Technologie die Zukunft der Galaxis formen kann. Nun haben die Bemühungen der Sternenflotte die rachsüchtigen Shedai aus ihrem äonenlangen Schlaf geweckt. Während die Taurus-Region in Gewalt versinkt, bemühen sich Botschafter Jetanien und seine Kollegen aus dem Klingonischen Reich und dem Romulanischen Imperium auf dem "Planeten des Intergalaktischen Friedens" darum, einen Krieg um jeden Preis zu vermeiden. Doch Jetanien entdeckt, dass ihre Mission vielleicht schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt war ... Währenddessen lebt die einzige Person, die der Sternenflotte bei der Suche nach einer uralten Waffe helfen kann, um die Shedai aufzuhalten, auf einem orionischen Schiff im Exil: Vanguards ehemaliger Kommandant Diego Reyes.

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STAR TREK®

VANGUARD

DAS JÜNGSTE GERICHT

DAYTON WARDKEVIN DILMORE

Ins Deutsche übertragen vonKerstin Fricke

Die deutsche Ausgabe von STAR TREK – VANGUARD: DAS JÜNGSTE GERICHT wird herausgegeben von Amigo Grafik, Teinacher Straße 72, 71634 Ludwigsburg. Herausgeber: Andreas Mergenthaler und Hardy Hellstern, Übersetzung: Kerstin Fricke; verantwortlicher Redakteur und Lektorat: Markus Rohde; Lektorat: Andrea Bottlinger und Gisela Schell; Satz: Rowan Rüster/Amigo Grafik; Cover Artwork: Doug Drexler; Print-Ausgabe gedruckt von CPI Morvia Books s.r.o., CZ-69123 Pohorelice. Printed in the Czech Republic.

Titel der Originalausgabe: STAR TREK – VANGUARD: WHAT JUDGMENTS COME

German translation copyright © 2012 by Amigo Grafik GbR.

Original English language edition copyright © 2012 by CBS Studios Inc. All rights reserved.

™, ® & © 2012 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks and logos are trademarks of CBS Studios Inc.

This book is published by arrangement with Simon Spotlight, a Division of Simon & Schuster, Inc., pursuant to an exclusive license from CBS Studios Inc.

Print ISBN 978-3-86425-033-0 (Juli 2012) · E-Book ISBN 978-3-86425-047-7 (Juni 2012)

WWW.CROSS-CULT.DE · WWW.STARTREKROMANE.DE · WWW.STARTREK.COM

Für Marco Palmieri und David Mack.Danke für die Einladung zur Party.

Prolog

April 2270

Ein kühler Wind fegte über den gewaltigen See, und Tim Pennington erschauderte, als er die Kälte auf der Nase und den Wangen spürte. Er stand auf dem hölzernen Dock, das vom Ufer zwanzig Meter auf das Wasser hinausragte, drehte sich um und winkte dem Fahrer des Bootes zu, mit dem er die drei Kilometer vom Festland zu der kleinen Insel zurückgelegt hatte. Der Fahrer tat wie während der gesamten Reise interessiert und winkte zurück, bevor er sich wieder der Steuerung des Bootes zuwandte. Pennington beobachtete, wie das kleine Fahrzeug vom Dock ablegte und sich im Uhrzeigersinn drehte, bis der Bug in die Richtung zeigte, aus der sie gekommen waren. Dann beschleunigte es und sauste über das Wasser, sodass es nach wenigen Sekunden in dem dichten Nebel verschwunden war, der sich über dem See zusammenzog.

»Schönen Tag noch, Kumpel«, murmelte Pennington. Jetzt stand er allein auf dem Dock und schob die Hände in die Jackentaschen. Ein Blick auf den Wald zu seiner Rechten sagte ihm, dass die Sonne von Caldos bereits hinter den Bäumen versunken war. Bald würde es dunkel sein, und mit dem Einbruch der Nacht würde auch die letzte Restwärme verschwinden. Ihm wurde klar, dass seine Jacke nicht dick genug war, um ihn vor der durchdringenden Kälte zu schützen. Ein dumpfer Schmerz machte sich in seinem rechten Arm bemerkbar, und er massierte das Schultergelenk.

Da könnte ich Vulkan fast vermissen. Aber nur fast.

Pennington ging das Dock entlang, bis er eine Treppe erreichte, die zur aus gleichmäßigen dicken Holzbalken errichteten Anlegestelle führte. Sie sah wie das Dock selbst noch sehr neu aus. Als er das hölzerne Geländer der Treppe musterte, fiel ihm auf, dass die dafür verwendeten Metallbolzen und -schrauben noch keinen Rost angesetzt hatten. Er vermutete, dass die Erbauer Komponenten benutzt hatten, die der Korrosion längere Zeit widerstehen konnten, allerdings kam ihm das unwahrscheinlich vor, wenn er daran dachte, aus welchem Grund die Kolonie auf Caldos II entstanden war und immer mehr erweitert wurde.

Ursprünglich als Neuerschaffung der schottischen Highlands der Erde aus dem siebzehnten Jahrhundert konzipiert, waren die verschiedenen Gebäude der Caldos-Kolonie mit den Baumaterialien und -techniken jener Zeit errichtet worden. Die Siedlung bot zahlreiche moderne technologische Annehmlichkeiten, die sich jedoch da, wo es möglich war, hinter einer traditionellen Fassade verbargen. Selbst das Wetteranpassungsnetzwerk hatte man so programmiert, dass es das Klima der Highlands replizierte.

Ein bisschen zu gut für meinen Geschmack, fand Pennington. Trotz aller Sorgen, die er hinsichtlich der hiesigen Wetterbedingungen hegte, bildete die Kolonie sein Heimatland selbst für sein geübtes Auge gut nach, was dazu führte, dass er sich danach sehnte, endlich in das Land seiner Vorväter zurückzukehren. Wie viele Jahre waren seit seinem letzten Besuch auf der Erde vergangen? Zu viele, stellte Pennington fest, und er war tatsächlich auf dem Weg dorthin gewesen, als sich einer seiner Kollegen vom Föderationsnachrichtendienst bei ihm gemeldet und ihm per Subraumnachricht die Informationen geschickt hatte, die ihn hierher geführt hatten.

»Ausgerechnet hier«, sagte er laut, auch wenn da niemand war, der ihn hören konnte – nicht einmal derjenige, an den seine Worte eigentlich gerichtet waren –, »haben Sie sich Ihr nettes kleines Versteck gesucht.«

Pennington wusste, dass es ein wenig übertrieben war, die Caldos-Kolonie isoliert zu nennen, aber das Sternsystem lag abseits der etablierten Handelsrouten. Dennoch befand es sich innerhalb der Grenzen der Föderation und profitierte von den beinahe regelmäßigen Patrouillen der Sternenflotte durch diese Region. Die Siedlung steckte zwar noch in den Kinderschuhen, aber auf längere Sicht würde ein großer Raumhafen für kommerzielle und Sternenflottenschiffe unabdingbar sein. Den Informationen zufolge, die Pennington gelesen hatte, sollte die Anlage mehr als einhundert Kilometer weiter im Süden errichtet werden, in der Nähe der Küste und weit entfernt vom ruhigen, am dichtesten bevölkerten Gebiet der Kolonie. Vorerst war Caldos II jedoch der perfekte Ort für jemanden, der nicht gefunden werden wollte.

Oder der den Befehl erhalten hat, sich nicht finden zu lassen.

Der Weg vom Dock führte über einen mit Kies bedeckten gewundenen Pfad in Richtung Wald. Es dauerte nur einen Augenblick, bis Pennington klar wurde, dass dieser Teil des Waldes die gerade, eckige Silhouette des großen, einstöckigen Gebäudes, das in einem kleinen Tal lag, nur teilweise verbergen konnte. Das Haus war aus Stein und Holz errichtet worden und hatte ein steiles Dach sowie eine überdachte Terrasse, die die gesamte Vorderseite einnahm. Als er näher kam, erkannte Pennington, dass das große Fenster in der Front des Hauses dem Bewohner durch die Bäume einen malerischen Blick auf den See ermöglichte. Im Inneren brannte Licht, und ein dünner hellgrauer Rauchfaden schlängelte sich aus dem gemauerten Schornstein, der die westliche Wand des Hauses dominierte. Dort waren auch Holzscheite gestapelt, die man in handliche Stücke zerteilt hatte, um sie bequem durch die angrenzende Tür ins Haus tragen zu können. Neben der Innenbeleuchtung bestand der einzige andere sichtbare Hinweis auf moderne Technologie in einem leisen, gedämpften Summen, das Pennington hörte, als er sich der Hütte näherte. Es schien aus einem kleinen Nebengebäude zu kommen, das in der Nähe des Waldrands hinter dem Haus stand. Vielleicht ein Generator?

Er war noch etwa ein halbes Dutzend Schritte von der Veranda des Hauses entfernt, als die Vordertür geöffnet wurde. Aus dem warmen Innenraum drang Licht und umspielte die Gestalt eines muskulösen Mannes mittleren Alters. Sein Aussehen hatte sich verändert, seit Pennington ihm das letzte Mal begegnet war, und sein lichter werdendes schwarzes, von grauen Strähnen durchzogenes Haar fiel ihm nun weit über die Schultern. Ein gestutzter schwarz-grauer Bart bedeckte Kinn und Wangen, und die Sternenflottenuniform, die er voller Stolz getragen hatte, war durch lockere, bequem aussehende Kleidung ersetzt worden, die Penningtons Meinung nach perfekt auf das caldosianische Klima abgestimmt war. Nur der Gesichtsausdruck des Mannes war derselbe geblieben. Sein Blick bohrte sich in Penningtons, studierte ihn, musterte ihn, während er ansonsten relativ gelassen wirkte.

»Diego Reyes«, sagte der Journalist, der das Lächeln nicht unterdrücken konnte, das sich auf seine Lippen stahl, »aus Fleisch und Blut.«

»Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich an der Rezeption darum gebeten habe, mein Zimmer nur am Wochenende zu reinigen«, erwiderte Reyes, ohne sich durch irgendeine Regung zu verraten. Einige Sekunden sagte er nichts weiter, und die Stille hing lange genug zwischen ihnen, dass sie unangenehm wurde.

Pennington räusperte sich. »Es war gar nicht so einfach, Sie aufzuspüren, Kumpel.«

»Das war auch so gedacht«, entgegnete Reyes und bewegte nicht einen Muskel, während er seinen unerwarteten Gast weiterhin anstarrte. Nach einem Augenblick wurden seine Züge etwas weicher. »Aber ich muss zugeben, dass ich mich freue, ein vertrautes Gesicht zu sehen, selbst wenn es das Ihre ist.«

Da Pennington sehr nervös gewesen war, ob dieses Treffen wirklich so ablaufen würde wie erhofft, gestattete er sich einen kleinen erleichterten Stoßseufzer. »Ich freue mich auch, Sie zu sehen, Commodore.«

Reyes hob die Hand. »Das ist vorbei, und zwar schon seit einer Weile. Es liegt jetzt alles hinter mir.« Er schien einen Moment lang über die Situation nachzudenken, bevor er zu dem Schluss kam, dass er Penningtons Anwesenheit ertragen konnte. Also machte er einen Schritt nach hinten ins Haus und bedeutete dem Journalisten, ihm zu folgen. »Kommen Sie rein.«

Wie das Äußere war auch das Innere des Hauses aus Stein und Holz gestaltet worden. Die Wand mit dem Kamin war eine sorgfältig ausgeführte Maurerarbeit, bei der dekorative Steine in ungewöhnlichen Formen und verschiedenen Farben in hellgrauen Mörtel eingelassen worden waren. Die Kamineinfassung sah aus, als wäre sie aus dem Stamm eines einst riesigen Baumes geschaffen und in Brusthöhe auf drei aus der Wand ragende Steine gelegt worden. An jeder Seite des Kamins standen Regale mit einigen Dutzend Büchern sowie diversen Andenken, die Pennington teilweise wiedererkannte, da sie schon Reyes’ einstiges Büro auf Sternenbasis 47 geziert hatten. Der Raum war schlicht möbliert: Stühle, Tische, ein Kleiderständer nahe der Tür, zwei dick gepolsterte Sessel vor dem Kamin. Neben dem offensichtlichen Mangel an modernen Geräten wie einem Schirm oder einem Computerterminal glänzte auch noch etwas anderes durch Abwesenheit. Nirgendwo war ein Foto zu sehen, weder an einer Wand noch auf einem der Regale oder Tische.

»Recht gemütlich haben Sie’s hier«, meinte Pennington, während er seine Jacke auszog. Er hängte sie an einen leeren Haken des Kleiderständers und drehte sich dann wieder zu Reyes um, der ihn musterte und dabei mit dem Rücken am hüfthohen Tresen lehnte, der das Zimmer von einer einfachen, aber dennoch gut ausgestatteten Küche trennte. »Allerdings nicht gerade auf dem neuesten Stand der Technik, würde ich meinen.«

Reyes zuckte mit den Achseln. »Mir gefällt es hier. Es ist ruhig, und ich werde von niemandem belästigt. Na ja, abgesehen von Ihnen.« Er hielt inne, schob die Hände in die Hosentaschen und deutete mit dem Kinn auf Pennington. »Was macht der Arm?«

Es dauerte einen Augenblick, bis dem Journalisten klar wurde, dass er ohne nachzudenken die Hand ausgestreckt hatte, um das leichte Kribbeln in seiner Schulter wegzumassieren. »Tut nur weh, wenn es regnet. Oder wenn es kalt ist oder feucht, oder wenn mehreres davon zutrifft.«

»Dann wird es Ihnen hier richtig gut gefallen«, stellte Reyes fest. Er löste sich vom Tresen und ging in die Küche. »Möchten Sie was trinken?«

»Ich nehme dasselbe wie Sie«, antwortete Pennington.

Reyes nickte. »Also caldosianischen Whiskey.« Er griff nach unten und holte eine eckige Flasche aus grünem Glas hervor, aus der er mit der linken Hand den Korken zog. »Das ist eine hiesige Spezialität, die besser schmeckt als alles, was Sie außerhalb von Schottland finden können.«

»So gut?«, entgegnete Pennington und spielte das Spiel mit, während er Reyes dabei beobachtete, wie dieser zwei eckige Tumbler mit dickem Boden füllte.

»Sie werden auch noch das Glas aufessen wollen, wenn es leer ist«, stichelte Reyes und bot Pennington einen der beiden Tumbler an.

Der Journalist nickte zum Dank und nahm das Getränk entgegen, dann hielt er das Glas hoch, um seinem Gegenüber zuzuprosten. »Zum Wohl.« Pennington trank vorsichtig einen Schluck und machte sich darauf gefasst, einen stark nach Torf und Rauch schmeckenden Fusel zu kosten, der von einem hiesigen Landarbeiter in einem Fass, das hinter seinem Haus über dem Feuer hing, destilliert worden war. Zu seiner Überraschung schmeckte der Whiskey angenehm und leicht süßlich, und er wärmte ihm beim Schlucken die Kehle. »Gar nicht übel«, meinte er und spürte beim Ausatmen das Prickeln des Alkohols. Mit anerkennendem Nicken leerte er sein Glas.

»Trinken Sie nicht zu schnell«, warnte ihn Reyes. »Daran muss man sich erst gewöhnen.« Mit diesen Worten stürzte er den Inhalt seines eigenen Glases mit einem Zug herunter, um dann beide Tumbler nachzufüllen. Nachdem er die Flasche wieder auf den Tresen gestellt hatte, nahm er sein Glas und durchquerte das Zimmer. »Wie haben Sie mich gefunden?«

Pennington zuckte mit den Achseln. »Das war nicht einfach«, gab er zu und folgte Reyes zu den Sesseln, die vor dem Kamin standen. »Ich musste einige Gefälligkeiten einfordern, und am Ende war ich einigen Leuten was schuldig. Was den Rest der Galaxis angeht, haben Sie an dem Tag, an dem Sie die Station verlassen haben, aufgehört zu existieren.«

Reyes nickte, ohne den Blick vom Feuer abzuwenden. »Genau das war auch der Plan.« Mit einem Schürhaken schob er die schwelenden Holzstücke auf dem Kamingitter hin und her und schürte die Glut, bis neue Flammen unter dem Holz zu lodern begannen.

»An jenem Tag hatten wir nicht die Gelegenheit, uns viel zu erzählen«, erinnerte sich Pennington.

Gelassen stellte Reyes den Schürhaken neben den Kamin. »Ich schätze, das war meine Schuld. Ich war nie gut darin, mich zu verabschieden. Außerdem hatte ich gewissermaßen einen Zeitplan einzuhalten. Sehr viele Leute wollten mich so schnell und unauffällig wie möglich von dort verschwinden sehen. Vermutlich sind einige von ihnen noch immer ziemlich sauer, dass ich nicht auf dem Grund irgendeines Lochs gelandet bin.«

»Das kann gut sein«, erwiderte Pennington, »aber Admiral Nogura meinte, er sei darüber hinweg.«

Diese trockene Bemerkung reichte aus, um das erste echte Grinsen seit Penningtons Ankunft auf Reyes’ Gesicht zu zaubern, und er kicherte sogar, als er zu einem der Polstersessel hinüberging. Er bedeutete dem Journalisten, Platz zu nehmen, und die beiden Männer saßen eine Weile schweigend da, nippten an ihren Drinks und starrten ins Feuer. Pennington seufzte zufrieden, als das Feuer seine Füße ebenso angenehm wärmte wie der Whiskey seinen Bauch.

Daran könnte ich mich gewöhnen.

»Verstehen Sie das nicht falsch, Tim«, sagte Reyes nach einer Weile, während er den Inhalt seines Glases langsam schwenkte, »aber was zum Teufel machen Sie hier? Sie sind doch nicht den ganzen Weg hergeflogen, nur um mir zu trinken.«

»Tja«, entgegnete Pennington, »eigentlich habe ich seit dem Frühstück auch nichts mehr gegessen.«

Erneut lachte Reyes auf und nippte an seinem Whiskey. »Darum kümmere ich mich gleich. Aber jetzt raus damit: Was hat Sie wirklich an dieses gottverlassene Ende der Galaxis geführt? Wieso wollen Sie mit einem gescheiterten Niemand reden, an den sich in hundert Jahren keiner mehr erinnern wird?«

»Es gibt nur eine Handvoll Leute, die die Wahrheit über das kennen, was da draußen passiert ist«, erklärte Pennington. »Über Ihre Abreise ist auch nicht gerade viel bekannt. Alles streng geheim, unter Verschluss und so weiter. Die Sternenflotte und die Föderation haben Sie abgeschrieben, daher glaubte ich, die Zeit sei reif, Sie endlich aufzuspüren und mir Ihre Version der Geschichte anzuhören.«

Reyes warf ihm einen Blick zu. »Das können Sie alles in meinen Memoiren nachlesen. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Vertrag mit Broht und Forester. Die wollen von mir zu Weihnachten ein Buch mit allen schmutzigen Details.«

Lachend schüttelte Pennington den Kopf. »Das wird einige bei der Sternenflotte ziemlich auf die Palme bringen, was? Ich bin sehr beeindruckt, dass Sie überhaupt den Namen eines großen Verlags kennen.«

»Der stand auf einem der Bücher, die mir Zeke vor meiner Abreise von der Station gegeben hat«, erklärte Reyes und deutete auf eines der Bücherregale neben dem Kamin. »Vor der ersten, meine ich. Sie wissen schon, vor dem ganzen Spaß, den ich mit den Klingonen und den Orionern hatte.«

»Stimmt, ich erinnere mich«, erwiderte Pennington, der erneut ins Feuer blickte. »Da hatten Sie einen turbulenten Urlaub. Darüber haben Sie mir vor Ihrem Aufbruch allerdings auch nicht viel erzählt.«

»Ich habe die Bücher verloren, die mir Zeke gegeben hat«, berichtete Reyes, »da diese orionischen Piraten meinen Gefangenentransport in die Luft gejagt haben.« Er hielt inne, und Pennington fragte sich, ob er sich gerade an die Ereignisse dieses höchst seltsamen Tages erinnerte oder ob seine Gedanken zu seinem langjährigen Freund Ezekiel Fisher zurückwanderten. »Ich musste neue Exemplare anfertigen lassen«, fuhr er nach einem Augenblick fort, »um herauszufinden, wie sie ausgehen. Diese Schweine.« Nach einem weiteren Kichern leerte Reyes sein Glas, um sich dann zu erheben und durch den Raum zur Küche zu gehen. Pennington machte sich nicht die Mühe, ihm nachzusehen, aber er blickte auf, als der andere Mann mit der Whiskeyflasche in der einen und seinem wieder vollen Glas in der anderen Hand zum Kamin zurückkehrte. Ohne etwas zu sagen, deutete Reyes auf Penningtons Glas, und der Journalist hielt es hoch, um es erneut füllen zu lassen.

»Ich schätze, das wird eine Weile dauern«, meinte Reyes und stellte die Flasche auf einen kleinen Tisch, der zwischen den Sesseln stand, bevor er es sich erneut bequem machte.

Pennington rutschte auf seinem Sessel zur Seite, um den einstigen, jetzt entehrten Sternenflottenoffizier anzusehen. »Zufälligerweise habe ich sehr viel Zeit.«

»Sie sollten jedoch nicht davon ausgehen, dass Sie je etwas darüber schreiben dürfen«, stellte Reyes klar, dessen Blick wieder zum vor ihnen lodernden Feuer wanderte. »Sollten Sie versuchen, irgendetwas zu veröffentlichen, dürfen Sie sich bestenfalls in irgendeiner abgelegenen Hinterwäldlerkolonie zur Ruhe setzen.«

»Vielleicht könnten wir Nachbarn werden?«, schlug Pennington vor.

»Es gibt einen guten Grund«, erwiderte Reyes, »warum ich eine Schaufel und Zugang zu einem unbewohnten Wald habe. Sie wird niemand vermissen, zumindest eine Zeit lang nicht.«

Daraufhin musste Pennington lachen. »Verstanden.« Er machte eine Pause und beobachtete, wie die Flammen an einem der Holzscheite im Kamin leckten, bevor er hinzufügte: »Hören Sie, mir ist klar, dass der Großteil von dem, was geschehen ist, nicht publik gemacht werden kann. Ganz bestimmt nicht, solange wir noch leben, und vermutlich sogar niemals. Aber ich möchte noch immer so viel wie nur irgend möglich über die Geschichte erfahren, um meine eigene Neugier zu stillen, und vielleicht auch, um den Verstand nicht zu verlieren. Ich würde gern glauben, dass das, was wir erlebt haben, etwas zu bedeuten hat, selbst wenn die meisten Leute niemals etwas davon erfahren werden. Klingt das denn so verrückt?«

»Nein, das klingt ganz und gar nicht verrückt.« Reyes trank einen Schluck und schwieg eine Weile, doch dann stieß er einen Seufzer aus, der in Penningtons Ohren sehr deutlich seine Resignation widerspiegelte.

»Okay. Was wollen Sie wissen?«

DIE TAURUS-REGION

2268

Kapitel 1

»Was wollen Sie wissen?«

Tim Pennington musste sich anstrengen, um die Frage trotz des Lärms auf dem Glücksspieldeck der Omari-Ekon überhaupt zu hören. Obwohl er nur eine Armeslänge von der Person entfernt stand, mit der er sich unterhielt, musste er schreien, um verstanden zu werden.

»Ich möchte wissen, was zum Henker Sie hier tun!«, sagte Pennington und sah sich dann um, als ihm klar wurde, dass seine Stimme das dumpfe Dröhnen ringsum übertönte und nicht nur von seinem Gesprächspartner Diego Reyes, sondern auch von anderen Ohren gehört werden konnte. Das letzte Mal, als Pennington ihn gesehen hatte – vor inzwischen fast einem Jahr –, hatte Reyes noch die Uniform eines Commodore der Sternenflotte getragen, doch jetzt schien sich der Mann in einem nicht ganz zugeknöpften dunklen Hemd, einer dunklen Hose und der schwarzen Lederjacke sehr wohl zu fühlen. Er trug das Haar, das jetzt eher grau als schwarz war, an den Seiten länger, wohingegen es sich oben zunehmend lichtete. Für Pennington unterschied sich der ehemalige Sternenflottenoffizier nicht von den anderen zivilen Kunden auf dem Glücksspieldeck.

Gegen die Bar gelehnt und mit einem dünnen, rechteckigen Glas in der Hand hielt Reyes inne, um die Gesichter der in der Nähe Stehenden zu mustern, als wolle er sicherstellen, dass er und Pennington nicht belauscht wurden. Nachdenklich betrachtete er sein Glas, bevor er den Inhalt herunterstürzte und ob des Geschmacks eine Grimasse zog. Dann wandte er sich Pennington zu. »Das ist eine lange Geschichte.«

»Das kann ich mir denken«, erwiderte der Journalist, der jetzt darauf achtete, dass seine Stimme über dem allgemeinen Getöse nicht zu hören war. Trotzdem sah er über beide Schultern nach hinten, um sich zu vergewissern, dass niemand lauschte, doch er bemerkte keine Anzeichen dafür, dass sich irgendjemand sonderlich für sie interessierte. Jeder der Anwesenden schien sich auf die Spieltische oder seine Mahlzeit zu konzentrieren oder auf die geschmeidigen Gestalten der orionischen Kellnerinnen, die zwischen den Gästen umhertänzelten. Ein dünner Schleier mehrfarbigen Rauches hing in der Nähe der Deckenleuchten, ein Nebenprodukt der diversen Tabakarten und anderen schädlichen Substanzen, die verschiedene Kunden zu sich nahmen. Pennington versuchte, nicht an den Schaden zu denken, den seine Lunge in diesem Moment vielleicht gerade nahm.

Der Mann, der jetzt vor ihm stand, sah dem leitenden Sternenflottenoffizier, der er einst gewesen war, nur entfernt ähnlich. Wie viel Zeit war seit ihrem letzten Gespräch vergangen? Über ein Jahr, stellte der Journalist fest, vor Reyes’ Verhaftung durch Captain Rana Desai und der Gefangenschaft, während er auf seinen Prozess vor dem Militärgericht wartete. Pennington hatte diese Vorkommnisse versäumt, da er stattdessen mit dem früheren Assistenzarzt Jabilo M’Benga nach Vulkan geflogen war. Der Doktor hatte die Reise unternommen, um seine Patientin T’Prynn zu begleiten, die zu jener Zeit nach einem schweren neurologischen Trauma ins Koma gefallen war. Als sich ihr Zustand gebessert hatte und sie zusammen mit Pennington auf einer bestenfalls als weitläufig zu bezeichnenden Route zurück nach Vanguard gereist war, hatten sie erst dort von Reyes’ Prozess und Verurteilung erfahren und davon, dass er eine zehnjährige Haftstrafe in einer Strafkolonie auf der Erde antreten sollte.

Schockiert hörten sie etwas später von dem Angriff auf die U.S.S. Nowlan, das Transportschiff, das den entehrten Offizier zur Erde bringen sollte. Es war den Berichten zufolge zusammen mit all seinen Passagieren und Besatzungsmitgliedern zerstört worden, sodass die Nachricht, dass Reyes am Leben war und sich in der Gefangenschaft der Klingonen befand, eine noch größere Überraschung darstellte. Überdies sah es so aus, als hätte der ehemalige Sternenflotten-Commodore dem Captain des klingonischen Schiffes geheime Informationen verraten, was zu einem erfolgreichen Angriff auf Sternenbasis 47 führte. Aus Gründen, die bisher ein Rätsel geblieben waren, hatte Reyes einen Weg gefunden, seine klingonischen Gastgeber gegen orionische auszutauschen – genauer gesagt gegen den Kaufmannsprinzen Ganz und die Besatzung der Omari-Ekon, auf der er sich in den letzten Monaten aufgehalten hatte. Demzufolge befand sich Reyes nun außerhalb der Reichweite der Sternenflottenbehörden und der Föderationsgesetze.

Und das liegt jemandem natürlich schwer im Magen, überlegte Pennington und dachte dabei an Admiral Heihachiro Nogura, den jetzigen kommandierenden Offizier von Sternenbasis 47, dem die »Reyes-Situation« vermutlich die größten Kopfschmerzen bereitete.

»Und was jetzt? Hoffen Sie darauf, ein Exposé oder einen Artikel schreiben zu können und damit einen Preis zu gewinnen?«, wollte Reyes wissen und hielt sein Glas hoch, um den Barkeeper zu animieren, es erneut zu füllen.

Pennington zuckte mit den Achseln. »Der Gedanke ist mir durchaus gekommen, und zweifellos würde ich damit bei meinen Bossen beim FND offene Türen einrennen.« Er machte eine Pause, um an seinem Drink zu nippen, dann fuhr er fort: »Doch ich habe leider nicht die notwendige Ausrüstung dabei, um ein richtiges Interview führen zu können.« Beim Betreten der Omari-Ekon hatte man den Journalisten gründlich durchsucht, und dabei war ihm der kleine Rekorder, den er normalerweise für das Sammeln von Informationen und seine Interviews nutzte, abgenommen worden. Man würde ihm das Stück beim Verlassen des Schiffs wieder aushändigen, aber es war offensichtlich, dass weder die Wachleute noch die Angestellten wollten, dass irgendjemand Audio- oder Videoaufnahmen des Schiffs, seiner Besatzung oder der Gäste anfertigen konnte. Beim Betreten des Glücksspieldecks war er noch einmal durchsucht worden, zwar nicht derart ausgiebig, dass Pennington den orionischen Wachmann gefragt hatte, ob er ihn nicht wenigstens vorher zum Essen einladen wollte, doch er war kurz davor gewesen.

»Nun denn«, meinte Reyes und nahm ein neues Glas entgegen, das mit einem unidentifizierbaren grünen Likör gefüllt war, »es war schön, Sie zu sehen, Tim. Passen Sie auf sich auf.« Er drehte sich um und wollte sich schon einen Weg durch die Menge bahnen, die sich in der Nähe der Bar gesammelt hatte, als Pennington ihm eine Hand auf den Arm legte.

»Warum haben Sie es denn so verdammt eilig, Kumpel? Ich bin gerade erst angekommen. Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben, behandeln Sie so einen alten Freund?« Die Worte – die er ziemlich beiläufig ausgesprochen hatte, wie er hoffte – erregten die Aufmerksamkeit des Barkeepers, und Pennington bemerkte, wie sich der Orioner bemühte, nicht so zu wirken, als würde er ihre Unterhaltung belauschen.

Echt clever, du Blödmann. Doch jetzt wusste Pennington mit Sicherheit, dass sie beobachtet wurden und dass er noch weitaus vorsichtiger vorgehen musste, als er es bisher getan hatte.

Als sich Reyes wieder zu Pennington umdrehte, zeichnete sich Irritation auf seinem Gesicht ab. »Merken Sie sich für die Zukunft, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen beiläufigen oder professionellen Bekanntschaften und den Leuten gibt, die ich als meine Freunde bezeichne. Und auch wenn Sie der zweiten Gruppe näher sind als der ersten, sollten Sie es lieber nicht übertreiben.«

Pennington reagierte auf diese Aussage mit einem unsicheren Nicken. »Kein Problem. Hören Sie, ich glaube, ich bin hierher gekommen, weil ich wissen will, was mit Ihnen passiert ist. Ich will wissen, wie es ein Mann mit Ihrer Vergangenheit und Ihrem Ruf fertigbringt, sich von allem und jedem abzuwenden. Ich kann nicht glauben, dass Sie einfach abgehauen sind, und ich käme nie im Leben auf die Idee, dass Sie mit dem Feind gemeinsame Sache gemacht haben.«

»An Ihrer Stelle würde ich hier genau darauf achten, was ich sage, Mr. Pennington«, erwiderte Reyes und warf dem Orioner hinter der Bar, der sich die größte Mühe gab, seine ganze Aufmerksamkeit den Drinks zu widmen, die er soeben zubereitete, einen Blick zu. »Hier laufen einige Leute rum, die Ihre Sicht der Dinge nicht zu schätzen wissen.« Falls er verstanden hatte, was Pennington bisher versucht hatte, um den Barkeeper auf die falsche Fährte zu locken, ließ er es sich nicht anmerken. »Was die Aussage angeht, ich hätte mich von allem und jedem abgewandt, erinnern Sie sich hoffentlich auch daran, dass ich auf dem Weg in eine Strafkolonie war, als mir das Schiff unter den Füßen weggeschossen wurde. Alles, was ich seitdem getan habe, diente allein dem Überleben.«

»Schließt das auch die Zusammenarbeit mit den Klingonen ein?«, fragte Pennington mit verengten Augen.

Reyes runzelte die Stirn und hielt inne, als müsse er über die Antwort nachdenken. »Lassen Sie mich eines klarstellen: Die Klingonen hatten den Angriff auf die Station geplant. Ich habe ihnen die Informationen gegeben, die sie benötigt haben, um rein und wieder raus zu gelangen, ohne dass es zu Verlusten gekommen ist.«

»Aber was ist mit den Sicherheitsbestimmungen?«, wollte Pennington wissen, der sich bemühte, das zu verarbeiten, was er da hörte. »Was wäre gewesen, wenn es uns nicht gelungen wäre, das zurückzuholen, was sie von der Station gestohlen hatten?«

»Dann hätte ich immer noch verhindert, dass jemand verletzt wurde.« Reyes schien jedes Wort auszuspucken. Er griff nach seinem Glas und stürzte einen Großteil des Inhalts herunter, um es dann auf die Bar zu knallen. Als er erneut den Mund aufmachte, lag eine neue Schärfe in seiner Stimme. »Sind wir jetzt fertig, Mister Pennington?«

Pennington hob die Hand und sah sich noch einmal um, bevor er antwortete. Mit Ausnahme des Barkeepers, dem es nur schlecht gelang, sein mangelndes Interesse an ihrer Unterhaltung vorzutäuschen, schien sich keiner der anderen Gäste der Bar für etwas anderes als seinen Drink oder die orionischen Frauen, die diesen servierten, zu interessieren.

Verdammt, das ist nicht so einfach, wie ich dachte. Pennington musste sich zusammenreißen, um sich nicht ständig in der ganzen Bar umzusehen oder einem wachsamen Beobachter auf irgendeine andere Weise zu verstehen zu geben, dass Reyes und er wussten, dass sie überwacht wurden. »Es tut mir leid«, sagte er. »Ich wollte damit nichts andeuten, aber sehen Sie es doch mal von meinem Standpunkt. Ich glaube nicht, dass Sie die Sternenflotte oder die Föderation jemals verraten würden, wie sehr sich Ihre Illusionen auch in Luft aufgelöst haben mögen.« Als Reyes ihn fragend anblickte, fügte er hinzu: »Ja, ich habe gehört, was Sie vor dem Militärgericht ausgesagt haben.«

Pennington war nicht überrascht gewesen, zu erfahren, dass Reyes sich für seine Taten nicht verteidigt hatte. Der Commodore war dazu gezwungen worden, die Zerstörung von Gamma Tauri IV anzuordnen, um den Angriff einer Gruppe abtrünniger Shedai aufzuhalten, der die dortige Kolonie der Föderation ausgelöscht hatte. Eine Begegnung mit anderen Shedai auf ihrer vermeintlichen Heimatwelt hatte zu der Zerstörung des gesamten Jinoteur-Systems geführt. Reyes hatte seine Befehle missachtet und Pennington die Erlaubnis gegeben, einen Artikel für den Föderationsnachrichtendienst zu schreiben, in dem er berichtete, was er mit eigenen Augen im Jinoteur-System gesehen hatte, außerdem hatte er einen weiteren Bericht über die Ereignisse auf Gamma Tauri IV verfasst. Pennington war sich sicher, dass das Geheimnis, das die Shedai umgab, noch weitaus mehr beinhaltete als das, was publiziert worden war. Er wusste auch, dass das, was er dank Reyes’ Erlaubnis hatte veröffentlichen dürfen, die Verschleierungstaktik sabotierte, mit der die Sternenflotte den wahren Grund für die Existenz von Sternenbasis 47 im Taurus-System zu verbergen suchte.

»Diese Aufzeichnungen sollten geheim bleiben«, konterte Reyes und sprach jetzt so leise, dass Pennington ihn aufgrund der Umgebungsgeräusche kaum verstehen konnte. »Streng geheim und unter Verschluss.«

Der Journalist nickte. »Das sind sie auch, aber Sie haben noch immer Freunde, Diego, ob Sie es nun glauben oder nicht. Was Sie diesen Sturköpfen bei Ihrem Prozess auch gesagt haben mögen, so sind Sie doch stets Sie selbst geblieben, und der Diego Reyes, den ich kenne, würde niemals seinen Eid verraten, wie sauer er auch auf die Idioten, die das Sagen haben, sein mag. Es liegt in Ihren Genen, das Richtige zu tun. Aus diesem Grund haben Sie getan, was Sie tun mussten, und gesagt, was Sie gesagt haben, und darum haben Sie mir auch gestattet, das zu schreiben, was ich geschrieben habe.« Er machte eine Pause und registrierte, dass der Barkeeper erneut näher an sie heranzurücken schien. »Wenn Sie noch länger da rumstehen wollen, dann könnten Sie mir wenigstens einen anständigen Whiskey bringen«, fügte er an den Orioner gerichtet hinzu. »In einem sauberen Glas, falls das nicht zu viele Umstände macht, Kumpel.« Der Barkeeper warf ihm einen wütenden Blick zu, bevor er eine eckige blaue Glasflasche aus einem der Regale hinter der Bar nahm.

Da der Orioner gerade anderweitig beschäftigt war, zumindest für einige Augenblicke, wandte sich Pennington wieder Reyes zu. »Soweit es mich und zahlreiche andere Leute betrifft, sind Sie wegen der Dinge, die Sie getan haben, ein gottverdammter Held, aber das ist völlig ohne Belang, wenn wir feststellen müssen, dass Sie gemeinsame Sache mit Klingonen und Orionern machen. Und den Klingonen zu helfen, Shedai-Technologie von der Station zu stehlen? Ihnen ist doch bewusst, dass das für jeden nicht Eingeweihten wie Verrat aussehen muss, oder?«

Den Blick nur auf das eigene Glas gerichtet, nickte Reyes. »Mir ist klar, wie es aussieht.«

»Dann sagen Sie mir«, forderte Pennington und trat etwas näher an ihn heran, »dass sich diese Leute irren.«

Beide Männer standen schweigend da, als der Barkeeper mit Penningtons Drink zurückkehrte und dann eine fleischige, hellgrüne Hand mit der Handfläche nach oben ausstreckte. Es dauerte einen Moment, bis Pennington begriff, dass der Orioner auf seine Bezahlung wartete. »Schreiben Sie es auf meinen Deckel.«

»Ihr Deckel wird jetzt abgerechnet«, erwiderte der Barkeeper. »Sie werden bald gehen, und ich will nicht, dass Sie die Zeche prellen.«

Pennington bemerkte, dass sich Reyes’ Gesichtsausdruck veränderte und er den Eingang zum Glücksspieldeck im Auge behielt. »Die Sicherheitsleute kommen«, murmelte er mit gerunzelter Stirn. »Sie haben noch etwa fünfzehn Sekunden, bevor sie hier eintreffen. Wollen Sie mir sonst noch was sagen, bevor Sie in hohem Bogen rausgeschmissen werden?«

Der Reporter drehte sich so, dass er die Tür im Blick hatte, und sah zwei stämmige Orioner auf ihn zumarschieren. Sie trugen am Oberkörper nichts außer ledernen Schultergürteln, die sich vor ihrem muskelbepackten, jadegrünen Torso kreuzten, und ihre Köpfe waren glatt rasiert. Diverse goldene Ringe, Nieten und andere Piercings zierten Gesicht und Körper beider Wachmänner. Die Disruptorpistolen und in der Scheide steckenden Messer an ihren breiten Ledergürteln ließen keinen Zweifel an ihren Absichten.

Oh, oh.

Pennington gab sich die größte Mühe, den Eindruck zu vermitteln, er hätte sich mit dem bevorstehenden Rausschmiss abgefunden, und drehte sich wieder zu Reyes um. »Das ist wohl mein Stichwort«, sagte er und versuchte weiterhin zwanglos zu wirken. »Soll ich irgendwem etwas ausrichten? Vielleicht Doktor Fisher oder dem Admiral? Verdammt noch mal, wenn Sie wollen, könnte ich sogar Ihrer Mutter eine Botschaft überbringen.« Obwohl Pennington bemerkte, dass es bei seinen letzten Worten in Reyes’ Augen aufflackerte, blieben die Gesichtszüge des früheren Commodore unbewegt, und er zuckte sogar mit den Schultern, bevor er augenscheinlich verständnisvoll nickte.

»Wenn Sie meiner Mutter etwas ausrichten könnten«, meinte Reyes, »dann lassen Sie sie wissen, dass ich versuchen werde, ihr bald eine Nachricht zu schicken.«

Wie aufschlussreich, dachte Pennington, doch er behielt seine Gedanken für sich. Was zum Henker sollte Reyes’ Antwort bedeuten? Anstatt zu viel Zeit damit zu vergeuden, über diese Frage nachzudenken, nickte er einfach. »Wird erledigt, Kumpel.«

Seine Antwort wurde von einer großen Hand unterbrochen, die sich schwer auf seine Schulter legte. Er drehte sich zu dem orionischen Wachmann um, der ihn deutlich überragte. Sein Gesichtsausdruck drückte Verachtung aus, und Pennington war sich sicher, dass der Orioner ihn mit Freuden auf der Stelle umbringen würde, sollte er nur das leiseste Anzeichen von Provokation bemerken.

»Mister Pennington«, sagte der Wachmann mit einer Stimme, die klang, als hätte er die letzten Stunden damit verbracht, eine der schädlichen Substanzen einzuatmen, die einige der Gäste in der Bar rauchten, »wir wurden gebeten, Sie zum Ausgang zu eskortieren.«

»Ist dem so?«, fragte Pennington und hoffte, dass seine Worte angemessen überrascht und genervt klangen. »Wo liegt das Problem? Ich bin doch gerade erst angekommen.«

Der Wachmann beugte sich vor. »Alles, was ich weiß, ist, dass man mir aufgetragen hat, Sie von diesem Schiff zu befördern, Sir. Sie können entweder freiwillig mitkommen oder sich von mir tragen lassen.«

Okay, das reicht, beschloss Pennington. »In Ordnung, mein Freund. Kein Problem. Ich verspreche, keinen Ärger zu machen.« Er drehte sich kurz zu Reyes um und imitierte einen Salut. »Machen Sie’s gut, Diego.«

Reyes nickte. »Viel Glück, Tim.«

Pennington glaubte noch etwas in den Augen des anderen Mannes zu sehen, eine Frage oder Bitte. Aber der Moment verging, und der ehemalige Sternenflottenoffizier hob sein Glas in Richtung Barkeeper. »Noch einer.«

Und das war’s.

Wie versprochen, machte Pennington keine Szene, als er zur Sicherheitsstation in der Nähe des Eingangs zum Glücksspieldeck gebracht wurde. Hier warteten seine beiden orionischen Bewacher schweigend, während er seinen Rekorder und die anderen Dinge, die er hatte abgeben müssen, wieder einsammelte. Nur einer der beiden Wachmänner begleitete ihn zur Luftschleuse, durch die man von der Omari-Ekon auf die Sternenbasis 47 gelangte.

»Danke, von hier aus finde ich den Weg allein«, witzelte Pennington, als sie die Andockrampe erreichten, auch wenn er ganz genau wusste, dass der Orioner den Gang dahinter ebenso wenig betreten würde wie die Station selbst. Die einzige Reaktion des Wachmanns bestand darin, ihn grimmig anzustarren, aber Pennington war sich sicher, dass er zudem ein leises, kehliges Knurren hörte.

Dem kurzen Weg durch den Gang folgte eine schnelle Inspektion beim Sternenflotten-Kontrollpunkt am Eingang zu Vanguard, und die beiden dort stationierten Sicherheitsoffiziere schienen dankbar zu sein für die Unterbrechung ihres ansonsten langweiligen Dienstes. Pennington passierte den Kontrollpunkt ohne Schwierigkeiten und ging weiter auf die Turbolifte am anderen Ende des Ganges zu. Ein Essen in Tom Walkers Bar, einem der zivilen Etablissements in der Restaurantmeile von Stars Landing, klang jetzt sehr verlockend. Danach noch ein oder zwei Drinks, dann würde er ins Bett fallen.

Mein Leben ist mal wieder richtig aufregend.

So normal sein Plan für den Abend auch schien, er konnte keine dieser Aktivitäten sofort in die Tat umsetzen, was ihm in dem Moment klar wurde, in dem er T’Prynn begegnete. Die Vulkanierin wartete in der Nähe der Turbolifte auf ihn, hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt und starrte ihn an. Sie trug die Standard-Sternenflottenuniform für weibliche Offiziere, das die Figur umspielende Minikleid und die polierten schwarzen Stiefel, die ihre wohlgeformte athletische Gestalt betonte. Ihr langes dunkles Haar war, wie es den Vorschriften entsprach, mit einer Haarspange am Hinterkopf gebändigt worden, sodass ein Pferdeschwanz zwischen ihren Schulterblättern baumelte.

»Lieutenant T’Prynn«, sagte er, als er sich ihr näherte. »Was für eine angenehme Überraschung, Sie hier zu treffen.«

T’Prynns erste Reaktion bestand darin, die rechte Augenbraue hochzuziehen, doch ansonsten ging sie nicht auf seinen Kommentar ein, sondern fragte direkt: »Waren Sie erfolgreich?«

»Ich glaube schon«, antwortete Pennington und schob die Hände in die Hosentaschen. »Es ist mir gelungen, die Codewörter, die Sie mir gegeben haben, in unsere Unterhaltung einzuflechten. Ich bezweifle, dass der Barkeeper oder irgendjemand anderes, der uns womöglich belauscht hat, damit etwas anfangen konnte.« Er wusste nicht, warum ihn T’Prynn angewiesen hatte, Reyes zu fragen, ob er seiner Mutter eine Nachricht übermitteln wolle, denn soweit Pennington wusste, war diese vor drei Jahren gestorben. Trotz seiner Verunsicherung hatte er getan, was ihm der Geheimdienstoffizier aufgetragen hatte, schließlich war das der einzige Grund gewesen, warum er sich überhaupt auf die Omari-Ekon begeben und mit Reyes getroffen hatte. Es musste sich dabei also um eine Art Signal handeln, ebenso wie bei Reyes’ Antwort. »Der Commodore sagte, dass er sich bald bei ihr melden würde.«

T’Prynn nickte zustimmend. »Und Sie sind sich sicher, dass Ihr Tun als nichts anderes als eine beiläufige Unterhaltung mit Mister Reyes aufgefasst werden kann?«

»Das kann ich nicht mit Gewissheit sagen«, entgegnete der Journalist. »Mir ist klar, dass man uns belauscht hat, und der Barkeeper war definitiv einer von Ganz’ Spionen oder sogar einer seiner Lieutenants. Doch ich habe meine Worte sorgfältig gewählt, und der Commodore war ebenfalls sehr vorsichtig.«

»Wurde er bewacht oder hatte er einen Begleiter bei sich?«, erkundigte sich T’Prynn.

Pennington schüttelte den Kopf. »Nein, aber ich bin mir sicher, dass sie jede seiner Bewegungen im Auge behalten.« Er fragte sich, worauf all das hinauslaufen würde, und runzelte die Stirn. »Sie haben doch nicht etwa vor, ihn heimlich von diesem Schiff zu holen, oder?« War Reyes’ Antwort eine Art Code, mit dem er um Hilfe bat? Besaß er möglicherweise Informationen, die T’Prynn haben wollte?

All diese Heimlichtuerei geht mir gehörig auf die Nerven.

Anstatt seine Frage zu beantworten, sagte T’Prynn: »Danke für Ihre Hilfe, Mister Pennington. Ich weiß Ihre Bemühungen zu schätzen.«

»Hey«, protestierte Pennington und streckte die Hand aus, als sich die Vulkanierin zum Gehen wandte. »Das ist alles? Was zum Teufel habe ich da eben getan?«

»Sie haben Informationen übermittelt, die sich als sehr wertvoll erweisen könnten«, erklärte T’Prynn. »Aber Sie werden verstehen, dass die Sicherheit der Station gefährdet ist, wenn wir noch länger über diese Angelegenheit sprechen. Jetzt muss ich mich wieder um meine Pflichten kümmern, aber wenn Sie einen Blick auf Ihr Stationskonto werfen, wird Ihnen auffallen, dass die Miete für Ihr Apartment für die nächsten sechs Monate bezahlt ist. Betrachten Sie das als kleines Zeichen des Dankes für Ihre Mühe.«

Pennington war überrascht über das plötzliche Ende der Unterhaltung mit dem Geheimdienstoffizier. »Sie haben mich also nur als Mittelsmann benutzt, und jetzt bezahlen Sie mich dafür? Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben, behandeln Sie mich so? Was, wenn Ganz oder seine Männer beschlossen hätten, mich in ein Hinterzimmer zu zerren oder mich gleich aus einer Luftschleuse zu werfen?« Oder etwas Schlimmeres mit mir anzustellen, überlegte er und erinnerte sich daran, was ihm sein seltsamer Freund Cervantes Quinn darüber erzählt hatte, was Sakud Armnoj, einem der zahlreichen Buchhalter des Kaufmannsprinzen, zugestoßen war. Nach dem verrückten – und beinahe tödlichen – Abenteuer, das Quinn und Pennington erlebt hatten, um den unausstehlichen Zakdorn aufzuspüren und zu Ganz zu bringen, hatte der Orioner, laut Quinn, dafür gesorgt, dass dieser »unter erheblichen Schmerzen verschwunden war«. Quinn hatte das nie genauer ausgeführt, und Pennington war auch nicht an den Einzelheiten interessiert gewesen.

»Das Risiko, das Sie eingegangen sind, war minimal«, erwiderte T’Prynn. »Neera hätte nie zugelassen, dass Ganz etwas tut, das den relativen Schutz gefährdet, den ihr Schiff genießt, solange es an der Station angedockt ist.«

Pennington runzelte die Stirn. »Neera.« Er dachte an das, was ihm T’Prynn über Ganz’ Organisation und die orionischen Frauen im Allgemeinen erzählt hatte. Den Geheimdienstinformationen der Vulkanierin zufolge war Neera der wahre Kopf hinter Ganz’ kriminellen Unternehmungen, und sie gestattete es ihrem Liebhaber, in der Öffentlichkeit zu stehen, während sie in relativer Anonymität die Fäden zog. Das war eine überraschende Enthüllung, wenn man das Bild bedachte, das man im Allgemeinen von Orionerinnen und ihrer Rolle in der augenscheinlich von Männern dominierten Kultur hatte. »Irgendetwas sagt mir, dass sie die Beseitigung eines lästigen Journalisten ziemlich problemlos befehlen kann, wenn sie wirklich so große Macht besitzt.«

T’Prynns Augenbraue wanderte erneut nach oben. »In diesem unwahrscheinlichen Fall hätten wir die Bestattungskosten übernommen.«

Pennington kicherte leise. »Gut zu wissen. Wer Freunde wie Sie hat … Sie wissen schon, was ich meine.«

»Nun muss ich aber wirklich wieder an die Arbeit, Mister Pennington«, sagte T’Prynn und wandte sich erneut ab. »Vielen Dank noch mal.« Sie sagte nichts weiter und betrat einen der Turbolifte. Aber als sich ihre Blicke kreuzten, hätte er schwören können, die Andeutung eines Lächelns in einem ihrer Mundwinkel zu sehen, kurz bevor sich die Lifttüren schlossen. Sobald sie verschwunden war, stand Pennington allein auf dem Gang und schüttelte ungläubig den Kopf.

Er war sich sicher, dass er diese Frau niemals verstehen würde, egal wie lange er lebte.

Kapitel 2

Ich muss den Verstand verloren haben.

Diego Reyes saß an einem ruhigen Tisch in einer Ecke der Hauptbar auf dem Glücksspieldeck der Omari-Ekon und versuchte, möglichst gleichgültig das Kommen und Gehen der zahlreichen Gäste zu beobachten, während er an seinem Drink nippte. Die Kundschaft setzte sich aus den Vertretern von mehr Spezies zusammen, als er Finger zum Zählen hatte. Die meisten schienen Zivilisten zu sein, die entweder auf Vanguard lebten oder der Besatzung von einem der vielen Frachter angehörten, die gerade an der Station angedockt lagen. Doch hin und wieder stach Reyes eine Sternenflottenuniform ins Auge. Niemand in der Nähe schien Notiz von ihm zu nehmen, aber er konnte nicht ausschließen, dass ihn einer oder mehrere von Ganz’ Leuten jederzeit im Auge behielten. Der orionische Kaufmannsprinz hatte nicht vor, ihm mehr als nur diesen leisen Anschein von Freiheit und Autonomie auf seinem Schiff zu gewähren. Reyes ging davon aus, dass selbst diese Illusion in dem Augenblick verschwinden würde, in dem Ganz beschloss, dass ihm die Anwesenheit eines entehrten Sternenflottenoffiziers, der auf der Flucht vor dem Föderationsgesetz war, nichts mehr brachte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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