Star Trek - Vanguard 6: Enthüllungen - Dayton Ward - ebook

Star Trek - Vanguard 6: Enthüllungen ebook

Dayton Ward

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Opis

Den Leser erwarten vier neue Abenteuer aus der Taurus-Region mit all den Raumschiffmannschaften, Undercoveragenten, zivilen Kolonisten und fremden Mächten der Vanguard-Saga. Die Sammlung von Kurzromanen füllt die Lücken der großen Erzählung. Alle bisherigen Autoren der Serie sowie der Redakteur, der sie erfunden hat, steuerten eine Geschichte bei. Eine der Geschichten spielt vor dem ersten Band "Der Vorbote", eine andere nach "Ernte den Sturm" (dem dritten Band) und zwei weitere nach dem bislang letzten Band "Vor dem Fall".

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STAR TREK®

VANGUARD

ENTHÜLLUNGEN

DAYTON WARDKEVIN DILMOREDAVID MACKMARCO PALMIERI

Ins Deutsche übertragen vonChristian HumbergSusanne PicardAnika KlüverStephanie Pannen

BASED UPON STAR TREK®CREATED BY GENE RODDENBERRY

Die deutsche Ausgabe von STAR TREK – VANGUARD: ENTHÜLLUNGEN wird herausgegeben von Amigo Grafik, Teinacher Straße 72, 71634 Ludwigsburg. Herausgeber: Andreas Mergenthaler und Hardy Hellstern, Übersetzung: Christian Humberg, Susanne Picard, Anika Klüver, Stephanie Pannen; verantwortlicher Redakteur und Lektorat: Markus Rohde; Lektorat: Anika Klüver, Andrea Bottlinger und Gisela Schell; Satz: Rowan Rüster/Amigo Grafik; Cover Artwork: Doug Drexler.

Titel der Originalausgabe: STAR TREK – VANGUARD: DECLASSIFIED

German translation copyright © 2011 by Amigo Grafik GbR.

Original English language edition copyright © 2011 by CBS Studios Inc. All rights reserved.

™, ® & © 2011 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are trademarks of CBS Studios Inc. All rights reserved.

This book is published by arrangement with Pocket Books, a Division of Simon & Schuster, Inc., pursuant to an exclusive license from CBS Studios Inc.

Print ISBN 978-3-941248-10-6 (Juli 2011) · E-Book ISBN 978-3-942649-50-6 (November 2011)

WWW.CROSS-CULT.DE · WWW.STARTREKROMANE.DE

BEINAHE MORGEN

DAYTON WARD

SCHLECHTE NACHRICHTEN

KEVIN DILMORE

DIE LETZTEN EDLEN MÄNNER

MARCO PALMIERI

UND DIE STERNEBLICKEN HERAB

DAVID MACK

BEINAHE MORGEN

Dayton Ward

Für Addison und Erin:Dank euch freue ich mich immer aufs Neue auf das Morgen.

Historische Anmerkung

Diese Geschichte spielt Anfang des Jahres 2265, einige Monate vor der Fertigstellung von Sternenbasis 47 und deren Inbetriebnahme (siehe STAR TREK – VANGUARD»Der Vorbote«) sowie vor der ersten Reise der U.S.S. Enterprise an den Rand unserer Galaxie (»Die Spitze des Eisbergs«).

DIE TAURUS-REGION

2265

Kapitel 1

Commander Clark Terrell trat auf die Brücke der U.S.S. Sagittarius, hielt aber auf der Schwelle inne, um die Situation zu erfassen. Dafür brauchte er nur einen Moment, war das Kommandozentrum des Aufklärungsschiffes der Archer-Klasse doch kleiner als das Studentenzimmer, das er sich vor über zehn Jahren mit zwei anderen Kadetten geteilt hatte. Allerdings war die Brücke geschmackvoller eingerichtet.

Und sie riecht besser. Definitiv.

Im Kommandosessel, der neben der taktischen Station im Zentrum der kompakten Brücke stand, saß Captain Adelard Nassir und wandte sich zu seinem Ersten Offizier um. Sein Gesichtsausdruck war völlig unbewegt. »Was hat Sie denn aufgehalten?«

»Ich habe mich verlaufen«, antwortete Terrell, trat von der Schwelle und ließ zu, dass die Tür sich hinter ihm schloss. »Sie wissen schon, dass die Frage durch Wiederholung definitiv nicht witziger wird, oder?« Die Sagittarius war so winzig, dass man binnen einer Minute von einem beliebigen Deck auf jedes andere wechseln konnte – die Zeit, die man brauchte, um eine der die drei Decks verbindenden Leitern zu erklimmen, mitgerechnet. Terrells Kabine lag auf der Backbordseite, direkt neben der Brücke. Im Notfall schaffte er die Strecke in Sekunden, aber er mochte es, immer erst ein paar Minuten durchs Schiffsinnere zu gehen, bevor er sich für seine Schicht auf der Brücke meldete.

»Und wissen Sie«, fragte Nassir zurück, »dass ich die Frage trotzdem immer wieder stellen werde?«

»Zumindest, solange Sie niemand deswegen aus einer Luftschleuse wirft«, parierte Terrell. Er trat ins Zentrum der Brücke und schob die Ärmel seines olivfarbenen Overalls hoch. Diese Standarduniform trugen alle Mitglieder der Sagittarius-Besatzung ohne irgendwelche Rangabzeichen.

Nassir kicherte und sah zu, wie sein XO neben dem Kommandosessel zum Stehen kam. »Ich vermute, Sie sagen dies mit allem nötigen Respekt.«

»Oh, absolut, Sir«, erwiderte Terrell. »Sie haben sogar mein Ehrenwort als Offizier, dass ich brav salutieren werde, wenn ich die Schleusentür für Sie öffne.«

Nassir nickte. »Tun Sie das.« Der Captain war Deltaner und somit kahlköpfig, schmal und blass. Dennoch strahlte er ein Selbstvertrauen aus, wie es nur erfahrenen Anführern zu eigen war, die ihre Autorität niemals anzweifelten. Nassir legte keinen Wert auf den ganzen Pomp, den so viele Routinen und Protokolle der Sternenflotte mit sich brachten. Doch wenn die Situation es erforderte, konnte selbst er ein Musterbeispiel der Regeltreue und Effizienz sein. Seine Bereitschaft, auch mal auf diese Regeln zu pfeifen, machte ihn bei seinen Untergebenen und Vorgesetzten sehr beliebt, wie Terrell wusste. Selbst Commodore Reyes – Kommandant der Sternenbasis, der die Sagittarius aktuell zugeteilt war – respektierte Nassirs unorthodoxen Führungsstil nicht nur, er begrüßte ihn sogar. Reyes gab dem Captain so viel Spielraum, wie dieser zur Ausübung seiner Aufgaben benötigte.

Terrell trat neben Ensign Vanessa Theriault, die an der Wissenschaftsstation der Brücke saß. Das obere Drittel ihres Monitors wurde von dem Bild der üppigen grünen Welt dominiert, in deren Orbit sich das Schiff befand. Die Welt wanderte langsam von links nach rechts. »Was gibt’s Neues?«, fragte Terrell.

Theriault, eine junge und rothaarige Offizierin, sah von ihrer Konsole auf. »Die Neuigkeit besteht darin, dass sich Traelus II als sprichwörtliche Goldmine erweisen könnte.«

»Dilithium?«, hakte der Erste Offizier nach.

Die Wissenschaftsoffizierin nickte begeistert. »Dilithium, Pergium, Rodinium. Dieser Planet ist das reinste Buffet.«

»Das wird die Leute daheim freuen«, sagte Terrell.

Nassir erhob sich und trat links neben Theriault. »Oder es verursacht ihnen Bauchschmerzen.« Er schüttelte den Kopf. »Wir sind sehr nah am Gebiet der Tholianer. Sie wissen so gut wie ich, dass das Sternenflottenkommando durchdrehen wird, wenn es davon erfährt.«

Terrell runzelte die Stirn. »Was erwarteten die denn? Sind wir nicht genau deswegen hier draußen?« Traelus war eines von drei Sonnensystemen in dieser Gegend – einem entlegenen Winkel des Gebiets, das die Stellarkartografen auf den Föderationskarten Taurus-Region getauft hatten. Die Sagittarius war damit beauftragt, es genauer zu erforschen. Alle drei Systeme wiesen Gemeinsamkeiten auf. Bislang waren sie nur von unbemannten Sonden katalogisiert worden. Deren vorläufige Sensorscans hatten genügend Fragen aufgeworfen, um eine genauere Untersuchung zu rechtfertigen. Die Planeten in jedem der Systeme enthielten zumindest messbare Mengen der von Theriault erwähnten wichtigen Mineralien. Insbesondere die erwarteten Dilithium- und Rodinium-Vorkommen machten die Erkundung daher zu einer Priorität. Zumindest, was die Aktivitäten der Sternenflotte in diesem Raumsektor betraf.

Dieser Aspekt führte automatisch zur dritten Gemeinsamkeit der drei Systeme: Sie alle lagen an dem, was sich die Grenze zu dem Gebiet schimpfte, das die Tholianische Versammlung für sich beanspruchte. Inzwischen drang die Föderation in dieses Grenzgebiet vor. Entsprechend wichtig war ihr die Überprüfung der dort vermuteten natürlichen Rohstoffe.

Und dieser Vorstoß ist auch absolut sinnvoll, dachte Terrell spöttisch.

Nassir wandte sich der Andorianerin am Steuer, Lieutenant Celerasayna zh’Firro, zu. »Sayna, was sagen uns die Navigationskarten über den Verkehr in dieser Region?«

Die junge zhen schüttelte den Kopf. »Nicht viel, Sir. Abgesehen von unseren eigenen Sonden und gelegentlichen zivilen Schiffen – vermutlich Schmuggler, die Sicherheitspatrouillen entgehen wollen – habe ich keinerlei Anzeichen dafür gefunden, dass sich überhaupt jemand sonderlich um diese Gegend schert.«

»Da fragt man sich doch, warum die Tholianer ihr Gebiet nicht längst hierher ausgeweitet haben.« Nassir verschränkte die Arme vor der Brust. »Oder andere, versteht sich. Wenn man bedenkt, wie ungern die Tholianer mit ihren interstellaren Nachbarn interagieren, sollte man doch meinen, sie würden sich diese Systeme unter den Nagel reißen – und sei es nur, damit es sonst niemand tut.«

Terrell hatte keine Erklärung. Was die gesamte Taurus-Region anbelangte, schienen sich die Tholianer ungewöhnlich zurückzuhalten. Dabei lag diese genau zwischen ihrem Gebiet und denen der Föderation und des Klingonischen Imperiums. Die Schiffe der Sternenflotte hatten erst vor zwei Jahren begonnen, sie zu erkunden. Seitdem wurde aber eifrig erforscht und kolonisiert. Speerspitze ihrer Bemühungen war der Bau einer riesigen, topmodernen Sternenbasis – Sternenbasis 47, inoffiziell auch als Vanguard bekannt –, die der Sagittarius und zwei weiteren Flottenschiffen während ihrer Zeit in diesem Sektor als Heimathafen diente. Trotz all dieses Treibens und der grenznahen rohstoffreichen Planetensysteme, schienen die Tholianer nicht interessiert, selbst aktiv zu werden. Die Gründe dafür kannten nur sie selbst.

Und sie sind vielleicht unser geringstes Problem.

»Um die Tholianer mache ich mir keine Sorgen«, sagte Terrell. »Sie wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Klingonen hier herumschnüffeln, Sir.«

Nassir nickte. »Sie haben bereits erste Gehversuche in dieser Region unternommen. Nach dem zu urteilen, was ich aus den Berichten des Flottengeheimdienstes weiß, war das nur der Anfang.«

»Falls sie hier oder in irgendeinem anderen tholianernahen System ihre Flagge hissen wollen, könnte das die Tholianer ebenfalls herlocken.« Theriault seufzte. »Tholianer und Klingonen … Beide sind aufbrausend und ungeduldig. Das wird ein Riesenvergnügen.«

»Außerdem wird es das Problem von Commodore Reyes und dem Flottenkommando«, sagte Nassir. Dann legte er Theriault die Hand auf die Schulter. »Lassen Sie uns mit dem Scan des Planeten beginnen. Je früher wir hier fertig werden, desto früher sind wir auf dem Heimweg.« Für missionsrelevante Operationen war Sternenbasis 47 bereits in Betrieb. Doch auch wenn die primären Energie- und Verteidigungssysteme schon ihren Dienst versahen, mangelte es der Station noch an dem Komfort, der sie nach Beendigung der Konstruktionsarbeiten auszeichnen würde.

Terrell kicherte. »Besteht eine Chance, dass dieses Heim endlich fertig ist, wenn wir zurückkommen?«

»Bleibt zu hoffen«, murmelte Theriault. »Ich bin schon froh, wenn ich eine warme Dusche, ein gutes Essen und ein Bett bekommen kann, in dem nicht schon jemand liegt.« Sie sah auf und warf beiden Männern einen Blick zu, als rechne sie mit einer Erwiderung. »Seien Sie versichert, Gentlemen, dass ich mich – bei allem nötigen Respekt – für etwaige Kommentare Ihrerseits rächen werde, wenn Sie schlafen.«

»Ich hatte nicht vor, etwas zu erwidern«, entgegnete Nassir mit gespieltem Erstaunen. »Sie etwa, Commander?«

Terrell schüttelte den Kopf und sah zu Boden, damit sie sein Lächeln nicht bemerkte. »Meine Mutter hat keine Narren großgezogen, Sir.«

Einige akustische Signale, die von der Wissenschaftsstation ausgingen, lenkten Theriaults Aufmerksamkeit zurück auf ihre Konsolen. Terrell entging nicht, wie sich ihr Gesichtsausdruck bei der Betrachtung der Anzeigen änderte. »Stimmt was nicht, Ensign?«

»Wir haben weitere Minerale gefunden, Commander«, antwortete sie. »Dieser Planet hat alles zu bieten: angenehmes Klima, wunderschöne Ozeane und mehr Rohstoffe als jeder andere, den wir bisher untersucht haben.« Sie hielt einen Moment inne. »Ich hätte nicht übel Lust, mich früh zur Ruhe zu setzen und mir da unten ein Häuschen zu bauen.«

Terrell brauchte einen Moment, bis er merkte, dass sie mit dem linken Zeigefinger auf ein blinkendes rotes Licht auf ihrer Konsole tippte. Dann begriff er – und musste sich bemühen, seine Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten.

Sagt sie etwa das, was ich denke?

Ein Blick zu Nassir verriet ihm, dass der Captain sich die gleiche Frage stellte. Theriault schaute von ihrer Konsole auf und nickte zunächst Nassir, dann Terrell knapp zu. Terrell sah sich zu den anderen Stationen um. Niemand der Anwesenden hatte von ihrem stummen Austausch Notiz genommen.

Die Wissenschaftsoffizierin hatte sich einer Codesprache bedient. Eines Satzes, den sie, Terrell und Nassir verwenden wollten, falls sie einen Hinweis auf das Taurus-Meta-Genom fanden.

Als Terrell Nassirs Quartier betrat, warteten der Captain und Ensign Theriault dort bereits auf ihn. Terrell ließ die Tür hinter sich zugleiten und verschloss sie mittels Daumendruck auf das Kontrollfeld daneben. Nun hatten sie so viel Privatsphäre, wie die Sagittarius bieten konnte.

»Also«, begann Terrell, lehnte sich gegen die verschlossene Tür und verschränkte die Arme vor der Brust. »Ist es wahr?«

Theriault nickte. »Definitiv, Sir. Ich habe die Werte dreimal überprüft und kann jegliche Fehler ausschließen. Es handelt sich zweifelsfrei um das Meta-Genom.«

»Was sagt man dazu?«, murmelte Nassir und lächelte breit. Terrell wusste, dass Adelard Nassir jeglicher Mission zum Trotz in erster Linie Forscher war und sich der Sternenflotte angeschlossen hatte, um die Grenzen des bekannten Raumes auszuweiten und zu entdecken, was immer jenseits dieser Grenzen wartete. Für jemanden wie ihn war die Taurus-Region mit ihren Rätseln wie der verführerische Gesang der Sirenen aus der griechischen Mythologie.

Das Meta-Genom war vor über zwei Jahren während einer Forschungsmission in einem System der Taurus-Region entdeckt worden, das zum aktuellen Aufenthaltsort der Sagittarius nahezu diametral lag. Es war eine DNA-Sequenz, allem Anschein nach fremden Ursprungs, die um ein Vielfaches komplexer war als die aller anderen bekannten Lebewesen. Die Sequenz war seitdem auch auf anderen, dem ursprünglichen Fundort nahen Welten entdeckt worden. Weitere Fundstellen innerhalb der Taurus-Region galten als wahrscheinlich.

Das Meta-Genom, im Grunde genetische Daten innerhalb einer biochemischen Matrix, war angeblich Hunderte von Jahrtausenden alt und barg das Potenzial, das aktuelle Verständnis des Lebens und der Evolution zu revolutionieren. Vorausgesetzt, es gelang den Forschern endlich, seine komplizierte Beschaffenheit zu verstehen. Falls die fremde DNA-Sequenz wirklich, wie manche Experten im Flottenkommando glaubten, das Produkt eines gentechnischen Eingriffs war, deutete sie auf ein Technologielevel hin, das das jeder bekannten Kultur weit überstieg. Die Untersuchung des Meta-Genoms und seines Ursprungs – sowie das Bemühen, feindliche Mächte wie die Klingonen genau daran zu hindern – war Hauptaufgabe von Sternenbasis 47 und den ihr zugeteilten Schiffen. Einzig deswegen war die gigantische Station derart schnell einsatzbereit gemacht worden. Die Unterstützung der andauernden Forschungsmissionen, der Kolonisierung und der hiesigen Handelsrouten war nur die Tarnung für Vanguards eigentlichen Auftrag.

»Moment mal«, sagte Terrell. »Die ursprünglichen Proben des Meta-Genoms stammen aus dem Ravanar-System. Das ist ganz am anderen Ende der Taurus-Region. Auch alle weiteren Funde ereigneten sich weit entfernt von uns.« Bislang hatte niemand so weit vom Ursprungsort entfernt einen Nachweis des Genoms entdeckt. »Wenn es stimmt, was wir hier vermuten, muss, wer auch immer hinter dem verdammten Ding steckt …«

»… weit einflussreicher gewesen sein, als ursprünglich angenommen«, unterbrach Nassir ihn und lächelte entschuldigend. »Das allein ist schon eine interessante Entdeckung, finden Sie nicht?«

Theriault kicherte. »Ihr Talent zur Untertreibung beeindruckt mich immer wieder, Skipper.« Dann sah sie zu Terrell. »Die bisherigen Sensorwerte ähneln denen von Ravanar IV. Allerdings benötigen wir Proben, um den Fund daheim auf Vanguard genauer untersuchen und ihn mit den alten Werten vergleichen zu können.«

Nassir nickte. »Sehe ich ähnlich. Die dortigen Wissenschaftler scharren doch schon mit den Hufen, ob wir hier draußen etwas finden.« Auf Sternenbasis 47 arbeitete ein Team von Spezialisten daran, das Meta-Genom zu studieren. Doch Terrell wusste, dass die Sternenflotte auch einen hochqualifizierten Archäologie- und Anthropologie-Offizier dorthin beordert hatte, der erfahren darin war, tote Kulturen zu untersuchen. Dieser Offizier befand sich gerade auf der Anreise und traf erst in einigen Wochen auf Vanguard ein.

Sieht aus, als hätten wir jetzt ein Willkommensgeschenk für ihn.

»Wir drei sind die einzigen Besatzungsmitglieder, die hiervon wissen«, sagte Nassir und rieb sich das blasse, kantige Kinn. »Demnach werden Sie beide die Proben einsammeln. Wir werden uns eine Geschichte für die anderen ausdenken müssen. Angesichts unseres langen Fluges wird sich Master Chief Ilucci aber sicher über die Gelegenheit freuen, das Schiff mal wieder genauer unter die Lupe nehmen zu können. Damit wären er und seine Leute beschäftigt – und für den Rest finden wir auch noch Arbeit. Sehen Sie einfach zu, dass Sie schnell fertig werden.«

»Verstanden, Skipper«, erwiderte Terrell. Dann lächelte er. »Sind Sie sicher, dass Sie nicht mitkommen wollen?«

»Ich bin mir sogar absolut sicher, dass ich es will«, antwortete der Captain. »Aber das würde die Besatzung nur zu unnötigen Fragen verleiten.«

Theriault nickte. »Und was machen wir in der Zwischenzeit, Sir?«

Nassir zuckte mit den Schultern und schenkte ihr ein schalkhaftes Lächeln. »Zuerst müssen wir daheim anrufen. Commodore Reyes wird das hier lieben.«

Kapitel 2

Die Tür zu Diego Reyes’ Büro glitt auf. Ohne seinen Schritt zu verlangsamen, trat der Commodore in sein kleines Reich.

Zumindest theoretisch. Praktisch verschwand nur die linke Türhälfte in der Wand. Die rechte blieb, wo sie war, weshalb Reyes von der Stirn bis hinab zum Stiefel mit voller Wucht dagegenprallte.

»Was zum Donnerwetter …« Seine Nase und rechte Wange schmerzten besonders, waren sie doch in Kontakt mit der Türkante gekommen. Mühsam versuchte er, nicht zu stolpern, und schritt an dem unerwarteten Hindernis vorbei über die Schwelle. Dabei bemühte er sich, zu wirken, als habe er nichts anderes beabsichtigt, als gegen seine eigene Tür zu laufen. Sein Blick fiel auf das Hauptdeck des Operationszentrums von Sternenbasis 47. Die Offiziere in seinem Sichtfeld schienen sich hochkonzentriert ihren Arbeitsstationen, Monitoren, Datentafeln und in manchen Fällen sogar dem Fußboden oder den Wänden zu widmen. Alles schien sie mehr zu interessieren als der Eingang seines Büros.

Ja, es wird einer dieser Tage …

»Wo steckt Lieutenant Ballard?«, rief er. Ballard war der Chefingenieur der Station.

Lieutenant Commander Raymond Cannella, Flottenverbindungsoffizier von Sternenbasis 47, hob den Kopf. »Bei seiner letzten Meldung war er unten in der Sensorenkontrolle, Sir.« Cannella stand auf dem erhöht gelegenen Aufsichtsdeck der Ops. Er war ein kräftiger Mann mit dunklem, zurückgekämmtem und dünner werdendem Haar und einem Hals, der so dick war, dass er den gerippten Kragen seines goldenen Uniformoberteils zu sprengen drohte. Er sprach so betont, dass man ihm seine Herkunft aus New Jersey nicht mehr anhörte. Dafür klang jedes Wort wie eine Herausforderung. »Brauchen Sie ihn hier oben, Sir?«

Reyes dachte über die Frage nach. Bis Ballard von der Sensorenkontrolle auf die Ops gelangt war, mochte er seinen Plan, ihn zur Abfallentsorgung zu schicken, bereits wieder revidiert haben. »Nein, schon in Ordnung, Commander. Ich rufe ihn einfach.« Reyes trat zu dem Tisch vor seinem Büro – wo sein Yeoman arbeiten würde, sollte die Sternenflotte ihm je einen schicken –, streckte die Hand nach dem Computerterminal aus und aktivierte das Interkom. »Reyes an Ballard.«

Es dauerte einen Moment, die Anfrage durch das Komm-System zu leiten. Dann drang die Stimme des Lieutenants durch das Lautsprechergitter. »Ballard hier, Sir. Was kann ich für Sie tun?«

»Mister Ballard«, sagte Reyes. »Meine Bürotür hat mich soeben auflaufen lassen. Sie wissen nicht zufällig etwas darüber?«

»Das könnte meine Schuld sein, Commodore«, antwortete Ballard. »Ich musste einige der internen Sensorenknotenpunkte vom Netz nehmen, um kleinere Modifizierungen vorzunehmen. Das sind höchst empfindliche Teile, Sir.«

»Genau wie meine Nase, Lieutenant«, erwiderte Reyes. »Wann laufen die Systeme wieder?«

»In etwa einer halben Stunde, Sir«, sagte Ballard. »Wir arbeiten hier, so schnell wir können.«

Reyes seufzte und nickte, obwohl der Chefingenieur ihn nicht sah. Ballards Bericht über die internen Sensoren war nur eine weitere Variante der Statusmeldungen, die er seit über einem Monat zu hören bekam. Ballard und sein Team kämpften gegen allerhand Kinder-krankheiten, Fehler und andere Schäden, um die beeindruckenden Computer- und Kontrollsysteme von Sternenbasis 47 dazu zu bringen, im Einklang miteinander zu arbeiten. Natürlich zusätzlich zu der ohnehin recht langen Liste der Dinge, die sie noch zu erledigen hatten, bis die Station endlich als voll funktionstüchtig gelten durfte.

»Verstanden, Mister Ballard«, sagte Reyes nach einem Moment. »Ich vermute, Sie haben nicht auch noch gute Nachrichten für mich?«

»Es wird Sie freuen, zu hören, dass wir den Fehler im Nahrungsmittelverteilersystem der Offiziersunterkünfte behoben haben«, antwortete der Ingenieur. »Wenn Sie jetzt Ihr Abendessen bestellen, werden Sie nicht mehr mit Gerichten aus Botschafter Jetaniens Privatmenü überrascht.«

Das ließ Reyes kichern. »Okay, die Sensoren sind Ihnen vergeben.« Jetanien war ein rigelianischer Chelone und brauchte besondere Speisen, von denen die meisten nicht für das menschliche Verdauungssystem bestimmt waren. Dennoch hatte die Nahrungsluke in Reyes’ Quartier wiederholt Leibspeisen des Diplomaten ausgespuckt, obwohl sich der Commodore ein simples Steak mit gedünstetem Reis und Gemüse bestellt hatte. Was die giftige Flüssigkeit betraf, die der georderte Eistee hatte sein sollen, stand eine genaue Analyse nach wie vor aus. »Ich will Sie nicht länger von Ihren Pflichten abhalten, Lieutenant. Informieren Sie Commander Cannella über Ihre Fortschritte.«

»Werd ich, Commodore. Ballard Ende.«

Reyes trennte die Verbindung und sah wieder in Richtung seines Büros. Die Tür stand immer noch offen, obwohl niemand in der Nähe ihrer Sensorik war. Als er den Raum betrat, behielt er sie im Auge und erwartete halb, sie werde versuchen, ihn auf der Schwelle in zwei Teile zu schneiden. Dann schüttelte er den Kopf.

Irgendwas ist immer.

Er ging zu seinem Schreibtisch und betrachtete das Bild auf dem Monitor in der Wand rechts von ihm. Momentan zeigte er ihm stets aktuelle Informationen über den Status der Bauarbeiten an Sternenbasis 47, etwa über die Installation der zahlreichen Komponenten. Das Äußere der Station war größtenteils fertig, wie auch essentielle Systeme, die Schiffswartung, Lagerräume und Mannschaftsunterkünfte. Im größten Quartierkomplex für Zivilisten war ebenfalls alles an seinem Platz, doch insbesondere an ästhetischen Dingen wie der »Terrestrischen Anlage« wurde noch gearbeitet. Die Anlage war eine gewaltige Kuppel im Hauptbereich von Sternenbasis 47 und überdachte ein Habitat, das der Erde ähneln sollte und primär aus einem großen Park bestand, über dem sogar ein künstlicher Himmel programmiert werden konnte, der Tag und Nacht simulierte. Wenn er erst fertig war, würde dieser Bereich auch Stars Landing umfassen, einen Handels- und Wohnbezirk, der der Besatzung, zivilen Händlern, Reisenden und anderen Besuchern eine bunte Mischung aus Einkaufs-, Speise- und Vergnügungsangeboten zur Verfügung stellen sollte. So ein Projekt war ungewöhnlich für Sternenbasen der Wachturm-Klasse und bislang auf keiner nichtplanetenbasierten Sternenflottenstation vorhanden.

Neben den Statusanzeigen sah Reyes ein Bild des Stationsäußeren, gespeist aus Sensordaten. Man erkannte gut, wo Teile der Innenstruktur von Vanguard durchschienen, weil noch am Äußeren gearbeitet wurde. Ein passendes Bild, war doch auch die Besatzung, die diese Einrichtung bald ihr Zuhause nennen würde, noch unvollständig. Momentan bestand sie aus Bauteams und Ingenieuren, ergänzt durch etwa ein Drittel der tatsächlichen Mannschaft. Einem Bericht zufolge, den Reyes beim Frühstück überflogen hatte, war ein patenter junger Commander namens Jon Cooper auf dem Weg und würde binnen zwei Wochen eintreffen. Der neue Vizekommandant befand sich auf der U.S.S. Endeavour, dem zweiten der drei Sternenflottenschiffe, die unter Reyes’ Kommando standen und die man dauerhaft Sternenbasis 47 zugeteilt hatte.

Reyes war zufrieden. Obwohl die Umsetzung eines Projekts von Vanguards Größe mit einem scheinbar unendlichen Strom an schmerzlichen Problemen einherging, wusste er, dass die Dinge Form annahmen.

»Commodore Reyes?«

Die Stimme klang sanft. Reyes wandte sich vom Monitor ab und sah eine Offizierin auf der Schwelle stehen. Sie trug ein goldenes Oberteil mit Captainsstreifen auf den Ärmeln und hielt eine Datentafel in der linken Hand. Ihr Haar war dunkel, sogar dunkler als ihre Uniformhose, und sie trug es in einer kurzen, feminin wirkenden Pagenfrisur, die – zumindest in Reyes’ Augen – ihr freundliches Gesicht perfekt umrahmte. Dem Aussehen nach musste sie indische Wurzeln haben. Reyes schätzte sie auf Mitte bis Ende dreißig – und fand sie äußerst attraktiv.

Reiß dich zusammen, Commodore.

»Ja?«, fragte er.

Die Frau trat ins Büro. »Ich bedaure, Sie stören zu müssen, aber der Tisch Ihres Assistenten war nicht besetzt. Wir sind uns noch nicht begegnet. Ich bin Captain Rana Desai vom Judge Advocate General. Die Sternenflotte hat mich dem JAG-Büro dieser Station zugewiesen, und ich kam gestern Morgen hier an.« Sie sprach mit Londoner Akzent. Der Klang hatte etwas Lyrisches, Beruhigendes, auch wenn Reyes nicht entging, dass der Captain das Auftreten und Selbstvertrauen eines erfahrenen Offiziers besaß. Und er wusste, dass diese Einschätzung zutraf, hatte er doch Desais Personalakte gelesen – und offensichtlich wieder vergessen –, als er von ihrem Kommen erfuhr.

Nun nickte er. »Selbstverständlich, Captain. Bitte verzeihen Sie, dass ich nicht gleich zwei und zwei zusammengezählt und Sie bei Ihrer Ankunft begrüßt habe. Einer der vielen Gründe, warum ich einen Assistenten brauche, ist, dass ich lausig darin bin, mir derartige Dinge zu merken.« Er deutete auf die beiden Stühle, die vor seinem Tisch standen, und nahm hinter ihm Platz. »Bitte, setzen Sie sich. Sie waren bislang im JAG-Büro auf Sternenbasis 11, richtig?«

»Das ist korrekt, Sir«, sagte Desai und nahm das Angebot an. »Ich war nur ein Jahr dort, aber es war eine gute Arbeit.« Sie sah sich kurz um. »Es war zumindest auf einem Planeten.«

Reyes kicherte, beugte sich vor und legte die Ellbogen auf die Tischplatte. »Ich verstehe Sie. Aber ich glaube, einige unserer Annehmlichkeiten werden Sie dafür entschädigen, dass wir Ihnen die frische Luft genommen haben. Was Ihre Arbeit hier betrifft: Diese Station befindet sich am Rand des Föderationsgebiets. Neue Kolonien, neue Handelsrouten, neue Freunde und neue Feinde. Sie werden alle Hände voll zu tun haben, sowohl mit Angelenheiten der Sternenflotte als auch mit zivilen Dingen.«

Und das ist nur das Alltagsgeschäft.

Desai räusperte sich. »Ehrlich gesagt, Sir, bin ich genau deswegen zu Ihnen gekommen.« Sie hielt inne und tippte mit einem Griffel auf die nun auf ihrem Schoß ruhende Datentafel. »Mein Büro hat einige Beschwerden von den zivilen Händlern erhalten, die Geschäfte in Stars Landing betreiben werden. Wie es scheint, haben Sie Fracht-und Administrationsräume, die eigentlich für die Händler vorgesehen waren, der Sternenflotte zur Nutzung übergeben.«

»Das ist korrekt«, erwiderte Reyes und nickte knapp. »Allerdings wurden den Händlern Ersatzräume zugewiesen.«

»Kleinere Räume«, ergänzte Desai, »die weiter von Stars Landing entfernt liegen.«

Reyes zuckte mit den Achseln. »Die ursprünglichen, größeren Räumlichkeiten wurden aus Sicherheitsgründen benötigt.«

»Darf ich fragen, welche Gründe das genau sind, Sir?«, hakte Desai nach.

»Sie dürfen fragen, was immer Sie möchten, Captain«, antwortete der Commodore. »Ich fürchte nur, die Antworten sind vertraulich.« Die betreffenden Räume waren in den öffentlich zugänglichen Akten und Plänen als Administrativ- und Hilfsbereich ausgewiesen worden. In Wahrheit wurden sie aber gerade zu einer geheimen Forschungseinrichtung umgebaut, die Arbeitsplatz eines Teams wissenschaftlicher Spezialisten werden sollte. Jedes Mitglied dieses Teams würde laut Mannschaftsverzeichnis verschiedene Aufgaben auf der Station erfüllen, aber in Wahrheit einzig am Taurus-Meta-Genom forschen und die Daten und Materialien untersuchen, die die Suche nach dem mysteriösen und höchst komplexen künstlichen DNA-Strang zutage fördern mochte. Reyes hatte bereits eine entsprechende Mission genehmigt, die der Captain der U.S.S. Sagittarius erbeten hatte. Die Sagittarius war ein weiteres der Station zugewiesenes Schiff und untersuchte gerade den zweiten Planeten des entlegenen Traelus-Systems, der allem Anschein nach ebenfalls Spuren des Meta-Genoms aufwies.

Wer hätte das gedacht?

Die wahre Aufgabe des Teams und die Existenz der Forschungseinrichtung, der die an ihr arbeitenden Offiziere bereits den Spitznamen »die Gruft« verpasst hatten, blieb geheim und war nur denjenigen bekannt, die davon wissen mussten. Captain Rana Desai zählte nicht zu dieser Gruppe.

»Einige der Händler bezeichneten Sie als unhöflich«, sagte sie gerade.

Reyes runzelte die Stirn. »Ich sagte ihnen, ich sei mir der Unannehmlichkeiten bewusst, die diese Umplanung ihnen bereite. Und ich bedankte mich für ihre Kooperation.«

Desai kniff die Lider enger zusammen. »Sagten Sie das auf nette Weise? Oder genau so wie jetzt?«

»Ich war jetzt nett!«, erwiderte Reyes.

Als hätte sie auf ihr Stichwort gewartet, glitt die Tür seines Büros genau in diesem Moment zu. Das pneumatische Zischen ließ Reyes und Desai herumfahren. Reyes ahnte, dass er selbst nicht weniger überrascht aus der Wäsche schaute als die JAG-Offizierin.

»Macht sie das öfter?«, fragte sie.

»Sie ist launisch«, antwortete er und lehnte sich zurück. Allmählich war er des Themas müde. »Sie kamen also zu Ihnen, weil sie mich für unhöflich hielten?«

Desai schüttelte den Kopf. »Sie kamen zu mir, weil sie glaubten, Sie würden ihnen nicht zuhören und nähmen ihre Sorgen nicht ernst.«

»Captain, ich habe zugehört«, protestierte Reyes, seiner Geduld endgültig beraubt. »Dann habe ich ihre Sorgen gegen die Bedürfnisse der Station abgewogen und eine Entscheidung gefällt. Sie kamen zu Ihnen, weil sie nicht das bekamen, was sie wollten.« Bevor Desai etwas erwidern konnte, tippte er mit dem Finger auf seinen Tisch und deutete auf das Computerterminal zu seiner Linken. »Das steht alles in meinem Bericht. Warum sitzen wir also hier?«

Desais Züge verhärteten sich. »Sir, es gehört zu meinen Aufgaben, die Beschwerden anzusprechen, die die Stationsbewohner mir gegenüber äußern, seien es Flottenangehörige oder Zivilisten. Ich bin wegen der Beschwerde der Händler hier und will sicherstellen, dass ihren Sorgen die nötige Beachtung geschenkt wird. Wie Sie noch merken werden, bin ich in derlei Dingen sehr gründlich.«

»Alles andere fände ich auch inakzeptabel, Captain«, erwiderte Reyes. »Würden Sie anders handeln, kämen Sie Ihrer Aufgabe nicht nach. Das respektiere ich, selbst wenn wir uns nicht einig sind – was, wie ich vermute, von Zeit zu Zeit ohnehin vorkommen wird. Ich bin so, wissen Sie?«

Desai hielt einen Moment inne und sah ihn schweigend an, als überlege sie, ob sie weitersprechen sollte.

Reyes entging ihr Zögern nicht. »Nur raus damit, Captain. Ich verspreche Ihnen, dass ich nicht beißen werde.«

»Danke, Sir«, sagte sie. »Sind Sie eigentlich immer so? So direkt, meine ich.«

Reyes nickte. »Wenn ich das Sagen habe, ja. Und das habe ich in letzter Zeit recht häufig.« Er lächelte, bemühte sich um eine entspanntere Atmosphäre. »Aber ich kann sehr umgänglich sein, wenn alle einfach das machen, was ich von ihnen möchte.«

Trotz ihres gefassten Auftretens lachte Desai kurz auf. Dann schüttelte sie den Kopf. »Commodore, es liegt nicht in meiner Absicht, Ihnen zu sagen, wie Sie die Station führen sollten – zumindest nicht, solange Sie sich an Gesetze und Regeln halten, versteht sich. Aber als Sternenflottenrepräsentantin einer, wie mir scheint, sehr großen Menge ziviler Bewohner und Besucher schlage ich vor, dass Sie sich beim nächsten Mal um ein wenig mehr diplomatisches Geschick bemühen.«

Abermals zuckte Reyes mit den Achseln. »Dafür habe ich Sie, Captain. Es ist Ihre Aufgabe, sich für mich um derartige Dinge zu kümmern. Sie sind höflich, damit ich’s nicht sein muss.« Auch wenn sein Tonfall freundlich war, lächelte der Commodore nicht länger. Aus Gründen, die er selbst nicht ganz verstand – oder sich nicht eingestehen wollte, was deutlich wahrscheinlicher war – genoss er den Schlagabtausch mit Desai. Die JAG-Offizierin nahm ihren Job offenkundig sehr ernst. Wie Reyes aus ihrer Akte wusste, zögerte sie nicht, sich mit Vorgesetzten anzulegen, wenn die Fakten, die Wahrheit und das Gesetz auf ihrer Seite waren – ungeachtet der möglichen Konsequenzen. Respektabel, wie er fand.

Das hier könnte spaßig werden, dachte er.

Desai seufzte. Sie schien darüber nachzudenken, was ihre neue Stellung mit sich bringen würde. »Das hier wird ein ermüdender Einsatz, nicht wahr?«

»Ganz und gar nicht, Captain«, antwortete der Commodore. »Jeder Einsatz ist nur so ermüdend, wie Sie ihn sich machen.« Abermals tippte er auf den Tisch. »Sind wir fertig?«

»Ich schätze schon.« Desai erhob sich. »Allerdings fürchte ich, dass wir Unterhaltungen wie diese in Zukunft öfter führen werden.«

Er nickte. »Ich gehe fest davon aus, dass sie den Höhepunkt meiner Arbeitstage darstellen werden.« Die Bemerkung war sarkastisch gemeint gewesen. Dennoch konnte Reyes nicht leugnen, dass mehr als nur ein Funken Wahrheit hinter den Worten steckte.

Desai sah ihn fragend an. »Vielen Dank für Ihre Zeit, Commodore«, sagte sie schließlich und trat zur Tür.

Diese glitt nicht auf.

Die JAG-Offizierin wandte sich um und sah zu Reyes, der nach wie vor an seinem Schreibtisch saß. »Immer noch launisch?«

Verdammt noch mal, Ballard! Reyes aktivierte das Interkom auf seinem Tisch. »Reyes an Ballard.«

»Ballard hier, Sir«, erwiderte der Chefingenieur prompt.

»Meine Bürotür geht nicht mehr auf, Lieutenant.«

»Bedaure, Sir«, sagte Ballard. »Das hat vermutlich mit unseren Problemen mit den internen Sensoren zu tun. In etwa einer halben Stunde sollte sie wieder funktionieren.«

Reyes trennte die Verbindung, ohne sich um eine Erwiderung zu bemühen, und atmete tief – und, wie er hoffte, beruhigend – durch. Dann widmete er sich wieder Desai. »Nun, Captain, wie mir scheint, müssen wir einander noch etwas länger Gesellschaft leisten.« Er erhob sich und trat zur Nahrungsluke im hinteren Bereich seines Büros. »Kann ich Ihnen einen Kaffee anbieten?«

»Ja, danke, Sir«, erwiderte die JAG-Anwältin und ging zurück zu ihrem Sitz.

Reyes gab die Bestellung in die Kontrollkonsole der Nahrungsluke ein. »Nutzen wir die Gelegenheit doch, um uns ein wenig besser kennenzulernen. Wie ich höre, sind Sie nicht von hier.« Er konnte sich ein Kichern nicht verkneifen, als Desai mit den Augen rollte, den Kopf schüttelte und lachte.

Dies könnte tatsächlich noch ein guter Tag werden.

Kapitel 3

Ronald Hanagan durchquerte den Frachtraum des zivilen Handelsfrachters Bacchus Plateau und trat zu dem Werkzeugkasten, den er mitgebracht hatte. Verdammt, warum war ihm das nicht viel früher eingefallen? Er brauchte einen Moment, bis er den Gegenstand fand, den er suchte: einen P-38. Das Gerät diente eigentlich dazu, magnetisch versiegelte Luken oder Zugangsplatten von Raumschiffen zu öffnen. Hanagan glaubte aber, es könne auch seinen Zwecken dienlich sein.

Ansonsten bleibt mir eh nur der Phaser.

Mit zufriedenem Grunzen wandte er sich um und ging zurück zu dem übergroßen Frachtcontainer, der in einer Ecke des Lagerraumes stand. Er war der letzte Posten auf der Lieferungsliste und musste von Bord der Bacchus Plateau ins interne Transportsystem befördert werden, das den Inhalt des Containers in einen der Frachtschränke von Sternenbasis 47 bringen würde. Der betreffende Schrank gehörte momentan Lauren Everett, seiner hiesigen Arbeitgeberin. Laut Liste befanden sich diverse Verkaufsgüter und andere Objekte im Innern des Containers. Mit diesen würde Everett den Laden bestücken, den sie bald in Stars Landing zu öffnen beabsichtigte. Im Gegensatz zu den anderen war dieser Behälter aber zu groß, um am Stück transportiert zu werden. Also musste Hanagan ihn öffnen und seinen Inhalt auspacken. Deshalb hatte er ihn sich bis zum Schluss aufgehoben.

Ich Idiot.

All das spielte keine Rolle mehr, entschied er. Er wollte nichts weiter, als diesen elenden Behälter abzuladen, der auch noch die Frechheit besaß, ihm mit einem streikenden Öffnungsmechanismus auf die Nerven zu gehen. Bislang waren alle Versuche gescheitert, ihn gewaltsam aufzubrechen. Nicht einmal mit dem Brecheisen aus dem Schrank dort hinten war es Hanagan gelungen. Warum er nicht schon früher an den P-38 gedacht hatte, war ihm ein Rätsel, aber auch das spielte keine Rolle mehr. Wenn er erst ausgeladen und alles an seinen Bestimmungsort befördert hatte, war er frei und durfte sich ein gutes Essen, ein paar volle Gläser und – mit ein wenig Glück – die Gesellschaft einer bezaubernden Frau gönnen.

Alles zu seiner Zeit.

Hanagan platzierte den P-38 auf der Hauptluke des Containers und betätigte eine Taste auf dem kleinen Gerät. Diese instruierte es, eine kleine Impulswelle auszusenden, die die magnetische Versiegelung der Luke aufbrechen würde. Einen Moment später hörte Hanagan ein befriedigendes Zischen, und der Statusindikator des P-38 wechselte von rot zu grün. Hanagan langte nach dem Griff der Luke, zog daran, und diese öffnete sich mühelos. Dahinter gähnte Schwärze, durchsetzt mit den Umrissen einiger kleinerer Container in verschiedensten Formen und Größen.

»Na endlich«, sagte Hanagan, obwohl er allein im Frachtraum war.

Zumindest dachte er das.

Den ersten Hinweis auf die Anwesenheit einer weiteren Person erhielt er, als etwas neben seinem Fuß auf den Boden fiel. Hanagan sah hinunter und entdeckte ein hellrotes Viereck, eine föderationstypische Datenspeicherkarte, auf dem Deck neben seinem linken Stiefel. Dann registrierte er eine Bewegung im Augenwinkel. Als er aufsah, stand keine zehn Meter von ihm entfernt eine Frau. Wie Wie war es ihr gelungen, so nah heranzukommen, ohne dass er sie gehört hatte?

»Sind Sie Ronald Hanagan?«, fragte die Fremde. Sie war von schlanker Statur, wirkte aber durchaus muskulös. Dem Overall nach zu urteilen, in dem sie steckte, gehörte sie zur Besatzung der Bacchus Plateau. Ihr rotes Haar war hinter ihrem Kopf zu einem Knoten gewunden, wodurch ihr Hals unbedeckt blieb.

Hanagan nickte. »Wer will das wissen?«

»Ich hörte, die Brüder bekämpfen einander«, sagte sie anstelle einer Antwort und hielt seinem Blick stand.

Hanagan dachte über ihre Worte nach und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Das war der Satz, den man ihm zu sagen aufgetragen hatte, falls er Kontakt zu dem anderen auf der Station befindlichen Geheimagenten aufnehmen musste. Obwohl Hanagan nun schon mehr als drei Wochen hier war, hatte er bislang weder Gelegenheit noch Grund gehabt, seinen Mit-Maulwurf aufzuspüren. Hatte die Frau ihn gesucht, oder war dies eine von der Sternenflotte vorbereitete Falle, um die Spione in ihrer Mitte auffliegen zu lassen?

Es gab nur einen Weg, es herauszufinden.

»Vaj Duj chIj«, sagte er in seiner Muttersprache, wie es ihm beigebracht worden war. In Föderationsstandard hieß das »ein Kriegsschiff navigieren« – und es enttarnte ihn endgültig als Klingonen. Falls die Frau dort vorne nicht seine Kontaktperson war, würde sie sterben müssen, schnell und leise.

Zu seiner Erleichterung kam es nicht dazu. »jaj qeylIS molar mIgh HoHchu’qu’«, erwiderte sie in fließendem tlhIngan Hol. Hanagan lächelte sehnsuchtsvoll und entsann sich der Worte des alten Trinkliedes aus den Tagen vor seiner Zeit als Agent des Imperialen Geheimdienstes. Er hatte es mit seinen Gefährten gesungen, wann immer Blut- oder Feuerwein in großen Mengen geflossen waren.

Damals hatte Ronald Hanagan noch den Namen getragen, den seine Eltern ihm gegeben hatten: Komaleq.

»Sie müssen Lurqual sein«, sagte er nun.

Die Augen der Frau verengten sich zu Schlitzen. »Verwenden Sie niemals diesen Namen. Ich bin Anna Sandesjo.«

Hanagan wusste das natürlich. Sein Mittelsmann Turag, der bald als Teil der auf die Station geladenen diplomatischen Delegation in die hiesige klingonische Botschaft einziehen würde, hatte es ihm gesagt. »In Ordnung, Anna Sandesjo«, sagte er und sah sich um. Sie waren noch immer allein im Frachtraum. »Was kann ich für Sie tun?«

Statt einer Antwort deutete sie auf die Datenkarte zu Hanagans Füßen. »Sie können das erklären.«

Er stutzte, hob die Karte auf und betrachtete die unbeschriftete Oberfläche. »Was ist das?«

»Die Aufzeichnung einer verschlüsselten Nachricht, die Sie unserem gemeinsamen Bekannten haben zukommen lassen.« Damit meinte sie Turag, wie Hanagan wusste. »Besser gesagt: die Sie versuchten, ihm zukommen zu lassen.«

»Wovon sprechen Sie?«, fragte er verwirrt. Was fiel diesem Weib ein, seine Kompetenz infrage zu stellen?

Sandesjo hob die Schultern. »Ich spreche von Ihrer Fährlässigkeit. Sie haben Ihren Bericht anständig verschlüsselt und ihn im die Station verlassenden Übertragungsstrom verborgen. Aber sie haben nicht an die Ingenieure gedacht, die die Kommunikationsphalanx vom Netz nehmen würden, um sie einer Wartung zu unterziehen, weil sie derzeit Probleme bereitet. Die Phalanx war nahezu sechs Stunden außer Betrieb. In dieser Zeit wurden die gespeicherten Sendungen in einer Schleife gehalten und weiteren Routinetests und Überprüfungen unterzogen.«

Zum ersten Mal begriff Hanagan, wie ernst das, was Sandesjo beschrieb, wirklich war. Sollten die Ingenieure der Sternenbasis das Komm-System tatsächlich zu Wartungszwecken abgeschaltet haben, hatten sie dies unangekündigt getan. In seiner Rolle als ziviler Händler hatte Hanagan keinen Zugriff auf Informationen, die nur den Sternenflottenangehörigen an Bord bekannt waren. Dies war ganz ohne Frage ein Fehler seinerseits – und zwar einer, der schreckliche Folgen haben konnte.

»Wäre ich mir des Vorgangs nicht bewusst und in der Lage gewesen, Ihre Botschaft aus der Schleife zu entfernen«, fuhr Sandesjo fort, »wäre sie vom Sicherheitspersonal entdeckt worden. Das hätte zu einer stationsweiten Suche nach Ihnen geführt. Für den Fall, dass meine Ausführungen Ihren Verstand überfordern, lassen Sie es mich einfacher ausdrücken: Sie haben unsere gesamte Mission gefährdet! Eine derart ungeheuerliche Unachtsamkeit ist schlicht unentschuldbar.«

Ronald Hanagan sah das kleine dunkle Objekt in ihrer Hand. Einen Sekundenbruchteil später hörte er ein hohes Winselgeräusch, und ein großer roter Blitz hüllte alles um ihn herum ein.

Idiot.

Anna Sandesjo wiederholte das Wort in Gedanken, während die letzten Reste Ronald Hanagans – Komaleqs – vor ihren Augen vergingen und das Echo der Disruptorentladung verhallte. Dann hob sie die Rechte und betrachtete die silbrigglatte Oberfläche der kleinen Energiewaffe. Sie hatte sie einem zivilen Händler auf der Omari-Ekon abgekauft, dem orionischen Handelsschiff, das momentan an der Station dockte. Der Waffenhändler war klug genug gewesen, keine Fragen zu stellen – was zweifellos auf die beträchtliche Menge Föderationscredits zurückzuführen war, die sie auf sein Konto überwiesen hatte. Der Disruptor erwies sich als effiziente Waffe: klein genug, um am Körper verborgen zu werden, und doch mächtig genug, um im Kampf von unbestreitbarem Wert zu sein. Er hatte bereits bewiesen, wie nützlich er einer getarnten Agentin sein konnte, die nach Wegen suchte, die Spuren eines unverzeihlichen Fehltritts zu beseitigen.

Sandesjo seufzte müde und schüttelte den Kopf. Hatte sie Komaleq töten wollen? Natürlich nicht. So etwas gehörte nicht zu ihren Aufgaben. Als heimliche Agentin an Bord von Sternenbasis 47 hatte sie viel unkompliziertere Anweisungen zu befolgen: Sie musste lauschen und beobachten, mit allen Mitteln Daten und Informationen sammeln und ihren Vorgesetzten Bericht erstatten. Wieder und wieder. Was darüber hinausging, brachte das Risiko einer Enttarnung mit sich und war somit untragbar. Würde ein klingonischer Agent auf einer Station der Sternenflotte entdeckt – noch dazu einer, der chirurgisch verändert worden war, um wie ein Mensch auszusehen –, wäre eine quadrantenweite Hatz auf andere Spione eröffnet. Für das Imperium, das noch immer den Vernichtungsschlag gegen seinen Langzeitfeind Föderation plante, mochte sich eine solche Reaktion als verheerend erweisen.

Sorgfältig schloss Sandesjo den von Hanagan geöffneten Frachtcontainer und legte den P-38 zurück in den Werkzeugkasten, den sie daraufhin in einem der längs der Wand aufgestellten Lagerschränke verbarg. Sie war schon viel zu lange hier, und wie eine Inspektion des Raumes bewies, gab es keinerlei weitere Spuren, die auf ihre oder die Anwesenheit ihres Opfers hingewiesen hätten. Sicherheitskameras kamen in diesem Bereich des Schiffes nicht zum Einsatz, und so gekleidet, wie sie war, würde sie wohl ohne Aufsehen zu erregen zurück zur Station gelangen. Das Letzte, was sie nun brauchte, war, auf ein Mitglied der Bacchus Plateau-Besatzung oder des Sicherheitsteams von Sternenbasis 47 verdächtig zu wirken.

Sandesjos Befehl lautete, passiv zu beobachten, getarnt als Mitglied von Botschafter Jetaniens diplomatischem Kader. Doch die Entdeckung von Komaleqs Botschaft im Transmissionsstrahl hatte extreme Maßnahmen erforderlich gemacht, um die Gesamtmission zu schützen. Die Beseitigung der Nachricht aus der Übertragungsschleife war eine simple, wenn auch zeitaufwendige Arbeit gewesen. Und wenn Komaleq zu einem Fehler fähig war, mochte er zu weiteren neigen. Zu derart großen oder vielen Fehlern, dass es Sandesjo nicht gelingen könnte, sie auszugleichen, bevor sie jemandem auffielen. Nein, es hatte nur einen Weg gegeben, dies präventiv zu verhindern. Einen, der chirurgisch präzise und gleichzeitig leidenschaftslos effizient war.

Doch es erforderte weit mehr Kreativität, diese Maßnahme wiederum zu vertuschen. Zum Glück dachte Sandesjo bei allem, was sie tat, mehrere Schritte voraus. Sie hatte bereits eine scheinbar von Hanagan stammende Botschaft an dessen Arbeitgeberin auf der Station geschickt, in der er sie über seine Absicht informierte, aus ihrem kleinen Unternehmen auszuscheiden und zur Erde zurückzukehren. Er habe, so hieß es, Passage auf der Bacchus Plateau gefunden, die am späteren Abend aufbrechen würde. Auch der Captain des besagten Frachters hatte eine Botschaft erhalten, in der man ihn um eben diese Passage bat. Ein menschlicher Mann, der sich dank bemerkenswertem Mangel an Talent und Urteilsvermögen auf dem orionischen Schiff einen beträchtlichen Schuldenberg erarbeitet hatte, würde auf der Reise Hanagans Rolle spielen. Er hatte sehr enthusiastisch auf das Angebot reagiert, Hanagans Identität annehmen zu dürfen. Im Ausgleich für seine Hilfe beglich Sandesjo seine Schulden und stellte keinerlei Fragen. Selbstverständlich mochte der Schwindel eines Tages auffliegen, doch bis dahin dürften Wochen oder gar Monate vergehen – mehr als genug Zeit für Sandesjo, sich um das Problem zu kümmern.

Ihre nächste Aufgabe bestand darin, ihren Vorgesetzten Turag von Komaleqs Ausfall zu unterrichten. Sandesjo hegte keinerlei Zweifel, dass Turag wenig begeistert reagieren würde – ungeachtet ihrer Argumente und der Notwendigkeit von Komaleqs Tod zum Wohle der Mission. Doch darüber würde sie sich später Sorgen machen. Aktuell musste sie Turag Turag sein lassen und sicherstellen, dass weder Komaleq noch Ronald Hanagan etwas getan, gesagt oder hinterlassen hatte, das ihre, Sandesjos, Präsenz auf der Station gefährdete. Nun, da der potenziell gefährliche Komaleq aus dem Spiel war, gab es ihres Wissens nur noch einen klingonischen Agenten an Bord: sie selbst. Zumindest, bis Turag eintraf. Bis dahin war sie auf sich gestellt.

Das gefiel ihr.

Kapitel 4

»Lassen Sie es mich so diplomatisch ausdrücken, wie ich nur kann, Botschafter«, sagte Commodore Reyes. »Ihre klingonischen Freunde gehen mir langsam wahnsinnig auf die Nerven.«

Lieutenant Commander T’Prynn stand neben ihm vor Jetaniens Tisch, schwieg aber. Jetanien war Diplomat und von der Föderation beauftragt, deren politische Interessen in der Taurus-Region zu vertreten. Der rigelianische Chelone schien sich nicht weiter um Reyes’ Kommentar zu scheren. Stattdessen griff er nach einer überdurchschnittlich großen Schüssel dunkler Brühe, die auf einer passenden Untertasse auf seinem Tisch stand. Er hob sie an seinen schnabelartigen Mund und begann, zu schlürfen. T’Prynn zwang sich, den Geruch nach Verdorbenem zu ignorieren, der von der Schüssel aufstieg, und konzentrierte sich darauf, deren Inhalt zu identifizieren.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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