Reporting im SAP-Finanzwesen - Katrin Klewinghaus - ebook

Reporting im SAP-Finanzwesen ebook

Katrin Klewinghaus

0,0
64,99 zł

Opis

Reporting im SAP-Finanzwesen - Standardberichte, SAP QuickViewer und SAP Query Selbst erfahrene Endanwender nutzen nur einen Teil aller Reportingfunktionen, die SAP ERP im Finanzwesen bietet. Die Konsequenz ist meist hoher manueller Aufwand oder ein paralleles Reporting auf Basis von Excel und ACCESS-Datenbanken. Mit diesem Buch lernen Sie das Berichtswesen im externen Rechnungswesen mit den Modulen Finanzbuchhaltung (FI) und Anlagenbuchhaltung (FI-AA) praxisnah und kompakt kennen – Angefangen vom Standard-Reporting bis hin zu den Berichtsgeneratoren SAP Quickviewer und SAP Query. Anhand vieler Beispiele und Screenshots aus dem SAP-System bekommen Sie die Praxisfälle Schritt für Schritt erläutert. Dieses Buch richtet sich hierbei an Mitarbeiter im Rechnungswesen, Revisoren und Wirtschaftsprüfer, als auch an SAP-Berater. Aus dem Inhalt: • SAP-Informationssysteme im Überblick o SAP Standard-Reporting o Finanzinformationssysteme o ABAP-Programmierung o Exkurs: Business Warehouse • Standard-Reporting o SAP List Viewer (ALV) o Freie Abgrenzungen und Varianten • Ablage der Daten in SAP o Datenbankstruktur in SAP o Tabellen in SAP – Tabellenarten o Ermittlung der Datentabelle • QuickViewer o Aufbau einer Abfrage am Beispiel einer Tabelle o Aufbau einer Abfrage am Beispiel eines Tabellen-Joins o Aufbau einer Abfrage am Beispiel einer logischen Datenbank o Layout-Gestaltung o Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des QuickViewers • Query o Arbeitsbereiche, Benutzergruppen, Infosets o Query-Aufbau mit Praxisbeispiel o Formatierung, Statistiken und Ranglisten o Ausgabeformen von Queries und QuickViews o Einsatzmöglichkeiten und Grenzen Die Autoren Katrin Klewinghaus und Martin Peto verfügen über jeweils 20 Jahre Erfahrung im SAP-Rechnungswesen. Beide arbeiten u.a. als Trainer und Berater.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi lub dowolnej aplikacji obsługującej format:

EPUB

Liczba stron: 129




Martin Peto Katrin Klewinghaus

Reporting im SAP® Finanzwesen

ISBN:978-3-943546-64-4 (ePUB) 978-3-943546-63-7 (Kindle)Lektorat:Anja AchillesKorrektorat:Christine WeberCoverdesign:Philip Esch, Martin MunzelCoverfoto:Fotolia: # 36166613 © lucadpSatz & Layout:Johann-Christian Hanke

Alle Rechte vorbehalten

1. Aufl. 2014, Gleichen

© Espresso Tutorials GmbH

URL:www.espresso-tutorials.com

Das vorliegende Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Übersetzung, des Vortrags, der Reproduktion und der Vervielfältigung. Espresso Tutorials GmbH, Zum Gelenberg 11, 37130 Gleichen, Deutschland.

Ungeachtet der Sorgfalt, die auf die Erstellung von Text und Abbildungen verwendet wurde, können weder der Verlag noch Autoren oder Herausgeber für mögliche Fehler und deren Folgen eine juristische Verantwortung oder Haftung übernehmen.

Feedback: Wir freuen uns über Fragen und Anmerkungen jeglicher Art. Bitte senden Sie diese an: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
Inhaltliche Gliederung
Zielgruppe
Danksagungen
2 SAP-Informationssysteme
2.1 Ablaufschema für SAP-Reporting
2.2 SAP-Standard-Reporting
2.3 Finanzinformationssystem
2.4 Reportgeneratoren
2.5 ABAP-Programmierung
2.6 Exkurs: Business Warehouse
3 Standard-Reporting im externen Rechnungswesen
3.1 Allgemeines zum Standard-Reporting
3.2 Unterschiedliche Reportarten
3.3 SAP List Viewer (ALV)
3.4 Report: freie Abgrenzungen und Varianten
4 Ablage der Daten in SAP
4.1 Datenbankstruktur in SAP
4.2 Tabellen in SAP – Tabellenarten
4.3 Ermittlung der Datentabelle
4.4 Allgemeine Tabellenanzeige
5 QuickViewer
5.1 Allgemeines zum QuickViewer
5.2 Aufbau einer Abfrage am Beispiel einer Tabelle
5.3 Aufbau einer Abfrage am Beispiel eines Tabellen-Joins
5.4 Aufbau einer Abfrage am Beispiel einer logischen Datenbank
5.5 Layout-Gestaltung
5.6 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des QuickViewers
6 Query
6.1 Allgemeines zu Queries
6.2 Vorstellung des Praxisbeispiels
6.3 Arbeitsbereiche
6.4 Benutzergruppen
6.5 InfoSets
6.6 Query Aufbau mit Praxisbeispiel
6.7 Statistiken und Ranglisten
6.8 Bericht-Bericht-Schnittstelle
6.9 Ausgabeformen von Queries und QuickViews
6.10 Verwaltung von Queries
6.11 InfoSet Query
6.12 Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Queries
7 Fazit und Ausblick
8 Anhang
8.1 Wichtige SAP-Standard-Reports im Finanzwesen
8.2 Wichtige Transaktionen für das Reporting
8.3 Tabellen im Finanzwesen
8.4 Tabellen mit Integration zum Finanzwesen
8.5 Logische Datenbanken für das Finanzwesen
8.6 Ikonen
A Die Autoren
B Disclaimer
Weitere Bücher von Espresso Tutorials

1    Einleitung

Im Rahmen unserer Beratungstätigkeit haben wir (die Autoren) wiederholt die Erfahrung gemacht, dass selbst erfahrene Endanwender nur einen Teil aller Reportingfunktionen von SAP nutzen. Die Konsequenz ist meist ein hoher manueller Aufwand oder ein paralleles Reporting auf Basis von Excel und ACCESS-Datenbanken.

Dieses Buch möchte daher praxisnah, leicht verständlich und kompakt das Berichtswesen für SAP-Anwender im externen Rechnungswesen mit den Modulen Finanzbuchhaltung (FI) und Anlagenbuchhaltung (FI-AA) vorstellen. Neben dem Standard-Reporting fokussieren wir auf die Berichtsgeneratoren SAP QuickViewer und SAP Query, die anhand von Praxisbeispielen im Detail erläutert werden.

Customizing, ABAP-Programmierung und andere Berichts-generatoren werden in diesem Buch nicht behandelt, da diese Tätigkeiten in der Regel in der Anwendungsbetreuung angesiedelt sind und nicht vom Anwender selbst durchgeführt werden.

Inhaltliche Gliederung

Der erste Teil des Buchs vermittelt einen Überblick über die verschiedenen SAP-Informationssysteme (Kapitel 2). Danach stellen wir das Standardberichtswesen (Kapitel 3) vor, wobei wir den Fokus auf die grundsätzlichen Hilfsmittel und Techniken zur Unterstützung des Anwenders im alltäglichen Einsatz legen.

Grundlage für das Erstellen eigener Reports ist ein Verständnis der Datenablage in SAP (Kapitel 4). In Bezug auf individuelle Berichtsanforderungen stellen wir Ihnen für einfache und unkomplizierte Berichte den Umgang mit dem QuickViewer vor (Kapitel 5). Bei komplexeren Fragestellungen erlauben Queries (Kapitel 6) eine detailreichere Darstellung. Die QuickViewer- und Query-Funktionen werden mit Beispielen illustriert, die Sie selbständig in Ihrem eigenen System umsetzen können.

Der Anhang umfasst eine technische Referenz im Sinne eines Nachschlagewerks für wichtige Transaktionen, Tabellen und Reports, legt aber bewusst keinen Wert auf Vollständigkeit, sondern auf Relevanz für die praktische Arbeit.

Die verwendeten Praxisbeispiele und Pfadangaben beziehen sich auf ein SAP-ERP-System mit Release-Stand ECC 6.0 (Basis 7.02), sind jedoch auch leicht auf andere Release-Stände übertragbar.

Zielgruppe

Das Buch erläutert die Grundlagen für SAP-Einsteiger, wendet sich aber vor allem an jene Nutzer, die mehr aus dem SAP-Reporting herausholen möchten, ohne eine aufwendige Programmierung einsetzen zu müssen.

Folgende beispielhaft aufgeführte Zielgruppen erhalten mit diesem Buch praxisorientierte Informationen zum Reporting im externen Rechnungswesen:

Key-User und Mitarbeiter im Rechnungswesen,

interne und externe Berater,

Mitarbeiter in IT-Abteilungen,

Manager im Rechnungswesen,

Controller,

Revisoren und Wirtschaftsprüfer,

Studenten.

Im Text verwenden wir Kästen, um wichtige Informationen besonders hervorzuheben. Jeder Kasten ist zusätzlich mit einem Piktogramm versehen, das diesen genauer klassifiziert:

Hinweis

Hinweise bieten praktische Tipps zum Umgang mit dem jeweiligen Thema.

Warnung

Warnungen weisen auf mögliche Fehlerquellen oder Stolpersteine im Zusammenhang mit einem Thema hin.

Ein Hinweis zum Copyright: Sämtliche in diesem Buch abgedruckten Screenshots unterliegen dem Copyright der SAP AG. Alle Rechte an den Screenshots liegen bei der SAP AG. Der Einfachheit halber haben wir im Rest des Buches darauf verzichtet, darauf unter jedem Screenshot gesondert hinzuweisen.

Danksagungen

Dieses Fachbuch hat von der Idee über die Erstellung bis zur Druckreife einen langen Weg zurückgelegt. Wenn auch in so mancher Nacht und in Diskussionen das eine oder andere Kapitel mehrere Runden drehen musste, so haben wir doch mit viel Freude und Spaß daran gearbeitet. In diesem Projekt haben uns zahlreiche Freunde und Kollegen mit Rat, Anregungen und Korrekturen unterstützt. Ihnen allen gilt unser großer Dank. Stellvertretend für alle sind Arno Hellwig, Detlef Schreiner und Enes Saribal von Stellwerk Consulting sowie Anja Achilles und Martin Munzel von Espresso Tutorials zu nennen.

Besonders wichtig für uns war die Unterstützung unserer Familien. Ein spezielles Dankeschön gilt Andreas, Bennet, Johanne, Joshua, Julian, Lukas, Samuel und Vera.

2    SAP-Informationssysteme

Die Informationssysteme im SAP ERP stellen der Unternehmensführung sowie einzelnen Anwendern vielfältige Reports zur Analyse und Verdichtung der gespeicherten Geschäftstransaktionen zur Verfügung.

In diesem Kapitel stellen wir Ihnen zunächst ein allgemein gültiges Ablaufschema für das Reporting in SAP vor. Im Anschluss lernen Sie die unterschiedlichen SAP-Informationssysteme kennen und wir geben Ihnen Entscheidungskriterien an die Hand, wann welches dieser Systeme sinnvoll einzusetzen ist.

Vorab erhalten Sie für ein besseres Verständnis kurze Definitionen zu grundlegenden SAP-Begriffen, die im Zusammenhang mit dem Reporting immer wieder benötigt werden.

Transaktion: Unter einer Transaktion wird in SAP die Ausführung eines Anwendungsprogramms verstanden.

Transaktionscode: Ein Transaktionscode ist der technische Schlüssel einer Transaktion. Mit diesem Schlüssel können Sie eine Anwendung direkt in einem Schritt aufrufen.

Report: Ausführbares Programm, das über die Eingabe des Programmnamens oder durch den Menüaufruf gestartet wird.

Reporting: Steht als Begriff für das Berichtswesen als Ganzes mit einer Vielzahl an technischen Varianten und Einzelberichten.

Bericht: Ist das Ergebnis eines Programms, das die auszuwertenden Daten in einer strukturierten Form darstellt.

Kommandofeld: Das Kommando- oder auch Befehlsfeld ist das Eingabefeld, das auf jeder SAP-Maske oben links vorhanden ist. In dieses Feld können Kommandos oder Transaktionscodes eingegeben werden, um einen Befehl direkt aus- oder den sofortigen Aufruf einer Anwendung durchzuführen.

2.1    Ablaufschema für SAP-Reporting

Das in Abbildung 2.1 dargestellte Ablaufschema ist für alle Informationssysteme in SAP zutreffend.

Abbildung 2.1: Ablaufschema Reporting

Im ersten Schritt gilt es, einen Report zu identifizieren und zu starten. Danach geben Sie sog. Selektionskriterien für eine Filterung des Datenbestands z.B. nach einer bestimmten Periode oder Gesellschaft vor. In vielen Reports können Sie auch den Detailierungsgrad sowie die Ausgabeformen auf dem Selektionsbild variieren.

Die eigentliche Ausgabe des Berichts findet in der dritten Phase statt. Reports können hierzu im Hintergrund ausgeführt werden. Das Ergebnis wird anschließend gedruckt oder im Drucker-Spool (der Warteschlange für Druckaufträge) gespeichert, wo es zu einem späteren Zeitpunkt analysiert werden kann. Alternativ kann ein Report auch am Bildschirm erstellt werden. Bei der Ausführung am Monitor erlauben Reports häufig eine dynamische Änderung des Inhalts (z.B. Filterung/Sortierung) und den Absprung in Detailreports.

Die Ergebnisse können grundsätzlich gedruckt, als Datei auf den PC geladen (download) oder SAP-intern als E-Mail versendet werden.

2.2    SAP-Standard-Reporting

Durch Standard-Transaktionen und ABAP-Reports in der SAP-R/3-Software steht eine Vielzahl von Informationen zur Verfügung, die für die tägliche Arbeit benötigt werden. Hierzu zählen Beleg- oder Stammdatenlisten sowie Auswertungen für die externe Berichterstattung und Kommunikation (z.B. Umsatzsteuervoranmeldung). Viele Standard-Berichte erlauben eine flexible Anpassung der Spaltenstruktur und Zwischensummen über den sog. ABAP List Viewer (ALV, siehe Kapitel 3.3: SAP List Viewer (ALV)). Wichtige Kennzeichen der Standard-Reports sind, dass sie keinerlei Einstellungsarbeit (Customizing) erfordern und somit sofort lauffähig sind.

In Kapitel 3 finden Sie Beispielberichte und Hilfestellungen, wie Standard-Reports vom Anwender identifiziert und genutzt werden können.

2.3    Finanzinformationssystem

SAP stellt neben dem Standard-Reporting auch modulspezifische Informationssysteme zur Verfügung. Für das externe Rechnungswesen bietet vor allem das Finanzinformationssystem (FIS) weitere Auswertungsmöglichkeiten, die jedoch Grundeinstellungen im Customizing verlangen. Die Berichtsdaten werden im FIS über einen automatischen Programmlauf (in der Regel nachts) erzeugt und verdichtet. Daraus ergibt sich ein erheblicher Geschwindigkeitsgewinn beim Aufrufen der Reports. Allerdings zeigen diese immer nur den Buchungsstand zum Zeitpunkt des automatischen Programmlaufs. Das FIS besteht aus dem Kreditoren- und dem Debitoreninformationssystem mit den folgenden Auswertungen:

Fälligkeits-Analysen,

Zahlungsverhalten,

Währungsanalyse,

überfällige Posten,

DSO-Analyse (Days Sales Outstanding)

Tage vereinbart/Tage realisiert.

Das Kreditoreninformationssystem erreichen Sie über die Transaktion F.46, während das Debitoreninformationssystem über die Transaktion F.30 aufgerufen wird.

In der folgenden Abbildung 2.2 sehen Sie einen Beispielbericht für eine Fälligkeitsanalyse mit einer Gesamtsumme pro Buchungskreis.

Abbildung 2.2: Debitoreninformationssystem – Drilldown, Buchungskreissicht

Per Doppelklick auf eine der Buchungskreiszeilen – im Beispiel auf IDES France – erhalten Sie eine Liste mit allen Kunden dieses Buchungskreises (siehe Abbildung 2.3).

Abbildung 2.3: Debitoreninformationssystem – Drilldown, Kundensicht

Ein weiterer Doppelklick ruft die Einzelbelege zu diesem Kunden auf (siehe Abbildung 2.4). Dieses Verfahren, mit einem Doppelklick weitere Details zu einer Reportingzeile aufzurufen, wird auch Drilldown-Reporting genannt.

Abbildung 2.4: Debitoreninformationssystem – Drilldown, Belegsicht

2.4    Reportgeneratoren

Reportgeneratoren gestatten dem Endanwender, individuelle Berichtsanforderungen eigenständig umzusetzen, sollten aber nur dann eingesetzt werden, wenn das Standard-Reporting nicht ausreicht. Hier erfolgt die Gestaltung der Reports in einem ersten Schritt über die Auswahl von Datenquellen (eine oder mehrere Tabellen) und in einem zweiten über die Auswahl der benötigten Tabellenfelder, die dann in einer Spalten- oder Zeilenstruktur angeordnet werden.

Die Nutzung von Reportgeneratoren setzt die Kenntnis der SAP-Tabellen und deren Inhalte voraus. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich, da der Reportgenerator die Berichtsdefinition automatisch in ABAP-Programmcode umwandelt. Folgende Berichtsgeneratoren stellt SAP für das Rechnungswesen bereit:

QuickViewer (siehe

Kapitel 5

),

Query (siehe

Kapitel 6

),

Recherche-Berichte (siehe

Kapitel 3.2.2

),

Report Painter.

QuickViewer und Query dienen der einfachen Erstellung von listenorientierten Abfragen durch Endanwender. Recherche-Berichte halten nach und nach Einzug in das externe Rechnungswesen und ermöglichen eine flexible Navigation durch den Datenbestand. Report-Painter-Berichte finden hauptsächlich im Controlling Anwendung und sind daher in diesem Buch nicht näher beschrieben.

2.5    ABAP-Programmierung

Können Berichtsanforderungen nicht mit den o. g. Mitteln erfüllt werden, bietet SAP die Möglichkeit, diese in Form eines frei programmierten ABAP-Programms umzusetzen. Häufige Argumente für die Realisierung einer Anforderung über ein solches sind:

Die Performance bestehender Berichte ist unzureichend.

Die Daten lassen sich in der gewünschten Form nicht mit den Report-Generatoren darstellen.

Die Daten liegen teilweise außerhalb von SAP, z.B. in einem CRM-System.

Der Bericht erfordert Interaktionen mit dem Benutzer.

Die Hauptvorteile der ABAP-Programmierung liegen in der großen Flexibilität und hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit der Daten. Ein Nachteil ist der relativ hohe Erstellungs- und Abstimmungsaufwand. Zusätzliche Kommunikation zwischen der anfordernden Person aus der Fachabteilung und dem ABAP-Entwickler aus der IT-Abteilung wird nötig und es bedarf oft mehrmaliger Testläufe, bis das Ergebnis in der angeforderten Form vorliegt. Darüber hinaus bedingen Releasewechsel einen zusätzlichen administrativen Aufwand durch entsprechende Dokumentationen oder Anpassungen.

Unsere Erfahrung aus diversen Projekten zeigt, dass bei vielen Kunden über Jahre hinweg sog. Kundenberichte erstellt wurden, die später nicht mehr verwendet werden. Hier sollte also immer die Devise sein: Weniger ist mehr.

Abbildung 2.5 zeigt die vorgestellten Informationssysteme im Überblick und verdeutlicht, dass vor der Erstellung eigener Berichte zunächst alle Möglichkeiten im Standard-Reporting ausgenutzt werden sollten.

Abbildung 2.5: Überblick über die SAP-Informationssysteme

2.6    Exkurs: Business Warehouse

SAP-Kunden haben die Möglichkeit, ihr Berichtswesen – zumindest teilweise – in ein eigenständiges Business Warehouse (BW) auszulagern.

Alternative Begriffe für Business Warehouse

SAP hat die Bezeichnung des Business Warehouse immer wieder verändert. Als weitere geläufige Bezeichnungen sind auch Business Information Warehouse System (BIW) und Business Intelligence (SAP BI) bekannt.

Für ein BW-System sind im Vorfeld Einstellungen vorzunehmen, welche die Übertragung der Daten vom ERP-System auf das BW definieren. Im BW werden die Daten in sog. InfoCubes (Daten-Würfeln) für Reporting-Zwecke aufbereitet und strukturiert.

Mithilfe des BEx-Query Designers werden Berichte (sog. BW-Queries) über die vordefinierten InfoCubes erstellt. Diese BW-Queries sind jedoch nicht zu verwechseln mit den SAP-Queries, die direkt auf die transaktionalen Daten des ERP-Systems zugreifen und Ihnen in Kapitel 6 näher erläutert werden.

3    Standard-Reporting im externen Rechnungswesen

Die tägliche Praxis zeigt, dass immer wieder Auswertungen von bereits abgelegten Informationen angefragt werden. Ob nun einmalig oder wiederholend – meist müssen diese Auswertungen in kürzester Zeit geliefert werden, was ein fundiertes Wissen über die Reporting-Optionen erfordert. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie in SAP vorhandene Berichte zügig finden und bearbeiten können.

Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, existieren im SAP-System zahlreiche Reports, die gemäß den Selektionsvorgaben des jeweiligen Benutzers und ohne jegliches Eingreifen seitens des Customizings bzw. mittels einer Programmierung Ergebnisse liefern. Im SAP-Umfeld wird genau dies unter Standard-Reporting verstanden.

3.1    Allgemeines zum Standard-Reporting

SAP bietet Berichte für die häufigsten betriebswirtschaftlichen Reportinganforderungen, wie beispielsweise Stammdaten-, Einzelposten- oder OP-Listen, sowie für gesetzliche Anforderungen, wie etwa Bilanz- und GuV-Report oder Umsatzsteuervoranmeldung. Eine Übersicht über die aus unserer Erfahrung in der Praxis am häufigsten genutzten Standardberichte können Sie dem Anhang entnehmen (siehe Kapitel 8.1).

Diese Berichte sind im Bereich Rechnungswesen immer unter den jeweiligen Anwendungsbereichen (Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren, Banken, Anlagen, Spezielle Ledger und Leasingbuchhaltung) im Ordner Infosystem zu finden. Abbildung 3.1 zeigt beispielhaft den Einstieg in die Infosystem-Ordner der Teilbereiche Hauptbuch und Debitoren des Rechnungswesens.

Abbildung 3.1: Standard-RP-Ordner: Infosystem, Rechnungswesen

Darüber hinaus gibt es einen zentralen Ordner Infosysteme, der alle Reports der gesamten SAP-Module bündelt. Im Unterschied zum generellen Aufbau der fachgebietsbezogenen Infosystem-Ordner enthält die erste Ebene des globalen Infosystem-Ordners die Anwendungsbereiche als Klassifizierung, wie dies die folgende Abbildung 3.2 veranschaulicht.

Abbildung 3.2: Standard-RP-Ordner: Infosystem, global

Das Aufrufen der Standard-Reports kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

über den Pfad des SAP EASY Access-Menüs,

über das Kommandofeld,

über den ABAP-Editor (Transaktion SE38),

über die ABAP-Programmausführung (Transaktion SA38).

Die Verfahrensweise zur Nutzung dieser vier Optionen sowie zusätzliches und praktisches SAP-Grundwissen werden in den folgenden Kapiteln beschrieben.

3.1.1    Aufruf eines Berichts mittels SAP EASY ACCESS-Menü

Der SAP-Menüpfad ähnelt im Aufbau dem Windows-Explorer (siehe Abbildung 3.3). Die Ordner spiegeln die Menüstruktur des jeweiligen Anwendungsbereichs (z.B. Rechnungswesen oder Logistik) wider. Vor den Ordnern befinden sich Dreiecke, über die durch Anklicken die nächste Ebene des Menüs geöffnet wird. Einzelne Transaktionen sind mit einem Punkt gekennzeichnet.

Zum Aufrufen eines Reports über den Menüpfad gehen Sie mit dem Cursor auf den Ordner Infosystem im jeweiligen Anwendungsbereich und öffnen so lange durch Anklicken der untergeordneten Ordner die darunterliegenden Ebenen, bis Sie den gewünschten Report aufrufen können. In der folgenden Abbildung 3.3 können Sie diese Schritte beispielhaft für die Auswahl der Hauptbuch Einzelposten Druckliste nachvollziehen.

Abbildung3.3: Standard-RP, SAP Easy Access

Der Menüpfad zum Bericht aus Abbildung 3.3 lautet wie folgt:

SAP-Menü• Rechnungswesen • Finanzwesen • Hauptbuch • Infosystem • Berichte zum Hauptbuch • Einzelposten • Hauptbuch Einzelposten • S_ALR_87012282 – Hauptbuch Einzelposten Druckliste

Mit einem Doppelklick auf die Berichts-Transaktion erscheint anschließend der entsprechende Selektionsbereich (siehe Abbildung 3.4).

Abbildung 3.4: Standard-RP, SAP Easy Access, Selektionsbild des Reports Hauptbuch Einzelposten

Auf dieser Einstiegsebene eines Berichts können Sie ggf. Selektionsbeschränkungen vorwegehmen. Über das Symbol  (Ausführen/Taste F8) erfolgt der Aufruf des Berichts im direkten Dialog, d. h. als Ausgabe am Bildschirm. Alternativ rufen Sie den Bericht im Hintergrund auf. Diese Funktion werden Sie in Kapitel 3.1.5