Neuroenhancement - Diana Moesgen - ebook

Neuroenhancement ebook

Diana Moesgen

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Opis

Neuroenhancement bezeichnet den Versuch gesunder Menschen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns oder das psychische Wohlbefinden durch die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten oder illegalen Stimulanzien zu verbessern. Dieses Buch möchte dieses relativ neue Phänomen genauer beleuchten. Dabei wird der Begriff des Neuroenhancement und sein Vorkommen genau erklärt. Erste Erklärungsansätze zeigen ein komplexes Bedingungsgefüge mit verschiedenen Faktoren wie Individuum, berufliches sowie soziales Umfeld. Neuroenhancement kann negative Konsequenzen auf unterschiedlichen Ebenen besitzen, Alternativen sind also wesentlich.

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Sucht: Risiken – Formen – Interventionen

Interdisziplinäre Ansätze von der Prävention zur Therapie

 

Herausgegeben von

 

Oliver Bilke-Hentsch

Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank

Michael Klein

Diana MoesgenMichael Klein

Neuroenhancement

Verlag W. Kohlhammer

Danke an Valentin Mayr.

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

1. Auflage 2015

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-026100-6

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-026101-3

epub:    ISBN 978-3-17-026102-0

mobi:    ISBN 978-3-17-026103-7

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Geleitwort der Reihenherausgeber

 

Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte im Suchtbereich sind beachtlich und erfreulich. Dies gilt für Prävention, Diagnostik und Therapie, aber auch für die Suchtforschung in den Bereichen Biologie, Medizin, Psychologie und den Sozialwissenschaften. Dabei wird vielfältig und interdisziplinär an den Themen der Abhängigkeit, des schädlichen Gebrauchs und der gesellschaftlichen, persönlichen und biologischen Risikofaktoren gearbeitet. In den unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsphasen sowie in den unterschiedlichen familiären, beruflichen und sozialen Kontexten zeigen sich teils überlappende, teils sehr unterschiedliche Herausforderungen.

Um diesen vielen neuen Entwicklungen im Suchtbereich gerecht zu werden, wurde die Reihe »Sucht. Risiken – Formen – Interventionen« konzipiert. In jedem einzelnen Band wird von ausgewiesenen Expertinnen und Experten ein Schwerpunktthema bearbeitet.

Die Reihe gliedert sich konzeptionell in drei Hauptbereiche, sog. »tracks«:

Track 1:

Grundlagen und Interventionsansätze

Track 2:

Substanzabhängige Störungen und Verhaltenssüchte im Einzelnen

Track 3:

Gefährdete Personengruppen und Komorbiditäten

In jedem Band wird auf die interdisziplinären und praxisrelevanten Aspekte fokussiert, es werden aber auch die neuesten wissenschaftlichen Grundlagen des Themas umfassend und verständlich dargestellt. Die Leserinnen und Leser haben so die Möglichkeit, sich entweder Stück für Stück ihre »persönliche Suchtbibliothek« zusammenzustellen oder aber mit einzelnen Bänden Wissen und Können in einem bestimmten Bereich zu erweitern.

Unsere Reihe »Sucht« ist geeignet und besonders gedacht für Fachleute und Praktiker aus den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Suchtberatung, der ambulanten und stationären Therapie, der Rehabilitation und nicht zuletzt der Prävention. Sie ist aber auch gleichermaßen geeignet für Studierende der Psychologie, der Pädagogik, der Medizin, der Pflege und anderer Fachbereiche, die sich intensiver mit Suchtgefährdeten und Suchtkranken beschäftigen wollen.

Die Herausgeber möchten mit diesem interdisziplinären Konzept der Sucht-Reihe einen Beitrag in der Aus- und Weiterbildung in diesem anspruchsvollen Feld leisten. Wir bedanken uns beim Verlag für die Umsetzung dieses innovativen Konzepts und bei allen Autoren für die sehr anspruchsvollen, aber dennoch gut lesbaren und praxisrelevanten Werke.

Der vorliegende Band der beiden Kölner Autoren Dr. Diana Moesgen und Professor Michael Klein fokussiert und vertieft den Themenbereich »Neuroenhancement«. Darunter werden die Beeinflussungen des Gehirns durch stimulierende und exzitatorische sowie stimmungsaufhellende Substanzen verstanden. Hierbei handelt es sich in der Regel entweder um verschreibungspflichtige Medikamente oder um illegale Substanzen. Im Zentrum des Bandes stehen Informationen und Einblicke in die Falldynamik und Präventions- und Interventionsbedarfe in Bezug auf Neuroenhancement. Dafür werden zunächst epidemiologische Daten aus Europa und Nordamerika berichtet. Zentral zum Verständnis des Konsums dieser Stoffe ist jedoch die Motivlage der Konsumierenden. Offene wie implizite Ziele und Funktionalitäten sind dabei von besonderer Bedeutung. Es geht dabei nicht nur um die Verbesserung der geistigen und kognitiven Fähigkeiten, sondern auch um die gesamte psychische Befindlichkeit einschließlich der emotionalen und affektiven Aspekte. Letztlich wird jedoch deutlich, dass – zumindest bis zum heutigen Tage – sich durch den Gebrauch von Neuroenhancement-Präparaten bei Gesunden keine nachhaltigen Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten nachweisen lassen. Die durch die Presse erweckten Hoffnungen auf ein funktionierendes »Gehirndoping« erscheinen hier also – auch vor dem Hintergrund der potenziellen Risiken – in einem differenzierteren Licht, wodurch sich das Verhältnis von Chancen und Risiken deutlich relativiert. Insofern sollte Neuroenhancement nicht vorschnell und unkritisch bejubelt werden. Neben den klaren Chancen der Neuroenhancement-Präparate für Kranke, etwa in den Bereichen Demenzen, Hyperaktivität und Depression, gilt es bei Gesunden, darüber hinaus die Risiken mit zu bedenken, die sich vor allem auf einen Konsum im Sinne von lifestyle self-designing beziehen. Der Verzicht auf Neuroenhancement mag dabei auch als ein wertebasiertes Verhalten begründbar und vertretbar sein.

 

Oliver Bilke-Hentsch, Winterthur/Zürich

Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Köln

Michael Klein, Köln

Inhalt

Geleitwort der Reihenherausgeber

1 Einleitung

1.1 Definition

1.2 Substanzklassen

2 Fallvignetten

3 Epidemiologie

3.1 US-amerikanische und kanadische Studien

3.2 Europäische Studien

3.3 Studien aus Deutschland

3.4 Fazit zur Epidemiologie

4 Beschaffungswege

5 Motive für Neuroenhancement

5.1 Bedingungen im Arbeits- bzw. Studienkontext

5.2 Individuelle Bedingungen

Soziodemographische Merkmale

Persönlichkeits- und Temperamentsmerkmale

Kognitive Faktoren

Biographische Faktoren

5.3 Soziale Bedingungen

5.4 Gesellschaftliche Bedingungen

5.5 Fazit zur Motivlage

6 Konsequenzen des Neuroenhancement

6.1 Medizinische Konsequenzen

Nebenwirkungen

Abhängigkeitsentwicklung

6.2 Psychologische Konsequenzen

6.3 Soziale Konsequenzen

7 Argumente für Prävention

7.1 Fragwürdige Wirksamkeit

Psychostimulanzien

Antidepressiva

Antidementiva

Betablocker

Schlussfolgerung

7.2 Rechtliche und ethische Aspekte

8 Alternativen zum Neuroenhancement

9 Zusammenfassung und Ausblick

Forschung

Prävention

Literatur

Weiterführende Informationen

Literatur zur vertiefenden Lektüre

Webseiten

Stichwortverzeichnis

1

Einleitung

Der Versuch des Menschen, seine Bewusstseinszustände durch die Einnahme psychoaktiver Substanzen zu erweitern und natürliche Grenzen zu überwinden, zieht sich seit Anbeginn der Menschheit durch alle Kulturen und Epochen (Glaeske et al. 2011; Lieb 2010). Neu ist jedoch die Motivlage des Menschen, seine Leistungsfähigkeit oder sein Wohlbefinden durch Medikamente oder andere Stoffe zu optimieren. Ging es früher bei einer Substanzeinnahme eher um deren bewusstseinsverändernde Wirkung und Realitätsflucht, geht es heute verstärkt darum, sich mithilfe von Medikamenten und/oder Substanzen besser an reale oder subjektiv wahrgenommene Anforderungen der Gesellschaft anzupassen (Glaeske et al. 2011). Der neuen Form des Substanzkonsums ist in den letzten Jahren eine verstärkte mediale Aufmerksamkeit zuteil geworden (Partridge et al. 2011) und sie hat in Wissenschaft und Alltag verschiedene Bezeichnungen erhalten: Hirndoping, Cognitive Enhancement, Neuroenhancement o. a.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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