Mit Empathie arbeiten - gewaltfrei kommunizieren - Tobias Altmann - ebook

Mit Empathie arbeiten - gewaltfrei kommunizieren ebook

Tobias Altmann

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Opis

In der Krankenpflege, Sozialen Arbeit oder Erziehung werden Fachkräfte mit intensiven Emotionen anderer Menschen wie Angst, Hilflosigkeit oder Wut konfrontiert und erleben sie empathisch mit. Im Buch werden Belastungen durch unreflektierte Empathie beschrieben und Möglichkeiten dargestellt, wie Empathie reflektiert und ausgewogen empathisch gehandelt werden kann. Das Trainingsprogramm besteht aus Übungen für Seminare, Trainings oder Übungsgruppen. Dabei wird u. a. das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) umgesetzt und trainiert. Ziel ist es, emotionale Fehlbelastungen im eigenen Handeln zu erkennen und alternative Strategien aufzubauen.

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Tobias Altmann

Marcus Roth

Mit Empathie arbeiten – gewaltfrei kommunizieren

Praxistraining für Pflege, Soziale Arbeit und Erziehung

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

 

 

1. Auflage 2014

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-025156-4

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-025157-1

epub:    ISBN 978-3-17-025158-8

mobi:    ISBN 978-3-17-025159-5

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Inhalt

 

 

Vorwort

1

Theoretischer Hintergrund des Trainingsprogramms

1.1 Was ist Empathie?

1.2 Empathische Kurzschlüsse und emotionale Fehlhaltungen

1.3 Die präventive Kraft der Gewaltfreien Kommunikation

2

Entwicklung des Trainings und Evaluation

2.1 Konzeption des Trainingsprogramms

2.2 Ergebnisse einer Evaluationsstudie

3

Durchführungshinweise

3.1 Zielgruppe

3.2 Rahmenbedingungen der Durchführung

3.3 Aufbau des Trainings

4

Übungen

4.1 Einführung in die Theorie der Empathie

4.2 Die Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

4.3 Anwendung der GFK: Selbst- und Fremdempathie

4.4 Transfer in die Praxis

4.5 Zusatzeinheiten

Literatur

Anhang

Stichwortverzeichnis

 

 

Zusatzmaterial

Zu den Trainingseinheiten gibt es einen PowerPoint-Foliensatz, der kostenfrei im Internet heruntergeladen werden kann (weitere Informationen finden Sie auf S. 33 Kap. 4).

Vorwort

 

 

Im vorliegenden Buch stellen wir ein Trainingsprogramm zum Umgang mit Empathie für soziale Berufe in Pflege, Sozialer Arbeit und Erziehung vor. Gerade diese Berufsgruppen sind häufig und intensiv mit menschlichen Problemen, Nöten und Leiden konfrontiert. Empathisches Verstehen und empathisches Verhalten wird daher geradezu als notwendiger Bestandteil ihrer Arbeit angesehen. Allerdings kann gerade diese hohe emotionale Anforderung in sozialen Berufen auch eine Belastung darstellen. Die Konfrontation mit der Notlage anderer, die Problematik der Abgrenzung davon und das Spannungsfeld zwischen Mitfühlen und Zeitdruck führen nicht selten zu Belastungs- und Erschöpfungssymptomen in diesen Berufsgruppen. Daher kann gerade eine hohe Empathie auch ein Risiko für die eigene emotionale Gesundheit darstellen, wenn sie nicht reflektiert eingesetzt wird.

In diesem Training geht es daher nicht darum, auf irgendeine Weise das persönliche Empathieausmaß zu erhöhen. Das Ziel des von uns konzipierten Trainingsprogramms ist die langfristige Prävention von emotionalen Fehlbelastungen, die durch eine unreflektierte Empathie entstehen können. Wir wollen mit diesem Programm einen ausgewogenen Umgang mit der Empathie für andere und der Empathie für sich selbst ermöglichen. Hierdurch soll erreicht werden, dass Empathie auf eine Art und Weise geben werden kann, mit der wir zufrieden sind und auch langfristig gesund bleiben.

Dieses Buch versteht sich sowohl als Handbuch für das Empathie-Training in verschiedenen Varianten sowie als Fundgrube mit Übungen für Gruppenleiter1 (Trainer, Dozenten, Ausbilder), die in Seminaren oder Übungsgruppen zum Thema Empathie und empathische bzw. Gewaltfreie Kommunikation arbeiten wollen. Dabei werden besonders der Pflegeberuf, sowie die Sozial- und Erziehungsarbeit fokussiert. Das Programm eignet sich also für die berufliche Ausbildung ebenso wie als Fortbildungsmaßnahme und als Fundus für Übungen zur Seminargestaltung.

Zunächst stellen wir im ersten Kapitel das Konzept der Empathie sowie unsere Überlegungen zu problematischen Formen der empathischen Interaktion vor. Da wir in unserem Trainingsprogramm die Methode der Gewaltfreien Kommunikation gewählt haben, um das eigene Handeln in emotionalen Situationen zu erleichtern, gehen wir auch auf dieses Konzept ein.

Im zweiten Kapitel beschreiben wir kurz die Entwicklung des Trainingsprogramms und berichten von Ergebnissen aus einer Evaluationsstudie, in der die Akzeptanz und Wirksamkeit des Programms untersucht wurden.

Die Kapitel 3 und 4 beinhalten die praktische Durchführung des Trainings. Zunächst werden im dritten Kapitel allgemeine Durchführungshinweise gegeben (Rahmenbedingungen, Aufbau des Trainings und Durchführungsvarianten). Im vierten Kapitel schließlich werden die einzelnen Einheiten (Vorträge, Übungen, Rollenspiele) vorgestellt und im Detail beschrieben, sodass diese direkt eingesetzt werden können.

Die Studie zur Evaluation der Wirksamkeit des Trainings wurde an verschiedenen großen und kleinen Kliniken und Krankenpflegeschulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Diese Studien konnten nur realisiert werden durch die tatkräftige Mitarbeit unserer Kollegin Dipl.-Psych. Victoria Schönefeld, der wir hier aufs Herzlichste danken wollen. Außerdem gilt unser Dank den besagten Kliniken und Krankenpflegeschulen, die die Durchführung so intensiv positiv begrüßt und unterstützt haben. Schließlich danken wir auch Frau Köhler vom Kohlhammer Verlag für das sehr umsichtige und engagierte Lektorat.

1     Für den besseren Lesefluss wird auf die geschlechtsspezifische Nennung verzichtet, wobei jedoch beide Geschlechter gleichermaßen gemeint sind.

1         Theoretischer Hintergrund des Trainingsprogramms

Zunächst wird auf das Konzept »Empathie« näher eingegangen. Dabei wollen die Autoren die Frage beantworten, was Empathie eigentlich ausmacht. Die Autoren formulieren dazu eine Definition mit Bezug zum aktuellen Kenntnisstand in der Psychologie und stellen ein integratives Rahmenmodell vor, das sogenannte »Empathie-Prozessmodell« (EPM) (Kap. 1.1). Das EPM bildet auch den theoretischen Hintergrund für unser Training und eröffnet die Möglichkeit, auch ungünstige, dysfunktionale Formen emphatischen Reagierens zu verstehen. Solche dysfunktionalen Formen fassen die Autoren unter dem Konzept des »empathischen Kurzschlusses« (EKS) zusammen, der anschließend ausführlich beschrieben wird (Kap. 1.2). Genau in der Verhinderung des Auftretens des EKS im Arbeitsalltag der sozialen Berufe liegt ein Hauptziel unseres Trainings. Um dieses Ziel zu realisieren, werden in unserem Training Elemente der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) eingesetzt. Die Grundzüge dieser Interventionsmethode werden ebenfalls in diesem Kapitel erläutert (Kap. 1.3).

1.1        Was ist Empathie?

Ein Training zur Empathie muss sich natürlich auch mit dem auseinandersetzen, was Empathie eigentlich ist. Der Begriff Empathie wird sowohl in der Wissenschaft häufig untersucht als auch im privaten Alltag häufig gebraucht. Es scheint zunächst jedem klar, was darunter zu verstehen ist und bedarf in der Alltagskommunikation keiner weiteren Erklärung. Wird das Konzept allerdings genauer betrachtet, fallen viele offene Fragen auf: Handelt es sich bei Empathie beispielsweise eher um eine Art einfühlsames Verstehen oder direkt um ein Mitleiden? Heißt Empathie, dass ich mein Gegenüber verstehe oder auch, dass ich dasselbe fühle wie er oder sie? Es wundert daher nicht, dass in der psychologischen Wissenschaft der Begriff kontrovers diskutiert wird und sich unterschiedliche Definitionsansätze finden.

In der aktuellsten Auflage des »Dorsch« (Wirtz, 2013), dem renommiertesten und am meisten verbreiteten Lexikon der Psychologie, findet man folgende Definition: »Empathie ist die Fähigkeit zu kognitivem Verstehen und affektivem Nachempfinden der vermuteten Emotion eines anderen Lebewesens« (Altmann, 2013, S. 447). Die hier beschriebene Unterscheidung zwischen dem kognitiven/gedanklichen und affektiven/emotionalen Aspekt der Empathie hat sich in der Psychologie bis zum heutigen Tage durchgesetzt. Daher wird häufig differenziert in kognitive Empathie und affektive Empathie.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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