Lehrerwirksam unterrichten oder: Inner teaching - Karl-J. Kluge - ebook

Lehrerwirksam unterrichten oder: Inner teaching ebook

Karl-J. Kluge

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Opis

Prof. Kluge und Georg Schenk sind Experten für dieses Leittext-Lern-Programm®, das transparent aufzeigt, was Sie persönlich und beruflich faszinieren wird. Die Autoren gelten als Experten der Erziehungspsychologie, der positiven Pädagogik und der Humanistischen Sonderpädagogik in Schule und im Arbeitsleben. Sie lesen Beindruckendes über die Seele erfolgreich Lehrender, über das Fundament des Inner teaching: D.h. über pädagogische Grundhaltungen, Überzeugungen, Einstellungen und über Lehreransprüche. Außerdem erhalten Sie, die lebenslang Lernenden, eine Anleitung zur Prozessanalyse des eigenen Lehrer-Ichs. So profitieren Sie vom Spezialwissen dieser Autoren. Karl-J. Kluge und Georg Schenk wissen, wovon Sie schreiben: "Es kommt auf den Lehrer an!"

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Lehrerwirksam unterrichten oder: Inner teaching Erkenne Dich in Deinem Einfluss

Karl-Josef Kluge & Georg Schenk

Ein Leittext-Lern-Programm®

Lehrerwirksam unterrichten oder: Inner teaching Erkenne Dich in Deinem Einfluss

Karl-Josef Kluge & Georg Schenk

Ein Leittext-Lern-Programm® für Lehrpersonen aller Schulstufen

Impressum

E-Book-Ausgabe September 2015

© 2015 Fleet Street Press UG (haftungsbeschränkt)

Oberer Kalbacher Weg 10, 603437 Frankfurt am Main, Deutschland

Kontakt: [email protected]

Covergestaltung: Julia Graff, Weil der Stadt

Bildnachweis Icon: © vectoropenstock (edited)

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar.

Die Verwertung dieses Textes, insbesondere Vervielfältigung, Sendung, Aufführung, Übersetzung, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Genehmigung durch den Verlag urheberrechtswidrig und nicht gestattet.

Alle Rechte vorbehalten.

ISBN 978-3-944479-91-0

Inhalt

VORWORT

EINLEITUNG ODER: ALLER ANFANG MUSS NICHT SCHWER SEIN

WAS IST INNER TEACHING? ODER: BEVOR MENSCHEN DETAILS LERNEN, WOLLEN SIE EINEN ÜBERBLICK ERHALTEN – SIE AUCH?

GRÜNDE FÜR INNER TEACHING ODER: LERNBEREITSCHAFT ENTSTEHT, WENN KLAR IST, WORUM ES GEHT UND WOZU GELERNT WIRD

IHR AKTUELLES PÄAGOGISCHES SELBSTKONZEPT ODER: „ICH BIN ICH, UND DU BIST DU“

PÄGOGISCHE GRUNDHALTUNGEN, ÜERZEUGUNGEN UND EINSTELLUNGEN ODER: „ES REICHT NICHT ZU WISSEN MAN KÖNTE, WENN MAN NUR WOLLTE …“

LEHRERANSPRÜCHE ODER: SETZEN SIE SICH SELBST UNTER DRUCK?

ZUSAMMENFASSUNG?! ODER: EINE ANLEITUNG ZUR PROZESSANALYSE IHRER INNER TEACHING-LERNERFAHRUNGEN MIT FÜNFMAL WARUM

LITERATURVERZEICHNIS

METHODENSAMMLUNG

ÜBER DEN AUTOR

ÜBER FLEET STREET PRESS

PÄDAGOGIK UND SOZIALWISSENSCHAFTEN BEI FLEET STREET PRESS

Bitte beachten Sie:

Drucken Sie das pdf-Dokument mit den Info-Boxen über den im App-Store oder bei Google Play erhältlichen Druckertreiber Ihres WLAN-fähigen Druckers oder laden sich die Datei herunter und speichern diese in Ihrer persönlichen Cloud (Dropbox, OneDrive etc.), um sie im Anschluss über Ihren PC/Laptop auszudrucken.

Vorwort

Wenn Sie die ersten Seiten dieses Angebotes durchblättern, wird Ihnen vielleicht auffallen, dass dieses E-Book mit „Beiblättern“ und Infoboxen ausgestattet ist. Diese erhalten Sie durch einen Klick auf den jeweiligen Link und können diese ausdrucken. Die Beiblätter dürfen Sie nutzen, um mit Hilfe einiger effektiver Möglichkeiten das Gelesene tief und überdauernd in Ihrem Gedächtnis zu verankern. Effektive Möglichkeiten im Umgang mit Texten sind z. B. Notizen machen, Fragen formulieren und aufschreiben, oder mit Symbolen zu arbeiten.

Diese und andere Tipps und Hinweise zum hirngerechten Textstudium finden Sie in Martins, Klaus-Dieters und Carls Leitfaden zum Umgang mit Texten. Diesen und weitere empfehlenswerte Leitfäden stellen wir Ihnen in unserer Methodensammlung am Ende dieser Vorlage zur Verfügung. Lesen Sie sich bitte den Leitfaden zum Umgang mit Texten jetzt vor Beginn Ihrer inner teaching Arbeit durch, weil wir überzeugt davon sind, je lebendiger Sie Ihren Lernprozess gestalten und je abwechslungsreicher Sie mit dem Lernstoff umgehen, umso dauerhafter und tiefwirkender werden Sie Erlerntes behalten.

Dr. Karl-J. Kluge

Georg Schenk

Köln 2015

Einleitung oder: Aller Anfang muss nicht schwer sein

Sie halten nun unser Angebot zum Thema inner teaching in der Hand. Sie haben Ihre Gründe dafür. Diese/Ihre Gründe stellen wir uns so vor, dass Sie z. B. klären möchten, was inner teaching ist. Oder: Wie Sie Wissen über sich selbst erlangen können; oder ob inner teaching auch für Sie bedeutsam werden kann.

Ihre Handlungsantriebe, z. B. im Sinne von persönlicher Neugier, universitärem Studium oder Fort-/Weiterbildung im Fachbereich, gingen vermutlich von bestimmten Fragen, Erwartungen und Hoffnungen aus, begleitet von körperlichen und seelischen Zuständen z. B. Freude, Glück, Sorglosigkeit und ggf. auch Sorgen, Stress, Angst, Anspannung.

Wenn wir mit unseren Gedanken in die Vergangenheit zurückgehen, erinnern wir uns daran, dass dann, wenn wir uns körperlich und seelisch belastet fühlten und ein Buch lesen wollten oder mussten, unsere Unzufriedenheit mit uns und der Situation wertend auf den Inhalt der Texte abfärbte. Beispielsweise nahmen wir Gedanken eines Autors zur wertschätzenden und akzeptierenden Haltung des Lernbegleiters gegenüber seinen Schülern/Lernern dann nicht mehr ernst, wenn wir gerade einen Tag hinter uns hatten, an dem wir von Schülern bedroht oder beleidigt wurden.

Schnell fand einer von uns uninteressant, was derjenige dort las; besonders, wenn das Geschriebene inhaltlich nicht sofort verstehbar war. Man konzentrierte sich nicht ausreichend und wurde schnell nervös, wenn der Autor immer noch nicht „auf den Punkt“ kam. Jeder von uns war allzu oft mehr mit sich selbst beschäftigt, als mit dem, was jeder sich vornahm zu lernen. Man drehte sich im Kreis, haderte mit sich und der Welt und akzeptierte die Situation nicht, in der sich der Betreffende befand.

Umgekehrt war jeder von uns offen für alles und jeden, wenn jeder Autor mit sich selbst zufrieden war. Man war locker, entspannt, fröhlich, von „innen“ heraus motiviert und erst dann zur Konzentration fähig. Solange wir unsere und fremde Leistungserwartungen durch das Warten auf solche Zufriedenheitserwartungen erfüllten, spürten wir noch keinen Veränderungsbedarf in unseren Lernleistungen und in unserem „Luxus“, uns in unseren Sorgen, Zukunftsängsten und Launen zu „wälzen“.

Erst als einer von uns eines Tages sein Leben privat wie beruflich so veränderte, dass dieser sich langandauernden Belastungen und Anforderungen gegenübersah, die nicht kurzfristig zu lösen waren, musste dieser „etwas an sich tun“. Dieses Etwas war die Einstellung zu hemmenden und lähmenden Ereignissen und Phasen in seinem Leben. Hemmend und lähmend deswegen, weil dieser überdauernd darüber nachgrübelte wie schlecht es ihm doch im Moment gehe. Dieses Grübeln über seine Probleme nahm ihm die Möglichkeit, mit den Dingen zufrieden zu sein, die denselben bis dahin erreichten. So verlor dieser Grübler viel Lebensgenuss.

Lebensgenuss verstehen wir so, dass neben den schönen Seiten des Lebens auch Sorgen und Nöte, Anforderungen und Ängste zu unserem einzigartigen Leben dazugehören. Einzigartig deswegen, weil alles, was wir erleben nur einmal passiert. Es gehört zu uns. Wollen wir quälende Gefühle nicht haben oder wollen wir Sorgen, Ängste und Befürchtungen nicht an uns augenblicklich heranlassen, verweigern wir, einen Teil unseres Lebens zu leben und zu akzeptieren.

Wir wissen, dass Ängste und Sorgen z. B. vor Prüfungen und Beurteilungen im Beruf zu uns gehören. Wir wissen, dass alle Versuche, diesen Sorgenmechanismus abzuschalten, bedeuten, einen Teil von uns abzuschalten. So können wir gegenwärtig sagen: „So sind wir eben!“

Befinden Sie sich momentan in einer einmaligen Situation in unserem Sinne? Wenn Sie mit Ihrer augenblicklichen Lage unzufrieden sein sollten, können Sie diesen Zustand in diesem Moment Ihres Lebens als zu sich gehörend akzeptieren und hinnehmen, ohne gegen sich zu werten?

Hier und jetzt befinden Sie sich, im Sinne von sich finden, mit den ersten Zeilen dieses Textes und in Kontakt mit dem Titel inner teaching.

Lebe - Lache - Lerne (Karl-J. Kluge)

Sind Sie diesem Leitsatz einverstanden? Ich höre ein deutliches JA. Prima! Weil wir davon ausgehen, dass Sie durch unsere Einleitung einen ersten Eindruck vom Gegenstand und den Inhalten des Themas bekommen wollen, fragen wir uns, welche Fragen sich in Ihnen schon jetzt ergeben?

Gehen Ihre Fragen vielleicht dahin, dass Sie sagen: „Wann erfahre ich endlich, was inner teaching ist?“ Oder: „Wieso werden mir jetzt Fragen gestellt?“ „Soll ich jetzt auch noch nachdenken? Ich will doch bloß Wissen erwerben über ...“

Ja, so wie eben vorgestellt dürfen Sie hier denken. Für Ihre Orientierung halten wir es für wichtig, Sie schon in dieser frühen Phase behutsam und persönlich wertschätzend aus einer inhaltaufnehmenden Einstellung in eine aktive Haltung des persönlichen Erfahrungslernens zu begleiten, der wir uns seit Jahren verpflichtet sehen.

Diese Verpflichtung entstand aus der Beschäftigung mit dem Lehr-und Lernansatz L.i.N.D®: Lernen in Neurodynamischen Dimensionen. Diese, von Karl-J. Kluge, Universität zu Köln, entwickelte und von u. a. Karl-Heinz Franze in der Schulpraxis erprobte Konzept stellt ein Zwischenergebnis der Entwicklung und Erprobung verschiedener Ansätze in der erziehungspsychologischen und unterrichtlichen Theorie und Praxis dar.

Es handelt sich um ein Gesamtkonzept auf der Basis der Humanistischen Psychologie und Positiven Psychologie anderer Humanwissenschaften z. B. der Lernbiologie, der Suggestopädie, des Coaching, der Themenzentrierten Interaktion (TZI), der Gestaltpädagogik, meditativer Unterrichtsverfahren und anderer Methoden.

Auf der Grundlage dieses Konzeptes stellen wir Ihnen hier in Aussicht, mit der L.i.N.D®-Grundhaltung und mit vielfältigen Methoden und persönlichkeitsfördernden Angeboten in Berührung zu kommen, die Ihnen auch Denk- und Lernspaß vermitteln und durch die Sie im eigenverantwortlichen und selbstorganisierten Lernen begleitet (werden).

Unsere Idee: Hier Strukturen aufsuchen, neue Ansätze wagen, wird Sie in der ersten Übung, zu der wir Sie schon jetzt einladen, neugierig machen.

Unser Übungsangebot beginnt schon an dieser Stelle, weil wir meinen, dass der Lernerfolg umso größer sein wird, je früher Sie lernaktiv werden.

Legen Sie sich Farbstifte, Bleistift, Radiergummi und Spitzer bereit. Diese Materialien werden Sie für die Bearbeitung einiger Lernangebote noch brauchen. Wenn Sie einen Recorder zur Verfügung haben, soll er Ihnen bezüglich der Dokumentation Ihrer Lernergebnisse hilfreich sein. Sie können ihn sich auch zu Nutze machen, indem Sie sich Übungsanleitungen z. B. Anleitungen zu Entspannungs- oder Phantasiereisen in Ihrem individuellen Tempo vorgeben, danach anhören und anwenden.

Nun zur versprochenen Übung. Wir schlagen Ihnen vor, ohne dass Sie zunächst in einem Wörterbuch, Lexikon o. ä. nachschauen und sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

•  Was kommt mir in den Sinn, wenn ich das Wort inner teaching lese oder wenn ich die Kapitelüberschriften in diesem E-Book betrachte?

•  Welche Gedanken, Ideen, Gefühle, Assoziationen, Bilder, Fragen, Erinnerungen steigen in mir auf?

Sinn dieser strukturierenden Aufgabenstellung ist es, dass Sie mit Ihren Ideen und Vorstellungen, Fragen und Noch-Nicht-Bewusstem in einen ersten Kontakt zum inner teaching treten. Damit Sie sich möglichst viele Phantasien zum Wort inner teaching entlocken, empfehlen wir Ihnen zunächst aus unserer Methodensammlung Giselas und Carls Leitfaden zur Verführung zum Ver-Zetteln oder: Anleitung zum Clustern durchzulesen und die Übung anhand dieser Methode auszuprobieren. Den nötigen Platz, um Ihre Wörter, Sätze und Gefühle zu notieren finden Sie in der Info-Box 1. Doch bevor Sie beginnen, beantworten Sie sich eine Frage: „Fühlen Sie sich an Ihrem Lernort wohl?“

Mit dieser Frage beabsichtigen wir, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die Gestaltung der Lern-Settings im L.i.N.D.®-Ansatz eine wichtige Stellung einnimmt. Eine entspannte Lernatmosphäre ist gemäß dem L.i.N.D.®-Ansatz für ein optimales Ausschöpfen ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit bedeutend.

Nutzen Sie bitte unsere kleine Anleitung, damit Sie Ihre Cluster-Übung in einer für Sie fördernden Lernumgebung ausprobieren.

Richten Sie Ihre Lernumgebung, Ihren Arbeitsplatz so ein, dass Sie sich nach Ihrem Geschmack an Ihrem Lernort besonders entspannt fühlen. Wir sitzen z. B. in bequemen Sesseln, und sehen Pflanzen und warmes Licht an unserem Lernort. Unser Lernraum ist temperiert, wir bemühen uns, möglichst alle Störquellen zu vermindern, z. B. stellte jeder von uns während seiner Arbeitsphasen sein Telefon auf Anrufbeantworter. Falls Sie einen Recorder einsetzen, empfehlen wir Ihnen, diesen auch zum Abspielen meditativer Aufnahmen einzusetzen, um sich auf Lernübungen einzustimmen oder sich davon begleiten zu lassen.

Wenn Sie sich entsprechend eingerichtet haben, dürfen Sie mit der Cluster-Übung zum Wort inner teaching beginnen.

Info-Box-Angebot

Dieses Leittext-Lern-Angebot arbeitet nach der Idee „Reflection on Action“ (RoA). Dieses Instrument wirkt als Übungsanleitung: Denn Lernen ist Vernetzen und Üben, Üben, Üben …

Das „inner-teaching-Team“ setzt seine Lerngrundüberzeugung mit Hilfe von Aufgaben in Info-Boxen um. Wir fragen, und Sie – die Lesenden/Lernenden – setzen um. Es handelt sich also um ein direktes Transferieren der von uns gelieferten Basisinformationen. Ein Weg, den hunderte von Lernenden bereitwillig und konsequent gegangen sind. Versuchen Sie es ebenfalls:

Organisieren Sie sich vor der Info-Box-Bearbeitung die Info-Box-Vorlagen, die Sie sich als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken können und erarbeiten Sie sich unsere Aufgabenideen. Auf diese Weise werden Sie ihr eigener Co-Teacher.

Befürchtungen brauchen Sie keine zu hegen – Herausforderungen sind erwünscht! Denn Letztere initiieren Lernen. Und das Lern-Subjekt sind Sie selbst!

Also – wagen Sie sich an jede Info-Box.

Dr .Karl-Josef Kluge und Georg Schenk

Das inner-teaching-Team

Info-Box 1: Clustern (Bitte nutzen Sie zur Bearbeitung der Aufgabenstellung die Info-Box 1)

Wenn Sie an dieser Stelle weiterlesen, haben Sie wahrscheinlich Ihre Cluster-Übung zum Wort inner teaching beendet. Wir finden es toll, wie offen Sie sich für dieses Verfahren zur Förderung und Entdeckung Ihrer kreativen Fähigkeiten durch assoziatives Verknüpfen zeigten.

Wir sind davon überzeugt, dass Sie durch diese Übung zu einem ersten Wissensprozess über sich selbst gelangt sind. Wir denken da z. B. an die Entdeckung möglicher Hemmungen in Ihnen, bei der Erfahrung, Ihre Gedankengänge ohne Systematik, ohne äußere Logik und Bewertung zu verfolgen oder Schwierigkeiten, Kontakt mit unbewussten Bildern und Gefühlszuständen herzustellen.

Wenn Ihre Erfahrungen in diese Richtung gingen, dann ähneln wir uns in unserem Lernprozess. Besondere Schwierigkeiten hatte jeder von uns, durch langjährige Schulerfahrungen verfestigten Denkstrukturen so zu lockern, dass wir unsere spontanen Einfälle nicht logisch überprüften, Mut zum Abschweifen entwickelten, Einblick wagten, was unter unserer „Oberfläche“ schlummerte und was unsere Wahrnehmung beeinflusste.

Diese möglichen Lerneffekte zählen wir an dieser Stelle schon zum inner teaching. Sind Sie überrascht? Es wäre für Sie von Vorteil, wenn Sie über sich positiv überrascht wären, denn in positiver Überraschung steckt, unserer Meinung nach: Lust auf Neues. Verspüren Sie Lust auf Neues? Wir gehen davon aus, dass Sie mehr Neues erfahren möchten. Darüber freuen wir uns.

Bis jetzt versuchen wir, aufgrund unserer eigenen Lernerfahrungen, uns in Sie hineinzuversetzen und uns vorzustellen, was in Ihnen vorgeht, wenn Sie unsere Einleitung lesen. Unsere Bemühungen werden weiterhin dahin gehen, dass Sie sich selbst befähigen, in einem inneren Dialog mit sich selbst zu treten und eine vertrauensvolle Beziehung zu sich selbst aufzubauen. Einen Versuch haben Sie schon mit der Cluster-Übung zum Wort inner teaching unternommen. Vertrauensvolle Beziehung zu sich selbst aufbauen, heißt für uns unter anderem, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln und Offenheit für neue Denkstrukturen entfalten.

Karl-J. Kluge spricht davon:

„Du kannst mehr, als Du denkst!“

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Aussage Mut machen, sich unsere weiteren inner teaching Angeboten zu öffnen.

Was ist inner teaching? oder: Bevor Menschen Details lernen, wollen sie einen Überblick erhalten – Sie auch?

Ich, Georg Schenk, einer der Autoren, bin ein Mensch, der besonders gern Begriffe definiert haben möchte. Ich hoffe, über Definitionsangebote klare, verständliche und gültige Aussagen zu erhalten, damit ich möglichst schnell, ohne große eigene Mühen erfahre, was mit einem Begriff wie z. B. inner teaching gemeint ist.

Diese Lern-Erwartung erfüllte sich in meinem inner teaching Prozess nicht. Ich lernte, dass sich keine Definitionen in Fachlexika oder sonstigen Nachschlagewerken finden lassen, was die Bedeutung von inner teaching betrifft.

Sodann versuchte ich die zwei Wortbestandteile ins Deutsche zu übersetzen und eine Sinnverbindung herzustellen. Haben Sie vielleicht auch ein Übersetzen versucht, als Sie das Wort zum ersten Mal hier lasen?

Mein Ergebnis sah so aus:

Ich verband die Adjektive mit dem Verb unterrichten und kam zu folgendem Resultat:

Würde Ihnen diese Beschreibung ausreichen, um einer anderen Person zu erklären, was inner teaching ausmacht? Mir reichte dieser Versuch nicht, weil durch diese Beschreibungen noch nichts über Ziele, Inhalte und Methoden des inner teaching ausgesagt wird.

Ich habe mir die Frage gestellt, für welchen Personenkreis inner teaching bedeutsam wäre bzw. werden könnte. Mit dem Wort teaching assoziierte ich Menschen, die sich beruflich den Aufgaben und Anforderungen des „Erziehens“ bzw. Unterrichtens verpflichten – den Eltern & Lehrern, Therapeuten und Erziehern.

Mein Vorverständnis verlief nunmehr in die Richtung, dass ich inner teaching als „eigenunterrichtliche“ Vorgänge verstand, die im Inneren dieser sozialen Helfer ablaufen.

Mein vorläufiges Ergebnis zum inner teaching lautet nunmehr:

Ein sozialer Helfer z. B. Eltern, Lehrer, Therapeuten oder Erzieher unterrichtet sich selbst mit und in seinem/ihrem Inneren.

Konnten Sie meinen Gedanken bis hierhin folgen? Ich vermute, dass Sie das erreichten, denn die wesentlichen Konstruktionsmerkmale unseres inner teaching Vorverständnisses bestehen bis dato alleinig aus der Verknüpfung dreier Begriffe: a) inner b) teaching und c) sozialer Helfer z. B. Eltern, Lehrer, Therapeut. Erzieher.

Wenn wir zu diesem Zeitpunkt gedanklich und inhaltlich auf einer inner teaching „Wellenlänge“ liegen, dürfen Sie nun selbst aktiv in einen weiteren Übungsprozess einsteigen. Wir laden Sie ein, sich mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen, die sich für uns und vielleicht auch für Sie konsequenterweise aus dem o. g. Vorverständnis ergibt.

Die Frage lautet: „Was ist im Inneren einer Elternperson, eines Lehrers/Lernbegleiters?“

Damit Sie diese Kernfrage annähernd zufriedenstellend für sich beantworten, bieten wir Ihnen gleich zwei Methoden an. Die Methode des Brainstormings und die Metaphern-Methode.

In Info-Box 2 haben wir das Arbeitsfeld für Sie grob vorgeordnet. Die Antwortvorauswahl, die Sie dort erkennen, stellt einen Auszug aus unseren Einfällen zur oben gestellten Kernfrage dar. Sie darf von Ihnen ergänzt werden. Falls Sie sich zur Bearbeitung dieser Frage entschließen, empfehlen wir Ihnen, sich Lutz’ und Carls Anleitung zum Brainstormen zu bedienen. Diese Anleitung finden Sie in unserer Methodensammlung.

Wenn Sie unsere Auswahl mit Ihren Ideen ergänzen oder Sie sofort mit unserer Vorauswahl weiterarbeiten möchten, dürfen Sie das mit Unterstützung der Metaphermethode tun (Kluge/Frielinghaus: 241). Sinn dieser phantasieanregenden Methode ist es, eine Idee oder Vorstellung von etwas, hier: das Innere eines Lehrenden, intuitiv zu erfassen. Sie werden sich, parallel zur Nennung/Akzeptierung von Ideen, Einfällen oder Inspirationen, persönlich einbringen, indem Sie Ihre Vermutung mit eigenen Erfahrungen verknüpfen.

Ein Beispiel: Wenn ich vermute, dass inner teaching ein inneres unterrichten wäre, sage ich mir im Sinne der Metapher-Methode: „Inneres unterrichten ist wie ein anregendes Gespräch, das ich in anspruchsvoll-entspannter Umgebung mit mir selbst führe.“ Oder: Wenn ich vermute, dass Überzeugungen und Haltungen Teile des Inneren eines Lehrenden sind, dann formuliere ich die Aussage: „Überzeugungen und Haltungen eines Lehrenden sind wie Verkehrszeichen, die pädagogisches Verhalten regeln.“

Konnten wir Ihnen mit diesen Beispielen den „Startschuss“ für Ihr intuitives Denken geben? Ausgezeichnet!

Raum, um Ihre Notizen schriftlich zu erfassen, finden Sie in Info-Box 3. Wir wünschen Ihnen einige kreative Phantasien. Doch zunächst, wie angekündigt, unsere Grobstruktur.

Wenn Sie sich an dieser Stelle für unsere weiteren Studien zur Frage: „Was beinhaltet inner teaching?“ offen zeigen, dann gehen wir davon aus, dass Sie Ihre Übung gedanklich und inhaltlich beendet haben. Wenn dem so ist, präsentieren wir Ihnen eine zusätzlich von Heitger gemachte Äußerung, der von der Wichtigkeit „intrapersoneller Auseinandersetzung“ in der Lehrer(fort)bildung spricht (Heitger: 792). Wir erlauben uns, den Ausdruck in unserem Zusammenhang aufzugreifen und zu erklären, dass es sich im inner teaching um eine intrapersonelle Auseinandersetzung handelt, in dessen Verlauf Sie sich als angehende(r) oder praktizierende(r) Lehrer(in)/Lernhelfer(in) entscheiden, Ihre innere Welt vertieft kennenzulernen. Bei unserem inner teaching-Verständnis geht es darum, dass Sie sich als Person in den Mittelpunkt Ihrer eigenen Betrachtungen stellen. Es handelt sich um die Aufarbeitung möglichst vieler bewusster und vor allem unbewusster Handlungs- und Kommunikationsmuster, um im Berufsfeld des Lehrens und Lernens für sich und für Ihre Lerner erkennbarer zu werden.

Würden Sie sich entschließen, Ihre eigenen Beziehungs- und Krisenerfahrungen, Ihre eigenen positiven pädagogischen Grundhaltungen, Überzeugungen, Wertvorstellungen und Lebensziele verstehen zu wollen?

Es geht im inner teaching nicht darum, dass Sie sich befähigen, sich einem Wunschbild oder fremden Bild von sich selbst zu entsprechen. Durch inner teaching begeben Sie sich auf einen Weg, auf dem Sie nach Ihrer innersten Natur als Lehrer(in) suchen. Wenn Sie diesen Weg ausprobieren, legen wir Ihnen ans Herz, den Menschen, der Sie jetzt sind, zu ermutigen, zu unterstützen, anzunehmen und wertzuschätzen. Sie bauen sich auf diese Weise Ihr notwendiges Fundament, um sich im weiteren Verlauf Ihrer Entfaltung bzw. Vertiefung folgende Fragen zu beantworten:

„So bin ich also?! – Bin ich zufrieden mit dem, wie ich mich verhalte und so, wie ich auf andere wirke? – Wie will mich verstehen? – Wie kann ich mich verändern? Wie will ich wirken?“

Sie entscheiden sich, Ihre innere Welt als Lehrer(in) vertieft kennenlernen zu wollen, haben wir ein paar Zeilen zuvor geschrieben. Über „Kennenlernen“ formulierten wir zu einem früheren Zeitpunkt und in einem anderen Zusammenhang folgende Gedanken. „Soll ich mich kennen oder von mir lernen? – Der Prozess, mich zu erkennen, geht nur über Lernen, weil Lernen für uns heißt: Erfahrungen mit sich und anderen zu machen und das Tun im Tun eigenverantwortlich zu analysieren. Aber wann kann jemand sagen: „Ich kenne mich?“

Karl-Heinz Franze zitiert in diesem Zusammenhang Stella Resnick. Sie macht eine klare Aussage: „Seiner selbst bewusst zu sein, heißt, sich selbst zu kennen, in Harmonie mit dem zu sein, was jeden Augenblick im Inneren passiert ...“ (Franze: 16).

Möchten Sie bezüglich Stella Resnick’s Aussage ein kleines praktisches Experiment wagen?

Gehen Sie bei nächster Gelegenheit z. B. in die Schule und prüfen Sie doch einmal selbst, ob Sie wirklich bewusst wissen, was jeden Augenblick in Ihrem Inneren passiert. Haben Sie Lust dazu? Weil wir annehmen, dass Sie ein praxisorientierter und experimentierfreudiger Lehrer(in)/Lernbegleiter(in) sind oder werden wollen, bieten wir Ihnen mit der Blitzlicht-Methode ein konkretes Vorgehen an. (Kluge/Frielinghaus: 243).

Sinn dieser Übung ist, herauszubekommen und zu trainieren, ob und wie Sie sich Ihre gefühlsmäßigen Ist-Zustände (was jeden Augenblick im Inneren passiert) zu erlebten Situationen vergegenwärtigen.

Suchen Sie sich gleich morgen eine gerade erlebte Schul- oder Unterrichtssituation aus, die Sie, sobald es möglich ist, z. B. in Ihrem Notizbuch oder in Info-Box 4 zunächst anhand der Daten und Fakten beschreiben z. B.: