Kinderstärkende Pädagogik und Didaktik in der KiTa - Dagmar Kasüschke - ebook

Kinderstärkende Pädagogik und Didaktik in der KiTa ebook

Dagmar Kasüschke

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Opis

Das Buch erörtert zunächst das pädagogische Selbstverständnis der Kindertageseinrichtungen als Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrichtung vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht dann die Frage nach elementarpädagogischen und elementardidaktischen Konzepten und zwar in zweifacher Hinsicht: einmal im Hinblick auf die von der Wissenschaft gelieferten Konzepte, zum anderen im Hinblick auf die in der Ausbildung vermittelte und im KiTa-Alltag praktizierte Methodik und Didaktik. Das Buch skizziert darauf aufbauend die Grundlinien einer (bislang fehlenden) erziehungswissenschaftlich fundierten Didaktik der Pädagogik der frühen Kindheit in Kindertageseinrichtungen für Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr.

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KinderStärken

Herausgegeben von Petra Büker

Band 4

Die Reihe im Überblick

Band 1:

Petra Büker (Hrsg.): Kinderstärken – Kinder stärken. Erziehung und Bildung ressourcenorientiert gestalten

Band 2:

Petra Völkel: Entwicklung, Lernen und Förderung der Jüngsten

Band 3:

Renate Niesel & Wilfried Griebel: Übergänge ressourcenorientiert gestalten: Von der Familie in die KiTa

Band 4:

Dagmar Kasüschke: Kinderstärkende Pädagogik und Didaktik in der KiTa

Band 5:

Melanie Eckerth & Petra Hanke: Übergänge ressourcenorientiert gestalten: Von der KiTa in die Grundschule

Band 6:

Susanne Miller & Katrin Velten: Kinderstärkende Pädagogik in der Grundschule

Band 7:

Julia Höke & Petra Büker: Bildungsdokumentation stärkenorientiert gestalten

Band 8:

Birgit Hüpping & Petra Büker: Kulturelle Vielfalt. Kinderstärkende Pädagogik

Band 9:

Charlotte Röhner & Kathrin König: Kinder stärken in Sprache(n) und Kommunikation

Band 10:

Katja Koch: Übergänge ressourcenorientiert gestalten: Von der Grundschule in die weiterführende Schule

Dagmar Kasüschke

Kinderstärkende Pädagogik und Didaktik in der KiTa

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

 

 

 

 

 

1. Auflage 2016

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-024287-6

E-Book-Formate:

pdf:       ISBN 978-3-17-024288-3

epub:    ISBN 978-3-17-024289-0

mobi:    ISBN 978-3-17-024290-6

 

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Vorwort der Herausgeberin

 

Das Kind als Gestalter und als kompetenter Akteur seiner Lebens- und Bildungsbiografie: Diese im Sozial-Konstruktivismus verankerte Sicht auf das Kind steht aktuell im Fokus pädagogischer, psychologischer und soziologischer Diskurse sowie in Bildungsplänen für Kinder im Elementar- und Grundschulbereich. Kinder verfügen für die Gestaltung ihrer pluralen, komplexen Lebenswelten über enorme Stärken, die es durch Familie, Peers sowie pädagogische Fach- und Lehrkräfte als kompetente Mit-Akteure zu erkennen und zu stärken gilt: Diese Grundidee wird in der neuen Fachbuch-Reihe KinderStärken aufgegriffen und entlang der Lebensspanne von der Geburt bis zum Übergang in die weiterführende Schule in zehn Bänden kritisch und differenziert beleuchtet. Ein interdisziplinäres Autorenteam, bestehend aus Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Früh-, Elementar- und Grundschulpädagogik sowie der Entwicklungspsychologie, widmet sich in jeweils einem Band ausführlich einer spezifischen Lebensspanne, wissenschaftlich fundiert und nah an der pädagogischen Praxis.

Der vorliegende vierte Band der Reihe thematisiert die Frage einer zeitgemäßen Pädagogik und Didaktik der Kindertageseinrichtung. Diese erlebt derzeit nicht allein einen starken gesellschaftlichen Bedeutungszuwachs, sondern erfährt große konzeptionelle Veränderungen und ein erweitertes Aufgabenspektrum. Dagmar Kasüschke beleuchtet im vorliegenden Band das Spannungsfeld, welches sich im Zusammenhang der neuen Bildungs- und Betreuungsansprüche an die Kindertageseinrichtung ergibt. So beschreibt sie diese als »Lebenswelt« für das Kind und seine individuelle Persönlichkeitsentfaltung und zugleich als gesellschaftliche Sozialisationsinstanz im Zusammenhang einer zunehmend institutionalisierten Kindheit. Prägnant und zugleich sehr anschaulich gibt die Autorin interessante Einblicke in ausgewählte Konzepte, Modelle, Entwürfe und Methoden der Elementarpädagogik und fragt danach, welche Relevanz diese für die Entwicklung einer noch ausstehenden Theorie der Kindertageseinrichtung sowie für eine Neuakzentuierung einer kinderstärkenden Praxis besitzen können. Auf diese Weise verbindet Dagmar Kasüschke in ihrem Band eine aktuelle »Bestandsaufnahme« elementarpädagogischer und -didaktischer Konzepte mit wichtigen Reflexionsimpulsen, deren grundlegende Diskussion sowohl für wissenschaftlich Interessierte als auch für pädagogische Fach- und Lehrkräfte äußerst gewinnbringend sein dürfte.

Petra Büker

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort der Herausgeberin

Einleitung

1 Die Kindertageseinrichtung als Institution mit vielfältigen Aufgaben

1.1 Von der Familienkindheit zur Institutionenkindheit

1.2 Die Kindertageseinrichtung als Ort kindlichen Aufwachsens

1.3 Die Kindertageseinrichtung als Ort für Kinderkulturen

1.4 Die Kindertageseinrichtung als Ort der Vielfalt und Inklusion

1.4.1 Geschlechterbewusste Erziehung von Mädchen und Jungen in der KiTa

1.4.2 Armut von Mädchen und Jungen in der KiTa

1.4.3 Kultursensitive Erziehung von Mädchen und Jungen in der KiTa

1.4.4 Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung in der KiTa

1.5 Die Kindertageseinrichtung als Teil eines sozialen Netzwerkes

1.6 Bildung und Erziehung im Kontext von Betreuung und Pflege

2 Das Kind im Blick elementarpädagogischer Ansätze – der erziehungswissenschaftliche Diskurs

2.1 »Lasst uns unseren Kindern leben!« Zur Aktualität der Spielpädagogik Friedrich Fröbels

2.2 »Erziehung durch Nachahmung« – Pädagogik im Waldorfkindergarten

2.2.1 Das Kind ist ganz Sinnesorgan (1. Jahrsiebt)

2.2.2 Vorbild und Nachahmung

2.2.3 Rhythmus und Wiederholung

2.2.4 Religiöse Erziehung

2.2.5 Spielpflege, Raumgestaltung und Spielmaterial

2.2.6 Künstlerisch-musische Erziehung (Eurythmie)

2.3 »Kinder sind anders!« Montessoripädagogik in Kindertageseinrichtungen

2.4 Die Lebenssituationen der Kinder als Ausgangspunkt von Erziehung

2.5 »Das Auge schläft, bis es der Geist mit einer Frage weckt« – Reggiopädagogik als ästhetische Bildung?

2.6 »Vom entdeckenden Lernen und eigenverantwortlichen Tun« – Elemente der Freinetpädagogik in KiTas

3 Didaktische Modelle und Methoden elementarpädagogischer Praxis im Umbruch

3.1 KiTa-Tagesabläufe und Rituale als Rahmen kindlicher Bildungsprozesse

3.2 Raumgestaltung im Kontext didaktischer Lernarrangements

3.2.1 Die Raumfigur des traditionellen Kindergartens

3.2.2 Das Raumkonzept des offenen Kindergartens

3.3 Freispiel und freies Spiel – Das Spiel der Kinder als Gegenstand elementarpädagogischer Praxis

3.4 Angebot, Projekt und Lernwerkstatt: Die Kindergruppe als didaktisches Lernarrangement

3.4.1 Die gezielte Beschäftigung als Bildungsplanarbeit

3.4.2 Offene Projektarbeit als ko-konstruktives Lernarrangement

3.4.3 Lernwerkstätten als autodidaktisches Lernarrangement

3.4.4 Lernwerkstatt als Raum vorstrukturierten Lernens

3.4.5 Lernwerkstatt als Begegnungsraum lebendigen Lernens von Kindern und Erwachsenen

4 Herausforderungen und Spannungsfelder einer Didaktik der Kindertageseinrichtung

4.1 Alltägliche Lebenswelt und Institutionenerziehung

4.2 Entwicklungstatsache und Gesellschaftsinteresse

4.3 Bildungsplanarbeit und Themen der Kinder

4.4 Kind und Gruppe

4.5 Selbstbildung und Instruktion

4.6 Materialität und Kulturalität

4.7 Eigenständiger Bildungsauftrag oder Vor-Schule

Literatur

Einleitung

 

Der Band »Kinderstärkende Pädagogik und Didaktik in der KiTa« identifiziert ausgewählte wichtige Schnittstellen, die sich für Disziplin und Profession der Pädagogik der frühen Kindheit als Herausforderungen aus der Veränderung der institutionellen Kinderbetreuungslandschaft ergeben. Er orientiert sich dabei an zwei Polen eines Spannungsfeldes. Auf der einen Seite steht das Kind als Teil einer Familie mit dem Recht sich als freies Individuum entfalten zu dürfen, auf der anderen Seite steht die Kindertageseinrichtung als Sozialisationsagentur, deren Aufgabe die Erziehung der Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten ist. Dieser Band argumentiert entlang zweier frühpädagogischer Paradigmen, die dieses Spannungsfeld erzeugen: Kindertageseinrichtung als ›Lebenswelt für Kinder‹ und als ›Ort pädagogischer Inszenierungen‹ (vgl. auch Kasüschke, 2015).

Mit den veränderten gesellschaftlichen Erwartungen müssen viele Fragen neu beantwortet werden, die insbesondere die Trias von Betreuung, Erziehung und Bildung im institutionellen Selbstverständnis von Kindertageseinrichtungen berühren (vgl. dazu auch Büker, 2015, im Basisband dieser Buchreihe). Dazu zählen insbesondere:

  Welche Veränderungen zeichnen sich im Aufgabenspektrum von Kindertageseinrichtungen ab?

  Welche Konsequenzen hat dies für das Verständnis des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages von Kindertageseinrichtungen?

  Welche pädagogischen Konzepte können unter den veränderten Rahmenbedingungen handlungsleitend sein, um Kinder auf ihrem Lebensweg zu stärken?

  Inwieweit ermöglicht eine Ganztagsbetreuung Kindern, ihre Stärken zu entwickeln?

  In welcher Form sind kindliche Freiräume und autonomes Handeln von Kindern in einer Institutionenkindheit noch möglich?

  Welches didaktische Verständnis zur Begleitung kindlicher (Selbst-)Bildungsprozesse wird für die frühe Kindheit handlungsleitend sein?

  Welche beruflichen Qualifikationen benötigen die pädagogischen Fachkräfte für die Erziehungsarbeit mit Kindern in einem Altersspektrum von eins bis sechs Jahren?

Kindertageseinrichtungen sind im Ringen um einen eigenständigen Bildungsauftrag immer wieder dem Wandel gesellschaftlicher Herausforderungen und sozialpolitischer Entscheidungen unterworfen. Dieses Buch versteht sich hier als eine aktuelle Bestandsaufnahme theoretischer, empirischer und praktischer Fragestellungen und Modelle elementarpädagogischer und didaktischer Konzepte.

Im ersten Kapitel wird auf der einen Seite der gesellschaftliche Wandel von Familie, Kindheit und dem Aufwachsen von Kindern und auf der anderen Seite die Weiterentwicklungen von Kindertageseinrichtungen als gesellschaftliche Antwort dargestellt. Insgesamt werden die Herausforderungen eines gewachsenen Aufgabenspektrums aufgezeigt.

Das zweite Kapitel behandelt ausgewählte klassische elementarpädagogische und -didaktische Konzepte und ihre Bedeutung für den erziehungswissenschaftlichen Diskurs über eine Pädagogik der Kindertageseinrichtungen und ihre Didaktik.

Im dritten Kapitel werden didaktischer Modelle und Methoden elementarpädagogischer Praxis und ihre historischen Wurzeln beschrieben. Gleichzeitig werden sie hinsichtlich ihrer Relevanz für eine moderne Elementarpädagogik in den Blick genommen.

Im letzten Kapitel werden die Desiderata für eine erziehungswissenschaftlich fundierte Elementarpädagogik und ihre Didaktik zusammengeführt und relevante didaktische Spannungsfelder aufgezeigt, an deren Lösungen auf dem Weg zu einer Theorie der Kindertageseinrichtung empirisch gearbeitet werden muss.

Obwohl mittlerweile ein Drittel der Kinder unter drei Jahren sich in einer außerfamilialen Kinderbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege befinden, kann diese Altersstufe aus Platzgründen in diesem Band nur bedingt berücksichtigt werden. Die Diskussion um eine eigenständige Kleinstkindpädagogik in Kindertageseinrichtungen steckt im wahrsten Sinne des Wortes in der Bundesrepublik Deutschland noch in den Kinderschuhen, da »ein integriertes, theoretisch fundiertes didaktisches Konzept für die Bildung der jüngsten Kinder, das die Mehrdimensionalität des Bildungsbegriffs für die früheste Kindheit systematisch aufgreift und die Besonderheiten früher Lernprozesse berücksichtigt, bislang noch nicht (existiert)« (Viernickel & Stenger, 2010, S. 75). Wo es möglich ist, werden in diesem Band Bezüge zu (Forschungs-)Desideraten zu einer institutionellen Pädagogik für Kinder unter drei Jahren gemacht.

1

Die Kindertageseinrichtung als Institution mit vielfältigen Aufgaben

Vielfältige Entwicklungen im Bildungs- und Sozialwesen der Bundesrepublik Deutschland haben die Landschaft der institutionellen Kinderbetreuung in den letzten 15 Jahren maßgeblich verändert. Im Zuge der Europäisierung des deutschen Bildungs- und Sozialwesens wurden bestimmte Entwicklungen im Bereich der Familien- und Kinderpolitik und in den Bereichen des (berufs-)schulischen und hochschulischen Bildungswesens begünstigt, die rückblickend zu einem neuen gesellschaftlichen Verständnis der Institution Kindertageseinrichtung geführt haben (vgl. Thole, Roßbach, Fölling-Albers & Tippelt, 2008).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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