Historia Brittonum - Nennius - ebook

Historia Brittonum ebook

Nennius

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Opis

Nennius' Geschichte der Brittonen gehört zu den wichtigsten Quellen der Kolonisierung Britanniens durch die Angeln und Sachsen. In frühmittelalterlicher Weise verbindet sie Genealogien, gelehrte Berechnungen und das Bemühen um genaue Wiedergabe der überlieferten Ereignisse mit Sagen (zum ersten Mal in der lateinischen Literatur überhaupt taucht hier der Sagenheld Arthur auf!), Heiligenlegenden (etwa St. Patrick) und Wundererzählungen. Gerade diese legendenhaften Elemente vermitteln ein plastisches Bild von der Mentalität der Zeit. Der Historiograf ist vor allem darum bemüht, die eigene Tradition in die umfassenden Zusammenhänge der biblischen Weltgeschichte, der antiken Mythologie und der Geschichte des römischen Imperiums einzuordnen. Mit der Historia Brittonum des Nennius liegt uns eines der seltenen, kostbaren Dokumente vor, die ein wenig Licht in die "dunklen Jahrhunderte" zwischen Antike und Mittelalter bringen. Im frühen 9. Jh. stellte ein einheimischer Mönch eine Geschichte seines Volkes zusammen, die heute mit zu den wichtigsten Zeugnissen der "Dunklen Jahrhunderte" der britischen Insel gehört. In einer Zeit, in der die Angelsachsen die keltischen Einwohner der ehemaligen römischen Provinz Britannia bereits größtenteils in das abgelegene Wales und Cornwall zurückgedrängt hatten, schuf er ein Buch, in dem er die Besiedlung Britanniens und Irlands beschrieb. Das Kaleidoskop, in dem Geschichte, Sage und gelehrte Konstruktion verschmelzen, spannt sich dabei von biblischen und römisch-troianischen Anfängen über die keltische Mythologie und Sagenwelt bis zur Eroberung durch die Sachsen. Lebendig werden König Vortigern, die Weissagung des Ambrosius über den Kampf der beiden Drachen, die List der Sachsen. Nicht zuletzt enthält dieses Buch auch die älteste Erwähnung Arthurs in einem lateinischen Text und führt uns damit ganz nahe an die Anfänge der Arthursage.

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Nennius

Historia Brittonum

Über den Autor

GÜNTER KLAWES M.A.,geb. 1963, studierte Alte Geschichte und Klassische Archäologie an der Universität Tübingen. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den Mythen und Sagen des Mittelalters.

Zum Buch

Nennius’ Geschichte der Brittonen gehört zu den wichtigsten Quellen der Kolonisierung Britanniens durch die Angeln und Sachsen. In frühmittelalterlicher Weise verbindet sie Genealogien, gelehrte Berechnungen und das Bemühen um genaue Wiedergabe der überlieferten Ereignisse mit Sagen (zum ersten Mal in der lateinischen Literatur überhaupt taucht hier der Sagenheld Arthur auf!), Heiligenlegenden (etwa St. Patrick) und Wundererzählungen. Gerade diese legendenhaften Elemente vermitteln ein plastisches Bild von der Mentalität der Zeit. Der Historiograf ist vor allem darum bemüht, die eigene Tradition in die umfassenden Zusammenhänge der biblischen Weltgeschichte, der antiken Mythologie und der Geschichte des römischen Imperiums einzuordnen. Mit der Historia Brittonum des Nennius liegt uns eines der seltenen, kostbaren Dokumente vor, die ein wenig Licht in die „dunklen Jahrhunderte“ zwischen Antike und Mittelalter bringen.

Im frühen 9. Jh. stellte ein einheimischer Mönch eine Geschichte seines Volkes zusammen, die heute mit zu den wichtigsten Zeugnissen der „Dunklen Jahrhunderte“ der britischen Insel gehört. In einer Zeit, in der die Angelsachsen die keltischen Einwohner der ehemaligen römischen Provinz Britannia bereits größtenteils in das abgelegene Wales und Cornwall zurückgedrängt hatten, schuf er ein Buch, in dem er die Besiedlung Britanniens und Irlands beschrieb. Das Kaleidoskop, in dem Geschichte, Sage und gelehrte Konstruktion verschmelzen, spannt sich dabei von biblischen und römisch-troianischen Anfängen über die keltische Mythologie und Sagenwelt bis zur Eroberung durch die Sachsen. Lebendig werden König Vortigern, die Weissagung des Ambrosius über den Kampf der beiden Drachen, die List der Sachsen. Nicht zuletzt enthält dieses Buch auch die älteste Erwähnung Arthurs in einem lateinischen Text und führt uns damit ganz nahe an die Anfänge der Arthursage.

Nennius

Historia

Brittonum

Zweisprachige Ausgabe Lateinisch-Deutsch

Übersetzt, eingeleitet und erläutert von Günter Klawes

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

https://dnb.d-nb.de abrufbar.

Es ist nicht gestattet, Abbildungen und Texte dieses Buches zu scannen, in PCs oder auf CDs zu speichern oder mit Computern zu verändern oder einzeln oder zusammen mit anderen Bildvorlagen zu manipulieren, es sei denn mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten

Copyright © by marixverlag GmbH, Wiesbaden 2012

Lektorat: Dr. Bruno Kern, Mainz

Covergestaltung: Nicole Ehlers, marixverlag GmbH

Bildnachweis: picture-alliance, Frankfurt am Main/Imagestate/HIP,

Fotograf: E&E Image Library

eBook-Bearbeitung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8438-0301-4

www.marixverlag.de

Inhalt

Einleitung

Historia Brittonum

PRAEFATIO NENNII BRITONVM HISTORIOGRAPHI IN HISTORIA BRITONVM

Die Geschichte der Brittonen

Vorwort des Geschichtsschreibers der Brittonen, Nennius, zur Geschichte der Brittonen

EVLOGIVM BREVISSIMVM BRITTANNIAE INSULAE, QUOD NENNIVS ELVODVGI DISCIPVLVS CONGREGAVIT

Eine sehr kurze Lobpreisung der Insel Britannien, die Nennius, Schüler des Elvodugius, zusammenstellte

INCIPIVNT CAPITVLA

Es beginnen die Kapitel

COMPVTVS

Berechnung

I. DE SEX AETATIBVS MVNDI

I. Von den sechs Zeitaltern der Welt

II. HISTORIA BRITTONVM

II. Die Geschichte der Brittonen

III. VITA PATRICII

III. Das Leben des heiligen Patrick

IV. ARTHVRIANA

IV. Arthuriana

V. REGVM GENEALOGIAE CVM COMPVTO

V. Die Abstammung der Könige mit Berechnung

VI. CIVITATES BRITANNIAE

VI. Städte Britanniens

VII. DE MIRABILIBVS BRITANNIAE

VII. Von den Wundern Britanniens

Literatur- und Abkürzungsverzeichnis

Anmerkungen

Einleitung

„Zusammen mit der um 830 datierten Historia Brittonum, die auf frühmittelalterliche Art die eigenen Traditionen in die biblische Weltgeschichte einordnete, bilden die cynfeirdd auf britischer Seite unsere wichtigste Quelle für die im 5. Jahrhundert einsetzende Kolonisierung der Insel durch die Angeln und Sachsen.“ (EDEL, 151. Die cynfeirdd sind die „frühen Dichter“ der Briten, die in Lobgedichten ihre Fürsten priesen. Diese Quellen sind in kymrischer Sprache verfasst.)

Der hier zitierten treffenden einschätzung der Geschichte der Brittonen durch DORIS EDEL für die geschichtliche Bedeutung der HB ließe sich noch ihre Bedeutung für die Mythen- und Sagenwelt des frühen Mittelalters auf den Britischen Inseln hinzufügen.

Wir sehen, wie man versuchte, die eigene Geschichte an die Bibel und die Ereignisse der Antike (Trojanischer Krieg, Gründung Roms) anzuknüpfen. Es begegnen uns aber auch bekannte Sagenpersönlichkeiten des Frühmittelalters: die Jüten Hengist und Horsa, die von König Vortigern nach Britannien eingeladen wurden. Vortigerns Burgenbau und die Weissagung mit den zwei Drachen. Vor allem aber wird hier zum ersten Mal in der lateinischen Literatur überhaupt der berühmte Sagenheld Arthur mit seinen Kämpfen gegen Germanen sowie andere keltische Stämme greifbar. Neben ihm erscheint auch noch Uriens, später ein Ritter der Tafelrunde, hier noch der Anführer einer keltischen Koalition im Norden Englands gegen die Eindringlinge.

Auf diese Weise gewährt uns die Historia Brittonum neben der zornigen Rede Gildas’, der Kirchengeschichte des englischen Volkes von Beda Venerabilis, den Angelsächsischen Chroniken und den Walisischen Annalen einen Blick in die „Dunklen Jahrhunderte“.

Letztlich zeigt sie uns auch eine Zeit, in der Bewohner der deutschen Nord- und Ostseeküste begannen, sich in Britannien niederzulassen, was nicht ohne Rückwirkungen auf die Heimatgebiete geschah. Damit spielt das Werk auch in die deutsche Vorgeschichte hinein!

Neben diesen Vorzügen steht allerdings das Manko einer recht ungenauen Datierung und Zuordnung! Das Werk ist in über vierzig Handschriften (MAIER, 168) vom 10. bis zum 16. Jahrhundert überliefert und zeigt starke Überarbeitungen, die dazu führten, dass die im Text genannten Datierungen ein heilloses Durcheinander aufweisen: in § 2 und dem Computus das Jahr 858 („im 24. Jahr König Mervins“), in § 5 je nach Handschrift die Jahre 796, 879, 946 „des Leidens Christi“, was dann auf die Jahre 826, 909 bzw. 976 („das 5. Jahr König Eadmunds“) hochgerechnet werden kann, in § 31 das Jahr 876. Ohne sich hier in den Details der einzelnen Handschriften zu verlieren, spannt sich der Bogen vom 8. bis zum ausgehenden 10. Jahrhundert. Heute gilt meist circa 830 als Zeit der Entstehung (MAIER, loc. cit; PRELOG, 1089 f).

Auch die Verfasserschaft ist nicht eindeutig. Zwar wird die HB einem nicht näher bekannten Nennius zugeschrieben, doch findet sich diese Namensnennung erst in den zwei Prologen, die in Handschriften des 13. Jahrhunderts erhalten sind. Frühere Handschriften nennen entweder keinen Autor oder schreiben den Text Gildas zu. Die Verwirrung wird komplett durch eine Handschrift des 10. Jahrhunderts, dessen Autor sich Marcus Anachoreta, Bischof der Briten, nennt. Sicher ist nur, dass verschiedene Hände das Werk nicht nur abgeschrieben, sondern auch bearbeitet haben und wohl für die Einschübe der Geschichten um Germanus und Patrick verantwortlich sind. Obwohl die Wunder als spätere Zutaten gelten und die sächsischen Genealogien in einer Geschichte der Briten wie Fremdkörper wirken – man würde eher einheimische Ahnenreihen erwarten –, lässt sich eine ursprüngliche Form nicht rekonstruieren.

STEVENSON hat es am treffendsten formuliert: „Die Nachrichten, welche wir über Nennius, den angeblichen Verfasser des Historia Brittonum betitelten Werkes haben, sind so dürftig, und die äußere und innere Literaturgeschichte dieses Erzeugnisses ist so dunkel und voll von Widersprüchen, dass wir an der Möglichkeit verzweifeln möchten, auch nur mit einiger Gewissheit sowohl über das Alter und die historische Glaubwürdigkeit dieser Schrift, als auch über ihren Verfasser ein Urteil zu fällen.“ (SAN-MARTE, 3)

Der Stil der HB ist manchmal vielleicht etwas holprig, was wohl auf die keltische Muttersprache der Autoren zurückzuführen ist, aber auch auf die häufige Überarbeitung. Einen Eindruck dieser Eigentümlichkeit der keltischen Ausdrucksweise vermittelt die deutsche Übersetzung von Culhwch und Olwen bei ZIMMER, c, 113 ff. Für uns gewöhnungsbedürftig, sollte trotzdem diese Atmosphäre in der Übersetzung gewahrt bleiben, denn der Leser soll an den Text, und nicht der Text an den Leser herangeführt werden. Bisweilen bringt die HB germanische Begriffe (z.B. ciula statt navis), bisweilen scheinen einige Stellen in der Überlieferung verdorben und dunkel. Die Anmerkungen geben darüber Auskunft und erklären meine Lesart. Ferner sollen sie auch einem Nichtfachmann die Annäherung an den Text erleichtern, da sich das Buch gleichermaßen an interessierte Laien und Studenten der Geschichtswissenschaften richtet. Zudem liegt hier die erste vollständige Übersetzung der HB ins Deutsche vor. So möge dieses kleine Werk einem weiteren Kreis im deutschsprachigen Raum bekannt werden.

Die in dieser Ausgabe genannte und verwendete Literatur kann nur als kleine Auswahl gelten und ist keineswegs erschöpfend. Sie soll dem interessierten Leser den Einstieg in die jeweiligen Themenkomplexe erleichtern, deren Problematiken oft nur kurz angeschnitten werden können. Daher besteht auch die Möglichkeit, dass einige von mir vorgetragene Schlussfolgerungen bereits andernorts formuliert wurden. Das soll jedoch kein Plagiat darstellen, und der Vorrang des jeweiligen Autors soll unbestritten sein. Für eine eingehendere Beschäftigung mit der Historia Brittonum verweise ich auf die in der Literaturliste genannten – vor allem textkritischen – Ausgaben sowie die Artikel zu den einzelnen Stichworten in der Realenzyklopädie der Altertumswissenschaften, auf DUMVILLES Aufsatz in der Zeitschrift Arthurian Literature und HEINRICH ZIMMERS Buch Nennius vindicatus. Nicht zuletzt habe ich bei einzelnen Themen auf Galfredus Monemutensis verwiesen, da sein Werk Historia regum Britanniae – obschon seit dem Mittelalter in seiner Historizität umstritten – doch eine Art Urknall für die Entstehung der hochmittelalterlichen europäischen Arthur-Literatur darstellt und zu seinen Quellen wohl auch die HB gehörte.

Der Übersetzung und dem Text liegen die ausgaben STEVENSONS, in der Übertragung SAN-MARTES, und MOMMSENS aus der Monumenta Germaniae Historica XIII, Chronica Minora Bd. 3 zugrunde. Letzteren ist auch eine von HEINRICH ZIMMER besorgte lateinische Übersetzung der irischen Version beigegeben. MOMMSEN hat den Text in sieben Abschnitte gegliedert:

I. Von den sechs Weltaltern,

II. Geschichte der Brittonen,

III. Das Leben des Patrick,

IV. Arthuriana,

V. Die Abstammung der Könige mit Berechnung,

VI. Städte Britanniens,

VII. Von den Wundern Britanniens.

Die Paragrafenzählung folgt bis § 6 der Ausgabe der STEVENSONS, ab § 7 der MOMMSENS, doch sind zusätzlich die ersten 6 Paragrafen MOMMSENS in Klammern beigegeben.

Diese Übersetzung soll keine textkritische Ausgabe sein. Es sei auf die Apparate der zitierten Publikationen, vor allem der MGH, verwiesen. Doch bietet sie den ganzen Text mit den wichtigsten Varianten der verschiedenen Handschriften. Eckige Klammern [] geben den Text aus der Handschrift des Marcus Anachoreta und spitze <> anderer Varianten, geschweifte {} der irischen Version wieder. Spitze Doppelklammern «» zeigen Zusätze der späten Handschriften, die sich bei MOMMSEN in den Fußnoten befinden. Einrückungen heben die Varianten zusätzlich hervor. Das Verständnis erleichternde Bemerkungen des Übersetzers erscheinen in runden Klammern (). So wurde versucht, einen möglichst flüssig lesbaren Text zu erstellen.

Mein Dank gilt dem Marixverlag, der die Publikation dieses Werkes ermöglichte, und der Betreuung durch Frau Zöller.

Merklingen im Mai 2012

Günter Klawes

Historia Brittonum

PRAEFATIO NENNII BRITONVM HISTORIOGRAPHI IN HISTORIA BRITONVM

§ 1

Humilis servorum Christi minister et servus Nennius dei gratia sancti Elboti discipulus cunctis veritatis obauditoribus salutem.

Vestrae sit notum caritati, quod cum rudis eram ingenio et idiota sermone, haec pro modulo meo, non propriae nitens scientiae, quae vel nulla vel admodum rara et exilis est, Latinorum auribus idiomatizando tradere persumpsi, sed partim maiorum traditionibus, partim scriptis, partim etiam monumentis veterum Britanniae incolarum, partim et de annalibus Romanorum, insuper et de chronicis sanctorum Patrum, Isidori scilicet, Hieronymi, Prosperi, Eusebii, nec non et de historiis Scottorum Saxonumque licet inimicorum non ut volui, sed ut potui, meorum obtemperans iussionibus seniorum, unam hanc historiunculam undecumque collectam balbutiendo coacervavi, et remanentes spicas actuum praeteritorum, ne penitus calcatae deperirent, quarum ampla seges quondam extranearum gentium infestis messoribus sparsim praerepta est, posterorum memoriae pudibundus mandare curavi. quippe multis obnoxiis, qui vix aliorum dictamina superficie tenus, prout utile esset, intelligere hucusque quiveram, nedum propria incudere sufficiens, sed velut barbarus aliorum linguam infringens temere commendavi.

Attamen internum vulnus circum praecordia volvens aegre ferebam, si propriae gentis nomen, quondam famosum et insigne, oblivione corosum fumatim evanesceret. sed quoniam utcumque historiographum Britannorum me malo esse quam neminem, quamvis adeo plures inveniantur, qui hunc laborem mihi iniunctum satius explere poterant, relegentes humili prece poco, quorumcunque aures inconcinnitate verborum

Die Geschichte der Brittonen

Vorwort des Geschichtsschreibers der Brittonen, Nennius, zur Geschichte der Brittonen

§ 1

Der Niedrige der Knechte Christi, Diener und Knecht Nennius, durch Gottes Gnaden Schüler des heiligen Elbotus1, (wünscht) allen, die der Wahrheit gehorchen, Heil.

Ihr mögt es mir nachsehen, dass ich es – angesichts meiner minderen Begabung und ungebildeten Sprache – gewagt habe, so gut ich kann und ohne den Glanz eigenen Wissens, das entweder gar nicht vorhanden oder allenfalls lückenhaft und kümmerlich ist, diese Dinge in plumpem Stil den lateinischen Ohren zu überliefern.

Ich fügte diese eine kleine, woimmer auch aufgelesene Schrift – nicht so, wie ich wollte, sondern wie ich es eben konnte – radebrechend zusammen aus der Überlieferung der Alten, aus Schriften, aus Monumenten der alten Einwohner Britanniens, aus den Jahrbüchern der Römer sowie den Chroniken der heiligen Väter, namentlich Isidors, Hieronymus’, Prospers, Eusebius’, und auch aus den Geschichtswerken der Scotten und Sachsen, obwohl sie unsere Feinde sind. Dabei folgte ich den Anweisungen der Älteren und war verschämt darauf bedacht, dass die übrig gebliebenen Ähren der Taten aus der Vergangenheit, deren reiche Saat bereits durch feindliche Schnitter fremder Völker hier und da herausgerissen wurde, nicht ganz und gar zertreten und der Erinnerung der Nachgeborenen überliefert werden. Doch aufgrund des Zwangs der Verhältnisse war ich bis jetzt kaum in der Lage, auch nur oberflächlichin in ausreichendem Maß die Aussagen der anderen zu verstehen. Viel weniger noch war ich persönlich geeignet, (es) zu bearbeiten, sondern gleichsam als Barbar die Sprache anderer verstümmelnd habe ich (es) auf gut Glück (eurer Milde) anvertraut.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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