Geh mal hin - Uwe Törl - ebook

Geh mal hin ebook

Uwe Törl

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Opis

Auch wenn, wie erwähnt, alles ein wenig (vielleicht auch maßlos) übertrieben, so wird doch, wer im Besitz von Humor, was finden, was sie oder er nicht gleich wie irrsinnig muss lieben. Doch sollte man ein paar Zeilen finden, die nur ein Grinsen entlockt dem Gesicht, dann ist es gelungen, weil, mehr wollt ich nicht!

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Uwe Törl

GEH MAL HIN

Begegnungen in Raum und Zeit

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2016

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Copyright (2016) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2016

www.engelsdorfer-verlag.de

Uwe Törl

Erster Krankenhausaufenthalt: - Geburt (die meine)

Ansonsten:

- diverse ansteckende Krankheiten fürs Kind

- Bauchkneipen mittig

- Schluckauf

- Husten, Schnuppen, Heiterkeit

- mehr oder weniger langanhaltende Durchfälle

- Seitenstechen (scheiß Sport)

- eine Vielzahl von Schürfwunden

- diverse Einschnitte und sonstige Brüche

- entschieden zu viel Mitesser

(was essen könnt’ ich jetzt auch)

- Sodbrennen, Sonn’ Brände, Sonn’ stich, Sonn’ fins …

- verstauchte Gelenke (oben/​unten)

- erwähnte ich Schluckauf?

- die üblichen Getränkeunfälle (man kennt das ja)

- dank Apnoe auch HNO (ja, ich schnarche)

- gesplitterte Nägel (unten/​oben)

- bis heute erfolgreich bekämpfte Organverschiebung

- Unmengen verlorener Nerven und etwas Haar

- knackende Knochen, statische Störungen,

- Rauschen im Ohr, sprechender Bauch

- hatte ich schon Schluckauf?

Letzter Krankenhausaufenthalt: - Schmerzhaft

(sehr Schmerzhaft)

Momentan:

- Hornhaut, zwei Blasen (Nicht Die! – Die Andern, in Socken!)

- Hunger und Müde (Ich hab so’n Hunger, ich könnt’ vor lauter Dorscht glei schlafen!)

- Wer will kann von oben meine Kniescheiben sehen

(Fußbank mitbringen)

- Schluck … „huck ‘ch - ‘Schuldigung!“

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Über den Autor

Widmung

Vorwort

Geh mal hin

Dank

Nachwort

Suchen ist nicht gleich finden

Wer´s glaubt?

Urlaubsträumerei

Dieses Büchlein möchte ich meinen Vater Heinz widmen.

Ich bin froh darüber, dass sein nie enden wollendes Interesse für spannende und Humorvolle Geschichten, sich mir übertragen hat.

Dank seines gut gefüllten Bücherregals, welches nicht nur zu Dekorationszwecken diente, verbrachte ich mehrere Tage und Nächte mit Tinko, im Laden, als Musketier, Detektiv, …, bei den Kummerower und anderen Heiden, um mit Lebenslänglicher Begeisterung mehrfach von Vantimensland zu entkommen.

Nur um am anderen Ende der Welt, Cooper beim Stopfen seiner ledernen Strümpfe und Jack im Goldrausch und beim Walfang, zur Hand zu gehen.

Was aus mir mal werden sollte wusste ich noch nicht. Dafür hab ich, mit Hilfe deiner Büchersammlung, schon die halbe Welt gesehen.

Danke Vater!

Vorwort

Jetzt könnte ich, wenn ich denn wollte, dieses Vorwort nutzen. Um mich schon im Vorfeld bei all den Allgemeinen Ärzten, Doktoren und sonstigen Frauen und Männern vom Fach zu entschuldigen. Will ich aber nicht!

Weil, wenn es doch einmal dazu kommen sollte, dass ein Allgemein-, oder Fachmediziner dieses, für meine Verhältnisse brachiale Machwerk biblischen Ausmaßes, in seine von Hippokrates gesegneten Händen wird halten. Wird Er, oder Sie, oder Beides, schon nach der ersten Seite erleichtert feststellen.

- Endlich mal was ohne denken! Einfach nur lesen. -

Ob da Herr, oder Frau, lesen könn’ sie gut. Außerdem machen Frauen beim Lesen ja noch eine ausgesprochen extrem gute Figur. Zumindest wenn Kartoffeln auf dem Plan stehn.

Halt, nein! Das war ja jetzt wohl was ganz, wo anderes.

Doch egal, was ich sagen wollte. Wollte ich was zum Denken hinterlassen, wäre dies wohl eher ein Schulbuch. Vermutlich deutsche Geschichte zum Ende der Kreidezeit. Hauptakteure, Pfälzer Kohl und seine linken Hände, welche auf Kosten einer Vielzahl von Leuten, in die Geschichte unseres Landes drängten. Seit dem wurde des Öfteren das Rad neu erfunden, gern erklärte man uns die Welt und auf manch Amt unser Leben gleich mit.

Verzweiflung, ich trifte ab. Mit zwei Gedanken in einem Kopf, als Mann? Das könnte schwierig werden. Vielleicht besser noch eine Gebrauchsanweisung für das, an den Haaren herbei gezogen- und maßlos übertriebene, nun gleich folgende Ereignis.

Hin und wieder schlagen Seiten auf, welche dazu veranlassen könnten, sich unnötig mit Nackenschmerzen, Genickstarre, Muskelzerrung Unterkante Haaransatz (wer noch hat) hinten, akuter Sehfehler einseitig (links/​rechts) und ähnlich marode Defizite, zu belasten. Sollte solch körperliches Desaster in Form von lästiger Störung in Erscheinung treten, rate ich von Massagen beschriebener Bereiche, beim visuellen Erfassen jener Seiten ab. Liegt es doch am Neigungswinkel der Niederschrift und würde somit dies Schriftbild zusätzlich verzerren. Dieses ist also gewollt und soll darauf hinweisen. Gehört nicht zur Geschichte und steht für sich.

Es hat einzig den Sinn, zu dienen dem Zwecke,

dass Niemand mir weg pennt, auf halber Strecke.

Ein Beispiel:

„Hier liegt begraben

Professor, Doktor von der Kreihen!

Und all seine Patienten?

Direkt davor, die ersten vier Reihen!“

Ich denke, man hat es erkannt. Ja?

Fein! Dann kann es ja nun endlich losgehen.

Geduld offenbart die Kunst des Wartens

Wenn schon, Freitag inklusive, das ganze Wochenende voll für’n Arsch war. Dann wär es doch schön, wenn die darauf folgende Woche besseres mit mir vorhatte. Doch meistens kommt es anders, als man am wenigsten es denkt. Und aus diesem jenen welchen Grunde tat ich mich doch sehr schwer, ausgerechnet an einem Montagmorgen, unter Beihilfe unseres fünften Westwagens nun schon, meine ersten Schritte gen Arztpraxis lenken zu wollen. Da ich aber ein Faible für den Familiären Weltfrieden plus der dazu gehörigen Ruhe hege, ergab ich mich dem nervenden Geplärr von Frau und Kind. War doch das Letzte was ich zusätzlich bräuchte, ein geplatzter Kopf. Nicht nur dass das Denken schwerfällt. (Und ich denke viel!) Nein, es sieht auch nicht wirklich schön! Selbst wenn man kurz zuvor dem heimatlichen Dorfbarbier für seine getane Arbeit ein gar fröhlich Loblied sang. Nicht viel an Haar wird sich die Frisur an selbiger Stelle befinden, wie schon erwähntes Wochenende. Wobei, wenn ich so recht bedenke, in bester Gesellschaft! Naturlocken wohin das Auge blickt. Linksgedrehte, rechtsgedrehte, je nach Windstärke diverser Abgase.

(Ojemine, ich schweife jetzt schon ab! Wie soll das blos enden? Besser schnell zurück, zurück zum Erhalt des … Naja, zurück zum, sie wissen schon!)

Also machte ich mich mit den Gedanken: „Wenn’s denn sein muss!“, bepackt auf den Weg. Schöner kann man sich den Start in die neue Woche nicht vorstellen. Und eh ich mich versah, parkte ich auch schon vor der Miniaturklinik ein. Noch nicht zu spät wie ich noch erleichtert feststellte! Denn auf diesem kleinen Parkplatz signalisierte mir die vorletzte freie Parklücke, welche ich mit meinem noch Straßentauglichen Lackschaden belegte, das es angebracht wär, nicht unnötig der Bummelei zu verfallen. Sicherlich gehörte auch das ein oder andere Auto zur Belegschaft der naheliegenden Apotheke. Aber sicher ist sicher!

Somit betrat ich bewaffnet mit einer Krankheit, wo ich insgeheim hoffte das diese schon bekannt, schnellst möglichst die überdachte Außentreppe der heilenden Halle. Schnellstmöglich (?) wird sich jetzt der anteilnehmende Leser wollen fragen. Na sicher doch! Denn wer schnell – der vorn. Weit vorn und als solch ein Schneller, sollte mein Aufenthalt sich im Rahmen der Normale bewegen. Und außerdem hatte das Wetter, seinen Bericht im Anhang der Abendlichen Nachrichten von der Freitäglichen Dreitagesvorschau, völlig missverstanden. Der prasselnde Regen der mit meiner Abreise einsetzte, hatte die Absicht, den dichten Nebel, welcher schon mit dem Untergang der gestrigen Abendsonne Unheimlich übers Land wabberte, davon zu spülen. Ich war guter Dinge, das ihm dies gelänge. Selbiges war dieser gruseligen Sichtbehinderung ja schon am Sonnabend in den späten Morgenstunden, gegen halb fünfzehn, sechzehn Uhr widerfahren. Wetterfrösche und ähnliches Expertinum philosophieren bei solchem Phänomen vom Nördlichen Kanalwetter. Oder wie der Mitteleuropäische Sachse zu weil gedenkt, wissend unterbreiten zu müssen. Es regnet Mistgabeln! Natürlich mit den Zinken nach unten.

Wenn man versteht was man liest, kann man es sehen! In dem Fall vielleicht sogar spüren. Na, wie iss, spür’ n’ siss? Da will ich mal hoffen, es reißt mir jetzt keiner aus.

Also, hiergeblieben! Geht weiter!

Außer dass es unsinnig regnete als gab’s kein Morgen an dem Morgen, war es zusätzlich noch Arschkalt an dem Morgen. Automatisch dachte ich an die frühen Morgenstunden, wo ich meinen ersten, unvermeidbaren Kontakt mit Temperaturen hatte, die so gar nicht zu dieser Jahreszeit, und erst recht nicht zu dem Morgen, wollten passen. Es war noch dunkel, wie ich bei gruseligen Neumond meine Linke durch die geöffnete Tür steckte. Ein Kälteschock, wie sich die Haut auf meinem Handrücken spannte und die Fingernägel, bei gefühlten sieben Grad über, von unten beschlugen, falls sie von oben nicht schon brachen. Da ich aber nicht die Absicht hatte, länger so zu verweilen. Ergriff ich geschwind das Glas selbstgemachte Erdbeerbowle für Arme und schmiss die Tür vom Kühlschrank wieder zu.

Die Glocken der Dorfkirche hatten die Absicht, in etwa einer viertel Stunde, die achte dieses morgendlichen Montags einschlagen zu wollen, wie ich mit dieser unterkühlten Erinnerung, der doch eher abwegigen Form der Hautstraffung, den Raum der Erkenntnis mit meinem Leiden dekorativ erhellte. Und so erkannte ich mich als dritten Maladen in der wartenden Reihe, malträtierten Knochen, nervender Gemühter, frisch zugezogener Viren welche den schon ansässigen Bakterien den Krieg erklärten und sonstig’ Leiden, erlahmenden Gedärms. Eine aussichtsreiche Ausgangsposition, welche mich auf baldige Behandlung hoffen ließ.

Doch wie schon am frühen Morgen festgestellt. Denkt man erstens anders, als denn dann meistens tut zweitens da kommen wird wollen es! Oder so ähnlich. Das es aber noch ganz anders kommen sollte, sollten meine Gesäßmuskeln und ich, in kürze und für die Dauer von einer ewig -, unangenehmen Nachhaltigkeit noch zu spüren bekommen.

Immer noch hoffend auf einen kurzen Aufenthalt. Ereilten mich kurioser weise Erinnerungen nostalgischer Art, sowie ich diese modernisierte Schwesternstation betrat.

So mischten sich zu den gedanklich erwachten Gerüchen von Impfstoff, Handgerührten Mixturen und alten Verbänden, noch Wolken von frischverteilter Ölfarbe aus dem Flur. Und nicht zu vergessen, der immerwährende Dunst von frisch verkeulten Bohnerwachs!

Kurz um, um es dem Gedankenreichtum Uwe Steimles zu entreißen. Solch einem Wartezimmer umschwebte ein Hauch von Ostalgie!

Wobei noch eine unschöne Wahrheit zurück in mein Hirn fand. Die Wartezeiten, welche ihresgleichen suchten! Binnen kürzester Zeit füllte sich die Räumlichkeit. Die vorhandenen Sitzplätze schienen sich wie im Zeitraffer, gleich manch mitgebrachter Zunge, in Windeseile zu belegen! Manch Platz wurde mitunter überbelegt. Natürlich mit Nachwuchs, wahlweise auch in tragbarer Form. Lautstark verkündeten diese Plagen ihr Dasein. So zählte ein Tinnitus, zur damaligen Zeit, zu den ansteckenden Krankheiten.

Wenn man dann, endlich, nach etwa drei Stunden, den Ort der Heilung verlassen hatte. Dann konnte man, trotz noch vorhandener Schmerzen, sich sicher sein. Man war geheilt! Denn wer wollte da hin schon freiwillig zurück?

Solch Begebenheiten waren zum Glück nicht Chronisch. Für den gelernten Staatsbürger der DDR dennoch der normalitäre, dazugehörige Alltagswahnsinn! War es doch normal zu Erichs Zeiten, die Zeit erst nach zwei Stunden in Zahlen zu fassen. Dank dieser Tatsache, ergaben sich zu weilen Bierselig-, amüsant-, anregende Gespräche. Welch Ort für solch reich an undurchdacht’-, erheiternder Unterhaltung, schien da angebrachter, als das flache Kopfende des breitesten Pfeilers im Nachbarlichen Zaun?! Die Platte, welche dem Gemäuer zu schönheitszwecken, gleichsam als Biertisch dienlich, um zu fortgeschrittener Stunde als Arm- und Kopfstütze fungierend seinen Dienst zu quittieren. An solchen traditionell Kinder- und Frauenfreien Heiligen Orten, konnte man denn solch Goldkronen - und Bierschaumgeschwängerte Tiraden, wie vielleicht gerade jener, lauschen:

„Drei Stunden hab ich das letzte Mal gesessen, drei Stunden! Könnt ihr euch das vorstellen? Mir taten mit einmal beide Knie weh!“

„Da hatte ich aber mehr Glück. Nach ‘ner halben Stunde war ich raus.“

„Sag ich doch. Drei Mann hatte ich das letzte Mal bloß vor mir – drei Mann!“

Bei solchen Unterhaltungen kam es nicht immer darauf an, am längsten gesessen zu haben. Es war schon eher eine Art von Sport, seinem Gegenüber einfach nur etwas entgegenzusetzen. So unlogisch, oftmals auch Hirn Frei, solche Dialoge sich auch anhören mochten. Den Spaß war’s wert. Und so konnte man nicht nur über seinen Nachbarn lachen. Das war nicht nur zur damaligen Zeit wichtig. Heute, so beschleicht mich des Öfteren, umso mehr! Nur fällt es uns heute scheinbar schwerer. Vieleicht kommt es mir ja auch nur so vor?

„Hundert Jahre, Herr Doktor,

das ist mein Ziel.“

„Na, haben sie sich da,

nicht ein bisschen vorgenommen viel?

Trinken sie denn?“

„Herr Doktor, natürlich nicht!“

„Aber spielen, sie spielen doch?“

„Ich bitte sie! Doch nicht ich!“

„Und wie ist es mit den Frau ‘n?

Da lassen sie ‘s doch so richtig krachen!?“

„Ich bin Lamm fromm,

verkneif mir der Art Schweinskramsachen.“

„Zum Feierabend ein Pfeifchen, sie rauchen doch?“

„Na nun ist aber gut, Herr Doktor was denn noch?“

„Kein Spaß im Leben hier auf Erden.

Wozu, in aller Welt,

wollen sie nur Einhundert Jahre werden?“

Um jetzt noch den Liebhabern von Frauen und Kindern den Wind aus den Segeln zu nehmen, möchte ich mich noch beeilen hinzufügen zu wollen.

Nein! Ich bin nicht Kinder-, und Frauenfeindlich!

Sollte dies irrtümlich in der Nähe vom Heiligen Ort so rübergekommen sein, so stimmt mich das traurig. Ab und an näherten sich natürlich auch Diese, Jenen, Welchen, dem Treffpunkt maskulinen Wissens. Wobei die Frauen, wahlweise auch Mütter eher erschienen, als derer gemeinsamer Nachwuchs. Dabei konnten Sie sich dann davon überzeugen, dass nicht nur über die eigene Frau, derer Kochkünste und ihrer Ansicht (Also jetzt nicht ihre politische Weltanschauung!) vernichtend debattiert wurde! Nein, manch Mann bemühte sich auch, unter Mitwirkung seiner Beiden Hände. Hingebungsvoll, Vorzüge ihm fremder Frauen, positiv ins rechte Licht des sommerlichen Abendhimmels zu skizzieren. Je später der Abend, umso ausschweifender die Gesten. Und wenn dann (aus Versehen Natürlich!) die neue Nachbarin als besonders knusprig und die Gute von um die Ecke, als griffige Schöne, schwärmerisch umjubelt wurden. Dann war dann der Moment erreicht. Ab wo die Pfeilerplattenpartyerprobten unter sich (auf Zuruf auch unter mich), den Abend mehr, oder mal weniger aufopferungsvoll in ihrem Hals verbrannten. Ich muss es ja wissen. Schließlich durfte auch ich die leeren Bierflaschen des Öfteren austauschen. Auch war ich erste Wahl um am nächsten Morgen, falls vorhanden, die Trümmer zu beseitigen.

Was man nicht alles für Bockwurst und Fassbrause über sich ergehen ließ! Ab und wieder war auch mal ein Rolo Stangeneis möglich. An die Buletten, wo die Begeisterung nach der zweiten Verzehrten automatisch abnahm. Und sich ein internes Gefühl von, Wir kommen gleich wieder einstellte, will ich besser nicht erinnern. Wobei, mit Reichlich Senf verschwendete man auch keinen Gedanken mehr an deren Inhalt.

Natürlich war Sport auch Thema und Fußball das Haupt. Doch fand ich die kaputten Knie passender. Genau wie die zu später Stunde, gestenreich beschriebenen Frauen. Vor solchen Frauen konnte man als kleiner Junge schon Angst bekommen. Ich aber heute, Jahrzehnte später, insgeheim hoffte. Dass solch Exemplare als Zierrat, Vollbackig aldente und Milchtütenlastig, den blassen Warteraum dekorativ erstrahlen lassen wollten!

Warteraum, Ort des Geschehens, da ist er wieder! Und mit ihm zurück zur Gegenwart!

Meiner Audienz beim Gott in weis!

Wie erwähnt, war ich zeitlich gut dran und somit guter Dinge. Ein müdes Lächeln umschmeichelte das Antlitz der Empfangsschwester, als ich mich sagen hörte:

„Das wird ja nicht allzu lang’ heut’ dauern?!“

„Oh, da freuen sie sich mal nicht zu früh. Der Chef hat gerade angerufen. Er wird sich wohl um eine halbe Stunde verspäten. Notfall, nicht wahr! Und dann ist da ja auch noch die ein oder andere Bestellung. Das verstehen sie doch?“

„Ja, klar, verstehe.“, nicke ich ihr zu. „Aber ich war auch bestellt! Für heute, nicht wahr!“

„Natürlich sind sie für heute bestellt, das ist ja auch richtig. Aber eben nur für heute! Und nur weil sie heute Morgen, kurz nach sieben angerufen haben. Sind sie noch lang nicht in der Gruppe der Favoriten.“, sah sie mich streng an, um noch strenger fort zu fahren: „Wenn sie mir dann vielleicht noch die zehn Euro überreichten, könnten wir Beide weiter!“

„Zehn Euro?!“ Entfleuchte mir, um flüsternd fragend nach zu haken: „Schmiergeld?“

Ihr eindringlicher Blick bat, für ihre Humorlosigkeit an diesem Morgen, um Verständnis.

„Quartalsbedingte Zuzahlung!“, erklärte sie in militärischer Manier.

Ach herrjemine (!) durchfuhr es mir, die Gute ist nicht drangekommen das Wochenende. Bevor meine mitgebrachte, noch gute Laune aus dem Ruder lief, verbesserte ich um meiner Rettung Willen:

„Hab ich wohl mit dem Begrüßungsgeld verwechselt!“

Auch nicht besser, signalisierten mir ihre Gesichtszüge und so kramte ich widerwillig in meiner Geldbörse. Alles was ich fand, waren zwei Büroklammern, eine Sicherheitsnadel (man weis ja nie) und eine Unterlegscheibe. Halt – Irrung, das war keine Unterlegscheibe! Nein es war ein, im Metallischen Silber Look glänzender Chip für den Einkaufswagen vom Großmarkt unserer ehemaligen Kreisstadt. Dem das Logo von der Floristikstube „Bunte Blüte“ eingraviert. (Nehmen sie den Großmarkt jetzt aber bitte nicht Wörtlich. Es ist nur so, das für manche Wald – und Heidebewohner alles noch ein bisschen größer erscheint, wenn so ein Laden mehr als zwei Kassen hat.) Und ein Schlüsselring den ich immer dabei habe. Warum ich den immer dabei habe ist mir allerdings entfallen. Ich hatte schon immer solch einen Schlüsselring in meinem Portemonnaie. Aber warum? Vermutlich der Tatsache geschuldet, das so’n Schlüsselring besser in das Münzfach passt, als wie ein Ringschlüssel. (Falls sie jetzt der Meinung sind, dass das ist jetzt aber auch ein Unsinn. Dann werden sie bei näherer Betrachtung feststellen, das es ist doch nur all zu logisch. Glauben sie nicht? Dann tun sie sich mal einen Vierundzwanzig ‘er Ringschlüssel in ihre Geldbörse und schieben sich das als Gesamtpaket in ihre Gesäßtasche.)

Alles was ich an Geld hatte aufzubieten waren sieben lächerliche Cent. Welche versuchten, in fünf einzelnen Stücken, sich in den Weiten des Leders zu verstecken, um unerkannt ihrer Bestimmung ein Schnippchen zu schlagen. Nur keine verfluchten zehn Euronen! Was sollte das überhaupt? Hatte sie nicht schon einmal welche eingestrichen? Ich war mir nicht mehr sicher. Ungeduldig fordernd, trommelten ihre rechten Spargelfinger auf dem Tresen eine Notenfreie Melodei. Der Daumen schien genau so lang wie der Ringfinger. Wie ich darüber nicht nachdenken wollte, erinnerte ich mich eines Geheimfaches im hintersten Winkel des Zwiebelleders. Beim umblättern der ersten Lederseite werde ich tatsächlich beobachtet. Durch die plastische Klarsichtfolie grinsten mich meine beiden Frauen schelmisch an. Mit meinen beiden Frauen meine ich natürlich Mutter und Kind. Also jetzt nicht meine Mutter und ihr Kind. Das wär ja dann ich und somit Quatsch. Schließlich weiß ich wer ich bin und wie ich ausseh’ weiß ich auch. Zumindest in den meisten Fällen. (Es kam auch schon vor zu glauben dass ich es nicht war. Und ich hoffte auch inständig, dass ich es nicht war! Doch dann musste ich, wie so oft, ernüchternd feststellen dass ich es doch war. Die Betonung liegt hierbei auf - ernüchternd! Gehört jetzt hier nicht her. Fiel mir aber gerade ein.)

Nein, was, oder wen ich meinte, waren die Passbilder meiner Frau und Dank intensiven Zusammenspiels, unserem Kind. Beide femininen Geschlechtes und beide sahen mich an. Als wollten sie mir, um es mit den Worten unserer Tochter zu sagen. „Haben uns mal was rausgenommen! Sorry! Hdgtl!“ Wie komme ich jetzt darauf? Ganz einfach. Den Spruch bekam ich noch am frühen Nachmittag, auf meinem tragbaren Taschentelefon, in Form einer SMS gedrückt. Nachdem ich das Teil im Handschuhfach aufgeregt plärrend wiederfand.

Ich war ja gewillt, mit „Vl D a!“, zu antworten. Wenn man denn mal wüste wie’s geht. Nur wär das denn später und gehört auch nicht hier her. Muss ja nicht jeder wissen, dass ich unfähig bin, in der Handhabung eines solchen t. T. T ‘s …

Tatsächlich fand ich hinter meinen beiden Frauen (Sie wissen jetzt wen ich meine? Prima!), doch noch Notgeld. Genau zehn verfluchte Euronen! Was für ein Zufall und welch Pech, wie sich später noch zeigen sollte, für mich.

„Na da haben sie aber Glück!“ Überreichte ich ihr versucht freundlich den Schein.

„Wieso hab ich da Glück?“ Lässt sie mich am ausgestreckten Arm, im wahrsten Sinne des Wortes, verarmen.

„Na das nicht Clara Zetkin drauf ist.“ Versuchte ich ihr ein wenig witzig zu entgegnen, worauf ich die Feststellung machte. – Sie muss (!) heut’ arbeiten! Das sich diese Empfangsschwester vor Lachen nicht wie blöd und außer sich ihre Schenkel zerschlug, war mir schon klar. Aber hier kam ja nicht mal ein Schmunzler!

Welch eine Hexe, durchfuhr es mich. Im untersten Fach des stählernen Aktenschrankes, vermutete ich ihren Funken schlagenden Besen und den schwarzen Kater, welcher mit einem grünen und einem gelben Auge bestückt. Ich denk mir mal, dass der dazu gehörige Buckel, sowie die obligatorische Warze mit den drei langen Haaren fürs Kinn. Im einbruchssicherem Glasschrank fürs irreführende Medikament und halluzinogener Arznei (welches ungeeignet für geistige Würdenträger, drogenabhängig wertende Mütter im schulpflichtigem Alter, aggressive Sprengmittelbeseitiger und Lehrer sowieso) für den Notfall zwischenlagert.

Die dürren langen Knochen ihrer Hand, erinnerten doch sehr an die Gebeine, der von Polareis überdachten, Norwegischen Monsterkrabbe. Wie sie mir den Zehner gierig schmierig grinsend, im Tausch mit einer in uni blassen und DIN - gerechten Quittung, aus der Hand riss.

Plötzlich unterbrach das Telefon abrupt unsere unnötige Unterhaltung. Ich hatte ja schon lange verstanden, was sie mir mit ihren Worten, ihrer gestischen Mimik und ihrer vom Gesetzgeber eingebläuten Geldgier, mitteilen wollte. Und es hätte auch ein Ende gehabt. Wie schon so oft, hätte sie mir mit: „Sie können dann Platz nehmen!“, meine Daseinsberechtigung in ihrem erlauchten Kreise nur entgegen zu strahlen brauchen. Stattdessen signalisiert sie mir durch Handzeichen am Tresen zu verharren. Genau in dem Moment, als sie der telefonischen Gesprächspartnerin genervt entgegen flötete: „Dann müssen sie eben herkommen. Und bringen sie viel Zeit und Geduld mit!“

Es wäre wohl auch schön, wenn sie nur den Jungen mitbrächte. Er sei ja der einzig Verletzte und aus Platzgründen, sie diese (!) Schwester besser zu Hause läse. Im Anhang gab es noch für diese morgendliche Störung, eine Belehrung in Sachen Benimm, mit dem dazu, für anwesende Patienten passenden Umgangsregeln. Falls man denn doch ihren Besuch für unumgänglich erachte.

Nun war ich wieder dran. Ihre Mimik schien leicht entstellt. Im Geiste schob ich alle Schuld von mir. Erst recht als ich erste Risse in ihrem Gesichtsmakeup erspähte.

Das Telefon war’s. Und wie ich sie gerade mit: „Scheiß Technik“, wieder aufmuntern wollte. Ergriff sie das Wort, um unseren Gespräch ein jähes Finale zu bescheren: „Und wie ich schon sagte! Nur für heute, mehr nicht! Nicht um drei-, viertel-, halb-, oder sonst wann um neun!“ Sie holte nochmals tief Luft, um giftig funkelnd: „Nein, nur für heute!“, zu enden. Die Empfangsschwester machte Anstalten, erneut zur Haus Hexe zu mutieren. Wie sie mich für den Moment ihrer Ansage durch ihren Schlitz fixierte, verriet ihr zentrales Sinnesorgan eine Begradigung beim örtlichen Hufschmied. Sie strengte sich mächtig an, um schon im Stehen mit: „Sie können dann Platz nehmen!“ Und einer fast schon eleganten Geste meiner mir in Richtung Raum und Zeit zu verweisen! Ich ersparte mir darauf hin jede Dankesrede. Schon aus Sicherheitsgründen, denn auf meiner Zunge klebte schon: „Jetzt aber schnell in die Maske!“ Stattdessen musste sie sich mit einem ungewollten nicken meinerseits begnügen, soweit es sie überhaupt noch interessierte.

Noch nicht ganz acht Uhr und die Empfangsschwesterschon gestresst am Boden Um sie nicht noch mehr zu erregen, kehrte ich ihr flugs den Rücken. Flinken Fußes entkam ich ihrem Sichtfeld, hinter den Reihen der Wartenden, wo es beinah noch zu einem bösen Auffahrunfall kam. Das hätte mir noch gefehlt. Aufrechten Hauptes betrete ich diese medizinische Gastlichkeit und muss sie auf Grund hysterischer Drängeleien in getragener Pose verlassen. Bevor solches, unter dem Kapitel Kuriositäten, in der Familienchronik Erwähnung finden sollte, schaffte ich das, für diesen Morgen schier Unmögliche. Geistesgegenwärtig mit einer Vierteldrehung und eingezogenem Bauch, (Welcher Bauch?) gelang es mir, mich gerade so an einer älteren Dame vorbei zu quetschen. Obwohl sie mit dem Rücken an der Wand gelehnt, mochte man meinen, das sie mitten im Raum stand. Das belegte wohl auch die sichtbare Tatsache, dass sie ziemlich weit nach vorn gewachsen schien.

Genauso erschrocken wie ich, hörte ich im Gegenwind:

„Na aber Hallo junger Mann!“

Mir ein Rätsel wo ich den Schwung her hatte. Aber es brauchte nur noch drei, vier Schritt und ich saß auf meinem Platz. Zweimal tief durchgeatmet und ich antwortete mehr mir, als der Zu weit nach vorn Gewachsenen: „Aber so was von Hallo!“

Doch gehört, dachte ich, als ich in ihre Richtung sah. Ihr Blick jedenfalls versprach Krieg. Als was würde man solch Gesichtsausdruck sonst deuten. Die ganze grimmige Visage garstig zerknautscht, Kratertiefe Falten zerrissen die Stirn. Es sah aus als wollten ihr die, eigens für sie angefertigten, Stirnlappen das Tageslicht rauben.

Was sie mir noch hinterher murmelte, konnte ich nicht verstehen. Bestimmt hat sie mich noch verwünscht oder verflucht. Dementsprechend sah sie auch zum Fürchten aus. Wobei mir der Fluch, der mich höchstwahrscheinlich als Frosch durch den Saal hüpfen lassen sollte, weniger sorgte. Eher war mir um den Kopf der Knautsch Bazille bange. Dieser unförmig, Hautbelappte Medizinball wechselte permanent die Farbe. Unter Beihilfe von Atemnot, gab sich der Ballon sichtlich viel Mühe zu explodieren. Warum sie sich so aufgeregt, ist mir allerdings entgangen. Vermutlich kam sie bei meinem Ausweichmanöver selbst ins kippeln und drohte schwer zu stürzen. Naja, mein Gott, nun soll sie sich mal nicht so haben. Im schlimmsten Fall hätte ich mir das Genick brechen können, nachdem ich über eine ihrer Kniescheiben gestolpert wäre.

Welch Drama Junger Mann. Aber Hallo!

Ich hatte nicht die Absicht, mir den verkorksten frühen Morgen noch zusätzlich zu versauen. Also entschied sich mein Innerstes, ohne große Mühe, die Zu weit nach vorn Gewachsene zur Randerscheinung mutieren zu lassen. Und so konnten sich meine Gedanken beruhigender Dinge widmen. Wie zum Beispiel der Tatsache, dass ich auf meinem Stammplatz saß. Das war ja jetzt nicht nur mein Stammplatz, überhaupt und nimmer nie! Denn wenn man so will, auch mein Lieblingsplatz im Vorhof zum Medizinmann. Der Platz schlechthin. Genau zwischen Kleiderständer und Klotür, mit dem Rücken zur Wand und freie Sicht in Saal. (Von der Beinfreiheit ganz zu schweigen.)

Wenn man, in so ‘nem Saal, solch Platz als liebsten Stammplatz bezeichnet, da kann man sich ja sicher vorstellen, das ich schon des Öfteren an jenem Orte vorgesprochen. Da wird mir doch gleich ganz unruhig in der Südseiteninterna meines Beinkleides. Wenn ich so, an die zwei Jahre, zurück denke. Hatte ich doch dazu Mals ein Gefühl zwischen den Ar … Backen, also so was von Unbequem. Nee – unmöglich!

Fühlte es sich doch an, als wenn mein Analhaar kribbelnd die Pforte Anus durchbrach. Um krabbelnd in uneffektiver Slow Motion gedachte mir weich polsternd den Rektum aus zu kleiden. Ein Grund, aus Gründen angeborener Vorsicht, nach circa acht Wochen mit dem unumgängigen Überweisungsschein, vorangemeldeter Bestellung und einem Unkostenbeitrag von zehn, Trauer tragenden, Euronen (weil, wie schon erwähnt, Quartals überschreitende Maßnahme). Das von allem unnötigen Latein befreite Gespräch der alles wissen wollenden Konfrontation mit einem Spezialus Urologes zu suchen. Dieser welcher nach intensiver Konversation, mir seinen, aller Wahrscheinlichkeit nach, mit Epo gespritzt (Ich spürte wie er über sich hinaus wuchs) wühlenden Fühlfinger, zur Erforschung mittlerweile schon Ader lassenden Höhlen Systems, intern vorantrieb. Weil, so wie er meinte, wenn wir schon mal da, dann könnten wir zwecks Vorsorge, das auch gleich noch mit abklären.

Na Prost - tata!

Auch wenn sie jetzt Neugierde, auf diese manuell gesteuert – anale Fingerforschung signalisieren. Möchte ich doch mit diesem Abstecher, in dieser Form der Speläologie enden. Nur eine von Kurzweil geprägte Episode zur Auflockerung am Rande.

Im Saal, also dem Warteraum, war noch ganz schönes Gewusel. Ein Volks Wirrwarr sonders gleichen. Die Kranken, Simulanten und solche die es werden wollten, was auch immer, standen bis raus in Windfang. (Stauende Außentreppe – Regen nasses Haar) Zeitweise drängelten sich drei Leute gleichzeitig vorm verglasten Tresen, nur um der schon gestressten Empfangsschwester ihre Krankheiten durch den Sprachschlitz entgegen zu husten. Das Durchschnittsalter der auf Heilung und Wunder Hoffenden konnte man um diese Zeit in zwei Gruppen einteilen. - Mittelalter und Rentner - Wobei die Rentner das Rennen machten.

Mir wurde angst und bange, wie schnell die freien Sitzplätze abnahmen. Unaufhaltsam rückte die Möglichkeit in Betracht, dass plötzlich ein Erlahmter vom Leben, oder Ehefrau, gezeichneter Mit’ Achtziger vor mir her röchelte. Nur um mir die Mitteilung zu machen, dass er aus senilen Gründen Besitzansprüche auf meinen Stammplatz hätte. Nicht auszudenken! Grad so dass ich saß, schon wurde ich mit Probleme konfrontiert, die so schon eine Überweisung zum Spezialisten rechtfertigten.

Allein der Gedanke, der Höflichkeit halber meinen schönen Platz zu opfern, widerstrebte mir doch sehr. Abgesehen von einem kleinen Mädel, war ich bestimmt der jüngste Gebrechliche im Saal. Doch ist das schließlich kein Bus! Und ich bin auch krank!

Nach nochmaliger Überlegung – Schwerkrank!

Also entschied ich mich nach innerer Abstimmung, mit hundertprozentiger Zustimmung, mein rechtes Bein der Simulation zu opfern. Ich streckte es so weit ich konnte, mit schmerzverzerrtem Gesicht, von mir. Mit apathischem Gesichtsausdruck starrte ich in eine Illustrierte, die ich zuvor im Kleiderständer fand. Meine rechte Hand strich wie ferngesteuert meinen Oberschenkel auf und ab und jedes ausatmen wurde durch ein leises brummen aus meiner Brust bekleidet. Das ich total bescheuert aussehen musste, wie ich da so mehr hing als saß, war erst mal zweitens.