Franck Ribéry - Alexis Menuge - ebook

Franck Ribéry ebook

Alexis Menuge

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Opis

Die Geschichte von Franck Ribéry ist einzigartig. Den Beginn seines Lebens überschattet ein tragischer Autounfall. Er überlebt, ist aber durch die markante Narbe in seinem Gesicht gezeichnet. Von diesem Moment an muss er kämpfen – gegen die bösen Provokationen der anderen Kinder, gegen die Vorurteile auf dem Fußballplatz. Er spielt lange in unterklassigen Ligen und bei verschiedenen Vereinen, verdient sein Geld zusammen mit seinem Vater auf dem Bau. Doch dann sieht ihn der Trainer des FC Metz auf einem Video und ist begeistert – Ribéry wird mit 21 Jahren Fußballprofi in der 1. Französischen Liga. Im Juli 2007 landet er beim FC Bayern München, wo er schnell zum Publikumsliebling wird. Mit ihm sind die Bayern endgültig von der internationalen Spitze nicht mehr wegzudenken. Nach einer Affäre mit einer minderjährigen Prostituierten und einer skandalösen WM mit der französischen Nationalmannschaft macht Ribéry 2010 die schlimmste Phase seines Lebens durch. Drei Jahre später gilt er als einer der besten Spieler der Welt. Mit den Bayern gewinnt er das Triple: Liga, Pokal und Champions League. Doch wer ist dieser Franzose, ohne den die deutsche Bundesliga nicht wäre, was sie heute ist? Diese Biografie, geschrieben von einem langjährigen Weggefährten, verfolgt die Stationen dieses ungewöhnlichen Fußballerlebens und zeigt uns Franck Ribéry von seiner privaten Seite.

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
 
Für Fragen und Anregungen:
[email protected]
 
Originalausgabe
2. Auflage 2014
© 2014 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
 
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Redaktion: Matthias Teiting
Umschlaggestaltung: Marco Slowik
Umschlagabbildung: Pauce/Kontributor – Contour by Getty Images
Layout: Pamela Machleidt
Satz und E-Book: Daniel Förster, Belgern
ISBN Print 978-3-86883-408-6
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86413-553-8
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86413-554-5
 
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.rivaverlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter
www.muenchner-verlagsgruppe.de

Inhalt

Titel
Impressum
Inhalt
DANIEL VAN BUYTEN über FRANCK RIBÉRY
Vorwort
1. Gegen alle Widerstände
2. Das Ende des Tunnels
3. Ein fulminanter Start
4. Der FC Bayern – nur eine Zwischenstation?
5. Ein bewegtes Jahr
6. Vom Hoffnungsträger zum Buhmann
7. Ein Franzose in München
8. Der Wirbelwind auf links – Ribérys Spielweise
9. König von Europa
10. Für immer Bayern München
Verzeichnis der verwendeten Literatur

DANIEL VAN BUYTEN über FRANCK RIBÉRY

In der Fußballbranche gibt es nicht viele Freunde. Aber eines muss ich sagen: Franck Ribéry ist ein echter Freund. Und diese Freundschaft existiert, seit wir uns kennenlernten, im Sommer 2007, als er zum FC Bayern kam. Er ist definitiv mehr als ein reiner Teamkollege. Mit ihm macht es jeden Tag Spaß.

Was mir an unserer Freundschaft am meisten imponiert: Der eine steht immer dem anderen zur Seite, wenn es einer von uns braucht. Zum Beispiel als Franck im Jahr 2010 mit all seinen Problemen zu kämpfen hatte, habe ich viel mit ihm gesprochen. Das hat ihm gutgetan. Und umgekehrt war es genauso. Als ich mal auf die Ersatzbank musste, sah er, dass ich enttäuscht war. Sobald er dann einen Treffer erzielte, lief er auf mich zu und umarmte mich. Er widmete mir sein Tor. Das hat mich jedes Mal aufgemuntert. Das war menschlich ganz fein von ihm. Er hat immer gewusst, wie er mich unterstützen konnte.

Bei unseren Abendessen sagte er mir mehrmals, dass ich es verdient hätte, öfter von Anfang an zu spielen, dass ich bloß nicht nachlassen und im Training weiterhin Vollgas geben solle. Das habe ich dann auch getan, und fast immer ist es mir dann gelungen, mir einen Stammplatz zu erkämpfen. »Gib nicht auf, Junge, bleib stark und glaube immer an deine Chance. Du bist ein toller Spieler mit einer ­topprofessionellen Einstellung. Deine Chance wird kommen. Du musst nur Geduld haben«, sagte mir Franck immer wieder.

Seine größte Eigenschaft: Er hat ein großes Herz, und er ist großzügig. In diesem Zusammenhang wird mir eine Anekdote für immer in Erinnerung bleiben: Im Frühling 2009 ging es mir nicht gut. Ich musste auf das Auswärtsspiel beim FC Barcelona im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League verzichten, weil mein Vater in Belgien einen Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich bis heute nicht komplett erholt hat. Ich blieb dann mehrere Tage bei meinem Vater, und an dem darauffolgenden Samstag wusste ich nicht, wie der FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga gespielt hatte. Am Abend habe ich dann meinen Vater gefragt: »Papa, wollen wir Sport gucken?« Er konnte nicht richtig antworten, er hat einfach genickt. Ich schaltete den Fernseher ein, und genau in diesem Moment kamen unser Spiel und Francks Tor. Dann hatte Franck einen besonderen Jubel parat: Er öffnete seine Hand und darauf stand die Nummer Fünf, nämlich meine Trikotnummer beim FC Bayern. Es war das erste Mal überhaupt, dass mein Vater wieder etwas im Fernsehen ansehen konnte. Er musste lächeln und hat mir einen Blick zugeworfen. Dann habe ich ihm gesagt: »Papa, das ist meine Trikotnummer, aber das Tor hat Franck nur für dich geschossen.« Da hat er mich wieder angesehen, und auf einmal habe ich gemerkt, wie seine Augen wässrig wurden. Auch ich hatte Tränen in den Augen. Das war ein sehr bewegender Moment. Ich habe Franck erzählt, dass er uns zum Weinen gebracht hat. Das war menschlich eine ganz tolle Geste. Das werde ich nie vergessen.

In München hat Franck definitiv sein Glück gefunden. Hier ist er jeden Tag gut gelaunt. Jeden Morgen fährt er zur Säbener Straße mit einem Lächeln im Gesicht. Er ist vor allem froh, dass sich seine Kinder und seine Frau wohlfühlen, dass die Leute auf der Straße so nett zu ihm sind, ohne dabei aggressiv zu sein, und dass er sich sicher fühlt. München hat eine hohe Lebensqualität, und das weiß Franck zu schätzen.

Der Verein hat auch immer alles für ihn getan, als es ihm nicht so gut ging. Mit der Zeit hat er das gemerkt, und nun zahlt er dieses Vertrauen mit Topleistungen zurück. Wenn ich den Franck von 2007 und den von heute vergleiche, dann ist der heutige definitiv reifer, selbstbewusster und stärker geworden.

Was wird geschehen, wenn sich unsere Wege einmal trennen? Ich gehe davon aus, dass ich mit meiner Frau und meinen Kindern zurück nach Belgien gehe, und egal, ob Franck nach Frankreich zurückkehrt oder in München bleibt, wir werden uns nicht mehr viel sehen. Es wird sicherlich ein komisches Gefühl sein. Seit 2007 tagtäglich zusammen zu sein, das ist schon eine lange Zeit. Aber wer weiß? Vielleicht werden sich unsere Wege in Zukunft noch einmal kreuzen. Vielleicht werden wir ja zusammen eine Mannschaft betreuen. Das wäre doch cool. Und im Fußball sollte man nichts ausschließen.

Zum Schluss: Egal, wo wir später leben werden, der Kontakt zwischen Franck und mir wird nie abreißen. Dafür ist unsere Freundschaft zu tief. Es kann ja gut sein, dass Franck nach seiner Spielerkarriere mit seinen Angehörigen erst einmal in München bleibt. Es gibt viele Beispiele von ehemaligen Spielern, die nach ihrer Laufbahn in der Stadt geblieben sind, auch wenn sie ursprünglich nicht aus München kommen. Aber ich glaube, dass er auf Dauer wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren und in Boulogne-sur-Mer leben wird. Natürlich ist sein Image in seiner Heimat noch lange nicht so positiv wie in Deutschland, aber es wird immer besser, und ich bin fest davon überzeugt, dass ihn alle in Frankreich irgendwann wieder lieben werden.

Eines steht fest: Franck ist ein Freund fürs Leben.

Vorwort

Zum ersten Mal bin ich Franck Ribéry im Juli 2007 in Donaueschingen begegnet. Dort im Schwarzwald absolvierte der FC Bayern München ein achttägiges Trainingslager, und ich durfte als Journalist für die französische Sportzeitung L’Équipe die ersten Schritte von Franck in Deutschland verfolgen. Mir gegenüber war er vom ersten Moment an sehr höflich. Er war immer zu erreichen, egal, ob für ein langes Interview oder nur ein kurzes Gespräch. Ich bekam relativ schnell seine private Telefonnummer – unser Verhältnis war von Anfang an von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Vor seinem ersten Bundesliga-Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen hatte er mir versprochen, mich später anzurufen und mir seine Eindrücke vom Spiel zu schildern. Und genau das tat er dann: Noch im Bayern-Bus griff er zum Telefon und erzählte mir von seinem Glück, von der gelungenen Show, die ihm im ausverkauften Weserstadion gelungen war, von seinem ersten Auswärtstor.

Bei unseren regelmäßigen Interviews stand der Spaß stets im Mittelpunkt. Franck machte oft Witze, schüttete mir beispielsweise Salz in mein Gleis, wenn ich kurz auf der Toilette war. Wenn ich dann zurückkam und beim Trinken das Gesicht verzog, brach er jedes Mal in lautes Gelächter aus. Als ­Interviewpartner ist Franck hingegen ernst, er verhält sich stets professionell. Der einzige Moment, wo es schwierig wurde zwischen uns, war im Frühling 2010, als seine ­Sexaffäre publik gemacht wurde. Von heute auf morgen vermied er jeglichen Kontakt mit französischen Journalisten – mich inklusive. Er machte uns alle dafür verantwortlich, dass die Geschichte mit der minderjährigen Prostituierten herausgekommen war. Persönlich hatte ich keine einzige Zeile über die Sache geschrieben, trotzdem wollte Franck keine Ausnahme machen. Von April 2010 bis Oktober 2011 herrschte totale Funkstille. Ich gebe zu: Ich hatte einige schlaflose Nächte, da ich einfach nicht verstehen konnte, warum er mich dermaßen ignorierte. Bei einem Mittagessen im Oktober 2011 in Grünwald erzählte ich Daniel Van Buyten von der ganzen Geschichte. Der Innenverteidiger des FC Bayern wusste nichts von Ribérys großem Schweigen und zeigte sich überrascht. Er bot mir Hilfe an und sagte, er werde mit seinem Freund reden. Van Buyten war optimistisch, dass sich die Lage rasch entspannen und Ribéry wieder mit mir reden würde; der belgische Nationalspieler wusste ja, dass ich mich mit Franck bis zum Frühling 2010 immer bestens verstanden hatte. Nur wenige Tage später ­beantwortete Ribéry meine Fragen bei einem stinknormalen Interview in der Allianz Arena, so als wäre nie etwas geschehen. Und als wir anschließend auf dem Spielerparkplatz zu seinem Auto gingen, sagte er: »Lass uns demnächst mal treffen, dann reden wir.«

Drei Wochen später bei einem Espresso Macchiato in der Säbener Straße führten wir ein ausführliches Gespräch. Franck erzählte, dass es ihm leidtue, so lange nicht mit mir geredet zu haben, dass er 2010 jedoch entschieden habe, keine Ausnahme zu machen – auch wenn ihm bewusst war, dass ich nie eine Zeile über seine Privataffäre sowie über sein schlechtes Benehmen mit der französischen Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika berichtet hatte und immer fair gewesen war. Inzwischen hat sich unser Verhältnis wieder völlig normalisiert. Das letzte lange private Gespräch führten wir im Januar 2014 in seinem Hotelzimmer in Katar. Zwei Tage später sollte in Zürich die Wahl zum Weltfußballer stattfinden. Zum ersten Mal zeigte ich ihm das Umschlagbild von diesem Buch, und er war schlichtweg begeistert. Seine Augen blitzten. Ich hatte ihm von Anfang an von diesem Projekt erzählt, und er hatte mich immer unterstützt, mir die Kontakte zu seinen Freunden in der Heimat und zu den ehemaligen Trainern vermittelt. Und er bedankte sich, nachdem ich dafür gesorgt hatte, dass Jean Fernandez, der Trainer, der ihn 2004 beim FC Metz zum Profi gemacht hatte, nach Katar kam, um ihn bei seiner letzten Trainingseinheit vor Ort zu begrüßen. Die beiden gingen aufeinander zu wie zwei alte Freunde, als wäre nichts Besonderes passiert in all den Jahren. Eines ist tatsächlich sicher: Franck Ribéry ist bis heute derselbe geblieben – der unkomplizierte Junge aus Boulogne-sur-Mer …

Gegen alle Widerstände

1

»Meine Narbe? Sie ist mein Markenzeichen.« Franck Ribéry spricht über seine Gesichtsnarbe. Gut zwei Jahre nach seiner Geburt am 7. April 1983 entging der kleine Franck dem Tod nur um wenige Zentimeter. Er fuhr mit seinen Eltern im Auto durch seine Heimatstadt Boulogne-sur-Mer, saß auf dem Rücksitz und war nicht angeschnallt. Plötzlich krachte sein Kopf mit voller Wucht gegen die Windschutzscheibe– der Wagen war gegen einen anderen geprallt. »Zu dieser Zeit gab es für die Rücksitze noch keine Anschnallpflicht«, erzählte François, sein Vater, einem Kollegen von mir. »Franck war schwer verletzt. Ich hatte Angst, ihn zu verlieren, weil er eine lange Zeit im Krankenhaus verbringen musste.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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