Die Legende von Wybran, Teil 2 von 3 (Serial) - Hendrik M. Bekker - ebook

Die Legende von Wybran, Teil 2 von 3 (Serial) ebook

Hendrik M. Bekker

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Opis

Ein Fantasy-Abenteuer voll Magie und phantastischer Action! König Beiran schickt sich an, die benachbarten Reiche zu erobern, doch dies ist für den Schmiedesohn Wybran Zirkena nicht von Bedeutung. Für ihn sind es nur ferne Kriege großer Könige. Wybran macht sich auf, sein Glück zu finden, doch was ihm auf seiner Reise begegnet, hätte er sich nie träumen lassen. Werwölfe, Riesen, Sklavenhändler und auch Nixen kreuzen seinen Weg, den möglicherweise jemand anderes für ihn bereitet hat. Wo wird ihn das Schicksal hinbringen? Wird er den Gefahren gewachsen sein, die ihm begegnen? Was will der geheimnisvolle Mann in seinen Träumen von ihm? Wozu entscheidet man sich, wenn einen die Welt vor die Wahl stellt?

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Hendrik M. Bekker

Die Legende von Wybran

Teil 2 von 3

Mit Illustrationen von Mara Kreimeier

Ein CassiopeiaPress E-Book

© 2014 by author

© 2014 der Digitalausgabe by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich (Westf.)

ISBN 9783956173530

www.AlfredBekker.de

[email protected]ekker.de

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Nixensegen

Alienora

Im Wolfspelz

Nixensegen

Das Dorf war eine kleine Ansammlung von Hütten.

Wybran kaufte sich in einem Gemischtwarenladen mit auffälligem Schild über dem Eingang einen neuen Rucksack. Seinen alten hatte er ja auf dem Schiff zurücklassen müssen. Der Verkäufer schien froh zu sein, Kundschaft zu haben und plauderte munter vor sich hin. Er schien kurz davor gewesen zu sein, für heute zuzumachen. Wybran erkundigte sich bei ihm nach einer Möglichkeit etwas zu essen. Er wurde an ein Wirtshaus die Straße hinunter verwiesen.

Es gab nur ein Wirtshaus, oder zumindest eines, das ein Namensschild hatte, weswegen Wybran nicht lange überlegte und hineinging. Ein paar Männer standen an der Theke und tranken aus hölzernen Humpen. Einige Tische standen im Raum, waren aber leer.

„Was darf‘s sein, Fremder?“, fragte eine ältere Frau mit hochgestecktem braunem Haar, als sich Wybran gesetzt hatte. Erste graue Strähnen waren zu sehen. Sie trug ein weißes Kleid mit einer dunklen Lederweste darüber. Hinter ihr tollten zwei kleine Kinder durch die Schenke. Eines der beiden, ein Mädchen, hatte dieselben braunen Haare wie die Frau.

Sie rief mit „Oma“ nach ihr, doch die Frau ließ sich nicht von ihrer Kundschaft ablenken.

„Etwas zu essen und etwas zu trinken“, sagte Wybran erschöpft. Seine Kleidung war noch nicht ganz trocken, so dass ihm langsam kalt wurde.

„Seid Ihr alleine draußen unterwegs gewesen?“, fragte die Frau, als sie mit einem gefüllten Humpen zurückkam.

„Ja, wieso?“

„Wollt Ihr etwa heute noch weiter?“

„Vielleicht“, erwiderte Wybran. Irgendetwas hatte die Frau, sie wirkte nervös.

„Das solltet Ihr lassen. Wir machen Euch einen guten Preis für ein Zimmer und Ihr reist morgen weiter“, sagte sie.

Wybran sah sie einen Moment an. Wollte sie nur sein Geld, einen Gast für die Nacht, oder war da etwas anderes? Einerseits war Wybran misstrauisch. Etwas verschwieg sie ihm. Andererseits hatte er aber auch keine rechte Lust, nachts noch loszuziehen, vor allem da er sich hier nicht auskannte. Er nickte.

„Ein Zimmer für die Nacht wäre sicher nicht verkehrt“, stimmte er zu. Die Frau nickte erfreut und ging los.

„Ich werde es herrichten“, sagte sie dabei im Gehen.

Wybran unterhielt sich zwischendurch mit einem Mann des Dorfes und erfuhr, dass dieses Dorf Kasbedel hieß und man nur selten Kundschaft im Wirtshaus habe.

Wybran vermutete inzwischen, dass die alte Frau einfach nur jemanden wollte, der übernachtete und gut zahlte.

Man bewirtete ihn gut und abends legte er sich in das breite Bett, das man ihm zugewiesen hatte. Es war ein kleines gemütliches Zimmer, das vor allem mit einem schweren eichenen Bettgestell und einem Holztisch eingerichtet war. Auf ihm standen eine Schale und ein Krug mit Wasser zum Waschen. Das Wirtshaus hatte verglaste Fenster. Wybrans Zimmer hatte ein großes zweiflügeliges Butzenfenster. Es bestand aus vielen kleinen bunten Glasscheiben.

Er legte müde seine Kleider und das Schwert ab und fiel ins Bett in einen tiefen Schlaf.

Er stand alleine auf einer Lichtung. Nidrr stand als kahlköpfiger Mann unter einem der Bäume. Ein fahles Licht, das aus den Wolken kam, beschien die Szenerie. Es war zu hell für Mondlicht, das eine Wolkendecke durchdrang, doch was sollte es sonst sein?

„Was versteckst du dich dort, halb in den Schatten?“, fragte Wybran und legte die Hand auf sein Schwert, das er diesmal trug.

Er fürchtete einen Angriff des Fremden. Während des Traumes erinnerte er sich mit einer seltenen Klarheit an die früheren Träume, anders als im Wachzustand.

„Ich verstecke mich nicht“, zischte Nidrr zurück.

Wybran berührte seinen Hals, dort, wo Malusine ihm den Nixensegen gegeben hatte. Es juckte dort, wie es damals brannte, als er als Kind mit der Hand eine Brennnessel berührt hatte.

„Was tust du dann dort?“, fragte Wybran, doch er erhielt keine Antwort. Nidrr blickte nur böse in seine Richtung, wandte sich ab und zerstob in eine Wolke aus kleinen schwarzen Teilchen. Anschließend fiel Wybran in erholsamen, aber völlig traumlosen Schlaf.

Er erwachte am nächsten Morgen, als die Sonne in sein Fenster hineinschien und durch die Butzenscheiben ein farbenfrohes Lichterspiel auf seinem Bett tanzte. Er erhob und wusch sich, wobei er sein Spiegelbild in der Schale betrachtete und feststellte, dass er am Hals eine tränenförmige Narbe hatte.

Das muss der Nixensegen sein, ging es ihm durch den Kopf. Es war exakt die Stelle, an der er den Schmerz verspürt hatte.

Plötzlich hörte er einen lauten Aufschrei aus der unteren Etage. Er warf sich Hemd und Mantel über und gürtete sein Schwert um, so dass er für den Notfall reisefertig war. Dann öffnete Wybran die Tür und lauschte. Unten waren Stimmen zu hören, eine Frau weinte bitterlich und ein Mann redete mit tiefer, beruhigender Stimme auf sie ein.

Wybran betrat die Treppe hinunter, während zwei junge Männer an ihm vorbeistürmten und die Räume oben durchsuchten. Ein weiterer kam auf ihn zu und fragte: „Habt Ihr sie gesehen?“

„Wen?“, erwiderte Wybran perplex.

„Sara, die kleine Enkelin der Wirtin, sie hat braunes Haar und ist ungefähr so groß“, erklärte der Mann und zeigte mit der Hand die Größe des Mädchens.

„Nein, sie spielte gestern in der Schenke, als ich sie betrat, seitdem hab ich sie nicht mehr gesehen“, erklärte Wybran. „Was ist geschehen?“

„Sie ist fort“, erklärte der Mann. „Die Moorfrau wird sie geholt haben.“

„Wer?“, erkundigte sich Wybran.

„Die Moorfrau. Eine seltsame alte Hexe, die im Moor lebt. Dort wo die Torfstecher nicht hingehen, weil es zu unsicher ist. Es heißt, sie frisst kleine Kinder und einsame Wanderer im Moor.“

„Das ist Unsinn. Wen sie da gefressen haben soll, der ist doch einfach versunken wegen eigener Blödheit“, erwiderte ein Mann vom unteren Ende der Treppe. „Das ist doch Blödsinn, die Kleine ist einfach weggelaufen. Wenn wir sie im Moor finden, sagt ihr natürlich, es war die Moorfrau. Aber ich sage, sie ist Einbildung.“