Lesen kann man lernen - Andreas Gold - ebook

Lesen kann man lernen ebook

Andreas Gold

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Opis

Lesekompetenz – was ist das eigentlich? Wie erwirbt man sie und wie vermittelt man jungen Lesern Lesestrategien, die aktiv und selbstregulativ angewendet werden?Andreas Gold, der mit den 'Textdetektiven' zusammen mit seinem Team ein nachweislich höchst erfolgreiches Trainingsprogramm zur Leseförderung entwickelt hat, zeigt in diesem Band die lernpsychologischen Voraussetzungen für eine optimale Leseerziehung auf. Zugleich skizziert er die wichtigsten Prinzipien und Methoden des strategischen Lesens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung des verstehenden Lesens am Ende der Grundschulzeit und in der beginnenden Sekundarstufe.

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Liczba stron: 153




Andreas Gold

Lesen kann man lernen

Lesestrategien für das 5. und 6. Schuljahr

Mit 13 Abbildungen

Vandenhoeck & Ruprecht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar

ISBN 978-3-525-31008-3

eISBN 978-3-647-31008-4

© 2007, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen / www.v-r.de Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne vorherige schriftliche Einwilligung des Verlages öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies gilt auch bei einer entsprechenden Nutzung für Lehr- und Unterrichtszwecke. – Printed in Germany. Druck und Bindearbeit: Hubert & Co, Göttingen

Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier

Inhalt

Vorwort

1.  Lesekompetenz

2.  Lesesozialisation

3.  Leseinteresse, Lesemotivation und Selbstkonzept

4.  Strategisches Lesen

5.  Leseförderung im Unterricht

6.  Die Textdetektive

7.  Die Wirksamkeit der Textdetektive

8.  Die Textdetektive in der Unterrichtspraxis

9.  Kann man Lesen lernen?

Literatur

Anhang

Vorwort

In den letzten Jahren sind eine Reihe von Unterrichtsmaterialien und Trainingsprogrammen zur Förderung der Lesekompetenz veröffentlicht worden. Das hat nicht nur mit der Besorgtheit in Folge des internationalen Vergleichs PISA 2000 zu tun. Vielmehr hat die pädagogisch-psychologische Lehr-Lern-Forschung in der vergangenen Dekade vermehrt die in anderen Ländern bereits erfolgreichen Förderansätze aufgegriffen und weiterentwickelt. Viele Fördermaßnahmen zielen auf das verstehende Lesen im beginnenden Sekundarschulbereich – setzen also das flüssige Beherrschen der Schriftsprache bereits voraus. Aber auch zur Förderung der notwendigen Vorläuferkompetenzen im Vor- und Grundschulalter – wie der phonologischen Bewusstheit, des Wortschatzes und der raschen Worterkennung –, gibt es bereits in der Praxis bewährte Trainingsprogramme.

Lesen kann man lernen ist ein Buch über die Entwicklung der Lesekompetenz und über Möglichkeiten zur Förderung des kompetenten Lesens. Es wird dargestellt, welches die Bedingungen einer gelungenen Lesesozialisation sind und was Eltern und Lehrer tun können, um den Kompetenzerwerb begleitend zu unterstützen. Es wird auch auf die Bedeutsamkeit des Leseinteresses und der Lesemotivation für das Leseverhalten eingegangen. Die Kenntnis und Anwendung von Lesestrategien erleichtern das verstehende Lesen. Ein Schwerpunkt von Lesen kann man lernen liegt deshalb auf der Darstellung eines Unterrichtsprogramms zur Vermittlung von Lesestrategien in fünften und sechsten Klassen. Die Programminhalte sind auf der Grundlage kognitionspsychologischer Modelle des Textverstehens entwickelt worden. Sie zielen auf die Förderung des selbstregulierten und strategischen Lesens. Das gesamte Unterrichtsprogramm umfasst etwa 20-25 Unterrichtsstunden – ein vollständig ausgearbeitetes Lehrermanual und ein zugehöriges Schülerarbeitsheft sind inzwischen in der 2. bzw. 3. Auflage erhältlich. Im vergangenen Jahr sind zudem eine Wiederholungseinheit auf anspruchsvollerem Niveau sowie eine für schwache Leser adaptierte Programmversion fertiggestellt worden. Eine Programmversion für den Englischunterricht wird folgen.

Das Unterrichtsprogramm Wir werden Textdetektive ist erfolgreich. In den vergangenen sechs Jahren ist es kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt worden. Die wissenschaftlichen Wirksamkeitsprüfungen beziehen mittlerweile mehr als 150 Schulklassen unterschiedlicher Schularten ein. Es wurden aufwendige Untersuchungen zur allgemeinen Programmwirksamkeit, zur besonderen Wirksamkeit für Teilgruppen von Lernenden und zur Nachhaltigkeit von Effekten durchgeführt. Eine Reihe von Folgerungen für den unterrichtspraktischen Einsatz lässt sich daraus ableiten. Sie zeigen, welche optimierenden Maßnahmen möglich sind und mit welchen Hemmnissen bei der Programmdurchführung zu rechnen ist.

Ursprünglich haben Wissenschaftler – nicht Praktiker – das Unterrichtsprogramm konzipiert. Es ist aber von Anfang an auf seine Praxistauglichkeit geprüft und aufgrund der praktischen Erfahrungen der Lehrerinnen und Lehrer stetig verändert und verbessert worden. Ein sichtbares Ergebnis dieser formativen Evaluationsschritte sind die bereits erwähnten Manuale und Arbeitshefte. Auf dem Weg dorthin war es richtig und notwendig, die Wirksamkeit einzelner Programmbausteine unter kontrollierten Bedingungen wissenschaftlich zu überprüfen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse rechtfertigen es, nicht nur von einem unterrichtstauglichen, sondern auch von einem nachweislich wirksamen Förderprogramm zu sprechen. Langfristig und nachhaltig kann das Programm allerdings nur dann wirksam sein, wenn sich die Lehrerinnen und Lehrer die grundlegenden Programmprinzipien tatsächlich zu eigen machen und in geeigneter Form auch weiterhin in ihren alltäglichen Unterricht integrieren.

Nicht selten bleiben wissenschaftliche Lehr-Lern-Forschung und unterrichtliche Praxis strikt voneinander getrennt, selbst dann, wenn es sich bei der wissenschaftlichen um eine »angewandte« Fragestellung handelt, die sich direkt auf das unterrichtliche Geschehen bezieht. Beiträge in Fachzeitschriften und fachwissenschaftlichen Büchern spiegeln den wissenschaftlichen Ertrag dieser Forschung – für die zu den Textdetektiven verfassten Forschungsarbeiten findet sich eine Auflistung im Anhang dieses Buches. Damit die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten auch praktische Relevanz gewinnen und in den Unterricht »zurückfließen«, müssen sie transformiert und adaptiert, vor allem aber zunächst einmal kommuniziert werden. Mit dem hier vorgelegten Band wird in diesem Sinne ein Versuch unternommen.

Das Buch richtet sich an alle, die sich für Leseförderung interessieren und die damit zu tun haben. Denn Leseförderung geht uns alle an und ihr Gelingen ist für jeden Einzelnen von uns von Bedeutung. Wer nicht gut lesen kann, wird schulische und berufliche Anforderungen nur schwer bewältigen können. Klaus Ring, der langjährige Geschäftsführer der Stiftung Lesen, hat das ganz pragmatisch so formuliert: »Leseförderung ist die preiswerteste Zukunftsinvestition für Individuen, Wirtschaft und Gesellschaft.«

Das Unterrichtsprogramm Wir werden Textdetektive wurde zusammen mit Elmar Souvignier und Judith Mokhlesgerami an der Universität Frankfurt/Main entwickelt. Es baut auf einem von Stephanie Schreblowski (Universität Göttingen) für den Einsatz in Kleingruppen konzipierten Strategietraining auf. Die wissenschaftlichen Studien zur Evaluation der Programmwirksamkeit wurden mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (GO 965/1-1 und GO 965/2-1) durchgeführt. Faye Antoniou, Judith Mokhlesgerami, Katja Rühl und Isabel Trenk-Hinterberger waren als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in diesen Forschungsprojekten tätig. Elmar Souvignier hat Leitungsfunktionen wahrgenommen, nachdem ich mich wegen Übernahme anderer Verpflichtungen weitgehend aus der Projektarbeit zurückgezogen hatte. Ohne ihn und die genannten Mitarbeiterinnen wären die Erkenntnisse, über die im Folgenden berichtet wird, nicht erzielt worden. Mein Dank gilt auch den Lehrerinnen und Lehrern, die bereit waren, das Unterrichtsprogramm zu erproben.

Bei der Fertigstellung dieses Manuskripts wurde ich durch hilfreiche Kommentare unterstützt. Dafür bedanke ich mich bei Daniel Nix, Cornelia Rosebrock, Elmar Souvignier und Isabel Trenk-Hinterberger.

Frankfurt, im Dezember 2006

Andreas Gold

1. Lesekompetenz

Worum geht es?

Um einen Teilbereich der sprachlichen Kompetenz, nämlich die Fähigkeit, Schriftliches zu verstehen und zu nutzen. Dass über Lesekompetenz und Leseförderung derzeit auch außerhalb der Fachöffentlichkeit so viel gesprochen und geschrieben wird, hat mit der Rezeption der großen internationalen Vergleichsstudien wie PISA (Programme for International Student Assessment), IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) oder DESI (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) zu tun, genauer: mit dem unerwartet schwachen Abschneiden der deutschen Schulen in diesen Vergleichsstudien. Aus lernpsychologischer Sicht wirken beim kompetenten Lesen zwei kognitive Prozesse des Textverstehens zielführend zusammen: das Entschlüsseln und Nutzen der im Text selbst enthaltenen Informationen und das Verknüpfen dieser Informationen mit dem individuell bereits vorhanden Wissen. Das Besondere ist: Die Qualität dieser beiden Prozesse lässt sich durch geeignete Maßnahmen förderlich beeinflussen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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