Gut beraten: Persönliche Notizen einer Beraterin - Marianne Grobner - ebook

Gut beraten: Persönliche Notizen einer Beraterin ebook

Marianne Grobner

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Was zeichnet gute Beratung aus? Wie „tickt" die Beraterbranche? Und worauf sollten Berater achten, um Projekte erfolgreich zu bewältigen und auf dem stark umkämpften Markt zu überleben? Marianne Grobner gibt in diesem Buch wertvolle und unverfälschte Einblicke in ihr Leben als Beraterin. In 71 persönlichen Notizen teilt sie offen ihre Erfahrung aus über 30 Jahren Beraterinnendasein. „Gut beraten" ist ein ganz persönliches Buch. Es bietet einen ehrlichen und unverblümten Blick hinter die Kulissen. Die Autorin hat darin 71 als Notizen formulierte Empfehlungen aus ihrem umfassenden Erfahrungsschatz zusammengestellt. Sie gliedern sich in sechs Themenbereiche: Unter der Überschrift „Berater sein" finden sich u.a. Impulse dazu, wie wichtig es ist, als Berater neugierig zu bleiben und immer weiter zu lernen, keine Projekte zu übernehmen, die den eigenen Werten entgegenlaufen, und ein kluges eigenes Wissensmanagement zu betreiben. Die meisten Berater sind selbständig bzw. freiberuflich tätig. Dies bringt besondere Herausforderungen mit sich: Im Abschnitt „Unternehmer sein" erläutert Marianne Grobner, warum die ersten zehn Kunden die größte Hürde sind, wie weit man sich von Stammkunden abhängig machen darf und wann es notwendig ist, einen Kunden loszulassen. Es folgen Notizen zu den Themenbereichen „Kunden dienen", „Gut beraten", „Gut zusammenarbeiten" und „Sinnvolles tun". Das Werk richtet sich an alle, die sich professionell mit Beratung beschäftigen: Man entdeckt darin eine Fülle wertvoller Hinweise dazu, was erfolgreiche Beratung ausmacht, und Impulse, die auch erfahrene Kollegen und Beratungskunden zur Reflexion anregen.

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Liczba stron: 68

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Gut beraten

Persönliche Notizen einer Beraterin

Marianne Grobner

Kreutzfeldt digital

Dieses Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Werkes darf – auch nicht auszugsweise – in irgendeiner Form oder durch irgendein Verfahren genutzt, reproduziert oder durch Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, vervielfältigt, übersetzt oder in irgendeiner Form verbreitet werden. Jede Verwertung in den genannten oder in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf deshalb der vorhergehenden schriftlichen Einwilligung der Autorin sowie des Verlags. Es wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen. Eine Haftung der Autorin oder des Verlags ist ausgeschlossen.

Besuchen Sie uns im Internet: www.kreutzfeldt-digital.de

Wegen stilistischer Klarheit und leichterer Lesbarkeit wurde im Text auf die sprachliche Verwendung jeweils beider Geschlechtsformen verzichtet: Die Verwendung der männlichen Form, zum Beispiel bei „Berater“ oder der weiblichen Form bei „Führungskraft“ gilt inhaltlich jeweils gleichermaßen für Frauen und Männer.

ISBN 978-3-86623-576-2

© 2016 Kreutzfeldt digital, Hamburg

Umschlaggestaltung und Layout: Martin Caldonazzi

Alle Rechte vorbehalten.

Herzlichen Dank an alle, die mich an ihrer Erfahrung teilhaben ließen oder mich mit ihrem Feedback weitergebracht haben, vor allem

Alois Saurugg, Ernst Schwald, Jakob Edinger Alfried Längle, Johann Haunschmid, Gaby Moskau, Gerd Müller, Manfred Schwarz, Helmut Promberger, Rudolf Potocnik, Heli Putz, Alois Federsel, Andrea Kaiser, Walter Wintersteiger, Rolf Stiefel, Manfred Rein († 2016), Toni Mathis, Sergio de Maddalena, Jürgen Baumann, Martin Caldonazzi, Hildegard Gstach, Franz Walser, Max Feigenwinter, Nina Kreutzfeldt.

Alle Notizen auf einen Blick

I   BERATER SEIN

  1 Neugierig bleiben und lernen, lernen, lernen

  2 Hingabe statt Hergabe für Projekte

  3 Achten, was mir wertvoll ist

  4 Respekt voreinander

  5 Hier und jetzt! – Präsenz

  6 Resonanzkörper sein

  7 Für mein Wohlbefinden sorgen

  8 An Herausforderungen wachsen 7c

  9 Streben nach Exzellenz

10 Über den Tellerrand von Psychologie und „Soft Skills“ schauen

11 Offenheit gegenüber neuen Technologien

12 Wissensmanagement betreiben

13 Scheitern, reflektieren und daraus lernen!

14 Kundenorientierung hat ihre Grenzen

15 Der Körper hat das letzte Wort

16 Demütig bleiben

17 Erkennen, wenn es Zeit ist aufzuhören

II   UNTERNEHMER SEIN

18 Ich muss davon leben können

19 Die ersten zehn Kunden sind am schwersten zu bekommen

20 Ich bin keine Tagelöhnerin

21 Die eigene Kompetenz richtig einschätzen

22 Hub or Spoke?

23 Ich bin so gut wie mein letztes Projekt

24 Kunden spüren, ob ich kann und ob ich will

25 Nie mehr als 25% pro Kunde

26 Jedes Jahr mindestens fünf Neukunden und Spontanes

27 Vorausschauend planen

28 Keine voreiligen Zusagen

29 Wie viel Einsatz tut mir gut? Und wo?

30 Rechtzeitig loslassen

31 Unaufdringlich mit Kompetenz sichtbar bleiben

III   KUNDEN DIENEN

32 Klarheit: Wer ist mein Kunde?

33 Keine Beratung ohne Auftrag

34 Was nützt es dem Kunden?

35 Die Sprache des Kunden verstehen

36 Wer will was von wem?

37 Es gibt triftige Gründe, warum der Kunde so ist wie er ist

38 Kontakte pflegen – auch über den Auftrag hinaus

39 Don’t shit where you eat

IV   GUT BERATEN

40 Erfolg beginnt beim Erstgespräch

41 Auf die Intuition hören

42 Kontakt und Beziehung

43 Fragen statt sagen

44 Stellung beziehen statt Schein-Neutralität

45 Katalysator sein

46 Entwicklung beginnt im Topmanagement

47 Projekte nur im Einklang mit der Unternehmensleitung

48 Führung einfordern

49 Vorsicht vor „Allheilmethoden“

50 Prozess vor Plan

51 Schrittweise bauen: Ziegel statt Pläne für Hochhäuser

52 Betroffene einbinden

53 Angemessen verstören

54 Lieber mit Simultanübersetzung als in schlechtem Englisch

55 Vorsicht vor Vervielfältigung und Routine!

V   GUT ZUSAMMENARBEITEN

56 Vorsicht vor dem Second Guide Effect

57 Fairness unter Partnern

58 Teilen ist das neue Haben

59 Gezielte Auswahl von Partnern

60 Auf Augenhöhe?

61 Firmengründung mit Freunden?

62 Klare Geschäfte unter Partnern

63 Gleichgewicht von Geben und Nehmen

64 Verlässlichkeit und Disziplin

65 50/50-Partnerschaften scheitern fast immer

66 Glacéhandschuhe ausziehen: Klare Sprache unter Partnern

67 Sind Berater „Weltverbesserer“?

68 Abschied mit Anstand

69 TROTZDEM vertrauen

VI   SINNVOLLES TUN

70 Gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen?

71 Ein sinnvoller Beruf

Nachwort

IBERATER SEIN

1   Neugierig bleiben und lernen, lernen, lernen

Lernen und persönliche Entwicklung sind für uns Berater die lebensnotwendige berufliche Nahrung, unser vielleicht wichtigstes „Lebensmittel“. Ich kann mich nicht auf dem ausruhen, was ich irgendwann in einer Ausbildung gelernt habe. Das erfordert von mir eine Haltung von Offenheit und die Bereitschaft, mich immer wieder auf Neues einzulassen und Lernende zu sein. Als Anfängerin mache ich Fehler, muss ich üben und bin ich offensichtlich schwächer als andere. Ich kann mich sogar lächerlich machen. Dieses Bekenntnis zur eigenen Begrenztheit ist Voraussetzung für meine Weiterentwicklung. Wer aus Angst, sich zu blamieren, aufhört zu lernen und immer nur am Alten festhält, ist innerhalb von wenigen Jahren „weg vom Fenster“.

Lernen heißt nicht nur, mein Wissen zu erweitern. Auch meine Fähigkeit, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, zu kommunizieren, zu arbeiten, möchte ich ständig entwickeln. Mein Wissen und mein Herz ständig weiterzubilden, das bedeutet Lernen für mich.

2Hingabe statt Hergabe für Projekte

Einer meiner wichtigen Lehrer, der Existenzanalytiker Alfried Längle, hat es auf den Punkt gebracht: Hergabe oder Hingabe?

Man kann sich für etwas hergeben: Für eine Arbeit, die mir und meinen Fähigkeiten nicht entspricht. Für einen Auftrag, bei dem ich von Anfang an merke: Der langweilt mich. Für ein Projekt, das von vornherein als „Mission impossible“ einzustufen ist. Die Gründe, warum man so etwas macht: Pflichtbewusstsein, Sicherheitsbedürfnis oder einfach finanzielle Not. Solche Aufgaben kosten unheimlich viel Energie, und meist ist man auch nicht gut dabei.

Ich sollte mich also fragen: Was macht eine Aufgabe für mich reizvoll? Welche Faktoren müssen stimmen? Wann beginnen meine Augen zu leuchten und wobei vergeht mir die Zeit wie im Flug? So finde ich die Projekte, zu denen ich innerlich „Ja“ sagen kann, an denen ich mit Hingabe arbeite und bei denen ich dann auch gut bin. Dass ich dafür dann sogar noch Geld bekomme, empfinde ich fast als Geschenk. Doch auch wenn das Honorar noch so reizvoll ist: Es darf kein Grund sein, einen unstimmigen Auftrag anzunehmen.

3Achten, was mir wertvoll ist

Manchmal merke ich im Erstgespräch oder in den ersten Stunden der Zusammenarbeit: Mit diesem Kunden oder mit diesem Unternehmen habe ich persönlich Schwierigkeiten. Das kann am Geschäftsmodell liegen, das vielleicht „Unterstützung beim Steuerbetrug“ lautet, oder am erzeugten Produkt (z.B. Waffen). Es kann aber auch die gelebte Unternehmenskultur sein, die mir Bauchschmerzen bereitet: Wenn das Topmanagement bewusst im ganzen Unternehmen eine Angstkultur erzeugt, wenn menschenverachtende Arbeitsbedingungen herrschen oder Mitarbeiter Druck bekommen, Kunden zu betrügen.

Natürlich arbeite auch ich nicht in „Heile-Welt-Firmen“. Doch ein Projekt muss mir die Chance geben, Werte zu verwirklichen, die mir wichtig sind. Hat also das Topmanagement zum Beispiel den spürbaren Willen, eine vorhandene Angstkultur in Richtung einer Vertrauenskultur zu verändern, so begleite ich diesen Prozess gerne. Ist aber im Grundsatz ein starker Widerspruch zwischen meinen Wertvorstellungen und denen des Unternehmens spürbar, so heißt es manchmal auch, auf einen Auftrag zu verzichten. Dafür gebe ich mich nicht her. Mich und meine Werte zu verleumden kostet mich zu viel Energie, und ich bin dann auch nicht gut. Ich will mir selbst treu bleiben.

4Respekt voreinander

Respekt ist meiner Meinung nach nicht nur eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Beratung und eine gute Zusammenarbeit. Er ist aus meiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Denn nur mit einer Grundhaltung der Wertschätzung kann Zusammenarbeit funktionieren und gegenseitige Unterstützung nachhaltig wirken. Dazu zähle ich vor allem einen entsprechenden Umgangston und die Einhaltung von Basics der Höflichkeit, die gute Kinderstube (bitten – danken – grüßen – in die Augen sehen – ausreden lassen – pünktlich sein). Eine Beziehung ist respektvoll, wenn keiner auf den anderen herabsieht und Angst auslöst. Ein Vorgesetzter, der regelmäßig zu den Sitzungen zu spät kommt, um dann sein Tablet auszupacken und neben den Präsentationen der Mitarbeiter Mails zu bearbeiten, verhält sich respektlos und herablassend. Das Gleiche gilt, wenn er sie verbal „niedermacht“. Keine noch so „mächtige“ Funktion rechtfertigt so ein Verhalten.