Die Angst vor Jakob - Elisabeth Jupiter - ebook

Die Angst vor Jakob ebook

Elisabeth Jupiter

0,0

Opis

Wie geht man damit um, verlassen zu werden? Wie mit der Angst um liebe Menschen? Wie mit der Angst vor dem Tod? Und wie mit sich selbst? Ein Maler, der nicht mehr zärtlich sein kann, ein Geschäftsmann, den es beinahe bildlich zwischen seiner Frau und seiner Geliebten zerreißt, eine junge Studentin, die sich hinter Make-up und Mode versteckt oder ein Ehepaar, das aneinander vorbeilebt und sich belügt: Empathisch erzählt die Therapeutin von Begegnungen in ihrer Praxis, lässt den Leser teilhaben an ihren eigenen Assoziationen und Empfindungen und an der Entwicklung von Lösungen. Es sind berührende Geschichten, direkt aus dem Leben gegriffen. In den acht bewegenden Geschichten der erfahrenen Psychotherapeutin Elisabeth Jupiter geht es stets um das Wichtigste im Leben eines Menschen: um die Liebe, um den Tod, um das Überleben - und immer wieder um das Ich, das in jeder der Geschichten gesucht, bisweilen auch gefunden wird.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 137

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
Oceny
0,0
0
0
0
0
0



Elisabeth Jupiter

Die Angst vor Jakob

Copyright © 2012 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Umschlagabbildung: © Zoonar/P Stryjewski Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5110-2 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

Elisabeth Jupiter

Die Angst vor Jakob

Psychotherapeutische Geschichten

Picus Verlag Wien

Für Tamara

Vorwort

Ich liebe es, Psychotherapeutin zu sein!

Warum?

Weil ich die Menschen liebe, ihre Ausdrucksformen, die eine solche Mannigfaltigkeit haben, dass sie meine manchmal schlummernde Kreativität zu Höchstleistungen animiert.

Daher ist dies der Platz, mich bei allen meinen Patienten, mit denen ich in den letzten Jahrzehnten viele Stunden verbracht habe, zu bedanken. Ich spreche übrigens immer von Patienten und nicht von Klienten, und das aus mehreren Gründen.

Erstens hieß es historisch natürlich immer Patient, da die ersten Psychotherapeuten und Psychoanalytiker auch Ärzte waren.

Zweitens erhalten die meisten Patienten eine Rückvergütung durch die Krankenkassen, die aber nur erfolgen kann, wenn eine krankheitswertige Störung vorliegt, also eine Einstufung in den ICD10 (die internationale Klassifikation psychischer Störungen) möglich ist.

Drittens waren meine italienisch oder französisch sprechenden Patienten böse, als ich sie als Klienten bezeichnete, denn sie meinten, sie seien ja bei mir nicht bei einem Anwalt und in den romanischen Sprachen sei es absolut notwendig, Patient und nicht Klient zu sagen.

Mit dem Aufkommen der freien Psychiatrie und dem Verschwimmen der Grenzen zwischen gesund und krank und vor allem dem Beginn der Kurzzeittherapien im deutschsprachigen Raum galt es als politisch korrekt, die Menschen, die psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nahmen, Klienten zu nennen, um sie nicht zu pathologisieren. Von diesem Gesichtspunkt ist man mittlerweile abgerückt, weil die gesellschaftliche Akzeptanz psychischer Erkrankungen enorm gestiegen ist.

So ist es nun unter Kollegen üblich, von Patienten zu sprechen, und meiner Erfahrung nach hat sich auch nie ein Patient über diese Bezeichnung beschwert.

Es versteht sich von selbst, dass bei den folgenden Geschichten Namen, Alter, Orte und Begebenheiten so verändert wurden, dass bei keinem Patienten die Schweigepflicht verletzt wurde.

Warum liebe ich die Psychotherapie noch?

Weil mir dieser Beruf ein Leben mit ethischen Werten ermöglicht hat. Weil er es mir erlaubt, in den Spiegel zu schauen und zu wissen, dass durch meine Tätigkeit kein Mensch ausgebeutet worden ist und keinem Menschen Schaden entstanden ist. Ein gutes, ein sehr gutes Gefühl!

Weil ich in den vielen Jahren sehr oft erleben konnte, dass Menschen sich verändern, dass sie ihr Leiden minimieren können, ihre Verhaltensweisen korrigieren und ihr Lebensgefühl nachhaltig verbessern.

Vor allem wegen der unbewussten Anteile in unserem Denken, Fühlen und Handeln. Das erste wichtige Buch in meinem Leben war »Zur Psychopathologie des Alltagslebens« von Freud. Der Klassiker schlechthin, der so wunderbare Erklärungen bietet, wie sich das Unbewusste seinen Weg bahnt.

Weil uns die Psychotherapie erlaubt, neue Kommunikationsmuster zu entwickeln. Keine leeren Worthülsen mehr zu verwenden, etwas, das in der Psychotherapiesituation eben nicht möglich ist, und somit einen sprachlichen Lernvorgang zu erleben. Während einer Psychotherapie zählt jedes Wort, gesprochen oder gedacht, jede Bewegung, jeder mimische Ausdruck, jedes Kleidungsstück. Hier zählt das Ganze. Der Mensch in seiner Gesamtheit, die wunderbar ist. Die Gedanken, die Worte und die unbewussten Inhalte sind spannend, vom ersten Augenblick bis zur Verabschiedung.

Weil ich immer noch neugierig bin, sehr angenehm neugierig, wer vor der Tür stehen wird, wenn eine Patientin oder ein Patient das erste Mal läutet. Die Vielfalt einer Person, wie sie sich in einer Psychotherapie offenbart, ist für mich das einzig wahre Wunder der Natur. Da pfeif ich auf den Rest des Universums.

Weil es keine eindimensionalen Menschen gibt, sondern jeder in sich eine Ambiguität hat, die spannend ist – manchmal eben zu spannend, verspannend, anspannend –, und es eine schöne Aufgabe für mich als Psychotherapeutin darstellt, die Menschen auf dem Weg zu begleiten, damit sie in ihrer Reifung genau diese Ambiguität zu schätzen lernen und in kreatives Potenzial umformen.

Libido und Todestrieb, Eros und Thanatos … darum geht es immer und das sind doch wohl die wichtigsten Gottheiten!

Und schließlich liebe ich es, Psychotherapeutin zu sein, weil ich mir alle Geschichten, die mir Menschen erzählen, alles, was Patienten mir sagen, gern merke, sie in meinem Gedächtnis bleiben, egal wie viele Jahre auch vergangen sind. So geschah es auch mit der Geschichte von Walter, der vor etwa dreißig Jahren meine Praxis aufsuchte und mit der ich nun beginnen will.

Herz mit Narben

Walter S.

Es kommt in meiner Praxis relativ selten vor, dass sich Männer allein zur Therapie anmelden. Oft rufen die Frauen im Vorfeld an, um ihre Partner anzumelden, oder sie selbst beginnen eine Einzeltherapie, bis sich herausstellt, dass da ohne Mann nichts zu machen ist. In einigen Fällen war es dann auch so, dass die Frauen zwei oder drei Sitzungen absolvierten, dann die Männer dazukamen und eine fruchtbare Paartherapie entstand. Oder auch umgekehrt, dass die Therapie als Paartherapie begann und dann in Einzeltherapien überging. Ich bin systemische Familientherapeutin; da ist so etwas möglich. Denn die Systemiker gehen davon aus, dass jedes System, also auch ein Familiensystem, dazu neigt, sich selbst am Leben zu erhalten. Das bedeutet also, dass, wenn sich ein Teil des Systems ändert, die anderen Teile mitziehen müssen, damit das System als Ganzes bestehen bleibt. Für Familiensysteme eine naheliegende Überlegung, obwohl ich sagen muss, dass der manchmal häufige Wechsel von Einzel- zu Paartherapie und umgekehrt ein derartiger Drahtseilakt ist, dass ich mir mitunter wünsche, ich wäre Psychoanalytikerin. Da käme so etwas auf keinen Fall infrage.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!