Der Tod in Venedig. Königs Erläuterungen. - Wilhelm Große - ebook

Der Tod in Venedig. Königs Erläuterungen. ebook

Wilhelm Große

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Opis

Königs Erläuterung zu Thomas Mann: Der Tod in Venedig - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download ... sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. ... und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. ... mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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Liczba stron: 137




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 47

Textanalyse und Interpretation zu

Thomas Mann

DER TOD IN VENEDIG

Wilhelm Große

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Mann, Thomas: Der Tod in Venedig und andere Erzählungen. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, Bd. 54, 602004.

Über den Autor dieser Erläuterung: Dr. Wilhelm Große: Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik an der Ruhr-Universität Bochum; Tätigkeit im Schuldienst, in der Lehrerausbildung und -fortbildung; Lehrbeauftragter an der Trierer Universität im Bereich Literaturdidaktik; zahlreiche Publikationen zur deutschsprachigen Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert; literaturdidaktische Beiträge.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

2. Auflage 2014

ISBN 978-3-8044-6987-7

© 2002, 2012 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Strandszene aus dem Film Der Tod in Venedig, IT/FR 1971© Cinetext

Hinweise zur Bedienung

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis ist vollständig mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft. Tippen Sie auf einen Eintrag und Sie gelangen zum entsprechenden Inhalt.

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Thomas Mann: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Weltpolitik

Wirtschaft und Gesellschaft

Naturwissenschaft und Technik

Kunst, Literatur, Philosophie und Musik

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalysen und -interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Aschenbachs Reiselust wird durch einen Fremden geweckt, auf den er bei einem Spaziergang in München aufmerksam wird (Erstes Kapitel)

Informationen über Leben und Werk des Schriftstellers Aschenbach (Zweites Kapitel)

Aschenbach reist nach Venedig, Begegnung mit dem Knaben Tadzio, den er fortan beobachtet (Drittes Kapitel)

Aschenbach gesteht sich ein, dass er Tadzio liebt (Viertes Kapitel)

In Venedig bricht die Cholera aus, Aschenbach bleibt um Tadzios willen und stirbt am Strand (Fünftes Kapitel)

3.3 Aufbau

Die Grundstruktur der Handlung

Leitmotiv- und Verweisungstechnik

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Der Künstler und sein Medium

Das Dionysische und Apollinische in Aschenbach

Die Todesboten

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

3.7 Interpretationsansätze

Thomas Manns Äußerungen zu seiner Novelle

Interpretation der einzelnen Kapitel

Das erste Kapitel

Das zweite Kapitel

Das dritte Kapitel

Das vierte Kapitel

Das fünfte Kapitel

4. Rezeptionsgeschichte

5. Materialien

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 *

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 ***

Literatur

Zitierte Ausgabe

Werkausgaben

Kommentare

Biografisches zu Thomas Mann

Zum Gesamtwerk Thomas Manns

Zu Der Tod in Venedig:

Verfilmung

Verfilmung des Lebens der Familie Mann

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel geben wir einen tabellarischen Überblick über Thomas Manns Leben und stellen den zeitgeschichtlichen Hintergrund dar:

Thomas Mann lebte von 1875 bis 1955. Geboren in Lübeck, hielt er sich dort, dann auch in München und, bedingt durch die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, in den USA auf. 1952 kehrte er nach Europa zurück und siedelte in die Schweiz.

Der Tod in Venedig erschien 1912.

Der zeitgeschichtliche Hintergrund ist für das Leben und für das Verständnis des Werkes von Thomas Mann ausgesprochen wichtig, darum geben wir in einem weiteren Teil eine Übersicht über wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse und über einige jener Werke von Thomas Mann, die er im Umkreis von Der Tod in Venedig verfasste (Königliche Hoheit, der Beginn der Arbeiten an Felix Krull, Der Zauberberg und Betrachtung eines Unpolitischen).

Im 3. Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation der Erzählung.

Der Tod in Venedig – Entstehung und Quellen:

Zunächst geben wir anhand von Äußerungen Thomas Manns einen Einblick in die Entstehungsgeschichte. So wird deutlich, wie stark Der Tod in VenedigErlebnisse des Autors verarbeitet (Tod Gustav Mahlers, Begegnung mit Wladyslaw Baron Moes, Ferien der Familie Mann in Venedig).

Inhalt:

Gustav Aschenbach, ein dem klassizistischen Maß und dem bürgerlichen Leistungsethos verpflichteter Schriftsteller, der seit seinem 50. Geburtstag geadelt ist, wird bei einem Spaziergang am Münchener Nordfriedhof auf einen Mann aufmerksam, der in ihm eine plötzliche Reiselust weckt. Er folgt dieser Verlockung und setzt sich nach Venedig ab. In seinem Strandhotel auf dem Lido erregt ein schöner Knabe seine Aufmerksamkeit. Gleichwohl versucht er, sich von dieser auch erotisch getönten Lust loszureißen, doch der Versuch einer Abreise misslingt. In seiner sehnsüchtigen Liebe zu dem Knaben Tadzio lässt er sich immer mehr gehen. In Venedig bricht die Cholera aus. Während Aschenbach sterbend am Strand zusammensinkt, glaubt er Tadzio zu sehen, „als ob der bleiche und liebliche Psychagog dort draußen ihm lächle, ihm winke; […] voranschwebe ins Verheißungsvoll-Ungeheure“ (S. 87).

Chronologie und Schauplätze:

Die Handlung erstreckt sich über wenige Wochen. Hauptschauplätze sind München und vor allem dann Venedig.

Personen:

Die Hauptpersonen sind

Gustav Aschenbach:

geadelter Schriftsteller

Vertreter des literarischen Klassizismus

Tadzio:

junger Knabe

Ziel der nicht eingestandenen homoerotischen Sehnsucht Aschenbachs

Alle weiteren Personen sind diesen beiden Hauptfiguren funktional zugeordnet. Vor allem sind es

Personifikationen des Todes:

der Fremde am Nordfriedhof in München

der Schiffszahlmeister

der alte Geck

der Gondoliere

der Buffo

der Liftführer

der Friseur

Stil und Sprache Manns:

Prägend für den Stil ist vor allem die Ironie. Die Erzählhaltung und ihren ironischen Unterton bestimmt im Wesentlichen, dass die Erzählperspektive immer wieder wechselt und den Leser oft klüger sein lässt als Aschenbach, der somit auf eine ironische Distanz gerückt wird.

Interpretationsansätze:

Bei der Betrachtung von Thomas Manns Äußerungen zu seiner Novelle stechen folgende Aspekte heraus:

Als Tragödie angelegt, behandelt die Novelle das Problem der Künstlerwürde im parodistischen Stil und verwehrt sich so gegen eine Gleichsetzung der Figur Aschenbach mit dem Schriftsteller Mann.

Der Tod in Venedig ist die Auseinandersetzung mit der Dekadenz als zeitgenössischem Phänomen und als Vorbote des Faschismus.

Die sich anschließende Interpretation der einzelnen Kapitel legt den Schwerpunkt vor allem auf die mythologischen Anspielungen in der Novelle.

2. Thomas Mann: Leben und Werk

Thomas Mann (1875–1955)© ullstein bild – Imagno

2.1 Biografie

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

1875

Lübeck

Am 6. Juni wird Thomas Mann als zweiter Sohn des Kaufmanns und niederländischen Konsuls Johann Heinrich Mann und seiner Frau Julia, geb. da Silva-Bruhns, in Lübeck geboren.

1877

Der Vater von Thomas Mann wird in den Lübecker Senat gewählt.

2

1882

Besuch einer Lübecker Privatschule

7

1889

Besuch des Realgymnasiums

14

1891

Der Vater von Thomas Mann stirbt.

16

1893

München

Die Mutter zieht mit den drei jüngsten Kindern nach München.

18

1894

Lübeck München

Beendigung der Schule; Volontariat in der ‚Süddeutschen Feuerversicherungsbank‘; heimliche Niederschrift der Novelle Gefallen während der Arbeitszeit; Kündigung; Gasthörer an der Technischen Hochschule München

19

1896

Italien

Italienaufenthalt

21

1897

Beginn der Niederschrift von Buddenbrooks

22

1898

München

Rückkehr nach München; erste Buchveröffentlichung Der kleine Herr Friedemann; Lektor und Korrektor beim ‚Simplicissimus‘

23

1900

Abschluss der Arbeit an Buddenbrooks; Militärdienst bis zur Entlassung wegen Dienstuntauglichkeit

25

1901

Buddenbrooks erscheint.

26

1902

Gladius dei

27

1903

Tonio Kröger, Tristan, Das Wunderkind

28

1905

Heirat mit Katharina (Katja) Pringsheim; Geburt der Tochter Erika

30

1906

Fiorenza; Geburt des Sohnes Klaus

31

1909

Königliche Hoheit; Das Eisenbahnunglück; Beginn der Arbeit am Felix; Sohn Golo geboren

34

1910

Bekanntschaft mit Gustav Mahler; Geburt der Tochter Monika

35

1911

Italien

Tod Gustav Mahlers; Aufenthalt auf dem Lido bei Venedig

36

1912

München

Der Tod in Venedig erscheint.

37

1913

Beginn der Arbeit am Zauberberg

38

1918

Betrachtungen eines Unpolitischen; Tochter Elisabeth geboren

43

1919

Sohn Michael geboren

44

1922

Von deutscher Republik; Aussöhnung mit Heinrich Mann

47

1923

Tod der Mutter

48

1924

Der Zauberberg erscheint.

49

1925

Beginn der Arbeit an Joseph und seine Brüder

50

1929

Nobelpreis für Literatur

54

1930

Mario und der Zauberer; Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft

55

1932

Goethe als Repräsentant des bürgerlichen Zeitalters. Rede zum 100. Todestag Goethes

57

1933

Schweiz

11. Febr. Abreise nach Holland, Beginn der Emigration, Aufenthalt in der Schweiz, an der französischen Riviera, Niederlassung in Küsnacht bei Zürich, Ablehnung des Beitritts

58

zur Reichsschrifttumskammer; Die Geschichten Jaakobs, Joseph und seine Brüder. Der erste Roman

1934

USA

Erste Reise in die Vereinigten Staaten

59

1935

USA

Zweite Reise in die USA; Ehrendoktorwürde der Harvard-University

60

1936

Deutschland

Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit; Aberkennung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn

61

1937

USA

Dritte Reise in die USA

62

1938

Zweite Emigration über Paris und Boulogne in die Vereinigten Staaten; Professur in Princeton

63

1939

Bruder Hitler; Lotte in Weimar

64

1940

Umzug nach Kalifornien; Beginn der monatlichen Radiosendungen ‚Deutsche Hörer!‘ (bis 1945); Dievertauschten Köpfe

65

1943

Abschluss der Arbeit an Joseph und seine Brüder

68

1944

Das Gesetz; Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft

69

1945

Deutschland und die Deutschen

70

1947

Doktor Faustus

72

1949

Frankfurt am Main; Weimar

Die Entstehung des Doktor Faustus. Roman eines Romans; Ansprache im Goethejahr 1949 in Frankfurt; Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt; Ansprache in Weimar, Verleihung des Goethe-Preises, Ehrenbürgerrecht der Stadt Weimar; Freitod des Sohnes Klaus

74

1950

USA

Tod des Bruders Heinrich

75

1951

Der Erwählte

76

1952

Schweiz

Rückkehr nach Europa; Übersiedlung in die Schweiz

77

1953

Die Betrogene

78

1954

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

79

1955

Lübeck; Zürich

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Die folgende Tabelle umfasst historische Daten aus Weltpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Naturwissenschaft, Technik, Kunst, Literatur, Philosophie und Musik der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Weltpolitik

1899

Haager Friedenskonferenz über die friedliche Belegung internationaler Konflikte; Burenkrieg

1900

Niederschlagung des ‚Boxer-Aufstandes‘ in China durch die europäischen Großmächte; zweites Flottengesetz des Deutschen Reichstages

1901

Scheitern der deutsch-britischen Bündnisverhandlungen

1905

Erste Marokkokrise

1911

Revolution in China und Sturz der Monarchie; Zweite Marokkokrise

1912

Scheitern der deutsch-britischen Flottengespräche

1914

Beginn des Ersten Weltkrieges

1917

Russische Revolution; Kriegseintritt der USA

1918

Frieden von Bresk-Litowsk zwischen der Sowjetunion und den Mittelmächten; Revolution in Deutschland; Waffenstillstand; Bürgerkrieg in der Sowjetunion

1922

Vertrag von Rapallo zwischen Deutschland und der Sowjetunion; ‚Marsch auf Rom‘; italienische Faschisten unter Mussolini bilden die Regierung

1923

Ruhrbesetzung durch Frankreich (Räumung 1925 beendet); Hitler-Ludendorff-Putschversuch in München

1924

Tod Lenins und Aufstieg Stalins zur Alleinherrschaft

1932

Internationale Abrüstungskonferenz in Genf; Konferenz in Lausanne beschließt Ende der Reparationen

1933

Ernennung Hitlers zum Reichskanzler

Wirtschaft und Gesellschaft

1900

Bürgerliches Gesetzbuch tritt in Kraft; Eröffnung der Métro in Paris

1901

Frauenstudium in Baden zugelassen

1911

Einführung der Angestelltenversicherung in Deutschland

1912

Treffen der Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner; Einführung des Fließbandes bei Ford

1918

Achtstundentag in Deutschland; Wahlrecht für Frauen im Deutschen Reich

1923

Inflation und Währungsreform

1927

Einführung der Arbeitslosenversicherung in Deutschland

1928

Ruhreisenstreit

1932

Über sechs Millionen Arbeitslose in Deutschland

1933

Beginn der starken Emigration aus Deutschland, verursacht durch den nationalsozialistischen Terror

Naturwissenschaft und Technik

1902

Drahtlose Atlantikverbindung

1902

Erster bemannter Motorflug

1905

Albert Einsteins Relativitätstheorie

1908

Erstes deutsches Fernsprech-Ortsnetz für Selbstwähler

1911

Amundsen als Erster am Südpol; Rutherfords Atommodell

1912

Untergang der ‚Titanic‘

1923

Erste regelmäßige Rundfunksendung in Deutschland

1927

Atlantikflug von Charles Lindbergh

1928

Erste Versuchssendung des Fernsehens in Berlin

Kunst, Literatur, Philosophie und Musik

1900

Freuds Traumdeutung

1905

Gründung der Künstlervereinigung ‚Brücke‘ in Dresden

1909

Marinettis Futuristisches Manifest; Schönbergs ‚Drei Klavierstücke‘, op. 6

1910

Kandinsky malt sein erstes abstraktes Bild

1911

Gründung der Künstlervereinigung ‚Der Blaue Reiter‘ in München

1917

Gründung der Universum-Film AG (Ufa)

1918

Gründung des ‚Staatlichen Bauhauses‘ in Weimar durch Gropius

1929

Gründung des ‚Museums of Modern Art‘ in New York

1930

Eröffnung des Hauses des Rundfunks in Berlin

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

ZUSAMMENFASSUNG

Es sind vor allem Thomas Manns Werke Königliche Hoheit, Betrachtungen eines Unpolitischen und Der Zauberberg, die in die Zeit der Entstehung von Der Tod in Venedig fallen.

In dem ‚Prinzenroman‘ Königliche Hoheit, der 1909 erschien, greift Mann wieder das Thema des vornehm-überlegenen Außenseiter-Dichters auf, der seinen Platz in der Gesellschaft sucht, ohne sich trivialisieren zu müssen. Die von Tonio Kröger her bekannte Sehnsucht nach dem Gewöhnlichen ist das strukturelle Gegengewicht. Das ‚strenge Glück‘ einer Ehe, die zugleich eine Annäherung an das ‚Volk‘ sein soll, beschließt den Roman hoffnungsvoll.

Thomas Mann lässt seine Arbeit an dem begonnenen Roman Felix Krull zugunsten der Arbeit an der Novelle Der Tod in Venedig (1912) liegen.

Nach dem Tod in Venedig greift Mann zunächst den Krull wieder auf, beginnt dann aber den Zauberberg, was erst eine Erzählung werden sollte, für die er Stoff während eines Besuches seiner lungenkranken Frau in Davos gesammelt hatte. Daraus wurde ein Roman, der erst 1924 zur Veröffentlichung kam.

Auch dies ist die Geschichte einer Entbürgerlichung, nur geschieht sie diesmal nicht einem Schriftsteller, sondern einem schlichten Hamburger Bürgersohn, der bei seinem so nicht geplanten, aber immer wieder in die Länge gezogenen Sanatoriumsaufenthalt zwischen zwei ‚Erzieher‘ gerät, den kommunistischen Jesuiten Naphta einerseits, der sich an der anti-liberalen Ideologie einer gewaltsamen Veränderung der Welt zum Zweck der Herstellung eines Gottesreiches berauscht, und andererseits den fortschrittsgläubigen und liberalen Settembrini.

Noch vor Vollendung seines Zauberbergs legt Mann seinen Essay Betrachtungen eines Unpolitischen vor (1918), der – wie auch Der Zauberberg – direkte oder indirekte Reaktion auf den Ersten Weltkrieg ist.

3. Textanalyse und -interpretation 3.1 Entstehung und Quellen

ZUSAMMENFASSUNG

Der Tod in Venedig entsteht zwischen Juli 1911 bis Juli 1912.

Die Novelle erscheint in der „Neuen Rundschau“ im Oktober/November 1912.

Sie ist stark von Erlebnissen des Autors geprägt:

Tod Gustav Mahlers

Begegnung mit Wladyslaw Baron Moes

Ferien der Familie Mann in Venedig

Mit nur wenigen Unterbrechungen wurde Der Tod in Venedig vom Juli 1911 bis zum Juli des darauffolgenden Jahres niedergeschrieben. Er erschien in der Neuen Rundschau 23 (Oktober/November 1912) und zugleich in Buchform im Hyperionverlag (München). Wie bei vielen Romanen und Erzählungen Thomas Manns lassen sich jedoch erste Gedanken und Entwürfe zur Novelle schon viele Jahre früher entdecken.

Welche Wirklichkeitspartikel neben einer Reise an den Lido noch Eingang in die Novelle fanden, zählt Thomas Mann selbst auf:

„Ganz ebenso [wie im Tonio Kröger] ist im Tod von Venedig nichts erfunden: Der Wanderer am Münchener Nordfriedhof, das düstere Polesaner Schiff, der greise Geck, der verdächtige Gondoliere, Tadzio und die Seinen, die durch Gepäckverwechslung missglückte Abreise, die Cholera, der ehrliche Clerc im Reisebureau, der bösartige Bänkelsänger oder was sonst anzuführen wäre – alles war gegeben, war eigentlich nur einzustellen und erwies dabei aufs Verwunderlichste seine kompositionelle Deutungsfähigkeit.“[1]