Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society) - Nancy H. Kleinbaum - ebook

Der Club der toten Dichter (Dead Poets Society) ebook

Nancy H. Kleinbaum

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Opis

Königs Erläuterung zu Nancy H. Kleinbaum: Der Club der toten Dichter - Dead Poets Society - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download . sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. . und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. . mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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EPUB
MOBI

Liczba stron: 142




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 431

Textanalyse und Interpretation zu

Nancy H. Kleinbaum/Peter Weir

DER CLUB DER TOTEN DICHTER

(Dead Poets Society)

Stefan Munaretto

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben:Kleinbaum, Nancy H.:Der Club der toten Dichter. Aus dem Amerikanischen von Ekkehart Reinke. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 43. Auflage 2013.

Über den Autor dieser Erläuterung: Stefan Munaretto unterrichtet Deutsch, Englisch sowie Werte und Normen an einem Gymnasium in Braunschweig. Als Autor von Interpretationen und Lernhilfen zur Literatur und zum Film hat er Artikel und Bücher veröffentlicht. Er schreibt über Filme auch auf http://filme-sehen.blogspot.de/

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

1. Auflage 2016

ISBN 978-3-8044-7025-5

© 2005, 2016 by C. Bange Verlag GmbH, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelabbildung: Robin Williams als John Keating © ullstein bild – Röhnert

Hinweise zur Bedienung

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Nancy H. Kleinbaum/Peter Weir: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Ort und Zeit der Handlung

Schule und Lehrer in Film und Literatur

Individuum und Gesellschaft

Globale Kulturindustrie

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -Interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Erste Phase: Trennung (7–54)

Zweite Phase: Prüfungen (54–124)

Dritte Phase: Ankunft (124–158)

3.3 Aufbau

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Todd Anderson

Neil Perry

Knox Overstreet

Charlie Dalton

John Keating

Mr. Nolan/Mr. Perry

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

3.7 Interpretationsansätze

Geld und Karriere als Triebkräfte der Gesellschaft

Erziehung als Gewöhnung an das Realitätsprinzip

Rückkehr zur Vielfalt des Lebens

Performance und Ritual

Gesellschaftskritik und „Traumfabrik Hollywood“

4. Rezeptionsgeschichte

5. Materialien

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 *

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 ***

Literatur

Zitierte Ausgabe

Englische Ausgabe

Lernhilfen und Kommentare

Sekundärliteratur

Materialien aus dem Internet [Stand: August 2015]

DVD

1.Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet, bieten wir hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel beschreiben wir die Hintergründe des Romanprojekts und den Zusammenhang von Roman und Film:

Der Club der toten Dichter ist ein medienübergreifendes Projekt, welches herkömmliche Grenzen zwischen Kino und Literatur überschreitet. Der Roman ist ein „movie-tie in“, also eine Adaption, die auch „filmisch“ erzählt ist und sich vor allem an Zuschauer wendet, die ihren Filmgenuss durch die Lektüre vertiefen möchten.

Nancy H. Kleinbaum, die als Autorin des Romans firmiert, ist nur eines von vielen Gliedern in einer Kette von geistigen Urhebern.

Im 3. Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation.

Der Club der toten Dichter – Entstehung und Quellen:

Drehbuchautor Tom Schulman griff für sein Drehbuch auf Vorbilder und Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit zurück. Die besonders dramatischen Ereignisse sind allerdings hinzuerfunden. Während der Produktion des Films wurde das Originalskript vor allem durch den Regisseur Peter Weir und durch den Hauptdarsteller Robin Williams einigen Veränderungen unterworfen. N. H. Kleinbaum verfasste den Roman parallel zu den Dreharbeiten, immer so eng wie möglich an den Film angelehnt.

Inhalt:

In der Welton-Akademie, einem elitären Internat in Neuengland, beginnt das neue Schuljahr. Die Schüler sind einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt, denn sie sollen hier die Grundlagen für eine spätere Karriere als Anwälte, Ärzte oder Bankiers erwerben. Der Unterricht ist wenig anregend, außer bei dem neuen Englischlehrer John Keating, der selbst ein Absolvent von Welton ist. Er fordert seine Schüler leidenschaftlich dazu auf, sich als Individuen zu fühlen und ihre Träume zu verwirklichen, statt dem materiellen Erfolg nachzujagen. Eine Gruppe um den Spitzenschüler Neil Perry und seinen Freund Todd Anderson lässt sich dazu inspirieren, den legendären „Club der toten Dichter“ aus Keatings eigener Schulzeit wiederzubeleben. Man trifft sich heimlich nachts in einer Höhle und trägt in feierlicher Atmosphäre Gedichte vor. Keatings Einfluss macht sich zunehmend bemerkbar, und einige Jungen beginnen, seine Lehren in die Tat umzusetzen. Konflikte bleiben deshalb nicht lange aus. Am Ende erschießt sich Neil mit der Waffe seines Vaters, weil der ihn auf eine Militärschule schicken will. Keating wird die Schuld am Tod des Schülers zugewiesen, und er muss Welton verlassen. Als er ein letztes Mal den Klassenraum betritt, entbieten zahlreiche Schüler ihm einen „stummen Salut“, indem sie auf die Pulte steigen.

Chronologie und Schauplätze:

Der Club der toten Dichter spielt im Jahr 1958 an der Welton-Akademie, einem traditionsreichen Elite-Institut im Norden Neuenglands. Aber weder den konkreten Zeitumständen der späten fünfziger Jahre noch dem Schauplatz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die Personen:

Alle Figuren sind stark typisiert und auf wenige Eigenschaften reduziert. Die sieben Mitglieder des „Clubs“ sind wie eine Boygroup so zusammengestellt, dass sie unterschiedliche Vorlieben beim Publikum ansprechen und sich untereinander keine Konkurrenz machen, sondern als geschlossene Gruppe nach außen wirken.

Die Hauptpersonen sind

Todd Anderson

empfindsam,

von seinen Eltern vernachlässigt,

Außenseiter,

gelangt unter Keatings Einfluss zu Selbsterkenntnis und neuem Selbstbewusstsein,

am Ende ist er zu einer Führungsfigur gereift.

Neil Perry

hochbegabt,

Wunsch, sich von seinem autoritären Vater zu lösen,

Leidenschaft für das Theater,

verstrickt sich in Lügen,

mutlos und unentschlossen.

der Lehrer John Keating

verfügt über Charisma, das ihn befähigt, andere für seine Ideen zu begeistern,

befindet sich im Einklang mit sich selbst,

besitzt großes Einfühlungsvermögen,

bietet den Autoritäten unerschrocken die Stirn,

verfügt über großes rhetorisches Talent und über Humor.

Stil und Sprache:

Die geschlossene Form der Erzählung und die (abgesehen von den literarischen Zitaten) schlichte und weitgehend kunstlose, teilweise sogar hölzerne Sprache des Romans stehen eigentlich im Widerspruch zu den romantischen Idealen, die Der Club der toten Dichter propagiert. Einige Besonderheiten sind an Keatings Sprache zu beobachten. Er neigt zu Monologen und Pathos, wenn er seine Ideen mitteilt, und bevorzugt Sarkasmus, wenn er seine Gegner kritisiert.

Interpretationsansätze:

Der Club der toten Dichter

wendet sich gegen eine Sicht des Menschen und des Lebens unter rein sachlichen und ökonomischen Gesichtspunkten,

sieht die militärische Kadettenanstalt als Inbegriff einer Welt, in der alles Menschliche und alle Gefühle und auch die Kunst dem reinen Streben nach Geld und Karriere geopfert werden,

beklagt, dass Erziehung in der modernen Gesellschaft vor allem der Gewöhnung an den Gleichtakt der Gesellschaft dient,

fordert eine Wiederbesinnung auf die Vielfalt der Erfahrungsmöglichkeiten und die Fülle des Lebens,

sieht Literatur und Kunst als der wissenschaftlich-exakten Vernunft überlegen an,

glaubt, dass Literatur, vor alle jene aus der Epoche der Romantik, den Menschen wieder mit seiner wahren Natur in Einklang setzen kann,

fördert eine Rezeption von Literatur, die nicht rein an das Lesen gebunden ist, sondern wie in vergangenen Epochen in Verbindung mit Musik, Tanz und Theater Teil einer ganzheitlichen Performance ist.

2.Nancy H. Kleinbaum/Peter Weir: Leben und Werk2.1Biografie

Der Club der toten Dichter ist ein medienübergreifendes Projekt, welches herkömmliche Grenzen zwischen Kino und Literatur überschreitet. Der Roman ist ein „movie-tie in“, also eine Adaption, die auch „filmisch“ erzählt ist und sich vor allem an Zuschauer wendet, die ihren Filmgenuss durch die Lektüre vertiefen möchten. Das bekannte Foto auf dem Buchumschlag des Romans lenkt die Aufmerksamkeit auf den Film und seine Darsteller, wodurch z. B. im Bewusstsein des Lesers die Verschmelzung der Romanfigur John Keating mit ihrer Interpretation durch den Schauspieler Robin Williams bekräftigt wird. Die Wahrnehmung des Romans wird von der Bildersprache des Films gesteuert und ganz allgemein durch Erwartungen, die sich weniger aus Erfahrungen mit Literatur als vielmehr mit dem Kino speisen.

In diesem Sinne ist Nancy H. Kleinbaum, die als Autorin des Romans firmiert, auch nur eines von vielen Gliedern in einer Kette von geistigen Urhebern, und zwar ein besonders bescheidenes, das im Auftrag arbeitet und kaum Eigenes beiträgt. Während in dem Werk selbst der Autor als Inbegriff von Originalität und Inspiration gefeiert wird, ist Kleinbaum in die Arbeitszusammenhänge des Disney-Konzerns eingebunden und verfügt über sehr wenig künstlerische Freiheit. Sie überträgt während der laufenden Dreharbeiten das Skript in das Medium der Literatur. Ihr Buch basiert weitgehend auf der Kreativität anderer, zu denen auch die ausgiebig zitierten „toten Dichter“ wie z. B. Walt Whitman zählen. Man könnte sagen, dass Regisseur Weir begrenzt Kontrolle über Der Club der toten Dichter hat, Kleinbaum aber gar nicht.

Für die Entstehung des Films und damit des Romans sind vor allem die Beiträge der folgenden Koautoren von Bedeutung:

Tom Schulman (* 1951 in Nashville, Tennessee): Der Autor des ursprünglichen Drehbuchs, für das er einen Oscar gewann, wurde später auch als Produzent und Regisseur tätig, konnte seinen Erfolg aber nie wiederholen. Sein Name verbindet sich vor allem mit harmlosen Komödien wie Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (1989) und Willkommen in Mooseport (2004).

Jeffrey Katzenberg (* 1950 in New York): Als Chef der Disney-Studios nahm er maßgeblich Einfluss auf die Umgestaltung des Drehbuchs und verpflichtete nacheinander Robin Williams und Peter Weir – vermutlich auch N. H. Kleinbaum – für das Projekt. 1994 gründete er mit Steven Spielberg und David Geffen die Produktionsfirma „Dreamworks“, deren Trickfilm-Chef er wurde. Als Produzent von Blockbustern wie Pretty Woman (1990), König der Löwen (1994) oder der Shrek-Serie (2001 und 2004) ist er ein Exponent der „Traumfabrik Hollywood“.

Robin Williams (* 1952 in Chicago, † Paradise Cay, Kalifornien): Der Star des Films hatte weitgehende Freiheiten während der Dreharbeiten. Für Darsteller mit einem ausgeprägten Image gilt ohnehin: „Bereits die Besetzung gibt Auskunft über den Charakter eines characters.“[1] Weir schätzte seine Improvisationskunst und forderte ihn auf, seine Rolle als „Robin Keating“ anzulegen. Die Erlaubnis, spontane Drehbuch-Änderungen im Umfang von ca. 15 % vorzunehmen, nutzte Williams ausgiebig. Ganze Szenen wurden unter seinem Einfluss umgestaltet. Williams hat sich mehrfach große Anerkennung für seine schauspielerischen Leistungen erworben; er erhielt für seine Rolle als Psychologe in Good Will Hunting (1997) einen Oscar. Sein Problem wurde darin gesehen, dass er sein Talent oft nicht unter Kontrolle hielt und dann „seinem Hang zu infantiler Kasperei“ oder zu „dick aufgetragener Rührseligkeit“ nachgab[2], z. B. in Hook (1991) bzw. in Patch Adams (1998). Der Schauspieler, der unter Depressionen litt und viele Jahre lang gegen seine Alkoholabhängigkeit ankämpfte, beging am 11. August 2014 Selbstmord.

Peter Weir: Der australische Regisseur nimmt eine herausragende Stellung unter den Mitautoren ein. Er bleibt die lenkende Instanz, was schon daraus ersichtlich ist, dass sich Der Club der toten Dichter nahtlos in die Reihe seiner Werke fügt, während dies für Kleinbaum nicht behauptet werden kann. Weir gilt als einer der wenigen Regisseure in Hollywood, die erfolgreich die Balance zwischen kommerziellem Erfolg und künstlerischem Anspruch geschafft haben.

Peter Weir 1994 © ullstein bild – dpa

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

1944

Sydney

Geburt Peter Weirs am 8. 8.; fühlt sich als Jugendlicher in Australien beengt; Verbundenheit mit europäischer Kultur

1962

Sydney

Weir bricht ein Kunst- und ein Jura-Studium ab und arbeitet zwei Jahre in der Immobilienfirma seines Vaters

18

1964–66

London

Nach einer Seereise längerer Aufenthalt in England; in dieser Zeit Entdeckung des Interesses an Schauspiel und Film

20–22

1967

Sydney

Weir beginnt eine Ausbildung bei einem Fernsehsender, um das Filmhandwerk zu lernen; Fertigstellung des ersten von mehreren Kurzfilmen

23

1971

London

Sechsmonatiger Aufenthalt in London; hier entstehen zahlreiche Pläne für Drehbücher und Filme.

27

1974

Sydney

Weir stellt seinen ersten Spielfilm fertig: Die Autos, die Paris auffraßen.

30

1975–82

Sydney

Picknick am Valentinstag; Die letzte Flut; Wenn der Klempner kommt; Gallipoli; Ein Jahr in der Hölle (Spielfilme)

31–38

1985

Los Angeles

Weir erhält Angebote aus Hollywood; der erste Film in den USA ist Der einzige Zeuge.

41

1986

Los Angeles

Mosquito Coast

42

1989

Los Angeles

Der Club der toten Dichter

44

1990

Los Angeles

Green Card

46

1993

Los Angeles

Fearless – Jenseits der Angst

49

1998

Los Angeles

Die Truman Show

54

2003

Los Angeles

Master & Commander – Bis ans Ende der Welt

59

2010

Los Angeles

The Way Back – Der lange Weg

66

Nancy H. Kleinbaum (* 1948): Die Absolventin der Medill School of Journalism an der Northwestern University arbeitete als Reporterin, bevor sie sich auf das Schreiben von Film- und Fernsehadaptionen verlegte. So gibt es von ihr u. a. Buchfassungen zu der TV-Sitcom Growing Pains (1987) und zu der Eddie-Murphy-Version von Dr. Dolittle (1998). Hierfür qualifizierte sie sich vermutlich durch eine Reihe, in der sie die Dolittle-Bücher von Hugh Lofting für jüngere Kinder kürzte und bearbeitete. Zu ihren Kinderbüchern gehört auch A Cop and a Half. A Novel (1993). Etwas aus dem Rahmen fällt ein erbaulicher Bild-Band über das Leben der sieben Turnerinnen des US-Teams bei der Olympiade von 1996: The Magnificent Seven. The Authorized Story of American Gold, für welchen sie den Text schrieb. Die meisten Bücher Kleinbaums wurden schon nach wenigen Jahren nicht mehr verlegt. Dass Der Club der toten Dichter bis heute regelmäßig Neuauflagen erlebt, verdankt er dem Film, der eine Art Kult-Status erlangt hat, von welchem der Roman als Teil seiner Zweitverwertung profitiert.

Ethan Hawke (* 1970 in Austin, Texas): Auch das Ensemble aus jungen Nachwuchsdarstellern, die Keatings Schüler spielen, prägt die Rezeption von Film und Roman gleichermaßen. Während die meisten von ihnen allerdings später nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen konnten, bedeutete die Rolle des Todd Anderson für Ethan Hawke den Einstieg in eine große Karriere als Charakterschauspieler, der in modernen Klassikern wie Gattaca (1997) und Boyhood (2014) zu sehen ist. Außerdem tritt er als Regisseur und als Romanautor in Erscheinung und spielt im Film wie auf der Bühne in Shakespeare-Inszenierungen mit. Hawke schlägt lukrative Angebote aus Hollywood aus, um stattdessen seine Herzensprojekte zu verwirklichen. Deshalb könnte man sagen, dass er einer ist, der John Keatings romantisches Künstlerideal wirklich in die Tat umgesetzt hat.

2.2Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Der Club der toten Dichter spielt Ende der fünfziger Jahre an einer elitären Privatschule in Neuengland und spricht im Rahmen des beliebten Schulgenres die Sehnsucht nach Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit des Selbst und den Wunsch nach Ausleben von Fantasie und Gefühlen in einer Massengesellschaft an, ohne jedoch auf die konkreten Zeitumstände und sozialen und politischen Verhältnisse einzugehen. Der charismatische Lehrer John Keating scheint Orientierung zu bieten in seinem Kampf gegen Anpassungsdruck und Kälte einer Umgebung, die vor allem an Geld und Karriere ausgerichtet ist. Keatings Gedankenwelt ist vollständig vom Transzendentalismus des 19. Jahrhunderts bestimmt. Die von einem extremen Individualismus geprägten Vorstellungen dieser amerikanischen Ausprägung der Romantik verkündet er seinen Schülern als universal gültige Ideen. Die sich an konventionelle Erzählmuster und Standards der Unterhaltungsindustrie anlehnende Erzählweise von Film und Roman stehen dabei in Widerspruch zu Keatings Forderung nach größtmöglicher Freiheit für die Kunst und das Ich.

Ort und Zeit der Handlung

Der Club der toten Dichter spielt im Jahr 1958 an einer „Privatschule tief in den Bergen“ (7) im Norden Neuenglands; man erfährt, dass sich in der Nähe eine „verschlafene Vermonter Stadt“ (81) befindet. Aber weder die konkreten Zeitumstände der späten fünfziger Jahre noch der Schauplatz haben dabei eine besondere Bedeutung. Auf die politischen und sozialen Verhältnisse wie den Kalten Krieg oder die Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten der USA finden sich keinerlei Hinweise. Auch der kulturelle Hintergrund zeigt sich hauptsächlich in Versatzstücken von Kleidung und Musik.