Das kleine Restaurant des Glücks - Roberta Gregorio - ebook

Das kleine Restaurant des Glücks ebook

Roberta Gregorio

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Opis

Einfach zum Anbeißen und süß wie Amaretto: Die romantische Komödie »Das kleine Restaurant des Glücks« von Roberta Gregorio als eBook bei dotbooks. Kann man das große Glück zwischen Pasta und Tiramisu finden? In ihrem kleinen, verträumten Restaurant zaubert Lena jeden Tag wunderbare Kreationen auf den Tisch: Für eine Pause oder gar die Liebe hat sie keine Zeit! Vor allem, seit nur wenige Meter weiter ein neues und modernes Restaurant eröffnet hat und die Gäste in Scharen anlockt. Doch so schnell gibt Lena nicht auf und meldet sich kurzerhand bei einem Restaurant-Wettbewerb an … nur um festzustellen, dass Konkurrent Tom ihr auch dort mit seinem teuflischen Charme die Schau stiehlt. Als er Lena trotzdem seine Hilfe anbietet, lehnt sie entrüstet ab – das kann nur eine weitere Hinterlist sein, oder? Doch Tom scheint fest entschlossen zu sein, den Retter in der Not spielen zu wollen … und stürzt sie damit beide ins Chaos! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der heitere Liebesroman »Das kleine Restaurant des Glücks« von Roberta Gregorio. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

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Liczba stron: 264




Über dieses Buch:

Kann man das große Glück zwischen Pasta und Tiramisu finden? In ihrem kleinen, verträumten Restaurant zaubert Lena jeden Tag wunderbare Kreationen auf den Tisch: Für eine Pause oder gar die Liebe hat sie keine Zeit! Vor allem seit nur wenige Meter weiter ein neues und modernes Restaurant eröffnet hat und die Gäste in Scharen anlockt. Doch so schnell gibt Lena nicht auf und meldet sich kurzerhand bei einem Restaurant-Wettbewerb an … nur um festzustellen, dass Konkurrent Tom ihr auch dort mit seinem teuflischen Charme die Schau stiehlt. Als er Lena trotzdem seine Hilfe anbietet, lehnt sie entrüstet ab – das kann nur eine weitere Hinterlist sein, oder? Doch Tom scheint fest entschlossen zu sein, den Retter in der Not spielen zu wollen … und stürzt sie damit beide ins Chaos!

Über die Autorin:

Roberta Gregorio, geboren 1976 in Bayern, ist staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie im tiefsten Süden Italiens, wo sie am kleinen, grünen Schreibtisch mit Blick aufs Meer ihrer Fantasie freien Lauf lässt.

Bei dotbooks erscheinen auch ihre Romane:

»Italienische Küsse«»Der Sommer der Zitronenblüten«»Im Schatten der Zitronenbäume«»Stille Nacht, Herz erwacht. Eine weihnachtliche Liebesgeschichte«

Sowie ihre Heiligen-Trilogie:

»Mit Liebe, Herz und Gloria«»Ein Halleluja für die Liebe«»Wie im Himmel so im Herzen«

Und die Heiligen-Trilogie im Sammelband:»Sommerduft und Rosenknospen«

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Aktualisierte Originalausgabe November 2018

Dieses Buch erschien bereits 2016 unter dem Titel »Felicità – Ein Ristorante zum Verlieben« bei dotbooks.

Copyright © Originalausgabe 2016 dotbooks GmbH, München

Copyright © der aktualisierten Originalausgabe 2018 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Redaktion: Dr. Verena Stindl

Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design unter Verwendung von shutterstock/Kateryna Lena, grafvision, Taiga, Africa Studio, Smiley-Dog, zapulzon, Richard Peterson, jamesstechart und Metoria

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (rb)

ISBN 978-3-95824-673-7

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Roberta Gregorio

Das kleine Restaurant des Glücks

Roman

dotbooks.

Kapitel 1

»Frau Rossini, Sie wissen, wie ich zu Ihrem Restaurant stehe. Ich kenne das Felicità bereits seit seiner Eröffnung und Ihre Eltern seit damals, als sie es als junges Paar übernommen haben. Da waren Sie noch gar nicht auf der Welt. Ihr Restaurant ist eine der wenigen Einrichtungen, die ich mir nicht mehr aus unserer Straße wegdenken könnte. Tun Sie endlich etwas, sonst werden Sie noch vor Ende des Jahres schließen müssen.«

Maddalena befand sich in ihrem stickigen Büro, das nur ein kleines Fenster besaß, und kämpfte schon seit Stunden mit Nummern, Papieren und – telefonisch – mit dem strengsten aller Steuerberater, Herrn Schlosser. »So schlimm?«

»Schlimmer!«

»Was schlagen Sie vor?«

»Das kann ich nicht sagen. Ich bin Steuerberater, kein Gastronom. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Eltern. Die haben fast 30 Jahre lang alles genau richtig gemacht.«

Das wusste Maddalena inzwischen. Es war ja nicht so, dass Herr Schlosser ihr das nicht alle paar Minuten vorhielt. Um ehrlich zu sein, hatte Maddalena ja genau das getan:

Sie hatte den Laden vor einigen Jahren übernommen. So ganz ohne Zeremonie. Ihre Eltern waren wieder zurück nach Italien gezogen, und Maddalena hatte einfach so weitergemacht wie zuvor.

»Es ist halt nicht einfach …«, versuchte Maddalena sich irgendwie herauszureden und gleichzeitig – das musste sie sich selbst eingestehen – ein wenig Mitleid in ihrem Gesprächspartner zu wecken.

»Ja, Frau Rossini, das kann ich mir schon vorstellen. Aber es gibt in unserer Straße durchaus erfolgreiche Restaurants, also hängt es einfach nur an Ihnen. Und das, obwohl Sie weiß Gott genug Talent besitzen.« Herr Schlosser nahm sich wirklich viel heraus. Aber er hatte es Maddalenas Vater hoch und heilig versprochen, sich um dessen Tochter zu kümmern. Wenn sie es einerseits zu schätzen wusste, so war es doch oft frustrierend, ständig so hart mit der Realität konfrontiert zu werden. Diese wiederholten Anspielungen etwa auf erfolgreiche Restaurants. Maddalena wusste genau, wen Herr Schlosser damit meinte:

Tommaso Trotta.

Auch er hatte seit knapp einem Jahr ein Restaurant. In derselben Straße. Die Eröffnung von Tommasos Trattoria Trotta hatte den Anfang des Endes gekennzeichnet. Exakt seit Bestehen seines Restaurants hatte das Felicità begonnen, heftig zu wanken.

Niedergeschlagen legte Maddalena auf. Sie brauchte ganz klar einen Plan, um das Felicità zu retten. Nur fand sie partout keinen Weg aus dem Sumpf aus Rechnungen, Mahnungen, demotiviertem Personal und unzufriedenen Gästen. Sie spürte die ganze Last auf ihren Schultern und war sich nicht sicher, ob sie das noch lange aushalten konnte.

Sie hatte ja schon irgendwie Lust auf etwas Neues. Allein schon von der Einrichtung her war das Felicità überholt und einfach nicht mehr aktuell. Das Motto passte ihrer Meinung nach nicht mehr. Felicità – Glück. Selbst das italienische Schlager-Duo Al Bano und Romina Power, das dank eines Songs mit eben diesem Titel weltberühmt geworden war, hatte sich getrennt. Trotzdem war der Innenraum des Lokals mit Bildern geschmückt, die dieses Nicht-mehr-Paar in der Blüte ihrer Jugend zeigten. Ganz ehrlich war Maddalena selbst genervt vom 80er-Jahre-Look ihres Restaurants. Ihr war natürlich klar, dass sich etwas ändern musste. Aber sie hatte schlicht und einfach nicht das Geld dazu. Deshalb erhob sie sich, ging den Flur entlang in den Gästeraum und blickte dabei auf ihre zahlreichen gerahmten Urkunden, Teilnahmebescheinigungen und Zeugnisse. Ihr Vater hatte sie in ihrer Ausbildungszeit zu jedem auch nur erdenklichen Kochkurs angemeldet, den er ausfindig machen konnte. Nur ihm hatte sie es zu verdanken, wenn sie heute von sich behaupten konnte, eine wahre Vorspeisen-Spezialistin geworden zu sein. Schade, dass ihre hervorragende Ausbildung ihr momentan nichts nutzte. Dann hielt sie am veralteten Kassettenrecorder und startete zum gefühlt millionsten Mal das Album des glücklichsten Nicht-mehr-Paares. Maddalena schüttelte alle negativen Gedanken von sich, hob den Kopf, straffte die Schultern und betrat mit ihrem gewohnt offenen Lächeln den Gästeraum.

***

Auch Tommaso Trotta war bereit für den täglichen Betrieb. Alles war hergerichtet, die letzten Vorbereitungen getroffen. Noch war der Saal bis auf eine Person leer: Domenico. Aber das war kein richtiger Gast, sondern ein pensionierter Italiener, der nichts mit sich selbst anzufangen wusste, und deshalb den ganzen Tag in italienischen Restaurants absaß. Obwohl er selten für seine sporadischen Bestellungen bezahlte, so war er doch überall gern gesehen. Er wusste nämlich immer alles.

Alles.

Bis ins letzte Detail.

Der kleine Mann konnte einem sagen, wer gerade in der nahe gelegenen Eisdiele gefeuert worden war und vor allem, warum. Auch war er stets darüber informiert, ob der eine Restaurantbesitzer einen neuen Lieferanten oder der andere seine Speisekarte umgeschrieben hatte. Kurz: Domenicos Besuche waren Gold wert. Denn wer nichts wusste über seine Konkurrenten, war verloren.

Domenico nippte gerade an seinem Espresso, stand dabei an der Theke, konnte bei seiner Körpergröße kaum drüber schauen. Tommaso gesellte sich zu ihm. Noch war ja nichts los, das Personal war bereit. Ein paar Minuten Tratsch konnte er sich gönnen.

»Allora, Domenico, was gibt es Neues?«, fragte er ihn wie beiläufig.

Der Angesprochene hob mit unschuldigem Gesicht die Schultern, stellte seine Tasse ab, griff nach dem Amaretto-Keks und warf ihn sich in den Mund. Ein Spiel, das Tommaso schon kannte. Domenico tat immer ganz ahnungslos. Er fiel dann aber regelmäßig auf direkte Fragen herein.

»Wie läuft es im Felicità drüben?«, packte Tommaso also eines seiner Lieblingsthemen an.

»Ach, schlecht, schlecht, schlecht. Malissimo! Die junge Rossini schafft das nicht alleine. Ich gebe ihr noch ein paar Monate und dann chiuso.«

»Nun komm schon. Du übertreibst!« Er wusste ja, dass es schlecht stand um das Geschäft seiner Restaurantnachbarin. Und es tat ihm aufrichtig leid. Man musste kein Genie sein, um sich zu denken, dass seine Trattoria einer der Hauptgründe ihrer Schwierigkeiten war. Aber, dass sie nun gleich schließen sollte, hielt er für übertrieben.

»Credimi, glaub mir, das Felicità steht schon mit einem Bein im Grab.«

»Wer sagt denn so etwas?«

Domenico stellte sich auf die Fußspitzen, hielt sich am Marmortresen fest und beugte sich, so gut es ging, nach vorne. »Hat mir der Özgür gesagt. Sie hat bei ihm ein paar offene Rechnungen. Und er soll nicht der Einzige mit diesem … Problem sein.« Der Mann teilte Tommaso das mit ernster, schwerer Stimme mit. Seine gesamte Körperhaltung verriet, wie wichtig er sich selbst dabei vorkam.

Tommaso kannte Özgür selbstverständlich. Er lieferte das beste Gemüse überhaupt. Auch ihm. Dass Maddalena so arge finanzielle Schwierigkeiten zu haben schien, setzte Tommaso unerwartet heftig zu.

Als die ersten Gäste eintraten, starb das Gespräch sofort.

»Was bekommst du?«, wollte Domenico wissen.

Tommaso hob nur abwehrend die Hand. Der Gedanke an Maddalena Rossini begleitete ihn aber trotzdem, wie so oft, durch den Tag.

***

Ein einziger Tisch im Felicità war zur Mittagszeit belegt. Gerda und Hans. Maddalenas treuste Kunden.

Sie kamen jeden Tag.

Jeden!

Tag!

Teresa, Kellnerin im Felicità seit 20 Jahren, nahm bereits die Bestellung auf. Als ob das notwendig wäre! Selbst die Tische und Stühle, Wände und Vorhänge kannten die Bestellung auswendig: gemischte Vorspeise mit Pizzabrot für zwei Personen, eine Portion Spaghetti Bolognese, auf zwei Teller aufgeteilt, Pizza Capricciosa – auch diese auf zwei Teller aufgeteilt. Dazu eine Flasche Rosé. Nur wenn es etwas zu feiern gab, kam eine Nachspeise hinzu. Abweichungen waren nicht nur unwahrscheinlich, sondern schier unvorstellbar.

Aber trotzdem.

»So, Signori, prego, was darf es denn heute sein?«

Gerda studierte die Speisekarte, die sie mit größter Wahrscheinlichkeit bereits auswendig kannte. Wie erstarrt wartete Teresa mit gehobenem Kugelschreiber und Block auf ein Zeichen. »Hans, was meinst du, sollen wir heute die gemischte Vorspeise nehmen?«

Hans nickte.

»Ja, dann also die Vorspeise. Aber bitte ohne Auberginen. Und ein Pizzabrot dazu.«

»Mit oder ohne Knoblauch?«

»Ohne, bitte. Nicht, Hans?«

Hans nickte erneut.

Maddalena gab sich den restlichen Bestellvorgang nicht, stand immer noch unentschlossen im Flur und überlegte, ob sie sich wohl unbemerkt wieder in ihr Arbeitszimmer verkriechen konnte. Aber Gerda hatte bereits ihren Arm gehoben, um sie zu sich zu winken.

»Hallo Lena!«, grüßte sie Maddalena begeistert und ehrlich erfreut.

»Buongiorno, Gerda. Hans.« Maddalenas Gruß kam etwas weniger enthusiastisch herüber, was keiner zu bemerken schien.

Teresa entfernte sich diskret – sofern man bei einer Körpergröße von 1,90 mal 1,20 überhaupt von Diskretion sprechen konnte –, war aber ganz offensichtlich heilfroh, die Aufmerksamkeit der Gäste bei Maddalena abgeben zu dürfen. Diese durchquerte bereits den kleinen Gästeraum und ging auf den einzigen besetzten Tisch zu. Gerda hatte sich erhoben und die Arme ausgebreitet. Heute hatte sie Gelb als Farbton für ihr Outfit ausgesucht. Maddalena musste blinzeln. Alles an Gerda leuchtete. Maddalena war zum Weinen zumute. Weil Gerda so perfekt ins Bild passte. Und, weil sie das Bild hasste, das sich ihr bot. Alles sah staubig aus um sie herum. Alt, überholt. Hässlich. Die Tischdecken, die Dekoration, sogar die Wandfarbe. Welches Restaurant, das etwas auf sich hielt, hatte heutzutage noch Pastelltöne an den Wänden? Und auf den Stühlen, die Ton in Ton gepolstert waren?

Der Druck, der auf Maddalena lastete, war plötzlich so groß, dass sie daran zu ersticken glaubte. Ohne etwas dagegen tun zu können, kamen ihr die Tränen. Fantastisch! Der Nullpunkt war erreicht. Was konnte es noch Schlimmeres geben, als weinend in Gerdas Arme zu sinken?

»Na, na, na! Was ist denn mit dir los, Lenalein?« Maddalena fühlte, wie Gerda beruhigend ihre dunkle, lockige Mähne tätschelte. Ihr Schluchzen war so heftig, dass sie kein Wort herausbrachte. Peinlich berührt bekam Maddalena mit, wie ihre Tränen Spuren auf Gerdas gelber Bluse hinterließen. Hans, der ohnehin kein gesprächiger Mensch war, wünschte sich, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, auf einen anderen Stern. Die gesamte Szene war ihm offensichtlich alles andere als angenehm. Dramatik gab es in seinem Leben, dank Gerda, bestimmt genug.

Mit offenem Mund sah er seiner Frau zu, wie sie Maddalena aufforderte, sich zu setzen. Erst als sie der jungen Frau den Stuhl zurechtgerückt hatte, setzte auch Gerda sich, drehte sich voller Anteilnahme Maddalena zu und nahm deren Hände.

»Erzähl schon! Was ist los?«, hakte Gerda nach, die sich nicht die Bohne um Dinge wie Diskretion und Privatsphäre kümmerte.

Als Maddalena begann zu berichten, fühlte sich das für sie an wie eine Befreiung. Wie das Öffnen einer Schleuse, die viel zu lange geschlossen gehalten worden war.

»Es läuft so schlecht, hier im Felicità! Wenn sich nichts erheblich bessert, muss ich zum Jahresende schließen!«, gab sie zu und merkte, wie gut es tat, das laut auszusprechen.

Die fast synchrone Reaktion der Gäste kam ihr etwas übertrieben vor. Beide hielten vor Schreck die Hand vor den Mund, beide fassten sich ans Herz.

Instinktiv sprach Maddalena weiter, erzählte von den finanziellen Schwierigkeiten, die mit der Eröffnung der Trattoria Trotta angefangen hatten. Sie beichtete ihren Wunsch, ihrem Restaurant endlich ein neues Gesicht zu geben. Auch erzählte sie darüber, wie überfordert sie sich manchmal fühlte. Erst dann folgte betretenes Schweigen.

Die Erste, die sich fing, war natürlich Gerda – diesmal direkt an Hans gewandt. »Wo gehen wir denn dann essen, wenn die Maddalena schließt?« Empört schnappte Maddalena nach Luft. Diese Bemerkung war ja wirklich nicht nett. Dann aber fiel ihr wieder ein, dass sie ja bei Gerda saß, und die war nicht gerade für ihr Taktgefühl bekannt. Maddalena musste trotzdem wieder weinen.

Teresa näherte sich leise mit der Vorspeise, stellte sie gekonnt und elegant vor den Gästen ab. Maddalena wollte sich, nach ihrem mehr als unprofessionellen Ausbruch, zurückziehen, aber Gerda bestand darauf, dass sie bei ihnen sitzen blieb. Sie war gefangen.

Traurig betrachtete sie die Szene, die sich ihr bot, und wurde dabei, wenn überhaupt möglich, noch trauriger. Hans knabberte an seinem knusprigen Pizzabrot. Er schien nachzudenken. Auch Gerda war ungewöhnlich still. Gerne hätte Maddalena etwas gesagt, um die Stimmung wieder aufzulockern. Aber sie sah das Aus so konkret vor sich, dass ihr die Worte fehlten.

»Wir werden verhungern«, bemerkte Gerda trocken mit ihrer rauchigen Stimme. Diese Aussage klang so endgültig, dass auch Hans innehielt und das Pizzabrot sinken ließ.

Es war derartig leise im Gästeraum, dass die Musik im Hintergrund aufdringlich laut erschien.

Teresa schaute neugierig auf und sogar Allegra blickte aus der Durchreiche. Die spindeldürre und winzig kleine Köchin musste sich dazu noch nicht einmal bücken.

Tja. Was sollte Maddalena darauf antworten?

Glücklicherweise brauchte sie sich darum keine Sorgen mehr machen, denn just im schweigsamsten Moment ging die Tür auf. Erleichtert schnellte sie hoch und eilte ihrem Gast entgegen. Aber es war nur Daniela. Trotzdem eine willkommene Unterbrechung. Besonders in diesem delikaten Moment.

Daniela trat gut gelaunt herein. Ihr Erscheinungsbild war gewohnt heiter, ihr Outfit gewohnt … bunt. Sie war nicht nur Maddalenas beste Freundin aus Kindergartentagen, sondern auch stolze Vintage-Modeladen-Besitzerin. Ihre beste Kundin war sie selbst. Daniela trug leidenschaftlich gern Mode aus der Vergangenheit. Und sah dabei sogar toll aus.

»Hi, Süße! Hallo Teresa. Bestellst du mir bei Allegra eine Pasta? Irgendeine?« Voller Elan ging sie auf Maddalena zu und begrüßte sie mit Küsschen auf die Wange.

»Wieso siehst du so beschissen aus?« Das war noch so eine Eigenart von Daniela. Sie war sehr deutlich in ihren Aussagen. Ihr Freund Stefano machte sich darüber oft lustig. Maddalena hingegen fand das manchmal ziemlich anstrengend.

»Danke.«

»Danke und weiter? Ist was passiert?«

»Ich habe mit Schlosser telefoniert.«

Die beiden Freundinnen setzten sich an einen Tisch.

»Und?«

»Ja, es sieht schlecht aus.«

»Weil du apathisch bist!«

»Zu freundlich.«

»Ist doch wahr. Aber ich habe eine Neuigkeit für dich!« Daniela kramte umständlich in der viel zu großen Leder-Prada, die sie irgendwann auf einem Flohmarkt ergattert hatte.

»Stefano hat mir dieses Infoblatt für dich mitgegeben. Du sollst da mitmachen.«

Sie nahm es entgegen.

Der Amici-Italiani e.V. organisiert den ersten

»Ristorante originale«-Wettbewerb.

Zur Anmeldung herzlich eingeladen sind alle italienischen Restaurantbesitzer aus Schwabing.

Weitere Informationen gibt es online oder via E-Mail.

»Wie kommt er darauf, dass ich mich bei einem derartigen Wettbewerb lächerlich machen will?«

»Weil der Erstplatzierte Geld bekommt?«

Das war allerdings ein Argument.

Teresa näherte sich mit einem Teller.

»Prego.« Sie stellte die Pasta vor Daniela ab, gab ihr das Besteck und erblickte dabei das Infoblatt. »Was ist das?«

»Nichts!«

Maddalena griff danach. Aber es war zu spät. Teresa war schon am Lesen. »Geniale!« So der einzige Kommentar der Kellnerin.

»Sag ich doch«, pflichtete Daniela ihr bei und pustete dann in ihre Nudeln.

»Vergesst das Ganze. Selbst wenn wir mitmachen würden, ist es doch Wunschdenken zu gewinnen!«

»Darum geht es gar nicht. Allein schon deinen Namen bei den Amici-Italiani bekannt zu machen ist Gold wert. Immerhin haben die mittlerweile um die 2000 Mitglieder, habe ich gehört.«

Maddalena sah mit Schrecken dabei zu, wie ein Stein ins Rollen kam, den sie nur zu gerne mit sofortiger Wirkung gestoppt hätte. Weil sie sich vor dieser Herausforderung fürchtete. Sie war sich einfach viel zu sicher, dabei kläglich zu versagen. Und ihre Energie reichte nicht aus, das auch noch zu verarbeiten.

»Die Amici-Italiani machen tolle Sachen. Meine Eltern sind da schon lange dabei«, meldete sich schon wieder Allegra aus der Küche.

»Mädels, cool bleiben, ja? Ich habe nicht vor, da mitzumachen, okay?«

»Weil du eben doch apathisch bist!«

»Das bin ich gar nicht!«

»Ein bisschen schon!« Wo kam diese Stimme denn nun her? Hans? Der verschwiegene Hans? Ihr treuer Kunde Hans? Wie konnte er ihr so in den Rücken fallen?

»Lena, wir werden dich in dieser Angelegenheit unterstützen so gut wir können«, mischte sich auch Gerda ein und fuchtelte mit der Gabel herum. Das Olivenöl tröpfelte ihr dabei auf das gelbe Gewand.

»Ich natürlich auch«, ließ Teresa verlauten.

»Keine Frage!«, stimmte Allegra ebenso zu.

»Ich weiß ja gar nicht richtig, um was es da geht«, versuchte Maddalena, dem Gespräch ein Ende zu setzen.

»Lena, das kannst du mir jetzt nicht als Argument vorsetzen. Du brauchst dich nur informieren.«

»Das will ich aber gar nicht.«

»Ich finde, das bist du uns schuldig!« Teresa konnte so überzeugend sein, wenn sie sich vernünftig zeigte.

»Hör dir doch erst einmal an, wie diese Sache läuft, dann kannst du immer noch Nein sagen«, schlug Daniela mit vollem Mund vor.

Was konnte Maddalena dem schon entgegensetzen? Es war ja nun wirklich nichts dabei, sich erst einmal zu informieren. Danach würde sie ablehnen. Sie hatte nicht die Kraft, sich auf einen Wettbewerb zu konzentrieren. Es war so schon schwer genug, den Laden voranzutreiben. Gleichzeitig erkannte sie aber auch, dass sie in letzter Zeit wirklich apathisch geworden war. Dabei war sie immer der kreative Kopf im Felicità gewesen. Vor allem, als ihre Eltern noch mit im Geschäft waren. Was war nur passiert, um aus ihr so eine flache Person ohne Engagement zu machen? Konnte die Gastronomie einem das antun? Aus ihr war ein Zombie geworden. Wo und wann hatte sie ihren Mut und ihren heiteren Charakter verloren?

»Also?«

»Von mir aus, ruf Stefano an und lass mich hören, ob das etwas für mich ist.«

Daniela nahm ihr Handy zur Hand, wählte die Nummer ihres Freundes und reichte Maddalena das Gerät.

»Amore, was gibt’s?«, meldete sich Stefano beim zweiten Läuten.

»Hi. Hier spricht Lena. Amore ist bei mir und hat mir von diesem Amici-Italiani-Wettbewerb berichtet. Hast du gerade Zeit, mir das etwas genauer zu erzählen?«

Stefano war selbstständiger Webdesigner. Eigentlich hatte er immer etwas zu tun, worüber sich Daniela nicht selten beklagte. Sein Vater war Gründungsmitglied des Vereins, und Stefano machte begeistert mit. »Ja, ein paar Minuten habe ich Zeit. Was willst du denn wissen?«

»Vor allem, wie das konkret ablaufen soll.«

»Du, ganz einfach: Das ganze wird nur einen Tag dauern, findet auch erst in zehn Tagen statt. Genug Zeit also, sich darauf vorzubereiten. Es ist nichts Aufwendiges. Während des Wettbewerbstages werden allen Restaurantbesitzern die gleichen Aufgaben gestellt. Diverse Gründungsmitglieder werden sich als Jury ansehen, wie du die Aufgaben bewältigst, und Punkte vergeben. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.«

»Wie soll ich mir diese Aufgaben vorstellen?«

»Aufgaben aus der Gastronomie natürlich. Alles im Rahmen deines Restaurants. Antipasti, Pasta, Pizza. So etwas in der Art. Und das Beste ist, dass euch Coaches zugeteilt werden.«

»Ach komm! Coaches?«

»Ja, da haben sich die Amici-Italiani etwas Megatolles ausgedacht. Erfolgreiche Restaurantbesitzer aus ganz Deutschland werden dabei mitmachen und euch Teilnehmern wertvolle Tipps geben.«

»Du, das ist nichts für mich. Danke, dass du an das Felicità gedacht hast, aber eine Teilnahme ist für mich ausgeschlossen.«

Schweigen.

»Ähm … nimm das nicht persönlich, Stefano, aber so einen Trubel verkrafte ich nicht. Wir sind nicht für so Großes gewappnet.«

Schweigen.

»Bist du noch dran?«

»Ja.«

»Bist du beleidigt?«

»Nicht die Spur, weil du da nämlich mitmachen musst!«

»Aha. Und das sagt wer?«

»Ich. Weil ich dich nämlich bereits angemeldet habe.«

»Spinnst du? Wieso machst du so was?«

»Weil Tommaso Trotta sich ebenso eingetragen hat. Als Allererster.«

Verdammt! Wieso war dieser Idiot von Trotta ihr immer mindestens einen Schritt voraus?

»Hat dich das jetzt überzeugt?«

»Ja, hat es!«

So, und jetzt fehlte Maddalena nur noch ein Schlachtplan! Diesem miesen Trotta-Trottel würde sie es schon zeigen. Diesem miesen, hach, so gut aussehenden Trotta-Trottel.

Kapitel 2

Maddalena verwandelte ihr Arbeitszimmer in das Hauptquartier der Felicità-gewinnt-Kampagne und fand selbst, dass es dabei schon gar nicht mehr so trist und grau erschien.

Die gesamte Mittagspause über tüftelte sie mit ihren engsten Gefährten und Mitarbeitern aus, was in den nächsten Tagen an Vorbereitung auf sie zukommen würde.

»Der Hans, der kann dir ja die Wände streichen, nicht Hans? Wenn du deine Existenz schon aufs Spiel setzt, dann wollen wir die Jury aber auch richtig empfangen – mit einem ganz neuen Look!« Gerda sah ihren Mann dabei so scharf an, dass dieser nur nicken konnte. Wie immer.

»Das würdest du wirklich machen, Hans?« Maddalena wollte nicht, dass der arme Mann sich verpflichtet fühlte.

Dieser hob aber den Daumen und versuchte sich an einem Lächeln, was insgesamt als ermutigend aufgefasst werden konnte.

»Was haltet ihr von Rosa als Grundfarbe?«, schlug Gerda vor.

Maddalena, Daniela, Teresa und Allegra blickten fast gleichzeitig auf. Gab es etwas Schrecklicheres als ein rosafarbenes Restaurant?

Daniela fing sich als Erste wieder. »Rosa ist eine schicke Farbe, nur ist das nicht unbedingt ein Ton, mit dem man Italien identifiziert. Meine Gegenvorschläge wären Gelb, Hellblau und Grün. Wie Sonne, Meer und Natur.«

Diese Kombination gefiel Maddalena. Sie konnte sich das richtig gut vorstellen. Alle anderen nickten auch zustimmend. Außer Gerda. Die war ein wenig eingeschnappt.

»Bei der Gelegenheit könnten wir auch Stoffe für Gardinen, Polsterungen und Tischdecken besorgen, die farblich dazu passen.« Teresa war ganz rot im Gesicht vor Aufregung.

Maddalena schluckte. Die Farbe konnte sie sich gerade so leisten. Stoffe hingegen kaum. Und wer würde gratis und auch noch so schnell für sie nähen?

»Ich weiß, was du jetzt denkst«, mischte Allegra sich mit ihrer Pieps-Stimme ein. »Du hast nicht das nötige Geld dazu, stimmt’s?«

»Nicht nur das. Selbst wenn ich das Geld hätte, nähen kann ich nun wirklich nicht.«

Die Köpfe drehten sich automatisch in Richtung Gerda. Diese hob aber abwehrend die Hände. »Mädels, guckt mich nicht so an. Ich kann das auch nicht.« Sie überlegte. »Aber Kunigunde aus der Wassergymnastik war mal Schneiderin. Vielleicht würde die das machen.«

Kunigunde? Wenn sie so nähte, wie sie hieß, konnte das ja heiter werden.

»Na gut, dann streichen wir erst und überlegen inzwischen, wie wir das mit dem Stoff am besten anstellen«, fasste Teresa zusammen.

Die Sitzung wurde zunächst einmal vertagt. Maddalena fand, dass sie das Erwachen aus der Starre langsam angehen lassen sollte.

Ein Blick auf die Uhr verriet dem Personal, dass es sich nicht mehr lohnte, nach Hause zu gehen. Das Restaurant öffnete in weniger als 20 Minuten für den Abendbetrieb. Teresa und Allegra verschwanden kurz im kleinen Personalraum und legten die Füße hoch, während Gerda und Hans sich verabschiedeten und versprachen, am nächsten Tag wiederzukommen. Natürlich!

Maddalena begleitete Daniela noch zur Tür.

»Danke.« Sie nahm ihre Freundin fest in den Arm. Es tat gut zu wissen, dass es Menschen gab, die einen auch einmal richtig wachrütteln konnten.

»Ach, nicht der Rede wert!« Daniela machte eine wegwerfende Handbewegung. »Bis morgen dann. Ich fahr gerne mit zum Baumarkt und helfe dir bei der Farbauswahl.«

»Das wäre toll. Freu mich drauf!«

***

Daniela traf in ihrem Laden ein, den ihre Mitarbeiterin Agathe in ihrer Abwesenheit bestens unter Kontrolle hatte, und begab sich sofort in eine ruhige Ecke, um ungestört zu überlegen. Sie hatte da so eine Idee, wusste aber noch nicht so recht, wie sie das anstellen sollte. Zunächst suchte sie im Netz nach schönen, geeigneten Stoffen und rechnete durch, wie teuer der Einkauf in etwa werden würde. Sie addierte etwas Geld für Kunigundes Arbeit dazu und kam auf ungefähr 3000 Euro.

Damals, bei ihrer eigenen Ladeneröffnung, hatte Daniela auf Crowdfunding zurückgegriffen, was hervorragend geklappt hatte. Mit den im Netz zusammengetragenen Spenden hatte sie sich diverse Einrichtungsgegenstände geleistet. Unzählige Male hatte sie Maddalena bereits eine derartige Aktion vorgeschlagen. Diese hatte aber nicht auf ihre Freundin hören wollen. Sie empfand betteln als demütigend. Das musste etwas mit ihren italienischen Genen zu tun haben.

Aber Daniela war das jetzt egal. Entweder betteln oder schließen. Und Maddalena musste ja erst einmal nichts davon erfahren.

Daniela sah sich die neuen Crowdfunding-Seiten an und blieb auf der am schönsten gestalteten hängen. Vieles hatte sich seit ihrer eigenen Erfahrung geändert. Es hieß jetzt zum Beispiel, dass Projekte, die mit Videos ausgestattet wurden, mit einem viel höheren Erfolg rechnen konnten als anonyme Anzeigen. Auch sie selbst fand diese Idee hervorragend. Nur wie kam sie jetzt zu einem Video?

Sofort dachte sie an Stefano. Der hatte nicht nur eine Kamera, sondern auch noch wunderbare Ideen. Sie musste ihn einweihen. Wieder rief sie ihn an.

»Schatz, ich bin’s. Würdest du ein Filmchen für mich drehen?«

Stefano lachte in den Hörer. Er kannte seine Freundin lang genug. Vor allem ihren seltsamen Humor. »Filmchen, ja?«

»Für Lena.«

»Solange ich mich dabei nicht nackt zeigen muss …«

Jetzt kicherte Daniela selbst. »Das ist nicht zwingend notwendig. Obwohl ich der Idee nicht abgeneigt wäre.«

»Sag schon! Was soll ich machen?« Er gab sich geschlagen. Wenn Daniela etwas wollte, bekam sie es. So oder so.

»Es geht um ein Video, dass ich für Lena auf einer Crowdfunding-Page einrichten möchte. Sie soll das aber nicht erfahren. Du weißt ja, wie sie ist.«

»Im Prinzip kein Problem. Aber Innenaufnahmen vom Felicità halte ich schon für sinnvoll. Organisier das, dann machen wir es.«

»Ich muss wohl Teresa einweihen.«

»Gute Idee.«

»Danke, Schatz. Du bist der Beste.«

»Aber nicht gut genug, um dein Ehemann zu werden …«

Das schon wieder! Stefano hatte schon mindestens zwanzigmal um ihre Hand angehalten. Aber heiraten war wirklich nichts für Daniela. Für Stefano war dieser Schritt nämlich gleichbedeutend mit Häusle-Bauen und bambini. Und das war Daniela irgendwie zu früh.

»Ich liebe dich, Stefano. Das muss dir erst mal reichen.«

»Tut es doch …«, gab er weich zurück. Und Daniela wurde es augenblicklich wohlig warm. Das mit Stefano würde sie schon irgendwie hinbekommen.

Sie legte auf und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Felicità. Auch das würde sie hinbekommen. Wäre ja gelacht!

Kurzerhand suchte sich Daniela Teresas Nummer heraus. Wenn sie Maddalena damit überrumpeln wollte, musste alles schnell gehen.

»Hi, Teresa, störe ich dich gerade?«

»Nein, nein. Was gibt’s?«

»Ich bräuchte von dir einen großen Gefallen.«

»Schieß los!«

»Das ist eine lange Geschichte, aber würdest du heute Nacht bei einer Aktion im Felicità mitmachen?«

Schweigen.

»Keine Angst, ich will nichts anstellen, nur einen Film drehen …«

»Darf ich dabei angezogen bleiben?«

Himmel, was dachten die Leute eigentlich alle von ihr?

»Ja, darfst du. Aber kein Wort zu Maddalena. Alles Weitere erkläre ich dir dann.«

»Dani, mach mir keinen Ärger, ja?«

»Würde ich dich jemals in Schwierigkeiten bringen?«

Teresa brach in schallendes Gelächter aus und legte auf.

Ganz klar musste Daniela ein wenig an ihrem Image arbeiten. Irgendwie hatte man ganz allgemein eine total falsche Meinung von ihr.

***

Maddalena verstand nicht, wieso Teresa es plötzlich so eilig hatte, sie nach dem bisschen Abendbetrieb, den sie auch im Schlaf hätten meistern können, nach Hause zu schicken.

»Komm schon! Du siehst müde aus. Ich schließe für dich ab.« Sie schob Maddalena praktisch zur Tür hinaus.