Biedermann und die Brandstifter. Königs Erläuterungen. - Bernd Matzkowski - ebook

Biedermann und die Brandstifter. Königs Erläuterungen. ebook

Bernd Matzkowski

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Opis

Königs Erläuterung zu Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download ... sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. ... und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. ... mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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EPUB

Liczba stron: 114




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 352

Textanalyse und Interpretation zu

Max Frisch

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

Bernd Matzkowski

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Frisch, Max: Biedermann und die Brandstifter. Text und Kommentar. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2010 (Suhrkamp BasisBibliothek 24)

Über den Autor dieser Erläuterung: Bernd Matzkowski ist 1952 geboren. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Lehrer (Oberstudienrat) am Heisenberg Gymnasium Gladbeck Fächer: Deutsch, Sozialwissenschaften, Politik, Literatur/Theater

Hinweis: Die Rechtschreibung wurde der amtlichen Neuregelung angepasst. Zitate von Max Frisch müssen auf Grund eines Einspruches in der alten Rechtschreibung beibehalten werden.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

2. Auflage 2014

ISBN 978-3-8044-6985-3

© 2003, 2012 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Biedermann (Willy Maertens) mit Schmitz (Walter Richter), Fernsehspiel 1961 © ullstein bild – Wilhelm & Ellen Zander

Hinweise zur Bedienung

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Max Frisch: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -Interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Zusammenfassung des Handlungskerns

Vorspiel (9–11)

Szene 1 (12–25)

Szene 2 (26–33)

Szene 3 (34–50)

Szene 4 (51–61)

Szene 5 (62–66)

Szene 6 (67–83)

3.3 Aufbau

Zeit und Ort

Abfolge der Szenen

Themen, Motive und Symbole

Elemente des Paradoxen, Grotesken und Komischen

Der Chor und die anti-illusionistischen Elemente

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Biedermann

Babette

Anna

Die Brandstifter

Dr. phil.

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

3.7 Interpretationsansätze

4. Rezeptionsgeschichte

5. Materialien

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 ***

Aufgabe 2 **

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 *

Literatur

Zitierte Ausgabe

Lernhilfen und Kommentare

Sekundärliteratur

Medien

Verfilmungen

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurecht findet und das für ihn Interessanteste gleich entdeckt, hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel beschreiben wir Max Frischs Leben und stellen den zeitgeschichtlichen Hintergrund dar.

Max Frisch lebte von 1911 bis 1991, die meiste Zeit in Zürich.

Als Frischs Biedermann und die Brandstifter 1958 auf die Bühnen kommt (Uraufführung in Zürich), ist der Zeitgeist durch den Kalten Krieg bestimmt, die Blockkonfrontation zwischen „Westen“ (USA und Verbündete) und Osten“ (Sowjetunion und Verbündete). In der Bundesrepublik Deutschland hat das so genannte „Wirtschaftswunder“ eingesetzt und die BRD ist Bestandteil des westlichen Bündnisses (NATO).

Frisch ist 1958 bereits ein bekannter und erfolgreicher Autor. So haben ihm seine Romane Stiller (1964) und Homo faber (1957) Anerkennung eingebracht. Sein größter Theatererfolg wird das Stück Andorra (1961).

Im 3. Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation.

Biedermann und die Brandstifter – Entstehung und Quellen:

Dem Drama geht der ProsatextBurleske, im Tagebuch Frischs aus dem Jahre 1948 enthalten, voraus. Der Prosatext enthält bereits die Grundidee des späteren Stücks – die Konfrontation eines Bürgers mit zwei Fremden, die er in seinem Haus aufnimmt und die auf dem Dachboden Benzinfässer einlagern und schließlich sein Haus anzünden. Im Jahre 1952 verfasst Frisch ein Hörspiel für den Bayerischen Rundfunk, das den Titel Herr Biedermann und die Brandstifter trägt, 1953 gesendet wird und die wesentlichen Elemente der Burleske übernimmt. 1958 entwickelt Frisch das vorhandene Material (Prosatext und Hörspiel) weiter zu seinem Drama Biedermann und die Brandstifter. Als wesentliche Veränderung und neues Element kommt der Chor hinzu. Mit dem Untertitel Ein Lehrstück ohne Lehre verweist Frisch zugleich auf das Theater Brechts.

Inhalt:

Der Haarölfabrikant Gottlieb Biedermann nimmt in seinem Haus zwei Männer auf (Schmitz und Eisenring), die er auf seinem Dachboden hausen lässt. Biedermann muss feststellen, dass Schmitz und Eisenring auf dem Dachboden Benzinfässer einlagern und mit Zündschnur und Zündkapseln hantieren. Er lädt die beiden Männer zum Abendessen ein und fragt sie bei dieser Gelegenheit, wer sie seien und was sie wollten. Offen gestehen sie ihm, dass sie Brandstifter sind. Biedermann hält diese Auskunft aber für einen Scherz (obwohl es in letzter Zeit mehrfach zu Brandstiftungen gekommen ist), verbrüdert sich mit ihnen und gibt ihnen die verlangten Streichhölzer. Während sein Haus bereits brennt, will Biedermann es immer noch nicht wahr haben, dass es sich bei Schmitz und Eisenring tatsächlich um Brandstifter handelt.

Chronologie und Schauplätze:

Das Drama besteht aus einem Vorspiel (Biedermann und der Chor) und sechs Szenen. Nach der sechsten Szene gibt es einen Kommentar des Chores, der den Charakter eines Epilogs hat. Handlungsorte sind die Stube und der Dachboden des Hauses von Biedermann. Der Zeitraum der Handlung umgreift vier Tage (von Mittwochabend bis Samstagabend), wobei nach der dritten Szene eine Dynamisierung festzustellen ist (Spannungssteigerung/Erhöhung des Tempos). Das Drama weist eine Haupthandlung (Biedermann und die Brandstifter) und eine Nebenhandlung auf (Knechtling-Thematik), die wesentlich der Charakterisierung Biedermanns dient. Durch die Szenen zieht sich ein Komplex von Motiven, Symbolen und literarischen Anspielungen. Das Stück enthält Elemente des Paradoxen, des Grotesken, des Wortspiels und der Sprach- und Situationskomik. Der Chor übernimmt in Frischs Drama eine anti-illusionistische Funktion und greift zugleich parodierend Elemente des klassischen griechischen Dramas auf.

Personen:

Die Hauptpersonen sind

Gottlieb Biedermann:

wird durch seinen Namen charakterisiert; verfügt über einen eher bescheidenen intellektuellen Horizont, ist spießig-bürgerlich, aber zugleich ein rücksichtsloser Geschäftsmann

unter der Maske der Wohlanständigkeit und Jovialität ist ein Kern von Brutalität und Aggressivität verborgen

ist empfänglich für Schmeicheleien; aus Opportunismus und Feigheit geht er einer Auseinandersetzung mit den Brandstiftern aus dem Weg und kleidet sein Verhalten in Phrasen

Babette:

ist auf die Rolle der Ehe- und Hausfrau festgelegt

verhält sich, wie Gottlieb Biedermann, gegenüber den Brandstiftern gleichermaßen schmeichlerisch wie feige

ordnet sich ihrem Ehemann unter

Brandstifter:

Josef Schmitz, ein großer und starker Mann mit Tätowierungen, und Willi Eisenring, ein ehemaliger Kellner, der die Rolle des Gebildeteren der beiden übernimmt, setzen gegenüber Biedermann ihre (tatsächlichen oder erfundenen?) Biografien gleichermaßen als Druckmittel (Erzeugung von Angst) und als Mittel ein, um Mitleid zu erregen.

Ob die zwischen ihnen erkennbare Hierarchie (Eisenring scheint derjenige zu sein, der immer wieder die Initiative ergreift) nur gespielt und somit Teil einer Strategie gegenüber Biedermann oder Ausdruck eines tatsächlichen Machtgefälles ist, bleibt offen.

Wir stellen diese Hauptpersonen ausführlich vor und geben auch Erläuterungen zu anderen Personen.

Stil und Sprache Frischs:

Die Sprache ist im Drama Frischs kein Mittel der Verständigung, sondern ein Mittel der Maskierung und Verstellung. Wie die Figuren selbst keine Individuen sind, sondern als Typen gezeichnet werden, so ist auch ihre Sprache durch Typisierung bestimmt.

Biedermann neigt zum imperativischen Sprechen, seine Wortbeiträge sind durch viele Floskeln gekennzeichnet, er bedient sich aber, wie die anderen Figuren auch, insgesamt einer eher gehobenen Umgangssprache.

Die Sprache des Chores ist durch Rhythmisierung bei gleichzeitiger Verwendung von Alltagsvokabular gekennzeichnet, wodurch ein parodistisch-komischer Effekt erzielt wird.

Insgesamt transportiert die verwendete Sprache Frischs Sprachkritik und Sprachzweifel.

Auf folgende Interpretationsansätze gehen wir näher ein:

Die Rhetorik der Brandstifter und die politische Deutung der Parabel

Biedermann als Zeitgenosse

Der Gegensatz von Schein und Sein

2.Max Frisch: Leben und Werk

Max Frisch 1911–1991© ullstein bild – B. Friedrich

2.1Biografie

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

1911

Zürich

Geburt am 15. Mai als Sohn des Architekten Franz Bruno Frisch und seiner Gattin Karolina, geb. Wildermuth

1924

Eintritt ins Realgymnasium des Kantons

13

1930

Beginn des Germanistikstudiums an der Universität Zürich

19

1931– 1934

Journalistische Arbeiten

20–23

1932

Tod des Vaters

21

1933

Prag

Sportreporter bei der Eishockeyweltmeisterschaft

22

1934

Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt (erste Veröffentlichung)

1936

Zürich

Beginn des Architekturstudiums

25

1937

Antwort aus der Stille (Erzählung)

26

1939– 1945

Dienst in der Armee

28–34

1940

Blätter aus dem Brotsack Anstellung als Architekt

29

1942

Zürich

Ehe mit Gertrud Constanze von Meyenburg Gründung eines eigenen Architekturbüros; Frisch gewinnt den ersten Preis im Architekturwettbewerb um das städtische Freibad am Letzigraben.

31

1943

Zürich

J’adore ce qui me brûle oderDie Schwierigen Geburt der Tochter Ursula

32

1944

Zürich

Geburt des Sohnes Hans Peter Frisch beginnt damit, Dramen zu verfassen.

33

1945

Zürich

Nun singen sie wieder (Uraufführung am Schauspielhaus)Bin oder Die Reise nach Peking

34

1946

Zahlreiche Reisen, u. a. nach DeutschlandSanta Cruz (Uraufführung)Die Chinesische Mauer (Uraufführung)

35

1947

Bekanntschaft mit Brecht und Dürrenmatt Bau des Schwimmbads am LetzigrabenTagebuch mit Marion

36

1948

Reisen nach Berlin, Prag und Warschau Teilnahme am Congrès mondial des intellectuels pour la paix (Wrozlaw/Polen)Burleske(Prosatext im Tagebuch)

37

1949

Zürich

Als der Krieg zu Ende war (Uraufführung) Geburt der Tochter Charlotte

38

1950

Tagebuch(1946–1949)

39

1951

Zürich

Graf Öderland (Uraufführung)

40

USA

Stipendiat der Rockefeller-Stiftung

1953

Zürich/Berlin

Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie (Uraufführung)Herr Biedermann und die Brandstifter (Rundfunkfassung im Bayerischen Rundfunk gesendet)

42

1954

Stiller Trennung von der Familie

43

1955

Frisch verkauft sein Architekturbüro

44

1957

Homo faber Reisen nach Griechenland und in die arabischen Staaten

46

1958

Zürich

Biedermann und die Brandstifter (Uraufführung) Georg-Büchner-Preis

47

1959

Scheidung

48

1960

Rom

Frisch lebt mit Ingeborg Bachmann zusammen (bis 1962).

49

1961

Zürich

Andorra (Uraufführung)

50

1962

Frisch lernt Marianne Oellers kennen.

51

1964

Mein Name sei Gantenbein

53

1965

Berzona

Frisch kehrt aus Rom in die Schweiz zurück.

54

1966

UdSSR

Reise in die UdSSR

55

1968

UdSSR

Biografie: Ein Spiel (Uraufführung) Heirat mit Marianne Oellers Zweite Reise in die UdSSR

57

1969

Japan

Reise nach Japan

59

1971

USA

Wilhelm Tell für die Schule Aufenthalt in den USA

60

1972

Tagebuch (1966–1971)

61

1974

USA

Dienstbüchlein Erneuter Aufenthalt in den USA

63

1975

Montauk

64

1976

China

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels Reise nach ChinaGesammelte Werke in zeitlicher Folge

65

1978

Triptychon. Drei szenische Bilder.

67

1979

Der Mensch erscheint im Holozän. Scheidung von M. Oellers

68

1981

New York

Neben Berzona hat Frisch auch in New York einen Wohnsitz.

70

1982

Blaubart. Eine Erzählung.

71

1984

Zürich

Frisch lebt wieder in Zürich.

73

1987

Moskau

Reise nach Moskau

76

1989

Schweiz ohne Armee? EinPalaver.

78

1990

Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre.

79

1991

Zürich

Frisch stirbt am 4. April kurz vor seinem 80. Geburtstag in seiner Wohnung.

79

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Frischs Drama erscheint in der Phase des „Kalten Krieges“ und der Jahre der „Restauration“. Frischs Aufstieg als Autor fällt in eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, das mittlerweile Bestandteil der westlichen Bündnisse (Europarat, NATO) ist.

Als Frischs Drama zur Uraufführung kommt, sind erst 13 Jahre seit dem Ende des 2. Weltkrieges vergangen. Man hat sich gerade im Frieden eingerichtet und ist dabei, die Zeit des Nationalsozialismus zu vergessen bzw. zu verdrängen. Und schon stehen die Menschen wieder an der Schwelle zu einem nächsten, noch größeren und dann wahrscheinlich auch letzten Krieg, denn die einstige Anti-Hitler-Koalition ist längst zerfallen.

Die USA und die Sowjetunion stehen sich im „Kalten Krieg“ als Führer von zwei militärischen und zugleich politischen und ideologischen Blöcken in Europa am „Eisernen Vorhang“ hoch gerüstet gegenüber. Mitte der 50er Jahre beläuft sich das Arsenal an Atomwaffen auf rund 50 000 Stück; die Menschheit ist längst in der Lage, sich selbst und alles Leben auf der Welt mehrfach auszulöschen. Die Blockade Berlins (1948/49), der Koreakrieg (1950–1953) und die Suez-Krise (1956) waren deutliche Zeichen der Blockkonfrontation, deren steinernes Symbol die Mauer in Berlin werden sollte (13. August 1961). In Deutschland sind die Trümmer des Krieges nahezu weggeräumt, das so genannte Wirtschaftswunder der „sozialen Marktwirtschaft“ hat eingesetzt, die Westintegration der Bundesrepublik ist abgeschlossen, denn die BRD ist mittlerweile Mitglied des Europarats und durch die Pariser Verträge (1954) auch Mitglied der Westeuropäischen Union und der NATO. Im Jahre 1958, dem Jahr der Uraufführung des Dramas, ist die Wiederbewaffnung beschlossen und die Bundeswehr bereits gegründet (1956).