30 Minuten Das eigene Sachbuch - Petra Begemann - ebook

30 Minuten Das eigene Sachbuch ebook

Petra Begemann

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Stellen Sie sich vor, Sie haben Ideen entwickelt, geschrieben und wieder umgeschrieben - und endlich schicken sie Ihr 300-Seiten-Manuskript an den Verlag Ihrer Wahl. Und dann? Sie erhalten eine Standardabsage. Warum? Was lief falsch? Mit der richtigen Vorbereitung und Strategie wäre das vielleicht nicht passiert. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wie Verlage ticken, wie ein gutes Exposé aussieht und wie Sie erfolgreich für sich werben, kurzum: wie Sie Ihr Buch an den Verlag bringen.

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Liczba stron: 70

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Petra Begemann

30 Minuten

Das eigene Sachbuch

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg

Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen

Lektorat: Dr. Sandra Krebs, GABAL Verlag GmbH

© 2012 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Das E-Book basiert auf dem 2012 erschienenen Buchtitel “30 Minuten Das eigene Sachbuch“ von Petra Begemann, ©2012 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Hinweis:

Das Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autorin noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

ISBN Buchausgabe: 978-3-86936-402-5

ISBN epub: 978-3-86200-772-1

In 30 Minuten wissen Sie mehr!

Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie in kurzer Zeit prägnante und fundierte Informationen aufnehmen können. Mithilfe eines Leitsystems werden Sie durch das Buch geführt. Es erlaubt Ihnen, innerhalb Ihres persönlichen Zeitkontingents (von 10 bis 30 Minuten) das Wesentliche zu erfassen.

Kurze Lesezeit

In 30 Minuten können Sie das ganze Buch lesen. Wenn Sie weniger Zeit haben, lesen Sie gezielt nur die Stellen, die für Sie wichtige Informationen beinhalten.

• Alle wichtigen Informationen sind blau gedruckt.

• Zahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen.

• Ein Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.

Inhalt

Vorwort

1. Insiderwissen: Wie Verlage Programm machen

Ist Ihre Buchidee 30.000 Euro wert?

Welche Verlage passen zu Ihrem Projekt?

Wann beginnen Sie mit der Verlagssuche?

2. Ansprechpartner: Wie Lektoren ticken

Ja, Lektoren können irren

Der Profiblick: Auswahlkriterien im Lektorat

Autoren-Fettnäpfe: Was Sie besser nicht tun

3. Vertragsgrundlage: Wie ein gutes Exposé aussieht

Der Aufbau des Exposés

Die Buchinhalte

Das Buchmarketing

4. Ihr „Köder“: Wie Ihre Textprobe überzeugt

Finden Sie Ihren Stil

Wählen Sie das richtige Thema

Feilen Sie an Ihrem Text

5. Eigenwerbung: Die Verlagsansprache

Wer ist zuständig?

Wie präsentieren Sie das Projekt?

Was tun bei Absagen?

6. Endspurt: Vom Vertrag bis zum fertigen Manuskript

Vertrag und Honorar

Der Schreibprozess

Erste Hilfe bei Schreibblockaden

Fast Reader

Die Autorin

Empfehlenswerte Bücher und Websites

Vorwort

„Ach wissen Sie, ich kenne den Verleger vom XY-Verlag. Dem werde ich das Buchprojekt mal anbieten“, erzählt mir auf der Jahrestagung einer Rednervereinigung siegesgewiss ein Erstautor. Bisher erschöpft sich sein Projekt in einer Themenidee. Eine Kaffeepause später komme ich mit jemandem ins Gespräch, der für sein Buch förmlich brennt. Geschrieben habe er schon fast 300 Seiten. Für welchen Verlag? „Darum kümmere ich mich später!“

Für ein eigenes Buch sprechen gute Gründe, auch im Zeitalter von Facebook und Twitter. Wenn es darum geht, eigene Ideen mit Langzeitwirkung weiterzugeben, sich als Experte zu profilieren, bekannter zu werden, bleibt das Buch das beste Medium. Ob Redner, Consultant oder Experte: Die Topleute haben eines gemeinsam – sie publizieren Bücher. Sie werden wissen warum. Doch wie machen sie das?

Bei Vorgehensweisen wie den eingangs geschilderten atmen Verleger und Lektoren erst mal tief durch. Kontakte sind in vielen Lebensbereichen Gold wert. Doch ein Kontakt allein reicht nicht, wenn ein Verlag fünfstellig investieren soll. Auch wenn unaufgefordert komplette Manuskripte auf den Schreibtisch oder ins Mail-Fach plumpsen, reagieren Lektoren eher reserviert. Das ist ungefähr so, als würden Sie Ihren Partner damit überraschen, in seiner Abwesenheit das Wohnzimmer neu zu tapezieren. Mag ja ganz okay sein. Aber man (von Frau ganz zu schweigen) hätte vorher doch gern ein bisschen mitgeredet. Sachbücher oder Ratgeber werden per Tapetenbuch – pardon: Exposé – eingekauft. Verlage vor vollendete Tatsachen zu stellen, wirkt laienhaft. Sie sehen: Die Verlagsbranche hat ihre eigenen Regeln. Wer sie kennt, kann seine Chancen auf eine Publikation erheblich steigern.

Um Ihre Buchidee bei einem renommierten Verlag unterzubringen, brauchen Sie erstens ein schlüssiges Buchkonzept, zweitens gute Argumente in eigener Sache und drittens die richtige Vorgehensweise. Darum geht es in diesem Kurzführer. Er konzentriert sich auf Sachbücher, Fachbücher und Ratgeber. Für Belletristik gelten andere Spielregeln; deswegen wird dieses Genre hier ausgeklammert.

Ziel ist es, Ihnen einen Fahrplan für den kürzesten Weg zum eigenen Buch an die Hand zu geben. Warum wollen Sie Umwege machen, wenn es auch ohne geht? Starten wir also! Und viel Erfolg für Ihr Buchprojekt!

Petra Begemann

Zweifellos: Es gibt wunderbare Lektorinnen und kluge Autorinnen! Aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet dieses Buch trotzdem auf Doppelkonstruktionen.

1. Insiderwissen: Wie Verlage Programm machen

Jeder Autor kennt die Warnungen: Verlage werden mit Manuskripten überschwemmt und die meisten werden abgelehnt. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Jeder Verlag ist ständig auf der Suche nach neuen Themen und Gesichtern. Damit Sie selbst dazugehören, brauchen Sie nicht nur gute Ideen. Sie müssen diese Ideen auch gut verkaufen. In diesem Kapitel erhalten Sie dazu wichtige Hintergrundinformationen. Sie erfahren, wie Verlagsprogramme entstehen, wie Sie die besten Verlage für Ihr Projekt finden und was Sie brauchen, um mit ihnen Kontakt aufzunehmen.

1.1 Ist Ihre Buchidee 30.000 Euro wert?

Stellen Sie sich vor, es klingelt eines Nachmittags bei Ihnen an der Haustür. Draußen steht ein Unbekannter, der Sie gewinnend anlächelt: „Guten Tag. Mein Name ist … und ich möchte Ihnen ein tolles Projekt vorschlagen. Es kostet Sie nur 30.000 Euro!“ Möglicherweise würden Sie Ihre Tür ganz schnell wieder zuschlagen.

Die Situation eines Lektors oder Verlegers, den Sie für Ihr Buchprojekt gewinnen möchten, ist ganz ähnlich. Er kennt Sie nicht und soll Geld in Ihr Vorhaben investieren. 30.000 Euro ist dabei nur ein Beispielwert für die Herstellung eines durchschnittlichen Textbandes.

Warum Verkaufsargumente so wichtig sind

Jedes neue Buch ist eine Wette auf die Zukunft. Es rechnet sich für den Verlag nur, wenn zumindest die erste Auflage auch verkauft wird. Damit ein Verleger Geld riskiert, braucht er also gute (Verkaufs-)Argumente. Und diese Argumente können Sie ihm liefern. Zugegeben: Das wird Sie etwas Zeit und Mühe kosten. Aber es steigert Ihre Erfolgschancen erheblich.

Bücher sind eben auch ein Geschäft, und das nicht erst heute. „Der Verleger schielt mit einem Auge nach dem Schriftsteller, mit dem anderen nach dem Publikum. Aber das dritte Auge, das Auge der Weisheit, blickt unbeirrt ins Portemonnaie“, sagte Alfred Döblin vor knapp 100 Jahren. Und schon Goethe soll gemutmaßt haben, für Verleger müsse es „eine eigene Hölle“ geben, weil sie alle „des Teufels“ seien.

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich liebe Bücher, und das seit der eigenen Bilderbuchzeit. Dasselbe gilt für die allermeisten Lektoren, Verleger, Buchhändler. In kaum einer Branche sammeln sich so viele Überzeugungstäter wie in der Buchbranche, denn das große Geld macht man anderswo. Doch Herzblut allein genügt nicht. Auf den deutschen Buchmarkt schwappt jedes Jahr eine Welle von über 90.000 Titeln. Um in diesem Strudel nicht unterzugehen, braucht es eine gute Planung. Und da sitzen Verleger und Autoren dann durchaus im selben Boot.

 

Für Sie ist Ihr Buch ein Herzensprojekt, für den Verleger oder Lektor ist es (auch) eine finanzielle Investition, die er kritisch prüft. Damit ein Verlag fünfstellig in Ihre Buchidee investiert, brauchen Sie überzeugende Argumente.

1.2 Welche Verlage passen zu Ihrem Projekt?

Die Suche nach dem richtigen Verlag für Ihr Buch gleicht einer Eheanbahnung: Nur wenn beide Partner miteinander harmonieren, trauen sie sich irgendwann aufs Standesamt. Gleich zu Beginn genau hinzuschauen, erspart dabei Enttäuschungen. Für Ihre Verlagssuche bedeutet das: Konzentrieren Sie sich auf Verlage, die eine exakt passende Programmschublade für Ihr Thema und Ihr Genre haben.

Ein kurzer Blick hinter die Verlagskulissen

Wie entstehen Verlagsprogramme? Die meisten Verlage publizieren ein Frühjahrsprogramm, das in den Monaten Februar, März und April erscheint, und ein Herbstprogramm von August bis Oktober. Einige Fachverlage planen in Erscheinungsquartalen, große Taschenbuchverlage in Erscheinungsmonaten.

Eine Aufgabe der Lektoren ist die Konzipierung dieser Programme. Konkret heißt das: Die Mehrzahl der Buchideen wird in den Verlagen entwickelt, anschließend sucht der Lektor einen Autor dafür. Dabei beobachten Lektoren gesellschaftliche Trends und fachliche Entwicklungen, achten auf Jubiläen und Jahrestage, reagieren auf besondere Ereignisse. Das erklärt, warum in Zeiten der Euro-Krise Crashbücher boomen oder warum pünktlich zum 300. Geburtstag Friedrichs II. gleich ein Dutzend Friedrich-Biografien auf den Markt kommt.

Unverlangt eingesandte Manuskripte

Während die „Programmplanungsmaschinerie“ im Verlag läuft, kommen Tag für Tag Buchvorschläge von außen im Lektorat an. Per Anruf, Päckchen oder Mail, und mehr, als ein Lektor jemals lesen kann. Also wirft er in der Regel nur einen kurzen Blick darauf. „Die meisten stammen sowieso von dichtenden Hausfrauen, pensionierten Studienräten oder Verschwörungstheoretikern“, seufzte der Lektor eines großen Publikumsverlags einmal. Ganz unrecht hat er nicht, und auch dadurch erklärt sich die niedrige Erfolgsquote unverlangt eingesandter Manuskripte